Pooly's Kunst und Schreibforum

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Pooly & Co.

    New Salem (Offen für Alle)

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    New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Cheshire am Di 03 Okt 2017, 12:04

    20. September, später Vormittag





    Harvy (In Heiligenberg)

    Harvy mochte die Nachbarstadt nicht besonders. Der Wochenmarkt war wie immer gut besucht, erst zum Nachmittag hin, wenn die Stände ihre besten Waren schon losgeworden waren, würde es leerer werden. Bis dahin war es laut, voll und wer seinen Geldbeutel nicht gut versteckt am Körper trug wurde schnell unfreiwillig von der Last der Taler befreit. Harvy bahnte sich einen Weg durch die Menschen, ohne weiter darauf zu achten, wer dabei womöglich unangenehme Bekanntschaft mit ihren Ellenbogen machte. Am liebsten würde sie nie wieder einen Fuß durch Heiligenbergs Stadttore setzten, doch bedauerlicherweise war es dann und wann notwendig. Nicht alles, was sie benötigten, wuchs innerhalb New Salems Schutzwälle. Doch selbst auf dem Markt waren einige Dinge schwer zu bekommen. An zwei Ständen hatte sie bereits Halt gemacht, doch die Kräuter, die sie benötigte, waren nicht dabei gewesen.
    Harvy war nicht alleine unterwegs, Luzian lief neben ihr und sie legte eine Hand an den Oberarm des Jungen, als sie sich auch von diesem Markstand abwandte.
    „Sieh zu, dass du nicht zurückbleibst“, meinte sie in ihrem üblichen, mürrischen Tonfall zu dem Jungen, der sie hatte begleiten wollen. Begeistert war Harvy nicht gerade gewesen. Es war bei weitem nicht ungefährlich, New Salem zu verlassen, doch Luzian war alt genug, um seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Außerdem hatten sie mittlerweile fast alle Einkäufe erledigt. Neben privaten Besorgungen hatte Harvy sich dazu bereiterklärt, einige Dinge für das anstehende Fest mitzubringen, weshalb sowohl sie als auch Luzian bereits gut zu tragen hatten.
    Harvy drehte sich und sah sich um, um einen Überblick über die verbleibenden Stände zu bekommen und bemerkte dabei einen kleinen Aufruhr. Nun, Aufruhr war womöglich nicht das richtige Wort, die braven Bürger machten Platz um einen Mann durchzulassen, den seine Kleidung und bescheuerte Frisur als Inquisitor kennzeichneten. Ja, einige der Umstehenden warfen dem Mann sogar bewundernde oder dankende Blicke zu. Normalsterbliche. Man wusste wirklich nicht, ob man sie bedauern oder beneiden sollte. Ein Leben, das von Dummheit, Leichtgläubigkeit und Folgsamkeit bestimmt war, musste herrlich einfach sein. Gleichzeitig aber auch schrecklich beschränkt und schlicht langweilig.
    Doch dies waren Gedanken für später, gerade war das Auftauchen des Inquisitors bedeutender und ganz und gar nicht gut. Diese vermaledeiten Mistkröten waren wirklich überall.
    Harvy verstärkte ihren Griff an Luzians Arm leicht und knirschte unzufrieden mit den Zähnen. Das Auftauchen des Inquisitors würde einen ordentlichen Schatten über die morgige Festnacht werfen.
    Vielleicht hatten sie doch schon alles gekauft, was sie brauchten. Harvy wollte nicht länger so nah bei einem Inquisitor bleiben, erst recht nicht, da Luzian bei ihr war. Der Junge hatte durch die Hände der Hexenjäger bereits genug Leid erfahren.
    Der Weg aus der Stadt raus führte an dem Mann vorbei, doch das ließ sich halt nicht ändern. Harvy blickte weg, als sie den Mann passierten, sonst hätte sie sich wohl kaum davon abhalten können, diesen mit Blicken zu erdolchen



    Cederyn (In New Salem)

    Cederyn trat aus der Tür seines kleinen Häuschens und konnte schlicht nicht anders, als kurz auf der Schwelle stehen zu bleiben, den Kopf mit geschlossenen Augen in Nacken zu legen und herbstliche Sonne auf der Haut zu genießen. Wenn dieses Wetter ihnen nur bis Morgen erhalten blieb, mehr wünschte er sich gar nicht für Mabon. Es würde ein wunderbares Fest werden und die Natur würde mit ihnen feiern, da war er sich sicher. Der junge Hexer hob eine Hand und griff nach einem der selbstgemachten Amulette, die um seinen Hals hingen und schickte einen kurzen Schwall dankbarer Gedanken hinaus in die Felder und Wälder, die New Salem umringten.
    Cederyn hatte noch einige, eigene Vorbereitung für sein morgiges Ritual zu erledigen, doch zunächst wollte er sich nützlich machen und lenkte seine Schritte auf der Suche nach anderen Dorfbewohnern durch New Salems Straßen. Es gab immerhin noch einiges zu tun, um den Dorfplatz für den morgigen Tag vorzubereiten und Cederyn wollte mal sehen, ob wer immer dort bereits beschäftigt war nicht vielleicht Hilfe gebrauchen konnte.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von SaKi am Sa 07 Okt 2017, 13:13

    20. September, später Vormittag


    János Oskari (In Heiligenberg)


