Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

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    Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am So 12 Okt 2008, 12:04

    Hier zunächst das Original:


    Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel


    Ein Mann hatte drei Söhne, zwei davon waren klug, der dritte, Iwan, war ein rechter Dummkopf. Sie waren nicht reich, sie lebten in einer kleinen Hütte, hatten aber genug, um davon zu leben.
    Nun geschah es, dass der Mann sein Feld jeden Morgen zertrampelt vorfand. Also entschied er sich, jede Nacht einen seiner Söhne zur Wache auf das Feld zu schicken, damit sie den Bösewicht endlich fassen und bestrafen konnten. Die beiden älteren Söhne verschliefen ihre Nachtwache kläglich, Iwan aber nahm eine Schlinge mit und setzte sich an den Rand des Feldes.
    In der Nacht kam ein Hengst mit goldener Mähne und goldenem Schweif. Aus seinen Nüstern stoben Funken und aus seiner Ohren drang Rauch. Das Pferd begann, das Feld abzuweiden, und was er nicht abweidete, zertrampelte er.
    Iwan aber schlich sich an das Tier heran und fing es ein.
    Als Dank dafür, dass Iwan ihm schließlich die Freiheit wiedergab, versprach der Hengst, ihm jeden Wunsch zu erfüllen.

    Der Zar des Landes suchte zu dieser Zeit einen Bräutigam für seine schöne Tochter. Die beiden Söhne des Mannes gingen ebenfalls zum Schloss, um dort um die Hand des Mädchens anzuhalten. Die Aufgabe bestand darin, zu Pferd so hoch am Turm hinaufzuspringen, dass man der Prinzessin den Ring vom Finger nehmen konnte.
    Iwan rief den Grauschimmel herbei und im Handumdrehen war er ein schöner Jüngling. Niemand im Schloss erkannte ihn. Der Hengst aber sprang so hoch am Turm empor, dass Iwan beinahe den Ring erreichen konnte. Nach diesem Sprung aber verschwand er und als seine Brüder nach Hause kamen, hatte er einen Korb voller Fliegenpilze vor sich stehen und wartete in der Hütte auf sie.
    Am nächsten Morgen ritt Iwan wieder auf dem Hengst zum Schloss, dieses Mal war er noch näher am Ring der Prinzessin dran. Am Abend aber saß er wieder mit seinen Fliegenpilzen auf der Ofenbank. Seine Brüder natürlich erzählten staunend vom schönen Jüngling, der wieder spurlos verschwunden war, nachdem er das Ziel doch beinahe erreicht hatte.

    Am dritten Tage ritt Iwan erneut an den Hof des Zaren. Dieses Mal gelang es ihm, der Prinzessin den Ring vom Finger zu nehmen und sie auf den Mund zu küssen. Damit war die Wahl der Zarentochter gefallen, nur... Iwan war nach dem Sprung wie immer verschwunden.
    Die Prinzessin wollte aber nur den einen jungen Mann zum Bräutigam, der sie geküsst hatte. Also ließ ihr Vater ein großes Mahl geben und lud alle jungen Männer des Landes ein. Freilich mussten seine Brüder Iwan dieses Mal auch mitnehmen. Er setzte sich in die Ecke und lächelte sein dümmliches Lächeln. Den Ring der Prinzessin hatte er unter einem Verband verborgen.
    Die Zarentochter aber kam auf ihn zu und bar ihn, den Verband abzunehmen. Jeder im Raum konnte den Ring sehen, so hell leuchtete er. Die Prinzessin hatte damit ihren Bräutigam gefunden.
    Iwan aber rief den Grauschimmel und der verwandelte ihn im Nu wieder in den schönen Jüngling.
    Die Menschen jubelten und es wurde ein Fest gefeiert.
    Nur kurze Zeit später gab es wieder ein Fest: Die Prinzessin und Iwan heirateten. Iwan war glücklich, er aß und trank und feierte. Seine beiden Brüder jedoch verkrochen sich hinter dem Ofen in der Hütte, weil sie es nicht wagten, Iwan unter die Augen zu treten.



