Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Di 18 Jul 2017, 09:51

    Elias Vahrenholz

    „Wer würde das schon ohne Weiteres glauben? Der Rat und die menschlichen Regierungen tun seit Jahrzehnten einfach alles dafür, die Wahrheit nicht ans Licht dringen zu lassen. Sie würden Gedächtnisse verändern und Beweise vernichten, so wie sie es immer getan haben. Wir müssen so unwiderruflich öffentlich werden, dass sie diese Wahl nicht mehr haben.“ Trotzdem fragte Elias sich natürlich öfter als nur manchmal, ob das wirklich das richtige Vorgehen war. Andererseits steckte er so oder so schon tief genug in dieser ganzen Angelegenheit drin, um nicht einmal mehr dann umkehren zu können, wenn er gewollt hätte. Wenn er sich entschließen sollte, sich gegen Lars und David zu wenden, würden sie ihn umbringen. Oder er schaffte es wie durch ein Wunder, dafür zu sorgen, dass David und Lars im Gefängnis landeten … dann landete er selbst jedoch ebenfalls dort und entweder machten sie ihm dort das Leben zur Hölle oder sie töteten ihn spätestens dann. So oder so war das keine Alternative und somit würde Elias an der IMA festhalten. Auch wenn ihm sicher nicht alles gefiel, was sie taten.
    „Mir persönlich bist du egal“, gab Elias schlicht zurück. „Aber du hast es leider irgendwie geschafft, dass Lars dich interessant findet. Er will dich unbedingt besitzen.“ Es ließ sich nicht schöner ausdrücken. Oder er hätte es schöner ausdrücken können und es hätte am Ende nicht dem entsprochen, was es tatsächlich war. Lars wollte, dass sie seine Sklavin wurde, damit sie ihn bedienen musste, wenn ihm der Sinn danach stand und er sie nach Lust und Laune quälen konnte. „Dein Leben, wie du es gekannt hast, ist auf jeden Fall vorbei. Lars wird dich nicht in Ruhe lassen und er wird dich nicht vergessen.“ Das sagte er ihr nicht einmal, um hier irgendwie ihre unterlegene Position zu genießen und dementsprechend klang er nicht triumphierend oder genussvoll. Er sagte es, weil es eine schlichte Tatsache war. Sie hatte die Python geärgert und die würde nun keine Ruhe geben, ehe sie ihr Opfer nicht langsam und möglichst qualvoll zu Tode gewürgt hatte. Nur dass Lars Ria vermutlich nicht töten würde. Das wäre ihm zu langweilig gewesen. Wenn Marianne schlau war, beging sie einfach Selbstmord, solange sie noch die Möglichkeit dazu hatte. Aber am Ende war der Selbsterhaltungstrieb ja meistens mächtiger und  somit würde sie irgendwann wohl unausweichlich in Lars’ Fänge geraten. „Die Frage ist nur, ob er dir bis dahin die Freiheit lässt oder ob er Beweise fingiert, damit du vorher noch ein paar Monate oder Jahre im Gefängnis verbringst.“ Eigentlich überraschte es ihn fast, dass Lars das nicht so handhaben wollte. Auf der anderen Seite wollte er sich wahrscheinlich einfach die Mühe sparen, sie dafür später aus dem Gefängnis befreien zu müssen. Nicht, dass das normalerweise ein großes Problem gewesen wäre.
    Wie auch immer, die nächste Nacht würde sie auf jeden Fall in einer Zelle verbringen. Viola handhabte die Angelegenheit wie erwartet professionell und verzog keine Miene, als Marianne ihr das benutzte Taschentuch in die Hand drückte.
    „Leider ja“, versicherte Viola ihr, dass das nötig war. Wahrscheinlich war sie trotz Mariannes merkwürdiger Geschichte nicht überzeugt davon, dass das hier wirklich nötig oder auch nur wichtig war. Aber sie war gleichzeitig pflichtbewusst genug, um nicht zu hinterfragen, was ihr Vorgesetzter angeordnet hatte.
    Also stand Elias einfach nur daneben, während Marianne von Viola abgetastet wurde. „Wir werden natürlich allen Hinweisen nachgehen“, antwortete Elias statt Viola.
    Viola hatte in der Zeit sicher gestellt, dass Ria nichts mehr am Körper trug, was man ihr hätte abnehmen müssen und öffnete die Zelle, damit Ria hinein gehen konnte und sie hinterher zuzuschließen.
    „Wie sie sehen, gibt es hier ein Waschbecken und Plastikbecher, falls Sie Durst bekommen und eine Toilette. Wir reden morgen früh weiter.“
    Mit diesen Worten ging Elias und nahm Viola mit.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Di 18 Jul 2017, 18:28

    Ria Weber

    Natürlich würde das so leicht niemand glauben. Aber verdammt, die Welt in Schutt und Asche legen, konnte doch nicht die Antwort sein. Ria sparte es sich, mit Elias darüber zu diskutieren. So ein Gespräch mit einem Terroristen war doch sowieso völlig überflüssig investierte Zeit. Nicht, dass sie davon gerade nicht genug hätte …
    Ria starrte Elias bei seiner Antwort einfach nur an. Da war nicht einmal irgendeine klar erkennbare Reaktion wie Unglauben, Panik oder Neutralität … es war einfach ein leeres Starren, während es in ihrem Kopf umso voller war. Lars hatte Drohungen von sich gegeben, die Ria sich noch als Spinnereien hatte schönreden können, Cillian hatte angedeutet, dass sie durchaus in Lars' Fokus gerückt sein konnte, aber da hatte sich das noch dadurch relativieren lassen, dass der Diplomat ja auch nichts mit Sicherheit wissen konnte. Elias hingegen wusste ziemlich genau, was Lars vorschwebte, immerhin war Lars ja auch offensichtlich daran gelegen, dass sie es erfuhr. Dass Elias' dabei nicht einmal gehässig klang, machte es nicht besser, denn es reduzierte diesen Sachverhalt auf eine reine Tatsache. Lars wollte ihr nicht nur das Leben zur Hölle machen – er würde es. Weil … ja, das war eine gute Frage. Er sich in seinem Stolz verletzt fühlte? Er einfach wahnsinnig war? Er … es gab so viele Gründe, die dahinter stecken konnten und doch war das für Ria ja vollkommen irrelevant. Für sie zählte einzig, dass sie so unglaublich geliefert war, dass es keine passende Formulierung dafür gab.
    „Können Sie ihn davon überzeugen, dass das … überflüssiger Blödsinn ist?“ Ihre Stimme klang gefasst und tatsächlich war sie sich gerade nicht sicher, ob sie überhaupt etwas spürte, oder ob ihr limbisches System den Stecker gezogen hatte, damit ihr Gehirn nicht unter dieser Zukunftsaussicht kapitulierte.
    Ria ließ die Abtastung klaglos über sich ergehen und ging in die Zelle, ohne noch mal dazu aufgefordert werden zu müssen. Dass ausgerechnet Elias auf ihre eindringliche Bitte antwortete, war eine Verhöhnung sondergleichen.
    Als die Aktiven verschwunden waren, stand sie einige Zeit in der Mitte des kleinen Raumes, während sie das Gefühl überkam, dass das doch alles nicht real sein konnte. Verdammt, das musste doch ein blöder Scherz sein, vielleicht träumte oder halluzinierte sie, weil diese Bachelorarbeit ihr das Hirn lahmlegte. Sie kniff die Augen zusammen, presste ihre Hände dagegen, bis es unangenehm drückte und verharrte einige Momente in dieser Haltung. Das konnte nicht real sein!
    Als sie die Augen wieder öffnete, waren die Gitterstäbe immer noch da und mit einem Schluchzen ließ sie sich einfach auf den Boden sinken. Das alles war monströse, verfickte Scheiße. Und doch reichte dieser Fluch nicht einmal ansatzweise, um auszudrücken wie schlimm ihre Situation nun tatsächlich war. Und wie unfassbar. Verdammt, sie kam einfach überhaupt nicht auf diesen Gedanken klar und dementsprechend unmöglich schien es ihr gerade, eine Lösung zu finden. Dabei musste es doch eine geben. Alles ließ sich irgendwie lösen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Di 18 Jul 2017, 19:04

    Elias Vahrenholz

    „Lars von irgendetwas abbringen zu wollen, ist leider völlig verschwendete Zeit und Energie. Er hat kein Gewissen, an das man appellieren könnte und die einzige Person, von der Lars sich irgendetwas sagen lässt, ist David. Und David wird der Person, die für ihn ins Gefängnis gegangen ist, nicht versuchen, so etwas auszureden.“ Er sagte das nicht, um Marianne weiter fertig zu machen, auch wenn das wahrscheinlich das Endergebnis davon war. Im Gegenteil, er empfand bei dem Gedanken durchaus ein bisschen Mitleid mit ihr. Verflucht, selbst er hatte in mancherlei Hinsicht Angst vor Lars und wusste dabei, dass er vermutlich nicht viel von ihm zu befürchten hatte, solange er sich keinen groben Fehltritt gegenüber der IMA leistete. Dieses Mädchen hier war ein Mensch und Elias mochte nicht der größte Fan der Menschen sein, aber er hasste sie auch nicht grundsätzlich wie David oder Lars. Und sie hatte definitiv nichts getan, womit sie es verdient gehabt hätte, Lars’ Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nur … er konnte ihr definitiv auch nicht helfen. Selbst wenn er bereit gewesen wäre, selbst über die Klinge zu springen und die Konsequenzen aus seinen bisherigen Taten anzunehmen, in welcher Form auch immer, wäre er schlicht und ergreifend nicht in der Lage gewesen, ihr zu helfen. Denn Lars und David würden nicht fallen. Wenn Elias auch nur weit genug kam, David anzugreifen und zu beschuldigen, würde er ihn diskreditieren und die Leute daran erinnern, dass er immerhin der große Held war, der die IMA zu Fall gebracht hatte. Der Schachzug von Lars, sich selbst zu opfern, um einen regelrechten Heldenmythos um David konstruieren zu können, der ihn irgendwann zum Präsidenten machte, war einfach zu gelungen gewesen. Manchmal kam Elias nicht umhin, sich zu fragen, ob David wirklich die Fäden zog oder ob Lars doch der eigentliche Kopf war.

