Pooly's Kunst und Schreibforum

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Und unseren Gästen möchte ich empfehlen, sich vielleicht etwas hier umzusehen. Vielleicht lohnt es sich ja für euch.
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    Magiebegabt (June & Alania)

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    Alania
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    Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am Fr 19 Feb 2016, 22:25

    Elijah Ieroth

    Mit einem grantigen Gesichtsausdruck blickte ich aus dem kleinen überdachten Schulboot hinaus aufs Wasser. Ich verstand immer noch nicht, wieso diese Tradition mit der Übersetzung aufrecht erhalten wurde. Bei den kleinen Pimpfen machte es vielleicht Sinn, die noch nichts mit Ihren Kräften anfangen konnten, aber fast jeder der hier Anwesenden konnte auch ohne diesen Haufen zusammengezimmerter Bretter zur Insel kommen.
    Ich verdrehte die Augen und blickte lautlos seufzend auf meine Hände hinab und studierte geistesabwesend meine Nägel, die von Natur aus dunkelgrau waren und die sich bei Bedarf in lange Krallen verwandeln konnten. Zwei Plätze neben mir plapperte irgendein Junge von seinen Ferien.
    "Und dann hat mir Vater gezeigt, wie ich mich mir Tiere ausdenken kann, um mich in sie zu verwandeln! Es war einfach grandios."
    "Ach ja ...", meinte eine gelangweilte, weibliche Stimme, die offensichtlich einem Mädchen gehörte, das sich die Geschichte des Wandlers anhören musste. "Klingt ja spannend ..."
    "Ja, war es ... naja ... zuerst musste ich mir die Anatomie einprägen ... und Vater meint ... ich muss noch viel lernen, aber dass es jetzt einen neuen Gestaltwandler Lehrer gibt, der mich unterstützen kann ..."
    "Aha ..."
    Offensichtlich ließ sich der Junge nicht von der fehlenden Begeisterung seiner Zuhörerin abbringen und redete immer weiter. Seine komisch hohe Stimme ging mit nach zwanzig Herschlägen so auf den Geist, das ich für einen Moment es in Erwägung zog, von Bord zu gehen und zur Insel zu fliegen.
    Dafür hatte ich aber letztes Jahr schon zwei Wochen nachsitzen müssen.
    Ich stöhnte und rieb mir die Schläfen.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    "Salia Kyorina Pontadella Hayrin, kommst du bitte vom Dach runter", rief irgendjemand. Ich brauchte einen Moment, bis ich bemerkte, dass ich gemeint war. Nur unwillig löste ich mich von der schönen Aussicht und fokussierte die Person, die auf dem Deck zwei Meter unter mir stand. Große Statur, hellblonde Haare, blaue Kleidung mit unserem Schulwappen auf der Brust. Wer das wohl war? Kannte ich die Person? "Ich will mich nicht zu dir hochteleportieren müssen!" Dieser Satz löste allerdings eine Erinnerung in mir aus und nach einigen Momenten des angestrengten Überlegens war ich mir fast sicher, dass da unten ein Lehrer stand.
    "Sie sind Lehrer!", entgegnete ich laut und über die Miene des Mannes huschte ein seltsamer Ausdruck. Im nächsten Moment stand er vor mir. Seine eisblauen Augen durchbohrten mich. Sofort beschlich mich ein unangenehmes Gefühl.
    "Natürlich bin ich Lehrer, du Luftkopf!", murrte er und schubste mich Richtung Dachkante. "Und wie jedes Jahr frage ich mich warum wir uns mit dir abquälen müssen."
    "Dein Leiden ist nicht mehr als das Leiden, das du daraus machst. Manche plagen sich mühsam daran ab, ihr eigenes Leiden zusammenzuschmieden", entgegnete ich weise, was dem Eisauge ein Stöhnen entlockte. Kurz darauf gab er mir einen festen Stoß und kaum, dass ich es realisiert hatte, dass ich fiel, hatte er mich schon wieder aufgefangen.
    "Und jetzt rein mit dir", murrte er, während er mich absetzte und Richtung Tür bugsierte, die ins Innere des Bootes führte.


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am Fr 19 Feb 2016, 22:45

    Téana

    Das Boot schwankte bedrohlich. In einer Ecke innerhalb der Kajüte hatte ich mich zusammengekauert. Das Schwappen des Wassers und die ruckartigen Bewegungen ... darauf hätte ich verzichten können. Dennoch, der Gedanke, dass ich bald wieder durch die Fluren und Hallen der Schule streifen konnte, heiterte mich ein wenig auf. Das änderte nichts daran, dass mir das Wasser zuwider war, aber es machte die Reise an sich erträglich.
    Ich würde mich nie mit Wasser anfreunden. Sicher, ich hatte schon Katzen schwimmen sehen - und ich selbst konnte es zur Not auch - aber ... nein. Wasser und Katzen waren nicht füreinander gemacht.
    In einer anderen Ecke der Kajüte saß ein sehr blasser junger Mann, dessen flammendes Haar ihn als Feuerelementar auswieß, genauso da wie ich. Ihm musste das Wasser noch mehr zusetzen, immerhin könnte er von zu viel Wasserkontakt getötet werden ... Er starrte stumm vor sich hin, während um ihn herum alle plauderten und tratschten. Ich hörte nur einzelne Wörter heraus, konzentrierte mich auf nichts. Wozu auch? Es war ja nichts Wichtiges dabei, nur das Geplapper von Leuten, die sich lange nicht gesehen hatten und vor Aufregung nicht wussten, wohin mit sich.
    Hoffentlich dauerte die Fahrt nicht zu lang. Das Ächzen und Stöhnen der Holzbalken rief bei mir absolut kein Vertrauen hervor. Eher im Gegenteil. Ich schauderte. Wenigstens beachtete mich hier hinten keiner.


    Arian de Noralia

    Aufmerksam lauschte ich den Worten der vielen Schüler um mich herum. Vielleicht hatten sie in den Ferien etwas Neues erfahren ...
    Ich stand ziemlich direkt hinter der Tür, wenn sie jemand mit Schwung aufriss, würde sie mich an die Wand quetschen. Obwohl ich in den Schatten unsichtbar war, schienen doch instinktiv alle zu wissen, dass ich da war. Zumindest bekam ich den Türknauf nicht ein einziges Mal in den Magen.
    Das Geplauder der anderen zog durch meinen Geist und verschwand im Nirgendwo. Ein bestimmtes Wort hätte meine Aufmerksamkeit gefesselt, doch keins fiel. Ich unterdrückte ein Seufzen. Auch die Suche auf dem Festland war nicht sehr ergiebig gewesen, nirgendwo schien es Aufzeichnungen über mich oder ähnliche Wesen zu geben. Schattenmagier ... Ein Wunder, dass wenigstens jemand wusste, wie man meine Art nannte!
    Frustriert lauschte ich den Stimmen weiter, als sich etwas änderte. Jemand schien von außen auf die Tür zuzukommen und würde wohl gleich eintreten. Die Information wanderte durch meinen Kopf und verschwand ebenfalls. Das war nicht wichtig. Keiner hier war wirklich wichtig, wenn er keine Antworten für mich hatte.
    Im Geiste ging ich noch einmal die 152 Regale der Schulbibliothek durch. Nur zwei davon hatte ich schon komplett abgesucht, aber immerhin. Diese Regale waren gewaltig. Angeblich befand sich jedes Buch, das jemals geschrieben wurde, dort. Und irgendwo dort mussten meine Antworten sein. Darauf würde ich mich auch in diesem Jahr wieder konzentrieren.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am Fr 19 Feb 2016, 23:15