    Zuletzt von Kelly am Di 30 Jun 2009, 23:44 bearbeitet, insgesamt 8 mal bearbeitet

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am So 12 Okt 2008, 12:05

    Jetzt meine Bearbeitung:

    Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten

    Prolog:
    Die Nacht stand düster über der kleinen Stadt. Nur der blasse Vollmond brachte etwas Licht in die Dunkelheit, aber es war ein kaltes, unwirkliches Licht.
    Der Wind blies eisig durch die Gassen und sein Pfeifen trieb jeden, der nicht unbedingt etwas erledigen musste, unbarmherzig wieder in sein Haus zurück. In der warmen Stube vor dem Fernseher war es doch um einiges gemütlicher als in der Kälte draußen.
    Im kleinen Haus neben der Go-Kart-Bahn brannte noch Licht, obwohl es schon spät am Abend war. Von geregelter Nachtruhe hielt man in diesem Hause nicht viel, oder besser gesagt: gar nichts.
    Die Brüder Michail und Boris waren im warmen Wohnzimmer, gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrem Vater. Doch wie schon erwähnt: Abendliche Ruhe wurde hier nicht sonderlich geschätzt. Die beiden stritten sich unermüdlich um die Fernbedienung. Ihre Geschmäcker, was das abendliche Fernsehprogramm betraf waren sehr verschieden, genauso ihre Ansichten darüber, wer denn das Recht habe, darüber zu entscheiden, was geschaut wurde.
    Sie hüpften von einer Ecke der Stube in die andere, rannten im Wettlauf um den Tisch, versuchten sich gegenseitig zu Fall zu bringen. Nur wenn es zu laut wurde, räusperte sich ihr Vater, der in der Ecke saß und in der Zeitung vergeblich nach irgendwelchen interessanten Nachrichten stöberte. Die Welt, so schien es ihm, versank in der Eintönigkeit, in der grauen Monotonie des Alltags. Er seufzte.
    Ivan, sein jüngster Sohn, saß mit angewinkelten Beinen auf der Ofenbank und starrte in sein Buch. Das Geschrei seiner beiden Brüder machte es unmöglich, sich auf das Gelesene zu konzentrieren. Er überflog Worte, die überhaupt keinen Sinn ergaben. Als er am Ende der Seite angelangt war, fragte er sich kurz in Gedanken, was er denn eigentlich gelesen hatte. Doch er wusste es nicht mehr. Mit einem leisen Seufzen begann er wieder von vorne.
    Warum musste er auch zwei solche Brüder haben? Dabei sprach er doch kaum mit ihnen. Egal, was er tat, die beiden hielten ihn ohnehin für dumm. Warum sollte er sich da anstrengen, ihnen in irgendwelcher Weise ebenbürtig zu sein? In diesem Moment traf ihn die Fernbediehnung am Hinterkopf. Boris hatte irgendwie versucht, sie vor Michail in Sicherheit zu bringen, war dabei gestolpert und das Gerät war ihm aus der Hand gerutscht. Mit schmerzverzerrtem Gesicht griff sich Ivan an den Kopf. Das würde ja eine schöne Beule geben! Es war wohl besser, wenn er sich für heute ins Bett legte, da war es zumindest halbwegs ruhig.
    In dem Moment jaulte Michail auf wie ein junger Hund, dem man einen Fußtritt verpasst hatte.
    „Hört jetzt auf damit, Jungs! Boris, lass Michail in Frieden, und Michail, ärgere ihn nicht ständig!“
    Genau in dem Augenblick, als der Vater aufstehen wollte, ging das Licht aus.


    Zuletzt von Kelly am So 12 Okt 2008, 14:23 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Pooly am So 12 Okt 2008, 13:02

    Oh, wie schön, dass du jetzt auch angefangen hast, Marita :)
    Das freut mich aber.

    Ich muss zugeben, dass ich das Märchen bisher noch nicht kannte, aber es hört sich wirklich schön an.
    Ich bin gespannt, was du daraus machst.