    Am nächsten Morgen kam Elias zurück zu Ria. Er war allein. Zwar hatte Cillian eigentlich unbedingt zu ihr gehen wollen, doch Elias hatte darauf bestanden, sie zunächst allein zu holen. Verflucht, wieso investierte der Diplomat überhaupt so viel Energie in dieses Mädchen? Hoffentlich wurde der Typ nicht noch zum Problem. Allerdings hatte Elias das bei seinem Zwischenbericht ausgelassen, denn er wusste, dass weder Lars noch David lange zögern würden, dafür zu sorgen, dass Cillian einen Unfall hatte, wenn er zu anstrengend wurde. Und Elias war nach wie vor der Meinung, dass Töten zwar ein Mittel zum Zweck war, aber dass man es deshalb nicht bei jeder kleinen sich bietenden Gelegenheit auch direkt tun musste.
    „Viola und Marco haben deine Aussage von gestern aufgeschrieben. Du kannst dir das noch einmal ansehen und dann gehen, ich werde sagen, dass sich der Verdacht nicht erhärten konnte.“ Sie hatte jetzt immerhin eine Nacht hier ausgestanden und war schon allein wegen dieser Lars-Sache vermutlich schon mehr als genug gestraft.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Di 18 Jul 2017, 19:27

    Ria Weber
    Natürlich konnte Elias rein gar nichts Beruhigendes dazu sagen. Dabei klang auch die Erklärung jetzt weder gehässig, noch boshaft. Es war wieder eine reine Tatsache, die glaubwürdig klang. Somit war es zwecklos, noch weiter darauf einzugehen und sie ließ sich schweigend zu der Zelle bringen.

    Ein paar Stunden später hatte sie noch immer nicht den Hauch einer Idee, wie sie aus diesem Schlamassel wieder rauskommen sollte. Sie schwankte im Sekundentakt zwischen die Beamten am nächsten Tag anflehen, sie in irgendein verdammtes Zeugenschutzprogramm zu nehmen, oder sich einfach irgendein Geständnis aus den Fingern zu saugen, um sicher inhaftiert zu werden, damit sie zumindest auf dem Wege bewacht wurde. Ersteres würde ihr wohl trotz aller Panik nicht zugestanden werden und zweiteres Lars vermutlich nicht aufhalten. Elias hatte ja deutlich gemacht, dass Lars da wohl alle Optionen offen standen und er mit ihr tun und lassen konnte, was er wollte. Würde sie sich nun also ins Gefängnis manövrieren, würde ihn das wohl überhaupt nicht beeindrucken. Höchstens amüsieren.
    Sie machte in der Nacht kein Auge zu. Schreckensszenarien formten sich wie von selbst in ihren Gedanken, abgewechselt von der quälenden Frage, womit sie das nur verdient hatte. Und mit wem zum Teufel sie darüber reden können würde. Das … konnte sie doch nicht alles für sich behalten. Aber jeder, dem sie davon erzählen würde, würde damit in den Fokus der IMA gerückt. Und abgesehen von der Terrororganisation war da ja grundsätzlich noch das Problem mit dieser ganzen übernatürlichen Sache an sich. Alleine das konnte sie schon niemandem auf die Nase binden. Außer … einem Übernatürlichen … Sie schnaubte in die Stille, als sie sich bei der Überlegung ertappte, zu versuchen Adrian zu erreichen, sobald sie hier raus war. Wäre sicher ein ganz reizendes Gespräch. Hey, ich fand dich scheiße, weil du ein Vampir bist. Jetzt ist die IMA hinter mir her, wollen wir nicht doch Freunde sein? Abgesehen davon, dass das einfach ein sehr sehr unschöner Zug wäre, schon für sich alleine genommen, war es auch einfach nicht verantwortbar, dem Kerl diese Leute auf den Hals zu hetzen, worauf es unweigerlich hinauslaufen würde. Vielleicht war das ja Karma, sinnierte Ria verzweifelt weiter. Sie hatte damals geglaubt, an eine fiese Kreatur geraten zu sein und nicht einmal wirklich versucht, irgendwie offen für eine andere Ansicht zu sein. Jetzt lernte sie, was wirklich übernatürliche fiese Probleme waren. Oh Gott, hoffentlich taten die Liz nichts. Oder ihrer Familie oder überhaupt … sie musste das Land verlassen! Uni abbrechen und auswandern, irgendwie abtauchen um von Lars' Radar zu verschwinden. Nur noch mit Bargeld bezahlen … Tränen rannen über ihre Wangen, als sie einsehen musste, wie unmöglich das werden würde. Und vielleicht hetzte sie damit ja gerade die IMA auf ihr Umfeld, weil die sie dann eben so wieder herbeilocken wollten. Sofern ihr ein Untertauchen überhaupt gelingen würde.
    Irgendwann rollte sie sich auf dem Bett zusammen.

    Sie hatte gehofft, dass irgendein anderer Aktiver sie abholen würde, aber natürlich war es wieder Elias. Verdammt. Sie folgte ihm stumm, wirkte noch aufgelöster als am Abend zuvor, obwohl sie den Mund nicht aufmachte. Sie wollte doch nur mit irgendjemandem hier reden, der nicht ein verschissener IMA-Spitzel war. Regelte der das jetzt alles alleine oder was? Auf so viel Glück, Cillian noch einmal zu sehen, hatte sie ja gar nicht gehofft. Aber wenigstens Viola, meine Güte, von ihr aus auch Marco. Oder irgendein anderer Aktiver. Solange es nicht Elias war!


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Di 18 Jul 2017, 19:37

    Cillian Cavanaugh

    Ria sah alles andere als fit aus, als sie von Elias wieder in den Verhörraum geführt wurde, aber das konnte man ihr wohl kaum verdenken. Immerhin hatte sie gestern etwas erlebt, womit sie sicherlich nicht gerechnet hatte und nun auch noch die Nacht hier verbringen müssen. Langsam fragte sich Cillian wirklich, was Elias damit bezweckte. War ihm denn nicht klar, dass sie nicht mit Lars zusammen arbeitete? Das arme Mädchen hatte vermutlich wirklich nur irgendwie seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und Lars war wahrscheinlich einfach nur gelangweilt gewesen, nachdem er zwanzig Jahre auf Lítla Dímun festgesessen hatte.
    Die Tatsache, wie viele Leute in diesem Verhörraum waren, war absurd. Marco und Viola saßen brav an der Seite und fielen dabei kaum auf, Carsten war natürlich auch wieder anwesend und Cillian hatte sich erneut nicht davon abbringen lassen. Auch wenn Carsten bisher nicht inkompetent gewirkt hatte oder Ähnliches, traute Cillian ihm aus irgendeinem Grund nicht ganz über den Weg. Er hatte das Gefühl, weiterhin anwesend sein zu müssen, damit er wenigstens versuchen konnte, ihr irgendwie behilflich zu sein.
    „Also. Ich habe-“, setzte Elias an, verstummte jedoch, als sein Handy vibrierte. Er zog es aus der Tasche und betrachtete es einen Moment lang schweigend. „Tut mir leid, das ist David, da muss ich rangehen“, sagte er und war schon auf dem Weg nach draußen.
    Und damit … saßen sie nun eigentlich einfach nur hier. Was etwas blöd war, weil Elias der Einzige war, der momentan wusste, wie das jetzt hier konkret weitergehen sollte und sie deshalb gerade eigentlich alle gar nichts machen konnten.
    „Wie fühlst du dich?“, fragte Cillian also und sah Ria fragend an. Vielleicht eine fast schon überflüssige Frage, denn ja, sie sah nach wie vor ziemlich fertig aus, aber er wollte ihr zumindest auch weiterhin gerne das Gefühl geben, dass sich zumindest eine Person hier für ihr Wohlergehen interessierte. Und es war ja auch nicht gelogen, Cillian wollte ihr wirklich helfen.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Di 18 Jul 2017, 19:47

    Ria Weber

    Im Verhörraum warteten schon die Leute, die Ria bereits am Vortag kennengelernt hatte. Elias wurde durch ein Telefonat unterbrochen und bei dem Gedanken, wer da anrief, drehte es ihr den Magen um. Denn außer Cillian schien das keiner hier auch nur ansatzweise in Erwägung zu ziehen.
    Cillian erkundigte sich nach ihrem Befinden und sie zuckte nur mit den Schultern. Wie sollte es einem schon gehen, wenn man die letzten Stunden damit zugebracht hatte, einzusehen, wie im Arsch man war?
    Eigentlich sollte sie ja wohl ihre Aussage noch einmal durchlesen, aber nicht mal die legte ihr jemand vor. Noch immer nagte diese vermutlich richtig dämliche Idee an ihr. Sie wusste nun, was passierte, wenn sie innerhalb der nächsten Stunden hier draußen war. Wie sie panisch herumlaufen würde, konnte sie sich nur zu gut vorstellen. Was sie nicht genau wusste, war wie es weitergehen würde, wenn sie doch die Idee mit dem sich verdächtig machen, weiter verfolgte. Sie wusste noch nicht einmal, ob sie das überhaupt wollte. Um abwägen zu können, was die beschissene und die noch beschissenere Variante war, musste sie das wohl oder übel in Erfahrung bringen.
    „Was passiert, wenn ich das Geständnis negiere?“, fragte sie also geradeheraus an Cillian mit leiser Stimme.
    Das konnte ja nun entweder bedeuten, sie steuerte gerade auf ein Schuldgeständnis hin, oder, was sie zumindest bei Cillian eindringlich hoffte, es zeigte, dass sie sich durch irgendetwas so unter Druck gesetzt fühlte, dass sie sich dazu gezwungen sah, so eine Frage zu stellen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Di 18 Jul 2017, 20:14

