Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 00:52

    Lars Viklund-Holm

    In den ersten beiden Tagen nach seiner Befreiung war Lars die meiste Zeit allein. David hatte über Adam fragen lassen, ob er jemanden brauchte und natürlich hatte Lars verneint. Zwischendurch hatte er mehrmals bereut, das so leichtfertig abgelehnt zu haben. Er war noch immer zu erschöpft, um sich aus eigener Kraft auf den Beinen zu halten, war gleichzeitig aber auch so müde, dass er die meiste Zeit schlief, wenn auch sehr unruhig. Immer wieder musste er an die Menschen denken und an alles, was sie getan hatte und auch wenn Lars es nicht einmal vor sich selbst wirklich zugeben wollte, wünschte er sich, dass er jetzt nicht alleine gewesen wäre. Irgendwie wäre es schön gewesen, Noah hier zu haben. Gleichzeitig war Lars jedoch auch froh darüber, dass er es nicht war. Noah brauchte immer jemanden, der ihn selbst ein wenig aufrichtete und gerade hätte er dafür nicht die Energie besessen.
    Am dritten Tag schaffte Lars es zumindest, aus eigener Kraft aufzustehen. David hatte dafür gesorgt, dass ihm regelmäßig Adam oder ein anderer künstlicher Mensch etwas zu essen vorbei brachte und nach ihm sah und nachdem er die letzten zwei Tage viel geschlafen hatte, ging es immerhin schon ein wenig besser. David selbst hatte sich allerdings noch nicht blicken lassen, auch wenn Lars sich sicher war, dass er sich von ihm noch was würde anhören dürfen. Allerdings schien David beschlossen zu haben, dass das Zeit hatte, bis Lars sich ein bisschen erholt hatte.
    Nach einigen Tagen beschloss Lars, endlich zu duschen. Die letzten Tage war es keine Option gewesen, weil er sich nicht so lange auf den Beinen hätte halten können. Nach einigen Mahlzeiten und einer Menge Schlaf traute er es sich langsam wieder zu. Schon als er das Wasser aufdrehte, überkam ihn ein komisches Gefühl. Er fühlte sich nicht wohl dabei, sich unter den Strahl zu stellen und es kostete ihn verdammt viel Überwindung, sich schließlich doch noch unter die Dusche zu stellen. Es war unangenehm. Sein Körper schmerzte noch immer, obwohl Lars versucht hatte, sich bestmöglich mit Schmerzmitteln abzuschießen. Trotzdem ging es noch – bis zu dem Moment, als das Wasser tatsächlich sein Gesicht berührte.
    Die Erinnerung an das Gefühl der Panik, zu ersticken oder zu ertrinken, traf ihn mit einer solchen Wucht, dass Lars es gerade noch so schaffte, die Dusche abzustellen, bevor sein ganzer Körper von einem solch starken Zittern erfasst wurde, dass er sich auf den Boden der Duschwanne gleiten lassen musste. Scheiße. Lars schloss die Augen, versuchte seine unruhige, fast hyperventilierende Atmung zu beruhigen, doch es war unglaublich schwer. Er wollte sich nicht an diese Dinge erinnern und wollte sich vor allem nicht davon schwächen lassen. Das passte nicht zu ihm. Er war verflucht noch mal nicht schwach! Und doch konnte Lars sich einfach nicht dazu überwinden, die Dusche wieder anzustellen. Er wusste nicht, wie lange er dort gesessen hatte, bis er schließlich aufstand und rüber zum Waschbecken ging. Er seufzte, als er in den Spiegel blickte. Seine Haare waren immer noch völlig verfilzt. Es würde ewig dauern, sie wieder in Ordnung zu bringen. War wohl klüger, das abzukürzen. Somit griff Lars nach einer Schere, kürzte sein Haar wieder etwas und wusch sein Haar so vorsichtig wie möglich, indem er immer wieder die Hände im Waschbecken befeuchtete und sich damit durch die Haare fuhr. Am Ende hatte er mit Sicherheit noch etwas Schaum vom Shampoo in den Haaren behalten, aber damit würde er fürs Erste leben müssen. Das war immer noch besser als der Zustand, in dem sie zuvor gewesen waren und es war auch deutlich besser als eine Panikattacke.
    Lars nahm sich noch ein paar weitere Tage, um sich zu regenerieren und langsam wieder zu Kräften bekommen. Duschen funktionierte noch immer nicht. Immer wieder, sobald Wasser sein Gesicht berührte, brach er fast zusammen. Er musste sich ablenken.
    Und so ließ er Carlos eine Nachricht zukommen, dass er an einen bestimmten Ort kommen sollte. Immerhin hatte er versucht, ihn zu befreien, das hatte Lars nicht vergessen, auch wenn es nicht geklappt hatte. Aber immerhin war es Lars selbst gewesen, der ihn weggeschickt hatte. Außerdem hatte er ebenfalls nicht vergessen, was Ian über Carlos’ weitere Aktivitäten an diesem Abend erzählt hatte. Damit war Lars sehr zufrieden, auch wenn er sich natürlich nicht groß darüber hätte unterhalten können.
    Lars beorderte ihn nach Berlin. Er hatte keine Lust, eine Begegnung mit Simones Team zu provozieren, wo Lars ihnen schon nichts antun durfte, weshalb eine ganz andere Stadt nahe liegend war. Berlin war groß genug, um nicht aufzufallen und diesmal würde er nicht so dumm sein, Adam nicht mitzunehmen. Zumindest den richtigen Ort hatte Lars direkt im Kopf. Ein langjähriges IMA-Mitglied besaß dort einen Nachtclub und dort konnten sie sich das Hinterzimmer ausleihen, um ungestört miteinander zu plaudern. Es war neutraler Boden, denn schließlich hatte Lars nicht vorher, seinen normalen Aufenthaltsort preiszugeben, auch wenn Carlos sich als vertrauenswürdig erwiesen hatte.
    Also wartete er am ausgemachten Abend im Hinterzimmer des Clubs auf Carlos, der natürlich am Eingang empfangen und zu Lars geführt werden würde.

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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 08:36

    Carlos Sanchez

    Der Spanier saß mit Liam zusammen in einem Abteil und sie plauderten über dies und das, während der Zug durch die Landschaft ratterte. Er hätte mit einem Auto fahren können, natürlich. Aber gerade genoss er das nichts tun müssen für den Transport noch viel zu sehr, offensichtlich die noch nachhallende Urlaubsstimmung. Natürlich fuhren sie erste Klasse, um nichts in der Welt würde sich Carlos in die überfüllten zweite-Klasse-Großraumwaggons quetschen. Von Gedränge hatte er nun erst einmal genug, das war das einzige auf der Schiffstour gewesen, dass ihn irgendwann genervt hatte. Dass Menschen immer alles so voll packen mussten, dass sie wie Legehennen beieinander hockten.
    In einem kleinen Kaff noch ein ganzes Stück vor Berlin stiegen sie schließlich aus, was im ersten Moment unsinnig erscheinen mochte, denn der Zug wäre eine Direktverbindung gewesen. Aber Liam hatte hier noch etwas zu erledigen, bevor Carlos mit dem nächsten Zug weiter fuhr.
    „Viel Spaß“, verabschiedete er sich mit einem Grinsen, als die nächste Reisemöglichkeit vor ihm hielt.
    Liam würde nun noch ein paar Minuten warten, bis Carlos' Zug definitiv nicht mehr angehalten werden würde, wenn in dem dörfischen Bahnhof für Menschenverhältnisse die Hölle losbrach. Dabei würde es eh glimpflich ablaufen. Sollte schließlich kein weiterer Massenmord werden, was das Bedürfnis anbelangte, war Carlos erst einmal befriedigt. Es ging mehr darum, noch einmal darauf hinzuweisen, dass es Übernatürliches gab. Dafür würde Liam einen Teil des Gebäudes pulverisieren, den nächsten einfahrenden Zug zur Hälfte demolieren, und dann verschwinden, um die Menschen darüber nachdenken zu lassen, dass es unmöglich war, so saubere Explosionen mit Sprengstoff zu verursachen. Immerhin zerfiel von Liams Fähigkeit bearbeitete Materie in feinen Staub, ohne größere Stücke, was für normale Detonationen ja nun einmal vollkommen untypisch war. Vor allem, wenn die Feststoffe direkt daneben in einwandfreiem Zustand waren. Möglicherweise würde der eine oder andere Mensch durch einen unglücklichen Sturz auf die Gleise verenden oder zumindest schwer verletzt werden, wenn Liam ihnen den Untergrund unterm Arsch wegpulverisierte, aber lebende Verluste waren diesmal nicht das Primärziel. Einen kurzen Moment lang hatte Carlos überlegt, Berlin für die kleine Demonstration zu nutzen, den Gedanken aber wieder verworfen. Er traf sich dort immerhin mit Lars und es konnte wohl kaum in dessen Sinne sein, die Aufmerksamkeit auf eine Stadt zu lenken, in der er sich gerade befand. Nicht so kurz nach seiner offensichtlichen Befreiung aus dem Gefängnis. Außerdem hatte der Dorfbahnhof noch einen weiteren Vorteil: Den Menschen wurde klar, dass sich die IMA nicht auf große Städte konzentrierte, sondern dass niemand mehr irgendwo sicher war.
    Äußerst zufrieden stieg Carlos in Berlin aus, schlängelte sich durch das Gedränge zu einem Bäcker, um sich eine überteuerte Pizzaecke zu holen und marschierte schließlich kauend Richtung des Treffpunkts, den Lars angegeben hatte. Ein Nachtclub in IMA-Hand. Immer wieder praktisch. Dort angekommen, wurde er bereits erwartet, einer kurzen, prüfenden Musterung unterzogen und schließlich zu Lars ins Hinterzimmer geführt.
    „Hallo Boss!“, begrüßte Carlos ihn, noch immer gut gelaunt.
    Lars' Anblick wischte ihm jedoch die Freude vom Gesicht. Lars war in offensichtlich beschissenem Zustand. Halb verheilte Wunden im Gesicht, ausgezehrt. So sah definitiv niemand aus, der von Litla Dimun gekommen war. Selbst mit Leuten wie ihnen wurde da zumindest halbwegs anständig umgegangen.
    „Da ist ordentlich was schief gelaufen, oder?“, erkundigte er sich, während er sich auf einen Stuhl fallen ließ.
    Scheiße, die einzigen, die Grund hätten, ihn so sehr zuzurichten, waren Menschen. Aber Menschen konnten ihn doch nicht in die Finger gekriegt haben, oder? Oh, wenn es doch Menschen gewesen waren, würde Carlos bedauern, heute ein Ziel mit wenig menschlichen Verlusten ausgesucht zu haben. Aber erst einmal abwarten, ob Lars etwas dazu zu sagen hatte. Vielleicht war ja auch alles ganz anders.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 09:50