    Endlich war János in Heiligenberg angekommen. Die Reise war beschwerlicher gewesen, als er gedacht hatte, doch all die Strapazen würden sich auszahlen, dessen war er sich sicher. Viele Geschichten hatte er in den letzten Tagen und Wochen über diesen Ort und seine nähere Umgebung gehört. Seltsame Erscheinungen und unbekannte Gestalten, die sich in der Stadt und den umliegenden Wäldern und Bergen herumtrieben und dort vermutlich allerhand gotteslästerliche Dinge taten, das erzählte man sich. Als er nach einer kurzen Nacht im Wirtshaus über den Markt schlenderte, um sich ein Bild von der kleinen Stadt zu machen und selbst die Gerüchte einer ersten Überprüfung zu überziehen, begrüßten ihn einige der Bürger mit dankbaren Augen, eine Frau drängte sich sogar zu ihm durch, um ihrer Freude über seine Ankunft Ausdruck zu verleihen.
    »Wie gut, dass Ihr hier seid, Exzellenz. Es ist höchste Zeit«, plapperte sie und János brachte seinen Mantel in Sicherheit, nach dessen Zipfel die Frau gerade fassen wollte. »Diese seltsamen Erscheinungen in manchen Nächten, dies kann alles nicht mit rechten Dingen zugehen. Oh, wie gut, dass Ihr gekommen seid!«
    János beugte nur wohlwollend den Kopf und rang sich ein Lächeln ab, dann schritt er weiter über den Marktplatz. Die Bürger wichen so respektvoll vor ihm zurück, wie es ihnen gut zu Gesichte stand und in János machte sich ein Gefühl der Überlegenheit breit. Nun, da er hier war, würde er dieser Gemeinde den Frieden wiederbringen und diese ketzerischen Hexen und Hexer, sollte es hier und in der Umgebung tatsächlich noch welche geben, den Scheiterhaufen überantworten, wie er es schon mit unzähligen zuvor getan hatte.
    Der Zeitpunkt seiner Ankunft war nicht zufällig gewählt. Er wusste selbstverständlich um die heidnischen Feste, die diese Subjekte abzuhalten pflegten und bei denen sie allerhand gotteslästerliche Rituale zelebrierten. Und morgen stand die Tag- und Nachtgleiche ins Haus, für die sicherlich gerade Vorbereitungen getroffen wurden.
    Mit wachsamen Augen besah sich János die Gesichter aller Bürger, die ihm begegneten. Die meisten sahen keusch zu Boden, andere blickten ihm dankvoll entgegen, wieder andere waren so in einen Handel um Feldfrüchte oder Hühner vertieft, dass sie keine Notiz von ihm nahmen.
    Eine Frau und ein Junge, der gerade das Mannesalter erreicht haben musste, kamen auf ihn zu und schauten demonstrativ weg, als sie sich an ihm vorbeidrängten. János' Instinkt war geweckt bei ihrem Anblick. Für seine Erscheinung unerwartet rasch drehte er sich um und ergriff den Arm der Frau, die allerhand Einkäufe in der anderen Hand trug.
    »He da! Bleib stehen, Weib. Wohin des Wegs?«, fragte er mit fester, lauter Stimme. Ein paar Bürger in der Nähe sahen erschrocken auf.





    Niall Lanij (In New Salem)


    Niall war schon seit Sonnenaufgang wach und packte tatkräftig zusammen mit einigen anderen Männern bei den Vorbereitungen für das Fest an. Er zog es vor, innerhalb der Schutzwälle von New Salem zu bleiben, während andere Bewohner in das nahegelegene Heiligenberg ausgeschwärmt war, um letzte Einkäufe für das Mabon-Fest zu erledigen.
    Schweißtropfen rannen trotz der kühlen Morgentemperaturen an seiner Stirn und seinem Rücken hinab, als er auf dem Dorfplatz zusammen mit einem anderen jungen Mann einen dicken Holzbalken stabilisierte, den zwei andere oben an einem Querbalken vertäuten. Die Leiterkonstruktion war wackelig und Niall fragte sich, ob es nicht besser gewesen wäre, diese anstelle des Balkens zu stabilisieren, doch dann war der Querbalken an der richtigen Stelle fest angebracht und die beiden anderen Männer kletterten behände vom Gerüst. Die Bühne war nicht groß, doch sie würde ihren Zweck erfüllen. Im Laufe des Tages sollte sie noch mit allerhand Blumen dekoriert werden und ein Altar aus Früchten, Feldfrüchten und Ähren sollte am linken Rand seinen Platz finden. Dafür würde Niall noch eine Unterkonstruktion bauen, sodass die Gaben der Natur, die sie am morgigen Tag feiern wollten, ansprechend präsentiert werden konnten. Sicherlich würde es noch den ganzen Tag und bis spät in die Nacht hinein dauern, bis die Vorbereitungen für Mabon abgeschlossen waren, doch trotz all der Strapazen freuten sich alle Bewohner New Salems auf das Fest zur Tag- und Nachtgleiche. Auch Niall blickte mit Freude auf den morgigen Tag. Wie kaum etwas anderes stand ein solches Fest für die Gemeinschaft, in der sie in Ruhe und Frieden leben konnten, für Zusammenhalt und Sicherheit, in der sich alle Hexen und Hexer geborgen fühlen konnten. Niall tat nichts lieber, als die Gemeinschaft zu unterstützen und trug gern mit allem, was er bieten konnte, dazu bei, dass New Salem ein Ort der Ruhe, Freude und Nächstenliebe war, ohne Verfolgung und Angst.
    »Niall!« Der Ruf schreckte ihn auf und Niall hob den Kopf aus seinen Tagträumen. Ein Bekannter von ihm hing mehr auf einem der Leitergerüste auf der anderen Bühnenseite, als dass er darauf stand, in den Händen zwei dünne Streben, die einen Bogen formen sollten. »Schnell! Mir rutscht die rechte gleich weg!«
    Niall lief – ausschließlich aus Reflex – sofort zu ihm, doch er zögerte, als er vor der wackligen Leiter stand. So gern er auch anpackte, Höhe zählte nicht zu den Dingen, die er liebte. Und schon gar nicht auf dieser wenig vertrauenserweckenden Konstruktion.
    »Mach schon!« Zusammen mit diesem Ruf erklang von oben ein gefährliches Knacken, Niall rang mit sich …
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Cheshire am Sa 07 Okt 2017, 17:29

    20. September, später Vormittag

    Cederyn (In New Salem)

    Seine Schritte führten Cederyn schnell zum Dorfplatz, gespannt darauf, was die anderen wohl schon geleistet haben mochten. Tischen würden rausgetragen und schon mal Holz für die Feuer bereitgelegt werden, das wusste er, außerdem würde es eine Bühne geben und, was Cederyn persönlich am meisten Interessierte, einen kleinen Altar für Gaben. Cederyn selbst hatte natürlich seinen eigenen, kleinen Altar in seinem Häuschen, auf dem immer frische Gaben lagen, doch Mabon war ein Fest ihrer Gemeinschaft und so wollte er morgen auch an ihren gemeinsamen Altar treten.
    Natürlich war es auch noch früh, es würde noch lange nicht alles stehen, doch Cederyn war trotzdem schon ganz gespannt.
    Schließlich erreichte Cederyn den Dorfplatz, wo einige der anderen gerade am Werk waren. Die Bühne schien auch schon fast fertig errichtet, also ging Cederyn rüber, um es sich aus der Nähe anzusehen. Er kam gerade zur richtigen Zeit an, wie es schien, denn einer der Arbeitenden schien abgerutscht oder aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein. Er hatte die Hände voll, konnte sich also nicht festhalten, dabei wackelte das Gerüst, auf dem er stand, aber schon bedenklich. Erschrocken betrachtete Cederyn das Bild, das sich ihm bot, bevor er sich fing und hinüber eilte, bestrebt, irgendwie zu helfen. Ein anderer Dörfler, Niall, stand in der Nähe, doch schien nicht so genau zu wissen, was er tun sollte. Kurz musste Cederyn selbst nachdenken, denn er kam nicht gut genug an die Streben, die der Mann auf dem Gerüst in den Händen hielt, ran um ihm diese irgendwie sicher abzunehmen.
    „Schnell, ich halte die Leiter fest!“, meinte er dann schließlich kurzentschlossen zu Niall und trat vor, suchte sich einen guten Stand und versuchte, die wackelige Leiter, die nach oben führte, nach Möglichkeit zu stabilisieren, damit Niall dem anderen Mann helfen konnte. Cederyns Magie war hier leider kaum von Nutzen, also musste er darauf hoffen, dass seine körperliche Kraft ausreichte.