    Elijah Ieroth

    "Und dann habe ich gefragt, ob ich irgendwann ein Drachen werden könnte ... und er meinte, dass-"
    "Kannst du nicht mal dein MAUL halten?", knurrte ich und stierte zu dem Jungen hinüber, der seit der Abfahrt kein einziges Mal Pause mit seinem Palaver gemacht hatte. Die blutroten Lippen des schwarzgekleidete Mädchen neben ihm zuckten leicht und ich hätte schwören könnten, dass sie versuchte, nicht zu lachen.
    "Ähm ..." Wie ein verschrockenes Reh schaute er mich an. Er konnte höchstens 14 sein. Kurze braune Haare, große Augen, große Ohren, ein viel zu weites Oberteil.
    "Äh ...", entgegnete er wieder, ohne sich zu rühren.
    Erst nach einigen Sekunden fiel mir auf, dass ich ihn mit meinem Blick fixiert hatte und wandte knurrend meine Augen ab.
    "Ich kann dein Gequatsche nicht mehr ertragen, ja? Du kannst gerne weiterplappern, wenn ich hier nicht mit dir eingesperrt bin."
    "O-okay", stotterte er, lief quietschrot an und machte sich ganz klein.
    Erleichtert einatmend schloss ich die Lider, nur um sie gleich darauf wieder zu öffnen.
    Das war nicht nett von dir, Steini, hörte ich eine melodische Stimme in meinem Kopf und suchte nach dem Übeltäter. Mir schräg gegenüber saß Cadorus, die Brauen erhoben und mich missbilligend ansehend.
    Geh aus meinem Kopf raus, Magier. Und nenn mich nie wieder so, sonst reiß ich dir alle Glieder einzelnd raus.
    Immer so aggressiv, unser Elijah. Sein Ton klang spöttisch. Doch als ich meine Faust anfing zu ballen, zog er sich aus meinen Gedanken zurück.
    Was musste man hier eigentlich tun, um etwas Ruhe zu bekommen?


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Seufzend trat ich zu den anderen in das mit zahlreichen Fenstern ausgestattete Räumchen. Lautes Geschnatter erfüllte die Luft, sodass das Atmen weit weniger angenehm war, als oben auf dem Dach.
    Ich drehte mich einmal im Kreis, bis ich jeden einzelnen Schüler wahrgenommen hatte und wandte mich dann zum dunklen Eck hinter der Tür. Irgendetwas zog mich unweigerlich dahin.
    "Fürchtest du das Licht?", wisperte ich leise. "Oder macht es dich stärker?" Ich legte meinen Kopf schräg. "Das frag ich mich schon lange." Dann begann ich zu kichern, hüpfte von der Tür fort und setzte mich zu einem Mädchen auf eine Bank. Ich kannte es. Es hieß Aliana. Und wenn mich nicht alles täuschte war es eine Werwölfin.



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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am Sa 20 Feb 2016, 19:20

    Téana

    Ich konnte das Ende der Überfahrt kaum abwarten, doch als es soweit war, ließ ich erst alle anderen das Boot verlassen. Noch immer schwankte es bedrohlich und ich traute ihm nicht. Womöglich wartete es nur darauf, mich doch noch ins Meer zu spucken.
    Über mich selbst den Kopf schüttelnd setzte ich mich in Bewegung, als die letzten Schritte an Deck verklungen waren. Schritt für Schritt näherte ich mich der Tür bs ich endlich an der frischen Luft stand. Auf dem Anlegesteg wartete Esmelina auf mich. Sie war eine Tierwandlerin, aber ich hatte noch nicht herausgefunden, welcher Art. Das verbarg sie vor uns Schülern, mit dem Hinweis darauf, dass wir nicht alles über unsere Lehrer wissen mussten.
    Sie war uns Tiergestaltwandlern nahe genug, um alle Vorgänge erklären zu können - und kaum jemand verstand uns besser als sie.
    Ich reckte das Kinn. Sie sollte nicht glauben, dass ich mich fürchtete, doch der amüsierte Ausdruck in ihren grünblauen Augen bewies, dass ich sie nicht täuschen konnte. Mist aber auch.


    Arian de Noralia

    Ich sah der Hexe nach, die ihre Worte in meine Richtung gesprochen hatte. Sie konnte mich nicht gesehen haben und allein ihre Aufmachung zeigte, dass sie wohl nicht ganz richtig im Kopf war. Vielleicht sollte ich sie eine Weile beobachten, um herauszufinden, ob sie mich nicht vielleicht doch wahr genommen hatte. Möglich war es immerhin.
    An der Schule gab es so viele magische Wesen, dass sicher auch welche darunter waren, die durch die Schatten blicken konnten. Das könnte ein weiterer Hinweise auf den Ursprung meiner Gabe sein.
    Darüber grübelte ich eine Weile nach, während das Boot endlich anlegte. Die anderen Schüler rempelten sich gegenseitig an, während jeder versuchte, der erste an Land zu sein. Das konnte ich mir ansehen - vom sicheren Ufer aus. Niemand hatte bemerkt, wie ich den Schatten folgend unter der Tür entlang geglitten war. Unter Umständen konnte ich das. Wenn auf der anderen Seite auch Schatten war - dieses Mal war ihn die Sonne.
    Zwar sah mich hier noch immer niemand, dazu warf die Nachmittagssonne zu viele Schatten auf die Straßen der kleinen Siedlung, dennoch schloß ich mich der größten Schülergruppe auf dem Weg zur Schule an. Vielleicht erfuhr ich noch etwas Neues ...

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am Sa 20 Feb 2016, 22:39

    Elijah Ieroth

    Da unsere Koffer und andere Habseligkeiten schon gestern zur Insel transportiert worden waren, konnten wir ohne von irgendeinem Gepäckstück beschwert und behindert zu werden Richtung Schule marschieren. Noch so eine Tradition, die ich verabscheute. Mir kam es immer so vor, als ob dieser elend lange gepflasterte Weg kein Ende nahm. Rechts und links von uns tauchten immer wieder Statuen von berühmten magischen Wesen,Hexen oder Zauberern auf, die dazu beigetragen hatten, die Schule zu dem zu machen, was sie heute war. Wahnsinnig interessant.
    Da die Sonne mir unangenehm ins Genick schien, zog ich mir die Kapuze meines Pullovers über den Kopf und schaute so finster drein, wie es meine Gesichtsmuskeln zuließen.
    Jeder zweite konnte zur Schule fliegen, sich hin teleportieren oder in Rauch auflösen oder was auch immer ... aber nein ... wir mussten wie eine Horde ... Menschen zu dem riesigen Gebäude laufen.
    Der Schuldirektor hatte damals irgendetwas davon gefaselt, dass wir unsere Fähigkeiten nicht als gegeben sehen, sondern sie schätzen sollten und um dies zu erreichen, mussten wir zuweilen auf unsere Kräfte verzichten. Völliger Humbug, wenn man mich fragte.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Viele viele Gedanken flogen in meinem Kopf herum. Manche nicht sonderlich wichtig, fast schon trivial. Die Frage beispielsweise, wie man den Farbton des Himmels beschreiben sollte. Er hatte heute eine ganz besondere Note, die mich an eine bestimmte Beerensorte erinnerte, dich ich mal gegessen hatte ...
    Andere wiederum ... schienen wichtiger ... doch ich bekam sie nicht wirklich zu fassen, zumal sie ... wie von einem Nebel umhüllt wurden. Und selbst wenn ich es schaffte mich ganz stark zu konzentrieren ... und den seltsamen Dunst beiseite zu schieben, entdeckte ich doch nur nichtssagende Bruchstücke. Ich seufzte.
    "Sind deine Gedanken auch manchmal wie zerbrochenes Glas?", fragte ich den Jungen neben mir. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass wir gute Freunde waren, doch ohne diesen Instinkt hätte ich ihn für einen Fremden gehalten. Er hatte stechend grüne Augen und wirres blondes Haar.
    "Was redest du wieder für komisches Zeug, Hayrin", fragte er und schüttelte den Kopf. "Du weißt, dass mein Angebot, in deine Seele zu gucken, noch steht oder?"
    Ich sog erschrocken die Luft ein und schüttelte den Kopf. Eiseskälte hatte sich auf meiner Haut ausgebreitet.
    "Nein", wisperte ich. "Bitte nicht."