    Lars Viklund-Holm

    Langsam ging es bergauf. Immer noch war Lars ziemlich erledigt von den Strapazen der nächsten Wochen und es würde auch sicher noch eine Weile dauern, bis sein Körper sich zur Gänze erholt hatte. Aber er war jetzt frei und das war es, was zählte. Trotzdem hatte er aus seinem Fehler gelernt. Adam saß im Schatten des Raumes und war nicht einmal sofort zu sehen, weil er sich so ruhig und unauffällig verhielt, aber er war anwesend. Natürlich hätte man sagen können, dass es womöglich noch immer leichtsinnig war, nur eine einzige Person als Begleitschutz mitzunehmen; andererseits hatte Adam unglaubliche Fähigkeiten, zusätzlich würde auch noch Carlos hier sein, sowie Florian, dem der Nachtclub gehörte. Und dass weitere IMA-Anhänger zugegen waren, war ebenfalls nicht unbedingt unwahrscheinlich.
    Es entging ihm nicht, dass Carlos’ Laune sich zumindest nach außen eindeutig änderte, als er Lars erblickte, aber das war auch nicht weiter überraschend. Zwar begannen die Hämatome und Schnitte in seinem Gesicht zu heilen, aber sie waren eben noch immer erkennbar, von dem ausgezehrten Zustand seines Körpers mal ganz abgesehen. Auch das würde noch eine Weile dauern. Aber Lars war auf dem richtigen Weg.
    „Hallo Carlos“, machte Lars noch einmal deutlich, dass er sich auf jeden Fall auch bis hierhin seinen Namen gemerkt hatte – und in einer Organisation wie der IMA war das sicher nicht üblich, immerhin waren sie eindeutig zu viele Leute, als dass jemand wie Lars sich jeden einzelnen Namen eingeprägt hätte. Aber der Name des Spaniers war ihm im Gedächtnis geblieben.
    Er schnaubte verächtlich. „Jannes Bornhöft war der Meinung, dass es eine gute Idee wäre, mich an die Menschen auszuliefern.“ Er griff nach seinem Glas auf dem Tisch – Wasser, denn Alkohol wollte er seinem Körper gerade wirklich noch nicht wieder zumuten – und trank einen Schluck, bevor er weiter sprach: „Aber wichtiger ist, dass ich wieder frei bin. Jannes hingegen ist in Haft und wird dafür bezahlen.“ Und bis er ihm den Gnadenstoß versetzen würde, würde es dauern. Erst einmal würde er dafür sorgen, dass ihm das Leben im Gefängnis zur Hölle gemacht wurde. „Ich habe gehört, was du an dem Abend noch geleistet hast“, sagte Lars und sah Carlos zufrieden an. „In der Bar und dem Krankenhaus. Erzähl mir mehr darüber.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 10:18

    Carlos Sanchez

    Dass Lars sich noch konkret an ihn erinnerte, fiel Carlos tatsächlich positiv auf. Zwar hatte er ihn damals rekurtiert, aber selbst das hatte er ja bei Dutzenden getan und es war schon Jahrzehnte her. Aber gut, er hatte schließlich auch versucht ihn zu befreien.
    „Scheiße!“ Es war vollkommen unüblich, Kriminelle auszuliefern und selbst ohne den Zusatz, dass Jannes in Haft war, hätte Carlos sich denken können, dass das eine dämliche Einzelaktion gewesen sein musste. Unglaublich! Außerdem war die Neubesetzung der Stelle an ihm nicht vorbei gegangen, er war informiert bis zu dem Punkt, dass es die Frau war, die an Lars' Verhaftung beteiligt war.
    „Und die Neue?“, fragte er also nach. „Weiß sie schon, dass du wieder frei bist? Die wird wieder versuchen, dich festzunehmen, wenn sie es erfährt, oder?“ Ein Jammer, dass er sie nicht erwischt hatte. Sie war bei dem Anschlag, bevor er von dem Ort auf die Brücke gegangen war, sicher ebenfalls unterwegs gewesen.
    „Ich hab nur deinen Befehl ausgeführt“, antwortete Carlos auf die Aufforderung, ihm von dem weiteren Abend zu erzählen und man sah ihm an, dass es ihm gefiel, dass Lars zufrieden damit war. Also führte er das selbst noch einmal aus, sparte dabei nicht an Beleidigungen den Menschen gegenüber und verlieh seiner Verächtlichkeit deutlichen Ausdruck. Alleine schon die Tatsache, dass sie ihre Krankenhäuser, wo die schwächsten Glieder ihrer Kette waren, nicht einmal versuchten zu schützen, grenzte für ihn an bodenlose Dummheit. Kalkulierten sie nicht ein, dass das perfekte Ziele waren?
    „Sie haben es nicht kommen sehen und sind vollkommen kopflos durch die Gegend gerannt“, schloss er seinen Bericht. „Aber keine Sorge, es leben noch genug, die davon erzählen können.“ Und da gab es genug zu erzählen. Immerhin war seine Kollegin leuchtend durch die Flure gelaufen, nachdem sie die Stromversorgung lahmgelegt hatten. Und Liam hatte die halbe Inneneinrichtung zerlegt. „Aber nicht genug, um es nicht zum mindestens zweitschlimmsten Verbrechen in der Stadt zu machen.“ Wieder hörte man seinen Stolz durch. Auch wenn es bei dem Anschlag nummerisch mehr getroffen hatte, war es doch noch mal eine besondere Sache, sich ausgerechnet diese Location auszusuchen. Da hatte Vesna wirklich einen guten Riecher gehabt. Gleichzeitig hatten sie dafür gesorgt, dass Opfer des Anschlags nicht dorthin gebracht hatten werden können. Was die anderen Krankenhäuser noch mehr überfordert hatte. Es hatte gut ineinander gegriffen.
    Carlos mochte seine Anschlagsideen grundsätzlich und hatte auch immer Spaß bei der Durchführung, aber dafür auch noch gelobt zu werden, vom Chef persönlich, war ein ganz besonderes Schmankerl.
    „Wenn du die Geschichte magst, kann ich dir noch ein paar erzählen.“ Ein bisschen selbstzufrieden grinste er in dem Moment schon. War ja nicht so, dass er in den letzten Wochen untätig gewesen wäre. Immerhin dürfte allmählich jemandem aufgefallen sein, was in dem Dorfbahnhof passiert war und allein der Gedanke war schon äußerst befriedigend.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 10:43

    Lars Viklund-Holm

    Scheiße traf es eigentlich noch nicht einmal im Ansatz, trotzdem hätte auch Lars selbst kein besseres Wort dafür finden können und er hatte es immerhin selbst erlebt. Ja, die Menschen hatten ihn ziemlich durch die Mangel gedreht, auch wenn er es nicht zugeben wollte und noch weniger wollte er darüber sprechen. Was diesen Punkt anging, war er plötzlich fast neidisch auf Noahs Gedächtnislücken. Natürlich hätte er Adam oder einen der anderen künstlichen Übernatürlichen bitten können, das Erlebte aus seinem Gedächtnis zu löschen, aber das wäre ein Zeichen von Schwäche gewesen und somit für Lars vollkommen undenkbar. Und wer wusste schon, ob sein Unterbewusstsein nicht trotzdem durch irgendetwas getriggert werden würde? Jetzt war Lars zumindest klar, wieso er Panikattacken beim Duschen bekam. Noch schlimmer wäre gewesen, es sich nicht erklären zu können.
    „Ja, sie weiß es“, entgegnete Lars. „Aber sie wird nichts unternehmen. Wir haben sie in der Hand.“ Wir natürlich im Sinne von ‚die IMA’ beziehungsweise deren Führungsriege, denn von David erzählte Lars natürlich aus diversen Gründen nach wie vor nichts. Dass Lars das letzte Wort hatte, war schließlich das gängige Bild und zugegeben, Lars genoss es auch wirklich, dass die meisten ihn als den Anführer sahen. Und David ließ ihm ja auch ziemlich freie Hand.
    Mit einem durchaus amüsierten Lächeln auf den Lippen lauschte Lars Carlos’ Bericht. Das war doch mal echter Einsatz! Wirklich, der Kerl gefiel Lars. Er hatte sich der Sache offensichtlich mit Leib und Seele verschrieben und das war etwas, was Lars grundsätzlich sehr schätzte. Immerhin war er selbst nicht anders. Alles, was er seit Gründung der IMA getan hatte, hatte in letzter Instanz eigentlich immer nur ihrem Ziel gedient. Gut, die Sache mit Marianne nicht direkt, aber man musste sich einfach auch mal persönlich etwas gönnen, insbesondere nachdem man 20 Jahre für die Sache ins Gefängnis gegangen war.
    „Großartige Idee“, entgegnete Lars. „Man sollte meinen, dass die Menschen selbst auf die Idee kämen, dass es nicht klug ist, ihre Krankenhäuser so ungeschützt zu lassen. Aber für uns ist das natürlich nur gut.“
    Und Carlos hatte sogar noch weitere Geschichten für ihn! Das Treffen war eine gute Idee gewesen. Die Vorstellung von mehr leidenden und sterbenden Menschen war gerade wie Balsam für Lars’ geschundene Seele. „Sehr gern. Erzähl mir, was du in den letzten Wochen noch so getrieben hast.“  
     