    Dein Anfang gefällt mir.
    Eine typische Szene, die man auch bei uns zu Hause antreffen könnte ... und ich bin mir sicher, bei vielen anderen auch. Das Verhalten aller hast du sehr lebendig und realitätsnah beschrieben.
    Dein Schreibstil gefällt mir :)

    Ich hab noch zwei Anmerkungen, aber das sind nur kleine Schönheitsfehler Wink

    ... aber es war ein kaltes, unwirkliches Licht.
    Der Wind blies kalt durch die Gassen...

    Zweimal "kalt" fast hintereinander. Auch wenn es eine andere Bedeutung hat, stört es ein bisschen.


    ... sich auf das Gelesene zu konzentrieren. Er las Worte, die überhaupt keinen Sinn ergaben. Als er die Seite zu Ende gelesen hatte, fragte er sich kurz in Gedanken, was er denn eigentlich gelesen hatte.

    In diesem Teil steht ein bisschen oft "lesen"



    Gefällt mir aber sehr gut :)
    Ich freue mich schon auf mehr und bin gespannt, wie es weitergehen wird!



    Lieben Gruß
    Marie


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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Bloodangel am So 12 Okt 2008, 13:11

    Hast du zu Hause Geschwister?
    Bei mir und meinem Bruder ging es auch immer über Tisch und Sofa!
    Ich finde deinen Anfang sehr schön!
    Hoffe es geht bald weiter!

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am So 12 Okt 2008, 14:27

    Hallo ihr zwei!

    Ja, jetzt am Wochenende hatte ich endlich mal Zeit dafür. Ich kann euch aber nicht versprechen, dass es zügig weitergeht... Die Schule nimmt mich im Moment ziemlich in Anspruch, hab gerade vorhin (AN EINEM SONNTAG) über zwei Stunden lang Hausaufgaben gemacht, die unter der Woche liegen geblieben sind... grässlich.

    Jedenfalls freut es mich, dass es euch gefällt, vor allem, da das Märchen ja nun wirklich nicht bekannt ist. Was ich daraus mache... verrät ja zum Teil der Titel schon ein wenig, obwohl ich noch nicht genau weiß, ob ich den vielleicht später noch umändern werde. Mal sehen.

    @Grit: Ja ich habe Geschwister, zwei kleine Schwestern, aber die sind halb so wild. Ich bin mit meinen zwei Cousins aufgewachsen, zwei kleine Raufbolde damals, da gings manchmal schon rund, aber ich hatte immer meinen Spaß an den Raufereien, auch wenn ich manchmal "nur" zuguckte.

    LG Marita

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Alania am Mo 13 Okt 2008, 14:33

    Huhuuuuu Very Happy

    Ein wirklich schöner Anfang.
    Eine typische Familienszene. Kenne ich von mir und meiner Schwester.
    Wirklich sehr lebhaft beschrieben!

    Alles, was ich hätte auszusetzen gehabt, hat Marie schon in ihrem Post geschrieben. Wink

    Ansonsten: sehr schön Very Happy

    LG
    Angie


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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am Mi 15 Okt 2008, 16:54

