Pooly's Kunst und Schreibforum

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Pooly & Co.

    Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Austausch

    Jadelyn
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 19:04

    Carlos Sanchez

    Damit, sich mit seiner Gewaltbereitschaft einmal begehrt zu machen, hätte er nicht gerechnet. Zumindest nicht in diesem Sinne. Er hörte Lars' Ausführungen weiter zu. Finanzielle Mittel lockten ihn nun weniger, was er an Geld brauchte, hatte er sich schon immer zu besorgen gewusst. Damit hatte er schon früh begonnen und so die Haushaltskasse aufgestockt, ohne zu verraten, woher er das Geld hatte. Seine Mutter hatte es nicht hinterfragt, immerhin hatte man ihr nie einen richtigen Job geboten, also hatten sie irgendwie über die Runden kommen müssen. Rückhalt von jemand anderem außer sich selbst hatte er in den letzten Jahren nicht gekannt. Er wusste nicht, ob das gut oder ein Risiko war. Es war gut, dass es offensichtlich Leute gab, die seine Meinung teilten, das zweifelsohne. Und irgendwie ließ das ja auch Rückschlüsse darauf zu, dass Carlos' Meinung die Menschen betreffend nicht so selten war, wie man manchmal meinen mochte. Und er war nicht der einzige, der ein Problem in ihnen sah. Vertreter im Rechtssystem hingegen klangen schon ziemlich gut. Denn Carlos war bewusst, dass es im Grunde tatsächlich nur eine Frage der Zeit war, bis er mal in den Fängen der Aktiven landete, wenn er seinen Lebensstil nicht aufgab. Er ließ einen Blick über die verängstigten Menschen gleiten. Und eigentlich hatte er nicht vor, dass zu tun. Die Vorstellung, sie im größeren Stil dafür bezahlen zu lassen, was sie ihm angetan hatten, war verlockend. Es würden sich mit dieser IMA ungleich mehr Möglichkeiten bieten.
    „Hab ich keinen Grund zu“, ging er zunächst einmal auf die Drohung ein. Abgesehen davon, dass er tatsächlich keinen sah, wäre es ja auch schön hirnrissig, zu den Aktiven zu laufen und Lars zu verraten. Würde ihn schließlich selbst ans Messer liefern und er hatte definitiv alleine mit diesem Kneipenbesuch hier schon Dinge getan, die schlimm genug waren, um ihn trotz Kooperation nicht so bald wieder gehen zu lassen.
    Er wägte weiter ab. „Im Falle einer Verhaftung würde ich also tatsächlich von diesem unterwanderten Rechtssystem profitieren?“, fragte er bei diesem Punkt noch einmal nach. „Oder ist das nur die Werbemasche?“ Er machte keinen Hehl aus seiner Skepsis. Konnte nicht schaden, da erst einmal vorsichtig zu sein. „Und wer ist der Boss von dem Ganzen? Du sprichst immer nur von 'wir' aber es wäre nett, ein bisschen konkretere Vorstellungen zu haben, auf was, bzw. wen, ich mich da letztendlich einlasse.“
    Zumindest signalisierte er mit seiner Wortwahl potentielles Interesse und er konnte die Verlockung auch tatsächlich nicht leugnen. Allem voran wegen der Möglichkeiten, die sich ihm da bieten konnten.
    „Aussteigen ist vermutlich nicht mehr drin?“ Er wollte sich kein Hintertürchen verschaffen, sondern nur klipp und klar wissen, woran er war. "Gäbe es einen Ort, an dem ich dann leben müsste? Wie viele persönliche Freiheiten hat man noch?"
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 19:19

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Offensichtlich war Carlos nicht dumm, aber das machte nichts. Wenn sich jemand über mögliche Haken und Stolperfallen bewusst war, zeugte das zumindest davon, dass diese Person sich vor einem möglichen Eintritt in die IMA auch wirklich mit den verschiedenen Eventualitäten auseinander gesetzt hatte. Aber Interesse war ja offensichtlich doch vorhanden. Was Lars aber eigentlich auch gar nicht so sehr überraschte, schließlich boten sie jemandem wie Carlos eben doch potentiell den einen oder anderen Nutzen. Für ihn würde sich im Prinzip ja gar nichts weiter ändern bis auf dass er hier und da mal einen konkreten Auftrag bekommen würde und er eben den einen oder anderen Vorteil dadurch haben konnte. Seine kleinen eigenen Aktionen würde er deswegen ja nicht aufgeben müssen, das würde Lars nicht von ihm verlangen.
    "Zumindest würden wir es versuchen. Aus allem können wir dich natürlich auch nicht raushauen. Wenn du dich so tief in die Scheiße reitest, dass du bis zum Hals drinsteckst, wird das auch für unsere Kontaktpersonen eher schwierig. Aber dass jemand ins Gefängnis wandert, heißt natürlich auch nicht zwingend, dass die Person auch dort bleiben muss. Und grundsätzlich versuchen wir natürlich auch, Inhaftierungen zu vermeiden." Nicht grundsätzlich, manchmal würden die eben auch nötig sein, aber da galten dann Individualabsprachen.
    Lars griff erneut nach der Flasche. "Ich", antwortete er auf die Frage nach dem Boss hin. David hatte sich dahingehend bearbeiten lassen, dass Lars für die unteren Ränge der Ansprechpartner beziehungsweise die oberste Entscheidungsinstanz sein würde. Außerhalb der Führungsriege brauchte niemand von Davids Beteiligung zu wissen. Auch das hatte Lars natürlich bereits im Hinblick auf seinen Plan so ersonnen und er war froh, dass David das nicht hinterfragt hatte. "Und wenn du dich für uns entscheidest, ist das ein Bund auf Lebenszeit, ja." Er sah Carlos fest an. "Wenn dir die Sache zu heiß ist, verstehe ich das und dann nichts für ungut und ein schönes Leben. Aber ich habe kein Verständnis für Wankelmütigkeit oder Verrat, also überlege es dir gut." Er verlagerte seine Position, ließ den Blick noch einmal durch den Raum schweifen. "Du lebst, wo du leben willst. Wichtig ist mir, dass ich weiß, wie ich dich erreichen kann, damit ich dir Aufträge geben kann. Was du in deiner Freizeit machst, interessiert mich nicht, solange es nicht im Gegensatz zu unseren Absichten steht."
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 19:50

    Carlos Sanchez

    Dass die nicht alle rechtlichen Konsequenzen von ihm würden abhalten können, war ihm klar. Aber offensichtlich gab es da schon eine gewisse Bandbreite an Möglichkeiten. Das konnte nun natürlich immer noch Taktik sein, um es ihm schmackhaft zu machen, aber andererseits wäre es wohl auch schlecht, mit etwas zu werben, das man gar nicht einhalten konnte. Und die IMA würde wohl sämtliche ihrer Mitglieder im Knast sehen wollen. Würde sie ja auch nicht wirklich weiter bringen.
    Als Lars offenbarte, dass er persönlich der Chef war, quittierte Carlos das mit einem kurzen Augenbrauen hochziehen. „Muss dir ja echt wichtig sein, neue Leute zu finden, wenn du dich persönlich darum bemühst.“
    Aber gut, schlecht war das ja auch nicht und es machte wohl keinen Sinn, das Anwerben jemandem zu überlassen, bei dem Lars sich nicht sicher sein konnte, dass er auch geeignet war.
    Das mit dem Bund auf Lebenszeit hatte er sich schon fast gedacht. Alles andere machte auch wenig Sinn, immerhin sprachen sie hier nicht von einem Ferienjob.
    „Und umgekehrt?“, bezog er sich noch einmal auf die Unterstützung seitens der IMA. „Gilt die Unterstützungsfreudigkeit auch, wenn es darum geht, sichere Unterkünfte zu brauchen?“
    Das war generell ein Problem, über das er manchmal bereits nachgedacht hatte. Immerhin brauchte es Lars und die IMA nicht, um bereits jetzt ein Problem zu haben, wenn er einen festen Wohnsitz wollte. Dafür war er definitiv schon zu viel aufgefallen, um da überhaupt nur ein Risiko eingehen zu können. Das hatte er immer akzeptiert und diesen Zustand im Zuge dessen auch gar nicht bedauert. Aber wenn sich hier tatsächlich eine Möglichkeit bot, selbst das noch mal zu überdenken, stellte sich das allmählich als Option heraus, bei der es dumm wäre, sie abzulehnen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 19:58