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 11:17

    Carlos Sanchez

    Natürlich fragte Carlos nicht nach. Es war klar, dass Lars nicht darüber reden wollen würde.
    „Sehr gut“, stellte er stattdessen in Bezug auf die neue stellvertretende Leiterin fest. „Mach es ihr so unangenehm wie möglich.“ War ja nur gerecht, dass ihr das Leben nun zur Hölle gemacht wurde. Übernatürliche hin und oder her, wer sich der Sache in den Weg stellte, gehörte ebenso aus dem Weg geräumt wie ein Mensch.
    „Wären sie klug, würden sie endlich einknicken“, entgegnete Carlos nur. Stattdessen ließen sie sich ununterbrochen von der IMA drangsalieren. Sie waren erbärmlich und hatten es damit auch nicht besser verdient. Sie wollten doch von ihnen behelligt werden, sonst würden sie da entweder ganz anders durchgreifen oder eben kapitulieren! Feiges Pack.
    Lars wollte noch mehr hören! Wunderbar! Carlos griff nach seiner Geldtasche, um einen zusammengefalteten Zeitungsartikel hervorziehen zu können und hielt ihn Lars entgegen.
    „Das fast unsinkbare Schiff“, immerhin hatten die Menschen nach dem Untergang der unsinkbaren Titanic beschlossen, keines ihrer Schiffe mehr für absolut unsinkbar zu erklären, „liegt auf dem Grund des Meeres.“
    Der Zeitungsartikel sprach von einem dramatischen Attentat relativ gegen Ende der Kreuzfahrt, unzählige Todesopfer, seltsame, aufgetauchte und inzwischen wieder verschwundenen Videos im Internet. Der Verfasser des Artikels räumte in seinem Text selbst ein, dass sich seltsame Vorgänge allmählich häuften und ging damit beinahe so weit, eine Verschwörungstheorie durchklingen zu lassen. Es war perfekt. Lars musste es einfach perfekt finden! Es war ideal gewesen, die Menschen auch noch dazu aufzufordern, ruhig ihre Handys zu benutzen, um alles aufzunehmen und ins Internet zu stellen. Anstelle darauf zu kommen, dass sie ihm damit nur einen Gefallen taten, hatten sie sich dadurch irgendwelche Chancen ausgemalt, dass er und seine Leute zumindest im Nachhinein überführt werden konnten. Dämlich. Es war leicht gewesen, in einem ferngesteuerten Boot zu verschwinden.
    „Wir haben die Schotten zerlegt, die Rettungsbote zerstört und das Ding schließlich über ¾ der Längsseite hinweg aufgerissen“, erzählte er, wie das abgelaufen war. Viel Mühe, da direkt jemanden umzubringen, hatten sie sich gar nicht machen müssen und ein paar Leichen hatten nur zur Panikmache gedient. Und Panik hatten die Menschen bekommen. Carlos war froh um seine Sprungfähigkeit gewesen, sonst hätten ihn die Menschen wahrscheinlich totgetrampelt. So hatte er sich und Vesna immer aus der Gefahrenzone bringen können.
    Carlos warf einen definitiv nicht beiläufigen Blick auf die Uhr. „Allmählich dürfte in Nennhausen auch allgemeine Besorgnis losbrechen. Immerhin steht da ein halb pulverisierter Zug auf den Gleisen und verhindert weitere Durchfahrten. Und der unerwartete Sturz auf die Gleise ist ein paar Menschen vermutlich auch nicht besonders gut bekommen.“
    Wie er es liebte, ein Publikum für seine Geschichten zu haben!


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 11:56

    Lars Viklund-Holm

    Natürlich würde er es Simone so unangenehm wie möglich machen. Lars bedauerte, dass er ihr dämliches Team nicht einfach qualvoll ermorden durfte, am besten vor ihren Augen. Auch wenn Simone nicht einmal diejenige war, die den größten Hass seinerseits auf sich gezogen hatte. Sie hatte ihn festgenommen, ja, aber sogar Lars war reflektiert genug, um zu wissen, dass sie nicht die Hauptschuld an der ganzen Misere trug. Da gab es andere. Weit oben auf Lars’ Liste war ohnehin Jannes, denn Lars war sich sicher, dass von dem die Initiative ausgegangen war. Und dann der Rest von Simones Team, aber die durfte er ja nicht anrühren. Nun gut. Der Deal schloss nicht die Familien und Freunde dieser Leute mit ein, insofern würde Lars da schon Mittel und Wege finden, auch so deutliche Zeichen seiner Ablehnung zu senden. Zum Beispiel in Form eines Kopfes eines Angehörigen. Und wenn er wieder einigermaßen fit war, würde er sich Marianne vornehmen. Mit ihr hatte immerhin alles begonnen und er wollte sie nun nur noch umso mehr in Besitz nehmen. Nicht einmal, weil es ihre Schuld war, dass er in die Situation gekommen war, sondern nicht zuletzt auch deswegen, weil Lars nicht wollte, dass das, was er in den Wochen danach erlebt hatte, völlig umsonst gewesen war. Er wollte sie haben und er würde sie auch bekommen.
    Lars sah sich den Zeitungsartikel an. Großartig! Das Attentat hatte gegen Ende der Kreuzfahrt stattgefunden, was dafür sprach, dass Carlos sich vorher einen kleinen Urlaub gegönnt hatte, aber das war in Ordnung. Immerhin war er trotzdem in den letzten Wochen insgesamt gesehen sehr fleißig gewesen. Und es war auch offensichtlich, wie sehr Lars gefiel, was er da hörte und las. Seine Miene hatte sich deutlich aufgehellt, seit dem Moment, in dem Carlos ihm den Artikel in die Hand gedrückt hatte und allein die bloße Vorstellung von all den Menschen, die ihr Leben hatten lassen müssen, erfüllte ihn mit einer tiefen Glückseligkeit.
    „Sehr gut. Ich bin sehr zufrieden“, bestätigte Lars ihm noch einmal und dass das die blanke Wahrheit war, war offensichtlich, wenn man ihm ins Gesicht sah.
    Aber Carlos setzte sogar noch einen drauf und nun lachte Lars sogar kurz auf. „Du steckst voller nützlicher Ideen“, stellte Lars noch einmal fest. „Und deine Bemühungen gehören auf jeden Fall belohnt. Ich habe auch nicht vergessen, dass du zumindest versucht hast, mich zu befreien.“ Dass es nicht geklappt hatte, rechnete er Carlos nicht als Verfehlung an. Schließlich hatte er ihn selbst weggeschickt. Was sich als gute Entscheidung herausgestellt hatte, denn sonst hätte Ian ihn vermutlich getötet und dann hätte Carlos all diese tollen Dinge gar nicht mehr umsetzen können. „Gibt es einen Wunsch, den ich dir erfüllen kann? Ich möchte dich belohnen.“ Natürlich war Lars dafür bekannt, es niemandem, inklusive seiner eigenen Anhänger, zu leicht zu machen, aber es war nun auch nicht so, als hätte er große Verdienste nicht anerkannt. Und Carlos hatte sich definitiv eine Belohnung verdient.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 12:19

    Carlos Sanchez

    Lars war das perfekte Publikum. Carlos genoss seine Anerkennung, die Freude auf seinem Gesicht, die ihn offensichtlich von seinen menschlichen Erfahrungen ablenkte. Und nicht nur, dass er erneut seine Zufriedenheit formulierte, nein, er bot ihm sogar eine Belohnung an. Was ein durchaus seltenes Privileg war, das wusste Carlos. Nur, dass es gerade gar nichts gab, das in Carlos' Augen hätte besser laufen können oder das er haben wollte. Davon, dass es sich um die wahre Führungsebene der IMA anders verhielt, als gedacht, ahnte er nichts, insofern kam er überhaupt nicht auf den Gedanken, sich Informationen einfordern zu wollen. Geld brauchte er nicht, wenn in dieser Hinsicht Bedarf bestand, erleichterte er gerne die Menschen. Die hatten es ohnehin verdient und finanzielle Mittel der IMA zu verschleudern, wäre Schwachsinn, wenn sich Geld anders beschaffen ließ. In die organisatorische Ebene der IMA wollte er gar nicht vordringen, es machte ihm viel zu viel Spaß, Anschlägen selbst beiwohnen zu können, er wollte das Ergebnis direkt miterleben können, die Panik auf den Gesichtern persönlich sehen. Was brächte es ihm da, so wichtig zu werden, dass er an der direkten Ausführung nicht mehr beteiligt war? Es wäre wohl ein bisschen sicherer, denn schief gehen konnte ja immer mal was, spätestens wenn die Aktiven auf den Plan traten, scheiße, die hatten immerhin selbst Lars überwältigt. Aber Carlos war nun mal ein Mann der Tat, also war es vollkommen uninteressant, sich von der Bildfläche zu manövrieren. Er zog immerhin gerne die Aufmerksamkeit auf sich und genoss es, derjenige zu sein, der das Weltbild der Menschen zerstörte.
    „Gerade habe ich tatsächlich keinen“, antwortete er also. „Aber dein Lob freut mich immens.“ Ja, er hatte keine Probleme damit, zuzugeben, dass es ihm außerordentlich gefiel, dass der Boss seine Ideen mochte. Das war schließlich sehr motivierend. „Ich bin vollkommen zufrieden damit, wie es momentan läuft und leiste gerne weiter 'Aufklärungsarbeit'.“
    Ihm war klar, dass auch Leute wie er einen nicht unerheblichen Wert für ihre Organisation hatten. Immerhin brauchte es talentierte Leute an der Front. Und nichts war schlimmer als Versager, die glaubten, der IMA zu dienen und sich versuchten zu verpissen, wenn es unschön wurde. Am allermeisten hasste er die, die dann plötzlich anfingen, auf die Aktiven zuzugehen, um irgendwelche Handel mit ihnen auszumachen. Verräter waren genau so schlimm wie Menschen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 12:31