    Der merkwürdige Flitzer


    Alle erschraken.
    Sogar Ivan, den sonst so schnell nichts aus der Ruhe bringen konnte, lief mit einem Mal ein Schauer über den Rücken. Es war so dunkel. Das einzige, was er erkennen konnte war ein kleines Licht, das von der Bahn draußen zu ihnen herein drang.
    Boris wollte zum Fenster gehen, um zu sehen, wer um diese Zeit noch da war. Die Go-Kart-Bahn war ja längst geschlossen! Wer war also noch hier? Zu dieser Nachtzeit und vor allem bei dieser Kälte!
    Mit einem Sprung hastete er in Richtung Fenster, stolperte über einen kleinen Gegenstand, der auf dem Boden lag, und landete unsanft auf seinem Hosenboden. Michail begann, laut zu lachen.
    „Ha! Das geschieht dir Recht, du Tölpel! Bist du doch tatsächlich über die Fernbedienung gefallen!“
    Während er sich den Bauch hielt vor Lachen und verzweifelt versuchte, Boris' Faustschlägen auszuweichen, trat der Vater ans Fenster und blickte in die Nacht hinaus. Alles schien ruhig. Das Licht war verschwunden.
    Ivan trat hinter ihn.
    „Was war das, Vater?“, fragte er. Seine Stimme zitterte leicht.
    „Seht euch das an! Unser Ivan hat Angst! Wanjalein hat Angst!“, spottete Boris sofort und Michail fiel in sein boshaftes, schadenfrohes Lachen ein.
    Aber Ivan kümmerte sich nicht weiter um die beiden. Sein Blick war an die Fensterscheibe gefesselt. Der Vater, den er um eine Haupteslänge überragte, hielt den Atem an: Das Licht war wieder aufgetaucht!
    Die beiden am Fenster vernahmen deutlich das Motorengeräusch. Es war lauter und hörte sich ganz anders an, als jenes der Go-Karts, die sie vermieteten. Aber es war da. Was hatte jemand um diese Zeit auf der Bahn verloren?
    „Kommt, Boris, Michail, Ivan! Wir müssen raus und sehen, was da los ist! Kommt schon!“, forderte der Vater die drei Jungen mit Nachdruck auf. Noch immer war kein Licht im Haus. Während sich Ivan aber an die dunkle Silhouette seines Vaters hielt, stolperten die anderen beiden in der Dunkelheit ständig über ihre eigenen Füße.
    Endlich hatten sie die Haustür erreicht und gingen ins Freie.
    Michail rannte hinüber zum Schalter, wo man die großen Scheinwerfer für die Bahn einschalten konnte. Eine Sekunde später war der gesamte Platz hell erleuchtet. Das Licht war bleich und unheimlich, fast wie jenes des Mondes, aber es war stark genug, damit sie jeden einzelnen Meter der Strecke überblicken konnte.
    Und sie fanden es auch, das Auto.
    Es raste in atemberaubender Geschwindigkeit über den Asphalt, sodass die vier, als es an ihnen vorüber fuhr, nur noch eine Staubwolke sahen.
    „Was ist das denn?“, fragte Boris atemlos.
    „Das“, murmelte der Vater und die drei Söhne erkannten deutlich die Wut in seiner Stimme, „ist die größte Frechheit, die ich in meinem Leben gesehen habe!“
    Das einzige, was man an dem Auto bei dieser Geschwindigkeit erkennen konnte, war, dass es eine knallrote Färbung hatte. Mittlerweile fuhr es zwar etwas langsamer und steuerte auf den Ausgang zu, aber es war immer noch viel zu schnell für die Verhältnisse einer solchen Bahn.
    „Schließt die Schranke, Jungs! Der soll uns nicht entkommen!“, rief der Vater den drei Jungen zu und rannte selber mit ihnen zum Ausgang hinüber.
    Gemeinsam schlossen sie die Absperrung, um dem Störenfried keine Möglichkeit zur Flucht zu geben. Mit grimmigem Gesicht stellte sich der Vater direkt hinter die Schranke und wartete auf das Fahrzeug.
    Dieses beschleunigte mit einem Mal wieder und wurde, je näher es dem Vater kam, immer schneller. Erst im letzten Moment schien der zu verstehen, dass dieser Fahrer offensichtlich keine Skrupel kannte. Es schien bereits zu spät zu sein.
    Und es wäre bestimmt zu spät gewesen, hätte nicht Ivan damit gerechnet. Wer nachts auf einer Go-Kart-Bahn so fährt, hat keine Skrupel einen Menschen niederzufahren!
    Mit einem gewaltigen Satz sprang er auf seinen Vater zu, packte ihn und zog ihn von der Fahrbahn weg. Daneben knallte er mit dem Kopf auf den harten Asphalt und musste erst einmal wieder zu Atem kommen. Vor seinen Augen schwirrten ein paar Sternchen, aber ansonsten ging es ihm gut. Und der Vater... war direkt auf ihm gelandet und war wohlauf.
    „Danke“, murmelte er nur. Und das immer wieder.
    Boris und Michail standen etwas verlegen daneben. Dass Ivan viel schneller reagiert hatte als sie, schien ihnen gar nicht bewusst zu sein.
    Ivan richtete sich auf und half seinem Vater auf die Beine.
    „Wer in drei Teufels Namen war das?“