    (Ich warte noch auf Creature, bevor ich wieder mit Harvy poste^^)
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von SaKi am Sa 07 Okt 2017, 21:02

    20. September, später Vormittag


    Niall Lanij (In New Salem)


    Aus dem Nichts kam ein anderer Bewohner New Salems angelaufen und griff beherzt nach der Leiterkonstruktion, auf der sein Bekannter mit den beiden Streben balancierte. Niall hatte keine Zeit, sich über den Namen des Helfers den Kopf zu zerbrechen, aber auch wenn jemand die Konstruktion stabilisierte, hatte er ein mulmiges Gefühl. Und seine Magie war hier alles andere als zuträglich. Entweder musste er da hoch – oder ihm musste schnell etwas anderes einfallen.
    »Kannst …«, begann er, räusperte sich. »Kannst du nicht raufgehen? Ich halte die Leiter fest, keine Sorge. Aber die Höhe …«
    Niall wirkte reichich zerknirscht. Er selbst kam sich schäbig vor, dass er bei seiner muskulösen, männlichen Gestalt von so etwas Albernen wie ein paar Metern Höhe aus der Ruhe bringen ließ. Aber er wusste nun einmal lieber festen Boden unter seinen Füßen.
    Beherzt griff er nach der Leiter, als sein Kollege oben ein angestrengtes Zähneknirschen hören ließ. Die Streben wurden sicher nicht leichter, auch wenn er offenbar weniger mit seinem Gleichgewicht als mit seiner zu geringen Muskelkraft zu kämpfen hatte, um die beiden Streben zu einem Bogen zu verbinden.
    »Halt dich fest, wir helfen dir!«, rief Niall nach oben, in der Hoffnung, dass seine Aufgabe lediglich darin bestehen würde, beide jungen Männer zu sichern. Er warf einen hilfesuchenden Blick zu dem anderen.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Cheshire am So 08 Okt 2017, 19:13

    20. September, später Vormittag

    Cederyn (In New Salem)

    Cederyn hielt die Leiter fest und wartete, doch der andere Mann kletterte nicht hoch, sondern schien stattdessen kurz mit sich zu ringen, bevor er selbst wieder das Wort ergriff. Nialls Erklärung überraschte Cederyn und er blickte unsicher zu dem Gerüst hinauf. Sicher, wenn Niall nicht hoch wollte würde Cederyn es wohl oder übel tun, doch er hatte einige Selbstzweifel. Immerhin war Cederyn weder muskulös noch stark, die schwerste Arbeit, die er erledigte war wohl die, in seinem Kräutergarten. Blieb nur zu hoffen, dass er die Streben überhaupt annehmen konnte. Naja, vermutlich würde es auch reichen, wenn er dem Dörfler dort oben aus der misslichen Lage half und sie die Streben einfach fallen ließen, wo keiner im Weg stand. Ja, vielleicht würden sie dadurch beschädigt, doch das wäre immer noch besser, als wenn einer von ihnen sich verletzte oder gar von dem Gerüst fiel.
    Der ganze Gedankengang dauerte nur wenige Sekunde, Cederyn nickte schließlich und griff nach den ersten Streben der Leiter.
    „Ich komme hoch, warte!“, rief er zu dem Mann hinauf und kletterte vorsichtig, um das ganze Gerüst nicht noch mehr zum Wackeln zu bringen, ebenfalls hoch. Oben angekommen nahm er sich einen kurzen Moment, um sich einen Überblick zu verschaffen, vom Boden aus hatte man nicht alles gesehen. Zu seiner Erleichterung schien die Situation zwar noch immer nicht gut, aber auch nicht so brenzlig zu sein, wie es zunächst den Eindruck gemacht hatte.
    „Du musst die Rechte festhalten, da bin ich abgerutscht!“, meinte der andere Arbeiter gerade, als Cederyn das Problem auch schon erkannt hatte. So schnell, wie eben möglich, ohne, dass die ganze Konstruktion aus dem Gleichgewicht geriet, ging Cederyn zu dem Mann und nahm ihm eine der Streben ab. Vorsicht, um zu sehen, ob er das Teil überhaupt würde halten können. Lange würde er es nicht schaffen, doch für einen Moment würde es wohl gehen und zum Glück atmete der andere Mann nur kurz durch bevor er sogleich begann, die Streben zumindest provisorisch festzumachen.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von SaKi am So 08 Okt 2017, 19:27

    20. September, später Vormittag


    Niall Lanij (In New Salem)



    Zum Glück kletterte der andere hoch und Niall konzentrierte sich darauf, die Konstruktion ordentlich festzuhalten. Kaum oben angekommen, schafften es die beiden jungen Männer mit wenig Anstrengung, die Streben zu stabilisieren und sein Bekannter hatte sie in Windeseile miteinander vertäut. Das Gröbste war erledigt.
    Mit einem »Danke!« zog er seinen Hammer und ein paar Nägel aus seiner Hosentasche und begann, die beiden Holzteile, die perfekt ineinander gesteckt waren, fest miteinander zu verbinden. Dabei balancierte er auf der Leiter, als hätte es nie den Zwischenfall gegeben.
    Niall atmete erleichtert aus und hielt solange die Stellung, bis der andere Helfer wieder heruntergeklettert war.
    »Vielen Dank für deine Hilfe«, setzte Niall an und wischte sich ein paar Schweißtropfen von der Stirn. »Ich kann zwar Sachen aus Holz bauen, aber wenn ich auf eine Holzleiter rauf muss, wird mir schwummerig.«
    Es war ihm peinlich, aber lieber sollte der andere ihn für einen Schwächling halten als für jemanden, der sich vor der Arbeit drückte oder andere im Stich ließ, wenn diese Hilfe brauchten.
    »Ich bin Niall, in dieser Straße« – er deutete in Richtung Osten – »habe ich eine kleine Werkstatt, wo ich Holz schnitze oder einfache Tischlerarbeiten ausführe.« Er wandte sich wieder zu seinem Unterstützer. »Ich hab dich schon mal gesehen, aber tut mir leid, ich hab deinen Namen vergessen …« Entschuldigend sah er sein Gegenüber an.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Cheshire am Di 10 Okt 2017, 20:08

    20. September, später Vormittag

    Cederyn (In New Salem)