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    "Ich mag es, zu wissen, dass kompetente Leute mit wichtigen Aufgaben betraut sind", entgegnete Lars schlicht. Und das traf auf ihn nun einmal zu. Was nicht bedeutete, dass das sonst niemand hätte machen können, aber natürlich machte es irgendwie Sinn, dass er die Leute selbst unter die Lupe nahm und somit sicher stellte, dass er auch wirklich kompetente Leute anwarb. Natürlich war es da auch ein Risiko, als vermeintlicher Anführer selbst in die Welt hinaus zu treten und zu versuchen, Leute zu rekrutieren, anderseits würden die wenigsten so dumm sein, ihn zu verraten, denn Lars ging nur auf Leute zu, bei denen es auch einen Anlass gab. Und gegen jeden, der dank ihrer Begegnung etwas gegen Lars in der Hand haben könnte, hatte er selbst wiederum dann natürlich ebenfalls etwas in der Hand. Insofern sah er darin bisher keine Probleme.
    "Wenn du dahingehend Unterstützung benötigst, wird es daran nicht scheitern", sagte Lars. Die meisten Leute hatten eben ihr mehr oder weniger geregeltes Leben, aber wenn jemand davon abwich, war es auch kein Problem, darauf entsprechend einzugehen. Natürlich war die IMA kein gemeinnütziger Verein, aber dennoch sollte man sich um die Fußsoldaten eben auch ein wenig kümmern und bemühen. Ein zufriedenes Fußvolk arbeitete besser.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 20:23

    Carlos Sanchez

    Carlos mochte die Selbstsicherheit, die Lars ausstrahlte. Es war immer gut, wenn Leute sich über ihre Qualitäten im Klaren waren. Und er mochte, was Lars weiter sagte. Nicht, dass er überhaupt zwingend vorhatte, genau darauf einzugehen. Aber es war eben ein Punkt im großen Ganzen. Es war eine Möglichkeit.
    „Mach das nicht!“
    Er drehte den Kopf zu der fast panischen Stimme. Eine Menschenfrau starrte ihn an. „Wieso?“
    „Dann bist du verloren!“
    Carlos lachte hart und die Frau zuckte zusammen, hielt den Blickkontakt aber aufrecht. Das amüsierte ihn jetzt tatsächlich. Was dachte sie sich dabei? Dass er so viel moralischer leben würde, wenn er ablehnte? Hatte sie die letzten Minuten verschlafen? Er hatte hier bereits drei Menschen getötet. Das für sich allein genommen sollte ausreichen, um klarzumachen, dass er ihrer Definition nach ohnehin längst verloren war.
    „Glaubst du, dass meine Entscheidung für dich einen Unterschied macht?“
    Denen allen war doch wohl hoffentlich klar, dass niemand diese Kneipe verlassen würde. Völlig egal, was Carlos tat. Selbst wenn er nun einfach verschwinden würde, würde Lars einen Haufen Zeugen wohl kaum am Leben lassen, immerhin könnten sie ihm über den Weg, die Polizei einzuschalten, die sich an die Aktiven wenden würde, durchaus potenzielle Schwierigkeiten bereiten. Also wäre es abgesehen von seinem Hass auf sie schon dumm, dieses Risiko einzugehen.
    „Nein“, murmelte sie beinahe hilflos. „Aber für dich.“
    Das war richtig. Er wandte sich wieder von ihr ab, blickte zu Lars. Für ihn würde das eine Menge potenziellen Komfort bedeuten. Und nur unwesentliche Einschränkungen. Eine Zusammenarbeit mit anderen sollte kein Problem sein, daran könnte er sich sicher gewöhnen. Weil er es nicht kannte, hieß es ja noch lange nicht, dass es schlecht war. Und immerhin würden sie an ein- und demselben Ziel interessiert sein. Die anderen Dinge waren von Anfang an mehr verlockend als alles andere gewesen. Und bei 'Aufträgen' würde er sicher auch nicht zimperlich sein.
    „Okay, ich bin dabei“, antwortete er, nachdem er noch einen letzten Moment überlegt hatte, ob er sein restliches Leben tatsächlich in die Hände dieser Organisation legen wollte. „Dann wirst du mir allerdings eins von diesen Handys besorgen müssen. Ansonsten wird das mit der Erreichbarkeit schwer. Ich hab keine Ahnung, ob die nachverfolgt werden können, wenn ich selber eins klaue.“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 20:37

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Es amüsierte Lars, dass die Menschenfrau sich einmischte. So, als würde es einen Unterschied machen. Sie würde so oder so sterben, genauso wie alle anderen Menschen in dieser Bar. Lars war kein Idiot und er war auch kein Anfänger. Er hatte schon immer ein Talent dafür besessen, Leute von sich zu überzeugen und gleichzeitig seine Spuren zu verwischen. In seiner Jugend hatten seine Freunde oft nicht einmal gemerkt, dass sie eigentlich das taten, was er wollte und nicht umgekehrt. Im Laufe der letzten Jahre, nachdem Lars schon länger nichts mehr mit ihnen zu tun gehabt hatte, waren manche von ihnen wegen kleinerer Delikte im Gefängnis gelandet. Was ihm wieder einmal aufgezeigt hatte, dass sie nicht mit ihm mithalten konnten. Und dass weniger clevere Personen nichts waren ohne einen Anführer, der den Ton angab und der wusste, wie man besser agierte.
    Er lächelte zufrieden, als Carlos zustimmte. Ein neues Mitglied für die IMA war doch eine sehr gute Bilanz des Tages, dafür hatte es sich auf jeden Fall gelohnt, hierher zu kommen. David würde sich sicherlich auch darüber freuen.
    „Das freut mich zu hören“, sagte Lars. „Und das mit dem Handy ist bereits erledigt.“ Er griff in seine Tasche und zog eines dieser noch recht neuen Mobiltelefone hervor und reichte es an Carlos weiter. „Wenn du eine Wohnung benötigst oder Ähnliches, kümmere ich mich darum.“ Beziehungsweise: Er würde jemanden damit beauftragen, sich darum zu kümmern, aber dass Lars sich nicht selbst mit solchen Lappalien aufhielt, würde ihm vermutlich auch selbst klar sein. „Ansonsten melde ich mich bei dir, wenn ich etwas will.“ Natürlich funktionierte das zunächst einmal nur in eine Richtung, aber dass man dahingehend einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen musste, war sicherlich auch nicht weiter überraschend.
    Wieder ließ Lars den Blick über die Menge schweifen. „Ich schlage vor, wir feiern diesen Moment, indem wir noch ein bisschen Blut vergießen.“ Immerhin waren hier noch viel zu viele Zeugen. Oh, wie sehr Lars sich doch auf die Zukunft freute! Eines Tages würden sie die Menschen endlich dort haben, wo sie sie haben wollten. Und Lars konnte sich gut vorstellen, dass er sich irgendwann einen menschlichen Sklaven oder eine Sklavin gönnen würde. Als Belohnung für die Opfer, die er auf seinem Weg noch bringen würde.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 20:58