    Zuletzt von Kelly am Sa 25 Okt 2008, 14:31 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Bloodangel am Mi 15 Okt 2008, 17:15

    Phu das war jetzt aber spannend!
    Boris und Michail sollten sich schämen Ivan auszulachen, nur weil er sich im dunklen fürchtet!
    Ich möchte jetzt wissen wer da auf dem roten Flitzer saß!
    Zum Glück hat Ivan so schnell reagiert und so seinem Vater das Leben gerettet!
    Sehr schöner Abschnitt, hoffe es geht bald weiter !

    GLG

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Alania am Fr 24 Okt 2008, 21:28

    Huhuu Marita!

    Ein wirklich interessanter gut geschriebener Abschnitt! Hat mir gefallen! Very Happy

    Eine Frage:

    Unser Ivan hat Angst! Wanjalein hat Angst

    Wanjalein? Ist das ein Kosenamen?

    und eine Anemerkung:

    Auto bei dieser Geschwindigkeit erkennen konnte, war, dass es knallrot war


    Vielleicht um diese Wiederholung zu vermeiden kannst du ja schreiben, "dass es eine knallrote Färbung/Farbe hatte" oder so ähnlich... Aber es ist dir überlassen Wink

    Ansonsten richtig gut! Very Happy

    LG
    Angie


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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am Sa 25 Okt 2008, 14:34

    Hey Angie!

    Danke für dein Kommi! Es freut mich, dass dir das Märchen gefällt. Vielleicht werde ich dieses Wochenende ja mal Zeit haben, weiterzuschreiben.

    Wanjalein? Ist das ein Kosenamen?

    Jep, genau. Abkürzung von Ivan (Russen verwenden eigentlich nur solche Kosenamen).

    Vielleicht um diese Wiederholung zu vermeiden kannst du ja schreiben, "dass es eine knallrote Färbung/Farbe hatte" oder so ähnlich...

    Danke für den Vorschlag, hab ich geändert. Das ist mir vorher gar nicht aufgefallen.

    LG
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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am So 21 Dez 2008, 22:01

    Hallo ihr Lieben!

    Ich weiß sehr wohl, dass ich das Märchenprojekt in letzter Zeit schändlich vernachlässigt habe. Das tut mir sehr Leid, neben Schule überhaupt zum Schreiben zu kommen. Und wenn man schon mehrere Projekte am Laufen hat... sucht man sich halt das aus, wo man am ehesten die Muse dazu hat.

    In zwei Tagen fangen die Weihnachtsferien an, und da werde ich dann hoffentlich öfter dazu kommen. Das Märchenprojekt ist ein wahnsinnig tolles Projekt, das es verdient, dass man sich ihm mit wesentlich mehr Enthusiasmus widmet, als ich es in der letzten Zeit getan habe.

    Sorry, ich geb mein Bestes, dass es bald weitergeht.

    LG
    Marita

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Alania am So 21 Dez 2008, 22:10

    Stress dich nicht, Marita!

    Wir vernachlässigen momentan i-wie alle das Märchenprojekt! Wink

    Aber ich freue mich, dass du bald die Geschichte weiterschreiben möchtest! Very Happy


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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am Fr 26 Dez 2008, 23:37

