Pooly's Kunst und Schreibforum

Liebe Gäste und natürlich auch liebe Mitglieder!


Ich möchte euch alle herzlich willkommen heißen in Pooly's Kunst und Schreibforum!

Zu unseren Mitgliedern sage ich: willkommen zurück.

Und unseren Gästen möchte ich empfehlen, sich vielleicht etwas hier umzusehen. Vielleicht lohnt es sich ja für euch.
Lasst euch nicht abschrecken. Eventuell könnte die Anzahl unserer Foren euch etwas erschlagen. Aber es dauert wirklich nicht lange, bis man sich hier eingefunden hat und im Notfall sind alle User und Teammitglieder bereit, euch unter die Arme zu greifen :)

Viel Spaß!



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    Beitrag von Jadelyn am Fr 02 Sep 2016, 17:47

    Die liebe @June hatte die Idee, dass es interessant sein könnte, unsere Berufe in einem Extrathread vorzustellen und wir möchten hiermit die Gelegenheit geben, dies auch zu tun. :)

    Gegliedert wird das Ganze in Studiengänge und Berufe, denn Einblicke in die Welt der Studienmöglichkeiten zu bekommen, ist sicher ebenfalls interessant. Wir aktualisieren das Inhaltsverzeichnis, wenn eine neue Vorstellung dazu kommt. :)

    Viel Spaß beim Vorstellen und Stöbern. Wink


    Berufe
    - Hotelfachmann/-frau
    - Tourismuskaufmann/-frau
    -

    Studiengänge
    - Skandinavistik
    -
    -


    Zuletzt von Jadelyn am Sa 03 Sep 2016, 20:06 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet


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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von June am Fr 02 Sep 2016, 17:49

    Wuhu (:

    Sehr, sehr cool Very Happy

    Dann werde ich mir die Tage mal Gedanken darum machen, wie ich meinen Job am besten ins rechte Licht rücken kann ^-^

    Freut mich, dass ihr die Idee angenommen habt Very Happy
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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von Sumpfmaus am Fr 02 Sep 2016, 18:29

    Ganz coole Idee. :)
    Zählt das nur für Dinge, die man schon abgeschlossen hat? Bzw. muss es etwas tatsächlich offiziell Erlerntes sein? Ich frage deshalb, weil ich ja auch schon als "persönliche Assistentin" gearbeitet habe, das ist aber kein Ausbildungsberuf.
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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von Imaginary am Fr 02 Sep 2016, 21:28

    War der Thread nicht eigentlich so angedacht, dass hier wirklich nur Berufe/Studiengänge gesammelt werden? Und man sich nicht noch unterhält? xD Deshalb sollte es doch ein neuer Thread sein, oder irre ich mich? xD Ist nicht böse gemeint, aber der Sinn war doch, dass man einen Extra-Thread dafür macht, damit es im allgemeinen Berufe-Thread nicht untergeht :)

    Ich würde nicht sagen, dass man das abgeschlossen haben muss, man sollte nur genug Einblick liefern können, damit es repräsentativ ist.

    Ich persönlich finde, dass nichts dagegen spricht, wenn du das auch vorstellst, Katja.
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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von Jadelyn am Sa 03 Sep 2016, 18:19

    Damit nichts untergeht, ist das Inhaltsverzeichnis am Anfang da. Wink Denn das möglicherweise auch Fragen gestellt werden, ist ja nicht unwahrscheinlich. :) Und das wieder auslagern wird dann vielleicht auch etwas viel.

    Ich denke auch, dass hier alles rein kann. Ich würde sogar Nebenjobtätigkeiten mit aufnehmen, wenn sie halbwegs interessant sind und über Zeitung austragen hinausgehen. ^^ Da gibt es ja auch ein breites Feld an Möglichkeiten.


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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von June am Sa 03 Sep 2016, 19:56

    Hotelfachmann/Hotelfachfrau
    Kurz: HoFa

    Ausbildungsberuf
    Lehrzeit in der Regel 3 Jahre im dualen System (sprich mit Besuch der Berufsschule)
    Meist Realschulabschluss vorausgesetzt
    Mindestalter 16 Jahre, aber gern auch erst ab 18 wegen der Jugendarbeitsschutzgesetze

    Während der Lehre zum/zur HoFa ist der Besuch der Berufsschule in den meisten Fällen Pflicht (ich kenne aber einen Fall, in dem es ohne Berufsschule versucht wurde - die betreffende Person nahm jedoch in unregelmäßigen Abständen am Unterricht teil). Die Ausbildung umfasst die verschiedenen Bereiche in einem Hotel-Betrieb, sodass umfassende Kenntnisse erworben werden können. Häufig beinhaltet ein Ausbildungsvertrag im Gastgewerbe eine Verschwiegenheitsklausel, um die persönlichen Daten der Gäste zu schützen.
    Bei gewissen weiteren Voraussetzungen kann die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzt werden (gute Noten und/oder Abitur).

    Arbeitszeiten
    Montag bis Sonntag - Fünf Tage die Woche, zwei Tage frei, die nicht zusammenhängen müssen
    Feiertage sind Arbeitstage
    00:00 - 23:59 Uhr (kommt auf den Betrieb an) im Schichtdienst, häufig zwei Schichten, aber auch in größeren Hotels mit Nachtschichten
    Es dürfen theoretisch nicht mehr als sechs Tage am Stück Arbeitstage sein, das wird von den meisten Betrieben aber ignoriert (da habe ich selber echt ein Ass gezogen ^.^). Es kann also auch vorkommen, dass man zehn Tage durcharbeitet, bevor man frei bekommt.
    Die Feiertage werden auf die Urlaubstage aufgeschlagen, da man ja trotzdem arbeiten kommen muss, und auf diese Weise quasi zurück erstattet.
    Es ist vom Betrieb abhängig, wie viele Wochenenden man im Monat frei bekommt. Im Idealfall eins (:

    Fachbereiche
    Rezeption

    • Verwaltung von Reservierungen und Stornierungen
    • teilweise Dienstplanerstellung
    • Einteilung der Arbeitskräfte im HSK anhand der Zimmerbelegung und Erstellung von Reinigungslisten
    • Telefondienst
    • Beantwortung von Anfragen jeder Art
    • Weitergabe von Informationen an die anderen Abteilung
    • Kasse (Zimmer)
    • Schriftkram (Menükarten und was sonst noch so anfällt)


