Pooly's Kunst und Schreibforum

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Pooly & Co.

    Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

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    Jadelyn
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 22 Jul 2017, 18:00

    Anja & Aktive

    Anja hörte sich seine Drohungen mit emotionsloser Miene an, war aber zumindest innerlich noch so weit da, dass sie in diesem Augenblick dankbar für ihre mentale Eskalation war. Denn sie wusste, ohne hätte Lars sie nun so weit vollkommen zu verzweifeln. Denn sie hatte tatsächlich Kinder, zwei Jungs. Und der Gedanke, dass ihnen etwas zustieß, vielleicht sogar noch etwas, sie sie in gewisser Weise verschuldet hatte, wäre schlimmer als alles, was Lars ihr, Simone oder sonst jemandem antun könnte. So nahm sie es nur in sich auf und verarbeitete es zu der einzigen logischen Schlussfolgerung. Der Chance, ihnen etwas zu tun, musste endlich vorgebeugt werden. Eigentlich war es ja sowieso darum gegangen, aber Lars hatte es ihr gerade sehr einfach gemacht, absolut überhaupt keine Hemmungen mehr zu haben, das zu tun, was die Aktiven längst hätten tun sollen.
    „Ich sehe nur leider nicht, dass die hier gerade ihren Job machen“, stellte Anja also fest.
    Sie standen hier und unterhielten sich, während Lars sie fröhlich verhöhnte, während er zwar angeschlagen, aber offensichtlich noch immer viel zu fit, zwischen den beiden männlichen Aktiven hing. Das stellte sie sich nicht unter 'einen Feind unschädlich machen' vor. Aber gut, das war ja auch nicht jedermanns Sache. „Aber ich kann mich darum kümmern. Ich bin ja schließlich nicht nur hier, um Strafzettel zu verteilen. Und wir wollen ja nicht, dass du noch mal die Chance hast, ihnen zu entkommen.“ Mit diesen Worten zückte sie eine Pistole und richtete sie auf Lars' Kopf.
    Damit war es mit Simones Beherrschung endgültig vorbei. Es gab eine klare Anweisung vom Rat, der selbst bei Männern wie Lars griff. Es wurden Gefangene gemacht und Verurteilungen ausgesprochen. Und keinem sinnlosen Morden gefrönt. Und das wäre es nun mal in dem Moment, wo Lars nun krepierte, obwohl er längst in Gewahrsam und unschädlich war. Zumal er ja auch definitiv wichtige Kenntnisse über die IMA hatte, die in Verhören herauszufinden waren. Wäre er nun im Kampf gestorben, wäre das irgendwie vertretbar gewesen, weil es eben manchmal einfach eskalierte. Aber eine in dem Augenblick wehrlose Person zu töten, stand jedem Prinzip des Rates entgegen. Und das er ihr drohte und Dinge sagte, die sie nicht hören wollte, war ja keine Überraschung, nachdem sie sich wie Rambo persönlich vor ihm präsentierte. War ja auch nicht so, dass Simone in den letzten Monaten nicht wie viele Male erklärt hatte, dass es das Beste war, Lars Viklund-Holm nie zu begegnen. Aber es war nicht nur die Empörung, sondern vielmehr auch die Tatsache, dass Anja da gerade tatsächlich unterstellte, sie und ihr Team würden keine anständige Arbeit leisten. Das verletzte die Aktive zutiefst. Immerhin hatten sie den verdammten Lars Viklund-Holm nun mal gefangen. Und da konnte Anja noch so viel dazu beigetragen haben, ihn lange genug hinzuhalten, sie und ihre Aktive hatten ihren Job verdammt noch mal scheiße gut gemacht! Und überhaupt … was nahm sich ein verdammter Mensch heraus, die Arbeit der Aktiven beurteilen zu wollen oder gar konkrete Vorgaben anzubringen? Ihre Leute riskierten hier Tag und Nacht ihren Arsch, um die Menschen vor der IMA zu bewahren, denn die IMA war nun mal im Grunde das Hauptproblem für die Menschen. Jeder Übernatürliche war wesentlich sicherer vor ihnen, nein, es waren die Menschen, für die sie das alles machten, Bollwerk für jegliche Angriffe der übernatürlichen Terroristen spielten, sich Regeln der Regierungen aufdiktieren ließen, aber gut genug für die Drecksarbeit waren, und dieser Mensch hier vor ihr nahm sich nun raus, genau das zu kritisieren? Simone war gerade verflucht egal, in welcher Beziehung sie zu Anja stand, das war eine einzige bodenlose Frechheit. Flammen tanzten um ihre Finger, als sie mit einer derart schnellen Bewegung nach Anjas Waffe griff, dass die Polizistin tatsächlich überrumpelt war, weil ihre gesamte Konzentration nun einmal noch immer auf ihrem Ziel gelegen und sie die Aktiven nicht als potentielle Gefahr gesehen hatte.
    „Du“, schnauzte sie sie an, geradezu außer sich vor Wut, weil sich die gesamte geballte Frustration, die nicht zuletzt auch Lars die letzten Minuten in ihr geschürt hatte, mit einem Mal entlud. „Behinderst die Arbeit des Rates.“ Mit diesen Worten war sie schon hinter Anja gewirbelt, hatte ihr ein Bein in die Kniekehle gerammt, und sie somit zu Fall gebracht. „Damit mache ich Gebrauch von meinem Recht, dich zu verhaften. Wegen Behinderung der Staatsgewalt.“
    Gut, sie fielen technisch gesehen nicht unter die Staatsgewalt, aber auch diese Feinheit war Simone gerade herzlich egal. Stattdessen legte sie Anja tatsächlich Handschellen an.
    „Scheiß die Wand an!“, rief Ian leise aus.
    Dafür würden die Menschen ihnen so was von den Arsch aufreißen, wenn Anja die Geschichte richtig verkaufte. Mikael ging jedoch nicht davon aus, dass sie das tun würde. Vielmehr hatte sie wohl wirklich einen Schuss vor den Bug gebraucht, denn nun schien sie geradezu überrumpelt und hielt zumindest endlich den Mund.
    „Schaff mir diesen Mensch aus den Augen!“, knurrte die Dämonin eine Anweisung Richtung Mikael und nahm seinen Platz an Lars' Seite ein, als er ihrer Order Folge leistete, ohne sie zu hinterfragen und Anja ein Stück von ihnen weg führte, um sie in das nächste Aktiven-Auto zu setzen.
    „Und du bewegst dich jetzt! Die Theateraufführung ist zu Ende!“ Damit begann sie Lars Richtung Auto zu ziehen, damit dieser scheiß Abend hier endlich ein Ende hatte.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 22 Jul 2017, 18:21

    Lars Viklund-Holm

    Ein Teil von Lars hatte sich schon gefragt, ob sie noch ihre Waffe ziehen würde. Er traute ihr grundsätzlich zu, ihm eine Kugel in den Kopf zu jagen, wenn er sie genug reizte, immerhin war sie sogar bereit gewesen, Marianne zu töten, um sie vor der Gefangenschaft bei ihm zu bewahren, da hatte sie sicherlich kein Problem damit, jemanden wie ihn umzulegen. Trotzdem zuckte Lars nicht einmal, als sie die Waffe auf ihn richtete. Es kam nicht wirklich überraschend für ihn und er vertraute darauf, dass die Aktiven dafür sorgten, dass sie ihm keine Kugel in den Kopf jagte. Hätten sie ihn tot sehen wollen, hätten sie es direkt getan und in ihrem Bericht geschrieben, dass er ihnen keine andere Wahl gelassen hatte. Dagegen hätte kaum jemand etwas sagen können, die Sache wäre halbherzig untersucht worden und vermutlich nach höchstens zwei Tagen auch schon zu den Akten gelegt worden. Grundsätzlich wollte der Rat ihn aber lebend, auch offiziell. Das lag nicht nur daran, dass David und auch Ephraim, der neue Leiter der Aktiven, auf seiner Seite waren, sondern auch andere wollten ihn lieber lebendig als tot. Denn auch wenn sie wussten, dass eigentlich sowieso noch niemals jemand brauchbare Informationen aus Lars herausbekommen hatte, weil er nun einmal nur die Dinge aussprach, die er auch aussprechen wollte, hatten sie ihre Hoffnungen noch immer nicht aufgegeben, dass es doch irgendwann mal irgendein Aktiver schaffte, Lars so sehr zu knacken, dass Lars anfing, Namen von Mitverschwörern oder zumindest konkrete Ideen der IMA auszuplaudern. Den meisten war natürlich klar, dass das definitiv nicht passierte, aber die wussten auch, dass sie aus einem toten Lars Viklund-Holm erst recht nichts mehr herausbekamen.
    Und so stand Lars einfach nur da und starrte für den Bruchteil einiger Sekunden in den Lauf einer Pistole. Er sagte nichts weiter, aber er wirkte dabei auch nicht eingeschüchtert. Er stand einfach nur schweigend da.
    Aber die Chefin der Truppe griff nun doch durch und Lars war fast ein bisschen beeindruckt, als sie ihrer Freundin nicht nur die die Waffe abjagte, sondern sie dann auch tatsächlich noch verhaftete.
    Und jetzt konnte Lars nicht mehr anders, als laut und herzhaft zu lachen. „Herrlich.“ Er wehrte sich nicht gegen Simone und Ian, immerhin war ihm nach wie vor absolut klar, dass er da gerade keine Chance hatte. Scheiße, er taumelte ja beim Laufen sogar immer wieder ein wenig und hätte wahrscheinlich den Kurs verloren, wenn die beiden ihn nicht bugsiert hätten. Aber verbal war Lars immer noch voll da. „Und genau das ist einer von vielen Gründen, wieso sie Abschaum sind. Sie schätzen euch oder das, was ihr tut nicht. Selbst wenn ihr heute Abend die Welt retten würdet, wären sie immer noch so undankbar, es euch übel zu nehmen, dass ihr nicht von vornherein verhindert habt, dass die Welt überhaupt erst in Gefahr gerät.“ Menschen waren einfach undankbar und noch dazu belehrungsresistent.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 22 Jul 2017, 19:04