    Carlos Sanchez

    Carlos nahm das Handy entgegen.
    „Hast du etwa schon mit einer Zusage gerechnet?“
    Er horchte in sich hinein, ob ihn das stören würde, wenn Lars hier bereits mit einem festen Ergebnis gerechnet hätte. Oder ob er überhaupt Zweifel an der Sache verspürte. Aber nein, da war nichts außer dem Gefühl, dass das eine gute Entscheidung gewesen war, die ihn auf mittelfristige bis lange Sicht hin gesehen absichern würde. Seine Lippen verzogen sich zu einem leichten Grinsen.
    „Ihr werdet nie einen Platz in dieser Welt finden“, hatten sie seiner Mutter damals vor seinen Augen ins Gesicht geschrieen.
    Nun, zumindest bei ihm hatten sie sich wohl geirrt.
    „Was ist, wenn ich einen von euch erreichen muss?“ So vermessen, dass er glauben würde, die Nummer von Lars zu bekommen, war er ja nun nicht. Aber es konnte ja durchaus Gründe geben, die ihn von sich aus auf einen IMA-Vertreter zukommen lassen würden.
    „Klingt gut.“
    Er betrachtete die Menschen einen Augenblick. Wieder war da keine Spur von Reue. Obwohl er von seinem üblichen Vorgehen abwich und abgesehen von ein paar Leuten in Spanien im Affekt abgesehen von heute noch keinen selbst ermordet hatte, fühlte es sich nicht schlecht an. Es war richtig. War ja auch nur logisch, dass man sich irgendwann weiter entwickelte. Die Menschen gegeneinander aufzuhetzen, war eine witzige Spielerei gewesen. Aber es brachte auf Dauer nichts effektiv vorwärts. Und jetzt gab es ein konkretes Ziel, etwas worauf er hinarbeiten konnte, und das sich nicht nur auf ungeleitete Rache bezog. Komisch, ihm war bisher nie aufgefallen, dass ihn das gestört hatte.
    „Soll ich noch bei irgendwas vorsichtig sein oder sollen sie bereits im vollen Umfang von der Magie erfahren?“
    Natürlich bezog er sich auf zukünftige Aktionen. Aber er wusste ja nicht, an welchem Punkt der Entwicklung die IMA bereits war und ob Zurückhaltung noch sinnvoll war. Und bevor er jemanden verärgerte, hakte er da lieber noch mal nach. Bei neuen Beschäftigungsverhältnissen musste man sich nun mal langsam rantasten.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 21:07

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Lars zuckte mit den Schultern. „Wenn du nicht zugesagt hättest, hätte es vermutlich der oder die Nächste getan.“ Insofern konnte es nie schaden, ein oder zwei Handys in der Hinterhand zu haben. Die waren nun einmal sehr teuer und entsprechend war nicht davon auszugehen, dass ein Durchschnittstyp mit einem solchen Telefon herumlief. Man brauchte sie irgendwann also so oder so.
    „Nach einer Weile wirst du eine Kontaktmöglichkeit bekommen. Aber in den ersten Wochen kontaktieren wir dich, nicht umgekehrt.“ Dass sie da am Anfang eben ein bisschen zurückhaltender sein würden, war ja sicher nicht weiter ungewöhnlich und demnach nichts, worüber man sich hätte wundern müssen. Aber ja, irgendwann würde Carlos eine Möglichkeit bekommen, die IMA zu kontaktieren. Natürlich nicht Lars direkt, das war ihnen ja sicher beiden klar, für so etwas gab es andere Leute. Aber ja, manchmal war es sinnvoll, dass ein solcher Kontakt in beide Richtungen funktionierte. Nur hatte das erst einmal noch ein bisschen Zeit. Man musste dahingehend ja nun auch nichts überstürzen und auch wenn Carlos einen viel versprechenden Eindruck gemacht hatte, war Geduld nun einmal eine nützliche Tugend, die einem oft den Arsch retten konnte.
    Lars lächelte ein wenig, während er wieder einen langen Eiszapfen erscheinen ließ. Die Leute wichen so gut wie möglich vor ihm zurück. „Wir sind noch nicht in der Öffentlichkeit, also würdest du es nicht in unserem Auftrag tun bisher.“ Sein Lächeln wurde breiter. „Aber wie ich sagte, was du in deiner Freizeit tust, ist dein Privatvergnügen, solange es unseren Zielen nicht im Wege steht.“ Und da sie die Magie ohnehin irgendwann enthüllen wollten, war das kein Problem. Je früher, desto besser.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 21:35

    Carlos Sanchez

    „Okay“, antwortete er auf die Sache mit dem Kontakt nur.
    War logisch und ihn sollte es nicht stören. Immerhin war es ja nicht so, dass er da gleich umgehenden Meldebedarf sah. Er hatte nicht vor, seinen grundsätzlichen Lebensstil in den nächsten Monaten aufzugeben. Und ins Gefängnis manövrieren oder in eine sonstige Situation bringen, in der er Hilfe brauchte, wollte er auch nicht. Also passte das schon.
    Lars' Aussage reichte ihm. Die IMA raushalten war kein Problem, austoben und Chaos stiften konnte er sicher auch. Das brauchte er nicht unter dem Deckmantel einer Organisation zu tun. Wenn es so weit war, dass die IMA damit in Verbindung gebracht werden sollte, würde es ihn schon einer wissen lassen.
    „Ich will sie“, er deutete auf die Frau, die sich vorhin eingemischt hatte, immerhin hatte sie da Einfluss auf seine Entscheidungen nehmen wollen und das ging wirklich überhaupt nicht, „wir haben noch was zu klären.“ Er zwinkerte ihr beinahe verschwörerisch zu, während sie flehend mit dem Kopf schüttelte.
    „Bitte, wir haben nichts gesehen“, wurden auch andere Stimmen wieder laut, doch Carlos beachtete sie einfach nicht, während er auf sein auserkorenes Opfer zuging. War halt jetzt dumm gelaufen, dass die alle hier gewesen waren.
    Während er sich mit den Menschen beschäftigte, war da noch immer nichts als innere Zustimmung, obwohl das hier nun wirklich nicht einmal mehr im Ansatz als Affekthandlung durchging. Das war purer Wille zum Töten und er bereute es kein Stück, es fühlte sich geradezu vollkommen an. Er wusste ja, dass er sie schon immer gehasst hatte. Aber dass es ihm so viel Freude machen würde, auch dermaßen konfrontativ auf sie zuzugehen, was dennoch fast schon überraschend. Eine lohnende Erkenntnis über sich selbst. Das Einzige, was er würde ändern müssen, war seine Bewaffnung. Da er bisher eher passiv-aggressiv gegen die Menschen vorgegangen war, hatte er nie die Notwendigkeit gesehen, sich mit irgendwas auszurüsten. Aber das würde das Morden effektiver machen. Ein Jagdmesser, schoss es ihm spontan durch den Kopf, als er einen Mensch mit einer von den Gardinen gerissenen Verschnürung erdrosselte. Das wäre was Feines. Da würde er wohl bald mal in einen Waffenladen einbrechen müssen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 21:48

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    „Sie gehört dir“, entgegnete Lars nur und machte sich selbst über den nächsten Menschen her. Für Lars war es nicht das erste Mal, dass er Menschen ermordete, trotzdem konnte er wohl auch von sich sagen, dass das hier gerade eine neue Dimension erreichte. Und es fühlte sich gut an. So verdammt gut. Lars verachtete sie einfach. Aber eines schönen Tages würden die Menschen nicht mehr mit ihnen auf einer Stufe stehen.
    „B-bitte nicht …“, hauchte eine andere Frau, aber Lars berührte ihr Flehen nicht. Es war ihm schlichtweg egal, ihre Worte erreichten ihn nicht. Es amüsierte ihn, dass er als Diplomat beim Rat arbeitete und dass niemand, weder die Übernatürlichen dort noch die Menschen, mit denen er zu tun hatte, etwas von seiner wahren Gesinnung ahnte. Die Menschen wussten nicht, wie sehr er sie verabscheute. Die Übernatürlichen wussten nicht, wie sehr er ihr aktuelles politisches System verachtete, das darauf aufbaute, dass sie sich von den Menschen vordiktieren ließen, wie sie sich zu verhalten hatten. Aber das würde sich ändern und Lars würde seinen Teil dazu beitragen.
    Mit seinen Fähigkeiten hatte Lars da natürlich einen Vorteil Carlos gegenüber. Was den direkten Kampf oder zumindest das Töten anging. Sein Eis konnte er so formen, dass es zu tödlichen Waffen wurde. Scharfe Klingen, spitze Speere … es war großartig. Aber grundsätzlich hatte jede magische Fähigkeit ihre jeweils eigenen Vorteile und so auch die von Carlos.
    Lars zeigte kein Erbarmen und mit jedem Menschen, den sie erledigten, wuchs sein Stolz auf das, was sie hier taten. Das alles hier war erst der Anfang. Eines Tages würden die Menschen ihnen dienen müssen. Und die Übernatürlichen würden sich endlich nehmen können, was ihnen eigentlich schon die ganze Zeit zugestanden hatte.
    Also machte Lars weiter damit, die Zeugen zu beseitigen und zog schließlich eine Skimaske heraus und setzte sie sich auf, um sein Gesicht zu verschleiern. Leider war damit zu rechnen, dass langsam Aktive – oder zumindest Polizisten – hier in der Gegend waren und Lars musste darauf achten, dass ihn niemand erkannte, denn er arbeitete nun einmal beim Rat und dementsprechend war das Risiko ziemlich groß. „Ich muss ein paar Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, falls da draußen jemand ist“, erklärte er nur. Mehr musste er dazu wohl nicht sagen, er musste seinen genauen Job nicht nennen, damit Carlos sich vermutlich denken konnte, dass es dafür sehr gute Gründe gab.  
    Lars ließ das Eis schmelzen. Langsam genug, dass sie sich einen Überblick verschaffen konnten, aber doch mit der Absicht, möglichst bald von hier zu verschwinden.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 22:03