    Restaurant-Service

    • Verwaltung von Reservierungen und Stornierungen im Restaurant-Bereich
    • Reinigungsaufgaben (Staubwischen etc.)
    • Gästebetreuung (Bestellungen aufnehmen usw)
    • Materialverwaltung (Servietten und co.)
    • Zubereitung von Getränken
    • Fachkundige Beratung der Gäste
    • Planung von Veranstaltungen/Tagungen
    • Kasse (Restaurant)


    Küche

    • Überblick über die anfallenden Aufgaben
    • einfache Gerichte zubereiten (Strammer Max z.B.)
    • Spülküche & Verwendung der Spülmaschine
    • Materialkunde
    • Erstellung von Menüs mit dazu korrespondierenden Weinen


    Houesekeeping (HSK)

    • Zimmerreinigung
    • Überwachung der Zimmerreinigung (Kontrolle der Aushilfen)
    • Gebäudereinigung
    • Waschen von Textilien des Hauses und mitunter auch von Gästewäsche
    • Kontrolle der Funktionstüchtigkeit aller Zimmer
    • Warenbestellung
    • teilweise Einteilung der Aufgaben
    • Wäschekunde


    Je größer das Hotel ist, umso mehr Abteilungen kommen dazu. Hier eine Auswahl, was noch möglich ist:
    Magazin (Lager)
    Marketing
    Bankett
    (wie Restaurant-Service, aber nur Feiern und Tagungen)
    Floristik-Abteilung
    (Keine Gewähr für Vollständigkeit)

    Arbeitszeiten und Bezahlung werden nach dem Tarifvertrag zwischen der Gewerkschaft ngg und dem DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) geregelt. Übersicht aller Manteltarifverträge der einzelnen Bundesländer
    Ähnliche Verträge werden für die Lehrzeit ausgehandelt.

    Das zu den technischen Details (: Kommen wir jetzt zu meinen persönlichen Erfahrungen ^.^

    Als Azubi zum HoFa wirst du häufig das Gefühl haben, dass du wirklich ALLES können musst. Du musst wissen, welcher Fisch wie zubereitet wird, du musst die Weinanbaugebiete Deutschlands, Frankreichs und bestenfalls auch Italiens kennen. Weißt du, was ein Voucher ist? Nein, dann wirst du es in der Ausbildung zum HoFa herausfinden (: Du wirst Wissen in Wirtschaft erlangen, das du dein Leben lang brauchen wirst, und anderes zum Beispiel über Weine, das du schnell wieder vergisst. Du wirst aus dem Nichts einen Geschäftsbrief formatieren können (aber nur mit dem Programm, das dein Lehrer bevorzugt, yay!).
    Du wirst die verschiedenen Garstufen von Steaks kennenlernen, außerdem Garmethoden, von denen du noch nie gehört hast (oder kennst du pochieren? ^^). Das, was für dich immer ein Handtuch war, ist jetzt plötzlich ein Touchon oder Grubentuch. Ein Tisch wird nicht mehr einfach nur gedeckt, sondern gleich EINgedeckt. Und eine Tischdecke hat ihre Falten nicht einfach irgendwo, davon mal abgesehen, dass sie jetzt plötzlich Ober- und Unterbrüche bekommen hat Very Happy
    Ob du es willst oder nicht, nach ein paar Monaten in der Lehre wirst du penibel darauf achten, dass deine Gläser und dein Besteck keine Wasserflecken mehr haben, weil dich das einfach tierisch stören wird. Und - das wichtigste - du wirst lernen, wie und dass du deinen Arm voller Teller packen kannst, bis du das Gefühl hast, er würde abbrechen. Aber du musst weiterlächeln, wenn dich ein Gast anspricht und gleichzeitig noch einen Teller drauf packt. Der weiß nicht, wie schwer das wirklich ist (:

    Du wirst feststellen, dass die Gastronomie nicht so einfach ist, wie sie aussieht. Nur weil ein Kellner im Café dich die ganze Zeit anlächelt, wenn du dort Gast bist, heißt das nicht, dass er keinen Stress hat. Und mehr als die Hälfte der Arbeit, die in einem Restaurant anfällt, hast du vorher nicht mal gesehen.
    Ich habe schon viele Azubis und eine Festangestellte gesehen, die damit nicht umgehen konnten. Ich habe schon viele Kollegen weinen sehen. Verdammt, ich habe selber schon auf der Arbeit geheult. Gastro ist nichts für schwache Nerven.
    Du wirst Tage erleben, an denen sich die Zeit zieht wie Kaugummi, und Tage, wo du hinterher nicht mehr weißt, was du alles gemacht hast, weil es so unglaublich viel war. Irgendwann wirst du nicht mehr wissen, warum du dir das jeden Tag antust. Und irgendwann, wenn du dich durchgebissen hast, wirst du diese verrückten Tage lieben.

    Du wirst seltsame Menschen kennenlernen, einsame Menschen, leise Menschen und laute. Sie werden dir ihre Lebensgeschichte erzählen, obwohl du gerade wirklich keine Zeit hast, weil die Küche schon x-mal geklingelt hat, damit das Essen für einen anderen Tisch rausbringst.
    Du wirst einem Restaurant gegenüber stehen, in dem sich die Gäste nahezu stapeln - und du wirst damit allein sein.
    Du wirst aber auch dem ein oder anderen Gast den Tag versüßen, aus einer Laune heraus wirst du vielleicht jemanden glücklich machen. Einfach so, weil du ihm zugehört oder ein nettes Wort geschenkt hast.

    In der Gastronomie arbeitest du mit Menschen, die sich nicht immer von ihrer besten Seite zeigen, aber du musst lächeln. Immer. Manchmal wird es sich anfühlen, als würdest du sehenden Auges in die Katastrope schlittern. Das ist okay, denn du kannst es nicht ändern. Wenn du die Gastro liebst, wirst du es irgendwann auch nicht mehr ändern wollen. Denn so ist sie (:
    Verrückt und unberechenbar.
    Das trifft vor allem auf die Rezi, Service und Küche zu. Im HSK hast du weniger mit den Gästen zu tun, aber du darfst ihre Wohn-, Schlaf- und Badezimmer auf Zeit sehen. Du wirst Einblicke haben, die du dir am liebsten erspart hättest. Und manche Gäste werden dir unglaublich süß vorkommen, wenn sie versuchen, zu imitieren, wie die Decken gelegt werden (und es meist nicht schaffen). Manche hinterlassen ihr Zimmer wie einen Saustall, andere ziehen das Bett ab und legen dir auch noch Trinkgeld hin.