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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am Sa 20 Feb 2016, 22:56

    Téana

    Es passierte, was passieren musste. Unter ihrem erwartungsvollen Blick verlor ich das Gleichgewicht und stolperte noch dazu über irgendetwas. Mit einem lauten Platschen landete ich im Wasser.
    Die Wellen schlugen über mir zusammen und ich geriet in Panik. Nein! Das durfte nicht sein! Wild strampelte ich mit den Armen und Beinen, aber meine Kleidung zog mich immer weiter nach unten. Der Reflex, mich zu verwandeln war übermächtig.
    Schließlich gab ich ihm nach. Im Wasser hatte ich das noch nie getan, doch es ging alles gut. In meiner Angst bemerkte ich das gar nicht. Wie immer löste sich meine Kleidung während des Wandelns auf, um im Nirgendwo zu verschwinden.
    Befreit paddelte ich mich nach oben, bis mein Kopf endlich über Wasser war. Ich holte tief Luft, um meine brennende Lunge zu beruhigen, dann maunzte ich kläglich. Am Pier kam ich nicht hoch, so lange mich die Wellen immer wieder hin und her warfen. Doch Esmelina erwischte mich an meinem Nackenfell und zog mich hoch. Seufzend hüllte sie mich in ihren langen grünen Mantel.
    "Ach, Kleines", sagte sie nur, aber ihre Mundwinkel zuckten verräterisch.
    Ich warf ihr einen grimmigen Blick zu, wusste aber mit meiner menschlichen Seite, dass ich mich besser nicht aus ihrem Griff zu befreien versuchte. Sie würde mich schon sicher in mein Zimmer bringen, wo ich mir dann warme und trockene Sachen anziehen konnte. Meine alten waren ja jetzt Geschichte.


    Arian de Noralia

    Wie üblich ergingen sich die anderen Schüler in Nichtigkeiten. Hatten die denn keinerlei Ehrgeiz? Ging es immer nur, wer wen toll fand? War ihnen nicht klar, wie gefährlich die Welt dort draußen für sie war? Mindestens die Hälfte von ihnen wurde von den Menschen gehasst, die andere Hälfte gefürchtet und nur ein paar wenige wurden wirklich gern gesehen.
    Wenn die Menschen wüssten, was für dummes Zeug in den Köpfen dieser Wesen zu finden war, würden sie alle Angst, allen Respekt, einfach alles verlieren.
    Ich atmete tief durch. Das ging mich nichts an. Sollten sie sich selbst und ihr Leben ruinieren. Das war schließlich nicht mein Problem.

    Als wir an der Schule ankamen, wurden wir so oft erst einmal zum Abendessen in die große Halle geschickt. Dort gab es unterschiedlich große Tische, die gerade so Platz für alle Schüler boten. Das war notwendig, damit sich die einzelnen Arten nicht abschotteten. Jede Art bekam zwar auch ihren eigenen Unterricht, um auf die speziellen Bedürfnisse besser eingehen zu können, aber wir sollten uns dennoch einander annähern.
    Ich suchte mir einen Tisch in der Nähe der Wand, gerade so weit genug von den Fackeln entfernt, die den Raum erhellten, um mir genügend Schatten zu bieten. Die anderen Schüler strömten ebenfalls zu ihren Plätzen, nur nicht zu mir.
    Hierher würden die kommen, die zu spät kamen, weil sie keine andere Wahl hatten. Aber das machte nichts. Diejenigen Schüler, die immer vorn mit dabei waren, hatten keine Informationen für mich, vielleicht wussten die anderen aber mehr?

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am Sa 20 Feb 2016, 23:24

    Elijah Ieroth

    "Eiljah! Hierher!", hörte ich es grollend. Wenn es die Urform einer Gargoyle-Stimme gab, dann besaß sie Gregoric. Wie aneinanderreibende Steine. Er war doppelt so breit wie ich und gut einen Kopf größer. Seine Augen wirkten mit ihrem Tiefschwarz für gewöhnliche Menschen erschreckend, doch unter den Gargoyles stellten sie nichts Besonderes dar. Gergoric entstammte einer alten Sippe ab, die keine vollkommen menschliche Form annehmen konnte. Deswegen der schwere Bau und auch die spitz zulaufenden grauen Fingernägel. Wenn er lächelte sah man ihm auch die spitzen Eckzähne an.
    Unlustig begab ich mich zu seinem Tisch, auch wenn mir irgendein Stänker-Lehrer einen Rüffel deswegen geben würde. Artenmischung und so weiter. Neben ihm saß seine überaus attraktive Schwester Preya, deren Blick blutrot aufflackerte, als sie mich entdeckte. Ich zwinkerte ihr zu und musste daran denken, dass ich mit ihr wieder ein paar schöne Stunden in diesem Schuljahr verbringen würde.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    "Warum setzen wir uns nicht zu ihm?", fragte ich den Grünäugigen und deutete auf einen Tisch an der Wand. Dunkelheit schien an einer Stelle zu wabern.
    "Zu wem?", frage dieser und bugsierte Aliana - wie froh ich war, ihren Namen noch zu wissen - zu ein paar ihnen offensichtlich bekannten Schülern.
    "Dem Schatten. Dem Verborgenen."
    "Hm?" Er schien abgelenkt zu sein und grinste einer gertenschlanken Nymphe entgegen.
    "Stumpfsinn steckt in deinen Augen", murrte ich.
    "Stumpsinn steckt in deinem Hirn, Hay", seufzte er und tätschelte mir, sich von dem blauhaarigen Wesen abwendend, den Kopf. "Geh doch einfach dahin, wenn du denkst, dass da jemand sitzt. Aber wunder dich nicht, wenn die Leute komische Sachen über dich sagen, wenn du Selbstgespräche führst."
    "Was für ein Unsinn." Ich verdrehte die Augen. Wieso sollte es komisch sein, wenn man mit sich selbst redete?
    Leichten Schrittes spazierte ich also zu dem Tisch und setzte mich direkt neben den Kapuzenmantel.
    Doch anstatt ihn anzusprechen, fixierte sich mein Blick auf das bunte Zettelchen, das auf meinem Teller lag.
    Wünsch dir was.
    Irgendetwas sagte mir, dass es sich auf das Essen bezog, doch anstatt etwas dergleichen zu äußern, packte ich das Kärtchen mit beiden Händen, schloss die Augen und sagte entschlossen: "Ich wünsche mir keinen Nebel und keine Scherben."
    Leider fühlte ich mich nach einigen Minuten des Wartens immer noch so wirr wie vorher.
    "Hat es bei dir funktioniert?", fragte ich und legte das Papier zurück.



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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am Sa 20 Feb 2016, 23:39

    Téana

    Esmeralina brachte mich in die große Halle und setzte mich an einem der Tische ab. Bis jetzt saßen dort drei Gestalten, die ich als Klassenkameraden erkannte. Die Gargoyles, wenn mich nicht alles täuschte. Mit ihren lauten Stimmen waren sie mir etwas unheimlich, aber ich wollte ja nicht unhöflich sein. Also setzte ich mich auf, die Vorderpfoten auf der Tischkante und maunzte den dreien eine Begrüßung zu.
    Als Katze konnte ich den Zettel auf meinem Teller nicht lesen. Was hatten sich die Lehrer denn jetzt schon wieder ausgedacht? Vielleicht würde einer der drei vorlesen, was dort stand.