    Carlos Sanchez

    Als sie fertig waren, waren da eine Menge Leichen und Blut. Carlos stieg über zwei Körper hinweg, um sich die Flasche Absinth vom Thekenbereich schnappen zu können. Er verschloss sie sorgfältig und steckte sie in seinen Mantel. Als Lars sein Eis schmelzen ließ, erhaschte Carlos einen Blick auf den Außenbereich. Er erkannte auf einen Blick Polizeiautos und andere dunkle Fahrzeuge, die wohl auf Aktive hindeuteten.
    „Wäre scheiße, wenn die gute Zusammenarbeit jetzt schon endet“, stellte er fest. Dass Lars sein Gesicht verhüllte, wunderte ihn nicht weiter. Irgendeine Position, in der er besser nicht als Mörder erkannt werden sollte, würde er schon haben.
    „Ich weiß ja, dass du einiges auf dem Kasten hast, aber in dem Fall würde ich eine Flucht empfehlen.“
    Nur dass Lars da vermutlich weniger weit kommen würde als er. Und in einem Kampf mit Aktiven wohl überwältigt werden könnte. Carlos war sich sicher, dass er mühelos über die Autos hinwegspringen und verschwinden könnte. War aber halt keine Option, seinen Boss hier festsitzen zu lassen. Wäre zum einen extrem unhöflich und zum anderen wohl auch nicht zuträglich.
    „Kannst du dich gut festhalten, hast keine Höhenangst und bist schwindelfrei?“ Dann kann ich uns wahrscheinlich hier raus bringen.“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 22:09

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Scheiße. Das da draußen sah nicht gut aus. Lars hatte sich hier eindeutig zu viel Zeit gelassen. Er konnte es sich nicht leisten, jetzt schon erwischt zu werden, bevor der Plan weit genug fortgeschritten war. Und vor allem würde es eines Tages David Grünenthal sein müssen, der ihn enttarnte. Nur so funktionierte das, was Lars sich zurecht gelegt hatte.
    Und hier kam dann auch schon der praktische Aspekt von Carlos’ Fähigkeit ins Spiel. Denn ganz ehrlich, Lars hätte nicht gewusst, wie er das Problem nun alleine hätte angehen sollen. Mit den Polizisten wäre er ja wahrscheinlich noch irgendwie fertig geworden; ihre Waffen waren ein Problem, aber mit genug Eis, das ihn schützte, konnte Lars das schon irgendwie ausbalancieren. Aber die dunklen Fahrzeuge da draußen deuteten darauf hin, dass auch Aktive zugegen waren und die wiederum stellten durchaus ein Problem für ihn dar.
    „Das kriege ich hin“, entgegnete Lars also nur. „Und ich wäre dir verbunden, mich mit raus zu nehmen.“ Konnte man ja auf jeden Fall schon mal so festhalten. Zwar hatte er da draußen natürlich auch Leute positioniert, trotzdem wäre die Gefahr bei einer so großen Präsenz von Polizisten und Aktiven einfach zu groß gewesen. Carlos war da eindeutig die bessere Alternative und somit würde Lars sich einfach an Carlos und dessen Worte halten, damit er sie beide hier rausbringen konnte.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 22:28

    Carlos Sanchez

    „Klar doch!“, grinste Carlos und wies ihn schon an, auf seinen Rücken zu steigen, damit er Arme und Beine komplett frei hatte.
    Okay, das würde eine Herausforderung werden. Lars war nicht gerade der kleinste Zeitgenosse und brachte natürlich einige Kilo Zusatzgewicht. Carlos ging ein paar Mal federnd in die Knie, um sich an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen.
    „Strangulier mich ja nicht!“, warnte er Lars noch einmal.
    Luft brauchte er immerhin und aus ein paar Metern unkontrolliert nach unten stürzen würden weder ihm noch Lars sonderlich gut bekommen.
    „Vorhang auf!“, gab er schließlich das Kommando zum endgültigen Enteisen der Tür, damit er ohne weiteres Zögern hindurchspringen konnte, einen Arm vors Gesicht haltend, um eventuelle Angriffe abzuwehren, aber auch um nicht direkt perfekten Blick auf seine Gesichtszüge zu gewähren.
    „Feuer!“, hörte er die Stimme eines Polizisten und landete mit einem Satz auf einem der Aktivenautos, das unter dem Doppelgewicht ächzte.
    Sie flogen umgehend weiter, legten noch einmal einen Zwischenstop auf dem unabgesperrten Teil der Straße ein, was ihnen schockierte Blicke von einer Reisebusgesellschaft einbrachte. Sah man eben auch nicht alle Tage, so ein wie ein froschhüpfendes Doppelpack. Carlos brachte sie zielsicher in einen anderen Block der Stadt, legte aber auch hier noch keinen Stop ein, sondern sprang weiter, um noch mehr Abstand zwischen sich und die aufgewühlten Aktiven zu bringen. Erst als sie definitiv weit genug fort waren, kam er in einem Waldstück, falls zumindest die Polizisten mit Hubschraubern nach ihnen suchen würden, schließlich zum Stehen. Seine Beine brannten und hätten nachgegeben, wenn Lars es nicht bald von seinem Rücken geschafft hätte.
    „¡me cago en la mierda!“ Carlos schnaufte vor sich hin. „Ich bitte dich nur um einen einzigen Gefallen: Lass das hier nicht zur Dauerbeschäftigung werden.“
    Trotz dem Fluch sah er zufrieden aus. Immerhin hatte er da gerade den Boss gerettet! Ein Arbeitsverhältnis konnte schlechter starten.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 22:35

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Okay, das hier war … gewöhnungsbedürftig. Definitiv nicht Lars’ bevorzugte Art, zu reisen. Allerdings hatte es funktioniert und das war es, was für Lars wirklich wichtig war. So musste er sich nicht mit den Aktiven auseinander setzen. Er musste allerdings auch sehen, dass er sich jetzt langsam aus dem Staub machte. Trotzdem hatte das Herumgehüpfe definitiv zumindest eine subtile Übelkeit in Lars ausgelöst. Lars stieg ab, sobald sich die Gelegenheit ergab.
    „Danke. Und keine Sorge, ich hoffe, dass das eine einmalige Sache war.“
    Für gewöhnlich hielt Lars sich ja auch mehr im Hintergrund und somit war das voraussichtlich nichts, was einer Wiederholung bedurfte. Auch wenn es ihm grundsätzlich ja schon gefiel, sich auch selbst die Hände schmutzig zu machen. Nichtsdestotrotz war von seiner Seite aus nun einmal ein wenig Zurückhaltung gefragt.
    „Ich mache mich jetzt wohl besser aus dem Staub“, sagte Lars. „Du wirst in den nächsten Tagen von uns hören, dann erhältst du weitere Instruktionen.“ Das hatten sie zwar eigentlich schon geklärt, konnte aber ja nicht schaden, das noch einmal abschließend festzuhalten.
    „Man sieht sich“, setzte Lars noch hinzu und verschwand zunächst einmal im Dickicht. Von dort aus würde er einen anderen Weg wählen, um von hier zu verschwinden.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 22:50

    Carlos Sanchez

    Gut, dass sie sich da einig waren! Carlos mochte seine Fähigkeit ja sehr, aber zum Taxispielen war sie nun wirklich nicht geeignet. Er nickte auf den Dank hin.
    Und bestätigte Lars' Wiederholung, wie das nun in Zukunft laufen würde, mit einem weiteren „Okay“.
    Er blickte ihm hinterher. Ihn persönlich würde er wohl eine ganze Weile nicht mehr sehen, da war er sich ziemlich sicher. Aber es würde bestimmt in absehbarer Zeit genug andere Dinge geben, die ihn beschäftigen würden. Er war gespannt, wohin ihn der IMA-Weg noch führen würde.

