Pooly's Kunst und Schreibforum

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Pooly & Co.

    Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Austausch

    Jadelyn
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Fr 11 Aug 2017, 19:57

    Simone Bach

    „Also tun wir das lieber selbst, ja?“
    Eine rhetorische Frage. Sie kannte Davids Einstellung dazu schließlich nun und es brachte nichts, darüber mit ihm zu diskutieren. Es war schlicht erschreckend, wie entschlossen er davon zu sein schien. Das hätte sie ihm tatsächlich niemals zugetraut. Musste amüsant gewesen sein, sie so an der Nase herumführen zu können.
    Simone zwang sich, auf Lars' Worte keine Reaktion zu zeigen. Wie es um Anja und sie stand, ging ihn einen feuchten Dreck an. Und Anjas Meinung sie betreffend war ja momentan ohnehin nicht so berauschend, immerhin hatte sie ihr zuletzt ziemliche Dummheit attestiert. Zu recht, wie Simone nun schmerzlich bewusst wurde. Bei Lars' unverhohlener Drohung hatte sie das Bedürfnis zu reagieren. Aber was würde es bringen? David hatte klipp und klar gemacht, dass die Familien ihn nicht interessierten. Und Simone überlegte tatsächlich einen Moment, was dieser Deal dann eigentlich wert war. Immerhin würde es zumindest Daria und Anja zerstören, ihre Liebsten tot zu sehen.
    „Was ist eigentlich los mit mir?“, entfuhr es ihr aufgrund dieses Gedankenganges. „Haben dir drei Wochen menschliche Aufmerksamkeit noch nicht gereicht, dass du jetzt auch noch um meine betteln musst?“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Fr 11 Aug 2017, 20:17

    David Grünenthal, Lars Viklund-Holm, Adam

    David antwortete nicht mehr darauf. Sie wussten ohnehin beide, dass sich dadurch nichts ändern würde. Sie waren nun einmal nicht auf einem Nenner und würden auch nicht auf einen Nenner gelangen. Simone teilte ihre Ansichten nun einmal nicht, auch wenn manche ihre Äußerungen in der Vergangenheit viel versprechend gewesen waren. Aber im Grunde hatte er natürlich immer gewusst, dass sie sich nicht für die IMA würde begeistern können. Schon weil er wusste, dass die IMA ihr die Eltern genommen hatte. Natürlich hatte er, bevor er Simone eingestellt hatte, die Akten gewälzt und alles über sie zusammen getragen, das es zu wissen galt. Das hätte er schließlich unter normalen Umständen so oder so gemacht, es war immerhin Standardprozedere, jemanden genau zu überprüfen, der eine solche Stelle übernehmen sollte. Dass die IMA für sie keine Option sein würde, war ihm daher von Anfang an klar gewesen.
    Lars starrte sie wütend an. Das konnte ja jetzt wohl nicht wahr sein! Automatisch dachte er zurück, erinnerte sich an die Folter, an alles, was sie mit ihm gemacht hatten … - nein. Darüber durfte er jetzt nicht nachdenken. Am liebsten wäre Lars aufgestanden und hätte sie attackiert, aber das war keine Option, nach wie vor nicht. Er konnte ja nicht einmal wirklich aufstehen. Seine Beine würden ihn schlichtweg nicht tragen, wenn er es versuchte, weil er noch immer viel zu geschwächt war.
    „Was ist mit deinem Team, reden die noch mit dir? Die waren ja offensichtlich überzeugt davon, dass David der Böse ist, sonst hätten sie diese ganze Scheiße ja nicht abgezogen, von wegen, er wäre tot.“ Er betrachtete sie nachdenklich. „Nach deren Definition musst du doch schon längst zum Feind übergelaufen sein, was?“ Auf ihre Frage antwortete er nicht. Aber die Gegenfrage war vielleicht auch schon Antwort genug.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Fr 11 Aug 2017, 20:31

    Simone Bach

    Simone verstand wirklich nicht, was Lars jetzt daran hatte, sie zu provozieren. Reichte es ihm nicht, dass er wusste, dass sie verloren hatte? Dass es eine Qual für sie sein würde, Davids Ziele umzusetzen? Warum musste er da immer noch nachtreten? Weil es eben Viklund-Holm war, wusste sie die Antwort im Grunde selbst. Bei seiner Gefangennahme hatte sie bereits feststellen dürfen, dass sein Mundwerk bedauerlicherweise bis zum Ende am zuverlässigsten funktionierte.
    „Ein Jammer, dass sie dir nicht die Zunge rausgeschnitten haben“, zischte sie in seine Richtung.
    Allmählich fing er wirklich an lästig zu werden. Und torpedierte die Taubheit ihrer Gefühle konsequent, dabei war die das, was sie noch so ruhig hier stehen ließ. Aber mit seinem Gerede machte er es nur schlimmer. Wieso reichte es ihm nicht?!


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Fr 11 Aug 2017, 20:37

    David Grünenthal, Lars Viklund-Holm, Adam

    Einen Moment lang starrte Lars sie nur schweigend an, denn natürlich hatten die Menschen ihm offensichtlich nicht die Zunge herausgeschnitten, trotzdem traf sie damit einen wunden Punkt. Nur durfte er ihr das auf keinen Fall zeigen, dafür war er viel zu stolz.
    Adam verstand nicht, warum Lars diese Show abzog. Als er ihn bei den Menschen rausgeholt hatte, war er noch wesentlich kleinlauter gewesen. Andererseits war es auch nicht an ihm, das zu beurteilen. Letzten Endes stand Lars in der Hierarchie eindeutig über ihm; er war nicht derjenige, der das letzte Wort hatte, aber Adam musste auch seinen Befehlen gehorchen, solange sie nicht denen seines Schöpfers in irgendeiner Form gegenüber standen, denn dessen Wort hatte natürlich das größte Gewicht.
    David erwog, hier jetzt einzugreifen, denn ansonsten würden Simone und Lars sich nur immer weiter gegenseitig hochschaukeln. Andererseits hatte Lars ja jetzt nun einmal auch Einiges mitgemacht und letzten Endes konnte man ihm wohl auch nicht verübeln, dass er eher gereizt war.
    „Was würden deine Eltern wohl von dir halten, wenn du wüsstest, dass du Terroristen unterstützt?“
    David betrachtete Lars einen Moment lang schweigend. Er konnte unmöglich wissen, in welche Kerbe er damit schlug, während es David natürlich sofort klar war. Aber Lars hatte schon immer ein unglaubliches Talent dafür besessen, sich genau die richtigen Dinge herauszupicken, auch ohne sie wirklich wissen zu können.

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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Fr 11 Aug 2017, 20:46

    Simone Bach

    Simones Gesichtszüge entgleisten für einen winzigen Moment und sie bedachte Lars mit einem mörderischen Blick. Sie hatte keine Ahnung, ob er es wusste, es war ihr auch scheiß egal. Sie versuchte ihren vorherigen Gesichtsausdruck wieder herzustellen, doch sie wusste, dass es zu spät war, um ihn nicht wissen zu lassen, dass er ins Schwarze getroffen hatte. Dafür musste sie nicht in seine Mimik blicken. Sie wandte sich wieder David zu, ganz offensichtlich, denn das Lars es hasste, wenn über und nicht mit ihm gesprochen wurde, hatte sie bereits deutlich mitbekommen.
    „Der einzige Fehler, den die Menschen in den letzten 50 Jahren wirklich gemacht haben“, sagte sie also an ihn gewandt, als wolle sie das Gespräch von vorhin fortführen, zielte aber damit ganz bewusst in Lars' Richtung und war auch sicher, dass das hier jeder so auffassen würde, „ist der, dass sie dieses Arschloch am Leben gelassen haben.“
    Gleichzeitig durchzuckte sie der Gedanke, dass es sogar einen Menschen gegeben hätte, der ihn quallos, aber effektiv, aus dem Verkehr gezogen hätte. Wieso nur hatte sie Anja daran gehindert? Es hätte … so vieles vereinfacht.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Fr 11 Aug 2017, 20:54

    David Grünenthal, Lars Viklund-Holm, Adam

    Eigentlich hatte Lars das einfach nur so daher gesagt. Immerhin fanden so etwas die wenigsten Eltern gut und das schloss sogar seine eigenen mit ein. Als er ihren Blick bemerkte, wurde ihm jedoch klar, dass er einen Glückstreffer gelandet hatte. Da war noch mehr. Ihr Kommentar an sich interessierte ihn nicht einmal besonders. Dass sie das so sah, überraschte ihn nicht und da die Menschen ihn eben nicht getötet hatten, traf sie damit auch keinen Nerv. Aber es störte ihn natürlich wieder einmal massiv, dass sie es wagte, nicht mit ihm zu sprechen. Ihn ignorierte man nicht!
    „Tja, das hast du selber versaut, würde ich meinen, oder? Hättest du vor drei Wochen zugelassen, dass deine Freundin mir das Hirn wegpustet, müsstest du dich jetzt nicht mit mir herumschlagen.“ Hätte ja nicht wirklich etwas gegeben, was er in dem Moment hätte tun können. „Lass uns lieber weiter über deine Eltern reden. Wirst du es ihnen irgendwann sagen? Oder sind sie schon tot?“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Fr 11 Aug 2017, 21:11

