Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Manifest der Zeit

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    Manifest der Zeit

    Beitrag von IamChasingKeanu am Do 02 Jan 2014, 22:50

    Manifest der Zeit

    Bilder. Genommen auf einem Weg um sie in die endlose Vergangenheit zu schicken.
    Erinnerungen. Ich weiß nicht, was aus den Menschen wird, deren Gesichter ich aufnehme. Sie bleiben bei mir; zeitlos und unverändert.
    Und sehen sie sich nach einer Weile wieder, schauen sie auf sich zurück – gewandelt – und wissen doch, egal was passiert, dass sie es selbst sind und dass der Mensch, dessen Züge auf Papier gebannt wurde, doch nur ein Abbild dessen ist, was nicht mehr existiert; etwas das damals unbeachtet im Lauf der Zeit zurück gelassen wurde.
    Manche von ihnen rufen, drohen aus dem Rahmen zu fliehen, die unnachgiebigen Fesseln zu sprengen; ein unnützes Unterfangen; es gibt nämlich kein Zurück mehr.
    Manche starren einen einfach an; ein ruhender unbeweglicher Blick: „Hol' mich nicht.“, scheinen sie aus den verstaubten Augen zu flüstern und meinen damit, dass sie es gut finden, dass die Zeiten sich geändert haben und dass sie zurück gelassen wurden.
    Tag für Tag; jede Sekunde für sich genommen; Bilder die stetig an uns vorbei ziehen; dynamisch.
    Ob wir sie nun schnell oder langsam wahrnehmen ist egal.
    Ein Foto ist es, was wir in den Händen halten; was in unseren Köpfen bleibt - Gesichtszüge.
    Jedes Foto für sich genommen – wie eine Schneeflocke, die auf ein Fenster auftrifft und vergeht. Die Aktualität dieses Lebens war vielleicht kurz, dennoch, wenn wir ihren Weg mit unseren Blicken verfolgen - bis an den Ort ihres Verblassens - dann können wir uns eines gewiss sein:
    Dann können wir sagen:
    Ja, sie haben wirklich existiert.


    Zuletzt von Izo am Fr 03 Jan 2014, 18:45 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Manifest der Zeit

    Beitrag von Tan am Fr 03 Jan 2014, 09:38

    Hallo Izo!

    Ein wirklich schöner Gedankensplitter, den du uns hier präsentierst.

    Du zeigst hier auf sehr schöne Art und Weise, wie vergänglich die Menschen sind. Wie ihr Wesen sich ändert oder ändern kann oder sogar ändern wird, ohne dass sie es merken. Kein Mensch ist am nächsten Tag noch so, wie am Tag davor. Er hat Eindrücke gewonnen, Erfahrungen gesammelt, ist älter geworden.

    Mir gefällt es wie du hier mit Wörtern spielst. Vor allem den Satz Ein Foto ist es, was wir in den Händen halten; was in unseren Köpfen bleibt - Gesichtszüge finde ich sehr gut gelungen.

    Und dass du am Ende noch sagst, dass die Bilder zwar verblassen, und vielleicht auch keine Erinnerung bleibt, aber wir dennoch sagen können, dass jene Menschen existiert haben, finde ich toll. Das ist wie ein Hoffnungsschimmer. Nicht alle Menschen können und werden so viel bewegen, dass sie zum Beispiel in Geschichtsbüchern festgehalten werden. Dennoch haben sie existiert, gelebt - und genau dieses Leben ist es, das sie auskosten sollten.

    Ein toller Gedankensplitter am frühen Vormittag :)

    Liebe Grüße
    Tan
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    Re: Manifest der Zeit

    Beitrag von Clouchen am Fr 03 Jan 2014, 13:13

    Hallo! :)

    Das ist ein sehr interessanter und nachdenklicher Gedankensplitter, den ich mehrere Male gelesen habe.

    Das Thema ist sehr originell, die meisten Menschen sehen ein Foto und denken sich nichts dabei, außer, dass sie vielleicht in Erinnerung schwelgen. 

    Dein Denkansatz ist sehr spannend, dass in den Fotos ein Mensch gefangen ist, den es nun so nicht mehr gibt, weil sich Jeder und Alles im Laufe der Zeit verändert ("Alles fließt").

    Mir gefällt besonders die Gegenüberstellung von denen, die ausbrechen wollen und denen, die ja nicht zurückkommen wollen. Manche Menschen denken sich bestimmt, wenn sie ein altes Foto von sich sehen, dass damals alles besser war, andere jedoch freuen sich darüber, dass nun alles anders ist.

    Und besonders schön ist natürlich das Ende, denn so wie Tan gesagt hat, schaffen es nicht viele Menschen, Taten zu vollbringen, für die man sich immer an sie erinnern wird, trotzdem kann man durch diese Bilder nicht bestreiten, dass sie existier haben. Ich habe zum Beispiel meine Großmutter nie gekannt, nie getroffen, doch durch die Fotos weiß ich trotzdem, dass es sie gegeben hat, weiß sogar, wie sie aussah, kann von ihrer Ausstrahlung sogar etwas von ihrer Persönlichkeit erschließen und so fühlt es sich für mich fast so an, als würde ich sie kennen.

    Vielen Dank für diesen Text, ich habe ihn genossen :)

    LG
    Clou

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    Re: Manifest der Zeit

    Beitrag von IamChasingKeanu am Fr 28 März 2014, 09:54

    Vielen Dank für eure Kommentare,

    obwohl ich zugeben muss, dass ich den Text eher zu den schwächeren Sachen zähle, da er zwar einen schönen Gedanken äußert, der aber ziemlich kitschig und aufgedunsen verpackt ist, freue ich mich natürlich, wenn er scheinbar trotzdem Wirkung zeigt. Die Sache ist nicht die, das ich jetzt umgekehrte Psychologie anwende, so in der Art - "Ja, ich habs hier reingestellt, aber ich finds total kacke", und eigentlich damit nur gutes Feedback ergattern will. Es ist eher so, dass ab und an, wenn man Gefühle in einen Text packt, man irgendwann feststellt, dass die eigene Sprache und die Gedanken sich verändert haben.
    So betrachtet sind also auch Texte irgendwo auch wie Bilder: Man selbst als eigener Verfasser entdeckt sich drin wieder und andere sehen zwischen den Zeilen ansatzweise den Menschen, der das verfasst hat und ein Stück von sich gegeben hat.
    Der Leser, wie auch der Schreiber sind auch Veränderungen unterworfen: Eindrücke ändern sich, Gedanken verändern sich, Wertungen ändern sich und was bleibt ist die Erinnerung an einen Text und ein paar vage Einschätzungen.

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    Re: Manifest der Zeit

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