    Cederyn hielt die Stellung, bis die Streben gut befestigt schienen und er gefahrlos wieder loslassen konnte. Dann wünschte er dem anderen Arbeiter noch viel Erfolg und machte sich daran, wieder von dem Gerüst zu klettern. Es wunderte ihn nicht, dass alles gut ausgegangen war. Sicher sollte der Feiertag nicht durch solch einen Unglücksfall überschattet werden. Sie arbeiteten schließlich alle, um das Fest am morgigen Tag möglich zu machen und die Götter, an welche Cederyn durchaus glaubte, würde sie dafür sicherlich nicht bestrafen wollen, eher im Gegenteil.
    "Welch Glück, dass ich gerade in der Nähe war“, antwortet Cederyn Niall, der noch immer unten an der Leiter stand.
    Wobei, Cederyn glaubte eigentlich nicht an Glück, aber er glaubte an Fügungen und, wenn man diesen Gedanken weiter spannte, an Schicksal.
    „Ich habe gerne geholfen“, ergänzte er noch und lächelte, um zu zeigen, dass er Niall nicht übel nahm, nicht selbst hochgeklettert zu sein. Jeder hatte Stärken und Schwächen, so war es doch auch nur natürlich: ein Gleichgewicht.
    „Ich bin Cederyn“, beantwortete er dann auch Nialls Frage schlicht. Er hatte nicht wirklich einen Beruf, den man dranhängen könnte. Er half einfach, wo er kann, sei dies mit seiner Magie oder indem er irgendwo mit anpackte oder einfach einer Spende aus seinem Kräutergarten, was eben gerade gebraucht wurde.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von SaKi am Sa 14 Okt 2017, 16:06

    20. September, später Vormittag


    Niall Lanij (In New Salem)



    »Cederyn«, wiederholte Niall und nickte. »Freut mich sehr.«
    Dann fiel ihm etwas ein.
    »Warst du eigentlich gerade auf dem Weg irgendwo hin? Es ist ja noch so viel zu tun, da will ich dich nicht aufhalten.«
    Für ihn selbst gab es auch noch genug zu tun, eigentlich hatte er überhaupt keine Zeit zum Plaudern. Aber er wollte weder unhöflich sein, noch war ihm Cederyn unsympathisch. Doch wenn er selbst noch Erledigungen zu machen hatte, wollte er ihn keinesfalls davon abhalten.
    Niall stand etwas verloren vor Cederyn, die Geräusche der anderen Arbeitenden – das Hämmern und Werkeln, die Rufe und erschöpften Seufzer derer, die den Bau der Bühne fast vollendet hatten oder schwere Werkstücke herumtrugen – hüllten sie ein. Ein Magier versuchte vergeblich, den Esel zur Mitarbeit zu bewegen, der vor den Wagen voller Feldfrüchte gespannt war und mitten auf der befestigten Straße, die zum Dorfplatz führte, stehen geblieben war. Niall erwischte sich bei dem Gedanken, dass es mit ein wenig der richtigen Magie sicherlich einfacher sein würde, doch vielleicht war der andere ein wenig wie er und setzte seine Magie so selten wie möglich ein. Nicht zuletzt deswegen, weil in Nialls Fall diese Magie eher aggressiv und wenig nützlich war – es sei denn, man fror im Winter.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Creature am So 15 Okt 2017, 14:44

    20. September, später Vormittag


    Luzian (In Heiligenberg)

    Es war nicht so, dass Luzian das Treiben der Stadt genoss. Das Gegenteil war wohl der Fall - doch manchmal spürte er doch ein Verlangen in seinem Herzen, sich unter die Menschen zu mischen und zumindest für einen kurzen Moment einer von ihnen zu sein. Damals, als er noch in seinem Elternhaus gelebt hatte, war er gern auf Festen gewesen, hatte sich gern mit Menschen umgeben und war zwischen ihnen förmlich aufgeblüht. Warum auch nicht, immerhin war er damit aufgewachsen. Sein Vater hatte sich mit seinen pompösen Bällen bei den hohen Herren einzuschmeicheln versucht. Luzian verstand zu wenig von Politik, um zu wissen, ob es ihm etwas gebracht hatte, doch die Feste waren stets schön gewesen. Dies war lange her. Luzian hatte ein grundlegendes Vertrauen in alle Menschen um ihn herum verloren und hielt sich lieber von ihnen fern. Nur nicht an Tagen wie heute. Es war ihm, als sei ein Teil des alten Luzians hervorgebrochen, der unbedingt noch einmal spüren wollte, wie es war, normal und akzeptiert zu sein. Und so hatte er Harvy belagert, bis sie gar nicht mehr anders gekonnt hatte, als ihn mitzunehmen. Erst hatte Luzian sich tatsächlich gefreut, durch Heiligenberg zu streifen und am Alltag normaler Menschen teilzunehmen, doch je näher sie den Stadttoren gekommen waren, desto mulmiger wurde ihm. Er fühlte sich hier nicht wohl. Eher beobachtet, als würde jeder wissen, was er war. Auch Harvys Anwesenheit konnte seine Paranoia kaum bändigen. Luzian war ihr kaum von der Seite gewichen, und ihr Griff an seinem Arm sagte ihm, dass sie das auch gar nicht wollte. Sie hatten schon eine ganze Menge eingekauft und hier und da hatte Luzian das Treiben schon ein wenig genossen. Aber immer nur kurz, wenn er kurz zu vergessen wagte, dass diese Welt gefährlich war. Doch wie konnte man es vergessen, wenn die durch die Straßen streiften wie Krähen auf der Suche nach Aas. Luzians Magen verkrampfte sich augenblicklich, als er den Inquisitor entdeckte. Es war ein fettes Exemplar seiner Art, aber die meisten waren fett, genossen sie doch ein Leben in Ruhm. Und dies war der Grund, weswegen Luzian nie mehr Feste würde genießen können, oder sich auch nur würde wohlfühlen können in der Öffentlichkeit. Die Menschen sahen zu den Inquisitoren auf. Bewunderten sie und schätzten ihr Werk, hielten sie Hexerei doch für etwas grundlegend Böses. Ja, Luzian glaubte durchaus, dass nicht alle Hexer den Menschen wohlgesinnt waren. Doch wem konnte man es verübeln? Die Inquisitoren töteten die Hexer, die Hexer rächten sich. Wer hatte dieses grausame Spiel begonnen? Man würde es wohl nie erfahren. Luzian bemühte sich, seine Fäuste zu entspannen und ruhig zu atmen. Inquisitoren schienen ein Gespür dafür zu haben, wer sich ihnen zu entziehen wünschte. Er hielt sich dicht an Harvy und war unendlich froh, dass diese ihn aus Heiligenberg hinausführte. Nur leider zu dicht am Inquisitor vorbei. Luzian machte einen erschrockenen Satz zur Seite und ließ beinahe die Einkäufe fallen, als der Mann Harvy plötzlich am Arm packte und sie ankeifte. Mit vor Schreck aufgerissenen Augen starrte er einen Moment von Harvy zum Inquisitor, überlegend, ob er einfach rennen sollte. Doch wenn er es tat, entlarvte er sie beide als Hexer. Der Junge packte die gekauften Waren fester und starrte hinunter auf seine Füße, unfähig, auch nur ein Wort zu sagen.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Cheshire am Mo 16 Okt 2017, 21:08