    Ich bin in den Job irgendwie zufällig hineingerutscht. Und ich liebe ihn, sonst würde ich verrückt werden.
    Die meiste Zeit verbringe ich im HSK, ab und an darf ich auch noch im Service aushelfen oder in der Küche. Dadurch kriege ich immer noch alle Abteilungen hautnah mit, obwohl ich seit einem Jahr ausgelernt bin. Das ist ganz cool (: Mit der Zeit verliert man nämlich den Durchblick, den man als Azubi hatte, wenn man sich auf eine Abteilung spezialisiert hat.

    Ach ja, es gibt Extra-Ausbildungen für Köche und Restaurant-Fachleute. Zu Beginn der Berufsschule waren bei mir noch alle drei in einer Klasse, im zweiten Jahr kamen die Köche raus und im dritten dann die ReFas, weil sie sich auf den Service konzentrieren und dadurch weder die Rezi komplett noch das HSK brauchten (:
    Übrigens sucht die Gastro immer Nachwuchs, weil den Job einfach niemand mehr machen möchte. Den meisten sind die Arbeitszeiten zu mies und die Bezahlung zu schlecht, außerdem sind die Bedingungen häufig nicht so optimal wie bei mir ... Leider. Aber das jetzt noch weiter auszuführen, würde den Rahmen der Vorstellung (die ohnehin schon sehr lang ist) unweigerlich sprengen.
    Ich habe im Anschluss (im Spoiler) noch ein paar Anekdoten für euch, falls euch das interessiert, was ich bisher schon mitgemacht habe. Ein paar davon habe ich an anderen Stellen schon mal erzählt, also nicht wundern, falls euch etwas bekannt vorkommt ^^

    Spoiler:
    1. Ausbildungsjahr
    June & der "Drache" von der Rezi allein im Frühdienst, Waretag (sprich Lieferanten kommen)
    Restaurant explodiert, alle Tische belegt, die Gruppe im Raucherraum (weil wir da nicht so weit laufen mussten) tierisch genervt, weil sich am Morgen trotz Verbotsschilds jemand zum Rauchen reingeschlichen hatte.
    Wir haben uns die Hacken wund gelaufen, als schließlich Ware kam, ging die Kollegin runter und ich musste mir irgendwie für den einen Tisch noch Korn besorgen ... ein Glück, dass unsere Kollegin aus dem HSK vorbeikam, die habe ich einfach losgeschickt xD
    Irgendwann wusste ich nicht mehr, was ich gemacht habe. Es musste einfach funktionieren und ich habe nur noch funktioniert, keine Nervosität mehr, Gott sei Dank! Und es ist so gut wie nichts schief gegangen, obwohl ich noch am Anfang meiner Ausbildung war.
    Der Tag ging noch mal fast eine Stunde länger, weil dann noch Meeting war und ich als einzige Service-Kraft bleiben musste. Habe noch einen dummen Spruch von einem Betrunkenen reinbekommen, aber war halb so wild.
    Das Lob vom "Drachen" war viel mehr wert ^_^

    Nach der Lehre I ~ im HSK
    Meine Kollegin und ich auf dem Zimmer eines Stammgasts. Die Dame drückt jedem von uns einen 10€-Schein in die Hand, weil wir immer so fleißig waren (:

    Nach der Lehre II ~ Service-Aushilfe
    Das Restaurant voll, alle Ausweichtische belegt, die Service-Kollegin in der Küche, die Rezi-Kollegin am Telefon
    Kommt ein Mann herein und singt ein Liedchen davon, wie nett und toll wir Menschen doch alle seien, dabei fuchtelt er mit einem Jesus-Bildchen herum. Die Gäste gucken schon komisch. Ich in die Küche, gefragt, ob ich den rauswerfen darf. Kollegin sofort einverstanden.
    Gast: "Darf ich ein Glas Orangensaft?"
    Ich: "Den gibt es nur zum Frühstücksbuffet, den verkaufen wir nicht einzeln."
    Gast: "Aber ich habe doch so schön gepredigt ..."
    Ich: "Würde es Ihnen etwas ausmachen zu gehen?"
    Gast: "Aber nein, natürlich nicht."
    Leider stand er noch ziemlich ziellos herum, sodass ich ihm bei der nächsten Gelegenheit einmal den Ausgang gezeigt habe. Meine Kollegin von der Rezi war später ganz traurig, dass sie just in dem Moment mit der Chefin telefonieren musste xD
    ABER: Der Kerl kam ja wieder Very Happy Bis ihn die anderen beiden auch jede einmal rauswerfen konnten Very Happy Soll heißen, er stand noch zwei Mal im Hotel
    Damit war für den Tag unsere Dosis von Idioten echt erledigt Very Happy
    Beim zweiten Mal fragte er mich, ob unser Orangensaft Bio sei. Ich nur "Nein." Er: "Schade, dann darf ich den sowieso nicht trinken."
    Ich hätte auf jeden Fall nein gesagt xD Unter allen Umständen! Selbst wenn ich die blöden Orangen am Morgen selbst gepflückt hätte XD

    Ich hoffe, ihr lasst euch bei Interesse hiervon nicht abschrecken (: Es stimmt, dass man den Job lieben muss, aber er ist es wert Very Happy Wie fröhlich und unkompliziert die Menschen sein können, wenn man sich Mühe gibt, ihnen den Aufenthalt zu erfreulich wie möglich zu gestalten. Und wie entspannt sie manchmal sind, wenn etwas schief geht (:
    Dafür lohnt es sich für mich jeden Tag um halb fünf aufzustehen! Very Happy
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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von Imaginary am Sa 03 Sep 2016, 22:10

    Tourismuskaufmann/Tourismuskauffrau

    Ausbildungsberuf
    Die Lehrzeit beträgt in der Regel 3 Jahre im dualen System, viele (zumindest jene, die vorher das Abitur gemacht haben), verkürzen meines Wissens nach aber auf 2,5 Jahre. Manche Betriebe setzen sogar voraus, dass man dazu bereit ist.
    Vorausgesetzt wird in der Regel der Realschulabschluss, ich persönlich bin, als ich nach einem Ausbildungsplatz gesucht habe, aber über viele Stellenangebote gestolpert, die Abitur und/oder ein Mindestalter von 18 Jahren vorausgesetzt haben.
    Hier in Schleswig-Holstein gibt es Blockunterricht (immer jeweils 5-6 Wochen, zweimal pro Schuljahr), in anderen Bundesländern aber auch einfach 1-2 Mal die Woche Schule. Das ist also unterschiedlich.