    Arian de Noralia

    Ich sah zu, wie sich die Halle füllte und bereits mehrere Schüler versuchten, sich etwas zu essen zu wünschen. Aber es klappte nicht, vermutlich erst, wenn alle da waren.
    Die bunte Hexe lenkte mich ab, indem sie auf meinen Tisch zukam ohne innezuhalten. Auch sie sagte etwas zu ihrem Zettl, aber es schien nichts passiert zu sein.
    "Es sind noch nicht alle Schüler da", beantwortete ich ihre Frage und ließ den Blick schweifen. Wenn man Gefallen an so viel Farbe fand, war sie bestimmt eine angenehme Erscheinung. Mich irritierte sie ein wenig, wenn ich ehrlich war.
    Zwei weitere Schüler setzten sich zu uns. Erst grüßten sie nur die Hexe, aber kaum saßen sie, bemerkten sie mich auch. Ich konnte den Schrecken in ihren Augen sehen, machte mir aber nichts daraus.
    Schweigen hüllte unseren Tisch ein, bis einer der beiden Jungen, die ganz offensichtlich Luchsgestaltwandler waren (die spitzen Ohren verrieten diese Art immer) etwas sagte: "Sieh mal, Téana ist die Letzte."
    "Warum ist sie verwandelt?", wollte der andere mit gelangweilter Stimme wissen. Er hatte an nichts Interesse, das machte ihn mir sehr unsympathisch.
    Da mich dieses Gespräch nicht interessierte, nahm ich den Zettel von meinem Teller und wünschte mir "Schweinebraten". Sofort füllte sich die Luft um mich herum mit einem verlockenden Duft und der Braten erschien. Zwei Scheiben, Sauce, Kartoffeln und dieses seltsame grüne Gemüse, das irgendwie an Blumenkohl und Broccoli erinnerte, aber doch keins von beidem war. Lecker.
    Ohne auf die anderen zu achten, begann ich zu essen. Eine Rede würde es heute noch nicht geben, erst morgen, wenn alle ausgeschlafen und aufnahmefähig waren. Nicht jeder Schüler hatte eine so kurze Anreise wie ich.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am So 21 Feb 2016, 00:08

    Elijah Ieroth

    "Was zum Teufel ...", setzte Preya an, während sie abfällig das orangene Fellknäuel anstarrte. Dann verdrehte sie die Augen, als hätte sie eh nichts anderes von diesem Tag erwartet. Mir kam der Auftritt der Gestaltwandlerin auch arg lächerlich vor, weswegen ich mir nichtmal die Mühe machte, mich zu ihr umzudrehen, auch wenn sie neben mir angefangen hatte, zu maunzen.
    Doch mein abwertendes Interesse der Katze gegenüber wurde rasch von Unglauben abgelöst.
    "Guckt mal, ein Kätzchen!", sagte Gregoric nämlich entzückt, woraufhin seine Schwester und ich uns einen stirnrunzelnden Blick teilten. Noch ehe wir ihn fragen konnten, was seine komische Reaktion bedeuten sollte, hatte er sich über den Tisch gebeugt und griff mit seinem langen muskulösen Arm nach der Gestaltwandlerin.
    Fast schon liebevoll legte er sich die Katze auf den Arm und strich ihr über das Fell.
    "Wie weich", schwärmte er, ohne den Blick abzuwenden.
    Es hätte nicht viel gefehlt und meine Kinnlade wäre auf dem Tisch gelandet. Noch nie hatte man mir einen idiotischeren Anblick geboten. Ein 120 Kilo Gargoyle, der ein kleines Kätzchen täschelte.
    "Was?", fragte er irritiert, als er bemerkte wie Preya und ich wie einen Wahnsinnigen taxierten. "Ich mag Katzen. Manchmal auf den Dächern leisten mir zwei Gesellschaft. Bei der Nachtwache wird man schonmal einsam ... "
    "Ich fass es nicht!", stöhnte Preya und vergrub ihr Gesicht in den Händen. Am liebsten hätte ich mich ihr angeschlossen.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Noch während ich überlegte, was ich essen sollte - offensichtlich erfüllte das Zettelchen tatsächlich nur solche Wünsche - flatterte ein Gedanke in meinen Kopf.
    Er ist ein Schattenmagier.
    Schattenmagier, ging es mir durch den Kopf. Ein Magier der Schatten ...
    Schatten war angenehm, besonders im Sommer.
    Schatten konnten allerdings auch bedrohlich sein.
    Ich hatte letztens ein lustiges Schattenspiel gesehen ...
    Die oberflächlichen Informationen verloren plötzlich ihre Bedeutung, als eine zersplitterte Erinnerung mit dunkler Stimme zu mir sprach.
    Nachdem wir gestern die Magie der Teleportation gemeistert haben, möchte ich dir heute von den Schattenmagiern erzählen, Irina. Ein kleines Völkchen, sind sie ... und schwer zu finden. Verbergen sich in den noch so kleinsten Schatten, außerdem ...
    Die Sätze noch eben so deutlich in meinem Kopf zersprangen mit einem Mal. Und als ob sie ein Traum gewesen wären, verblasste das Bewusstsein ihrer Bedeutung so furchtbar schnell, dass ich nicht danach greifen konnte.
    Eine Träne bildete sich in meinem Augenwinkel und tropfte auf den Teller. Warum? Warum geschah das?


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am So 21 Feb 2016, 00:20

    Téana

    Im ersten Moment zuckte ich vor dem Arm des Gargoyles, dessen Name mir einfach nicht einfiel, zurück. Ich wollte schon um Hilfe maunzen, da streichelte er mich. Vor Verblüffung weiteten sich meine Augen, aber nicht lange.
    Ich schnurrte zufrieden und ließ die Augen zufallen. Das tat unheimlich gut, auch wenn der Körper des Gargoyle unnatürlich hart schien. Das musste bei diesen Wesen wohl so sein.
    Ich konnte deutlich spüren, dass er nichts gegen mich hatte, darum ließ ich ihn machen. Allerdings war ich mir auch nicht sicher, ob meine Krallen ihn würden verletzen können ... Das probierte ich lieber nicht aus. Vermutlich war er stark genug, um mich zu Brei zu zerquetschen.


    Arian de Noralia

    Die Hexe neben mir sagte kein Wort, während die beiden Gestaltwandler ebenfalls zu essen begonnen hatten - und die Luft mit irgendwelchen Belanglosigkeiten verpesteten. Als ich die Träne sah, die sie verlor, tat sie mir leid. Vermisste sie ihre Heimat oder was etwas anderes passiert?
    Was es auch war, ich konnte sie nicht einfach so sitzen lassen. Kurzentschlossen nahm ich meinen Zettel noch einmal zur Hand und wünschte mir einen Erdbeerkuchen für die Hexe, den sie auch prompt bekam. Vielleicht würde sie ja mit dem Essen anfangen und sich dann besser fühlen. So lange diese beiden Idioten mit am Tisch saßen, wollte ich sie jedenfalls nicht fragen, was los war. Und die beiden beachteten uns ebenso wenig. Gut so.
    Vielleicht würde ich sie später in einer ruhigen Minute einmal darauf ansprechen. Vielleicht auch nicht. Es ging mich schließlich nichts an.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am So 21 Feb 2016, 00:37

    Elijah Ieroth

    Während ich noch immer recht ungläubig in meinem Essen herumstocherte, das ich mir gewünscht hatte, fütterte Gregoric das Kätzchen zuerst mit zartem Geflügel und anschließend mit in Milch getunktem Zuckerbrot. Würde mich nicht wundern, wenn wir bis morgen das Gespött der Schule waren.
    "Ich habe beschlossen, dass ich sie mitnehme", verkündete Gregoric, nun endlich selbst beim Verzehr seiner (fünf) Lammkeulen, auch wenn er die Katze immer noch im Arm hielt.
    "Bitte was?", prustete Preya abfällig.
    "Naja, zu mir ins Zimmer."
    Es war mein Fehler, dass ich gerade einen Schluck trinken wollte und bei dieser Ankündigung die Flüssigkeit in die Luftröhre bekam.
    "Das ... kannst ... du nicht!", hustete ich, mir auf die Brust klopfend.
    Der Blick des Gargoyles wurde finster.
    "Natürlich kann ich das. Ich bin Gregoric Steinklinge! Erbe der ältesten und mächtigsten Gargoyle-Familie!" Er richtete sich auf, was bewirkte, dass er jetzt einen Kopf über mir thronte.
    "Ja ja ... schon klar. Aber was du da hälst, ist eine Gestaltwandlerin. Und kein Haustier."
    "Oh." Etwas enttäuscht sackte er in sich zusammen. Langsam hob er das orangene Tier vor sein Gesicht und blickte ihm in die Augen.
    "Du bist kein echtes Kätzchen?", fragte er dumpf.
    "Bei allen Steinvätern", hörte ich Preya im Hintegrund stöhnen. Gut, dass die nicht hier waren.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Oh! Ein Erbeerkuchen! Ich liebte Erdbeeren!
    Ein breites Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Blitzschnell hatte ich die Früchte die oben auf der Sahne gesteckt hatten stibitzt und in den Mund geschoben.
    Dann schnappte ich mir eine Gabel und während ich mir das erste Stück eifrig absäbelte, raunte ich "Ich glaube, hier gibts eine gute Fee" meinem dunklen Nachbarn zu.