    Lars Viklund-Holm

    Natürlich würde Lars seinem Anhänger auch nicht bedenkenlos alles geben, aber Carlos würde sicher klug genug sein, nichts zu fordern, was in irgendeiner Form unverschämt oder vollkommen unangemessen gewesen wäre. Zu Lars’ Überraschung forderte er allerdings wirklich überhaupt nichts. Das war interessant. Die meisten Leute, auch innerhalb der IMA, hätten sich mit Begeisterung auf ein solches Angebot gestürzt, hätten Geld gefordert oder zumindest eine bessere Position, die sie vielleicht sogar von der Front wegführte. Natürlich schloss man sich der IMA aus Überzeugung an und Lars beschönigte den Rekruten gegenüber eigentlich auch nichts. Natürlich war es nicht die beste Werbung, keinen Hehl daraus zu machen, dass ihr eigenes Ableben oder zumindest eine Inhaftierung durchaus nicht unwahrscheinlich war, aber Lars wollte auch, dass die, die sich der IMA anschlossen, es wirklich aus Überzeugung taten und nicht, weil sie einfach beispielsweise auf finanzielle Zuwendung aus waren. Genau das würden dann nämlich auch die ersten sein, die Deals mit Aktiven schlossen um Gefängnisstrafen zu verkürzen oder vielleicht präventiv sogar komplett zu vermeiden. Natürlich waren auch solche Sachen vorgekommen im Laufe der Jahre, das ließ sich auch nicht völlig vermeiden. Aber irgendwann waren solche Geschichten natürlich immer bis in die Führungsebene der IMA vorgedrungen und meistens hatten solche Verräter früher oder später einen äußerst tragischen Unfall oder Ähnliches. Lars war auch nicht besonders nachsichtig mit diesen Leuten.
    Carlos forderte allerdings nicht einmal etwas und das gefiel Lars sogar noch besser an ihm, auch wenn er trotzdem wollte, dass der Spanier wusste, dass das Angebot nicht einfach verfiel. Lars ließ seine Feinde niemals vergessen, dass sie Feinde waren, aber seine Verbündeten, die sehr gute Arbeit geleistet hatten, vergaß er eben auch nicht einfach.
    „Verstehe“, entgegnete Lars mit einem Lächeln. „Und umso besser, wenn du zufrieden bist. Leute wie du sind von immenser Wichtigkeit für uns.“ Daraus wollte Lars keinen Hehl machen. „Aber das Angebot verfällt nicht. Wenn du mal etwas benötigen solltest, dann komm ruhig darauf zurück.“ Konnte ja auch nicht schaden, einen Gefallen beim (offiziellen) Anführer der IMA frei zu haben.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 12:58

    Carlos Sanchez

    „Danke, das werde ich.“
    Carlos war sich ziemlich sicher, dass es nicht einmal zu diesem Angebot gekommen wäre, wenn er seine Taten im Hinblick auf eine Belohnung durchgeführt hätte. Dann wären sie schlichtes Mittel zum Zweck gewesen und man hätte es der Umsetzung vermutlich auch angemerkt. Aber er handelte da wirklich aus Überzeugung und das war es schließlich auch, was einen weiter brachte. Denn nur so arbeitete man effektiv. Dass ihm das nun Anerkennung von Lars entgegen brachte, war natürlich trotzdem toll. Und wer wusste, wann es mal wirklich notwendig sein konnte, bei Lars etwas gut zu haben?
    „Es ist jedenfalls gut, dass du wieder da bist“, wechselte Carlos das Thema ein bisschen in eine andere Richtung. Es war ja gut und schön, über Erfolge zu prallen, aber Lars hatte ihn wohl auch nicht nur nur Erheiterung herbestellt. „Die abgesagten Anschläge haben ein paar Leute ganz schön nervös werden lassen.“
    Natürlich bekam Carlos nicht alles mit, aber man tauschte sich eben doch untereinander aus und er wusste, dass sogar Stimmen laut geworden waren, die Lars unfähig nannten, weil er offensichtlich unter den Aktiven eingeknickt war. Anders ließ sich schließlich nicht erklären, dass er einfach ihr Programm gestrichen hatte. Und den einen oder anderen Größenwahnsinnigen, der ihn nun noch immer für ungeeignet halten würde, sie weiter anzuführen, gab es auch. Manchen fehlte schlicht der Intellekt, Notwendigkeit von Unfähigkeit zu unterscheiden.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 13:13

    Lars Viklund-Holm

    Lars nickte das nur ab, denn der Punkt war jetzt erledigt und Carlos wusste eben auch, dass er bei Lars etwas gut hatte.
    Er unterdrückte ein Seufzen, als Carlos auf die abgesagten Anschläge zu sprechen kam. Ja, da hatten die Aktiven ihm wirklich keine andere Wahl gelassen. Aber verflucht, er hatte sich nun nicht von Daria komplett das Gehör ruinieren lassen wollen und die Drohung mit den Menschen hatte natürlich auch gesessen. Aus gutem Grund, wie sich dann später ja trotzdem herausgestellt hatte.
    „Was haben sie gesagt?“, hakte Lars nach und ihm war anzumerken, dass ihn das nun eher wieder missgünstig stimmte. Wenn auch nicht Carlos gegenüber, schließlich hatte der bewiesen, dass er vertrauenswürdig war. Aber so grob konnte Lars sich durchaus schon vorstellen, was da wohl über ihn gesagt worden war und Lars würde seinen Punkt auf jeden Fall deutlich machen. Beziehungsweise würde er auf jeden Fall sehr deutlich machen, dass er noch immer ein mehr als geeigneter Anführer war. In einer solchen Situation wäre ja nun wirklich jeder eingeknickt, selbst David hatte ihm schließlich keine Vorwürfe deswegen gemacht. Und wer Lars kannte, wusste, dass er wirklich alles andere als leicht zu beeindrucken war.  
     
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 13:26

    Carlos Sanchez

    Es war klar, dass Lars der Themenwechsel nicht gefiel. Und vielleicht wäre es günstiger gewesen, die Reihenfolge umgekehrt zu führen. Aber Lars war nun einmal zuerst auf die Aktionen zu sprechen gekommen. Andererseits war Carlos sich auch sicher, dass Lars seinen Ärger nun nicht auf ihn beziehen würde. Und dass es eigentlich keine Überraschung sein dürfte, dass es da Querelen gegeben hatte.
    „Manche überlegen, ob du es als Anführer noch bringst“, begann er also. „Andere halten dich für einen Versager, weil du eingeknickt bist.“
    Carlos verurteilende Stimme stellte klar, dass er das anders sah. Er konnte sich vorstellen, was da gelaufen sein musste, dass Lars sich so verhalten hatte. Man brauchte sich doch nur anschauen, wie gnadenlos mit ihm umgegangen war. Und ein Aktiventeam, das ihn in die Finger bekam, hätte sicher auch keinen Grund gehabt, wesentlich schonungsloser mit ihm umzugehen.
    „Ich weiß nicht, wie das in den höheren Ebenen aussieht, aber zumindest das Fußvolk wird wohl kaum versuchen, da wirklich Dummheiten zu versuchen. Die meisten haben jetzt schon Schiss, weil sie nur darüber nachgedacht haben. Sie glauben aber, dass da von anderer Stelle durchaus was möglich ist.“ Das sollte Lars tatsächlich ein bisschen im Auge behalten.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 13:47

    Lars Viklund-Holm

    Also ging es wirklich in die Richtung, die Lars bereits befürchtet hatte. War ja auch nahe liegend. Dennoch war er sich nach wie vor sicher, dass er sich in der Hinsicht nun wirklich absolut gar nichts vorzuwerfen hatte, denn jeder andere in seiner Situation wäre ebenfalls eingeknickt und die meisten schon sehr viel früher. Immerhin hatte ihn 20 Jahre lang niemand in irgendeiner Form zum Reden bringen können und die meisten wären schon da irgendwann an den Punkt gelangt, einfach zu reden. Natürlich waren die Drohungen auf Lítla Dímun nicht einmal ansatzweise so schlimm gewesen, aber lange Verhöre konnten trotzdem sehr zermürbend sein und natürlich hatten sie Lars auch damals schon mit Dingen wie Isolationshaft gedroht, wenn er nicht kooperierte. Aber da musste man dann eben stark bleiben und darauf bauen, dass das ein temporärer Zustand war, den man überwinden konnte.
    Aber das mit den Menschen war eine gänzlich andere Nummer gewesen und hatte eben auch Lars geprägt. „Dann werde ich wohl unter Beweis stellen müssen, dass ich immer noch mehr als fähig bin, die IMA anzuführen und dass ich kein Versager bin.“ Auch wenn es an sich bereits mehr als nur unverschämt war, dass das überhaupt Leute über ihn gesagt hatten. Und oh ja, Lars würde dafür sorgen, dass jeder, der auch nur ansatzweise etwas in dieser Richtung geäußert hatte, es bitter bereuen würde. Man musste die Leute ja nicht gleich umbringen, aber wenn man ein Exempel statuierte und dann deutlich machte, dass man genau wusste, wer da inwieweit involviert gewesen war, half das in der Regel ziemlich gut. „Ich werde das auf jeden Fall durchleuchten und die Leute effektiv in ihre Schranken verweisen.“ Dann würden sie ja schon sehen, dass Lars es durchaus noch als Anführer brachte.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 14:47

    Carlos Sanchez

    „Klingt nach einem sinnvollen Vorgehen“, befürwortete Carlos Lars' Ankündigung.
    Stehenlassen konnte man sowas natürlich nicht. Und in seinen Augen hatte Lars sich durchaus als kompetent herausgestellt. Immerhin hatten sie ja auch die 20 Jahre, in denen er im Gefängnis gewesen war, überstanden. Da stimmten die grundsätzlichen Strukturen einfach und es war Schwachsinn, das alles nun in Frage zu stellen, weil er gezwungen worden war, ein paar Dinge umzuwerfen. Ja, Carlos war wirklich überzeugt von Lars, immerhin hatte der ihn auch damals persönlich für die IMA angeworben. Seine Gedanken schweiften zu der Zeit zurück, als er noch vollkommen unkoordiniert versucht hatte, die Menschen für ihr verachtungswürdiges Dasein zu bestrafen.