    Simone Bach

    Natürlich geilte Viklund-Holm sich außerordentlich an dieser Eskalation auf. Und sie ärgerte sich jetzt schon darüber, gerade vor ihm so ausgerastet zu sein. Damit hatte sie Angriffsfläche geboten, die er mit seinem Kommentar über die Menschen auch sogleich genutzt hatte. Dummerweise … hatte sie dem auch gerade nichts entgegenzusetzen, weil sie noch immer viel zu wütend dafür war. Und ja verdammt, sie war auch nun mal keine Heilige, die nicht auch mal ein böses Wort über Menschen verlor. Kaum ein Übernatürlicher hatte sich wohl nicht schon mal irgendwann über sie aufgeregt, zumindest nicht, wenn er in einer Position arbeitete, in der er die ganzen unnötigen Probleme hautnah mitbekam. Das hieß ja jetzt nicht gleich, dass man sie alle umbringen wollte oder so ...
    Til traute sich kaum, hinter der kleinen Gruppe her zu laufen. Doch es war absolut unumgänglich, dass Simone erfuhr, was er gerade in Erfahrung gebracht hatte. Also hastete er in ihre Richtung, weil sie nun mal gerade die ranghöchste Aktive hier war.
    „Simone?“
    Die Dämonin blieb ruckartig stehen und ihre Finger krallten sich automatisch fester in Lars' Arm, an dem sie ihn mitgezerrt hatte. Langsam nervte sie das alles maßlos! Aber der Junge konnte schließlich nichts dafür, dass sie gerade wegen Lars und Anja (Gott, alleine diese beiden Namen in einem Zusammenhang ließen sie schon wieder innerlich abdrehen), auf 180 war, also zwang sie einen einigermaßen freundlichen Gesichtsausdruck auf ihr Gesicht, als sie sich zu ihm umwandte.
    „Was gibt’s?“ Immerhin konnte es ja nichts so Dramatisches mehr sein, was sollte hier noch mehr schiefgehen als ein alle verhöhnender Lars, ein mit ebendiesem Lars Verabredungen treffender Aktiver und ihre durchknallende Menschenfreundin?
    „Du … solltest dir das ansehen ...“
    Der Gestaltwandler, der noch nicht allzu lange in einem der Außendienstteams war, hielt ihr sein Smartphone entgegen. Wollte der ihr jetzt im Ernst verdammte Youtubevideos zeigen?! Simones Augen wurden immer größer, als sie erkannte, warum Til ihr das Handy unter die Nase hielt.
    „Fuuuuck!“, hauchte sie und mit einem Mal war da pure Verzweiflung.
    Gut, und eine ordentliche Portion Wut auf den idiotischen Menschen, der ein fucking Video von dem Straßenkampf gedreht und ins Netz gestellt hatte! Ein Videoblogger, der 'Euch etwas Unglaubliches zeigen will', wie der Videotitel verriet.
    „FUCK!“, brüllte sie diesmal und der junge Aktive zuckte zusammen.
    Sie schloss die Youtubeanwendung, um noch von diesem Telefon aus eine Verbindung zur Unterzentrale herzustellen. Dabei entfernte sie sich ein paar Schritte von Ian und Lars, Ian würde den sich noch immer in äußerst maladem Zustand befindlichen Lars schon von Dummheiten abhalten können.
    „Simone Bach“, meldete sie sich, als einer der Hackerbeauftragten abhob. Sie informierte ihn mit knappen Worten über das Problem. „Holt sofort diese Scheiße aus dem Netz!“
    „Wir können nicht ohne Vorwarnung im Internet herumpfuschen“, gab der Mann zu bedenken.
    „Du wirst jetzt dieses Videomaterial löschen und das verdammte Programm aktivieren, dass jegliche Up- und Downloads verfolgt und die Dateien zerstört!“ Sie hatten dieses Computervirus nicht ohne Grund erschaffen, aber wenn sie jetzt nicht schnell waren, würde auch das nicht mehr die Spuren aus dem Netz tilgen können. Und dann … könnte sie sich gleich zu Lars herumdrehen und ihm gratulierend die Hand schütteln, weil ihr Kampf eines der Primärziele der IMA erfüllt hätte.
    „Dafür können uns die Menschen den Krieg erkl...“
    „Das ist mir gerade so was von drecksegal! Ich übernehme die verdammte Verantwortung und rede mit einem scheiß Abgeordneten.“ Schon legte sie auf und begann noch während dem Wählen unruhig auf und ab zu laufen.
    Als Aktive war es eigentlich nicht ihre Aufgabe, solche prekären Angelegenheiten mit den Menschen zu regeln, aber leider musste es nun mal gerade schnell gehen und wenn nicht ihr Anruf, sondern das Alarmsignal der Computersysteme der Menschen das Geräusch war, das den Zuständigen weckte, hatte sie mit ihrer Entscheidung gerade einen Krieg heraufbeschworen. Also wartete sie gar nicht ab, sondern wählte die Nummer eines zuständigen Menschen, die sie, obwohl sie keine Diplomatin war, in ihrem Kopf abgespeichert hatte, als hätte sie geahnt, dass sie sie irgendwann mal brauchen würde.
    Beim Abheben meldete sie sich mit Namen und Dienstgrad, erklärte, was ihre Funktion genau war. „Sie werden jeden Moment eine Benachrichtigung darüber kriegen, das ein Programm hochgeladen wurde, dessen Auswirkung als Angriff interpretiert werden könnte“, begann sie mit ruhiger Stimme zu erklären. „Bevor Sie eine Entscheidung treffen, lassen Sie mich diesen Schritt bitte erklären.“ Stille am anderen Ende der Leitung, sie hörte das Klappern einer Tastatur.
    „Auf diese Erklärung bin ich äußerst gespannt. Einen Computervirus ins Netz zu schleusen, lässt sich tatsächlich nur schwer nicht als Angriff sehen.“ Seine Stimme klang ebenfalls ruhig, allerdings glaubte sie ein unterschwelliges Zittern heraushören zu können.
    „Lars Viklund-Holm wurde heute bei seinem Versuch, zwei Menschen brutal zu foltern und hinzurichten, überwältigt“, lieferte sie zunächst eine Information, die den Sicherheitsbeauftragten der Regierung besänftigen sollte. „Bedauerlicherweise ist es jemandem gelungen, eine Videoaufzeichnung der Verhaftung anzufertigen und hochzuladen. Da die Einigung vorliegt, über unsere Existenz Stillschweigen zu wahren“, wobei Einigung ja nun mal sehr hübsch ausgedrückt war, „habe ich mich dazu entschlossen, die sofortige Löschung dieses Materials anzuordnen.“ Auch hier nahm sie die Verantwortung wieder offiziell auf sich, um es, wenn die Menschen eskalieren sollten, wenigstens zu einer persönlichen Sache zu machen und nicht dem Rat in die Schuhe zu schieben. Im Gegensatz zur IMA wollte SIE schließlich keinen Krieg provozieren. „Es musste leider schnell gehen, um die Gefährdung einer Offenbarung zu vermeiden. Sollte dieser Entschluss nicht in Ihrem Sinne gewesen sein, ist eine persönliche Anklage an mich zu richten. Ich werde den Rat natürlich umgehend über diese Entscheidung in Einzelregie in Kenntnis setzen.“ Damit hatte sie subtil vermittelt, dass er mit einem Beschluss, irgendwie negativ auf dieses Erlebnis zu reagieren, im Grunde aussagen würde, dass er einer Eskalation mehr zugetan war, als der Verhinderung einer Offenbarung der Magie, was ja nun einmal, wie er in seiner Position definitiv wusste, eine IMA-Zielsetzung war. „Sobald sämtliche Spuren dieses Videos gelöscht und sich um die Erinnerung der Betroffenen gekümmert worden ist“, auch hier wusste er, wie das vonstatten ging, „wird der Virus natürlich unschädlich gemacht und Sie bekommen sämtliche Informationen über das Programm und seine genaue Funktionsweise.“ Noch ein kleines Angebot am Ende, um ihm das Gefühl zu geben, dass die Menschen hier gerade nicht beschissen wurden. „Die Umständlichkeit, die damit einhergegangen ist, bedauere ich selbstverständlich.“
    Eigentlich bedauerte sie eher, dass die Umständlichkeit überhaupt bestand, aber gut, dieses Thema hatte nun mal nicht sie zu entscheiden und ihre Aufgabe war es gerade nur gewesen, Schadensbegrenzung zu betreiben. Den Rest musste ohnehin die diplomatische Abteilung regeln, es war schlicht darum gegangen, einen ersten Versöhnungsversuch in die Wege zu leiten und dem Mensch am anderen Ende der Leitung das Gefühl zu geben, dass die Übernatürlichen diese Eskalation zutiefst bedauerten.
    „Wie das zu beurteilen ist, habe ich nicht allein zu entscheiden.“
    „Natürlich nicht. Aber Sie sind zumindest darüber informiert, was genau vorgefallen ist und können die Verhaftung Viklund-Holms noch vor offizieller Bestätigung weitergeben.“
    Ein bisschen was fürs Ego, dass sich der Mensch da nun wichtig fühlte, weil er der erste Mensch war, der überhaupt von diesem Zugriff erfuhr. Mit einer freundlichen Floskel, die noch einmal ihr Bedauern für die Umständlichkeiten ausdrückte, verabschiedete sie sich schließlich und stieß laut die Luft aus, als das Gespräch beendet war.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 22 Jul 2017, 19:31

    Lars Viklund-Holm

    Lars hatte Geburtstag. Nein, eigentlich nicht, aber alles, was in den nächsten Minuten passierte, war so grandios, dass es wirklich schon so war, als wären sein Geburtstag, Weihnachten und der Tag seiner Flucht alle auf einen Tag gefallen. Wenn seine Verhaftung nun zufällig dazu führte, dass die Magie enthüllt wurde – und/oder die Menschen sich vielleicht durch das, was hier gerade ablief, so bedroht fühlten, dass sie sich zu einem Erstschlag hinreißen ließen – war es das absolut wert. Tatsächlich wäre David dann vermutlich sogar so glücklich über die Entwicklung des heutigen Abends gewesen, dass er Lars nicht einmal mehr übel nehmen würde, dass er überhaupt überwältigt worden war. Nicht, dass Lars sich da große Sorgen machte. Nach wie vor war er davon überzeugt, dass David zwar sicher nicht vor Freude in die Luft sprang, wenn er von Lars’ Inhaftierung hörte, aber es auch keine sonderlich negativen Konsequenzen für ihn hatte. Aber wenn das hier nun zufällig auch noch zu einer Enthüllung führte oder sogar den Krieg auslöste, auf den sie seit Jahrzehnten so mühsam hinarbeiteten, dann war es das eindeutig wert.
    Und somit sah Lars ungefähr so begeistert aus wie ein Kind, das den größten Weihnachtsbaum seines Lebens gesehen hatte. Selbst wenn er sich eine Chance ausgemalt hätte, jetzt entkommen zu können, hätte Lars es vermutlich nicht getan, einfach weil ihm das alles hier gerade dermaßen gut gefiel, dass er das um nichts in der Welt hätte verpassen lassen. Fuck, das war so gut, dafür hätte er sogar freiwillig noch mal das eine oder andere Jahr auf Lítla Dímun in Kauf genommen, wenn es der Preis dafür gewesen wäre.
    Alkan würde eine Krise kriegen, wenn er davon hörte, denn selbst wenn es Simone mit ihrer schnellen Entscheidung gelungen sein sollte, zumindest die Enthüllung zu verhindern, war er als Leiter der diplomatischen Abteilung derjenige, der das am Ende versuchen würde, auszubaden. Auch wenn er vermutlich vollstes Verständnis für die Entscheidung der Aktiven haben würde. Immerhin wäre es laut den Menschen noch schlimmer gewesen, wenn das mit der Magieenthüllung fruchtete und vermutlich würde er ihr eher dankbar sein, weil sie so schnell reagiert hatte.
    „Läuft nicht so gut für euch, was?“, fragte Lars und noch immer leuchteten seine Augen regelrecht vor Freude und ein erheitertes Lachen entglitt seiner Kehle. „Es wäre so großartig, wenn sie jetzt einen Krieg anfangen würden. So sollte das eigentlich nicht laufen, aber ich nehme das Geschenk gerne an.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 22 Jul 2017, 20:03

    Simone & Aktive

    Dass Lars bei den zwei Telefonaten dabei gewesen war, war Simone ein Dorn im Auge. Denn er schaffte es tatsächlich wieder, alle Bemühungen ihrerseits so herumzudrehen, dass er irgendwie der Gewinner dieser ganzen Sache war. Um seinen Einwand konnte sie sich gerade auch gar nicht kümmern, denn tatsächlich musste sie umgehend die Zuständigen, und allen voran Alkan, informieren, was vorgefallen war. Der musste zumindest über die Umstände in Kenntnis gesetzt worden sein, wenn da gleich hysterische menschliche Politiker anriefen.
    „Weiter geht's“, ordnete sie also an und nahm ihre Position an Lars' Seite wieder ein. Diesmal würden sie es ja hoffentlich bis zum Auto schaffen …
    „Du kommst mit“, wandte sie sich an Til, der gar nicht wusste, wie ihm geschah.
    Endlich erreichten sie das Fahrzeug, sie öffnete den hinteren Bereich und machte eine auffordernde Bewegung Richtung Lars, der von Ian angeschoben, hinein kletterte. Ob er sich jetzt einfach aus Prinzip heraus bockig stellte oder ob der größere Schritt echt schwierig bei so viel Kräfteblockern war, wusste sie nicht zu einzuschätzen, war ihr aber auch egal. Sie wies ihn an, sich auf eine der Sitzbänke zu setzen und fixierte ihn mit extra dafür vorgesehenen Handschellen auch noch mal dort, genau überprüfend, dass sie tatsächlich zugeklickt waren.
    „Ihr übernehmt das jetzt“, wies sie Daria und Ian an.
    Da Mikael mit Anja verschwunden war, fehlte ein dritter Aktiver, um die Sicherheitsbestimmungen bei so einem Gefangenentransport zu erfüllen. Da musste Til wohl herhalten, auch wenn der bei ihrem auffordernden Blick eher aussah, als würde er in Ohnmacht fallen.Wollte der jetzt ein Aktiver sein, oder nicht, verdammt? Endlich kletterte er auch hinein und setzte sich so weit wie möglich von Lars entfernt auf die gegenüberliegende Sitzbank. Sie sprang wieder nach draußen und verschloss die Tür, um vorne einzusteigen. Beim Fahren würde sie ein Telefonat mit Alkan führen und ihn über die neuesten Entwicklungen aufklären. Dabei brauchte sie Ruhe und verschloss deshalb das Fenster in der Abtrennung zum hinteren Bereich des Wagens. Damit machte sie gleichzeitig auch unmissverständlich deutlich, dass sie gerade gar nicht mehr interessierte, was dahinten nun geschah.
    Ian hatte sich Lars gegenüber auf die Bank sinken lassen und Daria saß auf der Sitzseite des Inhaftierten.
    „Mal schauen, wie es hier drin jetzt so läuft“, griff Ian Lars' vorherige Bemerkung wieder auf.
    Darias Lippen verzogen sich zu einem Grinsen. „Was auf der Ladefläche passiert, bleibt auf der Ladefläche.“ Sie zog ein Haargummi aus ihren blonden Haaren und fuhr mit den Händen hindurch, um sie aufzulockern. „Ich hab immer noch Lust zu singen“, verkündete sie dann, bevor sie sich aus der kugelsicheren Weste schälte. Das verdammte Ding zwickte auf Dauer, sie würde ihre Körpermaße noch mal genau nehmen und die Werte anpassen müssen. Überhaupt wirkte sie gerade total entspannt und stieß schließlich mit der Fußspitze spielerisch gegen Lars' Oberschenkel. „Hm? Magst du Musik?“ Würde man hier nicht gerade von Lars und drei Aktiven sprechen, könnte man glatt meinen, sie hätte einen Freund am Lagerfeuer gefragt, ob sie ein bisschen Gitarre spielen soll.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 22 Jul 2017, 20:27

    Lars Viklund-Holm

    Lars hoffte, dass Alkan den Nervenzusammenbruch seines Lebens bekam, wenn er davon hörte, aber nach allem, was Lars so über seinen Nachfolger (gut, da waren noch ein paar zwischen gekommen, aber immerhin hatte Lars ja früher genau seinen Posten gehabt) gehört hatte, schien der einigermaßen gut klar zu kommen. War halt nur ein viel zu großer Menschenfreund.
    Einzusteigen war gerade wirklich mal gar nicht so einfach. Er hatte gerade gar keine Lust mehr, sich irgendwie quer zu stellen, denn sitzen tat zur Abwechslung gerade mal ganz gut. Also wehrte er sich nicht, als Ian ihn in den Wagen schob und ließ sich auch widerstandslos fixieren.
    „Du siehst irgendwie blass aus, Kleiner“, säuselte Lars schon fast und sah Til mit einem fast schon übertrieben harmlosen Lächeln an. „Was ist los, haben sie dich das erste Mal in einen Außeneinsatz geschickt oder liegt es an mir, dass du nervös bist?“ Lars konnte es einfach nicht lassen, seine Spielchen zu spielen. Er hatte nicht nur eine Schlange auf sein Bein tätowiert, er war auch wie eine. Wie eine Schlange, die es liebte, mit ihrer Beute zu spielen. Manchmal sogar dann, wenn er gar nicht vorhatte, die Beute zu fressen.
    Sie wollte ihm also immer noch drohen. Allerdings hatte Lars keine Angst vor ihr. Ein paar Schmerzen würden ihn im Zweifelsfall nicht umbringen und er glaubte nicht, dass sie, selbst wenn sie beschließen sollte, ihn ein bisschen zu quälen, so weit gehen würde, ihn ernsthaft zu verletzen.
    „Hmm, wenn du für mich singen willst, auf jeden Fall.“ Was wäre auch die Alternative gewesen? Glaubte sie, dass er sie jetzt ignorierte? Er, der große Lars Viklund-Holm? Pah. Und erst recht würde er sie nicht bitten, irgendetwas nicht zu tun.
    Viel interessanter fand Lars allerdings Til. Denn der war gerade das schwächste Glied der Kette, was es nur umso reizvoller machte, ein bisschen mit ihm zu spielen. Also beugte Lars sich möglichst ruckartig nach vorne in seine Richtung. Natürlich kam er nicht besonders weit, aber er hoffte, dass allein die ruckartige Bewegung doch schon ausreichte, ihn weiter nervös zu machen. „BUH!“, rief er dabei möglichst laut und grinste anschließend.  
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 22 Jul 2017, 21:05