    Cillian Cavanaugh

    Das Mitleid überrollte Cillian fast. Er hätte ihr wirklich gerne geholfen, durch mehr, als er im Moment tun konnte. Denn effektiv konnte er nichts machen. Er konnte nicht ändern, dass sie hier wahrscheinlich gerade einfach Lars’ Spielball war und es, wenn es blöd lief, vermutlich auch noch in der Zukunft bleiben würde. Also hoffte Cillian, dass Elias bald wieder kommen würde, bis … sie ihre Frage stellte.
    „Sie gestehen hier überhaupt nichts“, sagte Carsten sofort.
    „Aha!“, rief Marco aus, „Jetzt kommen wir der Sache schon näher.“
    Cillian betrachtete sie nur einen Moment lang schweigend. Hier stimmte etwas ganz und gar nicht. Sie hatte panische Angst und anders als die Aktiven vermutlich, ging Cillian nicht eine Sekunde lang davon aus, dass das gespielt war. Rias Angst war echt. Sie hatte gestern schon Angst gehabt, aber das war kein Vergleich zu ihrem jetzigen Verhalten. Und Elias war derjenige gewesen, der zwischendurch mit ihr gesprochen hatte … Cillian wusste nicht, ob er so weit gehen würde, zu denken, dass Elias vielleicht auch irgendwie mit der IMA involviert war, aber irgendetwas musste ja passiert sein. Warum sonst hätte Marianne sich jetzt so verhalten und plötzlich eine solche Frage stellen sollte?
    „Kann ich bitte kurz alleine mit ihr reden?“, fragte Cillian, statt eine Antwort auf ihre Frage zu geben, die sie immerhin eigentlich an ihn gerichtet hatte.
    „Auf gar keinen Fall“, entgegnete Marco.
    Langsam fing er an, ihn zu nerven. Cillian hatte unter anderem zuvor schon Savio Verusco kennen gelernt sowie Anna, die Mutter von Viola und Marco, und Marco fiel durch sein hitzköpfiges, unempathisches Verhalten auf jeden Fall klar aus dem Rahmen. Seine restliche Familie schien deutlich netter zu sein, zumindest die Leute, die Cillian kannte.
    „Du solltest dich auf jeden Fall von niemandem nötigen lassen, ein Verbrechen zu gestehen, das du nicht begangen hast“, sagte Cillian ruhig. „Es gibt bestimmt andere Lösungen.“ Er wusste nicht konkret, was das Problem war, konnte sich nur ungefähr denken, in welche Richtung das ungefähr ging. Er wusste nicht, wie diese anderen Lösungen dann ausgesehen hätten, aber es musste welche geben.
    „Wenn du ein Geständnis ablegst, wirst du danach vorerst bis zu deiner Verhandlung in Untersuchungshaft genommen“, war nun Viola diejenige, die zumindest beschlossen hatte, die eigentliche Frage zu beantworten. „Bei einem Geständnis dürfte die Verhandlung relativ kurzfristig stattfinden. Nach einer Verurteilung würdest du dann in ein richtiges Gefängnis kommen.“
    Cillian atmete tief durch. „Es ist doch wohl offensichtlich, dass sie nichts getan hat!“, rief er nun aus. „Irgendetwas – oder irgendjemand, womöglich Elias – hat ihr Angst gemacht und jetzt sieht sie sich aus irgendeinem Grund offensichtlich gezwungen, das zumindest in Erwägung zu ziehen.“ Cillian wurde wirklich nicht oft wütend. Noah war deutlich aggressiver als er und auch Matthew war schon vor seiner Verwandlung in einen Werwolf deutlich temperamentvoller gewesen als Cillian. Aber das hier frustrierte ihn so sehr, dass er seine Gefühle nicht länger zurückhalten konnte. Wollte denn niemand außer ihm hier dem armen Mädchen helfen, verflucht noch mal?!
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Di 18 Jul 2017, 20:32

    Ria Weber

    Ihre Frage brachte ziemliche Aufruhr in die Runde und auch wenn sie sonst kein großes Problem damit hatte, auch mal im Mittelpunkt zu stehen, was ihr die gesamte Aufmerksamkeit nun unangenehm. Carsten hielt sie dazu an, rein gar nichts zu gesehen, während Marco sich auf ihre Frage stürze, als sei sie das Beste, was ihm diesen Morgen passiert ist. Mit Cillian alleine reden zu dürfen wäre eine kleine Traumerfüllung für sich, doch natürlich machte Marco diese Hoffnung schnell zunichte. Sie konnte es ihm nicht einmal verübeln. Er wollte sie offensichtlich hinter Gitter sehen, was Elias – und damit wohl Lars – laut vorheriger Aussage nicht mehr wollte, was bedeutete, das es unterschiedliche Zielsetzungen sie betreffend gab. Das konnte nun entweder geschickt eingefädelt sein, oder der Aktive machte einfach nur tatsächlich gut seinen Job. Das hatte sie bereits gestern in Erwägung gezogen. Und wenn es so war, musste für ihn nun offensichtlich sein, dass sie unter dem Druck der übernatürlichen Polizei zusammengebrochen war. Wenn ihre Überlegungen stimmten und somit keiner der hier Anwesenden zu Lars gehörten, könnte sie dieses Gespräch wohl auch einfach weiterführen. Und falls sie sich irrte, machte das vermutlich auch keinen großen Unterschied.
    „Ehrlich gesagt“, damit blickte sie wieder zu Cillian, der unter diesen ganzen übernatürlichen Polizisten zumindest einen kleinen, emotionalen Anker darstellte, „überlege ich, ob das nicht wirklich sinnvoller wäre. Ich kann allerdings nicht einschätzen, bei welcher Lösung die IMA es schwerer hat, an mich ranzukommen. Und was die jeweiligen Kollateralschäden wären. Das macht die Entscheidung schwierig.“
    Ja, jetzt war es raus. Ihr Wissen, bzw. in den Augen der anderen wohl eher Angst oder aber falsche Behauptung, dass die IMA, bzw. ihr offizieller Anführer, hinter ihr her war; ihre Panik, was das für ihr Umfeld bedeutete; und die Hoffnung nach einem Ausweg. Und, wie Cillian schon festgestellt hatte, dass Elias irgendetwas gesagt oder getan haben musste. Sie wollte jetzt nicht wieder durchkauen, wer er ihrer Meinung nach war. Das hatte sie bereits gestern in der – wenn auch kleineren – Runde getan. Cillian schien es geschnallt zu haben. Die anderen, abgesehen von Carsten vielleicht, würde sie damit nur wieder gegen sich aufbringen. Ihre Stimme hatte abermals leise geklungen, aber ähnlich emotionslos wie am Abend zuvor, nachdem Elias ihr Lars' Pläne sie betreffend erläutert hatte.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Di 18 Jul 2017, 20:49

    Cillian Cavanaugh

    Noch immer war Cillian wütend, denn es war doch wohl immer offensichtlicher, dass sie absolut gar nichts falsch gemacht hatte. Und jetzt ging es plötzlich darum, dass sie möglicherweise doch irgendwelche Involvierungen mit der IMA zugeben wollte, nur damit sie vielleicht ein bisschen vor diesem Terroristenverein sicher war. Was sogar eine Motivation war, die Cillian nachvollziehen konnte, denn sie waren nun einmal furchteinflößend. Auch ohne dass er nun speziell deren Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätte, so wie Ria. Cillian hatte auch so eine Heidenangst vor ihnen. Immerhin hatten sie mehr oder minder alle Menschen zu ihren Feinden erklärt. Nur war das alles immer noch nichts gegen Rias Situation. „Ich verstehe, dass du Angst hast, aber das kann nicht die richtige Lösung sein“, entgegnete Cillian.
    „Sie hat doch gerade eben mehr oder weniger zugegeben, dass sie etwas zu verbergen hat“, warf Marco nun wieder ein.
    „Eigentlich hat sie nur eine Information eingeholt“, entgegnete Cillian scharf. „Und das auch nur deshalb, weil sie völlig verängstigt ist.“
    „Wieso sollte sie Angst haben, wenn sie nichts gemacht hat? Wenn sie Angst hat, dass die IMA an sie herankommen könnte, dann doch deshalb, weil sie irgendwas sagt, was sie nicht sagen sollte. Und das tut sie vermutlich am ehesten, wenn sie ihre Beteiligung zugibt.“
    „Das ist doch Schwachsinn. Sie hat einfach nur Angst, weil Lars ihr gedroht hat. Und Elias hat ihr jetzt vermutlich auch noch mal gedroht“, beharrte Cillian.
    „Aber wieso sollte-“, und weiter kam Marco nicht, weil Elias in diesem Moment wieder den Raum betrat.
    „Also“, sagte er, setzte sich wieder auf seinen Platz und zog ein doppelseitiges Dokument aus der Tasche, das er zu Ria rüber schob, „wir haben keine weiterführenden Hinweise gefunden, die auf eine Involvierung mit der IMA hindeuten. Lies dir deine Aussage noch mal durch, dann kannst du sie unterschreiben und gehen.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Di 18 Jul 2017, 21:08