    Arbeitszeiten
    Sie variieren je nach Art des Betriebs, in dem man ist. In den meisten Reisebüros wird von Montag bis Samstag gearbeitet, die Arbeitszeitenregelungen sind unterschiedlich. Normal ist meines Wissens nach sowas wie Montag bis Freitag und dann jeder zweite Samstag oder Ähnliches.
    Bei mir persönlich (Online-Reiseagentur) ist es so, dass ich eigentlich nur in absoluten Ausnahmefällen mal an einem Samstag arbeiten muss. In anderen Agenturen kann es auch durchaus vorkommen, dass man sogar Sonntags arbeiten muss, wenn dort 24/7 jemand erreichbar ist. Ist aber eher selten und sicher vorrangig im Online-Bereich.

    Fachrichtungen
    Ich spreche hier bewusst lieber von Richtungen als, so wie June es gemacht hat, von Fachbereichen. Im Grunde genommen gibt es zwei Richtungen: Reisebüro oder Reiseveranstalter. Die können dann durchaus auch für sich genommen wieder einzelne Fachbereiche haben (beim Veranstalter zum Beispiel Produkt, Reklamation etc).
    Und was Reisebüros angeht … das kann wirklich komplett unterschiedlich sein. Von großen Konzernen (z. B. TUI) über kleine Reisebüros an der Ecke bis hin zu Online Reiseagenturen verschiedenster Richtungen kann alles dabei sein.

    Aufgaben
    Auch diese variieren vor allem je nach dem, in was für einem Betrieb man arbeitet. Und das können wirklich völlig verschiedene Dinge sein. Das ist so krass ausgeprägt, dass die einen in der Berufsschulklasse bei uns keine Ahnung haben, wie man das macht, was die anderen in der Klasse machen.
    Im klassischen Reisebüro (und das ist ja schon das, was die meisten machen) vermittelt man natürlich hauptsächlich im persönlichen Kundenkontakt Pauschalreisen. Das ist das Kerngeschäft. Mal bucht man für einen Kunden vielleicht auch einfach nur ein paar Flüge oder eine Bahnreise, vielleicht mal eine Kreuzfahrt, im klassischen Reisebüro kann das unterschiedlich sein.
    Beim Reiseveranstalter ist man eher dafür zuständig, die Pauschalreisen zusammen zu stellen oder vielleicht auch einfach bestimmte Touren zusammen zu stellen, die Kunden dann (oft übers Reisebüro) buchen können.
    Dann gibt es noch die Online Reiseagenturen und die können natürlich entweder vielleicht einfach das machen, was das Reisebüro um die Ecke auch macht, in den meisten Fällen haben die Online Agenturen aber eher eine besondere Spezialisierung. So ist es auch bei mir in der Klasse: Wir sind zwei Leute, die in Online Agenturen arbeiten, ich bin in einer auf Around the World-Tickets und andere Flugtickets spezialisierten Agentur, meine Klassenkameradin in einer auf Kreuzfahrten spezialisierten Agentur.

    Schule
    Etwas unglücklich ist, dass (zumindest hier in Schleswig-Holstein, ich weiß nicht, ob es in anderen Bundesländern nicht vielleicht anders ist) alle zusammen in eine Klasse geworfen werden. Dadurch hat man natürlich immer mal verschiedene Einblicke, aber es ist auch etwas nervig manchmal, dass man so unterschiedliche Dinge macht und keine Ahnung hat, wovon die anderen reden.
    Der Unterricht ist auch zu 98% auf klassische Reisebüros ausgelegt. Was ja auch Sinn macht, da die am häufigsten sind. Die Veranstalter und wir anderen gucken aber im Unterricht manchmal etwas in die Röhre. Andererseits ist das natürlich auch gut, weil man so auch Dinge lernt, die man im Betrieb vielleicht nicht so lernt, aber braucht, wenn man nach der Ausbildung woanders arbeiten soll oder will. Trotzdem lässt das leider einige Lücken offen - ich hab nämlich keine Ahnung von den Buchungssystemen die die meisten anderen benutzen (bis auf ein einziges) und in der Schule lernen wir absolut nichts darüber.

    Meine Meinung
    Es ist auf jeden Fall ein sehr diverser Beruf, der in sehr unterschiedliche Richtungen gehen kann. Ich hab es ja schon angerissen: Ich hab keine Ahnung, wie man eine Pauschalreise bei einem Veranstalter bucht, weiß nicht, welche Buchungssysteme man dafür benutzt und habe von Kreuzfahrten beispielsweise keine Ahnung. Dafür bin ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Einzige in der Klasse, die weiß, wie man ein Around the World-Ticket bucht, wann es überhaupt Sinn macht, eines zu buchen und wann es mehr Sinn macht, andere Tarife zu nutzen. Ich bin vermutlich auch (vielleicht zusammen mit den Leuten vom Veranstalter) diejenige, die am meisten Ahnung von Einreisebestimmungen und Visa hat, weiß in den meisten Fällen, wann man welches Visum braucht, wie man es beantragen kann etc.
    Also: Je nachdem, wo ihr landet, ihr könnt mit sehr verschiedenen Ausprägungen dieses Berufs rechnen.
    In den meisten Fällen habt ihr direkten Kundenkontakt und kriegt so manches Mal sicher auch die Wut irgendwelcher aufgebrachten Kunden ab, wenn der Veranstalter irgendetwas verbockt hat. Oder meistens eher der Leistungsträger (z. B. Hotel) dahinter.
    Bei mir ist das alles etwas anders, ich bekomme selten Kunden direkt zu Gesicht, dadurch dass wir eine Online Agentur sind, kommuniziere aber eben den ganzen Tag via Mail oder auch mal am Telefon, wenn jemand anruft.

    Die Verantwortung und Aufgaben während der Ausbildung sind übrigens auch seeeehr unterschiedlich je nachdem, wo man landet. Ich kenne Fälle, die im ersten Lehrjahr grad mal Kataloge sortieren und Kaffee kochen dürfen, während ich mittlerweile eigentlich alles mache, was meine Kollegen auch machen. Natürlich manchmal noch in Rücksprache mit meinem Chef oder meiner Ausbilderin oder ich frage so nochmal nach, aber langweilig wird mir jedenfalls nicht.