    Simone Bach

    Wie sehr sie bereute, es nicht zugelassen zu haben … Sie presste die Zähne aufeinander. Nicht provozieren lassen, mahnte sie sich in Mantraform. Das war es nicht wert. Viklund-Holm war ein krankes Arschloch, das nun irgendwo Frust abbauen musste, weil es nicht so gelaufen war wie geplant. ER war es nicht wert, dass sie überhaupt einen weiteren Gedanken an dieses Gespräch verschwendete. Leider nur … machte er es ihr nicht gerade einfach, aus dieser sinnlosen Unterhaltung auszusteigen. Sie sah das Grab ihrer Eltern vor sich, wusste noch genau um das Entsetzen, dass ihr Tod mit sich gebracht hatte. Und sie fühlte sich schuldig. Dermaßen schuldig, diesen Deal mit David eingegangen zu sein, das sie für den Bruchteil einer Sekunde erwog, ihn durch irgendeine Aktion aufzukündigen. Aber sie musste an die Gegenwart denken! An die, die noch lebten. An ihr Team! Also konzentrierte sie sich wieder auf Lars.
    „Was beanspruchst DU hier überhaupt irgendein Rederecht? Solltest du es nicht besser wie er hier“, sie nickte schräg hinter sich Richtung Adam, „halten und deinen Chef reden lassen? Ohne David wärst von Litla Dimun nicht entkommen, du wärst noch immer in Menschenhand. Ohne David wärst du NICHTS!“ Oh ja, sie wusste sehr wohl, welche Knöpfe sie bei Lars zu drücken hatte. Sie hatte auch Noahs Schwachstelle schnell erkannt. Nur bei David … bei David hatte ihre Fähigkeit, andere Personen zutreffend einzuschätzen, kolossal versagt.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Fr 11 Aug 2017, 22:00

    David Grünenthal, Lars Viklund-Holm, Adam

    Natürlich war Lars klar, dass das an ihr nagen musste. Immerhin wollte sie ihn jetzt offensichtlich tot sehen und sie selbst hatte seinen Tod verhindert. Und mit ihren Eltern war er wohl auch auf irgendeine Goldmine gestoßen – großartig. Er hatte fest vor, weiter in diese Kerbe zu hauen, am besten so lange, bis sie zusammen brach. Nur sagte sie dann etwas, was er auf keinen Fall so stehen lassen konnte.
    Sofort verhärtete sich Lars’ Mimik. „Wie bitte?!“ Er starrte sie lange an. „Ich habe David dorthin gebracht, wo er heute ist! Ohne mich und mein Opfer wäre er niemals Präsident geworden. David wäre nichts ohne MICH und nicht umgekehrt!“
    Adam starrte Lars an. Wie konnte er es wagen, so etwas zu sagen?! Am liebsten hätte er ihm den Kopf abgerissen. So sprach niemand von seinem Schöpfer! Allerdings stand es ihm auch nach wie vor nicht zu, sich einfach gegen Lars zu wenden, solange es ihm nicht befohlen wurde.
    Auch David hatte Lars angesehen, allerdings deutlich ruhiger als Adam. Er wusste, dass Lars nun einmal hitzköpfig sein konnte und nicht in der Lage war, den Mund zu halten, dennoch war er nicht bereit, ein solches Verhalten einfach so hinzunehmen.
    „Ich wäre also nichts ohne dich, sagst du?“, fragte David ruhig.
    Lars sah ihn an und sagte einen Moment gar nichts. Schließlich seufzte er. „Nicht nichts“, räumte er ein. „Aber du weißt, was ich meine und dass es stimmt. Wenn ich mich nicht für dich und die Sache geopfert hätte, wärst du nicht da, wo du heute bist.“
    „Darüber müssen wir ohnehin noch sprechen. Du hast damals auf eigene Faust gehandelt.“
    „Weil du der Sache niemals zugestimmt hättest.“
    „Natürlich nicht. Du hast gegen den Plan verstoßen, indem du BEWUSST hast durchsickern lassen, in welchen Kreisen der Anführer zu suchen ist. Damit hast du die ganze Aktion gefährdet.“
    Lars schnaubte. „Ich habe überhaupt nichts gefährdet. Früher oder später wäre es sowieso herausgekommen und niemandem hätte es geholfen, wenn du ins Gefängnis gegangen wärst. Jeder liebt Helden, also musste ich einen aus dir machen.“
    Ein Teil von David konnte immer noch nicht fassen, dass Lars in dieser Sache hinter seinem Rücken agiert und damit eigentlich sogar ihn manipuliert hatte. „Wer, glaubst du, ist der Anführer der IMA, Lars? Denkst du, dass du es wärst?“
    „Nein. Aber die meisten anderen denken es. Nach außen hin bin ich es. Wenn dich das stört, hättest du dich nach außen hin outen müssen, statt mich das machen zu lassen.“
    David wusste, dass Lars letzten Endes schon irgendwie Recht hatte und genau das war ja auch das, was er immer geschätzt hatte, dass er nach außen hin eben nicht der Anführer war und von den meisten als Bekämpfer der IMA angesehen wurde und mit Sicherheit nicht als ihr Gründer. Die politischen Spielchen lagen ihm mehr als die simple Grausamkeit, die Lars nach außen hin verkörperte. Trotzdem passte es ihm gerade nicht, dass Lars sich hier so aufspielte – und dann auch noch vor Simone. Es war eine Sache, wenn sie im privaten Rahmen eine Meinungsverschiedenheit hatten. So etwas kam manchmal nun einmal vor und eigentlich war eine Sache, die er an Lars auch durchaus schätzte, auch die Tatsache, dass er eben KEIN blinder und stummer Mitläufer war, sondern seinen eigenen Kopf hatte. Aber er würde auch nicht zulassen, dass er versuchte, ihn vor Simone in den Schatten zu stellen.
    „Du solltest dringend noch einmal darüber nachdenken, mit wem du es hier zu tun hast, Lars. Ich bin immer noch der Anführer und du hast meine Entscheidungen und Befehle nicht in Frage zu stellen. Zwing mich nicht, dir zu zeigen, wie viel ich ohne dich bin.“
    Einen Moment lang starrte Lars ihn nur an. „Du drohst mir?“
    „Ich denke, du weißt schon, wie ich es gemeint habe.“ David sah zu Adam. „Adam, bring Lars von hier weg. Er ist erschöpft und offenbar weiß er gerade nicht so ganz, wovon er spricht.“
    Er konnte förmlich spüren, wie es in Lars rumorte, aber offensichtlich wagte der Schwede es nicht, ihm noch weiter zu widersprechen. Die Botschaft war angekommen.
    „Natürlich, mein Schöpfer“, säuselte Adam und huschte an ihm vorbei zu Lars.
    „Wir reden später noch einmal“, stellte David an Lars gewandt klar, dass das Gespräch zwar für den Moment, aber nicht insgesamt, beendet war.
    Dann verschwand Adam zusammen mit Lars und David wandte sich wieder Simone zu. Immerhin waren sie nun wieder alleine.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 06:34

    Simone Bach

    Die Tatsache, dass es es tatsächlich effektiv geschafft hatte, Lars zu provozieren, hätte Simone amüsieren oder aber zumindest zufrieden stellen können. Tat es aber nicht. Sie hatte es nie auf diesen Wortwechsel angelegt und nun mitzuerleben, wie Lars und David diskutierten, machte das Ganze irgendwie nur so skurriler. Und falscher. Abermals klang durch, was Lars getan hatte und gerade glaubte sie nicht, dass das nur ein gespieltes Gespräch war, um sie zu verwirren. Offensichtlich hatte sich Lars tatsächlich für David und die IMA 20 Jahre lang geopfert. Das machte diesen Mann nur noch furchteinflößender. Es gab genug brutale Personen, aber spätestens mit irgendetwas Persönlichem erwischte man sie dann. Lars war … unantastbar. Womit sollte man ihm zusetzen, wenn er ohnehin bereits eine zwei Jahrzehnte lange Haft abgesessen hatte? Gut, Jannes hatte ihn geknackt. Aber das würde wohl nie wieder passieren. Und sie persönlich konnte ja ohnehin rein gar nichts mehr gegen ihn unternehmen außer hoffen, dass er es sich nun nicht zum Ziel setzte, sie alle drei Tage aufzusuchen, um ihr die Nerven blank zu legen.
    Als Adam mit Lars verschwand, wandte David sich wieder an sie. Sie wollte dieses Gespräch beenden, es gab nichts mehr, dass sie sich zu sagen hatten. Seine Absichten waren klar, ihre Position in dem Ganzen war klar. Aber sie konnte es nicht. Lars hatte es geschafft, die durch den Schreck hervorgerufene Taubheit zu durchbrechen, an ihre Emotionen zu gelangen. Sie wusste, dass das schlecht war. Damit konnte sie nur noch mehr verlieren. Aber der Verzweiflung, die bei einem weiteren Blick in Davids Gesicht über ihr zusammenschlug, konnte sie nicht erwehren.
    „David“, begann sie also, machte einen kleinen Schritt auf ihn zu. Dass sie keinen Angriff durchzuführen gedachte, sollte offensichtlich sein. Tatsächlich dachte sie in diesem Augenblick nicht einmal daran.
    „Du musst das beenden!“ Ihre Stimme klang höher als sonst, ein Zeugnis der Angst vor diesem Krieg. Sah er das nicht? Sah er nicht, auf was er da zusteuerte? Da konnte er so hochrüsten, wie er wollte. Er würde auch mit Supersoldaten wie Adam keinen Krieg gewinnen. Die Menschen würden sich etwas einfallen lassen. Sie ließen sich ständig etwas einfallen. David hatte, recht, ja. Sie waren gnaden- und erbarmungslos. Sie machten weder vor Übernatürlichen, noch vor sich selber halt. Was bedeutete, dass es nichts gab, dass sie daran hindern würde, in diesem Krieg alles zu geben, was sie hatten.
    „Es ist noch nicht zu spät. Lass es sein. Lass Alkan etwas mit ihnen aushandeln. Niemand wird etwas von dir erfahren. Du kannst weiterhin der Präsident sein, den alle in dir zu sehen glauben. Du kannst sie in eine bessere Zukunft führen.“ Sie hatte automatisch immer schneller gesprochen, aus Angst, er würde sie unterbrechen. Das war die einzige Chance, vielleicht irgendwie doch noch an seinen Verstand appellieren zu können. Er war nicht dumm, ihm musste doch einleuchten, worauf sie hinauswollte!
    „Wenn du von diesem Kurs nicht abweichst, wird der gesamte Planet brennen.“ Das war keine Drohung, hörte sich nicht einmal wie eine an. Es war eine blanke Feststellung. Simone hatte in Nolans Gesicht gesehen und seine Entschlossenheit erkannt. Und Amerika war nur eine der kampflustigen Großmächte. Russland, China, Nordkorea … nur um die brisantesten aufzuzählen. Man brauchte noch nicht einmal an kleinere Staaten, die sicher inoffiziell ebenfalls Waffen bauten, zu denken. Die vier würden vollkommen ausreichen, um den Planeten unbelebbar zu machen. Und sie würden ALLES einsetzen. Sie würden sich selbst damit vernichten. Aber sie würden niemals zulassen, dass es den Übernatürlichen tatsächlich gelang, sie zu unterdrücken.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 12 Aug 2017, 10:47