    Aktive

    Til verstand überhaupt nicht, warum er jetzt hier sitzen musste. Also natürlich, rational verstand er schon den Grund, Lars Viklund-Holm transportierte man schließlich nicht ohne ausreichendes Sicherheitspersonal durch die Gegend. Aber emotional fühlte er sich dazu überhaupt nicht geeignet. Und Lars hatte mit seiner Vermutung auch schon fast ins Schwarze getroffen. Das war zwar nicht der aller aller erste Außeneinsatz, aber definitiv einer der ersten richtigen und er hatte schon einen Herzkasper bekommen, als er mitgekriegt hatte, dass dieser Terrorist der Außeneinsatz war. Daria verdrehte die Augen und machte sich auch keine Mühe, die Geste vor Lars oder Ian zu verbergen, meine Güte selbst Til selber sollte sie ihrer Meinung nach sehen. Eigentlich hatte sie sich hier gerade echt ein bisschen Spaß gewünscht und klar, auch wenn sie ihm nicht ernstlich wehgetan hätte, immerhin sollte ja nun nicht gerade offensichtlich sein, was sie hier hinten so trieben und würden sie ihn mit blutenden Ohren in der Zentrale abliefern, konnte das schon Fragen aufwerfen, hätte sie sich doch amüsiert, ihm zumindest das Gefühl zu geben, ihm zusetzen zu können. Aber natürlich interessierte ihn das Küken mehr. Und das starrte auf Lars, als würde es ihn jeden Moment fressen. Meine Güte, wenn hier wer jemanden fraß, waren das doch wohl gerade sie.
    Stattdessen versuchte Til es mit ignorieren und natürlich machte es das nicht besser. So etwas forderte Lars schließlich nur heraus. Das laute Buh erschreckte sogar sie, weil es so plötzlich kam und Daria quittierte es mit einem kurzen Pfeifen, das leider gerade alle traf.
    Wobei, nein, das war nicht ganz richtig. Da es ans Schmerzzentrum ging, bekam Ian nichts davon mit. Ein Grummeln inszenierte er trotzdem, war immerhin gerade ganz sinnvoll, nicht zu enthüllen, was seine Fähigkeit war, wer wusste schon, wofür es gut war, wenn jemand wie Lars es nicht wusste. Til schlug sich dafür geradezu entsetzt die Hände auf die Ohren.
    „Meine Güte!“, entfuhr es Daria nun doch und sie rutschte an der Wand nach unten, bis sie halb liegend auf der Bank hing, die Unterbeine über Lars' Beine trappierend. Der konnte ihr immerhin gerade nicht wirklich was machen und selbst wenn da etwas käme, hätte Ian ihm blitzschnell die Faust in die Fresse gerammt. War ja nicht so, dass hier gerade jemand unachtsam war.
    „D-d-as dürft ihr nicht“, bekam Til nun doch die Zähne auseinander.
    „Was genau?“, fragte Daria zuckersüß zurück. „Ihn quälen, dafür Kollateralschäden in Kauf nehmen oder ihn bekuscheln?“
    Ja, irgendjemanden wollte sie hier gerade tatsächlich ärgern und da das nun mal keinen Spaß machte, wenn es bei Lars überhaupt nicht ankam, musste sie sich jemand anderes suchen.
    „Daria!“, intervenierte Ian da schon.
    Abwehrend die Hände hebend, summte sie ein kleines bisschen vor sich hin, gerade so, dass es Lars und Til wohl ein Druckgefühl in die Ohren zaubern würde, aber nicht so, dass der Kleine gleich wieder ausflippte.
    „Das geht schon in Ordnung“, erklärte Ian dem Küken. „Ist halt … ne inoffizielle Sache.“ Er hatte sich ja immerhin hier drin auch ein bisschen Spaß versprochen, war aber halt gerade taktvoller im Umgang mit seinem unbefriedigten Bedürfnis. Und Til kannte die nicht in den Ratsanordnungen enthaltenen kleinen Dinge halt noch nicht.
    „Gefangene dürfen nicht gefoltert werden.“ Wie er verzweifelt versuchte, sich auf die Sachlage zu konzentrieren.
    „Ich hab ihn doch gefragt. Er war geradezu begeistert von der Vorstellung“, klinkte sich Daria doch wieder ein. Das nagte gerade echt an ihr, von einem offensichtlich unfähigen Kerlchen hier an 'ihrer Arbeit' gehindert zu werden. „Außerdem … reden wir hier von Lars, hallo?! Ist ja echt nicht so, dass man bei dem zimperlich sein muss.“
    „Aber er ist jetzt ein Gefangener des Ra...“
    Rein aus Frust stieß Daria ein weiteres Pfeifen aus. Gut, sie drehte ihren Kopf dabei zu Lars, so dass der ein bisschen mehr davon abbekam, aber ein Statement setzen musste sie hier schon! Das war ja echt nicht mehr zum Aushalten! Gut, Simone wäre da wohl auch nicht mega scharf drauf und hatte das ja vorher auch deutlich gemacht. Aber zum einen war Simone nun mal ihre Chefin und damit zählte ihr Wort halt wesentlich mehr als das des Bürschchens und zum anderen, hey, sie hatte die Abtrennung doch nicht nur zum Telefonieren eben komplett dicht gemacht.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 22 Jul 2017, 21:27

    Lars Viklund-Holm

    Die Tatsache, dass der Kleine offensichtlich Angst vor ihm hatte, machte schon wieder wett, dass Lars eben ein paar Schmerzen in Kauf nehmen musste. Lars war nun einmal hart im Nehmen. Natürlich wäre auch jemand wie Lars unter richtiger Folter irgendwann zusammen gebrochen, aber das war nun einmal nicht die Politik, die der Rat fuhr und ein bisschen Kopf- und Ohrenschmerzen würden ihn nicht wahnsinnig machen. Somit biss Lars die Zähne zusammen und atmete kurz durch, ließ sich aber darüber hinaus auch nicht weiter aus der Ruhe bringen. Er würde jedenfalls sicherlich nicht darum bitten, dass sie aufhörte. Außerdem ergriff der Kleine ja auch schon genug Partei für ihn. Als er aber vom Foltern sprach, lachte Lars sogar auf.
    „Ist nett von dir, mich zu verteidigen, aber foltern würde anders aussehen. Sie muss jetzt eben ein bisschen Stress abbauen, das ist okay, damit kann ich umgehen.“ Er wandte seinen Kopf Daria zu und lächelte freundlich. „Du sitzt bequem?“ War ihm doch jetzt auch scheißegal, seine Situation war so oder so irgendwie scheiße, er hatte sich seinen Abend auch eindeutig anders vorgestellt, als verhaftet zu werden. Eigentlich hätte er schon mit Marianne auf dem Weg nach Kopenhagen sein wollen. Aber war nun mal anders gelaufen als geplant und Lars musste nun eben das Beste aus seiner Situation machen.
    Wenn man die Situation mal nüchtern betrachtete, war es wohl schon ziemlich schräg, wie Lars sich dafür aussprach, dass sie ihn halt ein bisschen drangsalieren sollten, wenn ihnen danach war, während das Küken moralische Bedenken zu haben schienen. „Ich verrate es auch keinem, Kleiner, ihr kriegt keinen Ärger, versprochen“, sagte Lars und zwinkerte ihm fast schon verschwörerisch zu.
    Als sie ihm den Kopf zudrehte, biss Lars wieder die Zähne zusammen, denn ja, verflucht, es tat weh, aber das tat seine Stichwunde auch, die er sich vorhin versehentlich selbst zugefügt hatte – insbesondere in dieser unbequemen Armposition, die er durch die Handschellen nun ja schon eine Weile hatte – und er war trotzdem noch nicht in Ohnmacht gefallen.
    Kein Wunder, dass der Rat teilweise so wenig gebacken bekam, wenn schon allein beim Vorgehen bei so einem Gefangenentransport keine Einigkeit herrschte. „Ich will mal nicht so sein, ich gebe dir einen Tipp für die Zukunft, Frischling: Vor dem Gefangenen mit den Kollegen diskutieren, lässt dich ziemlich unprofessionell wirken. Und nicht wirklich so, als könntest du besonders hart durchgreifen. Aber hey, ich bin nicht dein Feind, zeig mir mal, was du drauf hast – ich petze auch nicht.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 22 Jul 2017, 22:11

    Aktive

    Til verunsicherte das Ganze immer mehr. Er hatte mit Simones Team bisher kaum etwas zu tun gehabt, nur den einen oder anderen immer mal wieder in der Zentrale im Flur gegrüßt. Daria war ihm dort bereits aufgefallen, sie versuchte auch dort nicht im Geringsten, unauffällig zu sein. Ian eilte der Ruf voraus, sich tiefenentspannt in den gefährlichsten Kampf zu schmeißen, weil er ohnehin keine Schmerzen spürte. Das grenzte für Til schon an Dummheit, immerhin bemerkte er so ja auch nicht, wenn er wirklich in Schwierigkeiten war. Simone war ehrgeizig und entschlossen, während Mikael wohl so ein bisschen die Klassenclownrolle bestritt. Zumindest dem Flurfunk nach. Jedenfalls hatte Til noch nicht das Vergnügen gehabt, mit zumindest der Hälfte dieses Teams längere Zeit auf engem Raum zu sitzen und er fühlte sich nach wie vor außerordentlich unwohl. Vielleicht mussten sie ja so drauf sein, sinnierte er. Um Missionen wie diese erfolgreich abschließen zu können. Für ihn war das nichts. Er war Aufklärer und nicht vorgesehen, in direkten Feindkontakt zu kommen.
    „Er versteht mich“, grinste Daria auf Lars Worte hin und bei seinem Lächeln verzogen sich ihre Lippen ebenfalls. „Außerordentlich, besten Dank“, antwortete sie fröhlich und wackelte bestätigend mit den Füßen.
    Til fand dieses Zusammenspiel zwischen Daria und Lars bedenklich, konnte nicht einordnen, was sie damit zu erreichen versuchte. Daria hingegen dachte sich dabei überhaupt nicht viel, außer dass es gerade witzig war, Til damit aus der Fassung zu bringen. Allerdings schaffte Lars das auch schon ganz gut alleine und tatsächlich stachelte er Til sogar dazu an, ihm irgendwie wehzutun.
    „Das ist doch jetzt wohl ein Angebot, dass du nicht ablehnen kannst.“ Ian sparte sich zwar sämtliche Spitzen gegen Til, aber ein bisschen verzweifelt war er schon, das Til sich da so sträubte. Gut, würden sie Lars hier drin ein bisschen zu sehr angehen, würde er wohl trotzdem nichts sagen, aber es war eben tatsächlich unangenehm, wenn einer die ganze Zeit dagegenredete. Und es konnte ja auch nicht in ihrem Sinne sein, einen der eigenen Leute im Endeffekt mehr zu drangsalieren als ihr eigentliches Opfer.
    Lars' letzter Kommentar brachte Daria tatsächlich zum Auflachen. Verdammt, der Kerl bettelte doch geradezu um ein bisschen feindselige Zuwendung, wie konnte Til da so den Schwanz einziehen? Vielleicht fehlten ihm ja Ideen? Sie griff an ihre Seite und warf ihre Injektionspistole zu Til. „Du kannst ihn ja auch einfach ruhig stellen, wenn er dich nervt. Noch ne Dosis schickt ihn vermutlich echt schlafen.“ War ja nicht so, dass sie besonders sparsam gewesen wären. Wäre zwar langweilig ohne Lars' Unterhaltung, aber hey, dann hätte der Kleine wenigstens seine erste Mutprobe hinter sich!
    Nachdem sie eine Weile gestanden hatten, öffnete sich das Schiebefenster zu Simone. „Wir stehen im Stau!“, informierte sie das Team, eindeutig genervt. Ob das nun an der Verkehrslage lag oder dem möglicherweise nicht so gut gelaufenen Gespräch mit dem Rat, fragte Daria lieber nicht. Das waren nun wirklich Internas, die Lars nichts angingen.
    „Alles in Ordnung bei euch?“
    „Til mag unser lauschiges Grüppchen nicht besonders“, antwortete Daria ehrlich und konnte Simones inneres Aufstöhnen förmlich hören. Aber hey, das war ja nun mal so. „Und ich glaub, er hat Angst, ich kollaboriere mit dem Feind oder so. Aber Lars ist halt so gemütlich.“
    Simone verschloss das Schiebefenster ohne weiteren Kommentar wieder. War wohl doch nicht so super gelaufen, die Unterhaltung mit Alkan. Oder die übliche Angespanntheit in Bezug auf Lars schlug wieder bei ihr durch.
    „Ich find das langsam echt nicht mehr witzig!“, blaffte Til sie mit einem Mal unerwartet laut an.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 22 Jul 2017, 22:38