    Ria Weber

    Obwohl Ria sich sicher war, dass Cillian sie verstanden hatte, riet er ihr noch immer davon ab. Sie hätte gerne gefragt, warum. Weil es im Knast nicht weniger gefährlich war? Marco beharrte auf seiner Theorie, die von seiner Position aus absolut logisch war. Es war ja nun mal auch unglaubwürdig, dass Lars sie einfach aus Lust an der Freude in seine kranke Welt involviert hatte. Da war es wesentlich realistischer, dass er hinter ihr her war, damit sie nichts verriet oder so. Was sie ja ohnehin schon getan hatte. Ob … es einen Unterschied gemacht hätte, wenn sie den Brief nicht an die Regierung geschrieben hätte? War das vielleicht doch auch mit ein Grund, warum er ihr nun zusetzte? Immerhin hatte sie ihn noch am selben Abend geschrieben und das hatte er definitiv vermutlich spätestens am nächsten Morgen erfahren. Hätte sie doch einfach die Füße still halten sollen? Hätte Lars dann beschlossen, dass sie doch nicht wichtig genug war? Aber sie hatte doch irgendetwas entscheiden müssen und die Menschen nicht zu warnen hätte sie in ihren Augen geradezu zu einer Mittäterin gemacht. Wegschauen war schließlich auch handeln. Sie versuchte sich wieder auf das Gespräch zu konzentrieren, dankbar, dass Cillian für sie Partei ergriff.
    Es fehlte die Gelegenheit, das Gespräch weiter zu führen, denn Elias kam zurück, spulte seinen vermutlich von Lars vordiktierten Text ab und händigte ihr das Dokument aus. Scheiße, jetzt war sie immer noch nicht viel weiter gekommen in ihrer Überlegung, außer, dass Cillian ihr davon abriet. Reichte das? Hatte er irgendwelche Ideen, die sie sonst noch in Erwägung ziehen konnte? Sie hat so, als würde sie ihre Worte noch einmal lesen, dabei könnte sie sich gar nicht darauf konzentrieren, selbst wenn sie sie lesen wollte. Die Buchstaben tanzten förmlich vor ihren Augen und schließlich warf sie abermals einen hilfesuchenden Blick zu Cillian. Doch dem waren offensichtlich die Hände gebunden und ein Gespräch mit ihm war unmöglich, das hatte Marco bereits deutlich gemacht. Wenn das hier jedoch juristisch ähnlich ablief wie bei den Menschen, musste sie doch zumindest das Recht darauf haben, mit ihrem Anwalt alleine zu sprechen …
    „Ich möchte mit meinem Anwalt ein Vieraugengespräch führen“, spielte sie also eine Karte, von der sie gar nicht wusste, ob diese hier eine Gültigkeit hatte, aus.
    Inzwischen war ihr auch egal, ob bzw. was Elias sich nun zusammenreimte, was sich zugetragen haben mochte oder was sie eventuell gedachte zu tun. Sie brauchte einfach Zeit und eine dritte Meinung. Von Carsten hatte sie bisher zwar auch den Rat bekommen, zu schweigen, aber wie er die Lage tatsächlich einschätzte, wusste sie nicht. Bei Cillian glaubte sie zu wissen, wie er dachte, Carsten konnte sie überhaupt nicht einschätzen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Di 18 Jul 2017, 21:20

    Cillian Cavanaugh

    Warum musste Elias jetzt zurückkommen? Cillian hatte das Gefühl, dass er noch mehr Zeit benötigt hätte, damit er Ria von dem Gedanken abbringen konnte, sich verhaften zu lassen, nur damit sie vor Lars sicher war. Wie viel das brachte, war zu diesem Zeitpunkt ohnehin fraglich. Wenn das mit David wirklich stimmte, war es eigentlich egal, wo sie sich versteckte. Es war dann sogar egal, ob Elias vielleicht mit drin hing oder nicht. Denn Elias würde seine Weisungen von David in beiden Fällen entgegen nehmen und konnte wiederum die Aktiven befehligen. Oder, wenn er an Elias vorbei agieren wollte, musste er nur jemanden finden, den er zum Beispiel ins Gefängnis einschleusen konnte, wenn er Ria dort das Leben zur Hölle machen wollte. Verflucht, in jedem magischen Gefängnis in ganz Europa saß vermutlich mindestens ein Mitglied der IMA, das irgendjemand – egal, ob nun Elias, David oder Lars selbst – in irgendeiner Form kontaktieren und befehligen konnte. Nein, Gefängnis war keine Option. Gleichzeitig war sie auch nicht sicherer, wenn sie in Freiheit blieb. Egal, wohin sie ging, Lars würde sie finden. Darüber machte sich Cillian gar keine Illusionen. Das war unfair. Was hatte diese arme Frau denn getan, dass sie mit jemandem wie Lars konfrontiert wurde – und dann noch auf so eine Art?
    Ihre dann folgende Bitte überraschte Cillian, aber er war froh darüber, dass sie das sagte. Denn wenn sie darauf bestand, war es etwas, was auch Elias ihr nicht verwehren durfte, auch dann wenn es ihm nicht gefiel.
    Statt direkt eine Antwort zu geben, seufzte er lediglich. „Na schön.“ Damit stand er wieder auf und ging zur Tür. „Wie Sie möchten.“
    Viola und Marco folgten ihm auf dem Fuße und auch Cillian ging ihnen nach, auch wenn er gerne noch bei Ria geblieben wäre. Aber sie hatte um ein Vier-Augen-Gespräch gebeten und das respektierte natürlich auch er. Wahrscheinlich hätte mindestens Elias ohnehin protestiert, wenn Cillian geblieben wäre, während alle anderen außer Carsten gehen mussten.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Di 18 Jul 2017, 22:07

    Ria Weber

    Offensichtlich ähnelten sich die Rechtssysteme tatsächlich, denn bisher war eigentlich nichts geschehen, dass sie verwundert hatte. So durfte sie dieses Recht in Anspruch nehmen und als die Tür hinten ihnen geschlossen war, wandte sie sich vollständig dem Anwalt zu.
    „Was gerade mein Problem ist, dürfte offensichtlich sein“, begann sie noch einmal ihre Frage zu stellen. „Und ob Sie mir nun glauben oder Marcos Theorie für meine Bedenken wahrscheinlicher halten, ist eine persönliche Sache, die sie als Pflichtverteidiger ja nicht zu beeinflussen hat, oder?“ Zumindest hatte sie im Kopf, dass das bei Menschen so lief.
    „Also müsste die Frage auf rein sachlicher Ebene zu beantworten sein.“
    Sie merkte selbst, wie sie automatisch unterstellte, er seie der Position der Aktiven näher als ihrer. „Ich will Ihnen damit nicht unterstellen, mir nicht zu glauben … ich kann Sie nicht einschätzen“, machte sie einen kleinen Einschub, denn so ganz uninteressant war seine Meinung zu ihrer Glaubwürdigkeit ja nun nicht. „Was denken Sie darüber?“
    Sie ordnete kurz ihre Gedanken neu, um die Frage konkret stellen zu können. „Welcher Weg ist besser? Und ich meine nicht in juristischer oder komfortabler Sicht, ich meine wirklich SICHERER.“
    Scheiße, bei der Vorstellung, sich selbst ins Gefängnis zu manövrieren, drehte sich ihr der Magen um. In einem orange-is-the-new-black-ähnlichen Leben sah sie sich nun echt nicht. Aber … wenn das sicherer war, würde sie zumindest ernstlich in Erwägung ziehen, diesen Schritt wirklich durchzuziehen, denn sie hatte wirklich in vollem Umfang begriffen, wie vorbei ihr Leben eigentlich war. Fix und fertig. Einpacken, Ende. Schluss, Aus, Feierabend. Ihr fielen auf Anhieb unzählige Floskeln ein, die den Zustand ihrer bisherigen Existenz beschrieben. Und obwohl ein Teil von ihr immer noch hoffte, ja sogar betete, dass Elias ihr nur hatte Dinge sagen sollen, die sie ängstigen, wusste sie doch, das Lars diese Drohungen wahrmachen würde. Oh Gott, es würde einfach vollkommen egal sein, was sie tat, Lars würde sie einfach überall schnappen können … Sie schlang die Arme schutzsuchend um sich selbst, ohne es zu bemerken. Genauso wenig bekam sie mit, ob Carsten überhaupt schon auf eine ihrer Fragen geantwortet hatte. Stattdessen schien sich in diesem Raum mit einem Mal viel zu wenig Sauerstoff zu befinden. Ein diffuser Schwindel begann sich in ihrem Kopf auszubreiten, während etwas ihren Brustkorb förmlich zusammendrückte. Wahrscheinlich war Lars sogar schon längst hier! Lauerte unter dem Tisch … versteckte sich in den Wänden ... Sie versuchte ihre Atemwege durch hektisches Schlucken zu befreien. Schnappte nach Luft, als es ihr nicht gelang. Sie wollte nach Hilfe schreien, doch kein Ton verließ ihre Lippen, dafür hatte ein kaum sichtbares Zittern ihren Körper ergriffen. Sie versuchte Carsten zu fokussieren, doch ihr Blick huschte nur hektisch durch den Raum, auf der Suche nach Dingen, die nicht da waren, obwohl sie sie geradezu spüren konnte.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mi 19 Jul 2017, 00:49