    David Grünenthal

    In Davids Augen gab es keinen Anlass, Simone zu unterbrechen und so ließ er sie sprechen. Sie hatte genauso sehr ein Recht auf seine Aufmerksamkeit wie alle anderen Übernatürlichen auch. Simone mochte über ihn denken, was sie wollte, jetzt, wo sie die Wahrheit kannte, aber David interessierte sich für die Übernatürlichen, die ihn zu ihrem politischen Oberhaupt gemacht hatten. Es mochte auf einer Lüge aufgebaut sein, das änderte jedoch nichts an seinen Intentionen. Er bedauerte es, dass sie Angst hatte. Dass das der Fall war, war offensichtlich und es war schade. Andererseits konnte er es verstehen.
    „Ich will sie in eine bessere Zukunft führen“, entgegnete David und sah sie dabei an. „Das war keine Lüge. Ich habe die letzten zwanzig Jahre damit zugebracht, zu überlegen, wie sich dieser Konflikt anders lösen lässt als durch einen Krieg. Aber es gibt schlicht und ergreifend keine andere Lösung. Wenn ich eine andere Lösung sehen würde, wäre ich offen dafür.“ Er setzte sich nun auf einen Ledersessel in der Sitzgruppe und sah sie dabei noch immer an. „Aber Alkan kann sie besänftigen, so viel er will. Selbst wenn sie zunächst darauf einsteigen sollten, werden sie uns immer noch irgendwann in den Rücken fallen. Sie würden uns niemals als gleichrangig akzeptieren. In ihren Augen sind wir Monster und Freaks, die sie bisher dulden, weil sie keine andere Wahl haben. Sobald sie wissen, wie sie uns beikommen könnten, würden sie es tun. Völlig egal, ob die IMA die Füße still hält und Alkan sie temporär besänftigt hat. Sie wollen keinen Frieden mit uns. Nicht dauerhaft. Sie wollen ihn nur, bis sie eine bessere Alternative gefunden haben. Es ist keine Alternative, dass wir warten, bis wir gar keine Chance mehr gegen sie haben.“
    Er seufzte leicht. „Allein schon, dass sie solche Waffen haben, ist doch ein Problem. Sie müssen nicht einmal gegen uns Krieg führen wollen, damit wir gefährdet sind. Die haben jetzt lange genug die Kontrolle über diesen Planeten gehabt, den wir uns mit ihnen teilen müssen. Die werden ihn so oder so irgendwann zum Brennen bringen, wenn wir nicht intervenieren.“ Selbst das war schließlich ein durchaus realistisches Risiko. „Die haben schon zwei Weltkriege geführt, ohne dass wir in irgendeiner Form beteiligt waren. Von den ganzen anderen Kriegen und militärischen Konflikten allein schon des letzten Jahrhunderts mal vollkommen abgesehen. Sie sind gefährlich. Und das kann uns nicht egal sein.“ Er sah Simone noch immer an. „Wie gesagt, wenn ich es für realistisch hielte, dass die Übernatürlichen eine wirkliche Zukunft haben, ohne dass wir Krieg gegen die Menschen führen, wäre ich natürlich offen dafür. Krieg ist nie etwas Schönes, mir geht es mit Sicherheit nicht darum, möglichst viele Leute in den Tod zu führen. Aber wenn wir uns einfach irgendwann von ihnen überraschen lassen, stehen unsere Chancen noch schlechter.“ Wahrscheinlich würde sie das wieder nicht sehen wollen. Kaum jemand wollte das sehen. Sie sprachen alle von Deeskalation, aber sie wollten nicht begreifen, dass es die langfristig einfach nicht geben konnte, weil die Menschen niemals eine andere Spezies neben sich auf gleicher Stufe dulden würden – und schon gar keine fünf.
    „Du solltest dir schon einmal etwas wegen Noah überlegen“, kam David nun auf ein anderes Thema zu sprechen. „Wir können eigentlich nicht noch mehr Aufmerksamkeit und unangenehme Zwischenfälle gebrauchen, aber Lars wird ihn wiederhaben wollen.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 16:37

    Simone Bach

    Noch immer wollte Simone ihm glauben. Wollte annehmen, dass es wirklich keine andere Wahl gab, denn das würde alles irgendwie erträglich machen. Aber wie sollte sie ihm glauben können, wo sich nun herausgestellt hatte, wer er war? Er hatte sie und alle anderen an der Nase herumgeführt und damit war vermutlich jedes weitere Wort auch nur eine potenzielle Lüge. Auch wenn manches davon gar nicht so unsinnig klang. Einen Teil der Befürchtungen hatte sie schließlich auch bereits geäußert. Was David wohl darin bestärkt hatte, in ihr die beste Besetzung für den Job zu sehen. Und so gern sie es wollte, konnte sie ihm kein Gegenargument liefern. Denn es war nun einmal wirklich haltlos, die Menschen als friedliebende Spezies darzustellen oder anzunehmen, dass sie ihre Grausamkeiten nur auf ihresgleichen beschränkten. Mit dieser Behauptung würde sie sich nur lächerlich machen.
    „Cavanaugh wird offziell umverlegt“, antwortete sie nur. Das irgendwie hinzubiegen würde eines der geringsten Probleme sein. Ebenso wie Frederiks Freilassung. „Wenn das so ein Umstand für dich ist, wieso verbietest du es Lars nicht einfach? Wieso verbietest du ihm nicht, dieses Mädchen zu quälen? Du könntest all deine Machenschaften auch ohne diese sinnlose Grausamkeit praktizieren.“ Auch hier wusste sie im Grunde bereits, dass es sinnlos war, es überhaupt anzusprechen. Aber sie konnte nicht mit dem Gefühl leben, nicht wenigstens versucht zu haben, etwas zu ändern.
    Auch wenn ihr Versuchen wohl an Zeitverschwendung grenzte. Jannes hatte recht gehabt, schoss es ihr mit einem Mal durch den Kopf. Wenn sie nur ein bisschen mehr in Betracht gezogen hätte, dass er recht hatte, kurz gezweifelt hatte sie schließlich, es dann aber zur Seite geschoben, weil es nicht akzeptabel gewesen war, hätte sie all das vielleicht beenden können. Sie hätte nur auf ihn hören müssen. Sie hätte David in einem passenden Moment überwältigen und unschädlich machen können. Vielleicht … konnte sie das sogar jetzt noch. Immerhin waren sie nun allein. Was sollte er ihr entgegenzusetzen haben? Gut, ihre Magie schied aufgrund seiner Fähigkeit aus, aber in einer körperlichen Konfrontation malte sie sich an sich auch nicht gerade schlechte Chancen aus. Sie musterte ihn prüfend. Hätte sie eine Chance? Sie könnte es noch immer damit beenden. Sie würde als Präsidentenmörderin ins Gefängnis wandern, aber andere Leute könnten weiter gegen die IMA vorgehen. Lars würde ihr Team dafür bezahlen lassen, aber wenn man ganz emotionslos darüber nachdachte, in welcher Relation standen sechs Leute zu sechs kompletten Spezies? Ihre Verzweiflung wich dem Tatendrang. Sie müsste David umbringen und als nächstes Ephraim überwältigen. Der würde keinen Angriff erwarten und bis jemand merkte, was hier geschehen war, hätte sie Ephraims Büro längst erreicht. Dass die stellvertretende Leiterin aus Davids Büro kam, war schließlich nichts so Auffälliges, das man gleich nach ihm sehen würde. Wenn Ephraim tot war, würde sie ihr Team und sämtliche Unterzentralen warnen. Nein, entschied sie sich um, sobald David tot war, würde sie das als Zwischenschritt einschieben, falls Ephraim sie in ihrem dann sicher angeschlagenen Zustand überwältigen würde. Ein guter Plan. Simone schätzte Pläne, sie gaben Struktur und es ließ sich ein Punkt nach dem anderen abarbeiten.
    Der erste bestand darin, sich ohne Ankündigung auf David zu stürzen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 12 Aug 2017, 17:07