    Carlos' Gedanken kehrten in die Gegenwart zurück. Ja, die erste Begegnung mit Lars war denkwürdig gewesen. Und die zweite auch, immerhin hatte er da schon wieder versucht, ihm den Arsch zu retten. Ein kleines Grinsen stahl sich auf das Gesicht des Spaniers. Und dieses dritte Treffen hier war auch interessant, immerhin hatte es ihm eine nicht zu unterschätzende Belohnung eingebracht. Es war definitiv damals die richtige Entscheidung gewesen, sich rekrutieren zu lassen. Er hatte es in den ganzen Jahren nicht bereut.
    „Ich kann da auch gerne ein bisschen entgegenwirken, zumindest bei den Leuten auf meiner Ebene“, bot er in Bezug auf die Zweifler an.
    Nicht, um sich einzuschleimen. Und das machte seine Stimme auch deutlich. Aber dem Boss solche Vorwürfe zu machen, ging nun mal gar nicht. Viel konnte er da eh nicht ausrichten, aber dem einen oder anderen die Meinung geigen war schon drin. Immerhin hatte er nun mal die Einstellung, dass sich das nicht gehörte und würde mit Lars' Okay dazu eigentlich nichts anderes tun, als er sowieso schon tat, wenn das Thema darauf kam. Dass er sich mit ihm übergeordneten Personen nicht anlegen würde, war klar. Er wusste, wo er in der Hierarchie stand und hatte kein Problem damit, das zu akzeptieren.


    Zuletzt von Jadelyn am Mo 14 Aug 2017, 12:15 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 23:07

    Lars Viklund-Holm

    Erneut stahl sich ein Lächeln auf Lars’ Lippen. Wären doch nur alle Mitglieder so engagiert gewesen wie Carlos, dann hätten sie diesen Krieg vermutlich schon längst gewonnen. Was das anging, konnte man sich über den Spanier einfach nicht beschweren, immerhin hatte er Lars schon einmal vor den Aktiven gerettet, es ein zweites Mal versucht und verhielt sich auch darüber hinaus in jeder Hinsicht nur so vorbildlich, wie man es sich von anderen Mitgliedern manchmal ebenfalls gewünscht hätte.
    „Gute Idee, dann muss ich mich nicht persönlich mit denen herumschlagen“, nahm Lars das Angebot an. Natürlich würde das nicht unbedingt unmittelbar das Argument unterstreichen, dass Lars immer noch ein fähiger Anführer war, aber das würde er dann schon selbst deutlich machen, indem er jemand Höherrangiges auseinander nahm. Das würde dann schließlich auch bis nach unten durchsickern und genügend Eindruck schinden, damit sie sich nicht länger das Maul über ihn zerrissen.
    „Es wird auch bald neue Anschläge geben“, kündigte Lars schon einmal an. „Ich werde dich diesbezüglich auf dem Laufenden halten.“ Immerhin hatte Carlos sich als mehr als würdig erwiesen, eingeweiht zu werden, wenn es wieder etwas zu erledigen lag. Er war fähig und hatte offenbar großen Spaß daran entwickelt, Anschläge durchzuführen, also würde er natürlich bedacht werden, wenn Lars wieder eine Aufgabe hatte. „Ich muss mich jetzt langsam wieder auf den Weg machen“, schob er noch hinterher. Denn langsam wurde seine bloße Anwesenheit hier leider schon wieder anstrengend, auch wenn er es nicht aussprechen würde. Aber vermutlich konnte Carlos sich das auch so bereits denken.
    Adam verstand das als sein Zeichen, sich nun aus seinem unauffälligen Platz in den Schatten zu erheben und sich den beiden zu nähern.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 23:16

    Carlos Sanchez

    Carlos lächelte. Dass Lars ihn das wirklich machen ließ, zeugte ja nur noch einmal mehr davon, dass er sehr zufrieden mit ihm war.
    „Sehr gut“, sagte er auf die Anschläge hin. „Informationen sind jederzeit willkommen. Bis dahin werde ich mich zu beschäftigen wissen.“ Er grinste schief.
    Konnte schließlich nicht angehen, dass die Aktiven jetzt dachten, ihre Ruhe zu haben. Die würden noch ihr blaues Wunder erleben. Was hatten sie eigentlich davon, immer wieder den Menschen zu Hilfe zu eilen? Carlos verstand es einfach nicht. Die dankten es ihnen ja nicht einmal. Sie verlangten es einfach und stellten dann auch noch Forderungen. Unglaublich.
    Tatsächlich wunderte Carlos das nicht. Und es freute ihn, dass Lars ausgerechnet mit ihm hatte reden wollen. Er nickte Adam freundlich zu, bevor er sich erhob.
    „Danke für das Gespräch“, verabschiedete er sich höflich und verließ schließlich das Hinterzimmer und nach einem Umweg über die Bar auch den Nachtclub.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 23:27

    Lars Viklund-Holm

    Das war doch ganz gut gelaufen, stellte Lars zufrieden fest. Trotzdem war er froh, als Adam ihn wieder zurück nach Hause brachte. Er betrachtete den erschaffenen Menschen einen Moment nachdenklich. Er verhielt sich immer vollkommen ruhig. Das war natürlich praktisch, aber Lars konnte sich da überhaupt nicht hinein versetzen.
    „Gibt es eigentlich irgendetwas, was du willst?“
    Adam runzelte die Stirn. „Was meinst du damit?“
    „Na ja, hast du Wünsche?“
    „Ich will David zufrieden stellen.“
    „Hm.“ Das wollte Lars zu einem gewissen Grad auch, trotzdem hatte er natürlich seine eigenen Wünsche und Ziele. „Und sonst gar nichts?“
    Er erntete einen verständnislosen Blick. „Das reicht doch, oder nicht?“
    „Schon …“ Lars versuchte es sich vorzustellen, gab aber auf. Konnte ihm ja auch egal sein. Umso besser, wenn ihre erschaffenen Waffen keine tiefen Wünsche oder Gefühle zu verspüren schienen. Das machte sie zuverlässiger.
    „Brauchst du noch etwas?“ Adam sah ihn forschend an.
    Es war faszinierend. Obwohl Adam so viel mächtiger war als Lars oder David – oder beide zusammen – befolgte er jeden Befehl, ohne ihn zu hinterfragen. Gleichzeitig war das natürlich perfekt.
    „Nein. Ich melde mich, wenn ich doch etwas brauche.“
    Adam nickte nur und verschwand wieder.
    Lars legte sich seufzend auf sein Bett. Langsam wollte er wirklich Noah wieder haben. Adam war zwar praktisch, aber nicht ansatzweise so unterhaltsam. Und ein wenig vermisste er den Wahnsinnigen wirklich, auch wenn er es natürlich nie zugegeben hätte, dass so niedere Gefühle dahinter steckten. So etwas zeigte Lars ohnehin grundsätzlich nicht. Und doch … obwohl er dezent wahnsinnig war und wankelmütig und sie ständig irgendwelche Reibereien verbal ausfochten, hatte er sich definitiv an Noahs Anwesenheit gewöhnt. Wurde echt Zeit, dass er ihn zurück bekam.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 23:35

    Anmerkung:
    Der folgende Text beinhaltet im Zuge der Umsetzung als Songfiction die Lyrics von "Keine Angst" (Casper feat. Drangsal).

    Simone Bach

    Der Weg ins Büro war schwer gewesen. Überhaupt fiel Simone inzwischen so gut wie jeder Gang irgendwo hin schwer. Das kannte sie nicht. Normalerweise war sie immer gut darin, zu funktionieren, zu tun, was notwendig war, selbst wenn die Situation beschissen war. Aber das hier ging weit über beschissen hinaus, insofern war es nur logisch, dass es auch den entsprechenden Tribut verlangte und sie immer wieder in marternde Gedankenstrudel riss.