    Carsten Wedemeyer

    Eine solche Mandantin hatte man nun wirklich auch nicht alle Tage. Diese ganze Sache war wirklich ziemlich undurchsichtig, allerdings spielte es für Carsten ja auch keine Rolle, ob sie nun schuldig war oder nicht, es war seine Aufgabe, sie zu verteidigen und die würde er bestmöglich machen. Nur dass sie sich offenbar nicht mehr so ganz sicher war, ob sie denn überhaupt verteidigt werden wollte. Immerhin hatte sie nun schon Andeutungen gemacht, vielleicht einfach ein Geständnis abzulegen. Und das war es, was ihn irritierte. Es zeigte, dass sie eindeutig Angst vor etwas hatte, was deutlich schlimmer war als eine potentiell langjährige Gefängnisstrafe. Die IMA, genauer gesagt Lars, passte da ziemlich gut ins Bild. Wer wollte sich schon ernsthaft mit denen anlegen?
    „Ich weiß nicht, ob ich Ihnen glaube“, gab Carsten ruhig zurück. „Einerseits ist die ganze Geschichte wirklich ziemlich absurd, andererseits könnte genau das auch ein Anhaltspunkt dafür sein, dass sie wahr ist.“ Denn jetzt mal im Ernst, wenn es gelogen war, hätte sie sich dann keine bessere Geschichte ausgedacht? Und wenn sie wirklich mit Lars zusammen arbeitete, hätte dann nicht vor allem er sich eine bessere Geschichte ausgedacht? „Aber es spielt auch wirklich keine Rolle für mich. Ich verteidige Sie unabhängig von meiner persönlichen Einschätzung.“ Von der er eben ja noch nicht einmal wirklich wusste, wie sie eigentlich aussah. Da war er nach wie vor unschlüssig.
    Und dann wollte sie von ihm wissen, welche Variante besser war. Und genau das war die Frage, die er eigentlich nicht zu beantworten wusste. Er wusste, was komfortabler war – das war sowieso eindeutig – er wusste, was juristisch besser war, aber was war nun sicherer?
    Bevor er allerdings die Gelegenheit bekommen hätte, zu antworten, hatte sie offenbar eine Panikattacke bekommen. Carsten biss sich auf die Unterlippe. In so etwas war er nicht gut. Er konnte sie aus Problemen heraushauen – aber trösten? In einer solchen Situation?
    „Sie sollten versuchen, sich zu beruhigen“, sagte er also nur möglichst sanft und schenkte ihr zögerlich einen Becher Wasser ein. „Atmen sie ein paar Mal tief durch, wenn möglich, und versuchen Sie, etwas zu trinken.“ Er wusste nicht, ob das half, aber er war Anwalt und kein Psychologe und mehr konnte er ihr leider nicht bieten, auch wenn sie ihm gerade schon ziemlich leid tat.
    „Ich kann Ihnen nicht sagen, was sicherer ist. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen, aber Lars hat früher selbst beim Rat gearbeitet. Er weiß, wie alles funktioniert. Unsere beste Chance“, und damit meinte er eigentlich Rias beste Chance, „ist, dass wir Lars wieder gefangen nehmen. Wenn Sie noch irgendetwas wissen, was irgendwie hilfreich sein könnte, auch wenn es Ihnen vielleicht noch so unwichtig erscheint, sollten Sie es mir sagen. Ich kann es an die Aktiven weiter geben“, die vermutlich sowieso durch den Einwegspiegel alles mitbekamen, „und die können versuchen, Lars zu finden.“ Er hoffte, dass er irgendwie trotz ihrer Panikattacke zu ihr durchdringen konnte. Denn letzten Endes war es wirklich das Einzige, was sie retten würde. Wenn Lars wirklich an sie herankommen wollte, würde er es schaffen, solange er frei war. Der Mann war schon aus einem Gefängnis ausgebrochen, Carsten zweifelte nicht eine Sekunde lang an, dass er notfalls in ein anderes einbrechen würde, wenn er sich etwas davon versprach.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mi 19 Jul 2017, 06:35

    Ria Weber

    Ria versuchte sich zu beruhigen. Ein Teil ihres Verstandes wusste, dass hyperventilieren und zusammenbrechen nichts an ihrer Situation verbessern würde. Ihr Körper wollte das nur nicht einsehen. Sie versuchte sich verzweifelt auf Carstens Worte zu konzentrieren, um einen Fixpunkt zu haben, der ihr Hirn davon abbrachte, weitere diffuse Horrorvorstellungen zu kreieren. Er stellte einen Becher Wasser vor ihr ab und nach einigen Momenten griff sie zögerlich danach, wobei ihre Hand noch immer zitterte. Tief durchatmen klappte mehr schlecht als recht und ein eher zufälliger Blick in die verspiegelte Wand machte es nicht besser. Immerhin hockte dahinter die IMA und amüsierte sich wahrscheinlich köstlich … sie drehte ihren Kopf mühsam wieder zu Carsten.
    „Da müssen Sie mir schon was Handfesteres als Wasser hinstellen, wenn ich mich ernstlich beruhigen soll“, versuchte sie, einen Teil der eigentlich für sie üblichen Gelassenheit wieder hervorzukramen, doch ihre bei fast jedem Wort wieder wegbrechende Stimme verriet, wie wenig es ihr gelang.
    „Warum arbeiten alle IMA-Leute irgendwo bei euch?“, stieß sie bei Carstens Enthüllung fassungslos hervor.
    Das war … purer Wahnsinn. So infiltriert, wie diese ganze übernatürliche Rechts- und Sicherheitsabteilung schien, waren die doch quasi selbst schon die IMA! David und Lars hatten einfach sämtliche Strukturen bereits den Vorstellungen ihres Systems angepasst.
    „Ihr könnt ihn nicht schnappen“, war der einzig logische Schluss aus dieser Erkenntnis. Und eigentlich konnte sie da ruhig noch einen Schritt weiter gehen. „Ihr wollt diese Organisation überhaupt nicht ernstlich zerschlagen. Sonst würdet ihr den Tatsachen, die ich bereits MEHRFACH dargelegt habe, nachgehen, anstelle nach unwichtigen Kleinigkeiten zu fragen.“
    Sie wusste, dass sie Carsten und vermutlich der gesamten unteren bis mittleren Ebene der Aktiven, sowie auch Cillian, da mit Sicherheit gerade unrecht tat. Dennoch hatte sie diese Worte nun von sich gegeben und konnte noch nicht einmal von sich behaupten, sie zu bereuen. David hockte an der Spitze, Elias spazierte als Chef der Aktiven hier herum … abgesehen von ihrer eigenen Misere wäre es noch nicht einmal damit getan, wenn sie Lars wirklich bekommen würden. Es würde nichts ändern, seine IMA-relevante Aufgabe hatte er schließlich bereits längst erfüllt.
    Der Ärger half, wieder besser Luft zu bekommen, und das einengende Gefühl in ihrer Brust schien sich allmählich zu verflüchtigen. Die Angst in ihrem Kopf blieb dennoch.
    „Ich weiß nichts Nützliches mehr.“ Und wenn, würde es ihr definitiv nicht genau jetzt einfallen. Lars war schließlich so umsichtig gewesen, ihr seine Position nicht per Googlemaps zu schicken. Der hatte schon genau gewusst, was er erzählen konnte und was nicht.
    „Er steht auf David“, überlegte sie dann doch noch mal und kehrte etwas hervor, wovon sie nicht sicher war, ob es Relevanz haben könnte. „Vermutlich hängt er dem am Rockzipfel. Checkt die Anwesen von eurem Präsident. Vielleicht hält er sich dort irgendwo auf.“
    Dieses Bild, wie Lars in irgendeinem Keller bei David hockte und seine fiesen Internetspielchen trieb, ließ erneut eine Welle an Verzweiflung durch sie rasen. Die würden natürlich nicht Davids Anwesen filzen und selbst wenn, wäre Lars dann ohnehin nicht mehr dort, weil Elias ja quasi live dabei war, wie sie dieses Vorgehen vorgeschlagen hatte.
    „Ich bin einfach allumfassend im Arsch“, offenbarte sie dem Anwalt die Einschätzung ihrer Situation. „Wenn ich mich nicht umbringe, wird er mich unweigerlich irgendwann schnappen und Schlimmeres mit mir tun.“ Sie starrte einige Sekunden in die Leere, als würde sie über diese Option nachdenken.
    Natürlich schrie alles in ihr Nein. Aber … wäre das nicht die logische Konsequenz? Sinnvoller, als draußen herumzulaufen oder im Gefängnis darauf zu warten, dass Lars sich entschied, wann es so weit war? Es gab schlicht keine andere Möglichkeit, sich seinem Zugriff zu entziehen.
    Wieder stieg Wut in ihr auf. Sie hatte sich immer für den letzten Menschen dieses Planeten gehalten, der tatsächlich über Suizid nachdenken würde. Und jetzt saß sie hier und tat genau das? Weil die Übernatürlichen ihre gesamte Organisation nicht im Griff hatten und es möglich gewesen war, sie dermaßen zu unterwandern?
    „Scheiße, ihr seid so ein unfähiger Drecksverein!“, brüllte sie Richtung verspiegelter Wand.
    Die hatten es offensichtlich seit Jahren versäumt, die Sicherheit ihre eigenen Leute zu gewährleisten und Ria durfte das nun ausbaden?! Das war nicht fair!!!