    Carlos hörte die Geräusche aus dem Innenbereich des Stadions schon lange, bevor er sich ihm überhaupt genähert hatte. Als er näher kam, sah er die lange Schlange vor dem Eingangsbereich, aufgebaute Fressbuden und lauter aufgeregte Menschen. Wegen anderer Menschen, die später vollkommen sinnlos einem Ball hinterherlaufen würden. Er verstand es einfach nicht. Aber er war ja auch nicht wegen dem Spiel hier. Also ging er an der Absperrung entlang, um zumindest ein bisschen außerhalb des direkten Sichtfeldes zu sein, musste ja nicht sein, dass jemand die Polizei und die damit die Aktiven riefen, bevor er hier seinen Spaß gehabt hatte. Mit einem Sprung beförderte er sich in das Stadion und nickte einem Jugendlichen, der seine Landung offensichtlich bemerkt hatte, nur übertrieben freundlich zu. Konnte nicht schaden, wenn der ein bisschen was zu erzählen hatte. Er ging noch einen Schritt weiter und nahm ihm den Bierbecher aus der Hand, als er auf seiner Höhe war, ihm einen drohenden Blick aus seinen dämonisch glühenden Augen zuwerfend. Konnte nicht schaden, ihn ein bisschen einzuschüchtern. Mehr wollte er ja gar nicht. Brutalität gegen Menschen amüsierte ihn am meisten, wenn sie von Menschen selber kam. Also schlenderte er weiter, betrachtete die Vorbereitungsarbeiten auf dem Spielfeld, das Einmarschieren der Mannschaften und hielt nach geeigneten Menschengruppen für seine Pläne Ausschau. Rivalisierende Fangemeinden hatte er schnell identifiziert und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Das würde jetzt so einfach werden. Menschen waren so berechenbar. Er brauchte sich in den nächsten Minuten nur in einen von den Blocks zu begeben, ein bisschen herumzustänkern und schließlich zu verkünden, dass seine Jungs und er, mit entsprechender Geste zu dem anderen Block, nachher noch Richtung für Stimmung sorgen würden. Selbiges zog er bei den anderen durch, gab ein paar Drohungen im Namen 'seiner Freunde von drüben' von sich und schon waren Ärger und der Wille, sich unter keinen Umständen verprügeln zu lassen, auf den Gesichtern erkennbar. In der Halbzeitpause eskalierte es dann. Während die meisten Menschen zu den Toiletten oder Fressalienständen strömten, versuchten die inzwischen aufgepeitschten Fans Carlos in die Hände zu kriegen, doch er wich ihnen geschickt aus, hüpfte über die Sitzreihen, so dass es extrem sportlich, aber noch nicht übernatürlich wirkte, und ließ zu, dass sie ihm folgten. So brauchte er sie nur noch in Richtung der anderen Gruppe zu führen und schon nahm das Chaos seinen Lauf. So verdammt berechenbar! Sicherheitskräfte eilten auf die sich raufende Menge zu, versuchten dem Ganzen Herr zu werden, doch nun, wo die Schlägerei einmal begonnen hatte, zog sie nur noch mehr Aufmerksamkeit auf sich, weitere Fans stürzen sich in das Getümmel und nahmen keinerlei Rücksicht auf die Menschen um sich herum.
    „Wie unzivilisiert“, hielt Carlos halblaut für sich fest, als ein unkoordiniert geworfener Bierbecher an ihm vorbei flog und ihn nur knapp verfehlte.
    „Du!“, bellte ihm ein Mann aus der ersten Gruppe, in der er zu intrigieren begonnen hatte, entgegen.
    „Ja?“, rief Carlos seelenruhig zurück, während sich seine Lippen zu einem gehässigen Grinsen verzogen, als er beobachtete, wie der Mann – wohl aufgrund des hohen Alkoholpegels – sich über die Sitzreihen quälte, um an ihn heranzukommen.
    Ob er Carlos' Treiben durchschaut hatte? Oder ob ihn dessen entspanntes Beobachten der Keilerei schlichtweg platzen ließ vor Wut, kümmerte den Dämon wenig. Als der Mensch nahe genug an ihm dran war, um ihn erreichen zu können, sprang er einfach ein Stück von ihm weg, was den Kerl vor Ärger aufbrüllen ließ. Wieder unternahm er sämtliche Bemühungen, doch Carlos brauchte sich keine Sorgen zu machen, auch nur im Ansatz gefährdet zu sein. Allerdings unterschätze er die Situation dann wohl doch für einen Moment, denn plötzlich spürte er, wie er von hinten von jemandem gepackt wurde. Gut, dann wurde es wohl doch ein bisschen ungemütlicher. Er stellte seinen sicheren Stand wieder her, ließ zu, dass sich der Angreifer weiter an ihm festhielt und sprang schließlich einfach in die Höhe in Richtung eines Teils der Überdachung über den teureren Sitzplätzen. Der Mann ließ aufgrund seines Schreckens los und prallte aus einem guten Meter Höhe auf die Sitze zurück, während Carlos sicher oben landete. Inzwischen erklangen Polizeisirenen. Das Spiel würde definitiv abgebrochen werden, der Tumult war inzwischen viel zu groß, um noch eindämmbar zu sein. Die sollten ihm dankbar sein, so konnten die Mannschaften ihre Zeit wenigstens mit was Sinnvollerem als dummen Herumgerenne verbringen. Er sprang über die Überdachung und Tribünen hinweg auf die andere Seite des Stadions. In dieser Richtung lag die Innenstadt und diese hatte er vor, nun aufzusuchen. Aufgrund seiner Fortbewegungsschnelligkeit würde es nicht lange dauern, bis er sie erreicht hatte. Über den Tumult hier würde er bestimmt noch durch die lokalen Zeitungen erfahren.
    In einer Bar angekommen, schaute er sich nach weiteren Möglichkeiten zur Streitstiftung um. Irgendwie war er noch nicht befriedigt. Sein Blick fiel auf drei Motorradfahrer am Tresen, die ganz klischeehaft die entsprechende Kluft trugen, kräftig gebaut waren und entsprechende Gesichtsbehaarung hatten. Herrlich! Eine Steilvorlage!
    „Ey!“, sprach er sie an und der Art, wie sie ihn taxierten, merkte er schon das Aggressionspotential. Sogleich hob er abwehrend die Hände. „Sorry, Leute. Ich dachte“, er druckste ein bisschen herum, als hätte er unter ihren Blicken Angst, „ihr wollt vielleicht wissen, dass die da draußen“, nun deutete er auf eine Gruppe junger Leute im Außenbereich, die beieinander saßen und soeben weiteren Gruppenzuwachs bekamen, „gegen eure Maschinen getreten haben. Wohl ne dumme Mutprobe oder so.“
    Tatsächlich ging gerade jemand an den Motorrädern vorbei und obwohl der damit natürlich gar nichts zu tun hatte, reichte es den Fahrern, um sich vergewissern zu wollen, dass da alles in Ordnung war.
    „Danke, Kleiner!“, wandte sich einer von ihnen noch einmal an Carlos, bevor sie gesammelt auf den Tisch zumarschierten.
    „Ein Absinth bitte“, bestellte Carlos, um die folgende Szenerie in aller Ruhe von einem der Barhocker aus genießen zu können.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 15:06

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Vor Wochen hatte Lars das erste Mal von einer dieser Aktionen gehört und er konnte sie nur gutheißen. Das war viel versprechendes Material für die IMA. Natürlich hatten sie darüber gerätselt, wie sich so jemand am besten rekrutieren ließ und Lars war nach wie vor der Meinung, dass David sich unbedingt aus der Öffentlichkeit fernhalten musste, was diese Organisation anging. Natürlich waren ihre Ziele die richtigen, aber die Öffentlichkeit sah das nun einmal anders und David wurde langfristig in anderen Positionen benötigt. Er würde sie alle in eine bessere Zukunft führen, aber das bedeutete nicht, dass es für Lars nicht auch die perfekten Aufgaben gab. Und heute war das die Rekrutierung eines neuen Mitglieds.
    Also hatte Lars Nachforschungen angestellt und die Zielperson eine Weile im Blick behalten und war ihm heute Abend sogar gefolgt.
    Offenbar hatte er auch hier bereits Stress angezettelt oder war zumindest dabei. Absolut vorbildlich. Lars hätte es selbst nicht besser machen können. Aber er war – vorerst zumindest – nicht hier, um Ärger anzuzetteln. Später konnte man darauf ja vielleicht noch zurückkommen, aber es war nun nicht das Primärziel. Nein, das Primärziel war der Spanier, der sich an der Bar niedergelassen hatte.
    Ohne in irgendeiner Weise zu fragen, ließ sich Lars auf dem Barhocker neben Carlos nieder und beugte sich noch einmal zu dem Barkeeper hinüber. „Vodka“, sagte er nur. Nicht mehr und nicht weniger. Menschen gegenüber musste man sich nicht mit unnötiger Nettigkeit aufhalten.
    „Ganz schön hitzige Stimmung, hm?“, wandte sich Lars schließlich an Carlos und war durchaus gespannt auf die Reaktion. Nach außen hin sah Lars immerhin aus wie ein ganz normaler Mensch, dessen war er sich selbst natürlich ebenfalls bewusst. Dass er wusste, dass er in der diplomatischen Abteilung des Rates arbeitete, war unwahrscheinlich, da sie nicht aus der gleichen Gegend kamen. Also war Lars umso gespannter darauf, wie Carlos ihn einordnen würde.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 15:21