    Lars Viklund-Holm

    Lars versuchte einfach, möglichst entspannt zu bleiben, auch wenn es natürlich nicht nur angenehm war, drei Aktive um sich herum zu haben, zumindest nicht in dieser Situation. Denn natürlich stand Lars nicht unbedingt auf Schmerzen, aber er hasste es eben auch, in irgendeiner Form Schwäche zu zeigen und entsprechend schwierig war es auch, Lars so richtig aus der Fassung zu bringen. Zumindest nicht wegen so vergleichsweise kleiner Dinge. Und die Kräfteblocker in seinem Blutkreislauf, in denen eben auch ein gewisser Anteil Beruhigungsmittel steckte, tat sein Übrigens dazu, so dass Lars auch wirklich gerade weitestgehend entsannt war und sich nicht einmal verstellen musste oder Sonstiges.
    Der Junge war offensichtlich wirklich noch nie mit wirklich gefährlichen Leuten aneinander geraten, zumindest nicht mit gefährlichen Feinden. Wenn Lars sich daraus mehr gemacht hätte, wäre er vielleicht sogar ein bisschen gerührt gewesen, immerhin behandelte er ihn damit menschlicher als es viele andere getan hätten. Nur … tickte Lars da grundsätzlich anders. Für ihn war es ein Zeichen von Schwäche und sobald er ein deutliches Anzeichen von Schwäche bei anderen bemerkte, kostete er das voll und ganz aus. Das war schließlich auch einer der Gründe, wieso er so gut in diesen Psychospielchen war – was wiederum dazu führte, dass sich eben viele Leute schnell von ihm bedroht fühlten, selbst wenn er, so wie jetzt, tatsächlich vollkommen in der unterlegenen Position war und gerade niemandem wirklich etwas anhaben konnte.
    „Ziel dann aber auf den Hals“, sagte Lars noch großmütig. „In den Arm wird nichts bringen.“ Immerhin trug er nach wie vor seine gepanzerte Kampfmontur.  
    Als sie zum Stillstand kamen, meldete die Anführerin sich wieder zu Wort. Stau also. Auch gut, dann würden sie eben noch eine Weile im Auto herumsitzen. „Liegt das an mir oder wirkt sie immer noch ziemlich unentspannt?“, fragte Lars fröhlich, nachdem sie das Schiebefenster wieder geschlossen hatte. „Ich bin fast ein bisschen enttäuscht, man sollte meinen, dass sie sich ein bisschen mehr darüber freuen würde, mich verhaftet zu haben. Savio und David haben das sicher ein bisschen mehr zu schätzen gewusst.“ Gut, Savio war hauptsächlich geschockt gewesen, als sich herausgestellt hatte, dass Lars der vermeintliche Anführer der IMA war, nichtsdestotrotz war er dann mit Sicherheit ziemlich glücklich darüber gewesen, dass der Kopf dieser Organisation aus dem Verkehr gezogen war.
    Lars sah den Jungen an und lachte wieder. „Entspann dich, Kleiner. Wenn du in Anwesenheit eines gefesselten und mit Kräfteblockern vollgepumpten Verbrechers schon so die Nerven verlierst und dich so von deiner eigenen Kollegin aus dem Konzept bringen lässt, bist du für den Job vermutlich eher ungeeignet.“  
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am Sa 22 Jul 2017, 23:25

    Aktive

    Ian schaltete da so langsam ab und begnügte sich damit, das Schauspiel zu beobachten und sicherzustellen, dass von Lars doch keine unerwartete Aktion kam. Nicht, dass er fest mit etwas rechnete, aber es war ja nun mal auch nicht absolut ausgeschlossen. Es war also mitnichten so, dass die Situation hier unterschätzt wurde. Aber Spaß würde das hier wohl auch gerade keinen großen mehr bringen, denn Til zuleibe zu rücken, interessierte ihn nicht. Der war immerhin nicht sein Feind. Und ihn damit zu quälen, dass sie sich darüber hinwegsetzen, dass es ihm schlicht offensichtlich unangenehm war, wenn sie Lars ein bisschen 'bespaßten' hielt er nun auch nicht für die feine Art. War ja nicht so, dass Lars aus der Welt wäre, sobald sie dieses Auto verlassen hatten. Immerhin hatten sie da immer noch ihr inoffizielles Date. Bei dem Gedanken musste er innerlich grinsen. Ob der Kerl echt die Nerven besaß, in einem Verhör auf ihn zu bestehen? Er war ja schon subtil neugierig, was Lars in einer Verhörsituation so von sich geben würde.
    Daria hatte keine Hemmungen, auch Til tierisch auf die Nerven zu gehen. Selbst bei Simone hatte sie es ja gerade zumindest ein bisschen ausgetestet, aber gut, die Botschaft war dann wohl doch auch deutlich gewesen. Sie war definitiv nicht in Spiellaune.
    „Kennst du irgendjemanden, der im Stau entspannt wirkt?“, fragte Daria zurück, nicht gewillt, seine Frage zu beantworten. Immerhin waren Simones Beweggründe ja wohl etwas, das Lars mal so überhaupt nichts anginge.
    Da sagte sie lieber was zu der Kampfmontur. „Könnten wir ihm vorher ausziehen“, schlug sie also Til in dem Zusammenhang vor. „Dann kannst du auch den Arm nehmen.“ Nicht, dass das gerade ernsthaft umzusetzen wäre, immerhin müsste er dafür ja die Arme frei haben und das war nun mal eher schlecht. „Ich könnte sie zerschneiden …“, sinnierte sie weiter darüber nach, wie sich das Problem umgehen ließ. „Oder du jagst die Injektion in die Stichwunde.“
    Als Lars ihn wieder anging und ihm vorwarf, sich von ihr aus dem Konzept bringen zu lassen, protestierte Daria gespielt beleidigt. „Ich mach doch gar nichts! Ihr tut hier gerade so, als würde ich ne IMA-Beitrittserklärung einreichen oder so. Wobei, gibt es sowas überhaupt?“
    Til hingegen schien dieser Kommentar von Lars tatsächlich zu treffen.
    „Du solltest ihm ab jetzt nicht mehr zuhören!“, riet Ian, dem das offensichtlich auch aufgefallen war. Schließlich war Lars ja doch ziemlich bekannt für genau diese Masche. Immerhin brachte er so genügend seiner Opfer um den Verstand, ohne sie überhaupt anfassen zu müssen. Bei Marianne hatte er auch nichts anderes getan. Er warf Daria einen langen Blick zu, um ihr zu signalisieren, dass sie aufhören sollte, Lars auch noch anzustacheln. Er mochte sie ja, aber manchmal übertrieb sie es wirklich und sich auf einen ihrer Leute zu konzentrieren, war nun wirklich nicht die feine Art. Vor allem nicht, wenn man das in einer Gesellschaft tat, in der das überhaupt nicht angemessen war, weil es wirkliche Angriffsfläche offenlegte. Simone hatte da noch sehr zurückhaltend reagiert, vermutlich weil sie Daria ansonsten ordentlich angeschissen hätte und das eben auch etwas war, das sie vor Lars vermeiden wollte. Es würde ihn nicht wundern, wenn da noch was käme, sobald sie wieder alleine waren.
    Daria signalisierte mit einem Augenrollen, dass sie das Erreichen der Grenze verstanden hatte. Manchmal brauchte sie da echt ein bisschen Autorität, denn übers Ziel hinausschießen konnte sie wirklich gut. Sie zog die Beine von Lars und setzte sich auf, um näher an ihn heranrutschen zu können. War ja nicht so, dass ihr die Ideen ausgingen, was das Beschäftigen anbelangte und wenn sie ihre Fähigkeit nahe genug an seinem Ohr anwendete, bekam Til auch nichts davon ab. Mit einer Hand packte sie auf die Stichwunde.
    „Ich versteh echt nicht, wieso du dir das Messer selber reingerammt hast“, sagte sie in gemäßigter Lautstärke.
    Gut, dass sie Lars hier schon wieder zu Leibe rückte, gefiel Til wohl auch nicht, aber darauf nun auch noch Rücksicht zu nehmen, sah sie jetzt auch nicht ein. Reichte schon, dass sie ihn nicht mehr in das Spielchen integrierte und Ian sich den Spaß von ihm verderben ließ. Sie hatte jedenfalls schon Lust, Lars noch ein bisschen zu ärgern. So nah würde sie immerhin nie wieder an ihn herankommen.
    „Du hast ja immer noch ein Ständchen offen“, erinnerte sie ihn mit einem fiesen Grinsen und brachte ihren Kopf so nah an seinen, dass sie definitiv nur ihn damit erwischte. Würde unangenehm werden, nachher auf einem Ohr zumindest eine ganze Weile nicht mehr so gut zu hören. Die Hand hatte sie immer noch auf der Wunde, nicht das Lars jetzt doch noch auf die Idee kam, sich zu wehren. Dem würde sie mit einem Finger in die Verletzung krallen dann schon den Spaß verderben.

    Simone trommelte währenddessen genervt mit den Händen auf dem Lenkrad herum. Nun, wo die größte Wut verraucht war und Alkan sie auch ein bisschen hatte beruhigen können, dass sie nicht doch totsicher einen Krieg ausgelöst hatte, war ihr übliches ungutes Gefühl, wenn es um Lars ging, wieder da. Allerdings hatte er dieses Gefühl auch gut gefüttert und sie presste die Zähne aufeinander, als ihre Gedanken wieder zu Anja trifteten. Irgendwas musste da doch vorgefallen sein, dass Anja so in ihr Trauma gestürzt war. Und da machte sie eindeutig Lars für verantwortlich, auch wenn Anja ihre Wut im Endeffekt abbekommen hatte. Im ersten Moment hatte sie geglaubt, seine Worte bezüflich Marianne wären eine Lüge, aber dann war alles aus dem Ruder gelaufen … verdammt, sie wollte nicht darüber nachdenken, solange dieser Irre da hinten saß und zumindest einen Teil ihres Teams bespaßte. Darias Verhalten würde auf jeden Fall ein Nachspiel haben, denn professionell war das schließlich nicht gerade, mit Lars Viklund-Holm Lagerfeuerrunde zu spielen. Dass sie ihm da ein bisschen zusetzten, war ihr ja egal, war ja nicht so, dass er es nicht verdient hätte, aber das hatte eher so aus gesehen, als hätte Daria mit ihm zusammen Til zugesetzt und das war ein vollkommen inakzeptables Verhalten. Sie schätze die blondhaarige Aktive an sich sehr, aber manchmal legte sie doch fragwürdige Verhaltensweisen an den Tag. Noch immer standen sie auf der verdammten Brücke und Simones Blick wanderte aus dem Fenster auf die Nebenspur. Ein Kind winkte ihr aus einer Familienkutsche heraus zu, es hatte sich eine dicke rote Nase ins Gesicht gepappt. Offensichtlich eine Idee der Eltern, die hatten dieselben Nasen auf, wohl diese Antistaustressgeschichte, die mal rundgegangen war. Wenn die wüssten, dass ihnen quasi gegenüber Lars saß, fänden sie das alles wohl nicht mehr so lustig. Ihre Gedanken wanderten wieder zu Anja, bzw. ihren beiden Söhnen. Lars durfte unter gar keinen Umständen erneut entkommen! Denn sie war sich absolut sicher, dass er dann Dinge tun würde, die Anja nicht mehr würde puffern können. Überhaupt fragte sie sich automatisch, wie das jetzt weitergehen sollte. Die Haftstrafe war natürlich Blödsinn, da musste sie zugeben, einfach ausgerastet zu sein. Mikael kümmerte sich nun um die Polizistin, immerhin waren die beiden auch relativ gut befreundet. Und sobald sie wieder in einem stabilen Zustand war, würde er sie definitiv nach Hause lassen. Aber das änderte nichts daran, dass Anja und sie trotzdem vor einem Problem standen, denn es war einfach vollkommen eskaliert und so etwas hatte immer Konsequenzen. Und die Tatsache, dass Lars, obwohl er dahinten nun gefesselt saß, es ohne Mühe mit seiner bloßen Anwesenheit geschafft hatte, ihre Beziehung zu sabotieren, zeigte Simone nur, dass es zumindest nicht ohne irgendwelche Verluste machbar war, seiner habhaft zu werden.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am Sa 22 Jul 2017, 23:53

    Lars Viklund-Holm

    Langsam war Lars dann auch froh, wenn sie endlich mal da waren. Die nächsten Tage würden anstrengend genug werden, denn auch wenn Lars sich nicht leicht aus der Ruhe bringen ließ, bedeutete es nicht, dass er Verhöre nicht anstrengend fand. Gut, manchmal waren sie auch amüsant, auf Lítla Dímun hatte es ihm immer großen Spaß bereitet, wenn die Aktiven – vorzugsweise, wenn es irgendwo einen Anschlag gegeben hatte, mit dem er aber am Ende dann ja sowieso nie was zu tun gehabt hatte – mal vorbei gekommen waren, um sich mit ihm zu unterhalten. Nur hatte er da sowieso die ganze Zeit im Gefängnis gesessen und er hatte nicht einmal vorsichtig sein müssen, was er sagte, weil er ja tatsächlich nie was damit zu tun gehabt hatte und dementsprechend nichts darüber gewusst hatte, weil es in den meisten Fällen ohnehin menschliche Anschläge gewesen waren – wie beim 11. September – und in den wenigen Situationen, in denen sie doch irgendeinen übernatürlichen Hintergrund gehabt hatten, hatte er sie nicht in Auftrag gegeben. Insofern hatte er sich eben ein paar Stunden bespaßen lassen und es war eine nette Abwechslung gewesen. Und meistens hatten sie dann auch relativ schnell eingesehen, dass er ihnen nichts liefern konnte.
    Das, was jetzt auf ihn zukommen würde, war aber eine gänzlich andere Situation und noch dazu eine andere als beim letzten Mal. Vor zwanzig Jahren war es seine Absicht gewesen, im Gefängnis zu landen, damit er David den Rücken freihalten und ihn zu einem Helden machen konnte, aber jetzt hatte er eigentlich keinen Bock, dorthin zu gehen und hoffte, dass David ihn irgendwie abfangen ließ, bevor sie ihn wieder nach Lítla Dímun brachten, denn ansonsten wäre das verflucht nervig gewesen. Nicht extrem schlimm, denn der Zeitraum war ja so oder so absehbar, aber nichtsdestotrotz was, was nervig war. Viel wichtiger war aber, dass er diesmal Informationen hatte, die sie haben wollten und die er ihnen rein theoretisch liefern konnte. Und ja, auch für jemanden mit Lars’ Gelassenheit konnte das nervenaufreibend und zermürbend sein, auch wenn das natürlich ebenfalls eine Sache war, die er nicht zugeben würde.
    Wie auch immer, der Punkt war, langsam wollte Lars dann auch gerne einfach in seine Zelle und nach Möglichkeit seine Ruhe haben.
    „Klar, die Beitrittserklärung unterschreibt jedes Mitglied mit dem eigenen Blut“, gab Lars zurück. War natürlich Schwachsinn, so was gab es nicht, sie waren ja nun keine Partei oder so etwas und so blöd, was schriftlich festzuhalten, war da ja nun echt niemand.
    Er hatte gerade einen Moment lang die Augen geschlossen und merkte zwar, dass die Aktive neben ihm ihre Position veränderte, war aber gleichzeitig einen Moment lang unaufmerksam gewesen und bemerkte die Hand an seiner Wunde demnach erst, als sie schon da war und stöhnte aus bloßem Reflex heraus auf.
    „Vielleicht wollte ich ja, dass ihr mich festnehmt“, gab er zurück und zwang sich wieder zu einem kühlen Lächeln, auch wenn in diesem Fall wohl jedem klar war, dass das jetzt nicht irgendeine abgefuckte Taktik von ihm gewesen war. Wäre ihm zwar theoretisch zuzutrauen gewesen, aber die Wunde hätte er sich dann wohl gespart.
    Und ja, scheiße, das war nun wirklich ziemlich unangenehm und Lars verzog das Gesicht, biss sich aber wenigstens fest genug auf die Lippe, damit er nicht aufschrie. Dass es ihn nicht kalt ließ, war ihm nun mittlerweile aber zumindest anzusehen.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 23 Jul 2017, 00:22