    David Grünenthal

    „Weil ich es nicht gebrauchen kann, dass Lars und ich uns gegenseitig bekämpfen“, entgegnete David schlicht. „Davon abgesehen hat er tatsächlich viel für mich und die Sache getan. Ich heiße sicherlich nicht alles gut, was Lars tut. Diesem sinnlosen Sadismus kann ich nichts abgewinnen. Aber wenn ein Menschenmädchen der Preis ist, um Lars zu kontrollieren, dann bin ich auf jeden Fall bereit, ihn zu zahlen. Und was Noah angeht, scheint er sich in Lars’ Nähe zumindest auch nicht unwohl zu fühlen.“ Gut, Noah war ein Risiko für alle Leute um ihn herum, das konnte auch David nicht leugnen. Aber in den letzten Monaten hatte Lars ihn ja schließlich auch ganz gut unter Kontrolle gehalten.
    Ihren Angriff hatte er tatsächlich nicht kommen sehen, aber er hatte in seinem Leben bereits sehr früh lernen müssen, Angriffe abzuwehren, die er nicht hatte kommen sehen. Also stürzte David sich zur Seite, als sie sich auf ihn stürzte und rollte sich ab. Sie hatte einfach Pech. Simone war schnell und mit Sicherheit eine fähige Kämpferin, immerhin hatte sie es mit ihrem Team auch geschafft, Lars zu überwältigen, nur war David leider seine gesamte Jugend hindurch auf nichts anderes als den Kampf gedrillt worden. Um ihn zu überwältigen, würde sie schon mehr brauchen.
    Und so richtete David sich wieder auf, warf den Tisch um, um sie auszubremsen, falls sie ihm folgen wollte, und griff nach Handschellen, die auf einem kleinen Beistelltisch lagen. Eigentlich benötigte David die selbst schon lange nicht mehr, aber es war praktisch, für den Notfall doch mal welche im Büro liegen zu haben. Damit stürzte er sich nun seinerseits wieder auf Simone, stieß sie zu Boden, drehte sie so, als sie auf dem Bauch lag, drückte ihr sein Knie in den Rücken und fesselte ihr mit den Handschellen die Hände auf den Rücken.
    „Hinsetzen“, sagte er jetzt und richtete sich wieder auf. „Sei nicht so dumm, Simone. Wir haben die Bedingungen abgesteckt, nun sei doch nicht so blöd, dagegen zu verstoßen.“ Er betrachtete sie einen Moment und schwieg. „Mein Vater war ein Mensch“, sagte er schließlich und wusste nicht einmal, wieso er ihr das sagte. Nur IMA-Mitglieder wussten davon und auch hier bei weitem nicht alle. „Und er hat mich von Kindesbeinen an im Kampf ausgebildet. Begreifst du jetzt, dass du mich nicht einfach überwältigen wirst?“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 17:47

    Simone Bach

    Sich mit jemandem wie Lars zu verbünden, machte David in Simones Augen nicht weniger grausam. Immerhin unterstützte er dessen Verhalten damit aktiv.
    Dass David auswich, war unpraktisch. Denn nun war er vorgewarnt. Natürlich setzte sie trotzdem nach, wurde durch den Tisch jedoch massiv ausgebremst. Sie schaffte es noch, das Hindernis zu überwinden, bevor David sich nun ihr entgegen warf. Sie versuchte ihr Gleichgewicht zu halten, doch David beförderte sie auf den Boden, und obwohl sie sich vehement wehrte, schaffte er es, ihr die Handschellen anzulegen. Dafür, dass er so lange keinen aktiven Posten mehr begleitete, sollte er definitiv nicht so gut in Form sein. Nachdem er sie fixiert hatte, ließ er wieder von ihr ab. Simone blieb einen kleinen Moment einfach liegen. Scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße. Sie war gescheitert, das würde sie teuer zu stehen kommen. Schließlich rappelte sie sich mühsam auf, was mit auf dem Rücken verbundenen Händen gar nicht so leicht war. In Ermangelung an Alternativen ließ sie sich wirklich auf einen der Stühle fallen und starrte David nur mörderisch an, als er sie daran erinnerte, dass sie eine Vereinbarung hatten.
    „Du hast ein Kindheitstrauma nicht überwältigt und willst deshalb diesen Krieg?“, stieß sie fassungslos hervor, als seine nächsten Worte zu ihr durchgedrungen waren. Sie wusste, sie sollte allmählich anfangen, sich wirklich kooperativer zu verhalten, immerhin war sie immer noch nicht tot und David hatte immer noch nicht gesagt, dass ihr Team es wäre. Aber das … war zu viel. Jedes verdammte Lebewesen hatte irgendetwas nicht überwunden! Das war doch kein Grund, alles vernichten zu wollen. „Für sowas kann man sich Hilfe holen!“ Sie wollte nicht darüber nachdenken, was da vorgefallen sein mochte, dass es David zu so einem Menschenbild verleitet hatte. Sie wollte keine Entschuldigungen. Sie wollte wütend sein. Weil sie dieses Verhalten absolut verurteilte. Sie würde ihm am liebsten selbst mit dieser Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit ins Gesicht springen und versuchen, ihn irgendwie unschädlich zu machen. Aber ihre missliche Lage zeigte schließlich mehr als deutlich, dass sie ihm tatsächlich nichts entgegenzusetzen hatte. Ihre Magie konnte er kontern, die Hände waren ihr wortwörtlich gebunden. Sie hatte wirklich rein gar keine Optionen mehr. Das machte sie wütend. Und verzweifelt. Sie konnte nicht mehr tun, als ihm die Pest an den Hals zu wünschen! Das war unerträglich!
    „Dann werde ich es wieder versuchen. Und wieder und wieder und wieder. Bis es funktioniert!“, schnappte sie, kaum Herr ihrer Sinne.
    Im nächsten Moment wurde ihr bereits gewahr, was sie da eigentlich gerade gesagt hatte und Panik löste alle anderen Emotionen ab. Auch wenn er sich bisher beherrscht gezeigt hatte, würde das wohl das Fass zum Überlaufen bringen. Was ihr egal wäre, wenn es lediglich sie treffen würde. Aber es ging nicht nur um sie. Sie versuchte nachzudenken, aber es fiel ihr unglaublich schwer, ihre eigenen Gedanken zu fassen. Sie war normalerweise immer sehr beherrscht, wenn sie so die Kontrolle verlor, wusste sie nicht, wie sie damit umgehen sollte. Sie hatte keine große Erfahrung damit. Übertriebene Emotionalität war Darias Metier, nicht ihres. Oh Gott, das könnte das Todesurteil für ihr Team sein. Diese Einsicht ließ sie erst recht nicht klarer denken, aber sie musste sich zusammenreißen.
    „Ich bitte um Verzeihung“, begann sie also, obwohl sich dabei alles in ihr zusammenzog. David war der letzte, bei dem sie sich entschuldigen wollte. Aber sie musste das wieder gerade biegen. „Ich habe mich gehen lassen. Das war nicht angemessen.“ Sie blickte in sein Gesicht, um ihm zu vermitteln, dass sie das irgendwie ernst meinte. „Ich habe nicht vor, weitere Dummheiten zu versuchen.“ Das meinte sie nun wirklich vollkommen ernst, denn ja, ihr war wirklich klar geworden, dass sie gegen David nicht ankäme und es nicht tragbares Risiko wäre, die Sicherheit ihres Teams dafür aufs Spiel zu setzen. „Bitte ...“ Sie wusste gar nicht, wie sie das sagen sollte. Um etwas flehen lag ihr nicht besonders gut. „... lass sie nicht dafür bezahlen.“ Sollte er sie foltern, das war ihr in dem Augenblick wirklich völlig egal. Aber wegen dieser Entgleisung einen Todesfall zu verursachen, würde sie ebenfalls umbringen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 12 Aug 2017, 18:00

    David Grünenthal

    David schnaubte verächtlich. „Mach dich nicht lächerlich. Niemand fängt nur wegen so etwas einen Krieg an.“ Natürlich spielte es eine Rolle. David konnte schlecht behaupten, dass es ihn und sein Menschenbild nicht geprägt hatte. Menschen hatten ihn schlecht behandelt und verraten, während Übernatürliche ihm stets Hilfe entgegen gebracht hatten. Trotzdem war es selbstverständlich nicht der einzige Grund. Nach der ganzen Geschichte mit seinem Vater hatte David versucht, es zu vergessen, hatte seine Erlebnisse irgendwie bewältigt, auch wenn er sich nicht direkt Hilfe gesucht hatte. Aber er war ein Aktiver geworden, hatte Verbrecher gejagt und sich von seiner Vergangenheit abgewandt. Und dann war er über diese Vermisstenfälle und so viele andere Dinge gestolpert und hatte begriffen, dass er nicht der einzige Übernatürliche war, der von den Menschen benutzt wurde oder zumindest benutzt werden sollte und der deswegen leiden musste. „Aber was glaubst du, wie viele andere Übernatürliche da draußen noch unter den Menschen leiden mussten oder es noch werden? Meine Vergangenheit war kein Einzelschicksal und diese Dinge müssen endlich aufhören.“ Aber eigentlich drehten sie sich hier im Kreis.
    Simone drohte ihm weiter, und ja, langsam wurde David wirklich ziemlich wütend. Er war schon verhältnismäßig geduldig und konnte eine Menge hinnehmen, aber langsam war das an Respektlosigkeit wirklich kaum noch zu überbieten. Trotzdem reagierte er nicht sofort, sondern setzte sich wieder und betrachtete sie schweigend. Jetzt war ihm die Wut allerdings deutlich anzusehen. Immerhin hatte auch seine Geduld eindeutige Grenzen und die überschritt sie gerade meilenweit.
    „Bisher hatte ich sehr viel Geduld mit dir, Simone“, sagte David langsam. „Und ich meinte es ernst, als ich sagte, dass ich dich eigentlich nicht töten möchte. Aber du verstehst vielleicht, dass es mir nun etwas schwer fällt, dir zu glauben, dass du es nicht wieder versuchen wirst, nachdem wir eine Abmachung hatten, die du gebrochen hast. Das ist ein Problem.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 18:19