    20. September, später Vormittag



    Cederyn (In New Salem)

    „Freut mich ebenfalls“, erwiderte Cederyn und lächelte leicht. Zwar war er sich ziemlich sicher, den anderen Magier schon häufiger mal gesehen zu haben, doch wenn er so darüber nachdachte hatten sie sich noch nie so wirklich unterhalten. Eigentlich war dies aber ein gutes Zeichen, New Salmen wurde langsam, aber sicher immer größer und zählte immer mehr Einwohner. Da war es eben selbstverständlich, dass man nicht mehr jeden eng kannte.
    Vielleicht würde er nach den Feierlichkeiten Mal in Nialls Werkstatt vorbeischauen? Cederyn arbeitete sehr viel mit unterschiedlichen Hölzern, es waren immerhin alles wertvolle Gaben der Natur. Der Großteil seiner Rituale und Sprüche erforderte wohl, dass Cederyn die Arbeit selbst ausführte und dabei seine Magie und sein Ziel in das Holz fließen ließ. Doch es musste ja kein Talisman oder etwas anderes, für seine Sprüche sein. Soweit er wusste konnte Niall doch  bestimmt auch Alltagsgegenstände anfertigen und Cederyns Häuschen war noch immer etwas spärlich eingerichtet.
    „Du hältst mich nicht auf, keine Sorge“, ergänzte er dann noch freundlich.
    „Ich wollte mal sehen, wie die Arbeiten so voranschreiten und ob irgendwo vielleicht noch Hilfe gebraucht wird.“
    Nun, bei den Bauarbeiten wäre Cederyn wohl keine große Hilfe, er war kein Handwerker, weder im Geiste, noch von der körperlichen Ausstattung. Doch es gab ja sicher auch noch andere Dinge zu erledigen, bei denen er sich nützlich machen konnte.




    Harvy (In Heiligenberg)

    Irgendwie wurde diese fette Kröte doch auf sie aufmerksam. Alles andere wäre jetzt ja auch zu einfach gewesen.
    Als der Mann sie am Arm packte wiederstand Harvy nur mit Mühe dem Drang, sich loszureißen und dem Inquisitor stattdessen eine reinzuhauen. Doch sie schaffte es, sich zu beherrschen. Das Ergebnis solch einer Tat wäre sicher kein wünschenswertes. An einem anderen Tag hätte sie es vielleicht dennoch getan und den Inquisitoren gezeigt, dass noch lange nicht jede Hexe so leicht auf den Scheiterhaufen zu verfrachten war. Nein, die ein oder andere wusste sich zu wehren. Doch heute war es nicht nur ihr Leben, um das es ging. Harvy hatte Luzian dabei. Es wäre eine Lüge, zu sagen, dass der Junge gerade nicht den Großteil ihrer Impulskontrolle ausmachte. Luzian zu beschützen war wichtiger, als ihrem Ärger Luft zu machen. Am liebsten hätte sie den Jungen schützend hinter sich geschoben, doch das hätte wohl ganz und gar nicht unauffällig und unschuldig gewirkt. Es waren schon wirklich genug der Bürger stehengeblieben und beobachteten das Geschehen.
    „Nur die erledigten Einkäufe nach Hause bringen“, meinte Harvy und hatte einige Mühe, ihren Stolz herunterzuschlucken und noch ein „Herr“ anzuhängen.
    Sie blickte nur kurz zu dem Inquisitor und ließ den Blick dann wieder schweifen. Natürlich musste die Kröte auch noch eine rechte Menschentraube angezogen haben, die nun alle um sie herum standen. Harvy bezweifelte zwar, dass der Inquisitor mehr haben konnte, als eine Ahnung, wenn überhaupt, doch für diesen fanatischen Abschaum mochte selbst der Hauch einer Ahnung Grund genug sein und die Unschuld ihrer Opfer war ihnen sowieso egal.
    Harvy drückte Luzians Arm fester, versuchte, den Jungen ein wenig zu beruhigen. Sie konnte sich vorstellen, wie verschreckt Luzian sein musste, der Junge hatte schlimmes unter der Hand der Inquisitoren erfahren und nun stand er erneut einem gegenüber. Harvy spürte den Tribut, den ihre Magie bei ihrem letzten Einsatz gefordert hatte, noch brennend auf der Haut, gut verborgen unter ihrer Kleidung. Ihre Magie war nicht leicht einzusetzen, doch falls sich diese Situation nicht auf unauffällige Weise entschärfen ließ, würde sie es wohl tun müssen.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von SaKi am So 22 Okt 2017, 23:23

    20. September, später Vormittag



    Niall Lanij (In New Salem)

    »Ich verstehe«, gab Niall zurück. »Da ich außer Handwerken und hier und da bei der anfallenden Arbeit helfen nicht viel kann, bringe ich mich so in die Vorbereitungen mit ein.« Während er das sagte, fiel ihm auf, dass seine Worte undankbar klingen könnten und so fügte er schnell an: »Aber ich bringe mich gern auf diese Weise ein. Weißt du, ich finde es wunderbar, dass New Salem immer mehr zu einem Ort für unsereins wird, an dem wir in Frieden leben können. Dafür möchte auch ich den Göttern danken und meinen Beitrag leisten mit allem, was ich leisten kann. Und es ehrt mich ungemein, dass ich den kleinen Altar errichten darf, auf dem später ein Teil der Feldfrüchte präsentiert wird. Und ich freue mich, wenn ich helfen kann.«
    Es war offensichtlich, dass Niall sich über diese Aufgabe freute, auch wenn ihm schon jetzt Schweißtropfen über die Stirn rannen und er in den letzten Tagen außer Arbeiten und Schlafen nicht viel getan hatte. Aber genau das erfüllte ihn und schenkte ihm im gleichen Maße Kraft, wie es ihn Kraft kostete.
    Sein Blick fiel wieder auf den Magier, der seinen Esel immer noch nicht zur Mitarbeit überreden konnte.
    »Apropos helfen … Ich glaube, der alte Yesajah braucht Hilfe mit seinem Esel.« Er grinste leicht. »Ich frage mich, ob ein wenig Magie dabei helfen könnte? Also, nicht unbedingt meine, aber …?«