    Aktive

    „Ja, aber wie läuft das denn dann?“, fragte Daria weiter. „Ihr seid ja nicht morgens wach geworden und auf einmal IMA-Mitglieder gewesen.“
    Natürlich konnte sie sich in groben Zügen vorstellen, wie das wohl ablaufen musste, aber da wollte sie nun doch mal was von ihm zu hören.
    „Also, was muss ich machen, wenn ich beitreten will?“, konkretisierte sie die Frage noch einmal und musste sich bei dieser abstrusen Vorstellung selbst das Grinsen verkneifen, immerhin wollte sie hier gerade ernst wirken!
    War ja jetzt nicht so, dass sie sich bei den Aktiven irgendwie unwohl fühlte oder so. Oder eine besondere Ambition dazu hätte, irgendwelchen Menschen was anzutun. Aber es machte gerade Spaß, sich mit Lars zu beschäftigen, also war das ja vielleicht ein Thema, wozu er ein bisschen was erzählte.
    „Das könnte ich fast schon verstehen“, gab Daria zurück und grinste nun wirklich. „Jeder will von uns festgenommen werden. Aber wird halt todlangweilig, wenn wir dann mal weg sind. Das ist das Problem an der Sache. Du könntest allerdings abhauen und dich wieder festnehmen lassen. Oder … wir lassen dich raus und du versuchst zu entkommen. Mir ist zu Ohren gekommen, du magst solche Spielchen.“
    Til versuchte Darias Treiben zu ignorieren, doch es gab nun mal nicht viele Richtungen, in die er blicken konnte. Immerhin war ihr Raum sehr begrenzt und Fenster zum Ablenken gab es auch keine. Aber sich anschauen, wie sie Lars mit ihrer Fähigkeit nun doch zusetzte, war nicht gerade prickelnd.
    „Maumau?“, lenkte Ian seine Aufmerksamkeit auf sich und zog tatsächlich einen Stapel Karten aus der Tasche, was nun fast nicht weniger irritierend war als Darias Spaß am Quälen.
    „Ich weiß gar nicht, was du hast“, hörte er Darias Stimme an Lars gewandt. „So schlimm war das jetzt echt noch nicht und du spielst doch so gerne. Oder hab ich dich echt so falsch eingeschätzt?“
    „Ich würde dir auch noch Kopfhörer anbieten, aber das ist leider gegen die Dienstvorschrift“, wurde Til wieder von Ian in den Versuch eines Gesprächs verwickelt.
    Vielleicht war es wirklich das Beste, es mal mit diesem Spiel zu versuchen …
    Daria war indes kurz ein Stück von Lars weggerückt, um in ihre abgelegte Weste zu greifen und ihr Handy hervorzuziehen. „Nicht, dass ich nachher noch mein Lars-Selfie vergesse“, grinste sie schon wieder äußerst amüsiert, als hätte sie gerade die Aussicht auf ein Photoshooting mit einem TV-Promi vor sich.
    Und tatsächlich packte sie ihn wieder an der Verletzung, pfiff ihm erneut ins Ohr und hielt das Ganze photographisch fest. Das sollte sie Simone dann besser mal nicht wissen lassen, denn dann würde ihre Chefin wohl wirklich einen mittelschweren Tobsuchtsanfall bekommen. Aber hey, sie war immer noch der Meinung, mal in einem Auto mit Lars zu sitzen, musste voll ausgekostet werden.
    „Und? Mach ich's richtig?“, erkundigte sie sich einige Sekunden später und bezog sich damit natürlich darauf, ob es ihm auch wirklich unangenehm war. „Immerhin hast du mehr Erfahrung mit Foltern und Quälen, vielleicht hast du da noch ein paar Tipps für mich. Was hast du denn mit dem Mädchen alles so vorgehabt?“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 23 Jul 2017, 00:48

    Lars Viklund-Holm

    „Es gibt Rekrutierer“, entgegnete Lars ruhig. Natürlich würde er hier keine super geheimen IMA-Interna ausplaudern, aber das war nun nichts, was sich jemand mit halbwegs ein bisschen Grips nicht sowieso denken konnte. Und war ja nicht so, als würde er Namen nennen. „Manche kommen natürlich auch freiwillig zu uns, mittlerweile sind wir ja recht bekannt. Aber da müsstest du schon beweisen, dass es dir ernst ist, da kommt schließlich nicht jeder rein.“ Auch das war nichts, was er nun unbedingt für sich behalten musste, denn das waren alles Dinge, die man sich wohl denken konnte, wenn man mal kurz darüber nachdachte, wie so etwas aussehen konnte. Und er fand es sogar auch ganz gut, sich mit ihr zu beschäftigen, denn das war besser, als sich zum Beispiel auf Schmerzen zu fokussieren. Lars lächelte kühl, als sie auf das Spielchen mit dem Weglaufen zu sprechen kam. „Ah, ich bin lieber der Jäger. Gejagt werden steht mir nicht so, ich breche dann lieber einfach wieder aus, ist unkomplizierter.“
    Lars entging nicht, dass Ian offenbar versuchte, den Kleinen abzulenken, aber er selbst war gerade nach wie vor mit Daria beschäftigt. Als sie dann aber von einem Selfie anfing, lachte Lars sogar kurz auf. „Du bist ein echter Fan, hm? Wenn du es dir ausdrucken lässt, gebe ich dir gerne noch ein Autogramm.“ Nicht, dass er es nicht hätte nachvollziehen können. Savio und David waren berühmt dadurch geworden, dass sie ihn scheinbar enttarnt hatten. Ihn wieder einzufangen war zwar vermutlich nicht ganz so spektakulär wie ihn erst einmal zu enttarnen, aber es war trotzdem etwas Besonderes. Dass sie damit vielleicht sogar ein bisschen vor Freunden angeben wollte oder Ähnliches, konnte er sogar nachvollziehen.
    Diesmal gab Lars sich gar keine große Mühe, die schmerzverzerrte Miene zu verbergen, aus einem ganz bestimmten Grund: Sie war hier gerade so bescheuert gewesen, bildlich festzuhalten, dass sie ihm willentlich Schmerzen zugefügt hatte. Dafür nahm er auch ein unvorteilhaftes Foto von sich in Kauf, denn irgendwann würde sich bestimmt noch die Gelegenheit bieten, das Bild gegen sie zu verwenden. Natürlich wies er sie jetzt aber nicht darauf hin, dann wäre sie nur auf die Idee gekommen, das Foto zu löschen und das wäre ja schade gewesen.
    „Für den Anfang nicht schlecht“, räumte er ein. „Aber ich hätte sie erst einmal mental ein bisschen zerstört, ihre Familie und ihre Freunde getötet und so weiter. Ich fürchte, da wirst du dir für mich keine Inspiration holen können.“
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 23 Jul 2017, 01:30

    Aktive

    „Und wie beweist man das?“, schoss sie direkt zurück. Und da gab es was, das sie natürlich noch viel mehr interessierte: „Und wer ist jetzt der echte Boss?“
    Ian runzelte die Stirn. Allmählich fand auch er das Spielchen nicht mehr lustig. Nicht, weil er es Lars nicht gönnte, dass sie ihm auf die Nerven ging, hätte er ja selber gerne getan, aber er befürchtete, dass sie sich allmählich in einen Bereich bewegte, den er mit ein bisschen Geschick, und das traute er ihm zu, schlecht für sie auslegen konnte. Schien sie nur gerade gar nicht zu sehen.
    „Daria!“, versuchte er also ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, doch sie winkte nur ab. Immerhin war sie gerade beschäftigt und diese Autogrammsache hätte echt was.
    „Oh nein, echt so offensichtlich?“, ging sie auf die Fanbemerkung ein.
    Tils Gedanken gingen in eine ähnliche Richtung wie Ians, nur dass er sich nicht die Mühe machte, Daria darauf hinweisen zu wollen. Immerhin hatte sie das ja so haben wollen und sie hatte es innerhalb kürzester Zeit geschafft, so unsympathisch aufzutreten, dass er ihr ein Tritt in die Fresse tatsächlich gönnte.
    „Und warum?“, fragte sie immer noch weiter. Immerhin war das Mädchen ja wohl kaum eine Bedrohung für ihn gewesen und das konnte sie nun echt nicht nachvollziehen.
    „Weil er ein Psychopath ist!“, fuhr Ian dazwischen. „Daria, es reicht!“
    Einigermaßen irritiert wandte sich Daria ihm zu, einen fragenden Gesichtsausdruck aufgesetzt. Immerhin hatte er doch bis jetzt auch nichts dagegen gehabt, dass sie sich hier amüsierte, während die zwei Männer da drüben Karten spielten. Dass sie sich da gerade in potentielle juristische Probleme brachte, bedachte sie gerade überhaupt nicht, dafür war sie noch immer viel zu begeistert. Das war sie eigentlich sogar seit dem Beginn des Einsatzes gewesen. Immerhin hatte sie da schon ein richtig gutes Gefühl bei der Sache gehabt. Denn sie hielt ihr Trüppchen hier tatsächlich für eines der Besten, das in der Zentrale rumlief. Gut, natürlich, der Kampf hatte sie dann schon nervös gemacht, immerhin war das ja schon knapp gewesen und echt ein Haufen IMA-Leute, die sich ihnen in den Weg gestellt hatten. Aber als dann die durchgeknallte Polizistin aufgetaucht war und ihn abgelenkt hatte, war ja wieder alles safe gewesen. Und als Simone in seinen Rücken gesprungen war, war doch eh schon klar gewesen, dass sie gewinnen würden.
    „Warum ...“
    „Nein!“
    Schnaubend rückte sie von Lars ab. Gut, dann musste sie sich halt mit dem zufrieden geben, was sie bisher gehabt hatte. Lars' Ohr würde es Ian danken. Dessen Ton ließ nämlich keinen Zweifel daran zu, dass es sonst ungemütlich werden würde. Und er war zwar nicht der Chef, aber auf sich wütend machen wollte Daria ihn nun auch nicht unbedingt. Sie verkrümmelte sich wieder in ihre Ecke, zog die Knie an, legte die Arme darum und bettete den Kopf darauf, um Lars unentwegt im Auge behalten zu können. Das konnte Ian ihr ja wohl nicht verbieten, immerhin hatte sie dafür zu sorgen, dass er nicht doch noch ausbüxte.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 23 Jul 2017, 01:56

    Lars Viklund-Holm

    „Das entscheide ich dann individuell.“ Lars lachte auf. „Na, euer Kleiner hier“, beantwortete die Lars die Frage nach dem Boss dann diesmal völlig absurd. „Wieso, traust du mir die Führungsrolle etwa nicht zu?“ Ihm sollte es ja nur recht sein, wenn sie ihm hier im Auto Fragen stellte, die man locker als Verhör auslegen konnte. Hier hatte er immerhin nicht mal die kleinste Chance, einen Anwalt zurate zu ziehen. Nicht, dass Lars das gemacht hätte. Früher vor seiner ursprünglichen Verurteilung, als es noch um etwas gegangen war, aber die lebenslange Haftstrafe gegen ihn lief ja sowieso schon, hatte nicht viel Sinn, da noch einen Anwalt zwischen zu schalten. Deshalb wusste Lars schon jetzt, dass er darauf bei den Verhören in den nächsten Tagen, die sich wohl oder übel abspielen würden, verzichtete. Nervte am Ende nur mehr als es gut tat, die Antwort war sowieso immer, dass er nichts sagen sollte, weil er sich mit allem selbst belastete und das war Lars jetzt nun wirklich scheißegal.
    Offenbar war er aber nicht der Einzige, der sich das dachte, denn Ian hatte offenbar auch begriffen, dass sie sich damit nur immer mehr in potentielle Schwierigkeiten manövrierte.
    „Autsch“, sagte Lars lediglich auf die Psychopathen-Bemerkung. In Wirklichkeit war es ihm sogar egal, ob man ihn rein wissenschaftlich gesehen als Psychopathen einordnen würde oder nicht. Lars wusste zumindest, dass er nicht dem Durchschnitt entsprach. Aber er litt nun nicht unter seinem Verhalten, im Gegenteil. Lars war ziemlich zufrieden mit sich selbst, insofern spielte es eigentlich gar keine Rolle für ihn.
    „Schade drum, ich unterhalte mich gerne mit dir“, säuselte Lars schon fast und sah Daria dabei lange an. „Du bist interessant. Weißt du, wenn es bei den Aktiven irgendwann mal nicht mehr für dich klappen sollte, vielleicht wärst du bei uns gar nicht so schlecht aufgehoben, auch wenn du es dir noch nicht vorstellen kannst. Aber du bist was Besonderes und es ist eigentlich wirklich schade drum, dass du dich hier gar nicht so ausleben kannst, wie du es verdient hättest.“ Dabei sah er sie weiterhin an und beobachtete sie ebenfalls, ganz so, als gäbe es wirklich gerade nichts Interessanteres hier im Auto. War irgendwie ja auch mehr oder weniger tatsächlich so. Nicht, dass Lars tatsächlich glauben würde, dass sie sich jemals für die IMA begeistern könnte und dass das hier der richtige Ort gewesen wäre, um Mitglieder zu rekrutieren, aber Lars wollte zumindest gerne ihre Reaktion sehen.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 23 Jul 2017, 02:53