    Simone Bach

    Simone sah ein, dass nichts, was sie sagen konnte, etwas an seiner Meinung bezüglich der Notwendigkeit dieses Krieges ändern würde. Es würde also rein gar nichts bringen, das noch weiter zu erörtern. Viel dringender war ohnehin gerade das Problem, dass er wütend auf sie war. Offensichtlich. Und sie wusste, was das bedeutete.
    „Ich weiß“, antwortete sie, als er meinte, dass es ihm nun schwerer fiel, ihr zu glauben. Aber was sollte sie machen? Sie hatte sich entschuldigt, sie hatte darum gebettelt, dass er es nicht an ihrem Team ausließ. Sie könnte beides wiederholen, aber das würde nichts bringen. Und sie hatte keine Ahnung, wie sie ihn davon überzeugen sollte, dass sie es ernst meinte. Was schon wieder Panik in ihr aufsteigen ließ, die sie aber nun rigoros unterdrückte. Mehr Emotionalität würde es nur noch schlimmer machen.
    „Ja, ist es“, gab sie also auf seinen letzten Satz bezogen zurück. „Und ich habe keine Ahnung, wie ich dir versichern soll, dass ich es so meine, wie ich es gesagt habe. Ich kann nicht mehr tun als sagen, dass ich mich nicht mehr gehen lassen werde. Mir ist bewusst, was auf dem Spiel steht. Und mir ist vollkommen gleich, was du jetzt mit mir tust. Ich möchte nur nicht, dass ...“ Ihre Stimme brach. Allein dieser Gedanke zerriss sie innerlich.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 12 Aug 2017, 18:27

    David Grünenthal

    „Wann wirst du begreifen, dass ich nicht dein größtes Problem bin?“ Das größte Problem waren ohnehin die Menschen, aber gut, den Gedanken wollte sie offensichtlich nicht teilen. Dann war da aber immer noch Lars, der ihr immerhin deutlich feindlicher gesinnt war als David selbst. „Und an deiner Stelle würde ich mir auch wirklich gut überlegen, ob du mich tatsächlich umbringen möchtest. Nicht wegen der Folgen für dich und nicht nur wegen dem, was Lars dann mit deinem Team anstellen könnte. Aber weißt du, was ihr in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten von Lars gesehen habt, ist die gezügelte Version.“ Er suchte in ihrem Gesicht nach einer Reaktion auf seine Worte. „Ich bin die einzige Person, auf die Lars hört. Der Einzige, von dem er sich etwas sagen lässt. Möchtest du wirklich erfahren, wie er sich verhalten wird, wenn ich nicht mehr da bin? Insbesondere jetzt, nachdem er drei Wochen von den Menschen gefoltert worden ist?“ Zur Hölle noch mal, David wollte gar nicht wissen, was das bei Lars angerichtet hatte. Wenn er jetzt richtig durch war, würde er, wenn er die Gelegenheit bekam, womöglich selbst auf den roten Knopf drücken, einfach nur, um auch alle Menschen auszulöschen. „Vor mir musst du nur Angst haben, wenn du mich provozierst. Ansonsten habe ich kein Problem mit dir.“ Es war die Wahrheit. Ihm lag nichts daran, das Leben einer Frau zu zerstören, die eigentlich nur ihren Job erledigt hatte, sofern sie ihn nicht dazu zwang. „Aber glaub mir, wenn du nicht aufhörst, mir in die Quere zu kommen, dann kann ich mindestens so unangenehm werden wie Lars, wenn es sein muss. Hast du das verstanden?“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 18:44

    Simone Bach

    An Lars hatte sie in dem Zusammenhang nicht gedacht. Bzw. nur eben dahingehend, dass er dann wohl doch ihr Team vernichten würde. Was das sonst noch für Konsequenzen haben würde, wusste sie nicht. Allerdings war der Gedanke naheliegend, dass es selbst am Krieg nichts ändern würde, wenn David aus dem Verkehr gezogen wäre. Dann würde Lars auf eigene Faust so lange weiter machen, bis er die Menschen so weit hätte. Auf unsauberere Art als David. Womit sie nichts gewonnen hätte. Und in diesem Punkt glaubte sie David. Er hatte nichts davon, plumpe Drohungen auszustoßen. Hätte sie vorher darüber nachgedacht, wäre sie vermutlich sogar zu einem ähnlichen Schluss gekommen. Das Lars-Problem hörte nach ihrem Team nicht auf. Also nickte Simone, um zu vermitteln, dass die Botschaft angekommen war. Das war sie tatsächlich, Lars Viklund-Holm hatte in ihr schon immer eine gewisse Grundangst erzeugt.
    „Hast du keine Bedenken, dass er irgendwann deine Pläne sabotiert, wenn er so unkalkulierbar ist? Vielleicht hört er irgendwann nicht mehr auf dich.“
    Nun schob David doch noch einmal eine persönliche Drohung hinterher. „Ja.“ Sie hatte nicht vor, ihm noch einmal in die Quere zu kommen. Gut, dass hatte sie vorhin auch nicht geplant. Also formulierte sie es besser anders. „Ich werde nicht noch einmal gegen dich agieren.“
    Sie dachte noch einmal kurz über das nach, was er gesagt hatte. „Warum hast du kein Problem mit mir?“, fragte sie dann. Das erschien ihr vollkommen unsinnig. Selbst wenn sie sich nun an ihr Wort hielt, würde er doch wissen, dass sie ihn verabscheute und verurteilte. War ihm das egal? „Wir wissen beide, dass ich tue, was du sagst, weil ich keine andere Wahl habe.“ Zumindest keine, die sie zu akzeptieren bereit war. „Aber du kannst mich nicht dazu bringen, gut zu finden, dass ich dich unterstütze.“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 12 Aug 2017, 18:56

    David Grünenthal

    Seine Botschaft schien angekommen zu sein. Sowohl bezüglich Lars als auch der Rest. „Lars und ich haben das gleiche Ziel. Aus unterschiedlichen Gründen, aber trotzdem arbeiten wir auf die gleichen Dinge hin. Natürlich ist Lars ein Psychopath“, das war ja schließlich auch David natürlich klar, „aber unsere Sache hat für ihn oberste Priorität. Immerhin ist er dafür sogar freiwillig ins Gefängnis gegangen. Hat mich zugegebenermaßen auch überrascht.“ Er schwieg einen Moment. „Natürlich bin ich kein Idiot und behalte ihn im Auge. Aber im Großen und Ganzen akzeptiert er, dass ich das Sagen habe und lässt sich von mir kontrollieren. Wahrscheinlich weil ihm klar ist, dass diese ganze Sache mit mir wesentlich besser funktioniert als ohne mich.“ Immerhin war das ja offenbar auch der Grund, wieso Lars in der Vergangenheit bereits seinen eigenen Kurs gefahren war.
    Er nickte, als sie versicherte, nicht noch einmal gegen ihn zu agieren. „Gut, ich hoffe, dass du dich daran hältst. Noch einen Fehltritt werde ich dir nicht verzeihen. Steh auf, ich nehme dir die Handschellen ab.“ Und wenn sie aufstand, würde er das auch tatsächlich tun.
    „Du tust deinen Job“, erwiderte David ruhig. „Ich weiß, dass du nicht verstehst, dass das hier die einzig richtige Lösung für unser Problem mit den Menschen ist, aber das nehme ich dir nicht persönlich übel. Viele Leute würden es nicht verstehen. Das ändert nichts daran, dass mir das Wohlergehen aller Übernatürlichen am Herzen liegt, auch deines. Auch das deines Teams. Manchmal lassen sich Kollateralschäden leider nicht vermeiden, aber ich ermorde keine Übernatürlichen, wenn es nicht sein muss und ich betrachte dich nicht als meine Feindin, solange du mich nicht dazu zwingst, es doch zu tun.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 19:11

    Simone Bach

    Diese Aktion von Lars konnte Simone auch überhaupt nicht verstehen. Es schien so gar nicht zu ihm zu passen. Andererseits … wer so fanatisch daran glaubte, dass es nur ein mögliches Ziel gab, war vielleicht auch zu sowas bereit. Offensichtlich.
    „Werde ich“, versicherte sie noch einmal und tatsächlich befreite er sie von den Handschellen.
    Den Bruchteil einer Sekunde lang wollte sie darin eine weitere Chance sehen. Aber nein. Die Botschaft war tatsächlich angekommen. Wenn es misslang, würde das diesmal unweigerlich Konsequenzen haben. Wenn es gelang, drehte Viklund-Holm vollkommen durch, was auch keine bessere Option war. Es gab einfach keinen Ausweg. Also setzte sie sich schlicht wieder hin.
    „Das … ist nicht mein größtes Problem damit“, antwortete sie langsam auf seine Worte hin. Scheiße, sie wollte sich nicht mit ihm unterhalten, aber leider würde er in Zukunft auch der Einzige sein, mit dem sie überhaupt darüber reden konnte. „Deine Unaufrichtigkeit ist das Problem. Die IMA ist das Problem.“ Womit sie dann auch schon wieder gleichzeitig zugab, zumindest ansatzweise durchaus nachvollziehen zu können, dass er dieses Problem nun und auf diese Weise lösen wollte. „Du hättest deinen Kurs von Anfang an klar fahren können. Oder zumindest von dem Moment an, in dem du Präsident geworden bist. Du belügst die Übernatürlichen, die dir vertrauen.“ An dieser Stelle konnte sie einen vorwurfsvollen Unterton nicht unterdrücken. Er hatte sie belogen. Obwohl sie doch sowieso auf seiner Seite gewesen war. Gut, dass wäre sie ansonsten natürlich nicht gewesen. Aber der Gedanke, nur aufgrund von Nützlichkeit in diese Position gekommen zu sein, schmerzte. „Wenn du einen Krieg gegen die Menschen willst, steh doch wenigstens offen dazu. Willst du die Übernatürlichen Ewigkeiten an der Nase herumführen? Wie soll das laufen, wenn du doch gewinnst? Wenn Viklund-Holm und du die Menschen versklavt. Sagst du deinen Leuten dann die Wahrheit?“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 12 Aug 2017, 19:26