    Auch als Tourismuskaufmann oder -kauffrau seid ihr in einem Berufsfeld, das ihr schon irgendwie leben müsst. Man muss mit Leidenschaft dabei sein, denn die Bezahlung ist (auch nach der Ausbildung) nicht der Hammer. Es ist nicht gerade ein Beruf zum reich werden, aber man kann natürlich schon davon leben.
    In der Berufsschule haben wir mal aufgeschrieben, dass wir Träume verkaufen. Ich finde, das trifft es ganz gut. Die Menschen kommen schließlich zu uns - egal ob Reiseveranstalter, klassisches Reisebüro oder Online Agentur, weil sie reisen möchten. Weil sie Erholung suchen, manchmal auch ein Abenteuer und oft, weil sie etwas Neues kennen lernen wollen. Und ich finde, das ist etwas Schönes. Ich mache gerne Leute glücklich und freue mich immer total, wenn sich ein Kunde freut, weil ich es geschafft habe, ihm ein besonders günstiges Flugticket zusammen zu stellen. Das wiegt auch jene Kunden wieder auf, die manchmal etwas unverschämt sind, alles als Selbstverständlichkeit betrachten und nicht mal »Hallo« am Anfang einer Mail schreiben. Aber wenn einem einmal jemand schreibt, dass man ihm geholfen hat, seinen großen Traum zu verwirklichen, ist das toll. Und mich macht das auf jeden Fall glücklich :)
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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von Imaginary am Sa 03 Sep 2016, 23:06

    Studiengang: Skandinavistik

    Regelstudienzeit
    Wie im Bachelor und Master üblich, beträgt die Regelstudienzeit für den Bachelor drei Jahre und für den Master zwei Jahre.

    Wo studiert man das eigentlich?
    In Deutschland in Kiel, Köln, Berlin, Bonn, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt, Göttingen, Greifswald, Mainz, München, Münster und Tübingen. (laut Wikipedia, ich wusste nicht alle von denen xD)

    Inhalte
    Wie der Name bereits andeutet, dreht sich in diesem Studiengang alles um Skandinavien. Eine nicht unwichtige Rolle spielt auch Island (das geografisch gesehen streng genommen nicht zu Skandinavien gehört), Erwähnung findet so manches Mal auch Finnland (das definitiv NICHT zu Skandinavien gehört. Und auch nicht direkt Studieninhalt ist, denn Finnisch hat einen eigenen Studiengang (Fennistik bzw. Fenno-Ugristik). Über den kann ich aber nichts sagen, insofern geht es hier nur um die Skandinavistik  Very Happy
    Prinzipiell ist das Studium in drei Bereiche gegliedert: Mediävistik, Neue Skandinavische Literatur und Sprachwissenschaft.
    Sprachen sind übrigens natürlich Pflicht in diesem Studiengang! Lernen muss man eine festlandskandinavische Sprache (Dänisch, Schwedisch oder Norwegisch) oder Isländisch, die man eigentlich sein ganzes Studium hindurch belegt - zunächst in Sprachkursen, später in Kolloquien. Es wird übrigens NICHT vorausgesetzt, dass man vor dem Studium bereits irgendwelche Kenntnisse in einer der Sprachen hätte. Des Weiteren muss man eine der anderen Sprachen später für ein Semester belegen. In meinem Fall war es so, dass ich Dänisch als Hauptsprache hatte und dann ein Semester Schwedisch gemacht habe. Man kann aber aus diesem Sprachpool frei wählen. Darüber hinaus ist Altnordisch Pflicht, das von der Herangehensweise her mit Latein vergleichbar ist. Natürlich ist es eine völlig andere Sprache, mir persönlich hat es aber trotzdem geholfen, schon mal Latein gelernt zu haben, denn so wusste ich schon ungefähr, wie man an eine tote Sprache beim Lernen am besten herangeht. Die meisten hassen Altnordisch. Ich habe es geliebt  Very Happy Wer übrigens mal hören will, wie Altnordisch klingt (oder geklungen haben könnte), dem empfehle ich das Lied Egil Saga von Faun. Der Text ist original aus einer altisländischen Saga übernommen worden, der Egils saga.
    Mediävistik beschäftigt sich vorrangig mit den alten skandinavischen Texten. Zu einem großen Teil sind das einerseits die beiden Eddas (zu denen unter anderem die Götterlieder der altnordischen Mythologie zählen), zu einem sehr, sehr großen Anteil aber vor allem die altisländischen Sagas. Für die man definitiv offen sein sollte. Ich fand sie immer recht amüsant  Very Happy  
    NSL (Neue Skandinavische Literatur) kann so ziemlich alles sein. Ich hatte Seminare zu Autoren wie August Strindberg, Seminare über Gedichte verschiedener Epochen, ich weiß auch von Leuten, die mal Pippi Langstrumpf gelesen haben (wobei das glaube ich in einem Schwedisch-Kolloquium war). Man wird also definitiv mit einer Menge unterschiedlicher Inhalte konfrontiert. Und man sollte nicht lesefaul sein, denn sowohl in NSL als auch in Mediävistik wird man mit Texten zugebombt. Und die Sprachwissenschaft ist eigentlich nicht viel besser, nur dass es da dann hauptsächlich Fachtexte sind, die es in den anderen Bereichen zwar auch gibt, aber es ist da doch hauptsächlich Lektüre, die man liest.
    Sprachwissenschaft ist für die meisten ein bisschen sowas wie die ungeliebte kleine Schwester, die niemand haben will, die aber überall mitmischt. Ähnlich wie Mathe bei den Naturwissenschaften xD Aber es ist eigentlich alle in einem machbaren und erträglichen Bereich.
    Ansonsten gibt es noch die Kulturwissenschaft, aber wir hatten nun keinen speziellen Bereich dafür oder so. Das ist einfach generell mit eingeflossen.