    János Oskari (In Heiligenberg)

    Es brauchte nicht János jahrelange Erfahrung als Hexenjäger, um zu erkennen, dass dieses Weib und der Junge an ihrer Seite etwas zu verbergen suchten. Ein paar der umstehenden Bürger hatten begonnen zu tuscheln. Nun, wenn ein Inquisitor, wie er es war, jemanden ansprach, war das Urteil schon gefallen. Natürlich bemerkte János das widerwillig hinterher geschobene »Herr«, zu dem sich das Weib wohl gerade noch hatte durchringen können. Nun, ihre Respektlosigkeit und ihre mit Sicherheit garstigen Gedanken würde er ihr schon auszutreiben wissen.
    »So, so. Einkäufe nach Hause bringen. Und wer ist der Junge da bei dir? Wohl kaum dein Sohn, was?«
    János heftete seinen Blick auf den Jungen, der wohl das Mannesalter gerade überschritten haben musste. Doch wahrlich mannhaft wirkte er nicht. Natürlich war János nicht der Schrecken in seinem Gesicht entgangen, als er die Frau am Arm ergriffen hatte. Auch wenn er nun angestrengt zu Boden sah und sicher demütig und keusch wirken wollte, konnte er seine Anspannung nicht verhehlen. Und wer nichts zu verbergen hatte, was hatte er von einem Inquisitor wie ihm zu befürchten? Mit offenen Armen hätte er ihn begrüßt und für seine Ankunft in diesem gottesfürchtigen Städtchen gedankt, das sich der Hexer und Teufelsanbeter in ihrer Umgebung so trotzig zu erwehren versuchte. Nun, da János angekommen war, würde er keine Zeit mehr verlieren. Diese braven Bürger sollten in Sicherheit leben. Und diese beiden vor ihm … sein Instinkt musste ihn schon sehr täuschen, wenn mit ihnen nicht etwas faul war.
    »Was ist es außerdem, was ihr in dem Korb habt? Lasst mich einen Blick hinein werfen!«, verlangte er kurz darauf, das Handgelenk der Frau noch immer fest in der Hand.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Cheshire am Fr 27 Okt 2017, 20:28

    20. September Vormittag


    Cederyn (in New Salem)



    Bei Nialls kleiner Rede musste Cederyn unwillkürlich lächeln. Es war schön, diese Worte zu hören, die doch wirklich von Herzen zu kommen schienen. Natürlich konnte Cederyn jedes Wort nachvollziehen, er empfand ja selbst so. Seit er vor all den Jahren wortwörtlich über die Grenzen von New Salem gestolpert war, war dieses kleine Dörfchen zu seinem Zuhause geworden und es war wunderbar zu sehen, wie ihre Gemeinschaft wuchs und gedieh.
    „Es ist schön, dass du dich so einbringst“, meinte Cederyn ehrlich. Bei Nialls nächstem Kommentar runzelte er allerdings die Stirn. Cederyn war doch kein Eselflüsterer. Sicher, seiner Magie war sehr naturverbunden, aber er konnte nicht einfach hingehen und den Esel in eine andere Stimmung versetzen. Das wollte er auch gar nicht, Tiere auf diese Art zu beeinflussen zu können… nein, das wäre nicht richtig.
    „Da werde ich mit meiner Magie wohl auch nicht weiterkommen“, erklärte Cederyn also entschuldigend. Wenn der Esel zur Mitarbeit überredet werden sollte, dann wohl auf die altmodische, nicht magische Art.



    Harvy (in Heiligenberg)



    Die Situation gefiel Harvy zunehmend weniger, doch sie mussten wohl, zumindest vorerst, tun, was die Kröte wollte, um irgendwie wieder aus dieser Situation entkommen zu können. Sie würden die anderen warnen müssen, sobald sie es wieder nach New Salem geschafft hatten. Dieser Mann würde bestimmt nicht unverrichteter Dinge wieder abziehen, was in diesem Fall bedeutete, dass zwei, drei, vielleicht sogar noch mehr Menschen auf dem Scheiterhaufen würden landen müssen, um den verdrehten Sinn von Selbstgerechtigkeit des Inquisitors zu befriedigen. Es war ein Schicksal, das Harvy niemandem wünschte, doch wenn es passieren musste, dann durfte sie auch egoistisch sein und hoffen, dass die Wahl auf keinen Bewohner New Salems fallen würde. Sie würden sich einfach einer Weile von der Stadt fernhalten und warten, bis der Inquisitor wieder abgezogen war.
    „Er ist mein Neffe“, erklärte Harvy, die Lüge ging ihr leicht von den Lippen.  Da war es wohl auch ein Glücksfall, dass sie für das Fest eingekauft hatten und der Korb, den Harvy überreichte, sowie auch die restlichen, größtenteils Lebensmittel enthielten.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von SaKi am Di 31 Okt 2017, 20:25

    20. September, später Vormittag



    Niall Lanij (In New Salem)

    Niall kratzte sich verlegen am Hinterkopf, als ihm die Missverständlichkeit seiner Aussage auffiel. »Ich glaube, der Esel ist auch mit keiner Magie der Welt zu überreden, ich kenne ihn nur so störrisch. Aber ich kann verstehen, dass der alte Yesaja an ihm hängt. Komm, Cederyn, lass uns mal sehen, ob wir nicht gemeinsam das Getreide und das Gemüse hierher tragen können. Ohne Esel.«
    Mit diesen Worten war er schon auf dem Weg zu Yesaja, rief einen Gruß und winkte. Der Alte sah auf und nach einem kurzen Wortwechsel nickte er und ließ die Zügel des Esels los.
    »Halt ihn nur fest und sag mir, wohin die Ähren und die Kürbisse sollen. Dann tragen wir sie hinüber. Du hattest, weiß Gott, genug Anstrengung für heute.«
    Wie aufs Stichwort wischte sich der Alte ein paar Schweißtropfen von der Stirn und deutete dann mit seinem knochigen Zeigefinger auf ein paar große, leere Holzkisten neben der Bühne.