    Carlos Sanchez

    Dass sich jemand neben ihm niederließ, störte ihn nicht. Dass derjenige anfing, ihn in ein Gespräch verwickeln zu wollen, schon. Also warf er ihm nur einen kurzen, warnenden Blick zu. Er wollte das hier genießen und sich nicht von einem Mensch, wie es aussah, sein Unterhaltungsprogramm kaputt machen lassen. Denn das schien gerade Fahrt aufzunehmen, die Leute am Tisch wehrten sich natürlich gegen die Vorwürfe.
    „Nerv mich nicht, Mensch“, gab er also als unmissverständliche Verdeutlichung seiner Unlust zurück. Es machte mehr Spaß, Menschen gegeneinander aufzuhetzen, anstelle da gleich selber Hand anzulegen. Aber er hatte auch kein Problem damit, es darauf ankommen zu lassen, wenn einer anfing, ihm persönlich auf den Senkel zu gehen.
    Aber vermutlich hatte die Warnung inklusive seiner auffälligen Augen ohnehin schon gezogen. Er wusste, dass viele Übernatürliche dieses dämonische Merkmal versteckten. Aber er persönlich sah überhaupt keinen Grund dazu. Die Menschen stuften ihn als Freak ein, also sollten sie auch einen Freak zu sehen bekommen. Deshalb hatte er auch keine Mühe damit, seine Fähigkeit vor ihnen zu benutzen wie vorhin im Stadion. Sie sollten ruhig daran erinnert werden, dass es Leute wie Carlos gab.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 15:28

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Die dämonischen Augen beeindruckten Lars natürlich überhaupt nicht, zumindest nicht im negativen Sinne. Aber auch hier befürwortete er, dass Carlos sie nicht versteckte. Sie waren ein auffälliges Merkmal, das Dämonen nun einmal äußerlich klar von Menschen unterschied, aber wenn Lars sie gehabt hätte, hätte er sie auch nicht versteckt. Dass Menschen damit nicht zurecht kamen, war schließlich eindeutig deren Problem. Aber all diese Dinge würden sich ändern, wenn sie ihr Ziel der Enthüllung der Magie und der Unterdrückung der Menschen irgendwann erreicht haben würden.
    Dass Carlos ihn einen Menschen nannte, störte Lars dann schon deutlich mehr, andererseits hatte er es auch darauf ankommen lassen, daher durfte er sich davon nun auch nicht zu sehr angegriffen fühlen. Allerdings hatte Lars trotzdem nicht vor, das auf sich sitzen zu lassen. Und wo Carlos doch offenbar schon ein so großer Fan davon war, die Menschen zu bedrängen und Chaos zu stiften, sollte er ruhig sehen, dass Lars da auch ein bisschen was auf dem Kasten hatte.
    Also lächelte Lars nur kühl, streckte die linke Hand aus, ließ einen über einen Meter langen Speer aus Eis erscheinen und warf ihn auf einen Menschen, der einfach davon aufgespießt wurde. Das war so schnell gegangen, dass die Menschen erst reagierten, als der Mensch bereits tot zu Boden fiel. Panik brach aus und die Menschen wollten Richtung Ausgang stürmen, doch Lars war schneller, streckte nun beide Arme in Richtung der Tür aus und ließ eine so dicke Eisschicht vor der Tür und den Fenstern erscheinen, dass sämtliche Ausgänge blockiert waren.
    „Noch Fragen?“, wandte er sich dann an Carlos, fast so, als wäre gerade absolut nichts Spektakuläres passiert.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 15:47

    Carlos Sanchez

    Die Aktion des Mannes neben ihm hatte er nun tatsächlich nicht erwartet. Und er zuckte tatsächlich im ersten Moment zusammen. Nicht, weil es ihm um den Menschen leidtat, sondern weil er sich schlicht tatsächlich über die Plötzlichkeit erschrocken hatte.
    „Nett“, kommentierte er das Ganze nun und beäugte den offensichtlichen Hexer nun aufmerksamer. „Hab dich falsch eingeschätzt. Sorry.“
    Offensichtlich war der Kerl ähnlich ablehnend den Menschen gegenüber wie er. Da war es schon eine ordentliche Beleidigung, ihn als Mensch bezeichnet zu haben. Aber das war für ihn im ersten Moment der logische Schluss gewesen und er hatte sich ja auch nicht die Zeit genommen, darüber länger nachzudenken.
    Er blickte zu dem Kellner, der wie erstarrt da stand. Wenigstens hatte das zur Folge, dass die Drinks noch in seiner Hand waren und nicht auf dem Boden. Also erhob er sich halb, beugte sich über den Tresen um an den Kellner ranzukommen und nahm sie ihm ab. In dem Moment kam wieder Leben in den Mann und er wich japsend zurück, stieß mit dem Rücken gegen die Glasflaschen hinter ihm.
    Carlos stellte den Vodka vor Lars ab und seinen auch noch gerade rechtzeitig auf die Holztheke, um den Angriff eines mutigeren Mannes als der Kellner es war, abzublocken, indem er schlicht nach oben sprang, den Mann somit gegen den Tresen laufen ließ und in seinem Rücken landete.
    „Was ist dein Problem mit ihnen?“, fragte er beinahe beiläufig, als würden sie übers Wetter plaudern, während sich noch immer Panik um sie herum am potenzieren war und Carlos den Angreifer in einem definitiv zu festen um noch als erträglich durchzugehenden Würgegriff festhielt.
    Er konnte den Hexer nicht einschätzen und nur weil sie offensichtlich im Bezug auf Menschen eine Meinung teilten, konnte es ja immer noch unschön werden. Besser, er zeigte auch gleich mal, dass er durchaus gnadenlos sein konnte. Einfach, um klarzumachen, dass er trotz dieser Gemeinsamkeit keinen Bock auf Stress hatte. Ein Kampf zwischen Übernatürlichen würde natürlich schöne Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber er bevorzugte es, nicht allzu schmerzhafte Opfer dafür bringen zu müssen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 16:04

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Die Panik der Menschen erfüllte Lars mit Zufriedenheit. Es gab kein schöneres Gefühl als von Todesangst erfüllte Menschen, die begriffen, dass es mehr gab, als sie je geglaubt hatten und die erkannten, dass sie vollkommen macht- und hilflos waren. Lars konnte es kaum erwarten, die Menschen endlich für immer in ihre Schranken zu verweisen.
    „Irrtümer passieren, wichtiger ist, daraus zu lernen“, sagte Lars ruhig und ließ den Blick über die panische Menge streifen, um sich sein nächstes Opfer herauszusuchen.
    „Ich könnte dir jetzt viele Dinge nennen“, entgegnete Lars und hatte sich nun für einen Mann entschieden, der der Mimik nach unsicher zu sein schien, ob er angreifen oder versuchen sollte, irgendwie zu fliehen. Narr. Er würde nicht durch die Eisschicht hindurch brechen. „Aber ich denke, der wichtigste Punkt ist, dass sie uns unterlegen sind.“ Er packte sein Opfer, drückte ihn runter auf einen der Tische und ließ diesmal eine kürzere Klinge aus Eis in seiner Hand erscheinen. Er beugte sich von hinten über den anderen Mann und fuhr mit einer kurzen, ruckartigen Bewegung mit der Eisklinge über die Halsschlagader des Mannes, um sie zu durchtrennen. Er röchelte und Lars ließ ihn einfach zu Boden fallen. „Sie würden sich auch nicht von Affen beherrschen lassen. Gleichzeitig bildeten sie sich ein, dass sie die stärksten Wesen auf dem Planeten wären, obwohl sie verglichen mit uns nichts anderes sind als Affen im Vergleich zu ihnen. Sie verdienen es nicht, diese Welt zu kontrollieren. Wir sind besser als sie, also sollten wir uns die Kontrolle holen.“ Er spießte eine Frau mit einem neuen Eisspeer auf, ging zurück zur Bar und trank nun einen Schluck von seinem Vodka. „Oder was meinst du dazu?“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 16:26

    Carlos Sanchez

    Die Motivation des Mannes schien sich von Carlos' zumindest ein stückweit zu unterscheiden. Ihm schien es darum zu gehen, dass Menschen Abschaum waren, weil sie schlicht unter ihnen standen. Carlos wollte ihm seine Meinung nicht madig machen, war ja sein gutes Recht, das so zu sehen und irgendwie zumindest auch eine Tatsache. Aber Carlos' Motivation, ihnen schaden zu wollen, war konkreter und erfahrungsbezogener.
    „Sie schimpfen uns Freaks“, antwortete er also. „Und sorgen dafür, dass manche von uns sich scheiße fühlen, so zu sein, wie wir eben sind.“ Er schloss kurz die Augen, wie um sich zu beherrschen. Das machte ihn so wütend! Er wusste nicht einmal, ob das wirkliche Arroganz, so wie sein neuer Bekannter sie interpretierte, war. Vielleicht resultierte es sogar aus Angst vor Andersartigkeit, das mochte ja sein.
    Der Mann in seinem Griff begann zu zappeln, als könne er die verminderte Sauerstoffzufuhr nicht mehr aushalten. „Sie treiben uns in den Selbstmord!“ Mit diesen Worten stieß er den Mann zu Boden, kniete sich über ihn und platzierte sein Knie mit fast dem gesamten Körpergewicht auf dem Halsbereich des Menschen. „Und das ist nicht tolerierbar.“
    Es war offensichtlich, was da wohl irgendwo in Carlos' Umfeld vorgefallen sein musste, dass er solche Dinge sagte und so voller Zorn war. Er brauchte nicht zu erwähnen, dass es seine Mutter gewesen war, die die ständigen Verleumdungen nicht mehr ausgehalten, sich schuldig für ihre Natur gefühlt hatte. Carlos konnte ihr nicht einmal vorwerfen, dass sie ihn verlassen hatte. Er warf es den Menschen vor! Die hatten sie dazu gebracht, sich so beschissen zu fühlen, dass ein endgültiger Ausweg irgendwann die einzige Option für sie gewesen war.
    Erst als der Mann unter ihm sich nicht mehr regte, erhob Carlos sich wieder, um an den Tresen zu treten. Seinen Absinth fasste er jedoch nicht an. Der war was für schöne Momente. Über seine Mutter nachzudenken war nicht schön! Sie hatte immer getrunken, wenn es nicht schön gewesen war. In der Hoffnung, manche Dinge so zumindest temporär vergessen zu können. Carlos war mit Alkoholkonsum also schon früh in Kontakt gekommen, hatte es aber zumindest geschafft, das in kontrollierte Bahnen zu lenken.
    „Zumindest mich wird kein Mensch jemals kontrollieren!“, bezog er sich wieder auf Lars' Vorstellung vom menschlichen Größenwahn. Was andere machten, war ihm egal. Zumindest zu diesem Zeitpunkt waren ihm auch noch menschenfreundliche Übernatürliche relativ egal, solange sie ihn nicht zu bekehren versuchten. Aber für sich selbst hatte er da klare Vorstellungen und sein Blick durch den Raum verriet, dass er nach irgendeinem Widerspruch Ausschau hielt. Über seine Mutter nachzudenken ließ ihn dann doch sehr konkrete Wünsche nach Gewalt entwickeln.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 17:00