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am So 21 Feb 2016, 00:50

    Téana

    Oh, das war lecker. Ich fühlte mich bei dem großen Steinmann immer wohler, auch wenn ich das nie erwartet hätte. Doch dann erwähnte einer seiner Freunde, ich sei gar keine echte Katze. Nun gut, die Vorstellung bei ihm zu übernachten, war tatsächlich etwas befremdlich, aber die Katze in mir hätte nichts dagegen gehabt. Er war immerhin nett zu mir.
    Ich stupste mit der Pfote seine Nase an und schüttelte ein wenig den Kopf. Hoffentlich war er jetzt nicht böse auf mich, ich hatte schließlich nichts gemacht. Er hatte mich zu sich herüber geholt und verwöhnt.
    Dass ich mich hier nicht verwandeln konnte, sollte er außerdem wissen. Alle Gestaltwandler verloren ihre Kleidung bei der Wandlung in ein Tier- und bekamen sie nicht zurück. Das machte mir ja auch eigentlich nichts aus, aber ... den meisten anderen schon. Darum gab es die Regel, dass niemand beim Essen nackt sein sollte. Oder ganz generell außerhalb seiner privaten Räumlichkeiten und des Gestaltwandlerunterrichts.
    Ich maunzte leise und schaute den Gargoyle mit großen, unschuldigen Augen an, damit er nicht böse auf mich wurde.


    Arian de Noralia

    Ich hörte ihre Worte und lächelte im Schatten meiner Kapuze. Eine gute Fee also. Das war ein interessanter Aspekt, aber das wagte ich doch stark zu bezweifeln. Sicher, es gab hier an der Schule auch ein paar Feen, aber keine davon war wirklich "gut". Die waren eher verspielt und neigten dazu, anderen Streiche zu spielen. Dennoch verirrten sich auch hierher manchmal die Ansichten der Menschen.
    Ich gab der Hexe keine Antwort, sondern legte nur mein benutztes Besteck auf dem Teller ab, der daraufhin verschwand. Das Essen hatte gut getan, obwohl ich durch den Lärmpegel hier nichts Interessanteres aufschnappen konnte, als die Äußerung der Hexe.
    Hatte sie wirklich nicht bemerkt, dass ich für sie bestellt hatte? Und wo war ihr Schwermut hin? Eben noch hatte sie sehr traurig und gequält ausgesehen. Davon war jetzt nichts mehr übrig ...
    Sehr seltsam. Noch kannte ich sie jedoch nicht gut genug, um mir ein Urteil zu erlauben. Und eigentlich hatte ich nicht vor, jemanden besser kennenzulernen.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am So 21 Feb 2016, 01:28

    Elijah Ieroth

    "Gregor ...", ermahnte Preya ihren Bruder.
    "Ach, egal, für mich bist du Katze genug!", meinte er, kraulte das Tier hinter den Ohren und unter dem Hals und setzte es sich dann auf seine Schultern - gut dass die so breit waren, dass eine Horde Katzen auf ihnen sitzen konnten - um sich nun mit beiden Händen den Lammkeulen zu widmen.
    "Mir reicht das jetzt", verkündete seine Schwester und erhob sich. Sie hatte ein schwarzes langes Kleid an, mit angenähten schmalen Stoffbahnen, die zu ihren Händen führten, sodass es aussah, als hätte sie selbst in ihrer Menschengestalt Flügel.
    "Elijah, kommst du? Es wird gleich dunkel." Das war zwar reichlich übertrieben, zumal wir Sommer hatten und die Sonne wohl frühestens in drei Stunden unterging, aber ich verstand ihren Drang, den katzenvernarrten Gregoric allein zu lassen.
    "Geh schonmal vor!", meinte ich. Vielleicht konnte ich meinem Gegenüber noch ein wenig Sinn einbläuen.
    "Gregor ... weißt du nicht, wie du wirkst?", fragte ich leise, über den Tisch gebeugt.
    Sein dunkler Blick heftete sich auf mich und er bleckte die spitzen Zähne.
    "Wir beide wissen genau, wer in einem Kampf unterliegen würde, Elijah." Was leider stimmte. Seine Haut war deutlich robuster als meine. Eher würde ich mir die Zähne ausbeißen, als ihm in seiner Gargoylegestalt irgendeine Verletzung zuzufügen. Naja ... übersetzt bedeutete das jedenfalls, ich solle ihn in Ruhe lassen.
    "Ich fürchte aber, ich muss dir den Flauscheball" - ich benutzte extra ein nettes Wort, um eventuelle feindschaftlichen Gefühle zu unterdrücken - "jetzt entführen. Die liebe Gestaltwandlerin will sicher wissen, wo ihr Zimmer ist, damit sie sich verwandeln kann und womöglich endlich anziehen."
    Meine Worte erstickten Gregorics Protest sofort im Keim und er nickte nach einigen Herzschlägen des Überlegens ergeben.
    "Machs gut, Kätzchen!", meinte er und winkte mit der Hand, in der er noch eine Lammkeule hielt.
    Mit einer Grimasse drehte ich mich um und wanderte Richtung Aushängetafel. Dort würde stehen, in welchem Stockwerk, ich und vor allem die Katzenfrau untergebracht waren.
    Ich kam mir wirklich albern vor, aber bevor ich das Ding irgendwo absetzte und es dieser Narr von Gargoyle wieder aufsammelte, lieferte ich es lieber direkt in seinem Zimmer ab.
    Zuerst entdeckte ich allerdings mich.
    7. Stockwerk. Apartment B. Zimmer 4. Zusammen mit Arian und Fienyr Thaer. Beide Namen sagten mir nicht sonderlich viel. Wobei ... Fienyr könnte dieser Kerl mit den seltsam grünen Augen sein ...
    Ich überflog die restlichen Namen, doch auch sie sagten mir nichts. Lag vielleicht daran, dass ich mich auch nicht um die anderen Schüler scherte.
    "So, ich heb dich jetzt hoch und zeig dir die Stockwerklisten, wenn du deinen Namen siehst, miaust du oder machst was anderes, ja?"
    Gut, dass nur ein zwei weitere noch recht junge Mädchen dort standen, die ich mit einem Augenblitzen eingeschüchtert hatte. Auch nur ein Lacher und ich würde ihnen bis in ihre Albträume folgen.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Nachdem ich den Erdbeerkuchen vertilgt hatte, stand ich rasch auf, weil ich mich jetzt voller Energie fühlte und huschte aus dem Speisesaal. Es war noch Zeit für ein wenig frische Luft, bevor der Abend nahte!


    Zuletzt von Alania am So 21 Feb 2016, 15:03 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am So 21 Feb 2016, 14:44

    Téana

    Bei seinen Worten wurde mir ganz warm ums Herz und ich schnurrte noch lauter, als ich auf seinen Schultern saß. Selten kümmerte sich jemand so gut um mich - während der Ferien hatte ich mich bei einer entfernten Tante aufgehalten. Sie war zwar auch nett zu mir gewesen, doch natürlich konnte ich spüren, dass sie lieber allein gewesen wäre.
    Bereitwillig ließ ich mich von seinem Kumpel auf den Arm nehmen. Auch er würde mir vermutlich nichts tun, denn auch wenn ich in Katzengestalt war, war ich doch eine Schülerin der Schule - und wir durften uns nicht gegenseitig fressen oder anderweitig verletzen.
    Ich winkte meinem Wohltäter zu über die Schulter seines Freundes zu, der mich nach oben bringen wollte. Auch nett von ihm, aber wusste er denn, wer ich war?
    Offensichtlich nicht, aber auch egal. Aufmerksam musterte ich die Tabelle, aber als Katze konnte ich nun mal nicht lesen. Ich hatte es versäumt mir meinen Namen einzuprägen, den hätte ich vielleicht trotzdem erkannt. Ratlos neigte ich den Kopf erst nach links, dann nach rechts.