    János Oskari (In Heiligenberg)

    »Dein Neffe? Und wer ist seine Mutter? Was schickt sie ihn mit dir zum Markt und nicht zum Arbeiten auf die Felder? Dort ist, weiß Gott, genug zu tun!«
    Mit einem Schnauben quittierte János, dass ihm das Weib den Korb reichte und er ließ sie kurz los, um die Decke beiseite zu reißen, als wäre sie in Säure getränkt. Doch darunter befanden sich nur die gewöhnlichsten Lebensmittel, keine Hexenkräuter, keine Utensilien zum Brauen von Hexentränken oder anderer heidnischer Schnickschnack. Vorsichtshalber inspizierte János den Inhalt des Korbes aufs Genaueste, doch auch nachdem er alles durchwühlt hatte, kam nichts Verdächtiges zum Vorschein. Das Weib musste etwas verschwinden lassen haben! Doch unmöglich, János hatte sie die ganze Zeit festgehalten und im Auge gehabt. Nichts wäre ihm entgangen. Doch sein Gefühl sagte ihm, dass mit diesen beiden etwas nicht stimmte. Noch nie hatte er sich getäuscht!
    Dann kam ihm eine brilliante Idee. Sollte es sich wirklich um eine Hexe und ihren Zauberlehrling handeln, tat er gut daran, sie laufen zu lassen und ihnen zu folgen, wenn sie in ihr Heim zurückkehrten. Gewiss gab es dort, wo eine Hexe lebte, noch weitere. János war in diese Stadt gekommen, weil die Geschichten über seltsame Vorkommnisse bis weit über die Stadtgrenzen hinaus verbreitet hatten. Die Gerüchte, in den Bergen und Wäldern gäbe es einen geheimen Unterschlupf für allerhand gotteslästerliche Pack hatten ihn angezogen wie das Marmeladenbrot die Wespen. Und János würde ihr Nest ausräuchern, sobald er es einmal gefunden hatte.
    Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen und er gab den Korb seiner Besitzerin zurück.
    »Nun«, sagte er langgezogen und in wohlgefälligem Tonfall. »Es scheint, als habe ich mich geirrt. Bitte verzeiht mein schroffes Verhalten, aber allerhand unheiliges Pack soll sich in dieser Stadt und der Umgebung herumtreiben. Man kann nicht vorsichtig genug sein.«
    Seine betont freundlichen Worte und das reumütige Lächeln auf seinen Lippen überspielten hoffentlich den wachsamen Blick, mit dem er die beiden und ihre Reaktion aufs Genaueste im Auge behielt.
    »So setzt bitte eure Einkäufe fort und versprecht mir, den Jungen seiner Mutter wiederzubringen, bevor es dunkel wird. Dieser Grund und Boden wird erst wieder sicher sein, wenn ich die Hexen und Teufelsanbeter ausgemerzt habe«, fuhr er fort und machte mit einladender Geste einen Schritt zur Seite. »Gebt Acht auf euch!«
    Und damit ließ er die beiden passieren und wandte sich in eine andere Richtung.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Cheshire am So 05 Nov 2017, 11:43

    20. September, später Vormittag


    Cederyn (In New Salem)

    Cederyn musste unwillkürlich verlegen Lächeln, als Niall erklärte, was er mit seiner Aussage eigentlich gemeint hatte und das Cederyn ihn da wohl falsch verstanden hatte. Denn tragen helfen konnte er natürlich.
    Cerderyn folgte Niall hinüber zu Esel und Besitzer, grüßte ebenfalls und lächelte dann still und höflich vor sich hin, während die beiden sich unterhielt, was ja auch gar nicht lange dauerte. Dann war die Angelegenheit auch schon geklärt und, nun, Cederyn und Niall würden die Aufgabe des Esels übernehmen. Aber irgendwie musste es ja erledigt werden und sie mussten die Feldfrüchte ja auch nicht einmal quer durchs Dorf, sondern nur ein paar Schritte weit tragen.
    „Sind das schon die Ären, aus denen wir morgen die Strohpuppen flechten können?“, fragte Cederyn, während er sich auch schon daran machte, das erste Bündel aufzunehmen. Das Flechten war einer der Bräuche, der Cederyn besonders gefiel. Es erforderte Zeit, Handarbeit und Hingabe und das waren doch eigentlich die drei Sachen, die auch die richte Handhabung der Magie ausmachten.
    „Wirst du da auch mitmachen?“, wandte er sich dann auch noch erneut an Niall. Als Schnitzer musste dieser ja sicher geschickt mit den Händen sein, dann sollte ihm doch auch ein ganz ordentliches Strohgeflecht gelingen, oder nicht?



    Harvy (In Heiligenberg)

    „Er wird sich bestimmt bald nützlich machen“, grummelte Harvy und beobachtete mies gelaunt, wie die Kröte ihre Einkäufe aufs Genauste durchwühlte. Immerhin schien der Mann noch genug Anstand zu besitzen, um den Korb nicht einfach auszukippen, aber bei seinem hektischen Gehabe wurde das Gemüse wohl trotzdem die ein oder andere Delle davontragen. Harvy würde den anderen sagen, alles extra gut durch zu Kochen und das Brot in Scheiben zu rösten. Die Inquisitoren glaubten doch so fanatisch an die reinigende Kraft des Feuers, vielleicht würde die Hitze auch seine Berührungen von ihrem Essen tilgen. Am liebsten würde sie den Inhalt des Korbes einfach wegschmeißen, sobald sie aus Heiligenberg raus waren, doch dafür war das Essen nun wirklich zu teuer gewesen.
    Harvy wartet grimmig ab, während der Mann seinem Werk nachging, doch auch dessen darauf folgender, plötzlicher Sinneswandel konnte ihre Laune nicht bessern.
    Da war doch etwas faul. Gerade noch hatte der Inquisitor gekeift, dass ihm der Speichel auf dem Mund geflogen war und nun auf einmal so scheinheilig? Nein, glauben tat Harvy ihm dies sicher nicht. Den Korb nahm sie natürlich trotzdem wieder an sich und nickte außerdem.
    „Natürlich verstehen wir das. Es sind unangenehme Zeiten, wenn diese Heiden die Straßen unsicher machen. Da kann man nicht vorsichtig genug sein“, erwiderte Harvy und schaffte sogar einen ähnlich versöhnlichen Ton, ob wohl sie sich gedanklich noch immer ausmalte, wie es wohl wäre, die Kröte auf offener Straße zusammenzustauchen.
    „Das werden wir, gebt Ihr ebenso auf euch acht“, meinte sie noch, bevor sie sich abwandte, den Korb wieder ordentlich in die Armbeuge hängte und dann Lucian an der Schulter leicht nach vorne drückte.
    „Komm, lass uns unsere Einkäufe fortsetzten, bevor es spät wird.“
    Sie warf Lucian einen bedeutungsvollen Blick zu, mehr musste warten, bis der Inquisitor nicht mehr in ihrer Nähe rumlungerte.
    Ja, ursprünglich hatte Harvy möglichst schnell aus Heiligenberg verschwinden wollen. Doch nun fragte sie sich, ob dies inzwischen nicht die falsche Reaktion wäre. Hätte der Inquisitor sie festnehmen wollen, so hätte er dies schon getan. Sie sollten also noch einen Blick auf einige der anderen Marktstände werfen können, ohne sich darum sorgen zu müssen, jeden Moment aufgegriffen zu werden. Da sie vorgaben, unschuldig zu sein, wäre es wohl die bessere Reaktion, sorglos und gemütlich ihren Einkauf zu beenden.