    Fragen ohne Antwort und Streit ohne Ende


    Niemand konnte Ivan eine Antwort auf seine Frage geben. Sein Vater nicht und Michail und Boris ohnehin nicht. Die beiden waren damit beschäftigt, eine Bremsspur in der nächsten Kurve zu untersuchen.
    „Sieh dir das an! Was für eine Spur!“
    Boris pfiff anerkennend durch die Zähne. Michail nickte nur staunend. Ivan runzelte die Stirn.
    Wer immer in diesem Wagen auch gesessen hatte, er musste nicht nur ein fantastischer Fahrer sein, sondern konnte gar nicht alle Tassen im Schrank haben.
    Wie konnte man bei Nacht mit solchem Tempo durch die Bahn fegen? Und dabei noch den Besitzer der Bahn beinahe überfahren?
    Dieselben Fragen schien sich auch sein Vater zu stellen. Er erholte sich allmählich von dem Schrecken.
    „Lasst uns hineingehen, Jungs! Es ist kalt hier draußen!“, schlug er vor.
    Ivan gab ihm insgeheim recht und hauchte sich die Hände warm. Boris und Michail aber waren noch immer in das vertieft, was der Wagen hinterlassen hatte: eine einzige Bremsspur. Damit würden sie diesen Raser wohl nie erwischen, der nachts die Bahn unsicher machte.
    „Boris, Michail! Es hat keinen Sinn, den kriegen wir nicht mehr!“, rief nun auch Ivan. Er fror allmählich. Doch die beiden hörten noch immer nicht.
    Letzten Endes winkte der Großvater ab und ging gemeinsam mit Ivan ins Haus. Sie schalteten wieder den Fernseher ein und hörten gerade noch den Wetterbericht für die nächsten Tage: kalt, aber klar.
    Erst nach einer Viertelstunde kamen die anderen beiden herein. Ivan, der sich auf das kleine Sofa gesetzt hatte, musste wieder mal Platz machen.
    „Verschwinde, Dummkopf! Verkriech dich hinter deinen Büchern! Was liest du eigentlich schon wieder? Dastajolskij?“
    Sie zogen ihn ständig mit seinen Büchern auf. Aber Ivan liebte sie, sie waren sein Leben.
    „Er heißt Dostojewskij“, antwortete er würdevoll und ernst.
    Was hatten sie gegen Bücher? Waren sie nicht die Quelle allen Wissens? Die Überbringer der Kultur? Und warum war er anders als sie? Nur weil er gerne las?
    Bitter dachte er daran, dass sein Vater ihn in seinem Leben nicht ein einziges Mal in Schutz genommen hatte, wenn seine Brüder ihn neckten. Sein Blick wanderte hinüber zu dem alten Mann. Er saß in der Ecke und... schien sich noch immer von seinem Schrecken erholen zu müssen. Sein Gesicht war noch immer kreidebleich und er bibberte vor Kälte.
    „Ha!“
    Ivan stöhnte. Er hatte Boris nur einen winzigen Augenblick aus den Augen gelassen, doch dieser hatte diesen winzigen Fehler bereits ausgenutzt und sich sein Buch geschnappt. Damit in der Hand war er auf die Ofenbank geflüchtet, wo der Vater saß und seine Finger wärmte.
    „Sehr euch an, was er daneben geschrieben hat: 'Zeigt Dastajolskijs persönlich Einstellung zur Thematik'...“ Er lachte laut auf.
    Michail fiel mit seinem typischen wiehernden Lachen mit ein.
    Ivan zitterte vor Wut.
    „Er heißt Dostojewskij!“, wiederholte er mit Nachdruck. Doch das spornte die anderen beiden nur noch an. Laut und deutlich las Michail sämtliche Randnotizen, Analysen und Vermutungen vor, die sich Ivan am Rande der Seiten aufgeschrieben hatte. Der Junge wurde knallrot bis hinter die abstehenden Ohren und biss sich auf die Lippen, bis es schmerzte.
    Er hatte keine Möglichkeit an seinen älteren Bruder heranzukommen, der war zu geschickt, zu genial in solchen Sachen. Noch dazu ließ Michail ihn nicht eine kleine Sekunde aus den Augen. Vom Sofa aus beobachtete er Ivan. Ganz wie eine Katze, die ihre Beute lange beobachtet, ehe sie zuschlägt.
    Ohne sein Buch zurück zu verlangen, verließ Ivan eine Minute später den Raum und machte sich auf den Weg in sein Zimmer. Die Tür knallte ins Schloss. Er war wütend, sehr wütend. Aber das interessierte niemanden, nicht seinen Vater und seine Brüder erst recht nicht.
    Als er im Dunkeln im Bett lag und über die Streiterei mit seinen Brüdern nachdachte, fiel ihm endlich wieder der rote Flitzer ein. Würde er das Rätsel jemals lösen?