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mi 19 Jul 2017, 13:53

    Carsten Wedemeyer

    Etwas anderes als Wasser konnte Carsten ihr natürlich nicht anbieten, also ging er nicht weiter darauf ein. Klar hätte er ihr gerne geholfen und vielleicht einfach ein starkes Beruhigungsmittel verpasst, aber das stand nicht zur Diskussion, also mussten sie eben mit dem arbeiten, was sie gerade zur Hand hatten.
    „Bisher waren wir der Meinung, dass es hauptsächlich Lars wäre“, entgegnete Carsten ruhig. „Es wurde immer vermutet, dass er noch irgendwo im Rat Partner oder zumindest Sympathisanten hat, aber es konnte niemals jemandem etwas nachgewiesen werden.“ David war aber natürlich nie weiter überprüft worden. Warum auch? Verflucht noch mal, er war doch zusammen mit Savio Verusco derjenige gewesen, der Lars überhaupt erst ins Gefängnis gebracht hatte! Wer kam denn bitte auf den Gedanken, dass mindestens einer der beiden dann in Wirklichkeit mit Lars zusammen gearbeitet hatte? Vorausgesetzt, dass es wahr war.
    Schweigend hörte Carsten zunächst zu, was sie noch zu sagen hatte. Dass sie noch einmal auf das hinwies, was sie bereits geäußert hatte und dann die Enthüllung bezüglich Lars und David. Carsten machte eine beschwichtigende Handgeste. „Okay“, sagte er. „Ich werde versuchen, irgendwie in die Wege zu leiten, dass der Sache nachgegangen wird.“ Nur wenn es stimmte, dass David – und möglicherweise auch noch Elias? – mit in der ganzen Sache drin hing, war das ein Ding der Unmöglichkeit. Natürlich konnte auch gegen Personen in solchen Positionen theoretisch ermittelt werden, aber praktisch brauchte man dafür Beweise. Man brauchte mehr als das Wort einer jungen menschlichen Studentin, das würde einfach nicht ausreichen, um gegen Leute in so hohen Positionen vorgehen zu können. „Das wird nur ohne Beweise leider ziemlich schwer umsetzbar sein. Es liegt nicht daran, dass wir nicht wollen. Aber man kann kein Haus durchsuchen ohne dass es einen Grund dafür gibt und etwas, was Lars angeblich in einem Chat über David gesagt hat, wird für keinen Richter auch nur ansatzweise reichen um einen Durchsuchungsbefehl zu erlassen. Und es würde, angenommen, dass das mit David stimmt, schon gar nicht reichen, um zwei Drittel seiner Regierung davon zu überzeugen, dass er seines Amtes enthoben werden sollte.“ Das war ihr sicherlich selbst auch klar und es machte keinen Sinn, es zu leugnen. Und wenn Lars und David tatsächlich abgebrüht genug waren, eine solche Nummer zu inszenieren, die immerhin einen zwanzigjährigen (!) Gefängnisaufenthalt von Lars beinhalte, war es ziemlich fraglich, dass sie irgendwo einen Beweis hinterlassen hatten, der in irgendeiner Form auf die Führungsriege der IMA schließen ließ. Das Anfordern der Chatverläufe würde jedenfalls nichts bringen, denn dass Lars behauptet hatte, dass David da mit drin hing, taugte nicht einmal als Indizienbeweis, geschweige denn zu mehr. Man musste nicht einmal Anwalt sein, um das direkt im Keim ersticken zu können. David würde nur darauf verweisen, dass Lars ihn hasste, weil er seinetwegen im Gefängnis gelandet war und damit würde die Sache erledigt sein.
    Es war furchtbar, dass sie sogar davon sprach, sich umzubringen. Aber was sollte Carsten ihr sagen? Natürlich wollte er ihr helfen, aber was konnte er machen? Vor dem Gefängnis konnte er sie bewahren, aber er konnte ihr nicht einmal garantieren, dass sie nicht im Gefängnis vielleicht doch wenigstens ein bisschen sicherer vor Lars gewesen wäre. „Sie sollten so etwas nicht sagen“, sagte Carsten trotzdem. „Vielleicht gibt es ja doch eine Lösung, die wir gerade nur nicht sehen können.“
    Ihre Wut konnte er ihr nicht übel nehmen. Vielleicht stimmte es sogar. Der Rat hatte Schwächen, das ließ sich nicht leugnen. Wenn sie aber tatsächlich Recht damit hatte, dass David mit Lars zusammen arbeitete, dann steuerten sie alle wirklich geradewegs auf einen Abgrund zu und niemand von ihnen hatte eine Ahnung, was sie dagegen tun konnten. „Ich kann Ihnen nicht mehr raten, als dass Sie nach wie vor kein Verbrechen gestehen sollten, das sie nicht begangen haben. Wenn Lars es wirklich auf Sie abgesehen hat, aus welchem Grund auch immer, würde ihn das wahrscheinlich sogar noch freuen, weil er Sie so weit bekommen hat, ohne selbst in Erscheinung treten zu müssen.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mi 19 Jul 2017, 16:08

    Ria Weber

    Wer kam nicht auf den Gedanken, dass es da eine Zusammenarbeit gegeben haben könnte, war für Ria eher die Frage. Wenn sie doch gewusst hatten, dass es irgendwo noch Leute gab, die Lars halfen, hätte man doch nicht kategorisch welche aus einer Überprüfung ausschließen dürfen. Aber es brachte nichts, darüber zu debattieren und wenn ihr sowieso doch nicht geglaubt wurde, was das alles hinfällig. Carstens Einwand, dem nachgehen zu wollen, glaubte sie nicht recht. Entweder sagte er das nur, um sie zu beunruhigen, oder aber die IMA würde auch ihm die Hölle heiß machen. Ihm das unter die Nase zu reiben, würde keinen Sinn machen, er wusste es ja sowieso. Und hatte sich nun mal diesen Job ausgesucht, der solche Risiken beinhaltete. Also nickte sie nur. Natürlich war es unmöglich … das war nur schwer zu akzeptieren, wenn man sich in der ungünstigen Lage befand, in all das hineingezerrt worden zu sein.
    Cillian hatte etwas Ähnliches bereits gesagt. Dass es vielleicht noch eine Lösung gäbe. Leider reichte vielleicht nicht einmal ansatzweise, um ihre Situation zu verbessern. Aber es gab einfach nichts, das ihr da helfen konnte. Das hatte Elias deutlich gemacht, das hatten durch ihr Herumgerede auch Carsten und Cillian bestätigt. Es bestand einfach keine Hoffnung. An seiner Aussage bezüglich Lars' Freude, wenn sie sich selbst ins Gefängnis brächte, war allerdings was dran. Also wieder ein Nicken.
    „Dann möchte ich die Aussage unterschreiben … oder was auch immer ich damit machen soll. Danke, dass Sie sich noch die Zeit genommen haben.“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mi 19 Jul 2017, 16:23

    Elias Vahrenholz

    Langsam wurde Elias wirklich nervös. Nicht einmal deshalb, weil sie hier munter David und auch ihn selbst immer wieder belastete; dahingehend machte Elias sich keine Sorgen. Es gab nichts, was ihn mit Lars in Verbindung brachte, abgesehen davon, dass sie eben früher, als er noch beim Rat gewesen war, sporadisch zusammen gearbeitet hatten. Die einzigen Leute, die ihn – und David – wirklich konkret mit Lars in Verbindung bringen konnten, gehörten selbst allesamt zum inneren Zirkel der IMA. Von denen würde wiederum keiner so dumm sein, etwas zu sagen, einerseits wollte sicher niemand riskieren, David oder Lars – oder im allerschlimmsten Fall beide – gegen sich aufzubringen, andererseits wollte sich natürlich auch niemand selbst belasten. Und so lief die ganze Sache einfach immer weiter.
    Nein, was ihn wirklich nervös machte, war Lars selbst. Der Anruf von David hatte sich als Anruf von Lars entpuppt, der sich kurz Davids Handy geborgt hatte und er hatte noch einmal klar gemacht, wie das jetzt ablaufen sollte. Dabei war Elias nicht von dem Plan abgewichen. Aber Lars musste offensichtlich immer alles kontrollieren und sich davon überzeugen, dass immer noch alles so lief, wie er es sich vorgestellt hatte.
    Als Marianne mit ihrem Anwalt fertig war, ging Elias also wieder mit den anderen hinein und setzte sich. Die Aussage lag immer noch vor ihr auf dem Tisch und somit schob er ihr zusätzlich nur noch einen Kugelschreiber rüber.
    „Ich werde Sie danach nach Hause fahren“, sagte Elias dann noch, fragte sich aber gleichzeitig, ob das wirklich so eine kluge Idee war.
    „Das könnte ich auch machen“, bot Cillian direkt an. Natürlich bot der sich an. Verflucht, was war denn bloß los mit diesem Typen? Warum mischte der sich die ganze Zeit ein?
    „Nein, das ist kein Problem“, meinte Elias nur. „Meine Abteilung hat ihr die Unannehmlichkeiten verursacht, also werde ich das auch machen.“ Und er hoffte wirklich, dass er sich da nun nicht auf einen Streit mit Cillian einlassen musste, denn das wäre auffällig gewesen und Elias wollte unbedingt noch einmal allein mit ihr reden.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mi 19 Jul 2017, 16:42

