Okay es kann weitergehen

Als wir den Eingang des Dorfes über die Hauptstraße passierten, war die Sonne nicht mehr zu sehen. Dichte Wolken bedeckten den Himmel über uns. Ich runzelte leicht meine Stirn.
Die Wolken waren dunkel. Vielleicht würde es Regen geben.
“Merkwürdig”, flüsterte Oneo und ich wandte mich zu ihm um. Sei Blick war, ebenso, wie meiner gerade, in den Himmel gerichtet.
“Es sieht nach Regen aus”, sagte ich.
Er nickte. “Aber die Wolken sind viel zu schnell aufgezogen. Nahezu ... unnatürlich.”
“Hm.” Ich blickte wieder nach oben und ein kalter Windzug streifte meine nackten Arme. “Stimmt, das ist wahrlich merkwürdig. Aber ... es war lange heiß und es hat lange keinen Regen mehr gegeben.” Ich nahm ihn am Handgelenk und zog ihn weiter. “Wir sollten uns freuen.”
Er seufzte und ließ sich von mir mitziehen. “Was meinst du, ist Ari schon daheim?”, fragte er.
Ich zuckte mit den Schultern.
Ari war die Dritte in unserer Wohngemeinschaft. Aber sie war selten zuhause. Tieb sich immer irgendwo herum. “Wer weiß, wo sie wieder ist. Vermutlich bei ihrem neuen Freund. Wie hieß der noch gleich?”
Oneo lachte. “Keine Ahnung. Ich merk mir die ganzen Namen schon gar nicht mehr.”
Wir bogen in die nächste Straße nach rechts ein. Der Sand knirschte leicht unter meinen Sandalen. Das Geräusch kam mir in dieser stillen Luft ungewöhnlich laut vor. Ich sah mich um.
Erst jetzt fiel mir auf, dass wir bisher noch niemandem begegnet waren. Ich ließ Oneos Hand los sah mich um. “Wo sind denn die ganzen Leute?”, wunderte ich mich.
Er folgte meinen Blicken in alle Richtungen. Dann sah er wieder zum Himmel. "Es ist noch gar nicht dunkel", stellte er fest.
Ich stimmte ihm nickend zu.
Als ich Schritte hinter uns hörte, schlug mein Herz plötzlich schneller und ich wirbelte herum. Was für eine dumme Reaktion! Ich konnte mir das einfach nicht abgewöhnen!
Es war nur die Frau des Bäckers. Er hatte sie erst vor Kurzem geheiratet. Ich kannte ihren Namen nicht, aber ich mochte sie.
Ich hielt an, um sie zu begrüßen. Oneo tat es mir nach.
"Guten Abend, ihr zwei", sagte sie und lächelte. Sie war schon alt und hatte überall kleine Fältchen im Gesicht. Das ließ sie aber nicht minder hübsch aussehen.
"Guten Abend", grüßten Oneo und ich sie, wie aus meinem Mund. Er lachte leise.
"Wo treibt ihr beiden euch denn herum? Sollten heute nicht alle auf dem Marktplatz zusammenkommen? Es ist doch Dorffest."
Ich seufzte und er verdrehte die Augen. Und ich hatte mir Sorgen gemacht, weil niemand auf den Staßen war.
Oneo klatschte sie neben mir die Hand an seine Stirn.
"Das hatte ich völlig vergessen", sagte ich und seufzte.
Ich lächelte ihn an. "Ja, ich auch." Dann wandte ich mich wieder der Frau zu. "Wir waren bis eben noch im Nachbardorf, bei meiner Cousine."
Sie nickte. "Nun, jetzt wird es wohl schon zu spät sein, um das Fest zu besuchen. Sie bauen die Stände schon ab." Die Frau sah in den Himmel. "Es sieht gefährlich nach Regen aus."
Wir nickten beide.
"Nun denn", sagte sie und setzte sich wieder in Bewegung. "Einen schönen Abend wünsche ich euch noch. Und eine gute Nacht!"
"Ja, Ihnen auch", rief ich und sah ihr hinterher.