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Alania am Sa 27 Dez 2008, 00:46

    Hey Marita!

    Ein wirklich schöner Abschnitt!
    Du hast einen überaus angenehmer Schreibstil! Very Happy

    Der arme Ivan. Der kann einem echt Leid tun, wenn man so liest, wie ihn seine Brüder behandeln...

    Ich hoffe du löst bald das Rätsel um den roten Flitzer! Very Happy

    LG
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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Bloodangel am Sa 27 Dez 2008, 02:33

    Hallo,

    die Brüder sind wirklich gemein!
    Was haben sie nur gegen den armen Ivan?
    Er tut mir wirklich Leid!
    Die Brüder wissen gar nicht was ihnen alles entgeht, sie könnten sich ruhig auch Mal ein Buch vor die Nase halten!
    Mehr bitte!

    LG

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am Sa 28 Feb 2009, 13:03

    Gestohlen!


    Am nächsten Morgen schienen seine Brüder das merkwürdige Spektakel der Nacht bereits wieder vergessen zu haben.
    Beim Frühstück ging es wieder einmal hoch her: Boris und Michail stritten sich um die Butter. Den Kampf darum gewann Michail. Ivan erbarmte sich der beiden und war eigentlich nur an seiner eigenen Ruhe interessiert. Aus dem Grund reichte er das heiß begehrte Objekt einfach an den nächstbesten Bruder weiter.
    „Hört mal ihr drei! Ich möchte nicht, dass so etwas wie gestern noch einmal vorkommt. Wir müssen etwas unternehmen. Wo kommen wir denn da hin, wenn mitten in der Nacht einfach Leute zur Bahn kommen und sie benutzen, ohne Eintritt zu zahlen!?“
    Der Entschluss des Vaters verwirrte Ivan im ersten Augenblick etwas. Er war doch sonst immer so zögerlich.
    Michail und Boris hatten natürlich nicht zugehört.
    Ivan stand auf.
    „Vater, ich werde einmal mit den anderen Fahrern reden. Vielleicht haben sie etwas gesehen!“
    Der alte Mann nickte dankbar, doch Ivan hatte den leichten Eindruck, dass er diese Dankbarkeit nie in anderer Form erfahren würde. Seine Brüder hatten hier zu Hause das Sagen, nicht mehr der alte Mann, der dort am Tisch saß.
    Ivan verließ das Haus und machte sich auf den Weg hinüber zur Bahn.
    Es waren bereits einige Fahrer unterwegs. Manche bereiteten sich gerade darauf vor, auf die Bahn zu gehen.
    „Hey Ivan!“
    „Hallo!“
    Einige Rufe flogen hin und her, doch ansonsten schien ihn niemand großartig zu bemerken. Mit einem Seufzen verdrehte er die Augen. Er hatte es satt, nie wahrgenommen zu werden.
    „Leute! Hat jemand von euch gestern ein rotes Auto gesehen? Knallrot, unglaublich schnell?“, fragte er in die Runde der anwesenden Fahrer. Die sahen sich etwas verwirrt an und schüttelten den Kopf: Niemand hatte etwas bemerkt.
    Gerade in diesem Augenblick kam einer aus dem Gebäude herübergerannt, in dem für gewöhnlich sämtliche Geräte aufbewahrt wurden. Auch Benzincontainer, Ölreserven und Werkzeug lagerten dort.
    „Ivan! Ivan! Wir haben kein Benzin mehr!“
    „Wie bitte?“
    Es war kaum zu glauben. Dabei hatten Michail und Boris doch erst vor drei Tagen sämtliche Reserven wieder aufgefüllt.
    „Das gibt es doch gar nicht! Ihr wisst doch, dass meine Brüder sie erst wieder aufgefüllt haben, das ist ja erst ein paar Tage her!“
    Die Männer sahen sich an. So etwas hatten sie noch nie gesehen. Nur Ivan dämmerte es langsam, was das zu bedeuten hatte: Der rote Flitzer hatte nicht nur die Bahn benutzt, sondern auch das Benzin, und nicht wenig davon. Er musste ja stundenlang gefahren sein, um alles zu verbrachen!
    „Das ist in der Tat seltsam... jemand muss sie gestohlen haben!“, murmelte er und blickte skeptisch in die Runde.
    Doch sein Gesichtsausdruck entspannte sich sofort wieder. Es war einfach... zu unlogisch. Ivan und seine Brüder waren für die Wartung der Maschinen in jeder Hinsicht zuständig, sie würden die Go-Karts auch so volltanken. Geschweige denn traute er es niemandem von ihnen wirklich zu.
    „Ich weiß nicht, Ivan... Du kennst uns alle seit Jahren! Wer sollte etwas stehlen?“, fragte in diesem Augenblick einer der Männer.
    „Du hast Recht. Es muss jemand anderes gewesen sein. Kommt, lasst uns mal nachsehen, ob er nicht irgendwelche Spuren hinterlassen hat!“
    Gemeinsam machten sich die Gruppe aus Fahrern und Ivan auf den Weg zum Geräteschuppen.