    David Grünenthal

    Zumindest für den Moment schien sie tatsächlich nichts versuchen zu wollen, also entspannte sich David wieder ein wenig. Trotzdem würde er sich auf keinen Fall einfach von ihr überraschen lassen. Aber vielleicht hatte ja wenigstens die Drohung mit Lars ein bisschen gezogen, dass sie es nicht besser machen würde, wenn sie David aus dem Weg räumte. Nicht für sie oder ihr Team und auch für niemanden sonst auf diesem Planeten.
    Er ließ sie reden und unterdrückte ein leichtes Seufzen. Natürlich hätte das optimaler sein können, aber welche Wahl hatte er schon gehabt?
    „Ich weiß nicht, ob ich heute noch einmal das gleiche Vorgehen wählen würde“, entgegnete David. „Dass ich die IMA gegründet habe, ist über 20 Jahre her. Aber das ist die Strategie, für die ich mich damals entschieden habe, als ich keine andere Möglichkeit gesehen habe. Wäre ich meinen Kurs von Anfang an klar gefahren, hätte ich von Anfang an klar gesagt, dass ich diesen Krieg will, hätte mich niemand gewählt und ich wäre nicht in die Position gekommen, wirklich etwas bewegen zu können. Natürlich hätte ich es besser gefunden, meine Ziele auf einem anderen Weg erreichen zu können, aber das hätte nun einmal nicht funktioniert. Und es war ja auch nicht immer ganz genau auf diese Art geplant.“ Er lehnte sich ein Stück zurück. „Der ursprüngliche Plan sah zunächst vor, die Magie zu enthüllen. Natürlich wollten wir die Menschen auch unterwerfen, aber vor über zwanzig Jahren lief das noch nicht so koordiniert wie heute. Lars hat die Sache durch sein eigenmächtiges Handeln wirklich wahnsinnig weit voran gebracht, das muss ich zugeben, auch wenn ich nicht begeistert war, als ich davon erfahren habe.“ David seufzte. „Aber die meisten Leute wollen nicht sehen, dass dieser Krieg nötig ist. Obwohl du neulich noch selbst zu mir gesagt hast, dass er sich vielleicht nicht vermeiden lässt, hast du mich vorhin angefleht, ihn nicht zu beginnen. Wenn aber die Menschen den Krieg beginnen und ihr wahres Gesicht zeigen, werden die Übernatürlichen begreifen, wie gefährlich die Menschen für uns sind.“ Zumindest war das Davids Überzeugung.
    „Ich werde nicht zugeben, die IMA gegründet zu haben und ich werde auch nicht öffentlich mit ihr kooperieren oder sympathisieren, nein. Aber die meisten Leute werden sich so etwas wohl denken können, wenn wir die Menschen versklaven, das ist wahr.“

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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 19:38

    Simone Bach

    Es war vollkommen abstrus. Sie saß hier mit dem Gründer der IMA und philosophierte über seine Motivation, wieso verdammt fiel ihr keine Lösung ein, um gegen ihn vorzugehen. Wieso hatte sie Anja nicht erlaubt, Lars zu exekutieren? Das hätte jetzt vieles einfacher gemacht. Ob sie weiterhin versuchen sollte, Lars unschädlich zu machen? Nein, das würde auch nichts bringen, außer dass es einen erneuten Bruch mit ihren Bedingungen bedeutete. David hatte sie tatsächlich vollkommen schachmatt gesetzt.
    „Indem du die Menschen manipulierst, beginnst du den Krieg, es ist sich nur keiner darüber bewusst. Als ich das zu dir gesagt habe, wusste ich nicht, dass du seit Jahren dabei bist, alles Erdenkliche zu tun, um ihn ausbrechen zu lassen.“ Da konnte es vorher noch so viel Misstrauen seitens der Menschen gegeben haben, das hier war bewusst geschürt. Und woher wusste man, ob Alkan ohne die IMA nicht doch etwas für ein friedvolles Verhältnis hätte tun können? Denn sterben konnten die Menschen schließlich auch nicht wollen. Und so dumm, dass sie das nicht sahen, konnten sie auch nicht alle sein.
    „Ist dir klar, dass du damit kein Stück besser bist, als die Menschen, die dich offensichtlich zu deiner feindseligen Einstellung ihnen gegenüber gebracht haben?“ Sie versuchte es nicht zu anklagend klingen zu lassen, immerhin hatte sie gesehen, wozu es führte, wenn sie die Kontrolle verlor. Und das wollte sie nicht noch einmal riskieren.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 12 Aug 2017, 19:46

    David Grünenthal

    Diese Diskussion hatte keinen Sinn. Simone würde es einfach nicht begreifen. Und irgendwie konnte David das ja auch nachvollziehen, dennoch war es frustrierend.
    „Ja, natürlich tue ich das“, sagte David. „Das leugne ich ja auch nicht. Also … dir gegenüber zumindest nicht.“ Er schwieg einen Moment. „Ich sage lediglich, dass er sowieso ausbrechen würde. Dass er auch ausgebrochen wäre, wenn es die IMA nicht gäbe. Vielleicht hätte es ein paar Jahrzehnte länger gedauert, dafür wären unsere Chancen aber eben auch geringer gewesen.“ Natürlich sah David die Probleme an der ganzen Sache, aber was erwartete sie denn jetzt von ihm für eine Antwort? Dass er es bleiben ließ und seine Leute damit dennoch ins Verderben führte? „Wie gesagt, ich führe diesen Krieg sicherlich nicht für mein Privatvergnügen und mir geht es, anders als Lars, auch nicht in erster Linie darum, sie zu versklaven. Ich kann nicht behaupten, dass es mich stören würde, dass das ein Nebeneffekt des Ganzen ist, aber es ist nicht mein Primärziel.“ Hier ging es um ihre eigene Sicherheit.
    „Weil ich sie bekämpfen und versklaven will? Mag sein. Aber wenn das die Dinge sind, die notwendig sind, um die Übernatürlichen langfristig zu schützen, nehme ich es in Kauf, nicht besser zu sein als die Menschen.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 19:55

    Simone Bach

    Einen Moment lang wünschte Simone sich, sie würde von all dem nichts wissen. Könnte so weitermachen wie bisher. Es würde nichts am Ergebnis ändern, aber zumindest wüsste sie dann nicht, dass sie sich im Grunde der IMA verschrieben hatte. Aber das Leben war kein Wunschkonzert und wenn es dicke kam, dann richtig.
    „Wir werden auf keinen grünen Zweig kommen“, stellte sie also fest, was ihm sicher ebenfalls klar war. Es brachte nichts, darüber noch länger zu diskutieren. Dass er nicht ganz so grausam war wie Lars, machte es nicht besser. Der angestrebte Zustand gefiel ihm schließlich trotzdem.
    „Gibt es noch irgendwelche Instruktionen oder kann ich gehen?“ Was sie zu tun hatte, war ihr schließlich klar und auch, was sie definitiv nicht zu tun hatte. „Und soll ich dir regelmäßig Bericht abliefern oder regelt das deine Überwachungsmaschinerie?“
    Ihr war klar, dass sie in Zukunft vermutlich keinen Schritt mehr tun könnte, ohne dass David ihn nachvollziehen würde. Elias' Fall war das beste Beispiel dafür. Woher hätte Lars sonst wissen sollen, dass Elias versucht hatte, Marianne zu helfen? Was ihre Privatsphäre anbelangte, machte Simone sich keine Illusionen. Vermutlich es die seit Beginn ihrer Arbeit als stellvertretende Leiterin ohnehin nicht mehr gegeben.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 12 Aug 2017, 19:59

    David Grünenthal

    „Das denke ich auch“, entgegnete David. Und er bedauerte es wirklich, aber das ließ sich nun einmal nicht ändern. Sie würde es nicht verstehen. Sie wollte es eben auch nicht verstehen.
    „Du kannst gehen“, sagte David schließlich. „Natürlich wird die Überwachung vieles abdecken“, er machte keinen Hehl daraus, dass es die geben würde, denn sie beide hätten gewusst, dass das eine Lüge war, „aber wenn du wichtige Forderungen umsetzt, kannst du mir trotzdem Bericht erstatten. Ich mag es, auf dem Laufenden zu sein.“ Damit war das dann wohl geklärt und Simone würde gehen können. Dass sie niemandem etwas zu verraten hatte, verstand sich ja von selbst und sie wusste es, insofern war es müßig, dass David ihr noch einmal erzählte, was dann passieren würde. Simone war nicht dumm und wusste das auch so.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 12 Aug 2017, 23:52