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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von SaKi am So 19 Nov 2017, 14:17

    20. September, später Vormittag



    Niall Lanij (In New Salem)

    »Oh ja«, gab der Alte auf Cederyns Frage zurück, seine Stimme klang wie altes, brüchiges Pergamentpapier. Er wirkte so durch und durch alt und gebrechlich, dass Niall sich manchmal wunderte, wie er die schwere Arbeit auf seinem Feld noch bewältigte. Doch Yesajas Augen, die wach aus dem vom Alter und Wetter gegerbten und zerfurchten Gesicht schauten, straften seinen Körper Lügen und zeugten von einem wachen Geist und starken Willen. Manchmal dachte Niall, der gutmütige Alte müsste mindestens hundertfünfzig Jahre alt sein und hielte sich nur noch mit purer Willenskraft und ein wenig Magie am Leben.
    »Aber das sind längst nicht alle Ähren«, fuhr Yesaja fort und deutete vage in die Richtung, in der sein Hof lag. »Es müssen noch mehr geholt werden aus der Scheune.« Er machte eine Pause und blickte auf seinen Esel, der teilnahmslos schnaubte und auf seinem Zügel kaute. »Aber ich fürchte, mein guter treuer Esel versagt mir den Dienst.«
    »Wir werden schon einen Weg finden«, sagte Niall und schulterte einige der Bündel, als seien sie federleicht. Er trug sie neben Cederyn her, als dieser ihn ansprach, ob er auch Strohpuppen flechten würde. »Ich … habe das noch nie gemacht«, gab er zu und konzentrierte seine Aufmerksamkeit auf den sandigen Boden, über den sie liefen. »Aber ich mochte diese Puppen im letzten Jahr sehr gern und mein kleiner Bruder auch. Dieses jahr würde ich es gern selbst einmal probieren. Ich hoffe nur, sie gehen nicht in Flammen auf!« Er lachte und stellte die Bündel neben der Holzbühne ab.
    »Was ist mir dir? Wirst du auch Strohpuppen flechten? Hast du vielleicht letztes Jahr schon welche gemacht?«




    János Oskari (In Heiligenberg)

    Sobald die beiden ihren Einkauf fortsetzten, schlich János so unauffällig wie möglich hinter ihnen her. Der Inquisitor zog die Kapuze seines Mantels auf und schlenderte in die gleiche Richtung, die auch die beiden Verdächtigen eingeschlagen hatten. Sobald die Frau und das Balg an einem Stand stehenblieben und die dargebotenen Tücher in Augenschein nahmen, blieb János an einem Marktstand ein paar Meter hinter ihnen stehen und gab vor, großes Interesse an den Bürsten zu haben, die eine rundliche Frau mit rotem Gesicht und lockigem, farblosen Haar feilbot. Die Händlerin war ganz aufgeregt und erklärte bereitwillig alles, was es zu ihren Bürsten zu wissen gab, doch János hörte nur mit halbem Ohr hin und konzentrierte sich darauf, die beiden Verdächtigen im Auge zu behalten. Sicher würden sie noch ein wenig über den Markt schlendern, um ihn in Sicherheit zu wiegen, doch irgendwann würden sie die Stadt verlassen und in ihren Unterschlupf zurückkehren, dessen war János sich sicher. Und diesen Moment würde er abpassen.
    Als die beiden zu einem anderen Stand weitergingen und hinter einer Gruppe feilschender Bauern verschwand, beeilte sich János, sich höflich, aber bestimmt zu verabschieden, und setzte seine Beschattung fort. Er konnte von Glück sagen, dass die Bürger sich ein wenig an seine Anwesenheit gewöhnt hatten und ihm bestenfalls ehrfürchtige, respektvolle Blicke zuwarfen und ein Stück zurückwichen, wenn er sie passierte, aber einen Aufruhr gab es nicht mehr, wenn er zwischen zwei Ständen oder hinter einem Marktweib auftauchte. So konnte er im Schutz der Masse bleiben und hatte dennoch genug Platz, um seine Beute zu verfolgen.
    Nicht mehr lange und die beiden würden ihn genau zu ihrem Nest führen und dann würde er kein Erbarmen kennen und es gnadenlos ausräuchern. In János Mund sammelte sich der Speichel, wenn er daran dachte. Er wurde dieses Übel mit Stumpf und Stiel ausreißen und dafür sorgen, dass es in dieser Gegend nie wieder Wurzeln schlagen konnte.
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    Re: New Salem (Offen für Alle)

    Beitrag von Cheshire am Mi 29 Nov 2017, 18:39

    20. September, später Vormittag



    Cederyn  (In New Salem)


    „Wir schaffen das schon“, beteuerte auch Cederyn ihrem älteren Zeitgenossen. Sie würden ja wohl nicht an so ein paar Ähren scheitern. Zur Not mussten eben noch ein paar mehr Dörfler mit anpacken. Er nahm sich ebenfalls ein paar der Bündel, allerdings schon einige weniger, als Niall. Besser mehrmals laufen, als sich übernehmen und die Hälfte unterwegs verlieren.
    Langsam, aber sicher sahen die Bühne und der kleine Altar anbei durch die stetig mehr werdende Deko wirklich herbstlich und festlich aus. Cederyn konnte es kaum erwarten, wie alles zusammen am morgigen Abend fertig geschmückt und von den Lagerfeuern und Laternen erhellt aussehen würde.
    „Es ist wirklich eine schöne Beschäftigung“, antwortete er Niall und nickte bestätigend zu dessen Frage, „es macht Spaß, aber braucht auch seine Zeit, sodass man Zeit hat, über die Tätigkeit nachzudenken und darüber, wofür man den Göttern danken möchte.“
    Letztes Jahr hatte er gleich mehrere gemacht, eine davon auf die kleinen Kräuterbete in seinem Garten gestellt und eine wirklich Große, die er in gemeinsamer Arbeit mit einigen anderen angefertigt hatte, war auf den Feldern aufgestellt worden. Sie hatten noch Früchte und einige unverarbeitete Ären dagelassen, als Gabe.
    „Die Götter haben dir deine Magie gegeben, ich denke nicht, dass sie zornig sein würden, selbst, wenn du dein Feuer nicht lange genug ruhig halten kannst“, meinte Cederyn noch und lächelte dem anderen Mann kurz zu. Er wusste, dass es ihm nicht alle gleich taten, doch Cederyn glaubte aus voller Überzeugung an die Götter und Göttinnen der Natur. Solange man sich Mühe gab, würden diese einem auch einen Versuch anrechnen, auch, wenn das Endergebnis nicht ganz das war, was es sein sollte.





    Mit Harvy warte ich noch auf einen Post von Creature :)

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