    Arian de Noralia

    Überrascht sah ich der Hexe nach, die sich so ohne Verabschiedung auf den Weg gemacht hatte. Sie musste ihre Gründe haben. So war es jedoch auch gut, dann konnte ich ebenfalls gehen. Die beiden Luchse beachteten uns auch nicht, sondern sprachen noch immer über ihre Ferien, ließen ihre Erlebnisse Revue passieren.
    Leise erhob ich mich und verließ den Tisch in Richtung der Aushängetafeln. Wurde Zeit herauszufinden, mit wem ich das Zimmer teilen sollte.
    Zu meiner Überraschung stand Elijah dort, eine Katze hochhaltend. Das musste Téana sein, von der ich eben etwas aufgeschnappt hatte. Sie sah überfordert aus und mein Gehirn spuckte eine Information aus: Gestaltwandler können in ihrer Tierform nicht lesen.
    Bevor der Gargoyle ungeduldig wurde, überflog ich die Zimmerliste der Mädchen, bis ich sie gefunden hatte.
    "Téana wohnt ihm siebten Stock, Apartment B, Zimmer drei", sagte ich ruhig, gleichzeitig auf der Suche nach meinem eigenen Namen. Da war er ja. Auch der siebte Stock, dasselbe Apartment, aber Zimmer vier. Also genau gegenüber von Téanas Zimmer, da die Jugen immer die geraden Nummern bekamen, während die Mädchen die ungeraden hatten. In jedem Apartment gab es dieselbe Anzahl von männlichen und weiblichen Schülern, um das Gleichgewicht zu erhalten.
    Ich würde mein Zimmer mit Elijah teilen, dann konnte ich mich den beiden auch gleich auf dem Weg nach oben anschließen. Sehr gut.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am So 21 Feb 2016, 15:21

    Elijah Ieroth

    "Fantastisch", meinte ich, jedoch ohne viel Enthusiasmus und drückte der seltsamen Kapuzen-Gestalt neben mir - keine Ahnung, wo der Kerl auf einmal aufgetaucht war - die Katze in den Arm.
    "Dann kannst du sie ja zu ihrem Zimmer bringen! Ich hab Besseres zu tun, als Babysitter für Gestaltwandler zu spielen!" Mehr Katzeninteraktion verdaute ich nach diesem Mittagessen nicht mehr.
    Ohne eine Antwort abzuwarten, setzte ich mich in Bewegung, um Preya zu suchen.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Ich lag auf der Wiese, die sich im Schulhof erstreckte und schaute in den Himmel hinauf. Viele andere Schüler, die ihr Abendessen beendet hatte, schwirrten dort herum. Doch sie störten mich nicht. Sie waren wie kleine Libellen, die nur ab und an summend mein Bewusstsein streiften.
    Am wohlsten fühlte ich mich, wenn ich in den Himmel starrte und an gar nichts dachte. Dann ruhte das Wirrnis in meinem Inneren und an gar nichts zu denken hatte etwas sehr Entspannendes an sich.


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am So 21 Feb 2016, 15:37

    Téana

    Ich kannte die Stimme nicht, die da meinen Namen aussprach, aber ich hatte sofort den Kopf zu ihm umgedreht. Elijah drückte mich ihm in die Arme und verschwand. Ich miaute verwundert, versuchte, im Schatten der Kapuze ein Gesicht zu entdecken, doch das gelang mir nicht.


    Arian de Noralia

    Ich sah die Katze an, die ich gerade so ergriffen hatte, bevor Elijah sich aus dem Staub gemacht hatte. Beinahe wäre sie mir heruntergefallen, aber sie hielt sich an den Ärmeln meines Mantels fest.
    Nun gut, dann würde ich sie eben mit nach oben nehmen, ich wollte sowieso erst einmal dorthin. Schnell meine Sachen in die Schränke sortieren und dann in die Bibliothek gehen. Es gab noch so viel zu lesen.
    Auf dem Weg nach oben sprach ich nicht mit der Katze, hielt sie aber sicher fest. Sie fing irgendwann an zu schnurren, obwohl ich sie nicht streichelte. Komisches Mädchen. Ich erinnerte mich, dass sie recht tollpatschig war. Vielleicht hing das mit ihrer Verwandlung zusammen.
    Im siebten Stock angekommen, die Treppen schienen sich manchmal endlos zu ziehen, aber das war kein Wunder, befanden wir uns hier doch fast ganz oben, öffnete ich die Tür zu unserem Apartment. Es befand sich dahinter eine Art Salon, von dem aus Türen zu den einzelnen Zimmern führten, die wir Schüler uns teilten.
    Zielstrebig trat ich auf die Nummer Drei zu und öffnete die Tür. Zu meiner Überaschung befand sich schon eine zierliche Gestalt in dem Raum, Lilia, eine der Feen. Sie räumte gerade ihre Taschen aus und schaute verblüfft zu uns auf.
    "Hallo", sagte sie nur, musterte aber mehr Téana als mich. Ich setze die kleine Katze auf einem der freien Betten ab, das dritte hatte Lilia schon voll in Beschlag genommen, und wandte mich dann meinem eigenen Zimmer zu.
    Hier war noch niemand drin gewesen, sodass ich die freie Wahl hatte. Entschieden wählte ich das Bett und die Schränke ganz an de Wand. Dort schien nur wenig Licht durch das Fenster hinein. Sobald es dunkel wurde, würden sowieso nur noch die Kerzen in den Wandlampen den Raum erhellen. Ich hatte nicht vor, die Lampe, die mir am nächsten war, lange brennen zu lassen.
    Ruhig räumte ich meine Sachen in die Schränke, bevor ich mich zur Bibliothek begab.
    Im Wohnbereich traf ich wieder auf Lilia, die es sich in einem der Sessel bequem gemacht hatte und in einem Buch blätterte. Irgendein Buch über Pflanzen, das mit meiner Suche sicherlich nichts zu tun hatte, aber so weit ich mich erinnerte, hatte Lilia eine Begabung, die mit Pflanzen zu tun hatte. Das war bei ihren rosenblattgrünen Haaren aber auch irgendwie zu erwarten.
    Sie bemerkte mich nicht, als ich vorbei ging.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am So 21 Feb 2016, 16:50