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Es war interessant, was so bei Carlos’ Motivation herauszuhören war und mehr brauchte Lars eigentlich auch gar nicht zu wissen. Sein Hass hatte einen konkreten Anlass, ähnlich wie bei David, auch wenn es ganz unterschiedliche Gründe waren. Bei Lars lagen die Dinge etwas anders, er hatte zwar natürlich auch so seine Erfahrungen mit den Menschen gemacht und damit, dass sie sich für etwas Besseres hielten, allerdings nicht in einem solch extremen Ausmaß.
    „Das ist auf jeden Fall ein großer Teil des Problems“, sagte Lars und sah Carlos einen Moment lang an, beobachtete ihn dabei, wie er mit dem Menschen den Boden aufwischte. „Ein Problem, das es nicht gäbe, wenn die Menschen von uns wüssten. Im Moment zwingen sie uns ja noch, dass wir uns verstecken. Das gibt ihnen Macht über die Übernatürlichen, die sie nicht haben sollten.“ Gut, zugegeben, natürlich würden die Menschen auch noch versuchen, Übernatürliche zu diskriminieren, wenn ihre Existenz bekannt werden sollte. Nur konnte man dann viel konkreter dagegen vorgehen, sowohl auf legalem als auch auf illegalem Wege.
    „Das ist gut, leider geht es da nicht jedem so wie dir. Die Menschen sind einfach generell ein Problem, wenn du mich fragst.“ Und dabei hätte man so viele Dinge gegen sie machen können.
    „Lasst uns gehen, ihr Monster!“, schrie eine Frau verzweifelt und unter Tränen. Sie hämmerte gegen die vereiste Tür, versuchte irgendwie nach draußen zu kommen. Lars schnaubte verächtlich und trank noch einen Schluck Vodka. Monster. Es war einfach typisch Menschen, dass sie ganz selbstverständlich davon ausgingen, dass die Übernatürlichen die waren, mit denen etwas nicht stimmte und nicht sie selbst. Warum kam nie jemand von denen auf den Gedanken, dass Übernatürliche der nächste Schritt der Evolution waren und sie da nicht mithalten konnten? Aber vielleicht hatten manche von ihnen ja auch diese Gedanken. Nicht hier in dieser Bar, dafür waren die sicher gerade alle viel zu panisch, aber grundsätzlich unter den eingeweihten Menschen. War vielleicht auch einer der Gründe, warum sie so große Angst vor ihnen hatten. Weil sie wussten, dass die Übernatürlichen etwas Besseres waren als sie und sie es lediglich nicht einsehen wollten.
    „Monster, hm?“, fragte Lars, nachdem er sein Glas wieder abgestellt hatte und ging zu der Frau. Die Menschen um sie herum traten beiseite, niemand wollte in die Schusslinie gelangen, denn jedem war klar, dass sie das nicht überleben würde.
    Sie schluchzte. „T-t-tut mir leid …“
    Wieder ließ Lars einen Speer aus Eis erscheinen und stieß ihn ihr durch die Schulter.
    Sie schrie. „B-b-bitte …“
    Doch natürlich hatte Lars kein Erbarmen mit ihr. Er zog den Speer aus ihrer Schulter und rammte ihn ihr durch den Hals.
    Wieder rannten die übrigen Menschen panisch durch die Bar, wussten offensichtlich nicht, wohin sie zuerst laufen sollten; auf der einen Seite der Bar war noch immer Carlos und auf der anderen nun Lars und keinem von beiden wollten sie offensichtlich noch in die Quere kommen.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 17:54

    Carlos Sanchez

    „Mich zwingt niemand zu irgendwas.“
    Es ließ sich heraushören, dass Carlos durchaus gelernt hatte, dass man sich alleine durchzuschlagen hatte. Er wusste, dass  viele Übernatürliche ein neutrales bis freundliches Verhältnis zu den Menschen wollten. Er wusste, dass ein ein paar gab, die genau das nicht wollten. Aber mit Hintergründen oder gar Politik hatte er sich nicht befasst. Er musste auf sich selbst schauen. Er hatte noch nicht einmal einen festen Wohnsitz, zog umher durch Europa, weil es nirgendwo etwas gab, das ihn an einem bestimmten Ort halten würde. Nur aus Spanien hatte es ihn definitiv vertrieben, weil es unerträglich geworden war, länger an seinem Heimatort zu verweilen. Und wohl auch nicht ganz ungefährlich, denn er hatte da ein paar ordentliche Aktionen vom Stapel gelassen, um den Tod seiner Mutter zu rächen. Manchmal wunderte er sich fast, dass die Aktiven ihn noch nicht geschnappt hatten. Aber gut, er hatte keinen Wohnsitz, keine Kreditkarten oder sonstige nachvollziehbare Zahlungsverkehre, er lebte unter dem Radar, von der Hand in den Mund, stahl, was er eben brauchte, brach in Wohnungen ein, wenn es zu kalt zum draußen schlafen war. Seine Angriffe folgten ebenfalls keinem klaren Muster, er hatte keine Struktur, er konnte sich morgen schon entscheiden, in ein ganz anderes Land zu trampen. Er wusste selbst nicht, was er als nächstes tat, wie sollten die Aktiven es dann voraussehen können?
    „Ich verstehe nicht, warum der Rat sich dazu zwingen lässt“, sprach er weiter. Erschien ihm nicht besonders klug, immerhin löste es das Problem so nicht. So würden die meisten Menschen eben nie herausfinden, dass Übernatürliche normal waren. Aber gut. Politik war nicht sein Ding, wenn die es für klüger hielten, konnte er da nun mal nicht viel gegen tun.
    Die Frau, die sie als Monster tituliert hatte, wurde von dem Hexer bereits mit der nötigen Aufmerksamkeit bedacht und ja, ihre Panik erfreute ihn. Denn sie hatte es schon wieder getan! Sie als etwas Schlechtes hingestellt. Gut, in speziell diesem Fall mochte das vielleicht wirklich so erscheinen, aber da hatten sie schon Gelegenheit, mitzuhören, was offensichtlich ihr Problem war und schlugen doch noch in die Kerbe? Selber Schuld. Carlos bekam einen der herumrennenden Menschen am Ärmel zu fassen und stoppte ihn so.
    „Wieso tut ihr das eigentlich?“, fragte er verhältnismäßig ruhig. Hatte er immerhin bis jetzt noch nie getan. Ihm war noch nie die Idee gekommen, einfach mal einen von ihnen selber zu fragen.
    Der Mensch starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
    „Warum ihr uns so verurteilt, will ich wissen!“
    „Ihr seid grausam!“
    „Wir?“ Carlos deutete auf seinen neuen Bekannten und sich. „Oder alle wie wir?“ Damit machte er eine ausschweifende Geste.
    „Ich weiß es nicht!“, heulte er beinahe, sichtlich verzweifelt darum bemüht, das Richtige zu sagen.
    „Also ziehst du in Erwägung, dass wir alle so sind?“
    „Du willst doch nur einen Grund, mich umzubringen!“, brüllte er ihm entgegen und mobilisierte all seinen Mut, um Carlos nach hinten gegen die Theke zu stoßen.
    Der Kellner schien darin eine einzige, minimale Chance zu sehen und griff mit beiden Armen nach seinem Hals. War der dämlich? Mit einem gezielten Tritt beförderte Carlos den Mensch vor sich quer durch die Bar. Seine Sprungkraft war auch bei Trittattacken sehr nützlich. So flog der Mensch gegen eines der vereisten Fenster, glitt daran hinab und rührte sich nicht mehr. Dann stieß Carlos sich ab, nutzte den Griff um seinen Hals, um so hinter den Kellner gelenkt zu werden, was dessen Zupacken sprengte. Er unterdrückte ein Husten. Natürlich hatte das wehgetan, er war vielleicht anders, aber nicht vollkommen schmerzfrei. Er griff nach einer der Spirituosenflaschen, wohlweislich nicht die mit dem Absinth, und zerschlug sie.
    „Ich zeig dir jetzt, wie du das besser gemacht hättest, amigo.“
    Mit diesen Worten stürzte er sich auf den hoffnungslos unterlegenen Mann und warf ihn zu Boden. Kurz darauf tauchte er wieder im Sichtfeld der anderen auf und wischte sich fremdes Blut mit einem herumhängenden Handtuch aus dem Gesicht.
    „Eigentlich ist es witziger, ihnen zuzusehen, wenn sie sich gegenseitig aufreiben. Aber das hier ist auch nicht schlecht.“
    Das war ein guter Moment, ja. Also griff er nach der Absinthflasche und setzte sie an, um sich den Schluck zu genehmigen, der Dank der Dämlichkeit des Kellners inzwischen verloren war, weil es das Glas bei dessen Angriff nun doch noch umgeschmissen hatte. Scheiße, das Zeug war gut. Mit der Bar hatte er einen guten Fang gemacht.
    „Wie heißt du eigentlich?“, erkundigte er sich schließlich bei dem Hexer. Jetzt, wo sie schon so schön gemeinsam herummetzelten, konnte man sich schließlich auch mal vorstellen. Gleichzeitig füllte er das Vodkaglas des anderen nach und erfreute sich an dem immer wieder auftretenden panischen Gewimmer der Menschen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 18:11