    Die Leute
    Skandinavistik ist der Studiengang der Metalfans  Very Happy Natürlich sind nicht alle Studierenden Metaler und nicht alle Metaler studieren Skandinavistik - aber man konnte den Skandis an unserer Uni teilweise schon ansehen, dass sie Skandinavistik studieren  Very Happy  Aber natürlich gibt es viele unterschiedliche Leute, die das studieren.
    Generell ist die Atmosphäre in diesem Studiengang sehr cool. Meine Dozenten waren bis auf eine Ausnahme alle supernett und immer extrem verständnisvoll. Man hatte eine Fehlstunde zu viel? Kein Problem, man konnte das eigentlich immer mit dem Dozenten klären. Man kam irgendwo nicht mit? Kein Problem, die Dozenten haben sich reingehängt, zu helfen. Man hatte keine Ahnung, wo man bestimmte Infos fürs Referat findet? Kein Problem - ich hatte mal einen Dozenten, der mir genau geschrieben hat, welche Artikel ich auf jeden Fall noch berücksichtigen soll und wo ich sie finde.
    Skandinavistik ist - zumindest an meiner alten Uni (Kiel), ich weiß nicht, wie es an anderen Unis ist - ein sehr persönlicher Studiengang. Die Dozenten werden alle geduzt, sie duzen natürlich auch die Studierenden und lediglich mit den Profs war man bei uns auf Sie-Basis.
    Skandinavistik ist - zumindest in Kiel - ein Studiengang, in dem man Feste wie Lucia feiert und eventuell von seinem Dozenten vorher noch einen Korn angeboten bekommt xD

    Zukunftsaussichten
    Da ich vor meinem Bachelorabschluss abgebrochen habe, kann ich dazu nicht viel sagen. Generell würde ich aber sagen, dass es wie mit den meisten Geisteswissenschaften ist: Man kann damit alles und nichts machen. Es kommt halt auf Zusatzqualifikationen etc. an. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man Dänisch auf Lehramt studieren kann - an der Uni Kiel wird das angeboten, da in Schleswig-Holstein an manchen Schulen Dänisch unterrichtet wird, vor allem in Grenznähe.  
    Es ist aber natürlich was, was man aus Leidenschaft machen sollte, denn - da sollte man sich keine Illusionen drüber machen - es ist natürlich nicht der Studiengang mit dem man überall Jobangebote nachgeworfen bekommt  Wink Aber es ist auch nicht aussichtslos und ich denke schon, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, wenn man weiß, wo man suchen muss.

    Mein Fazit
    Dass ich mein Studium abgebrochen habe, war die beste Entscheidung meines Lebens und ich liebe meine Ausbildung, die ich jetzt mache. ABER: Es hat definitiv nicht an der Skandinavistik gelegen. Man merkt vielleicht, dass ich durchaus mit Begeisterung dabei war und ich habe nicht deswegen abgebrochen (eher weil ich fürs Studieren an sich nicht gut geeignet war).
    Ja, es ist ein Studiengang, für den man brennen sollte. Aber wenn man sich für Skandinavien interessiert, ist es auf jeden Fall eine Überlegung wert. Ein kleines Best Of an Anekdoten und witzigen Geschichten, was ich während meines Skandinavistikstudiums so erlebt und gelesen habe:

    - Eine ganz ernsthafte Diskussion darüber, wie sich eigentlich Trolle vermehren.
    - Texte, in denen es um Mord und Totschlag geht. Wirklich. Lest ruhig mal eine deutsche Übersetzung einer Isländersaga. Sie sind gewöhnungsbedürftig und es kommen teilweise VERDAMMT VIELE CHARAKTERE vor (die teilweise auch noch den gleichen Namen tragen), aber sie sind stellenweise wirklich dramatisch, witzig und sogar spannend. Und es geht oft um Pferde. Wirklich. Die guten, alten Isländer haben Familienfehden begonnen, weil die falsche Person das falsche Pferd geritten hat. Jap.
    - Wie gesagt … zur Unilektüre können durchaus Sachen wie Pippi Langstrumpf zählen.
    - weitere Unilektüre: Märchen wie z. B. Die kleine Meerjungfrau von H. C. Andersen.  
    - Zu guter Letzt: Man sieht sich in der Uni einige ziemlich schräge Dinge an. Wir haben mal ein vertontes Gedicht gehört, in dem in jedem Wort ein ö vorkam. Man muss Isländisch nicht verstehen, um drüber zu lachen xD
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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von Sumpfmaus am So 04 Sep 2016, 01:02

    @Imaginary: Ich habe mir eure drei bisherigen Vorstellungen alle durchgelesen, möchte aber spontan nur zu Skandinavistik schnell was loswerden!^^
    Danke für's Vorstellen erstmal! Das klingt nach einem sehr unterhaltsamen Studium in netter Atmosphäre. Ich habe jetzt einen Bezug zum Thema aus zwei Gründen:
    a) war ich ja erst vor kurzem mal wieder in Dänemark und im Gegensatz zu früher - da war ich aber auch noch ein Kind - hat mich dieses Mal gestört, dass ich nicht wusste, wie die Wörter ausgesprochen werden, die ich irgendwo lese. Ich habe jetzt also angefangen Dänisch auf Duolingo zu lernen, um ein Feeling dafür zu kriegen. Das meiste wird nur leider völlig anders ausgesprochen als es da steht. Very Happy Und eine Freundin, die zwar kein Dänisch, dafür aber Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch und Altnordisch angefangen hat, meinte Dänisch sei auch von der Aussprache her das Schwerste. Da würde mich eine Einschätzung von dir interessieren, wie schwer oder leicht ist Dänisch zu lernen? :)
    b) Ich bin mit meinem Studium nicht ganz glücklich momentan und hatte überlegt evtl. zu Germanistik oder Literaturwissenschaften zu wechseln. Leider haben sie hier in Bonn Germanistik, Literaturwissenschaften und Skandinavistik zu einem einzigen Bachelor verquirlt. Auch, wenn ich offiziell nur Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaften studieren würde, käme ich um Inhalte aus der Skandinavistik nicht drumherum (und umgekehrt). Was ich zwar völlig blödsinnig finde und auch nicht verstehe, aber nun gut. Damit fällt der Fachwechsel für mich wohl aus, aber es war sehr interessant zu wissen, was mich dann erwartet hätte. :)
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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von Imaginary am So 04 Sep 2016, 01:29

    Ja, Skandinavistik war auch echt toll! Hätte es das als Ein-Fach-Bachelor gegeben, hätte ich das Studium vermutlich auch durchgezogen xD Aber so hat es einfach insgesamt nicht für mich funktioniert. Aber an Skandinavistik hatte ich immer viel Spaß.