    Aktive

    Tatsächlich war Daria da an einem Punkt, wo sie sich nicht ganz sicher war, was sie glauben sollte. Natürlich klang Mariannes Geschichte abstrus, aber hey, wer sagte denn, dass da deshalb nichts dran war? Könnte ja tatsächlich sein, dass die ihre Nummer so krass durchgezogen haben, dass David da nun als IMA-Typ ganz oben saß. Eigentlich hielt sie das sogar gar nicht für so unwahrscheinlich und man musste ja nun auch immer noch davon ausgehen, dass Lars angenommen hatte, Ria das ruhig sagen zu können, weil er sie eh bald entführte. Gut, nach außen hin ließ sich das natürlich alles leicht als Blödsinn darstellen. Also war da doch ein gewisses Restrisiko, das es stimmte und damit wohl sicherer, davon auszugehen. Aber ihm auf die Nase binden, wie sie dazu stand, wäre wohl ungeschickt, also zuckte sie neutral mit den Schultern. „Ich weiß es nicht, deshalb frag ich ja.“
    Lars schien da auch so gar nicht gewillt zu sein, ihre Interaktion von Ian unterbinden lassen zu wollen und redete einfach weiter. Womit er Daria zusehens verwirrte. Schließlich hob sie sogar wieder ihren Kopf von den Armen und starrte ihn unverhohlen irritiert an. Sie wusste nicht, wie sie seine Worte nun einzuordnen hatte. Das IMA-Gequatsche war natürlich Unsinn, er war ja kaum so verrückt, davon auszugehen, dass sie daran ernstlich Interesse hätte. Dann wäre sie wohl kaum beim Einsatztrupp gewesen, um ihn festzunehmen. Oder hätte Spaß an ihrem Job. Und selbst wenn er da doch irgendwelche Chancen sah, wodurch bedingt auch immer, sie hatte ihn ja jetzt nicht gerade so hart gefoltert, dass man davon sprechen konnte, dass sie besonders gewalttätig war, war er echt so knochenhart drauf, ihr das vor ihren Kollegen so deutlich zu sagen? Das fühlte sich schon verboten dreist an. Gefiel ihr irgendwie. Und dann war da noch die Sache mit dem interessant. Gut, er erzählte ja ständig irgendeinen Blödsinn und Daria wusste natürlich aus den ganzen Briefings ihn betreffend, wie seine Masche lief. Aber dieser Blick. Warum sollte er sich denn die Mühe machen, sie da tatsächlich so lange anzustarren, wenn nicht zumindest irgendetwas dran war? Und immerhin war sie ja auch die einzige, die sich hier mit ihm beschäftigte, da war es ja auch logisch, dass er sich gerne mit ihr unterhielt. Was sie irgendwie auch freute. Grenzte ja schon an ein Kompliment, wo er doch sonst mit Ihresgleichen eher den Boden aufwischte.
    Ian beobachtete das Schauspiel einige Augenblicke. Was Lars da versuchte, war ganz offensichtlich und Daria hatte ihm ja nun auch genügend Vorlagen dafür gegeben. Sie hatte sich wirklich auf Teufel komm raus an ihn dran gehängt und ja, natürlich nicht, weil sie da irgendwelche IMA-Ambitionen hegte oder mit seinen moralischen Einstellungen harmonierte, aber ganz offensichtlich imponierte ihr sein Charisma dennoch. War das so ein Frauending? Ian fand es ja nun auch grundsätzlich interessant, sich mit ihm zu beschäftigen, aber aus einer ganz anderen Motivation heraus. Er wollte ihn in letzter Konsequenz kleinkriegen, bzw. zumindest schauen, ob er es schaffte. Daria schien eher von Anfang an Eindruck gemacht haben zu wollen. Dass er nun mit ihr spielte, hatte sie sich selbst zuzuschreiben und eigentlich war das ja auch ein netter Lerneffekt für sie. War halt keine so gute Idee, sich mit Lars messen zu wollen, wenn man nicht eine gehörige Portion Gelassenheit und Stabilität mitbrachte.
    Der Aktive signalisierte mit seiner Körperhaltung jedenfalls, dass er gerade sehr aufmerksam beobachtete, was sich da abspielte. Falls Lars also tatsächlich irgendeinen Psychoscheiß durchziehen wollte, würde ihm da halt doch mal aus Versehen die Faust ausrutschen. Aber gleichzeitig wollte er nun auch wissen, ob Daria ihm tatsächlich dermaßen auf den Leim ging.
    „Danke, nein“, erwiderte sie geradezu außerordentlich höflich auf seine Aussage hin. „Ich bin mit meiner Jobwahl sehr zufrieden.“
    Ihre bedachte Antwort auf ein geradezu unverschämtes Angebot machte damit im Grunde nur deutlich, wie sehr sie gerade noch damit beschäftigt, noch herauszufinden, was sie von seinen Aussagen halten sollte. Das gab auf jeden Fall eine Menge Stoff für eine anständige Manöverkritik. Und in irgendein Verhör mit ihm brauchte man sie ja wohl auch nicht zu setzen. Am Ende würde Lars noch mehr über die Aktiven erfahren als umgekehrt. Ian hielt Daria durchaus für eine kompetente Aktive, sie wäre nicht in Simones Team, wäre sie es nicht. Aber hier hatten sie gerade einen Schwachpunkt entdeckt. Sie war noch immer so konzentriert auf Lars, dass Ian sich leicht nach vorne beugen, die Hand ausstrecken und das Handy sich nehmen konnte. Beweisbilder musste man Lars ja nun nicht unbedingt auch noch spendieren. Also löschte er das Bild und erstellte eine Notiz, die beim Startbildschirm angezeigt wurde: „Was auf der Ladefläche passiert, bleibt auf der Ladefläche“, die Worte, die sie selbst beim Einsteigen benutzt hatte. Nun feixte Ian doch in Richtung Lars. Dem würde das ja wohl kaum entgangen sein und Ian durchkreuzte gerade nur zu gerne seine Pläne, Daria irgendwas anzuhängen. War ja nicht so, dass sie hier nicht aufeinander aufpassten.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 23 Jul 2017, 03:20

    Lars Viklund-Holm

    Lars würde jetzt einfach immer mal andere Namen erwähnen, mal halbwegs nahe liegend, mal abstrus, mal würde er wieder David nehmen. Er wusste, dass David nicht begeistert war, dass Lars ihn erwähnt hatte, aber mal im Ernst, das glaubte doch sowieso kaum jemand wirklich. Und selbst wenn, konnten sie es immer noch nicht beweisen. Und natürlich entging Lars nicht, dass er sie mit seinen Worten irritiert hatte. Er zog solche Dinge ja nicht das erste Mal ab und auch wenn er sicherlich nicht davon ausgegangen wäre, dass er sie anwerben konnte, wäre es gleichzeitig nicht das erste Mal gewesen, dass er bei den Aktiven jemanden anwarb. Dafür brauchte er aber natürlich auch länger, als es ihm auf dieser Fahrt jetzt möglich gewesen wäre und er musste dafür auch schon auf fruchtbaren Boden stoßen. Daria wirkte nicht unsicher genug, als dass Lars sich wirklich etwas davon versprochen hätte. Seiner Erfahrung nach war es besonders einfach, Leute anzuwerben, die sich in irgendeiner Form nach Bestätigung sehnten und das Gefühl hatte er bei Daria nicht, zumindest nicht in dem Ausmaß. Sie war ein bisschen fasziniert von ihm und seiner Ausstrahlung, mehr aber auch nicht. Lars wusste das. Das hielt ihn jetzt aber nicht davon ab, trotzdem ein bisschen was von seinem Charme zu versprühen und wenn nicht sowieso jeder gewusst hätte, dass er nicht auf Frauen stand, hätte er vermutlich auch noch mit ihr geflirtet, einfach nur, weil er es konnte. Aber das würde ihm nun wirklich keiner abkaufen und man musste ja nicht übertreiben. „Außerordentlich schade“, säuselte Lars weiter und bedachte sie dabei noch immer mit seiner vollen Aufmerksamkeit. „Du wärst bestimmt schnell zu meinen Lieblingen avanciert, Daria.“ Er sprach ihren Namen ganz langsam und bedacht aus, um noch einmal zu unterstreichen, dass er gerade wirklich voll und ganz bei ihr war. Natürlich war sie nicht dumm und seine Masche würde so oder so nicht im vollen Umgang bei ihr wirken, trotzdem war Lars nun einmal sehr gut darin, Leuten das Gefühl zu geben, dass er sich wirklich für sie interessierte und etwas Besonderes in ihnen sah. „Was sind deine Ziele? Du hast jetzt immerhin dabei geholfen, mich gefangen zu nehmen, dir stehen danach ja sicher alle Türen offen. Du bringst es bestimmt noch weit, wenn du möchtest. Ich meine, sieh dir David an, der ist immerhin Präsident geworden.“ Auch nur durch seinen Verdienst, aber darauf ritt er jetzt mal nicht weiter herum.
    Leider musste Ian sich einmischen und das Bild löschen. Schade drum, aber auch nicht elementar wichtig. Also hatte Lars zwar kurz aus den Augenwinkeln zu Ian gesehen, sich dabei aber trotzdem nicht eine Sekunde lang wirklich von Daria abgewandt.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 23 Jul 2017, 04:06

    Daria

    Er schmeichelte ihr tatsächlich. Und unabhängig davon, wie wenig sie je geneigt sein würde, so ein Angebot anzunehmen, hielt er sie ja doch offenbar zumindest irgendwie für fähig. Und er stützte sich damit ja auch nur auf Tatsachen, immerhin war sie ja nun mal wirklich im Zugriffsteam gewesen und das nicht gerade in der letzten Reihe. Diese Leistung von ihm selbst attestiert zu bekommen, machte es irgendwie noch mal besonders. Obwohl sie gleichermaßen fasziniert von und neugierig auf den weiteren Gesprächsverlauf war, kam das doch auch zumindest ein wenig skurril vor. War ja nun auch nicht normal, wie sie sich hier gegenseitig anstarrten, obwohl sie in jeglicher Hinsicht inkompatibel waren. Und dass ihr gerade tatsächlich die Worte fehlten, machte es auch nicht besser. Nicht, dass sie vorgehabt hätte, ihn tatsächlich in ihre Zukunftsplanung einzuweihen, sie war ja nun immer noch Aktive genug, um nicht völlig verblödet zu sein und private Informationen zu liefern, ihr fiele auch gerade nichts darauf ein. Das war dann auch der Punkt, an dem es Klick machte, denn es wurde definitiv abstrus, wenn Daria begannen die Worte auszugehen. Versuchte Lars Viklund-Holm da gerade tatsächlich, sie um den Finger zu wickeln? Hielt er sie für so blöd? Nun gut, ja, offensichtlich hatte sie ja zumindest temporär eine gewisse geistige Umnachtung entwickelt, was ja nun auch damit zusammenhing, dass sie eben tatsächlich noch ziemlich euphorisiert von der Tatsache, ihn festgenommen zu haben war. Tatsächlich hatte er es wohl seit seiner ersten Bemerkung in diesem Fahrzeug darauf angelegt, sie von sich zu vereinnahmen, weil er ihre fehlende Berührungshemmungen wohl als Schwachpunkt gesehen hatte. Dann hatte er sie sogar noch dazu gebracht, ihm zu helfen, Til zu drangsalieren. Gut, von ihm genervt war sie natürlich so oder so gewesen, aber sich dazu hinreißen zu lassen, Lars da auch noch gut zuzureden, war nicht besonders geschickt gewesen und tatsächlich schämte sie sich in diesem Augenblick sogar dafür. Und das war dann der Punkt, der sie wirklich ärgerte. Dass sie sich dazu hatte bringen lassen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht für richtig hielt, um ihn zu beeindrucken. Sie blickte ihn noch einen Moment geradezu verträumt an, einfach um das Überraschungsmoment besser vorzubereiten, bevor sie mit einer blitzschnellen Bewegung nach seinem verletzten Arm trat. „Lass das!“ fauchte sie ihn fast schon wütend an. „Spiel dein Theater mit jemand anderem!“


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 23 Jul 2017, 04:24

    Lars Viklund-Holm

    Für Lars war das alles einfach nur ein Spiel. Wenn er irgendwie seine Macht demonstrieren konnte, ohne dass er dafür seine Fähigkeiten benötigte, war das natürlich perfekt. Worte waren mächtige Waffen und Lars verstand sich ganz gut auf den Gebrauch. Das war schon immer so gewesen, aber in den letzten 20 Jahren, in denen er nun einmal komplett von seinen Fähigkeiten abgeschnitten gewesen war, hatte er seine Fähigkeit, zu reden, nur umso mehr perfektioniert. Außerdem war er nun einmal ein aufmerksamer Beobachter. Meistens zumindest. Natürlich ging er gerade nicht wirklich davon aus, dass er Daria so richtig ködern und komplett von sich einnehmen konnte, aber es reichte ja auch schon, wenn er sie ein bisschen aus dem Konzept bringen konnte. Nicht einmal, weil es ihn wirklich weiter gebracht hätte, sondern schlicht und ergreifend, weil er es eben konnte und weil es letztlich genau die Form von Bestätigung war, die er haben wollte. Das machte er schließlich ständig und mit allen möglichen Leuten und oft genug so. Viel wichtiger war aber auch, dass es gerade nun einmal die einzige Form von Macht war, die er hatte. Er hatte seine Fähigkeiten nicht und durch die Handschellen konnte er körperlich absolut nichts reißen. Er würde aus seiner allgemeinen Situation auch nicht ohne Hilfe herauskommen, das wusste er. Hätte David nicht an Fäden gezogen, damit die auf Lítla Dímun vielleicht mal die Kräfteblocker etwas reduzierten und hätten Melia Dornblut und Lucas Halldórsson nicht Noah befreit, hätte er nicht von dort entkommen können, denn nicht einmal Lars wäre aus komplett eigener Energie aus dem Gefängnis entkommen. Das würde ihm nicht jetzt auf einmal dann gelingen, er war also nicht nur überzeugt davon, dass David ihm half, er war vor allem auch darauf angewiesen. Insofern waren seine kleinen Spielchen momentan eben auch das Einzige, was er hatte. Mehr stand ihm nicht zur Verfügung. Darüber hinaus war es eine weitaus nettere Beschäftigung als wenn sie hier einfach nur schweigend herumgesessen hätten.
    Das Überraschungsmoment zog voll und ganz, denn tatsächlich hatte Lars damit jetzt nicht gerechnet. Zwar hatte er mit einkalkuliert, dass sie irgendwann merken würde, was hier gerade abging – denn dass sie dumm war, hätte er ihr nun auch nicht unterstellen wollen – aber das kam nun doch ziemlich plötzlich.
    „Aaah- fuck!“, war daher ein doch ziemlich lauter Ausruf, denn diesmal war es dann doch zu überraschend gekommen, als dass er sich die lautstarke Reaktion noch hätte verkneifen können.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 23 Jul 2017, 08:44