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Die Menschen waren dumm. Anwesende ebenso wie global gesehen. Sie mussten doch langsam verstanden haben, dass sie sich nicht halfen, indem sie auf sie losgingen, trotzdem versuchten es vereinzelte von ihnen immer wieder, statt sich lieber bedeckt zu halten und zu hoffen, dass sie irgendwie unbeschadet aus der Sache herauskamen. Auch wenn Lars tatsächlich nicht vorhatte, hier jemanden am Leben zu lassen, von Carlos einmal abgesehen. Grundsätzlich war es zwar gut, wenn es Menschen gab, die von dem erzählen konnten, was sie gesehen hatten, aber momentan war Lars noch nicht so weit, dass er bereit gewesen war, sich enttarnen zu lassen. Und vor allem konnte er sich nicht leisten, dass es ein unbedeutender Aktiver war. Denn vor einigen Wochen hatte sich in Lars’ Kopf ein Plan zu formen begonnen, wie er die IMA ganz nach vorne bringen konnte. Bis es soweit war, würden aber noch einige Monate bis Jahre ins Land ziehen. Bis dahin durfte er nicht auf dem Radar irgendwelcher Aktiven auftauchen. Zumindest nicht in dieser Form.
    Schweigend beobachtete Lars also das Geschehen und griff nicht ein, als Carlos den Kellner aufmischte. Das konnte der Spanier auch ganz allein.
    „Ich bin Lars“, entgegnete er ruhig und beschloss, dass sie jetzt dann auch langsam mal zum Punkt kommen konnten. „Und ich weiß, dass dein Name Carlos ist.“ Er lächelte und spätestens jetzt war wohl klar, dass sie sich nicht zufällig über den Weg gelaufen waren. „Wir sind über die eine oder andere deiner Aktionen gestolpert. War gar nicht so leicht, dich ausfindig zu machen.“ Er griff hinter den Tresen nach einer geschlossenen Vodkaflasche und trank jetzt einfach direkt aus der Flasche weiter. „Aber ich muss sagen, dass ich schon ein bisschen beeindruckt von deinen Taten bin. Wir nennen uns die International Magical Association, kurz IMA, und unser Ziel ist die Enthüllung der Magie und langfristig die Unterdrückung der Menschen.“ Noch ein Schluck Vodka. „Interesse?“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 18:23

    Carlos Sanchez

    Bevor Carlos sich ebenfalls vorstellen konnte, enthüllte Lars, dass er seinen Namen bereits wusste. Was einigermaßen beunruhigend war. Gut, es war offensichtlich, dass er nicht gerade in die Arme eines Aktiven gestolpert war, das hätte den Verlauf dieses Treffens unmöglich gemacht. Aber es war kaum minder beruhigend, dass eine andere Institution offensichtlich ihr Augenmerk auf ihn geworfen hatte, was immerhin Beobachtung und Verfolgung inkludierte, zumindest ließen Lars' Worte das durchklingen.
    „Eine Terrororganisation“, schlussfolgerte Carlos. Nicht verurteilend, immerhin hatte er in den letzten Minuten deutlich bewiesen, wie es um seine Moral stand. Aber diese IMA war mit Sicherheit als solche eingestuft. Und somit war das ein potentielles Risiko, das sein unter dem Radar bleiben sicher schwieriger machen würde, wenn er Interesse hätte. Was nicht gesagt war. Er war ein Einzelkämpfer. Aber Enthüllung der Magie und Unterdrückung der Menschen klang nicht schlecht. Und ließe sich mit Verbündeten sicher leichter durchführen als allein.
    „Was verspricht sich die IMA denn von mir?“, erkundigte er sich mit einem leicht lauernden Unterton. „Und was habe ich von der IMA?“ Wenn es hier nur darum ging, am Ende leichter ausfindig gemacht zu werden, war er definitiv nicht angetan von dem Gedanken. „Und die allerwichtigste Frage: Was ist, wenn ich kein Interesse habe?“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 18:42

    Lars Viklund-Holm [Rückblick]

    Lars lächelte noch immer. "So wird man uns einstufen, ja." Bisher hatten sie sich noch nicht deutlich genug in der Öffentlichkeit gezeigt, als dass man sie tatsächlich schon in irgendeiner Form eingestuft hätte, aber das würde sich noch ändern. Bis jetzt hatte nur die Mitglieder sich vereinzelt ein bisschen Spaß gegönnt. Ähnlich wie er selbst und Carlos gerade. Aber wenn sie an die Öffentlichkeit gingen und wirklich als Organisation auftraten - und das würden sie sehr bald - dann würde man die IMA natürlich als Terrororganisation einstufen.
    "Zunächst einmal sind wir sehr interessiert an dir und deinen Taten. Du hast ja bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass du bereit bist, Gewalt gegen Menschen auszuüben. Das hier", Lars machte eine ausladende Geste in den Raum hinein, "ist schließlich der beste Beweis dafür. Wir brauchen Leute wie dich, die bereit sind, Menschen zu attackieren und zu töten." Immerhin gab es genug Leute, die gerne das Maul weit aufrissen und davon sprachen, was sie gern alles mit den Menschen angestellt hätten, aber die wenigsten von ihnen waren auch tatsächlich bereit, es durchzuziehen.
    "Im Gegenzug bekommst du den Rückhalt einer Vereinigung, die das Leben von Übernatürlichen über das der Menschen stellt. Du bekommst finanzielle Zuwendung, wenn du sie möchtest, und wir sind sehr gut vernetzt, bis tief in den Rat hinein. Wir haben Aktive und andere Vertreter des Rechtssystems in unseren Reihen." Inwiefern das mal potentiell nützlich sein konnte, musste Lars wohl nicht weiter ausführen. "Natürlich bestünde ein Risiko. Wir sind kein Kleingartenverein oder Kirchenchor. Als Mitglied der IMA riskiert man natürlich, früher oder später inhaftiert zu werden." Er trank noch einen Schluck. "Oder Schlimmeres." Er musterte Carlos nachdenklich. "Andererseits sollte das in deinem Fall fast irrelevant sein, denn das tust du ja auch so bereits, nicht wahr?" War ja nicht so, als wäre Carlos bisher ein unbescholtener Bürger gewesen. "Und wenn wir dich finden konnten, können es die Aktiven vermutlich auch irgendwann." Was nicht als Drohung gemeint war, sondern einfach eine blanke Tatsache. "Ab und an müsstest du mit anderen zusammen arbeiten, wenn es einen Auftrag gibt." Wobei Auftrag in dem Kontext natürlich einfach nur ein Euphemismus für Anschlag war.
    "Wenn du nicht interessiert bist, gehe ich zu deinen Gunsten davon aus, dass du mein Gesicht vergessen wirst. Lass dir aber gesagt sein, dass ich deines sicherlich nicht vergessen werde und ich es nicht mag, wenn man mir in den Rücken fällt." Okay, das war wiederum eindeutig eine Drohung, die aber ja ohnehin nur dann relevant werden würde, wenn Carlos beschließen sollte, ihm Ärger zu machen.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 13 Aug 2017, 19:04

    Carlos Sanchez

    Damit, sich mit seiner Gewaltbereitschaft einmal begehrt zu machen, hätte er nicht gerechnet. Zumindest nicht in diesem Sinne. Er hörte Lars' Ausführungen weiter zu. Finanzielle Mittel lockten ihn nun weniger, was er an Geld brauchte, hatte er sich schon immer zu besorgen gewusst. Damit hatte er schon früh begonnen und so die Haushaltskasse aufgestockt, ohne zu verraten, woher er das Geld hatte. Seine Mutter hatte es nicht hinterfragt, immerhin hatte man ihr nie einen richtigen Job geboten, also hatten sie irgendwie über die Runden kommen müssen. Rückhalt von jemand anderem außer sich selbst hatte er in den letzten Jahren nicht gekannt. Er wusste nicht, ob das gut oder ein Risiko war. Es war gut, dass es offensichtlich Leute gab, die seine Meinung teilten, das zweifelsohne. Und irgendwie ließ das ja auch Rückschlüsse darauf zu, dass Carlos' Meinung die Menschen betreffend nicht so selten war, wie man manchmal meinen mochte. Und er war nicht der einzige, der ein Problem in ihnen sah. Vertreter im Rechtssystem hingegen klangen schon ziemlich gut. Denn Carlos war bewusst, dass es im Grunde tatsächlich nur eine Frage der Zeit war, bis er mal in den Fängen der Aktiven landete, wenn er seinen Lebensstil nicht aufgab. Er ließ einen Blick über die verängstigten Menschen gleiten. Und eigentlich hatte er nicht vor, dass zu tun. Die Vorstellung, sie im größeren Stil dafür bezahlen zu lassen, was sie ihm angetan hatten, war verlockend. Es würden sich mit dieser IMA ungleich mehr Möglichkeiten bieten.
    „Hab ich keinen Grund zu“, ging er zunächst einmal auf die Drohung ein. Abgesehen davon, dass er tatsächlich keinen sah, wäre es ja auch schön hirnrissig, zu den Aktiven zu laufen und Lars zu verraten. Würde ihn schließlich selbst ans Messer liefern und er hatte definitiv alleine mit diesem Kneipenbesuch hier schon Dinge getan, die schlimm genug waren, um ihn trotz Kooperation nicht so bald wieder gehen zu lassen.
    Er wägte weiter ab. „Im Falle einer Verhaftung würde ich also tatsächlich von diesem unterwanderten Rechtssystem profitieren?“, fragte er bei diesem Punkt noch einmal nach. „Oder ist das nur die Werbemasche?“ Er machte keinen Hehl aus seiner Skepsis. Konnte nicht schaden, da erst einmal vorsichtig zu sein. „Und wer ist der Boss von dem Ganzen? Du sprichst immer nur von 'wir' aber es wäre nett, ein bisschen konkretere Vorstellungen zu haben, auf was, bzw. wen, ich mich da letztendlich einlasse.“
    Zumindest signalisierte er mit seiner Wortwahl potentielles Interesse und er konnte die Verlockung auch tatsächlich nicht leugnen. Allem voran wegen der Möglichkeiten, die sich ihm da bieten konnten.
    „Aussteigen ist vermutlich nicht mehr drin?“ Er wollte sich kein Hintertürchen verschaffen, sondern nur klipp und klar wissen, woran er war. "Gäbe es einen Ort, an dem ich dann leben müsste? Wie viele persönliche Freiheiten hat man noch?"


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

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