So, ich habe endlich einen Namen für meinen H-Chara und dann kann es auch mal so richtig losgehen.
Irgendwie schäme ich mich, dass ich so lange brauche, wo das Ganze doch meine Idee war...
Kapitel 1:
Nachdenklich schaute ich in den Spiegel. Meine braunen Augen hatten eine Tiefe, von der ich glaubte, dass niemand sie sehen könnte. Und sie hatten dieselbe Farbe wie mein lockiges Haar. Nicht umsonst, nannte Vater mich gerne sein Rehlein, während Mariana sein Häschen und Lucy sein Mäuschen war. Unsere Mutter war sein Schätzchen. Irgendwie hatte er es mit den Verniedlichungen.
„Rehlein? Kommst du? Essen ist fertig!“
Etwas höhnisch schallte die Stimme meiner ältesten Schwester durch das Haus. Beinahe wie ein missgestimmtes Klavier. Ich unterdrückte ein Grinsen. Mariana mochte die vielen Kosenamen nicht. Sie hielt sich für zu alt dafür und uns andere für kindisch, weil wir sie putzig fanden.
Dennoch rührte ich mich nicht. Ich stand auf dem Balkon und schaute die Straße entlang, die direkt in unseren Hof mündete. Jeden Augenblick konnte Vaters Kutsche ankommen. Ach, wie sehr hatte ich ihn vermisst! Ob es daran lag, dass ich schon immer mehr Zeit mit ihm verbracht hatte, als die anderen?
In diesem Moment hörte ich Hufgetrappel und das mir wohlbekannte Wiehern eines Pferdes. Das musste Silas sein!
Wie von einer Tarantel gestochen sprang ich auf und stürzte die Stufen hinunter. Aus der Küche fing ich Mutters Grinsen auf, während Mariana nur missbilligend den Kopf schüttelte. Ich beachtete meine Schwester nicht, sondern stolperte glücklich über die Schwelle, gerade als Vaters Kutsche in den Hof hinein fuhr.
Normalerweise begrüßte Vater uns mit einem fröhlichen Ruf. Er winkte auch immer. Doch an diesem Tag war er seltsam in sich gekehrt. Es dauerte eine Weile, bis er mich erkannte. Schlagartig nahm sein Gesicht die Farbe frischer Milch an. Er starrte mich an, als hätte ich eine Verletzung oder eine schreckliche Krankheit. Abrupt blieb ich stehen. Vater strahlte ein solches Entsetzen aus, dass ich es nicht wagte, mich ihm zu nähern oder gar wie sonst zu ihm auf den Kutschbock zu springen.
Schnaubend blieben Silas und sein Bruder stehen, ohne dass Vater ein Kommando gegeben hatte.
„Angel... ausgerechnet du...“, murmelte er leise.
Seine Stimme klang schwach vor Schreck. Bestürzt sah ich ihn an.
„Warum, Vater? Hast du mich nicht auch vermisst?“
„Doch, natürlich.“
Irgendwie schäme ich mich, dass ich so lange brauche, wo das Ganze doch meine Idee war...
Kapitel 1:
Nachdenklich schaute ich in den Spiegel. Meine braunen Augen hatten eine Tiefe, von der ich glaubte, dass niemand sie sehen könnte. Und sie hatten dieselbe Farbe wie mein lockiges Haar. Nicht umsonst, nannte Vater mich gerne sein Rehlein, während Mariana sein Häschen und Lucy sein Mäuschen war. Unsere Mutter war sein Schätzchen. Irgendwie hatte er es mit den Verniedlichungen.
„Rehlein? Kommst du? Essen ist fertig!“
Etwas höhnisch schallte die Stimme meiner ältesten Schwester durch das Haus. Beinahe wie ein missgestimmtes Klavier. Ich unterdrückte ein Grinsen. Mariana mochte die vielen Kosenamen nicht. Sie hielt sich für zu alt dafür und uns andere für kindisch, weil wir sie putzig fanden.
Dennoch rührte ich mich nicht. Ich stand auf dem Balkon und schaute die Straße entlang, die direkt in unseren Hof mündete. Jeden Augenblick konnte Vaters Kutsche ankommen. Ach, wie sehr hatte ich ihn vermisst! Ob es daran lag, dass ich schon immer mehr Zeit mit ihm verbracht hatte, als die anderen?
In diesem Moment hörte ich Hufgetrappel und das mir wohlbekannte Wiehern eines Pferdes. Das musste Silas sein!
Wie von einer Tarantel gestochen sprang ich auf und stürzte die Stufen hinunter. Aus der Küche fing ich Mutters Grinsen auf, während Mariana nur missbilligend den Kopf schüttelte. Ich beachtete meine Schwester nicht, sondern stolperte glücklich über die Schwelle, gerade als Vaters Kutsche in den Hof hinein fuhr.
Normalerweise begrüßte Vater uns mit einem fröhlichen Ruf. Er winkte auch immer. Doch an diesem Tag war er seltsam in sich gekehrt. Es dauerte eine Weile, bis er mich erkannte. Schlagartig nahm sein Gesicht die Farbe frischer Milch an. Er starrte mich an, als hätte ich eine Verletzung oder eine schreckliche Krankheit. Abrupt blieb ich stehen. Vater strahlte ein solches Entsetzen aus, dass ich es nicht wagte, mich ihm zu nähern oder gar wie sonst zu ihm auf den Kutschbock zu springen.
Schnaubend blieben Silas und sein Bruder stehen, ohne dass Vater ein Kommando gegeben hatte.
„Angel... ausgerechnet du...“, murmelte er leise.
Seine Stimme klang schwach vor Schreck. Bestürzt sah ich ihn an.
„Warum, Vater? Hast du mich nicht auch vermisst?“
„Doch, natürlich.“