    Aktive

    Ians Lippen verzogen sich zu einem Grinsen, als Daria ihr Bein vorwarnungslos nach vorne schnellen ließ und mit der Fußspitze Lars' Verletzung alles andere als sanft tourchierte. Tatsächlich entfuhr ihm sogar ein Schrei. Strike! Der Abend lief besser als erwartet. Das einer von ihnen Lars zum Schreien bringen würde, war definitiv ein Bonus, denn abgesehen von seiner bewusst aufgesetzten schmerzerfüllten Grimasse für das Bild hatte er die ganze Zeit die Fassung bewahrt. Ian beugte sich Richtung Daria und hielt ihr die Hand für ein High Five entgegen, auf das sie nach einem kurzen Moment, in dem sie Lars noch beobachtet hatte, einging, ein schiefes Grinsen im Gesicht. Einsicht musste schließlich anerkannt werden und ja, ein bisschen freute es ihn auch einfach, das gerade so ganz offensichtlich unter Lars Nase zu honorieren. Er hatte sich hier bezüglich dem Terroristen ja echt zurückgehalten und war auch einfach neugierig gewesen, was sich für eine Dynamik entwickeln würde, aber das hieß ja nun nicht, dass ihn zumindest eine kleine Niederlage für ihn nicht freute. Es war Daria nun sichtlich unangenehm, dass sie ihm da tatsächlich auf den Leim gegangen war, doch in Ians Augen war das letztendlich dann doch gar nicht so schlecht gelaufen. Immerhin war sie so gut wie von selbst darauf gekommen. Er hatte zunächst eingreifen wollen, doch dann war die Neugierde, ob sie sich allein daraus winden konnte, doch größer gewesen und sie hatte ihn nicht enttäuscht. Und das Lars hier drin versuchen würde, sie gegeneinander auszuspielen, war ja zu erwarten gewesen. Natürlich hatte er sich dafür Til und Daria ausgesucht. Til, weil er einfach offen gezeigt hatte, das man ein leichtes Spiel mit ihm hatte. Und Daria, weil sie durch ihren Erfolg so aufgekratzt und übermütig gewesen war, dass er das wunderbar für sich hatte verwerten können.
    Daria zog das Haargummi von ihrem Handgelenk und band sich wieder einen Zopf; die Weste streifte sie ebenfalls wieder über. Diesmal setzte sie sich mit dem Rücken zur Wand ähnlich wie Til so weit wie möglich von Lars weg. Das Ganze war ihr tatsächlich unangenehm. Ian hatte seinen Stolz auf sie, das selbst gelöst zu haben, durch seine Aktion zwar deutlich gezeigt, aber es wurmte sie trotzdem, dass es überhaupt so weit gekommen war. Scheiße, selbst zu dieser dummen Photoaktion hatte sie sich hinreißen lassen und jetzt, wenn sie darüber nachdachte, was ihr das für Probleme hätte einbringen können, wurde ihr beinahe schlecht. Der Kerl hatte mit ihr gespielt, seit sie den Transporter als Wachpersonal betreten hatte. Sie griff nach ihrem Telefon, um den Fehler wieder auszubügeln, doch offenbar hatte Ian das bereits getan, ohne dass sie es bemerkt hatte. Ein Hinweis, wie abgelenkt sie gewesen war. Bei seinem Memo auf dem Bildschirm lächelte sie nur schwach. Er zwinkerte ihr zu.
    Til indes kam zu dem ähnlichen Schluss. Daria war ja ganz offensichtlich von ihm geradezu becierzt worden und er selbst hatte sich kein Stück professioneller verhalten. Nur, dass er halt von Anfang an gemerkt hatte, dass er Lars unterlegen gewesen war. Das überraschte ihn nun nicht weiter, immerhin hatte er ja auch von Anfang an das Gefühl gehabt, definitiv am falschen Ort zu sein. Sein und Darias Blick kreuzten sich. Die Aktive senkte leicht den Kopf, offensichtlich zum Eingestehen, dass sie sich ihm gegenüber unfair verhalten hatte. Til biss sich auf die Lippen. Eigentlich war ihm ziemlich egal, was sie nun davon hielt, denn war nicht besonders ambitioniert, viel Nachsicht zu haben. Wenn sie schon in so einem Aktiventeam war, sollte sie vielleicht auch einkalkulieren und verhindern, dass jemand so leichtes Spiel mit ihr hatte. Insofern starrte er ziemlich unnachgiebig zurück, doch die Blondhaarige setzte noch einen drauf, indem sie in Gebärdensprache das Wort für Entschuldigung formte, offensichtlich ebenso wie er der Meinung, dass es sinnvoll war, eine nicht gesprochene und geschriebene Form der Kommunikation zu beherrschen. Til seufzte innerlich auf. Das Gefühl, noch immer sauer auf sie zu sein, war ja nun auch nicht gerade professionell und er war sich darüber bewusst, dass das mit ziemlicher Sicherheit zumindest zum Teil auch an Lars' Bestreben, sie gegeneinander auszuspielen, lag. Also schluckte er seine Abneigung hinunter und signalisierte mit einem feinen Nicken, dass er gewillt war, es noch mal ohne Viklund-Holm im selben Raum mit einer Unterhaltung mit ihr zu versuchen.

    Simone bekam von dem Spiel im hinteren Bereich des Fahrzeugs natürlich nichts mit. Stattdessen fragte sie sich allmählich, was dieser dumme Verkehr hier sollte. Sie waren ja nicht gerade zur Stoßzeit unterwegs und selbst der Abendverkehr sollte längst durch sein. Zudem waren auf dem Stück, das sie fuhren, eigentlich keine Baustellen, also gab es keinen Grund für eine dermaßene Verzögerung. Und doch kamen sie nur im Schritttempo voran, als würde irgendwo der Verkehr komplett umgeleitet oder so. Seufzend schaltete sie Radio und Funkeinheit an, um der Sache auf den Grund gehen zu können. Im Radio lief mal noch nichts. Also suchte sie die Frequenz des Polizeifunks, um zu hören, ob da etwas aufzuschnappen war. Tatsächlich klinkte sie sich in ein hektisches Treiben und nur kurz, nachdem sich ein erster Schrecken auf ihrem Gesicht ausgebreitet hatte, versuchte Mikael sie auf ihrem Funkgerät zu erreichen …


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 23 Jul 2017, 09:11

    Lars Viklund-Holm

    Langsam hatte selbst Lars keinen Bock mehr, das Maul aufzureißen. Nicht, weil er sich Sorgen über seine Situation machen würde, sondern schlicht und ergreifend weil er langsam körperlich an seine Grenzen stieß. Darüber hinaus war ihm natürlich nicht entgangen, dass sich hier gerade die Dynamik änderte, und nicht unbedingt zu seinem Vorteil. Den High Five kommentierte er nicht weiter, an der Stelle hatte Lars halt wirklich nun mal kurz verloren. Ärgerlich, ließ sich aber nicht ändern. War nun eben einfach so. Natürlich war er nicht begeistert, dass sie es geschafft hatte, unter seiner Oberfläche zu kratzen, andererseits wirkte er wahrscheinlich auch nicht allzu schwach, wenn er nach der ganzen Zeit nun doch mal aufgeschrien hatte. Trotzdem rang Lars um seine eigene Fassung, denn wenn er nun schwieg, wirkte das, als hätte sie ihn, den großen Lars Viklund-Holm, dazu gekriegt, klein bei zu geben. Das würde nicht passieren. „Du hast mich hier im Auto in eine Verhör-Situation gebracht“, wies Lars sie nun also darauf hin, jetzt, wo sie offensichtlich wieder klare Feinde waren. „Hoffentlich bringt dich das nicht noch in Schwierigkeiten.“ Somit hatte er sich nun wieder auf sie gestürzt, diesmal aus einer anderen Richtung. Er wandte sich wieder Til zu. „Was ist mit dir, Til?“ Anders als bei Daria vorher war die Nennung des Namens kein Zeichen von Wertschätzung. Eher ein Ich habe deinen Namen mitbekommen und werde dich nicht vergessen. „Verzeihst du ihr? Würde ja nicht von besonders viel Rückgrat zeugen, wenn du mich fragst.“ Natürlich nutzte er jetzt wieder die erstbeste Gelegenheit, das schwächste Glied der Kette zu attackieren. Auch wenn Lars davon ausging, dass es heute Abend noch andere Triumphe für ihn geben würde.
    Denn er war nicht untätig gewesen und hatte bei seiner Andeutung einen Anschlag betreffend nicht geblufft. Tatsächlich waren es gleich drei in unterschiedlichen Städten, leicht zeitversetzt, einer – der erste davon – hier. Und Lars hatte zwar keine Ahnung, wie spät es war – und ging davon aus, dass sie ihm selbst eine so simple Frage nicht beantworten würden, wenn sie das Gefühl hatten, dass er es nun einmal wissen wollte – aber dem Stau nach zu urteilen, konnte er sich vorstellen, dass die Sache hier bereits über die Bühne gegangen oder zumindest noch am Laufen war.
    Es hatte heute eine Art Freiluftkonzert in einem der Parks in der Nähe gegeben. Die IMA würde dort aufgetaucht sein, um die Leute anzugreifen. Praktischerweise war es auch noch ein Vollmondabend, also hatten sie nicht einmal auf verwandelte Werwölfe verzichten müssen. Gut zehn IMA-Mitglieder waren dort also mit allem, was sie magisch so zu bieten hatten, auf die Leute losgegangen, mit der Anweisung, so wenig Überlebende wie möglich übrig zu lassen. Dabei hatten sie die Menschen auf die umliegenden Straßen gejagt, so dass rundherum um besagten Park auch noch völliges Verkehrschaos ausgebrochen war. Und natürlich würden seine Leute auch Videos machen, die sie auf alle möglichen Kanäle ins Internet stellten.
    Und somit lehnte Lars sich nur lächelnd zurück und wartete ab, was der Abend noch so bringen würde. Die Nacht war noch nicht vorbei.
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 23 Jul 2017, 09:50

    Aktive

    Natürlich gab Lars nicht klein bei und diesmal sprang Ian direkt verbal dazwischen.
    „Würde mich interessieren, wie du das beweisen willst. Das Wort von drei Aktiven zählt vermutlich ein klitzekleines bisschen mehr als deines, denn wie gerne du mit Behauptungen um dich schmeißt, wissen ja inzwischen wirklich alle. Ich hätte dir ja schon längst den Arsch aufgerissen, wenn ich David wäre. Oh Moment, das tut er ja gerade ...“
    Damit stellte Ian es einfach mal komplett so hin, als würde er die Vorwürfe gegen den Präsidenten für absoluten Schwachsinn halten und als ginge er felsenfest davon aus, in dessen Namen diese Verhaftung durchgeführt zu haben. Auch hier schadete es nicht, dass Lars bestimmte Dinge nicht wusste, so auch die Tatsache, dass Ian gar nicht so überzeugt davon war, dass David nicht doch mit Lars zusammenhing.
    Daria war so umsichtig, ihn machen zu lassen, denn tatsächlich hatte sie überhaupt keine Lust, sich da in was Neues mit ihm reinreiten zu lassen. Und sie traute Ian gerade wirklich besser zu, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Til hingegen wurde da doch wieder unruhig.
    „Wie Til mit Daria umgeht, sollte gerade auch nicht deine dringlichste Sorge sein“, war es wieder Ian, der Lars' Aufmerksamkeit auf sich zog. Umso besser, wenn er ihn ein bisschen wütend machte, dann konzentrierte er sich auf ihn und ließ die beiden anderen Aktiven hoffentlich in Ruhe. Ein abruptes Bremsen ließ ihn leicht hin und her schaukeln und auch Daria warf einen verwirrten Blick nach vorne Richtung Fahrerkabine.
    Simone fluchte, als sie fast zu spät bemerkt hatte, dass das Auto vor ihr wieder gebremst hatte. Das war eine Katastrophe. Eine kolossale, verfickte Katastrophe.
    „Wie viele?“, erkundigte sie sich knapp bei Mikael, während sie vor lauter Frustration auf die Hupe drückte, was wohl auch hinten zumindest leise zu hören sein würde.
    FUCK! Zehn randalierende Übernatürliche in einer Freiluftarea waren ein beschissenes verdammtes Problem. Und sie steckte in diesem verschissenen Stau. Mit diesem verschissenen Drahtzieher des Ganzen auf der Ladefläche.
    „Simone! Wir brauchen hier Verstärkung!“, erklang es nur Sekunden später über den Funk der Zentrale.
    Herrgott, das konnte sie sich selbst denken, aber gerade konnte sie da nun mal so rein gar nichts machen!!!
    „Ich stecke fest!“, gab sie also zurück.
    „Dann lauf, verdammt!“
    Wussten die etwa noch gar nicht, was sich bezüglich Viklund-Holm getan hatte?! Vielleicht hatte es eine Ankündigung gegeben und es hatte gerade allgemeine Nervosität vorgeherrscht, weshalb die Information noch nicht durchgesickert war. Sie wusste ja auch nicht, was Daria genau mit der Zentrale besprochen hatte, immerhin hatte sie ja die Festnahme melden sollen.
    „Ich hab Viklund-Holm im Auto sitzen!“
    Stille. „Scheiße, wieso sagt uns das keiner?!“
    „Die Meldung müsste in der Zentrale eingegangen sein!“ Verdammt, es wurde immer beschissener!
    „Kannst du in Erfahrung bringen, ob es noch mehr Anschläge geben soll?“ Die Stimme am Funkgerät versuchte ruhig zu bleiben, aber die unausgesprochene Ordner klang maßlos gehetzt.
    Klar, sie stieg jetzt einfach mitten aus dieser verdammten Brücke in die Innenstadt aus dem Auto, lief seelenruhig zum hinteren Bereich des Wagens und sprang fröhlich hinein, um Viklund-Holm zu Leibe zu rücken. Am besten ließ sie die Tür dabei noch offen stehen, dass auch alle hinter ihr hübsch sehen konnten, dass ein Gefangenentransport im Gange war. Scheiße, wenn da unten irgendwo IMA-Leute herumrannten, kamen die vielleicht sogar da drauf, ihren Befehl ein bisschen auszudehnen und einen Übergriff zu probieren. Scheiße! Sie riss ruckartig das Fenster in den hinteren Bereich auf.
    „Ich will wissen, ob noch mehr Anschläge geplant sind!“
    Nun hörten auch die anderen das hektische Treiben der Aktiven an dem Funkgerät und die panischen, abgerissenen Kommentare über den Polizeifunk. Offensichtlich, dass die Menschen da gerade maßlos überfordert waren.
    Ian hatte schnell geschnallt, in welcher Situation sie sich befanden und seine erste Reaktion daraus bestand aus einem gezielten Faustschlag mitten in Lars' Gesicht. „Du hast die Frage gehört!“, herrschte er ihn an.
    Keine Überraschung, dass ihn das erst einmal wenig juckte. Auch Daria schnellte nun wieder auf ihn zu und pfiff ihm ihre Melodie ins Ohr, diesmal hatte das allerdings überhaupt keinen spielerischen Charakter mehr, sondern diente einzig und allein dem Zweck, ihn zum Reden zu bringen. Das sie ihm da deshalb gerade möglicherweise bleibende Schäden bescherte, kümmerte sie herzlich wenig.
    Wieder ein Funkspruch mit der eindringlichen Bitte um Unterstützung, selbst die Aktiven erlitten da gerade massive Verluste, weil einfach zu viele noch am Ort von Lars' Gefangennahme gewesen waren, diesmal von einem Aktiven vor Ort. Simone brüllte vor Frustration. Sie konnte doch verdammt noch mal immer noch nicht weg, obwohl das Bedürfnis gerade verdammt groß war, einfach tatsächlich aus dem Auto zu springen und dorthin zu rasen …
    „Scheiße!“, traf sie schließlich eine fluchende Entscheidung und schon flog ihre Fahrertür mit einem Tritt auf und die Menschen um sie herum sahen sie aus dem Auto springen. Sie schlängelte sich durch die Autos hindurch. Selbst zu Fuß würde sie da ewig brauchen … ein charakteristisches Motorradgeräusch ließ ihren Kopf herumfahren und ohne darüber nachzudenken, schickte sie eine Flamme in seine Richtung, um ihn dermaßen zu irritieren, dass er das Gleichgewicht verlor. Würde sie halt später mit einem geworfenen Molotowcocktail oder so erklären, irgendwo in dem Bereich unter ihr war schließlich auch nur Terror im Gange, da fiel das hier nicht mehr ins Gewicht. Sie zerrte ihn vom Motorrad, das gegen ein anderes Auto gekippt war, ignorierte das fassungslose Starren eines Familienvaters und ließ den Mensch einfach liegen. Er atmete noch, das reichte. Irgendeiner hier würde doch Zivilcourage beweisen. Schon richtete sie das Motorrad wieder auf, um geradewegs in das Zentrum des Chaos zu rasen.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 23 Jul 2017, 10:13