    Ria Weber

    Die anderen kamen wieder hinein und Ria griff schließlich nach dem Kugelschreiber, um ihre Unterschrift unter die Aussage zu setzen. Was für eine unnötige Farce. Sie schob das Papier in die Mitte des Tisches zurück.
    „Nein!“, rief sie aus, als Elias meinte, sie nach Hause zu fahren.
    Bevor sie sich dem dem in ein Auto setzte, lief sie lieber zu Fuß. So weit weg, dass es eine Weile alleine mit diesem IMA-Typ rechtfertigte, konnte die Strecke gar nicht sein. Cillian bot ihr an, sie zu fahren.
    „Ich möchte, das Cillian mich fährt. Oder den Bus nehmen!“, bekräftigte sie noch einmal ihre Meinung.
    Oh Gott, hoffentlich konnte sie mit Cillian fahren, den könnte sie noch ein paar Dinge fragen und überhaupt wäre sie dann nicht alleine und scheiße, natürlich würde Elias das nicht zulassen. Und der war nun mal derjenige, der das hier zu entscheiden hatte und natürlich wollte er wohl nichts tun, das Ria auch nur ansatzweise Annehmlichkeiten bereitete.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mi 19 Jul 2017, 16:51

    Elias Vahrenholz

    Natürlich wollte sie es nicht. Das war auch abzusehen gewesen, spätestens nachdem Elias ihr deutlich gemacht hatte, dass er selbst zur IMA gehörte. Trotzdem war das in ihrem Sinne, sie wusste es nur noch nicht. Cillian war nicht derjenige, der ihr helfen konnte. Elias … konnte es vielleicht auch nicht, konnte es aber zumindest versuchen. Das konnte er nur wiederum nicht vor anderen Leuten äußern.
    „Ich bestehe darauf“, sagte Elias also und setzte sein freundlichstes Lächeln auf, so, als würde ihn ihre offensichtliche Ablehnung nicht im Geringsten beeindrucken. „Machen Sie sich keine Sorgen, ich werde Sie wohlbehalten zuhause absetzen.“ Natürlich wollte sie nicht mit ihm in einem Auto sitzen. Schon gar nicht alleine. Aber dass er sie zu Lars brachte, glaubte sie jetzt hoffentlich nicht, oder? Andererseits hätte er ihr selbst das nicht übel nehmen können. Aber Lars, da war sich Elias ganz sicher, würde sich so oder so nicht das Vergnügen nehmen lassen, persönlich dabei zu sein, wenn er sie zu sich holte.
    Cillian seufzte. „Sie möchte das offensichtlich nicht, aber ich kann dir das ja nicht verbieten.“
    Zumindest hatte er das verstanden. Es ging hier immerhin noch um etwas, was Elias’ Abteilung betraf und Cillian war sowieso niemand, der große Entscheidungen zu treffen hatte, auch wenn Elias nicht entgangen war, dass dieser Mensch, aus welchem Grund auch immer, wirklich sehr eng mit Alkan zusammen arbeitete. Offenbar hielt der leitende Diplomat große Stücke auf den Bruder von Noah Cavanaugh. Aber das hier betraf ihn einfach nicht.
    Cillian schwieg einen Moment und musterte Ria dann. „Darüber kann ich mich ja nicht einfach hinweg setzen …“, sagte er dann und sah sie entschuldigend an. Er griff in seine Tasche und schob ihr seine Visitenkarte rüber. „Du kannst mich aber jederzeit kontaktieren, wenn du … über das alles hier reden möchtest, okay?“
    Wie niedlich. Elias verkniff sich den Kommentar.
    „Dann lassen Sie uns jetzt gehen, Marianne.“ Er nickte den anderen zu und ging nach draußen, in der Hoffnung, dass Ria nun keine gewaltige Szene machen würde. In diesem Fall wollte er ihr immerhin wirklich nur helfen, verflucht.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mi 19 Jul 2017, 17:02

    Ria Weber

    Natürlich ging Elias nicht darauf ein. Und es wurde auch mehr als offensichtlich, dass Elias tatsächlich derjenige war, der zu entscheiden hatte. Obwohl Cillian kein Aktiver war, wenn sie das richtig verstanden hatte, schien deren Leiter trotzdem die Ansagen zu machen.
    Dass es darum ging, sie zu Lars zu bringen, glaubte sie noch nicht einmal. Er an sich widerte sie einfach an. Weil sie nun mal wusste, wen sie vor sich hatte. Sie würde sich die gesamte Fahrt über Drohungen anhören dürfen und darauf konnte sie echt verzichten.
    Sie nahm die Visitenkarte an sich. „Danke“, versuchte sie ihn anzulächeln, was ziemlich misslang.
    Ria verzichtete darauf, sich zu verabschieden. Bei Cillian und Carsten hatte sie sich bedankt, Marco gäbe darauf ohnehin einen Scheiß, immerhin war ihm wohl sein sicher geglaubter Fang entgangen und Violas Welt würde es wohl auch nicht zerstören, wenn sie geltende Höflichkeitsrichtlinien außer Acht ließ … wobei die Aktive noch ihre Sachen hatte. Also würde sie wohl doch nicht um einen zumindest kleinen Wortwechsel herumkommen.
    „Meine Sachen?“, wandte sie sich also an die Frau.
    Elias war bereits nach draußen gegangen und Ria überlegte tatsächlich, ob sie es einfach darauf ankommen ließ, was er machen würde, wenn sie nicht zu ihm ins Auto stieg. Würde er sie in der vermutlich videoüberwachten Garage des Ratsgebäudes hineinzerren? Das wäre dann zumindest ein Beweis, das etwas nicht stimmte, oder? Oder sollte sie einfach mitfahren, die Ohren auf Durchzug stellen und nicht gleich die nächste Katastrophe am Hals haben, weil sie ihn entweder in seiner Rolle als Aktiver oder eben als IMA-Mitglied wütend machte? Eigentlich ... hatte sie auch sowieso keine Energie mehr für irgendwelche Spielchen.
    "Jagen Sie mich durch die ganze Stadt, wenn ich nicht einsteige?", fragte sie, als sie auf seiner Höhe war.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mi 19 Jul 2017, 17:16

    Elias Vahrenholz

    Elias hoffte nach wie vor, dass das möglichst unkompliziert über die Bühne gehen würde jetzt.
    „Ach ja, entschuldige bitte“, sagte Viola, die das über dem ganzen emotionsgeladenen Geschehen heute offensichtlich völlig vergessen hatte, dann aber kurz aus dem Raum gegangen war, um Rias Sachen zu holen und sie ihr zurück zu geben.
    „Nein“, beantwortete Elias ganz schlicht ihre Frage. „Aber ich würde dir empfehlen, einzusteigen.“ Das konnte man auslegen, wie man wollte, es konnte eine Drohung sein, ein gut gemeinter Ratschlag … wenn Lars sich beispielsweise über David das Überwachungsmaterial von hier besorgen würde – oder von Elias persönlich – dann würde er es hoffentlich als Drohung auffassen. Und Elias zweifelte nicht einen Moment lang an, dass Lars das tun würde, schon allein deshalb, weil er Ria wahrscheinlich einfach mal sehen wollte, bevor er sie sich aneignete. Elias kannte Lars mittlerweile leider gut genug, um sich grob vorstellen zu können, was er machen und verlangen würde.
    Also stieg Elias in sein Auto ein und wartete ab, bis sie hoffentlich ebenfalls eingestiegen sein würde. „Ob du’s glaubst oder nicht, ich will versuchen, dir zu helfen, aber das kann ich nicht, solange wir von Kameras überwacht werden. Also verhalte dich unauffällig und steig ein“, sagte er leise genug, dass er sich sicher war, dass die Kameras und Mikrofone hier es nicht aufzeichnen würden, aber immer noch laut genug, dass sie ihn sicherlich noch akustisch verstehen können würde. Ob sie ihm glaubte, war eine andere Frage, sie hatte sicherlich objektiv betrachtet keinen Grund dazu, andererseits war er gerade ihre beste – eigentlich einzige – Chance, also wäre sie dumm gewesen, die Chance wegzuwerfen.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mi 19 Jul 2017, 17:24

    Ria Weber

    Ria nahm ihre Sachen an sich nun hatte nun doch ein Nicken für Viola übrig. Elias' Drohung überraschte sie nicht. Nur zog sie irgendwie nicht mehr so, seitdem ihr bewusst geworden war, dass sie ohnehin absolut geliefert war. Seine nächste, leise, kaum verstehbare, Aussage, hingegen schon. Wollte er sie verarschen? Ein Terrorist würde ja wohl kaum über Nacht ein Gewissen entwickeln, nur weil er gesehen hatte, dass seinem Opfer das alles nicht so wirklich gefiel … Sie wollte es ignorieren, sie wollte sogar höhnisch darüber lachen. Aber ein kleiner Teil von ihr klammerte sich an seine Worte wie ein Ertrinkender in der Wüste an ein Glas Wasser. Es würde vermutlich rein gar nichts ändern, denn wenn er ihr wirklich helfen wollen würde, wäre er genauso tot, also warum sollte er das tun? Trotzdem ließ es sie in das verdammte Auto steigen, denn dass es schlimmer eigentlich nicht mehr werden konnte, hatte sie ja selbst schon erkannt.
    „Zufrieden?!“
    Sie klammerte sich an ihre Tasche, die sie auf ihren Schoß gestellt hatte.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mi 19 Jul 2017, 17:35

