Anmerkung: Eine Nacherzählung kommt noch hinterher, da ich nur (sehr!) schlecht geschriebene Versionen gefunden habe, habe ich mich "erbarmt", die auch noch zu schreiben. Das dauert eben ein bisschen. *g*
Inhaltsverzeichnis:
Teil 1
Teil 2
„Erzählt mehr! Mehr, ich will alles wissen!“ Das kleine Meermädchen war jedes Mal sehr aufgedreht, wenn seine großen Schwestern von der Welt über Wasser berichteten. „Aber Sirene, wir haben dir doch schon alles hundertfach berichtet. Warte noch, bis du fünfzehn bist, dann kannst du sie mit eigenen Augen sehen!“
Immer wurde sie wieder vertröstet. Dabei dauerte es noch so lange, bis es so weit war. Und sie konnte es doch kaum noch erwarten! Warum nur war sie die Letztgeborene? Leyla, Leto, Perla und Thetis durften schon seit Jahren aus dem trauten Nass aufsteigen und schilderten nach jedem Ausflug so viele interessante Dinge, dass Sirene es ihnen am liebsten nachgetan hätte. Aber das würde gewaltigen Ärger geben. Eine Prinzessin der See sollte ihrem Vater keine Schande bringen, aber ihm gehorchen.
Das Mädchen zog sich in sein Zimmer zurück, setzte sich an das seesternförmige Fenster und stimmte ein trauriges Lied an. Der Gesang war so zauberhaft, dass alle, die in der Nähe waren, innehielten, um ihm zu lauschen.
So lange wartet sie schon, die Welt dort droben, auf mich … Doch ich werde hier gefangen gehalten, wie von güldenen Gittern umringt … Möchte frei sein, frei wie die Vögel aus den Erzählungen … Fliegen, wohin es mein Herz zieht …
Die kleine Seejungfrau
Frei nach Hans-Christian Andersen
Inhaltsverzeichnis:
Teil 1
Teil 2
Die schönste Jungfrau sitzet,
dort oben wunderbar;
ihr gold’nes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
gewaltige Melodei
Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh’.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Schiff und Kahn:
und das hat mit ihrem Singen
die Lorelei getan.
dort oben wunderbar;
ihr gold’nes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
gewaltige Melodei
Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh’.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Schiff und Kahn:
und das hat mit ihrem Singen
die Lorelei getan.
Heinrich Heine (gekürzt)
„Erzählt mehr! Mehr, ich will alles wissen!“ Das kleine Meermädchen war jedes Mal sehr aufgedreht, wenn seine großen Schwestern von der Welt über Wasser berichteten. „Aber Sirene, wir haben dir doch schon alles hundertfach berichtet. Warte noch, bis du fünfzehn bist, dann kannst du sie mit eigenen Augen sehen!“
Immer wurde sie wieder vertröstet. Dabei dauerte es noch so lange, bis es so weit war. Und sie konnte es doch kaum noch erwarten! Warum nur war sie die Letztgeborene? Leyla, Leto, Perla und Thetis durften schon seit Jahren aus dem trauten Nass aufsteigen und schilderten nach jedem Ausflug so viele interessante Dinge, dass Sirene es ihnen am liebsten nachgetan hätte. Aber das würde gewaltigen Ärger geben. Eine Prinzessin der See sollte ihrem Vater keine Schande bringen, aber ihm gehorchen.
Das Mädchen zog sich in sein Zimmer zurück, setzte sich an das seesternförmige Fenster und stimmte ein trauriges Lied an. Der Gesang war so zauberhaft, dass alle, die in der Nähe waren, innehielten, um ihm zu lauschen.
So lange wartet sie schon, die Welt dort droben, auf mich … Doch ich werde hier gefangen gehalten, wie von güldenen Gittern umringt … Möchte frei sein, frei wie die Vögel aus den Erzählungen … Fliegen, wohin es mein Herz zieht …
Zuletzt von Heralina am Mi 29 Okt 2008, 19:52 bearbeitet, insgesamt 4 mal bearbeitet


