    a) Ja, es stimmt, dass Dänisch wirklich komplett anders ausgesprochen wird, als es geschrieben wird. Ich witzel immer ein bisschen herum, dass das zwei verschiedene Sprachen sind xD Ich persönlich fand Schwedisch schwerer zu lernen (auch von der Aussprache her), aber ich glaube, das lag hauptsächlich daran, dass ich erstens kein r rollen kann und dass ich zweitens eben mit Dänisch angefangen hatte und Schwedisch halt von der Aussprache her doch nochmal ziemlich anders ist.
    Vom Schriftlichen her ist Dänisch meiner Meinung nach super einfach zu lernen. Vom Schwierigkeitsgrad her ist es, wie ich finde - was das Schriftliche angeht, wie gesagt - noch einfacher als Englisch. Man hat zwar zwei Artikel, aber für die kriegt man relativ schnell ein Gespür und von den Zeiten her ist es viel einfacher als Englisch.
    Im Vergleich mit den anderen Sprachen … hmm, Norwegisch hatte ich nie. Isländisch ist definitiv schwerer zu lernen als Dänisch wegen der unterschiedlichen Kasus. Das gibt es in den festlandskandinavischen Sprachen ja nicht.
    Aber die Aussprache … hm, ich sag’s mal so: Ich habe vier Jahre Skandinavistik mit Schwerpunktsprache Dänisch studiert und trotzdem habe ich noch manchmal Probleme mit der Aussprache xD Aber es ist machbar. Ich glaube nur, dass es eine Sprache ist, die man tatsächlich nicht ausschließlich über Duolingo lernen kann - eben wegen der Aussprache. Da sollte man sich schon wenigstens in der ersten Zeit von einem Muttersprachler korrigieren lassen können oder zumindest von jemandem mit fundierten Sprachkenntnissen.

    b) Meh, das ist echt blöd. Und völlig schwachsinnig. Aber ja, Budgetkürzungen an Unis, müssen wir nicht drüber sprechen … :/
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    Re: Unsere Tätigkeiten

    Beitrag von Shira am Sa 03 Dez 2016, 19:30

    Hey, dieser Thread gefällt mir. Nach meinem Abi hätte ich mir genau so etwas gewünscht und darum will ich auch mal vorstellen, was ich so treibe. Nur muss ich das wohl in mehreren Zügen machen, da bei mir inzwischen einiges an Erfahrung da ist. Demnächst werde ich also noch ein bisschen was zur Pressearbeit schreiben. Zum Restaurant an sich könnte ich auch etwas schreiben, aber der Beschreibung nach von June passt das auch sehr gut dort dazu und ich will nicht alles wiederholen. Falls aber mal jemand Fragen zum Job im Restaurant hat, könnt ihr mich gerne fragen, ich hab zeitweise auch als Aushilfe mal das Restaurant von meinen Chefs geleitet und so unglaublich viele Einblicke erhalten.

    Nun aber zu meinem Studiengang, der einzigartig in Deutschland ist

    Literatur-Kunst-Medien
    Regelstudienzeit: 6 Semester/3 Jahre, allerdings brauchen die meisten länger, weil es ein Studiengang ist, der geradezu dazu verführt, durch anderweitige Tätigkeiten mehr zu lernen oder einfach mal ein bisschen die Seele baumeln zu lassen.

    Wo kann man das studieren?
    Im wunderschönen Konstanz, der Stadt, die kleiner und zugleich internationaler nicht sein könnte. Mehr dazu bei Leuten.
    Ganz wichtig: Verwechselt den Studiengang nicht mit dem, was man in Siegen studieren kann. Dort ist das Studienniveau niedriger, wie mir berichtet wurde, und das Angebot weitaus schlechter, außerdem ist es nicht ganz auf Interdisziplinät ausgelegt, sondern eher auf den Kern der einzelnen Bereiche (so zumindest Berichte von Kommilitonen). Deshalb: Einzigartig in Deutschland.

    Die Leute
    Hier trifft man auf Österreicher, Schweizer, Franzosen, unglaublich viele Spanier, die das milde Klima im Sommer schätzen, aber auch viele Slawen an. Und natürlich Deutsche, und das nicht vornehmlich aus Baden, sondern aus dem ganzen Bund. So hab ich fast mehr mit Hamburgern, Berlinern und Bayern Zeit verbracht als mit wirklich Einheimischen. Die gab es aber auch und man erkannte sie immer daran, dass sie als Einzige an der Uni ihrem Dialekt treu blieben, Schwaben wie Baden gleichermaßen. Die anderen haben sich ganz von allein umgestellt, auch wenn da nie ein Zwang herrschte.
    An der Uni sind die Professoren durchweg locker, die Studenten meist verrückt und allen möglichen neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen. Hier herrscht das Prinzip, einfach mal auszuprobieren. Gibt es ein Problem, nennt man es beim Namen und es wird gelöst. Die meisten Professoren sind jung, begeistert von ihrem Fach und sehr aufgeschlossen gegenüber ihren Studenten. Ein paar wenige Ausnahmen gibt es, die aber wiederum tun sich besonders durch ihr schier endloses Fachwissen hervor und sind allein deshalb ebenfalls ein Genuss.
    Gesprochen wird an der Uni durchweg Deutsch, allerdings kann es bisweilen immer mal ins Badische oder Schwäbische wechseln, wenn ein paar der heimischen Studenten nicht darauf konzentriert sind, Hochdeutsch zu reden. Zwang gibt es da nämlich keinen.

    Der Studieninhalt
    Hier wird es jetzt kompliziert. Hauptmodule sind die Fächer Literatur, Medien und Kunst. Das heißt, dass ihr in den ersten beiden Semestern die Grundkenntnisse zu diesen Fächern vermittelt bekommt, von den verschiedenen Epochen bis hin zu unterschiedlichen Ansichten, was Literatur oder ein Medium eigentlich ist. In den folgenden Semestern könnt ihr aus diesen Fächern Seminare wählen. Da kann es um alles mögliche gehen. Ich will hier ein paar Beispiele nennen: In Literatur habe ich mit der Darstellung von Hexen in Amerika beschäftigt, mit britischer Sci-Fi, mit Fotomanifesten und mit spanischer Kolonialliteratur. Es gab aber auch Seminare zu Goethe, Kafka und Kleist, zu Dämonen- und Geisterliteratur, zu Darstellung von Gewalt in Weltkriegsliteratur und vielem mehr. In Medien habe ich einen Kurzfilm gedreht, mich mit Gewalt in Film und Fernsehen auseinandergesetzt, mic hgefragt, was genau ein Medienereignis ist und wie dieses entsteht, mich mit Hashtags auseinandergesetzt, selbst eine Homepage gebastelt (samt Inhalt), mich mit Shitstorms, deren Entstehung und Unterbindung beschäftigt und selbst Radio gemacht. In Kunst habe ich die Gebrauchsweisen der Fotografie kennengelernt, mich mit Gartenzwergen beschäftigt und die venezianische Kunst der Renaissance untersucht. Ich habe mich gefragt, was eigentlich "hässlich" bedeutet und wie jemand "Lieblingsbilder" auswählt, was an der "Hängung" von Bildern in Museen zu erkennen ist und woher eigentlich Kunst kommt.
    Neben all diesen Möglichkeiten gibt es noch ein "überfachlich orientiertes interdisziplinäres Nebenfach" (oder so ähnlich). In diesem Bereich könnt ihr nach Lust und Laune Seminare und Vorlesungen aus anderen Studiengängen besuchen und euch anrechnen lassen. Einzige Einschränkung: wenn ihr z.B. in die Biologie wollt, sollte es nicht ein Kurs sein, bei dem er die vorhergehenden Kurse besucht haben müsst. Es sei denn natürlich, das habt ihr gemacht, dann wird man euch das schon erlauben...
    Dadurch ist es aber möglich, nebenbei Kenntnisse in Wirtschaft oder Informatik zu erlangen, sich mit der Romanistik, Linguistik, Slawistik oder Amerikanistik zu beschäftigen, ein bisschen Biologie zu studieren oder einfach noch viel tiefer in die eigenen drei Fächer einzutauchen. Ganz so, wie ihr es wollt.
    Von meinen Kommilitonen hat niemand den gleichen Studienablauf wie ich und dadurch haben wir nicht nur alle andere Jobmöglichkeiten, sondern manchmal auch ganz unterschiedliche Ansichten zu verschiedenen Themen. Umso spannender ist es, sie in einem Seminar wiederzutreffen und dann super anregende Diskussionen zu führen.