    Es ist als ob man den Verstand verliert
    Immer Wege voller Steine wär'n
    Trotz all den Hallelujas hier
    Keinem was heilig mehr
    Die gebrochenen Kinder der zerbrochenen Stadt
    Stimmung könnte jeder Zeit kippen, aber noch ist's im Takt (tanz, tanz!)
    Wirf alles ab – lass es brennen in dir!
    Was ein wundervolles Ende das wird!


    Simone vergrub den Kopf in den Händen. Alles, was sie tat, basierte auf Unwahrheiten und Täuschungen. Vermeintliche kleine Erfolge, um die Aktiven und Übernatürlichen zu beruhigen, bedeuteten in Wahrheit doch nichts. Die Welt befand sich am Abgrund, es würde nicht mehr lange dauern, bis der Krieg alles zerstörte. Noch glaubten die meisten Menschen und Übernatürlichen, dass sie alles taten, um eben diese Eskalation zu vermeiden, obwohl sie geradewegs darauf zusteuerten. Manchmal erwischte Simone sich bei dem Gedanken, dass die Eskalation gar nicht früh genug kommen konnte. Um dieses ganze Schauspiel endlich zu beenden, wenn es sich doch sowieso nicht mehr vermeiden ließ.

    Ich fühl' mich wie ich fühl', weil ich nix mehr fühl'
    Diese Wände kommen näher
    Fühl' mich wie ich fühl', weil ich nix mehr fühl'
    Kann mich irgendjemand hören?


    Sie durfte nicht zulassen, dass sie etwas im Hinblick auf ihre Situation empfand. Sie durfte nicht erlauben, dass sie einen weiteren Fehler machte. Aber sie war nicht Ian. Sie konnte nicht einfach locker bleiben, egal wie schlecht es gerade aussah. Sie hatte diese Emotionen, konnte im Normalfall nur besser damit umgehen, als Daria zum Beispiel. Wenn sie darauf achtete, hörte sie es in ihrem Inneren toben und schreien, weil sie alles verriet, an das sie je geglaubt hatte. Ohne es zu wollen. Weil sie es musste. Oder glaubte, es zu müssen. Ihre Meinung dazu musste in ihrem Inneren bleiben. Sie musste sie vergraben, so wie Anja ihre Emotionen vergraben hatte. Dabei wünschte sie sich nichts mehr, als dass es jemand sah. Dass jemand bemerkte, was hier gespielt wurde. Dass es jemandem gelang, es endlich zu beenden.

    Keine Angst!
    Denn alles, was hier war
    Ist morgen vielleicht schon egal
    Außer Gefahr
    Keine Angst!
    Denn das, was du jetzt bist
    Ist nicht, was du für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst
    Keine Angst!


    Wenn der Krieg losbrach, wenn nichts mehr zählte, würde sie auf die Vereinbarung scheißen und irgendeinen Weg finden, zu ihrem Team zurückzukehren, bevor Viklund-Holm es fand. Dann war ohnehin nichts mehr von Bedeutung, denn dann würde niemand von ihnen überleben und die Drohungen wären vollkommen bedeutungslos. Dieser Gedanke hielt sie aufrecht, brachte sie dazu, jeden einzelnen Tag weiter zu machen. Sie würde nicht auf Seite der IMA sterben. Ihre letzten Atemzüge gehörten ihrem Team.

    Würd' lieber sterben, als nach Hause geh'n
    Einfach loslassen im freien Flug
    Atmen, warten bis der Staub sich legt
    Ruhig Blut, alles gut
    Erst ein Summen, dann ein Chor, dann ein Schrei'n in Harmonie
    Veränderung in der Luft, nur zu Greifen scheinbar nie
    Alle wie, halbwach im Tiefschlaf, Druck in der Brust
    Nun wird Luft in lahme Lungen gepumpt.


    Wenn Simone ehrlich zu sich war, wüsste sie nicht, ob sie zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt in der Lage wäre, ihrem Team gegenüber zu treten, selbst wenn sie eine sichere Gelegenheit hätte. Dass sie ihnen nicht vertraut hatte, das, was sie nun tat - all das ließ sie sich vor sich selbst ekeln. Angereichert mit Scham, könnte sie in dem Zustand nicht einmal ein normales Gespräch mit ihnen führen, geschweige denn, ihnen in die Augen blicken. Technisch gesehen war sie nun ihr Feind. Bereits seit Wochen. Selbst das Telefonat war unglaublich schwer gewesen. Ein Teil von ihr wollte ausharren, wollte warten, bis die Welt so kurz vor ihrem Untergang war, dass all diese Fehler nicht mehr zählten. Bis dahin würde sie wie ein gefühlsmäßiger Zombie durch die Gegend streifen, auf der Suche nach Hoffnung und der Chance auf Vergebung.

    Ich fühl' mich wie ich fühl', weil ich nix mehr fühl'
    Diese Wände kommen näher
    Fühl' mich wie ich fühl', weil ich nix mehr fühl'
    Kann mich irgendjemand hören?


    Davids und Lars' Zusetzungen kümmerten sie nur noch peripher. Der Präsident beließ es ohnehin bei konkreten Dingen ihre Tätigkeiten betreffend. Noah zu befreien war im Endeffekt kein Problem gewesen. Alle anderen Anliegen würde sie ebenfalls erfolgreich in Davids Sinne abwickeln können, daran hatte sie keine Zweifel.
    Mit Lars umzugehen war schwieriger. Er versuchte sie aus der Reserve zu locken, sie fertig zu machen, irgendeine eskalierende Gefühlsregung in ihr hervorzurufen. Um sie zu quälen. Um sie dazu zu bringen, erneut einen Fehler zu begehen und David damit dazu zu bewegen, den Schutz für ihr Team aufzuheben. Simone tat Viklund-Holm den Gefallen nicht, antwortete nur noch mechanisch auf seine Sticheleien, was ihn wohl zumindest dahingehend befriedigte, dass er merkte, dass sie sich ihrem Scheitern in vollem Umfang bewusst war.
    Die Begegnungen mit Noah wickelte sie ebenfalls stumpf ab. Einen Teil seines Ärgers hatte sie von Anfang an verstanden, doch es kümmerte sie nicht mehr. David und Lars würden kaum wollen, dass er sie erledigte, also war seine Wut bedeutungslos. Auch wenn ein Teil von ihr ihn noch immer für sein Schicksal bedauerte. Er war mit Fähigkeiten konfrontiert und überfordert gewesen, die ihn auf seinen Weg geführt hatten. Dass er nun in Lars' Händen war, machte alles nur noch schlimmer.

    Keine Angst!
    Denn alles, was hier war
    Ist morgen vielleicht schon egal
    Außer Gefahr
    Keine Angst!
    Denn das, was du jetzt bist
    Ist nicht, was du für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst
    Keine Angst!


    Ob Noah den Untergang der Welt noch aufhalten könnte, überlegte Simone in manchen Augenblicken. Musste er wirklich böse sein? Musste er für immer ein von der IMA kontrolliertes Monster sein? Könnten ihn nicht auch die Aktiven beeinflussen, wen sie von seiner Freiheit und seinen Schwachstellen wüssten? Immerhin hatte er die IMA selbst aufhalten wollen, war mit dieser Motivation zu ihr gekommen. Vielleicht … hätten sie es gemeinsam schaffen können. Wenn sie nicht so verbohrt in die Ansicht, ihn überwältigen zu müssen, gewesen wäre. Ein mächtiger Mann wie er hätte ihr Rückendeckung vor Lars und David geben können. Es hätte einen Zugriff wesentlich möglicher gemacht. Wenn sie es gesehen hätte. Noah hätte nicht voll verstärkter Wut und Zorn auf Menschen und sie enden müssen, wenn sie viel mehr verstanden hätte. Vielleicht – könnte das sogar jetzt noch geschehen? Wenn sie anders mit ihm reden würde? Allerdings war Lars nicht dumm und ließe ihr sicher keine Gelegenheit, Noah noch einmal zu manipulieren. Damit schied dieser Gedanke aus. Und sie brauchte sich zumindest nicht zu fürchten, dass es auffallen und sie damit ihr Team bereits jetzt töten würde.