    Simone Bach

    Simone hastete beinahe zu ihrem Büro zurück, kaum dass sie Davids Büro verlassen hatte. Auf dem Weg dorthin rannte sie beinahe in einen Aktiven hinein, murmelte eine Entschuldigung und eilte weiter, ohne zu bemerken, dass er ihr nachdenklich hinterher starrte. Sich auf ihren Stuhl fallen lassend, starrte sie einige Momente ins Leere, bevor sie mit einem Schwung den Ablagestapel voller zu bearbeitender Dinge vom Tisch fegte. Lügen! Das waren alles Lügen! Um nichts davon sollte sie sich kümmern. Es gab keine Institution gegen die Kriminalität, der Rat war das Kriminelle. Es gab kein System, das es zu schützen galt. Schon lange nicht mehr. Und sie war zu blind gewesen, um es zu begreifen. Ein nicht verzeihlicher Fehler, der vielen eine Chance genommen hatte.
    Sie kümmerte sich um Frederiks Freilassung, als die 48 Stunden abgelaufen waren, erschien vor Ort, um sich persönlich für die Umständlichkeiten zu entschuldigen, weil das bei den ungerechtfertigten Umständen, die ihm die Untersuchung im tatsächlichen Unschuldsfall gemacht hätte, nur angemessen war. Und es sollte ja absolut glaubwürdig wirken. Die zuständigen Aktiven speiste sie mit der Erklärung, dass in solchen Zeiten bedauerlicherweise selbst den Behauptungen eines Wahnsinnigen nachgegangen werden musste, ab. Es stellte niemand in Frage. Dass sich Beweise auch mal nicht erhärteten, kam eben vor. Frederik bedachte sie mehrere Male mit einem feinen Lächeln, das suggerierte, dass er ganz genau wusste, wo lang der Hase lief.
    Noahs vermeintliche Verlegung nahm mehr Zeit in Anspruch, da mussten schließlich verschiedene Stellen beeinflusst und Spuren verwischt werden. Sie würde David bescheidgeben, wenn sie damit fertig war, damit der Lars einen Zugriffstermin nennen konnte.
    Wenn sie gerade nichts zu tun hatte, saß sie stundenlang einfach nur in ihrem Büro. Fälle, die sie sich normalerweise in solchen Leerlaufzeiten vorgenommen hätte, machten keinen Sinn. Sie brauchte sich keine relevanten Dinge anzuschauen, weil alles, was wichtig war, ohnehin nichts mehr war, wo sie eingreifen konnte. Immer wieder fragte sie sich, ob es das wert war. Ob es überhaupt einen Sinn machte, ihre Seele zu verkaufen. Aber jedes Mal war da doch noch die wenn auch nur noch so kleine Hoffnung in ihr, dass es irgendjemandem gelingen würde, diesen Krieg zu verhindern.

    Wenige Tage nach Davids Enttarnung wurde sie im Fahrstuhl auf dem Weg zu ihrem Apartment von einer älteren Dame angesprochen.
    „Sie sind doch die nette junge Frau aus 34b?“
    Simone nickte leicht.
    „Ich bin vom Ende des Flurs. 39.“
    Wusste sie. Sie hatte ihr bereits einige Male beim Einkäufe hochtragen geholfen.
    „Könnte ich Sie um einen Gefallen bitten?“
    Simone starrte sie an, versuchte sich ihren Widerwillen nicht anmerken zu lassen.
    „Ich muss morgen für eine Übernachtuntersuchung ins Krankenhaus. Könnten Sie abends und morgens einmal nach meinen Katzen sehen?“
    Sich auf die Innenseite ihrer Unterlippe beißend, um kein verächtliches Prusten auszustoßen, überlegte sie, wie sie diplomatisch antworten sollte. Die Frau brauchte weder ins Krankenhaus, noch ihre Viecher noch irgendeine Betreuung. Die waren alle ohnehin so gut wie tot! Sie wollte schon ablehnen, als ihr aufging, dass das eine Chance sein konnte. Sie machte sich keine Illusionen darüber, dass ihre eigene Wohnung, ihr Auto, das Büro und wer wusste noch, was alles, überwacht wurde. Wahrscheinlich hingen ihr sogar Spitzel an den Fersen, wenn sie sich außerhalb der Zentrale bewegte. Aber eine fremde, unverwanzte Wohnung würde ihr endlich die Gelegenheit bieten, Tils Telefon zu benutzen. Er hatte es ihr vor ihrer Abreise gegeben, mit dem Hinweis, dass es ein spezielles Mobiltelefon war, das nur zu seinem Gegenstück Verbindung aufbauen konnte. Bisher hatte sie keine auch nur halbwegs sichere Möglichkeit gesehen, es zu benutzen. Aber das hier könnte eine Chance sein. Sie musste sie zumindest über Lars' Freikommen informieren.
    „Okay“, stimmte sie also zu.
    „Danke, Liebchen!“, strahlte die alte Frau. „Ich schmeiße Ihnen den Schlüssel morgen früh in den Briefkasten.“
    Simone war so erleichtert, endlich ein Schlupfloch zu haben, dass sie nicht einmal empört wegen der Anrede sein konnte.
    Am nächsten Morgen nahm sie sowohl den Schlüssel, als auch Tils Telefon mit, um am Abend gar nicht in ihre Wohnung und später wieder hinaus zu müssen. David würde wissen, dass sie nach Feierabend nichts mehr unternahm und die Einkäufe meist gleich auf dem Heimweg erledigte. Sie hatte also ein Zeitfenster nach der Arbeit, das nicht auffällig war. Ein gewisses Restrisiko bestand natürlich immer noch, aber sie musste ihr Team einfach warnen. Also ging sie in die fremde Wohnung, sollte sie jemand dabei beobachten, konnte sie nachweisen, dass sie dort etwas zu suchen hatte und da sie nicht ihr eigenes Telefon benutzte, würde ihr auch niemand Anrufe nachverfolgen können. Es roch nach Katzen und alten Leuten, eine Mischung, bei der Simone unweigerlich die Nase rümpfen musste, während sie sich fragte, wie zur Hölle man fünf Katzen in einem Stadtapartment halten konnte. Deren Besitzerin hatte ihr einen kleinen Kuchen und 40 Kronen auf den Tisch gelegt. Eine nette Geste, die Simone aber gerade nicht interessierte. Stattdessen ließ sie das Handy die gesicherte Verbindung aufbauen.
    „Ja?“, meldete sich Til, ein bisschen außer Atem klingend.
    „Sind die anderen da?“ Sie machte sich nicht die Mühe zu sagen, wer dran war, würde Til sich denken können.
    „Ja. Ich stelle dich laut.“
    „Simone?“ Das war Ians Stimme.
    Es tat gut seine Stimme zu hören. Und beruhigte den Teil in ihr, der trotz Davids Versicherung befürchtet hatte, dass Lars ihnen bereits etwas angetan hatte. Sie wusste nicht, wie sie beginnen sollte, immerhin konnte das jetzt nur unschön werden. Also haute sie die wichtigste Information zuerst raus.
    „Viklund-Holm ist wieder frei.“
    Sie hörte ein Japsen, das sie Daria zuordnete.
    „Es gibt keine Bekanntmachung. Die Menschen hätten ihn doch nicht wieder laufen lassen.“ Mikael klang misstrauisch.
    „Ich weiß“, antwortete Simone schlicht und legte gleich mit den nächsten Infos nach. „Einer von Davids künstlich geschaffenen Kampfmaschinen hat ihn befreit.“
    Stille. Dann wieder Mikael. „Dann weißt du es jetzt also?“
    „Ja.“
    „Warum bist du noch dort?!“ Darias Stimme klang schrill.
    „Weil ich meinen Teil der Abmachung erfüllen muss.“
    „Du hilfst David, obwohl du es weißt?!“ Mikael klang erschüttert. „Ich dachte, du würdest dich lieber von der IMA umbringen lassen, als ihr zu helfen.“
    „Aber euch nicht“, antwortete Simone schlicht.
    „Du opferst dich für uns?! Das ist Schwachsinn! Komm her und hilf uns hier! Wir haben Viklund-Holm schon mal platt gemacht und werden es wieder tun!“
    Simone wünschte, das Mikaels Worte der Wahrheit entsprächen. Aber der erste Blick in Lars' Augen, nachdem er in Davids Büro aufgetaucht war, hatte gereicht, um ihr unmissverständlich klarzumachen, dass Viklund-Holm sich nicht noch einmal festnehmen lassen würde. Von niemandem. Und sie war sich sicher, ohne Davids Eingreifen wäre auch ihr Team bereits tot.
    „Das geht nicht.“
    „Dann bring David um!“ Daria klang noch eine ganze Spur verrückter als Jannes, als der sie dazu aufgefordert hatte.
    „Hab ich versucht.“
    „Du musst da weg!“, begann nun auch Til auf sie einzureden.
    „Kann ich nicht.“
    „Wenn du so weiter machst, treibst du alle nur noch schneller in den Krieg. Anja hat mir gesagt, wie du dich auf der letzten Sitzung mit den Menschen verhalten hast! Und da hast du es noch nicht gewusst!“
    „Das ist jetzt leider mein Job.“
    „Das ist Irrsinn!“, schnappte Mikael.
    „Der Krieg kommt so oder so.“ Zumindest das hatte sie inzwischen verinnerlicht. „Solange ich tue, was David will, kann ich euch den Rücken freihalten. Vielleicht könnt ihr noch etwas drehen. Vielleicht … könnt ihr euch mit den Menschen auseinandersetzen, sie aufklären, sie dazu bringen, sich nicht provozieren zu lassen. Anja hat doch Kontakt zum hochrangigen Militär.“
    „Das ist jetzt aber ein ziemlicher Erwartungsdruck, den du aufbaust, weil DU es versaut hast!“ Darias Stimme schnappte beinahe über.
    „Ich weiß, dass das nicht fair ist.“ Und sie bereute es jede einzelne Minute. „Ich hätte auf euer Urteil vertrauen sollen. Es nicht getan zu haben, lässt sich nicht entschuldigen.“
    „Diese Vereinbarung – was umfasst die noch?“, versuchte Ian das Gespräch wieder auf die Sachebene zu lenken.
    „Ihr vier, Anja und ich werden verschont.“
    „Viklund-Holm hat noch genug andere Möglichkeiten, uns zu quälen!“, fauchte Daria wütend. „Das ist ein beschissener Deal.“
    „Mehr war nicht drin. Ich hab's versucht.“
    „Das ist alles?“ Mikael klang erschüttert. „Du erzählst das dermaßen kalt, als wäre es üblich, mit solchen Leuten am Tisch zu sitzen und über das Leben anderer zu entscheiden.“
    „Das letzte Mal, als ich die Situation emotional betrachtet habe, hätte ich beinahe euer Todesurteil unterschrieben.“
    „Was meintest du mit künstlichen Kampfmaschinen?“, erklang wieder Ians Stimme.
    „David hat künstliche Menschen erschaffen und ihnen mächtige Fähigkeiten gegeben. Die von Noah Cavanaugh zum Beispiel.“
    „Damit ist er unbesiegbar“, hauchte Daria entsetzt.
    „Ist er sowieso.“
    „Niemand ist unbesiegbar! Simone, komm hierhin zurück und lass uns das Problem gemeinsam angehen, so wie wir es immer gemacht haben!“
    „Es gibt kein wie früher mehr, Mikael. Ich habe euch informiert, mehr kann ich nicht tun. Was ihr entscheidet zu tun, liegt in eurer Hand. Wenn es zu eindeutig ist, wird es auf mich zurückfallen, aber das ist mir egal. Es fällt allerdings auch auf euch zurück, ihr müsst abwägen, ob ihr dieses Risiko eingeht.“
    „Wenn du dich so schnell von ihm kleinkriegen lässt, hat er gewonnen!“
    „Hat er sowieso schon längst. Hat er bereits vor 20 Jahren.“ Tatsächlich wurde ihr das in ebendiesem Augenblick noch einmal so richtig bewusst. Was sie hätte trösten können, denn es machte ihren Fehler bedeutungslos. Aber nichtsdestotrotz hatte sie versagt. „Ich muss aufhören. Er überwacht mich und wenn ich von zeitlichen Routinen abweiche, fällt das nur auf.“
    Mikael versuchte noch einmal zu widersprechen, doch Simone ließ ihn nicht zu Wort kommen.
    „Es tut mir leid, dass ich alles versaut habe“, waren ihre letzten tonlos hervorgestoßenen Worte, bevor sie die Verbindung unterbrach.
    Fahrig kümmerte sie sich um die Katzen, gab ihnen Futter und Wasser, und verließ die Wohnung schließlich wieder, um in ihrer eigenen noch in Klamotten ins Bett zu fallen, sich zusammenzurollen und abermals der Erkenntnis zu erliegen, wie sinnlos alles geworden war.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 13 Aug 2017, 00:52