    Lars Viklund-Holm

    Lars hatte sich bereits gedacht, dass der Stau mit seiner kleinen Aktion zusammen hing, die er geplant hatte. Natürlich hatte er noch immer das Gefühl, hier letzten Endes die Oberhand zu haben.
    „Ah, vielleicht ist der der Sache gar nicht so abgeneigt, wie du denkst“, deutete Lars nun wieder an, dass an der Sache mit David eben doch etwas dran war – aber im Ernst, nachdem sie wussten, dass er David schon einmal beschuldigt hatte, wäre es komisch gewesen, wenn er es jetzt plötzlich geleugnet hätte. Natürlich würde er es mal leugnen und mal nicht, schon um alle zu irritieren und verwirren, aber jetzt gerade eben mal nicht. Er fühlte sich da immer noch überlegen.
    Das abrupte Bremsen sorgte auch dafür, dass Lars ordentlich durchgeschüttelt wurde, aber es wischte ihm nicht das Lächeln aus dem Gesicht. Eigentlich hatte das hier das Praktische mit dem ohnehin bestehenden Ziel verbinden sollen und Lars hatte sich ausgerechnet diese Stadt ausgesucht, damit die Aktiven hier beschäftigt waren und nicht doch noch irgendwie auf die Idee kamen, ihm hinterher zu fahren, während er mit Marianne in Richtung Norden verschwand, aber auch wenn das nicht geklappt hatte, war das hier doch auch ganz nett.
    Und dann brach plötzlich völliges Chaos über den Wagen herein. Ja, offensichtlich war die Sache bereits voll im Gange. Schade, dass er denen nicht mitteilen konnte, dass er hier war, aber wenn sich schnell genug in der Welt der Übernatürlichen herumsprach, dass er heute Abend hier verhaftet worden war, kamen sie vielleicht selbst auf die Idee, ihn zu suchen. War natürlich ein bisschen wie die Suche der Nadel im Heuhaufen, andererseits wurde der Verkehr nun einmal gerade hier umgeleitet und das musste demnach vielleicht nicht der einzige Weg, aber zumindest der Hauptweg zur Unterzentrale sein. Und wenn schon bis zu David vorgedrungen sein sollte, dass sie Lars hatten – was nicht unwahrscheinlich war, wenn die Aktive mit Alkan telefoniert hatte, denn sie hatte es ihm sicherlich erzählt – konnte Lars sich gut vorstellen, dass er entsprechende Anweisungen gab, einen Übergriff anzuordnen, damit sie Lars am besten noch abfangen konnten, bevor sie in der Zentrale ankamen.
    Den Schlag hatte Lars mehr oder weniger kommen sehen, quittierte ihn jedoch nur mit einem grimmigen Lächeln. Da mussten sie schon ein bisschen mehr liefern.
    Dummerweise taten sie das auch, denn natürlich nutzte Daria ihre Fähigkeiten sofort. Und ja, auch Lars war klar, dass das hier kein Spiel mehr war und dass sie diesmal wirklich bereit waren, ihn zu verletzen. Theoretisch fiel das nun zwar wirklich unter Folter und das durften sie eindeutig nicht, aber wenn es dem Versuch der Vereitelung weiterer Anschläge diente, würde es ihnen mit Sicherheit niemand übel nehmen.
    Also brüllte Lars diesmal laut vor Schmerzen auf und verkrampfte für einen Moment seine komplette Körperhaltung. „Ja“, stieß er also hervor, zumal sie ihm sicher nicht mal geglaubt hätten, wenn ein Nein der Wahrheit entsprochen hätte. „Aber wenn du mein scheiß Trommelfell zerstörst, rede ich ganz sicher nicht mit euch, also hör auf!“  
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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Jadelyn am So 23 Jul 2017, 10:45

    Aktive

    Ian gab überhaupt nichts auf den weiteren Kommentar von Lars. Der sollte ja ohnehin nur nicht wissen, auf welchem gedanklichen Stand die Aktiven gerade waren. Dafür interessierte ihn das Zugeben weiterer Anschläge wesentlich mehr und er rief Lars' Antwort nach vorne. Nur dass von Simone keine Antwort kam. Eine üble Vorahnung stieg in ihm auf, ein bestätigender Blick verriet, dass die Fahrerkabine leer war.
    „Scheiße!“, brüllte Ian aus vollem Halse, das wurde gerade so uncool, dass es sogar ihn aus der Ruhe brachte.
    War ja eine Sache, ob er bei einem Kampf mit Lars locker blieb, weil er die Lage entsprechend einschätzte und wusste, dass seine Leute und er alles im Griff hatten. Hier gerade hatten sie aber nun mal nichts im Griff und die Menschen beim Anschlag hatten auch so überhaupt keine Chance, sich zur Wehr zu setzen. Und jetzt war auch noch Simone verschwunden, weil sie offensichtlich beschlossen hatte, da mitmischen zu müssen, weil ja logisch war, dass Leute fehlten, wenn die besten Aktiven eben beim Zugriff auf Lars beteiligt gewesen waren.
    Daria starrte einen Augenblick auf Ian, der sichtlich aus der Ruhe gebracht Richtung Fahrerkabine starrte und schließlich auf dem Absatz herumfuhr, um hinten aus dem Wagen zu springen. Scheiße, wenn sogar der die Nerven verlor, waren sie gerade richtig im Arsch. Ein kurzer Blick enthüllte den Stau hinter ihnen und sie wollte gar nicht wissen, was die Menschen vielleicht aus dem kurzen Einblick in ihr Auto schlossen. Wenigstens schmiss Ian die Tür schnell wieder zu.
    „WO?“, brüllte Daria Lars ins Gesicht. Sein scheiß Trommelfell war ihr gerade so scheiß egal. Dass der noch immer Widerstand leistete, war unglaublich! Aber ihm nun mit ihrer Fähigkeit den Kopf wegzublasen, wenn sie es vor lauter Wut übertrieb, war auch nicht hilfreich, also traktierte sie erneut seine Armverletzung, bohrte ihre Finger diesmal tief hinein. Mit der anderen Hand zerrte ein Messer hervor und presste es ihm gegen die Kehle.
    „WO?“
    Nicht, dass sie gedachte, ihn hier umzubringen, würde ja nun auch keine Antworten bringen, aber der Hals war nun einmal eine der wenigen ungeschützten Stellen an ihm gerade und bei Gott, da konnte sie ihm auch ordentlich wehtun, ohne dass er krepierte.
    Sie hörte Ians Stimme aus dem Fahrerraum, er versuchte sich offensichtlich einen Überblick zu verschaffen und brauchte verdammt noch mal Informationen!
    „Wenn du jetzt nicht redest, werd ich dir Dinge antun, die dir im Traum noch nicht eingefallen sind!“, zischte Daria in Lars' Gesicht, war so nah an ihm dran, dass er definitiv Spucketropfen abbekommen haben würde.
    Und um ihr Statement zu verdeutlichen, bohrte sie die Spitze des Messers in die Haut unter seinem Ohr, keine Stelle, wo sie gleich eine Arterie oder so traf, aber es würde verdammt noch mal scheiße deutlich machen, dass er hier echt gerade ein beschissenes Problem auf seinem Schoß hocken hatte!

    Simone raste mit waghalsiger Geschwindigkeit durch die Autos, vollkommen fokussiert auf den Weg vor ihr. Das Motorrad war ein Geschenk Gottes gewesen und so konnte sie die vermaledeite Brücke endlich verlassen. Nicht, dass es näher am Zielort besser wurde. Dass sie gerade Regelwidrigkeiten zuhauf begonnen hatte, um nun auf den Tatort zuzurasen, kümmerte sie null, sie dachte noch nicht einmal daran. Lars war da nicht alleine gewesen und das war alles, was entscheidend war. Ian und Daria würden sich darum kümmern. Panische Menschen rannten ihr schreiend entgegen, liefen vor ihre Reifen und sie musste von ihrem Gefährt ablassen, um sie nicht umzumähen. Aber bis zum ersten IMA-Werwolf war es ohnehin nicht mehr weit. Ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass immer noch viel zu viele Menschen in ihrer Nähe waren, ließ sie eine Feuerwand auf ihn zurasen, versengte ihn mit tödlicher Hitze. Einen weiteren traf es ähnlich. Sie hatte keinen Überblick, sah hier gerade keine Aktiven und wusste auch überhaupt nicht, wie viele IMA-Attentäter noch zugegen waren. Scheiße, alle rannten brüllend durch die Gegend und obwohl das gerade in diesem Moment vielleicht nicht die dringlichste Sorge war, hatte sie keine Ahnung, wie Alkan das je wieder hinbiegen sollte.


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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

    Beitrag von Imaginary am So 23 Jul 2017, 11:04

    Lars Viklund-Holm

    Das hier lief nicht nach Plan und selbst Lars war sich über seine Situation ausreichend im Klaren, dass er wusste, dass er ihnen irgendetwas liefern musste, wenn er aus der Sache hier halbwegs heil rauskommen wollte. Das Messer beeindruckte ihn an sich weniger; Schnittverletzungen taten weh, aber sie würde nichts machen, womit sie ihn umbrachte, mit bloßen Schmerzen konnte er irgendwie umgehen, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Aber ihre Fähigkeit war es, die er nicht ganz einschätzen konnte und die ihn tatsächlich nervös machte, denn bleibende Schäden an seinem Gehör oder Ähnliches wollte er nun auch nicht riskieren und er wusste nicht, wie weit sie in einer Stresssituation wie dieser hier gehen würde.
    Also blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als zumindest so weit wie unbedingt nötig zu kooperieren. Einen Moment erwog er, ihnen zumindest das falsche dritte Ziel zu liefern, denn die zweite Sache startete vermutlich sowieso ungefähr spätestens jetzt, wenn sie nicht schon im Gange war, aber er verwarf die Idee – eben wegen ihrer Fähigkeit und der Tatsache, dass Lars gerade absolut nicht einschätzen konnte, wie weit sie im Notfall gehen würde. Lars unterdrückte ein frustriertes Seufzen. Fuck, es passte ihm gar nicht, zu reden und damit gegen seine Sache und gegen seine Leute zu sprechen, normalerweise war das auch etwas, was er niemals getan hätte. Aber er war hier nicht im Gefängnis, wo die Leute halt mal vorbei kamen und ihm ein paar Fragen stellten, sondern in einer Situation, die er nicht mehr kontrollieren konnte.
    Er hatte trotzdem aufgeschrien, als sie den Finger in seine Wunde gebohrt hatte.
    „Die Oper in Wien“, entgegnete er also äußerst widerwillig. „Aber das läuft vermutlich schon seit mindestens fünf bis zehn Minuten.“ Konnte er ja jetzt auch nichts dran machen, er hatte vorhin ja angedeutet, dass bald was passieren würde, aber sie hatten sich ja nicht mit ihm darüber unterhalten wollen und nun hatten sie es plötzlich eilig. Das dritte Ziel ging ihm noch einmal weitaus widerwilliger über die Lippen, denn auch wenn sich ein Kampf dort nicht mehr ganz vermeiden lassen würden – denn denen blieb jetzt ein Zeitfenster von maximal 20 Minuten – konnten sie zumindest das Schlimmste noch verhindern. „Und ein Konzert in Barcelona.“ Er nannte ihnen den genauen Ort. Brachte jetzt ja auch nichts, Spielchen zu spielen, in seiner prekären Situation war das sogar ihm scheiße klar. Blieb halt nur die Hoffnung, dass Ian es so weitergab, dass es bei Ephraim landete, der dann vielleicht wenigstens ein bisschen Schadensbegrenzung betrieb.

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    Re: Essenzen-Wahnsinn (Imaginary & Jadelyn)

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