    Zur Uni
    Die Uni Konstanz ist bekannt für ihre kurzen Wege. Weder für meine Einschreibung noch für die Anmeldung der Bachelorarbeit noch sonst etwas hatte ich viele Mühen aufwenden müssen. Bürokratiekrieg wird hier echt klein gehalten.
    Die Bibliothek ist sehr gut ausgestattet, sowohl was Bücher als auch was Medien und Magazine angeht. Inzwischen gibt es sehr viele Arbeitsplätze, sodass man auch gut hier lernen kann. Und es bessert sich ständig.
    Die Cafeteria? Alles essbar. Klar, es ist Massenessen, daher fehlt oft das Gewürz, aber schmecken tut es schon und für den kleinen Geldbeutel ist es auch. Daneben gibt es noch einen Chinesen und ein kleines Café, wo man auftanken kann. Zusätzlich hat die Uni noch einen Buchladen direkt vor Ort, einen Schreibwarenladen und natürlich die Sportplätze mit Fitnessstudio und eigenem Strand am Bodensee, sowie einem Kletterturm, einem Gewächshaus und einem Meditationsraum. Weiteres hab ich vielleicht einfach noch nicht entdeckt, denn trotz Campusuni ist sie sehr verwinkelt. Man verläuft sich da doch auch mal ,wenn man keinen guten Orientierungssinn hat.
    Kleine Anekdote an dieser Stelle: Bei meinem ersten Besuch haben wir auf dem Parkplatz geparkt und wollten zum Haupteingang laufen. Den haben wir aber gar nicht gefunden und sind stattdessen durch die Biosammlung irgendwie zum Eingang gelangt. Also von hinten. Bis heute kann ich nicht mehr rekonstruieren, wie uns das gelang.

    Zukunftsaussichten
    Da ihr einen ganz individuellen Studienplan haben werdet, liegt es auch an euch, was ihr daraus macht. Grundsätzlich ist es aber so, dass alles möglich ist. Kollegen von mir sind beim Radio gelandet, andere beim Fernsehen, wiederum andere Journalisten. Ich persönlich verirre mich gerade in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bzw. Marketing bzw. Veranstaltungsmanagement. Absolventen arbeiten bei The Dome oder bei Sat1, andere sind in Museen tätig, arbeiten in Verlagen uvm. Letzlich kommt es wirklich darauf an, was für Seminare ihr wählt, wie ihr das begründet und was ihr nebenher an Praktikas, Nebenjobs und als Freie macht. So habe ich zum Beispiel mal ein Rezeptbuch gestaltet (Foto wie Layout), für die Zeitung geschrieben, aber auch Homepages gestaltet. Ihr könnt in der Uni dafür das Handwerkszeug erlernen, aber letzten Endes müsst ihr das selbst in die Hand nehmen. Dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten, z.B. eine von LKMlern geleitetete Hochschulgruppe, das KuK, das Kulturevents, Lesungen, uvm. organisiert, oder auch das Hochschulradio, die Unizeitung oder das Magazin des Studentenwerks, das Medienlabor in dem ihr lernen könnt, Filme zu drehen und zu bearbeiten. Zusätzlih arbeitet die Uni eng mit anderen Unternehmen zusammen wie dem Südkurier oder dem Kommunalen Kino. Und Ehemalige bleiben gerne in Kontakt und vermitteln Jobs wie Praktika.

    Die Schattenseiten
    LKM ist ein Studiengang, bei dem man selbst aktiv werden muss. Niemand wird einem von A bis O alles nachreichen und wenn man sich wirklich in einem Thema auskennen will, darf man nicht nur Seminare besuchen, sondern muss auch seine Freizeit in der Bibliothek verbringen. Es wird einem nichts geschenkt.
    Außerdem ist es leider so, dass wenn ihr euch nur mit dem zufriedengebt, was ihr z.B. in Kunst lernt und dann einen Kunstwissenschaftler trefft, feststellen werdet, dass ihr nur einen Bruchteil von seinem Wissen in der gleichen Zeit erlernt habt. Literatur, Kunst und Medien, das sind nun mal eigentlich auch drei verschiedene, voll ausfüllende Studiengänge. Das einzige Tröstende: Mehr als die Lehramtler wisst ihr hinterher trotzdem ;-)

    Mein Fazit:
    Ich hätte mit diesem Studiengang nicht glücklicher sein können. Er bot mir so viele neue Ansätze, ich habe unglaublich viel gelernt und wahnsinnig spannende Menschen kennengelernt. Leider musste ich feststellen, dass ich Zeit vertrödelt habe, weil ich erst spät aktiv geworden und mich mehr mit bestimmten Themen befasst habe. Andererseits habe ich es auch noch früher bemerkt als andere. Der Studiengang ist sehr individuell und bietet viele Möglichkeiten sich zu entfalten. Für Leute, die nicht genau wissen, kann das ideal sein, weil sie sich ausprobieren können. Es kann aber auch furchtbar sein, da es eben keine genaue Vorgaben gibt. Für Leute, die genau wissen, was sie wollen, aber in keine Sparte reinpassen, gibt es hier Möglichkeiten und Wege.

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    Re: Unsere Tätigkeiten

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      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Sa 24 Jun 2017, 00:27