    Lars Viklund-Holm

    In den ersten beiden Tagen nach seiner Befreiung war Lars die meiste Zeit allein. David hatte über Adam fragen lassen, ob er jemanden brauchte und natürlich hatte Lars verneint. Zwischendurch hatte er mehrmals bereut, das so leichtfertig abgelehnt zu haben. Er war noch immer zu erschöpft, um sich aus eigener Kraft auf den Beinen zu halten, war gleichzeitig aber auch so müde, dass er die meiste Zeit schlief, wenn auch sehr unruhig. Immer wieder musste er an die Menschen denken und an alles, was sie getan hatte und auch wenn Lars es nicht einmal vor sich selbst wirklich zugeben wollte, wünschte er sich, dass er jetzt nicht alleine gewesen wäre. Irgendwie wäre es schön gewesen, Noah hier zu haben. Gleichzeitig war Lars jedoch auch froh darüber, dass er es nicht war. Noah brauchte immer jemanden, der ihn selbst ein wenig aufrichtete und gerade hätte er dafür nicht die Energie besessen.
    Am dritten Tag schaffte Lars es zumindest, aus eigener Kraft aufzustehen. David hatte dafür gesorgt, dass ihm regelmäßig Adam oder ein anderer künstlicher Mensch etwas zu essen vorbei brachte und nach ihm sah und nachdem er die letzten zwei Tage viel geschlafen hatte, ging es immerhin schon ein wenig besser. David selbst hatte sich allerdings noch nicht blicken lassen, auch wenn Lars sich sicher war, dass er sich von ihm noch was würde anhören dürfen. Allerdings schien David beschlossen zu haben, dass das Zeit hatte, bis Lars sich ein bisschen erholt hatte.
    Nach einigen Tagen beschloss Lars, endlich zu duschen. Die letzten Tage war es keine Option gewesen, weil er sich nicht so lange auf den Beinen hätte halten können. Nach einigen Mahlzeiten und einer Menge Schlaf traute er es sich langsam wieder zu. Schon als er das Wasser aufdrehte, überkam ihn ein komisches Gefühl. Er fühlte sich nicht wohl dabei, sich unter den Strahl zu stellen und es kostete ihn verdammt viel Überwindung, sich schließlich doch noch unter die Dusche zu stellen. Es war unangenehm. Sein Körper schmerzte noch immer, obwohl Lars versucht hatte, sich bestmöglich mit Schmerzmitteln abzuschießen. Trotzdem ging es noch – bis zu dem Moment, als das Wasser tatsächlich sein Gesicht berührte.
    Die Erinnerung an das Gefühl der Panik, zu ersticken oder zu ertrinken, traf ihn mit einer solchen Wucht, dass Lars es gerade noch so schaffte, die Dusche abzustellen, bevor sein ganzer Körper von einem solch starken Zittern erfasst wurde, dass er sich auf den Boden der Duschwanne gleiten lassen musste. Scheiße. Lars schloss die Augen, versuchte seine unruhige, fast hyperventilierende Atmung zu beruhigen, doch es war unglaublich schwer. Er wollte sich nicht an diese Dinge erinnern und wollte sich vor allem nicht davon schwächen lassen. Das passte nicht zu ihm. Er war verflucht noch mal nicht schwach! Und doch konnte Lars sich einfach nicht dazu überwinden, die Dusche wieder anzustellen. Er wusste nicht, wie lange er dort gesessen hatte, bis er schließlich aufstand und rüber zum Waschbecken ging. Er seufzte, als er in den Spiegel blickte. Seine Haare waren immer noch völlig verfilzt. Es würde ewig dauern, sie wieder in Ordnung zu bringen. War wohl klüger, das abzukürzen. Somit griff Lars nach einer Schere, kürzte sein Haar wieder etwas und wusch sein Haar so vorsichtig wie möglich, indem er immer wieder die Hände im Waschbecken befeuchtete und sich damit durch die Haare fuhr. Am Ende hatte er mit Sicherheit noch etwas Schaum vom Shampoo in den Haaren behalten, aber damit würde er fürs Erste leben müssen. Das war immer noch besser als der Zustand, in dem sie zuvor gewesen waren und es war auch deutlich besser als eine Panikattacke.
    Lars nahm sich noch ein paar weitere Tage, um sich zu regenerieren und langsam wieder zu Kräften bekommen. Duschen funktionierte noch immer nicht. Immer wieder, sobald Wasser sein Gesicht berührte, brach er fast zusammen. Er musste sich ablenken.
    Und so ließ er Carlos eine Nachricht zukommen, dass er an einen bestimmten Ort kommen sollte. Immerhin hatte er versucht, ihn zu befreien, das hatte Lars nicht vergessen, auch wenn es nicht geklappt hatte. Aber immerhin war es Lars selbst gewesen, der ihn weggeschickt hatte. Außerdem hatte er ebenfalls nicht vergessen, was Ian über Carlos’ weitere Aktivitäten an diesem Abend erzählt hatte. Damit war Lars sehr zufrieden, auch wenn er sich natürlich nicht groß darüber hätte unterhalten können.
    Lars beorderte ihn nach Berlin. Er hatte keine Lust, eine Begegnung mit Simones Team zu provozieren, wo Lars ihnen schon nichts antun durfte, weshalb eine ganz andere Stadt nahe liegend war. Berlin war groß genug, um nicht aufzufallen und diesmal würde er nicht so dumm sein, Adam nicht mitzunehmen. Zumindest den richtigen Ort hatte Lars direkt im Kopf. Ein langjähriges IMA-Mitglied besaß dort einen Nachtclub und dort konnten sie sich das Hinterzimmer ausleihen, um ungestört miteinander zu plaudern. Es war neutraler Boden, denn schließlich hatte Lars nicht vorher, seinen normalen Aufenthaltsort preiszugeben, auch wenn Carlos sich als vertrauenswürdig erwiesen hatte.
    Also wartete er am ausgemachten Abend im Hinterzimmer des Clubs auf Carlos, der natürlich am Eingang empfangen und zu Lars geführt werden würde.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

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