    Nie wieder – nicht du, nicht ich
    Nie wieder – nicht du, nicht ich
    Nie wieder – nicht du, nicht ich
    Nie wieder – nicht du, nicht ich
    Nicht du, nicht ich!

    Keine Angst!
    Denn alles, was hier war
    Ist morgen vielleicht schon egal
    Außer Gefahr
    Keine Angst!
    Denn das, was du jetzt bist
    Ist nicht, was du für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst
    Nicht für immer sein wirst


    Es war eigentlich müßig, darüber überhaupt noch nachzudenken. Bald würde nichts mehr zählen. Nichts, was jemals jemand getan hatte. IMA, Aktive, Menschen, Übernatürliche – sie alle würden enden und die Asche der verbrannten Leichen irgendwann vom Wind davon getragen werden. Nichts auf dieser Welt würde jemals wieder Bedeutung haben.

    Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst!
    Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst!
    Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst!
    Keine Angst!
    Nicht du, nicht ich!
    Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst!
    Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst!
    Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst!
    Keine Angst!
    Nicht du, nicht ich!


    Was eigentlich sogar ein fast schon beruhigender Gedanke war. Denn er machte es hinfällig, vor dem Kommenden noch Panik zu haben. An dem Ergebnis würde sich nichts mehr ändern, die Entwicklung dorthin grausam sein. Aber dann - wäre es endlich vorbei. Keine quälenden Gedanken mehr, keine Schuldgefühle. Kein Präsident, der sie an der Nase herumführte. Kein Leid, das die IMA-Gegner zu verhindern versuchten, obwohl diese Bemühung zwecklos war. Simone hasste es, wenn sie in diese Gedankenspirale abrutschte. Sie wollte nicht aufgeben, nicht die Hoffnung verlieren. Manchmal gelang es ihr sogar, noch in Erwägung zu ziehen, dass es Alkan, Cillian und ihrem Team doch gelang, etwas gegen die drohenden Aussichten zu unternehmen. Dann aber blickte sie wieder in Davids Gesicht, hörte Lars' spöttisches Lob, wie gut sie etwas gemacht hatte, nur damit er noch weiter verbal auf sie eintreten konnte. Und dann wollte sie keine Angst mehr haben. Nicht mehr jeder Sache die sie zwecks Kriegsförderung unternehmen sollte, entgegenbangen, weil sie wusste, dass es sie noch weiter von ihren Prinzipien wegtrieb. In diesen Augenblicken wollte sie, dass es endete. Dass einfach nichts mehr zählte.

    Als es klopfte, richtete sie ihren Blick Richtung Tür, versuchte sich wieder zu sammeln und die Gedanken zur Seite zu drängen. Egal, wer da nun was von ihr wollte, sie musste funktionieren, ihren Text abspulen, tun, was notwendig war.
    „Herein!“, rief sie also nach einem Moment.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 23:59

    Cillian Cavanaugh

    Ein bisschen nervös war Cillian schon. Nervös und auch unterschwellig zumindest wütend. Natürlich war Cillian auch klar, dass Noah nun einmal gefährlich war und dass es riskant war, ihn zu bewegen, aber trotzdem war er davon ausgegangen, dass man ihm kurz Bescheid sagen würde, wenn man seinen Bruder von hier wegbrachte. Natürlich konnte man sich für Noah jetzt nicht auch noch ein Bein ausreißen und natürlich war er ein Serienmörder und verdiente eigentlich keine Sonderbehandlung, nur hätte Cillian sich doch ganz gerne wenigstens kurz verabschiedet. Das wäre vermutlich auch für Noah besser gewesen, denn wahrscheinlich redete dieser sich jetzt wieder ein, dass Cillian ihn nicht mehr hatte sehen wollen. Oder er ließ es sich von irgendjemand anderem einreden.
    Fragte sich nur, von wem, denn auf Lítla Dímun war er nicht. Und genau das war der Punkt, der ihn nervös machte. Denn dort war ihm nur gesagt worden, dass sein Bruder eben nicht dort war, sondern in ein anderes Gefängnis verlegt worden war. Wohin, hatte man ihm nicht gesagt. Nur, dass Simone Bach das angeordnet hatte. Was Sinn ergab, denn sie hatte ihn immerhin auch wieder verhaftet, insofern war es ja stimmig, dass sie sich jetzt auch weiterhin darum gekümmert hatte. Das machte es eigentlich aber nur noch merkwürdiger. Sie hatte ihnen immerhin auch ein paar Stunden Gesprächszeit verschafft, hatte ihn angerufen, noch bevor sie mit Noah in der Zentrale angekommen war … und dann sagte sie ihm nicht kurz Bescheid, bevor sie ihn in irgendein anderes Gefängnis verlegte? Das machte doch keinen Sinn. Irgendetwas an der ganzen Sache war merkwürdig und Cillian war sich nicht sicher, ob er wirklich wissen wollte, was es war. Aber es besorgte ihn und machte ihn nervös. Vermutlich würde Cillian sich erst besser fühlen, wenn er Noah irgendwie ans Telefon bekommen haben würde. Fragte sich nur, wann das sein würde, denn so, wie Noah sich hier unmittelbar nach seiner Inhaftierung aufgeführt hatte, waren seine Telefonrechte mit Sicherheit bis auf Weiteres stark eingeschränkt. Aber Cillian musste einfach wissen, ob es ihm gut ging. Auch wenn er eigentlich keinen Grund hatte, davon auszugehen, dass Simone irgendetwas gemacht hatte, was nicht gut für Noah gewesen wäre. Und doch … ein schales Gefühl blieb.
    Also hatte er sich auf den Weg zu ihrem Büro gemacht und angeklopft. Als sie ihn hereinbat, trat er ein und ging zu ihr.
    „Hallo“, grüßte er sie mit einem leichten Lächeln. „Sorry, dass ich dich kurz stören muss, aber ich … habe bemerkt, dass Noah nicht mehr hier ist.“ Er überlegte, wie er es am besten freundlich formulierte, entschied sich dann aber doch für die direkte Frage: „Hat es einen bestimmten Grund, wieso du mir nicht Bescheid gesagt hast? Und wieso ist er nicht auf Lítla Dímun?“ Er klang dabei nicht anklagend, aber im Moment wollte er es ja auch einfach nur wissen.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mo 14 Aug 2017, 00:09

    Simone Bach

    Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihr aus, als Cillian Cavanaugh sie begrüßte. Er brauchte nicht anfangen zu reden, da wusste sie schon, worum es ging. Noah, natürlich.
    „Hallo“, begrüßte sie ihn erst einmal freundlich, zu dem Lächeln, mit dem sie ihn noch am Tag nach Noahs Verhaftung bedacht hatte, konnte sie sich allerdings nicht durchringen.
    „Noah wurde woanders hin verlegt, das ist richtig“, begann sie zu antworten, obwohl sie Cillian viel lieber die Wahrheit gesagt hätte. War natürlich keine Option. „Ich habe dir nichts gesagt, weil der neue Aufenthaltsort niemandem mitgeteilt wird.“
    Ihre Geschichte dazu hatte sie sich bereits zurechtgesponnen und sie war nun einmal nicht anfechtbar. Wenn die stellvertretende Leitung so eine Maßnahme entschied und die Leitung sowie der Präsident ebenfalls dahinter standen, konnte kein Aktiver, Diplomat oder sonstiges Ratmitglied etwas dagegen unternehmen.
    „Ich befürchte, dass die IMA ein verstärktes Interesse daran haben wird, ihn wieder in die Hände zu kriegen, nachdem sich Viklund-Holm absolut außerhalb ihres Zugriffsbereichs befindet. Das Risiko, dass wir Noah wieder verlieren, möchte ich nicht eingehen. Du weißt selbst, welche Konsequenzen das haben könnte und ich denke, niemand möchte riskieren, dass er befreit wird und sich am Ende noch auf die Suche nach Viklund-Holm begibt.“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mo 14 Aug 2017, 00:17