    Elias Vahrenholz

    „Ich brauche deine Adresse“, sagte Elias ruhig und fing dann an, die Adresse einzugeben, wenn sie ihm die sagte. Einen Grund, sie ihm zu verheimlichen, hatte sie nicht, ihr musste auch klar sein, dass sie theoretisch längst wussten, wo sie lebte. Immerhin war sie sogar im Café gefunden worden, da war ihr vermutlich auch klar, dass die Aktiven vermutlich auch schon mal in irgendeiner Form bei ihrer Wohnung gewesen waren und sie zum Beispiel einfach nicht angetroffen hatten. Elias wusste die Adresse nur eben einfach gerade nicht auswendig und wollte sie nicht nachgucken müssen.
    Als er losgefahren war, atmete er einmal tief durch. „Ich habe das noch nie jemandem gesagt, aber ich habe auch eine Scheißangst vor Lars.“ Damit war es raus. Fühlte sich gar nicht so schlecht an. Er erwartete kein Mitleid oder so etwas, es war nur einfach eine bloße Tatsache. „Ich weiß, dass du mich aufgrund meiner Mitwirkung in der IMA wahrscheinlich für ein Monster hältst, aber ich bin keines. Im Gegensatz zu Lars habe ich so etwas wie ein Gewissen und ich habe keinen Spaß und kein Interesse daran, Leute einfach grundlos zu quälen. Ich persönlich will auch keine Sklaven. Und ja, ob du es glaubst oder nicht, ich habe Mitleid mit dir, denn ich denke nicht, dass du es verdient hast, in die Fänge von jemandem wie Lars zu geraten.“
    Er schwieg einen kurzen Augenblick und hielt an einer roten Ampel an. „Ich weiß nicht, ob ich dir etwas bieten kann, was dich tatsächlich dauerhaft vor ihm beschützt. Ich kann dir nicht versprechen, dass er dich nicht irgendwann finden wird. Lars kann sehr verbissen sein, wenn er etwas will“, verflucht noch mal, er war immerhin freiwillig ins Gefängnis gegangen, weil er sich – wenn auch eher für die ganze Sache gedacht – offensichtlich was davon versprochen hatte, „und ich weiß nicht, ob du ihn abschütteln kannst. Aber ich kann versuchen, dir dabei zu helfen. Ich erwarte aber, dass du, falls er dich doch finden solltest, mich nicht verraten wirst.“ Er zögerte einen Moment. „Bitte.“ Und spätestens daran, wie auch seine eigene Stimme zitterte, konnte wohl klar werden, dass Elias nicht gelogen hatte, sondern dass er wirklich selbst auch Angst vor Lars hatte. „Falls du versuchen willst, abzuhauen, kann ich dir gefälschte Dokumente besorgen, ein bisschen Bargeld und solche Sachen.“ Ob sie es annehmen würde, war die nächste Frage, vielleicht wollte sie auch nicht weglaufen, aber das war dann ihre Sache. „Mehr kann ich leider auch nicht für dich machen, aber es ist mehr, als irgendjemand anderes für dich tun könnte in der momentanen Situation.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mi 19 Jul 2017, 17:47

    Ria Weber

    Ria nannte ihm die Adresse, auch wenn sie sich fragte, wieso er sie nicht wusste. Vermutlich wussten bereits alle ihre Adresse, aber gut.
    Elias' nächste Worte ließen sie ihn geradezu fassungslos anstarren. Das war … ein Trick.
    „Verarschen Sie mich nicht“, gab sie also nur zurück. „Wir wissen beide, dass Lars Ihnen gesagt hat, dass Sie mir das sagen sollen, damit ich glaube, irgendeine Chance zu haben, die er dann mit Freude zerschlagen kann.“ Würde zu dem passen, was sie bisher von ihm wusste.
    „Warum sollten Sie Ihr Leben aufs Spiel setzen, um mir zu helfen? Ihnen muss klar sein, dass es vermutlich ein Kinderspiel für Lars ist, diese Information von mir zu bekommen.“ Seine Angst davor klang echt, ja. Aber das konnte ja auch locker gespielt sein.
    Und – was ihr noch gerade in den Sinn dazu kam – wenn es stimmte, und wenn sie untertauchen können würde, um so lange Zeit zu gewinnen, dass die Aktiven ihn vielleicht überwältigen, welche Reaktion seitens Lars würde das hervorrufen? Was würde er ihrer Familie, ihren Freunden, antun, um sie zu zwingen zurückzukommen? Sich auf der Nase rumtanzen lassen würde er sicher nicht. Nicht von ihr. Selbst wenn Elias da also gerade tatsächlich ein wirkliches Angebot unterbreitete, wäre es vermutlich für irgendjemand abgesehen von Elias und ihr selbst, eine sehr unkluge Entscheidung, es anzunehmen.
    „Angenommen, Sie belügen mich nicht, an wem wird er dann seine schlechte Laune auslassen? Glauben Sie, ich will meine Familie zu Tode verurteilen?“ Für etwas, das noch nicht einmal etwas bringen würde … „Und wenn Sie den Versuch für tauglich halten, warum haben Sie ihn nicht bereits selbst unternommen? Warum liefern SIE Lars nicht aus? Sie wissen doch, wo er sich befindet, oder nicht? Und sitzen an der Quelle, was die Aktiven anbelangt.“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Mi 19 Jul 2017, 18:00

    Elias Vahrenholz

    Ihr Misstrauen konnte er ihr absolut nicht übel nehmen. „Ja, das wäre nicht mal unrealistisch. Lars liebt Psychospielchen jeder Art.“ Trotzdem war es in diesem Fall nicht so. Und ja, eigentlich fragte sich Elias zum Teil selbst, wieso er es überhaupt versuchte. Zumal sie Recht mit dem hatte, was sie sagte: Es war ein Kinderspiel für Lars, herauszufinden, wer ihr geholfen hatte. Im Zweifelsfall würde er es aus ihr herausfoltern. „Ich weiß nicht …“, räumte er dann ein. „Eigentlich will ich mein Leben nicht aufs Spiel setzen. Aber ich … ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich damit leben möchte, einfach nur zugesehen zu haben.“ Er konnte nichts im großen Stil gegen Lars unternehmen, aber vielleicht konnte er sie zumindest irgendwie vor ihm beschützen. Im Idealfall ohne dass er bemerkte, dass Elias dahinter steckte. Aber vermutlich war das wirklich ziemlich utopisch.
    Elias zögerte einen Moment. „Nein. Das verstehe ich. Es war nur die einzige Möglichkeit, die mir in den Sinn kommt. Aber im Gefängnis wärst du auch nicht vor ihm sicher gewesen. Im Zweifelsfall hätte er von mir verlangt, anzuordnen, dass du unter irgendeinem Vorwand in ein anderes Gefängnis verlegt wird und dann einfach den Gefangenentransport abgefangen. Oder etwas in der Art. Das hätte ihn nicht aufgehalten.“ Das heiterte sie jetzt mit Sicherheit auch nicht gerade auf, aber zumindest konnte sie daran dann vielleicht sehen – und begreifen – dass es ihr nichts gebracht hätte, ihre Freiheit zu opfern, in der Hoffnung, nicht irgendwann eine noch schlimmere Gefangenschaft ertragen zu müssen. Es hätte Lars bestenfalls ein bisschen ausgebremst, aber niemals aufgehalten. „Es könnte sein, dass er … seine schlechte Laune dann an deiner Familie oder deinen Freunden auslässt, ja.“ Sie hatte gefragt und es brachte wohl auch nichts, wenn er sie dahingehend belog. Geglaubt hätte sie ihm vermutlich ohnehin nicht. „Ich weiß, dass es nicht viel ist. Aber es ist leider auch das Einzige, was ich für dich tun kann.“
    Natürlich fragte sie, wieso er Lars nicht auslieferte. Und von ihrem Standpunkt aus war das wahrscheinlich auch ganz einfach. „Weil ich genauso sehr an meinem Leben hänge wie du an deinem“, war also die schlichte Antwort. „Lars würde mir das Leben zur Hölle machen. Vielleicht nicht persönlich, aber er würde jemanden finden, der es für ihn macht. David oder vielleicht jemand anderes. Am Ende landen wir womöglich alle im Gefängnis und Lars würde sicherstellen, dass ich dort die Hölle auf Erden erlebe.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Mi 19 Jul 2017, 18:09

    Ria Weber

    "Sie leben damit zu wissen, worauf das alles hinausläuft. Sie unterstützen es aktiv. Warum sollte ein Einzelschicksal sie plötzlich kümmern?" Noch immer glaubte sie ihm nicht.
    Dass es sinnlos gewesen wäre, sich inhaftieren zu lassen, glaubte sie jedoch sofort. Ebenso wie die Prognose, was ihr Umfeld betraf. Natürlich würde er das tun. Und damit war es keine Option mehr, selbst wenn sie von Elias' Seite aus aufrichtig gemeint gewesen war.
    "Also haben Sie mir ein Angebot unterbreitet, von dem Sie wussten, dass ich es nicht annehmen werde, um Ihr Gewissen zu beruhigen?", kam sie zu einer anderen Interpretation des Ganzen.
    "Dann ... räumen Sie ihn selbst aus dem Weg", schlug sie eine andere Möglichkeit vor. Unfassbar, sie meinte das noch nicht einmal wirklich unernst. Wenn Elias tatsächlich mit den Zielen der IMA, oder aber zumindest Elias', haderte, war das doch die logischste Option, um ihn loszuwerden und sich vor Rache zu schützen.
    Bitter. Diese ganze Angelegenheit war außerordentlich bitter und sie hatte das Gefühl, von oben herab diese beiden Personen zu beobachten, die so ein Gespräch führten.
    "Wie ... kann ich Lars überhaupt davon überzeugen, mit niemandem darüber zu reden? Wieso sollte er mir glauben, dass ich nicht vorhabe, irgendwem davon zu erzählen?" Verdammt, das hatte sie tatsächlich nicht vor, sie würde nicht mal ihrem verdammten Tagebuch davon erzählen. Das war einfach alles so unmöglich, dass es Dutzende Gründe gab, es für sich zu behalten, der wichtigste war natürlich, andere vor Schaden zu bewahren. Sich retten konnte sie ja offensichtlich ohnehin nicht mehr, aber sie wollte niemanden sonst in diese Misere mit reinreiten.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

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