    Zuletzt von Kelly am Di 03 März 2009, 20:11 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Alania am Di 03 März 2009, 17:16

    Huhuuuu, Marita! Very Happy

    Uhh... Es wird interessant... Jetzt ist auch das Benzin weg. O.o
    Ein schöner Abschnitt. Hat mir gut gefallen, auch wenn nicht sonderlich viel passiert ist.

    Ein paar Sachen sind mir jedoch aufgefallen:

    Aus dem Grund reichte er das heiß begehrte Objekt einfach an den nächstbesten Bruder weiterreichte.

    Wink Doppelt gemoppelt

    keinen Benzin

    auch den Benzin


    Meines Erachtens heißt es "das Benzin" und demnach "kein Benzin"
    Ich habe auch extra noch mal nachgeguckt:

    Benzin [bɛnˈtsiːn] n (Benzins; Benzine) mot. Br. petrol, Am. gas(oline) Nachweis

    (->neutrum, also das)

    Niemandem von diesen Leuten traute er so etwas zu. Es war einfach... zu
    unlogisch. Ivan und seine Brüder waren für die Wartung der Maschinen in
    jeder Hinsicht zuständig, sie würden die Go-Karts auch so volltanken.
    Geschweige denn traute er es niemandem von ihnen wirklich zu.


    Hier wiederholst du dich. Vielleicht etwas ändern. Wink

    Ansonsten tollig! Very Happy

    LG
    Angie


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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Kelly am Di 03 März 2009, 20:09

    Hey Angie!

    Uh, da war ich wohl etwas übereifrig... Doppelt genäht hält besser... also Wink

    Nein, du hast natürlich vollkommen Recht.

    Ich werde es ausbessern, versprochen!

    LG
    Marita

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Bloodangel am Sa 11 Apr 2009, 01:50

    Hallo Marita,

    Omg es tut mir so Leid ich habe völlig übersehen, das du schon so lange die Fortsetzung hier gepostet hattest. Sorry.

    Oh nein erst föhrt da der unbekannte Fahrer und jetzt wurde auch noch das Benzin gestohlen. Das ist so mies. Wer tut das nur und warum?
    Schöne Fortsetzung ich hoffe es geht bald weiter.

    LG

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    Re: Das Märchen von Ivan und dem Motorschlitten (Das Märchen vom dummen Ivan und dem Grauschimmel)

    Beitrag von Alania am Mo 11 Mai 2009, 18:14

    Hey, Marita! Very Happy

    geht es irgendwann weiter? (:

    Die schöne Geschichte soll doch hier nicht einfach verstauben. Sad

    LG
    Angie


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