    Cillian Cavanaugh

    Schweigend hörte sich Cillian an, was Simone dazu sagte. Was sie sagte, ergab Sinn, es gefiel ihm nur nicht. Natürlich wollte Cillian auch nicht, dass die IMA seinen Bruder wieder in die Finger bekam, das verstand sich von selbst. Er war immerhin unglaublich erleichtert gewesen, als er gehört hatte, dass Simone ihn wieder inhaftiert hatte. Und doch gefiel es ihm nicht, nicht zu wissen, wo er war.
    „Heißt das, dass du auch mir nicht sagen wirst, wohin mein Bruder gebracht wurde?“ Nach wie vor klang Cillian dabei absolut nicht unfreundlich, aber an der Art, wie er es sagte – und dass er die Worte »mein Bruder« benutzte statt des Namens – konnte durchaus schon durchschimmern, dass Cillian nicht gerade begeistert von dieser Sache war. „Ich meine, dass ich nicht mit der IMA zusammen arbeite, versteht sich ja von selbst.“ Das war immerhin ungefähr so sinnvoll wie sich selbst in den Fuß zu schießen. Nein, eigentlich hätte Cillian sich sogar eher in den Fuß geschossen als in irgendeiner Form mit der IMA zu kooperieren. Immerhin war er ein Mensch und wie diese Organisation zu Menschen stand, war ja nun wirklich kein Geheimnis. Cillian wirkte schließlich nicht auch noch aktiv an seiner eigenen Versklavung mit.
    Vielleicht hatte er Simone in dem Punkt ja auch nur falsch verstanden. Immerhin konnte sie ihm nicht wirklich den Aufenthaltsort seines Bruders vorenthalten wollen, oder? Er und seine Familie hatten schließlich ein Recht darauf, zu erfahren, wo er war und wie sie ihn kontaktieren konnten.

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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mo 14 Aug 2017, 00:22

    Simone Bach

    „Korrekt.“
    Sie musterte ihn. Knappe Antworten hatte sie sich viel zu sehr in der Kommunikation mit Lars und David angewöhnt. Weil es da einfach nichts zu sagen gab und das Telefonat mit ihrem Team die letzte wirkliche Kommunikation mit gescheiten Leuten gewesen war.
    „Ich weiß“, sprach sie weiter.
    Natürlich wäre Cillian der letzte, der mit der IMA kooperieren würde, das brauchte er nicht zu erwähnen. Und sie nahm seinen subtilen Ärger durchaus wahr. Nur leider konnte der ihm auch nicht helfen.
    „Tut mir leid, ich kann da keine Ausnahmen machen.“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mo 14 Aug 2017, 00:30

    Cillian Cavanaugh

    Jetzt musste Cillian doch mal tief durchatmen. Er war unter seinen Brüdern eindeutig der beherrschteste und geduldigste, denn Noah brach da natürlich sowieso alle Rekorde und Matt konnte sich auch ziemlich gut aufregen, wenn es sein musste, aber das konnte auch er nicht einfach so hinnehmen.
    „Ich möchte mich nicht mit dir streiten“, entgegnete er also so ruhig wie möglich, „aber das finde ich nicht in Ordnung.“ Er musterte sie einen Moment lang. Das passte nicht zu ihr. Neulich noch hatte sie ihm massiv geholfen wegen Noah, hatte ihm Möglichkeiten gewährt, selbst nachdem Noah so dermaßen ausgetickt war – und jetzt verlegte sie ihn einfach in irgendein anderes Gefängnis und sagte ihm nicht einmal, wo er war? Das passte nicht zusammen.
    Plötzlich kam Cillian jedoch noch ein anderer Gedanke. Oh Gott. Oh Gott. Scheiße. Er schwieg einen sehr langen Moment. „Und ich will dir noch weniger etwas unterstellen“, sagte er tonlos, „aber ihr … habt ihn nicht an die Menschen übergeben, oder?“ Panik wallte in Cillian auf. Was war, wenn sie nicht drum herum gekommen waren? Wenn David so etwas, aus welchem Grund auch immer, angeordnet haben sollte, möglicherweise an der diplomatischen Abteilung vorbei, weil sie sich direkt an den Präsidenten gewandt hatten, dann hätte Simone schließlich schlecht etwas dagegen tun können. Mit einem Mal war Cillian extrem blass geworden. Eigentlich schätzte er sie nicht so ein, aber irgendetwas war hier nun einmal sehr merkwürdig. Oh Gott. Hoffentlich ging es ihm gut. Und es war nicht unmöglich, oder? Natürlich wären solche Verhandlungen normalerweise eher über die diplomatische Abteilung gelaufen, aber wenn die da nun gezielt etwas mit David ausgehandelt und ihn vielleicht sogar in irgendeiner Form zum Zugzwang gebracht hatten … er wollte gar nicht darüber nachdenken. Der Gedanke versetzte ihn wirklich in heillose Panik, was ihm auch anzusehen war.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mo 14 Aug 2017, 00:39

    Simone Bach

    „Das würde auch nichts bringen“, machte sie deutlich, dass Cillian sie unter keinen Umständen dazu bewegen konnte, etwas zu verraten. „Es tut mir leid, aber dieses Maßnahme ist zu seiner eigenen und daraus resultierend der Sicherheit von anderen leider notwendig.“
    Cillians Panik berührte sie und doch durfte sie nicht zulassen, dass sie irgendeine emotionale Regung in ihr hervorrief. Das würde sie unter Umständen nur verraten. Cillian war nicht dumm, wenn sie austickte – und 'Scheiße, nein!' wäre definitiv eine zu aufgeregte Antwort gewesen – kam er nur noch eher darauf, dass etwas nicht stimmte.
    „Ich kann dir versichern, dass er nach wie vor in übernatürlicher Hand ist.“ Was nicht einmal gelogen war, nur dass sie da eben eher von Lars sprach, als einem Gefängnis.
    „Keiner hat ein Interesse daran, ihn den Menschen zu übergeben.“ Was wieder den Tatsachen entsprach.
    Sie wusste nicht, wie sie Cillian beruhigen sollte. Es kostete sämtliche Energie, sich selbst nicht durchdrehen zu lassen.
    „Du solltest dir keine Sorgen machen. Es geht ihm gut.“ Was auf verdrehte, widerliche, falsche Art vermutlich auch tatsächlich stimmte. Immerhin feierte er vielleicht gerade mit Lars eine fröhliche Reunionparty und sie planten, wie sie das Menschenmädchen wieder in ihre Gewalt bringen konnten oder so. Nicht darüber nachdenken, ermahnte sie sich. Sie konnte daran schließlich rein gar nichts ändern.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mo 14 Aug 2017, 00:53

    Cillian Cavanaugh

    Langsam wurde die Wut in Cillian immer deutlicher. Natürlich verstand er es einerseits … andererseits aber auch eben nicht. Inwiefern gefährdete es denn bitteschön Noahs Sicherheit, wenn sie ihm davon erzählte?! War ja nicht so, als würde er dann zur IMA rennen und denen sagen, wo sie seinen Bruder zu suchen hatten. Er wollte einfach nur sicherstellen, dass es ihm gut ging. Und darauf hatte er doch wohl ein Recht! Trotzdem war es definitiv nicht sein Stil, auszurasten, das überließ er lieber Noah und phasenweise eben Matt. Also atmete Cillian erneut tief durch und versuchte, irgendwie die Contenance zu wahren. Was gerade gar nicht so einfach war.
    „Ich verstehe, wieso du es sonst keinem sagst, aber mit welcher Begründung kannst du es mir nicht sagen? Du hast selbst gesagt, dass du weißt, dass ich nicht mit der IMA kooperieren würde. Ich muss wissen, wie es ihm geht, Simone. Er hat schlimme Dinge getan, ja, aber er ist mein Bruder. Ich habe ein Recht darauf, zu wissen, wo er ist und Kontakt mit ihm aufzunehmen.“ Gut, Letzteres vielleicht nicht unmittelbar, wenn er erst einmal in Isolationshaft kam – die hatte er sich ja nun einmal zweifelsohne eingebrockt – aber so vom Prinzip her grundsätzlich.
    Das alles machte ihn misstrauisch. Was war, wenn er doch bei den Menschen war? „Wenn ihr ihn an die Menschen übergeben hättet, würdest du mir das jetzt wahrscheinlich auch kaum sagen, oder?“ Verflucht, er war wirklich kurz davor, durchzudrehen. Wenn er sich vorstellte, was die möglicherweise alles mit ihm anstellen würden … „Ich muss wissen, dass es ihm wirklich gut geht, Simone. Ich muss einfach. Bitte.“

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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

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