    Elijah Ieroth

    Die Sonne war noch kaum richtig untergegangen, die Nacht noch dabei sich zu entfalten in ihrem wundervollen Dunkel, als die Schuluhr mit einem lauten Zehn-Uhr-Dong auf sich aufmerksam machte.
    "Verdammt", fluchte ich und ließ von Preya ab, die mich etwas außer Atem anlächelte.
    "Zu schade, dass wir nicht in einem Apartment sind", hauchte sie verheißungsvoll, während sie ihre langen schwarzen Haare glatt strich.
    "Wenn wir noch nach den alten Regeln leben würden, wären wir mit Sicherheit zusammen in einem Zimmer. Allerdings ... auch zusammen mit deinem Bruder ..." Und der wollte sicherlich nicht wissen, was seine Schwester und ich nachts so trieben.
    Ich erhob mich schwerfällig, unwillig und drückte meine Flügel durch. Die Aussicht mit einem Haufen komischer Leute in einem Apartment eingesperrt zu sein, führte dazu, dass sich Übelkeit in meinem Magen ansammelte.
    "Morgen sehen wir uns ja wieder", flüsterte sie, als sie aufstand und gab mir einen Kuss auf die Lippen.
    Im selben Moment ertönte es über den Schulhof und bis hinauf auf zum Dach auf dem wir saßen: "Schüler die nicht innerhalb von 15 Minuten auf dem Zimmer sind, bekommen für mind. zwei Wochen einen Teleporter zugeteilt."
    "Am besten wir riskieren das nicht", lachte Preya, spannte ihre Flügel, stieß sich von der Dachkante ab und segelte über den Hof bis hinab zum Eingang. Meine Augen ruhten noch auf ihr, während sie landete und geschmeidigen Schrittes im Schulgebäude verschwand. Sie ist aber auch ein Anblick, dachte ich hungrig und machte mich dann selbst auf den Weg zu meinem Apartment.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    "Erde an Hayrin. Erde an Hayrin!" Meine Lider flackerten auf und ich blickte in das ansehnliche Gesicht des blonden Lehrers, der mir heute schon einmal begegnet war. Hinter ihm konnte ich schon die Sterne erkennen.
    "Guck mal, was ich hier habe", meinte er mit sarkastischer Fröhlichkeit und hielt mir ein aus dunklem Metall gefertigtes Armband vor die Nase. Mir gefiel es sehr gut, zumal es so aussah, als ob es aus vielen Ranken bestehen würde, die sich in der Mitte trafen, um einen dunkelgrünen Edelstein zu beherbergen. Ich hatte es kaum drei Herzschläge lang bewundern können, als er es mir auch schon ans Handgelenk angelegt und geschlossen hatte.
    "Dein Teleporter. Und stell dir vor. Es ist derselbe den du das letzte Jahr immer tragen musstest. Und da du es bestimmt vergessen hast, erkläre ich es dir noch einmal. 10:15 bringt er dich in dein Apartment. Und um acht in den Klassenraum. Ob du noch schlaftrunken in deinem Bett liegst oder nicht."
    "Wa-", wollte ich gerade ansetzen, als ein merkwürdiges Ziehen meinen Körper erfüllte und ich im nächsten Moment auf dem Boden eines mir unbekannten Raumes landete.


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am So 21 Feb 2016, 16:58

    Téana

    Lange bevor die Glocke zehnmal schlug, lag ich bereits im Bett schlief. Wie jede Katze liebte ich das Schlafen und weil ich den halben Nachmittag in meiner Tiergestalt verbracht hatte, war deren Müdigkeit auf mich über gegangen.


    Arian de Noralia

    Frustriert stellte ich das Buch "Die Arten der Magie" ins Regal zurück. Obwohl ich nicht viel Zeit zum Lesen gehabt und die meisten Seiten nur überflogen hatte, war mir doch klar, dass es mir ebenfalls keine Antworten geben würde.
    Mürrisch machte ich mich daran die Verärgerung abzuschütteln, bevor ich die Bibliothek verließ.
    Gerade rechtzeitig kam ich im Apartment an. Das schreckte mich nicht. Während des ganzen letzten Schuljahres hatte ich es so gehalten und nie einen Transporter bekommen. Die Regel war unsinnig, was sollten wir Schüler in der Nacht schon für Dummheiten anstellen? Ich hätte sie viel lieber für weitere Recherchen genutzt.
    So blieb mir jedoch keine andere Wahl, als mich wie alle anderen Nachtschwärmer den Anordnungen zu unterwerfen. Wenn ich mir doch wenigstens das Buch hätte ausleihen können ...
    Schweigend durchquerte ich den Wohnraum und betrat mein Zimmer.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am So 21 Feb 2016, 17:15

    Elijah Ieroth

    Endlich in meinem Zimmer angekommen, flätzte ich mich erst einmal in eines der Betten.
    Der blonde Junge, der sich bereits darin aufgehalten hatte und dabei gewesen war, seine Sachen in den Schrank zu räumen, musterte mich skeptisch.
    "Du gehörst nicht zu der höflichen Sorte, kann das sein?", wollte er wissen.
    "Halt dein Maul", sagte ich nur, während ich mir die Schuhe auszog und dann in meiner Tasche nach dem Amulett suchte, das meine Gargoyle-Kräfte etwas schwächen würde. (Mit Flügeln schlief sich nämlich wirklich schlecht. Und manchmal zerfetzte ich im Traum Kissen und Decken.)
    Ein komisches Gefühl erfasste mich plötzlich und ich griff mir, nach Luft schnappend an die Brust. Es fühlte sich an, als ob etwas in mich hineingreifen oder hineinfahren würde. Ein warmer Schwall ... von einer seltsamen Substanz ... oder ... es war einfach zu schwer zu beschreiben. Was ... was ... geschah hier? Doch ich hatte keine Zeit in Panik auszubrechen. So schnell dieser Zustand gekommen war, so rasch verschwand er auch.
    "Verstehe, verstehe ... schwere Kindheit. Und das hat dich zu diesem Miesepeter gemacht ... Tut mir leid ... wegen deiner Mutter." Er sagte das Ganze so lapidar daher, während er seine Unterhosen faltete. Und dann machte es Klick.
    Ein Seelenleser. Ich war hier ein Jahr mit einem Seelenleser eingesperrt! Ich ließ meine Tasche fallen und stürzte mich auf ihn, die noch mit Klauen versehenen Hände um seine Gurgel geschlossen.
    "Wenn du das noch einmal bei mir machst ...", knurrte ich zornig, "dann reiß ich die alle Glieder einzelns aus." Ich war so in Rage, dass ich kaum mitbekam, wie die Tür zu unserem Zimmer geöffnet wurde.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Neugierig schaute ich mich um. Das musste wohl mein Zimmer sein. Zumindest war ein Bett okkupiert und auf dem anderen saß ein Mädchen und las. Sie schien sich von meiner Anwesenheit nicht stören zu lassen.


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am So 21 Feb 2016, 17:21

    Téana

    ~


    Arian de Noralia

    Nichts hätte mich auf diesen Anblick vorbereiten können. Elijah hatte Fienyr am Kragen gepackt und drohte ihm offensichtlich. Ich blieb in der Tür stehen, musterte die beiden. Dann zuckte ich mit den Achseln. Wenn dieses Jahr ruhig verlaufen sollte, wäre es wohl das beste, mich nicht diesem verrückten Gargoyle in den Weg zu stellen.
    "Fienyr, sag einfach ja. Ich habe keine Lust auf Ärger hier", sagte ich daher ruhig zu dem Seelenleser.
    Vor ein paar Monaten hatte ich mit dem Gedanken gespielt, einer von denen könnte mir vielleicht helfen, aber das hatte ich wieder verworfen. Sie konnten nur die Seele lesen, nicht den Körper - und die Magie der meisten Arten verbarg sich in deren Körpern.
    "Und streitet etwas leiser weiter, ich möchte schlafen."
    Ohne sie noch einmal anzusehen, wandte ich mich meinem Bett zu und ließ mich darauf nieder. Ich brauchte die Decke nicht, sondern streckte mich einfach so darauf aus. Noch schloss ich die Augen nicht, gespannt darauf, was die beiden anderen wohl tun würden.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am Mo 22 Feb 2016, 22:30

    Elijah Ieroth

    Der Blondschopf prustete spöttisch.
    "Glaubst du, du machst mir Angst, Steinkopf? Tu mir etwas an und du hast nicht nur die Schule am Hals, sondern auch meine ganze Sippschaft. Ich weiß ja nicht, ob dein Vater so erfreut sein wird, wenn du ihm wieder Schereien machst."
    Kaltes Eis durchfuhr meine Venen. Dieser Bastard. Ich hob meine Hand zum Schlag aus, um ihm ein saftiges blaues Auge zu verpassen, als mein Arm von einer unsichtbaren Kraft gestoppt wurde. Im Grunde genommen konnte ich mich gar nicht mehr bewegen. Fienyrs geweitete Augen verrieten mir, dass er an diesem Zustand nicht schuld war.
    "Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigen", sagte eine melodische Stimme und ein Blick zur Tür verriet mir, dass sie einem jungen Mädchen mit buntem Haar gehörte. Wo war die auf einmal hergekommen? In was für einem Affenzirkus war ich hier eigentlich geraten?
    Noch immer vollkommen erstarrt wurden wir von ihrer Macht auseinander gezogen und auf unsere Betten gelegt. Die seltsame Erstarrung löste sich, doch von der Matratze erheben konnte ich mich nicht. Ein seltsames Energiefeld hatte sich nur wenige Zentimeter über mir ausgebreitet.
    "Hayrin, lass das!", rief das Grünauge.
    "Hm?" Die Hexe, denn das musste sie sein, drehte sich auf dem Absatz um.
    "Hayrin!"
    "Die Feindseligkeit kam auch von dir. Gute Nacht", flötete sie, verließ den Raum und schloss die Tür hinter sich.
    "Verdammte Scheiße!", knurrte ich und versuchte mich wie wild vom Fleck zu bewegen, doch all mein Wüten und Toben war fruchtlos. "Ich hasse Hexen. Ich hasse sie!" Und dieses Exemplar schien besonders irritierend zu sein.
    Ein Seufzen kam vom Blondschopf.
    "Arian ... kannst du vielleicht mit ihr reden? Ich wollte noch meine Sachen auspacken und ein wenig lesen ... außerdem wollte ich noch einmal ins Bad ..."


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Ajajajaj ... diese negativen Wellen hatten mir ja gar nicht gefallen. Gut, dass die beiden Hitzköpfe sich jetzt nicht mehr an die Gurgel konnten. Zufrieden setzte ich mich im Wohnraum auf einen Sessel, der Richtung Fenster gerichtet war und begann, die Sterne zu zählen.


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am Mo 22 Feb 2016, 22:44

    Téana

    ~


    Arian de Noralia

    Ich musterte die beiden und unterdrückte mit Mühe das Gelächter, das sich durch meine Kehle bahnte. Da hatte die gute Hexe die beiden deutlich in ihre Schranken verwiesen. Ein bisschen konnte ich sie sicherlich noch schmoren lassen. Vor allem, weil mich Elijahs Worte beunruhigten. Wenn er frei war, konnte er Salia etwas antun. Obwohl ... das sollte er nur versuchen.
    Betont langsam richtete ich mich auf und strich meine Kleidung zurecht, die beiden nicht aus den Augen lassend. Sollten sie sich doch ärgern, sie waren immerhin selbst schuld an ihrem Zustand.
    "Ich kann nicht versprechen, dass sie euch befreit. Aber ich werde es mal versuchen", erklärte ich den beiden noch, ehe ich das Zimmer verließ. Ihre Antworten interessierten mich im Grunde nicht. Ich ließ die Tür hinter mir ins Schloss fallen, damit von draußen niemand sah, was da los war. Die beiden Hitzköpfe konnten ruhig noch etwas schmoren.
    Aufmerksam sah ich mich nach der kleinen Hexe um und hatte sie bald entdeckt. Sie saß am Fenster, schaute gedankenverloren hinaus. Während ich sie eine Weile betrachtete, kam mir der Gedanke, dass sie doch recht hübsch war. Auf ihre eigene ganz spezielle Art.
    Ich wich einem der anderen Mädchen aus, das sich ruckartig aus seinem Sessel erhoben hatte. Wenn mich nicht alles täuschte, war sie eine Nymphe. Noch hatte ich mich mit denen nicht näher beschäftigt, daher fiel mir gerade auch ihr Name nicht ein.
    Neben der Hexe blieb ich stehen und schaute mir an, was sie sich ansah. Die Sterne also. Schließlich sprach ich sie an.
    "Könntest du Elijah und Fienyr vielleicht von dem Bann befreien? Sie werden morgen unausstehlich zu dir sein."

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am Mo 22 Feb 2016, 23:09

    Elijah Ieroth

    "Das ist alles deine Schuld! Hättest du nicht in meine Seele geguckt, dann wäre ich jetzt nicht hier an dieses verdammte Bett gebunden!" Es war ziemlich unbequem, seine Flügel eingequetscht zu wissen und auch mein Schwanz lag irgendwie halb verknotet unter mir.
    "Hättest du mich nicht so unhöflich begrüßt ...", entgegnete der Angesprochene.
    "Ich halte nichts von gespielter Freundlichkeit", meinte ich mürrisch, während ich mit aller Macht gegen das Kraftfeld drückte und dann ein verzweifelte Brüllen ausstieß.
    "Dagegen kommst du nicht an. Hayrin ist zu mächtig. In ihrem Kopf ist zwar haufenweise Chaos ... aber wenn sie was bewirken will, dann kommt man gegen den Zauber nicht an", erzählte er mir. "Ich hab mal versucht, ihren Geist zu lesen. Doch es ging nicht. Wie eine Eisenmauer, um ihre Seele."
    "Vielleicht solltest du einfach aufhören, andere so auszuspionieren, du elender Schnüffler!"
    Als Antwort bekam ich nur ein Seufzen.


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Eine angenehm ruhige Stimme holte mich aus meiner Beobachtung. Ein Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus, als ich den Schattenwandler erkannte.
    "Willst du mit mir die Sterne beobachten?", fragte ich ihn und sah ihn hoffnungsfroh an. Vielleicht könnte er ja zu einem der wenigen werden, die nicht in Vergessenheit gerieten. "Der Himmel ist so schön klar, diese Nacht. Wir könnten Sternschnuppen jagen und uns Sternbilder ausdenken!"


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von June am Mo 22 Feb 2016, 23:18

    Téana

    ~


    Arian de Noralia

    Sie hatte offensichtlich nicht zugehört. Wenigstens hatte sie etwas gehört, sonst hätte sie mich vermutlich nicht bemerkt. Bei einer Hexe konnte man da leider nie so sicher sein.
    "Das würde ich gern tun, leider dürfen wir nachts nicht durch das Gebäude oder über das Gelände stromern", erinnerte ich sie ruhig, lächelte aber unter der Kapuze. Sternschnuppen jagen ... die Idee hätte meiner kleinen Schwester Ayla gefallen.
    Ich schüttelte den Gedanken an sie ab.
    "Erinnerst du dich an Elijah und Fienyr?" Ein zweiter Versuch, vielleicht hatte sie von meinen Worten eben ja doch etwas gehört. Natürlich war es mir recht, dass es etwas länger dauerte, dennoch musste ich sie überzeugen. Andernfalls konnte es durchaus passieren, dass man ihr morgen einen Streich spielte - oder Schlimmeres. Das wollte ich gern verhindern.
    Außerdem ... würde ich sie gern etwas näher kennenlernen wollen. Sie war so ... anders als die anderen Schüler hier.

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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

    Beitrag von Alania am Mo 22 Feb 2016, 23:35

    Elijah Ieroth

    ---


    Salia Kyorina Pontadella Hayrin

    Seine Worte flatterten wieder in mein Bewusstsein, als hätten sie noch eine Runde in meinem chaotischen Selbst gedreht, bevor ich ihre Bedeutung entschlüsseln durfte.
    "Das ist kein Bann", meinte ich ernst. "Ich habe keine Zauberformel benutzt. Also kann ich auch keine entsprechenden Worte sprechen, um ihre Wirkung aufzuheben." Über dieses Thema redete ich nur ungern. Irgendetwas sagte mir, dass ich einmal unzählige Formeln, Banne und Zaubersprüche gewusst hatte, doch nur ein winziger Bruchteil war nun für mich noch zugänglich. Kleine Bruchstücke.
    Ich zog die Beine an meine Brust, bettete mein Kinn darauf und schaute traurig wieder in den Himmel.
    "Das was die beiden Streithähne auseinandergezogen hat, war instinktive Magie. Lediglich mein Willen, der sich manifestiert hat. Und da dies die reinste Form eines Wunsches ist, kann ich es nur ruckgängig machen, wenn mein Inneres, das auch wirklich will." Ich flocht mir eine bunte Kordel um die Finger.
    "Die beiden werden befreit, wenn sie Frieden schließen. Und nur dann." Ich schluckte einen Kloß in meinem Hals hinunter.


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    Re: Magiebegabt (June & Alania)

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