Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Rainer Löffler - Blutsommer

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    Rainer Löffler - Blutsommer

    Beitrag von Tin am Do 28 März 2013, 17:12


    Inhalt:
    Eine Dunstglocke liegt über der Stadt. Die Hitze ist unerträglich. Und dann noch der Geruch, dieser furchtbare Geruch!
    Der Picknichausflug von Familie Lerch nimmt ein grausiges Ende, als sie im Wald auf einen dunklen Haufen stößt, von Fliegen und Maden bedeckt: Der "Metzger" hat wieder zugeschlagen.

    Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, wird zur Unterstützung der Polizeit nach Köln beordert. Keiner kann sich so gut in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinversetzen wie er: eine Gabe, die einsam macht. Abel glaubt, an Schrecklichem schon alles gesehen zu haben. Das das hier - das ist eine neue Dimension.
    (Klappentext)

    Meine Meinung:

    Als ich von diesem Thriller hörte, der von der Geschichte her unglaublich interessant klang und noch dazu in Köln spielte, war ich wirklich neugierig und habe mir das Buch sofort gekauft. Jetzt bin ich endlich zur Lektüre gekommen und irgendwie - ist meine Meinung ein wenig zwiegespalten.

    Der für mich fast interessanteste Faktor an dem Buch war, wie gesagt, dass die Geschichte in Köln spielt. Dies hat mir während der Lektüre schon recht oft ein komisches Gefühl gegeben, wenn ich dachte: Wow, da bist du gestern noch vorbei gefahren. So einen Bezug zum Setting eines Thrillers zu haben, ist schon etwas ganz anderes, als wenn dieses sich zum Beispiel in Amerika o. ä. liegt.
    Köln wird von einem Serienkiller der übelsten Sorte heimgesucht: Er foltert seine Opfer und legt sie schließlich zerstückelt irgendwo ab.

    Die Charaktere des Buches haben mir sehr gut gefallen. Allen voran natürlich der etwas ... sagen wir "schwierige" Martin Abel, der Falllanalytiker aus Sturrgart. Nach außen hin ist er ein richtiges Arschloch und zeigt seinen Unmut darüber, dass ihm nicht selbst überlassen wird, welchen Fall er vorrangig bearbeiten will und dass er dann auch noch eine "Assistentin" zur Seite gestellt bekommt, der er sein Wissen vermitteln soll, ohne Beschönigung. Doch so arschig er auch ist, genauso genial ist er auch. Er besitzt diese Fähigkeit, sich in einen Täter hinein zu versetzen und so ein unglaublich detailliertes Profil dessen zu erstellen. Und für sein ungestümes Verhalten hat er ja auch einen bestimmten Grund ...
    Dann ist da noch Hannah Christ, seine Schülerin, die unbedingt mit ihm arbeiten wollte - und jetzt doch ein wenig platt ist ob seiner Unnachgiebigkeit und seinen unkontrollierten Ausbrüchen. Sie war mir sehr symphatisch, da ich ihre Gedanken meist sehr gut nachvollziehen konnte. Aber natürlich musste dann noch dieser Fakt hinzu, dass sie sich irgendwann über ihre Gefühle zu Martin Abel nicht mehr ganz so im Klaren ist.
    Und zuletzt gibt es noch Greiner, den leitenden Ermittler, der sich nicht eingestehen will, dass er Hilfe braucht und so Abels Arbeit äußerst skeptisch gegenübersteht. Doch hat auch er noch etwas an sich, das erahnen lässt, wie wichtig ihm seine Kollegen eigentlich sind ...

    Positiv ist auf jeden Fall zu den Personen noch zu erwähnen, dass sich das Buch unheimlich leicht lesen lässt. Die knapp 500 Seiten vergingen wie im Flug, der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Die ganze Handlung ist auf 10 Tage verteilt und zwischendurch gibt es immer wieder Einblicke in die Vergangenheit des Täters.

    Allerdings fehlte mir leider die Spannung hinter dem Ganzen. Die Idee der Geschichte an sich ist super, sie war nur für mich zu wenig ausgebaut. Ich konnte das Buch zwar wie gesagt leicht lesen, aber das lief mehr so nebenbei. Wirklich spannend und fesselnd wurde erst nach gut zwei Dritteln, was echt schade ist. Zudem war schon viel zu früh klar, wer der Täter war, sodass die Handlung relativ durchschaubar wurde. Es gab eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten für das Ende, von denen dann eine tatsächlich eingetroffen ist.
    Gut, um das Ganze jetzt nicht allzu schlecht dastehen zu lassen: Es gab ein Detail, das mich doch noch überrascht hat und am Ende gab es noch eine wirklich interessante Wendung.
    Und dem steht dann aber diese völlig unnötige Liebesgeschichte gegenüber, das ewige Hin und Her der Gefühle zwischen Hannah und Martin. Ganz ehrlich? Sowas kann ich in einem Thriller nicht gebrauchen. Ich will gepackt und mitgerissen werden - und das von einer spannenden Handlung und nicht von einer überflüssigen Romanze.

    Fazit:
    Eine gute, grausame Idee, die aber leider nicht gebührend umgesetzt wurde, sodass "Blutsommer" in meinen Augen hinter vielen anderen Büchern seines Genres zurückstehen muss. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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    Anmerkung: Ich werde noch ein kleineres Bild einfügen. Wink
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    Re: Rainer Löffler - Blutsommer

    Beitrag von Vampirmaedchen am Do 28 März 2013, 22:29

    Hallo Tin!

    Erst einmal danke für deine Vorstellung! :)

    Der für mich fast interessanteste Faktor an dem Buch war, wie gesagt, dass die Geschichte in Köln spielt. Dies hat mir während der Lektüre schon recht oft ein komisches Gefühl gegeben, wenn ich dachte: Wow, da bist du gestern noch vorbei gefahren. So einen Bezug zum Setting eines Thrillers zu haben, ist schon etwas ganz anderes, als wenn dieses sich zum Beispiel in Amerika o. ä. liegt.
    Köln wird von einem Serienkiller der übelsten Sorte heimgesucht: Er foltert seine Opfer und legt sie schließlich zerstückelt irgendwo ab.
    Das glaube ich dir :0
    Ich hatte beim Märchenerzähler schon ein mulmiges Gefühl, weil ich die dort benannte Stadt eben auch ganz gut kenne und wenn man dann das noch mit solch einem Serienkiller in Verbindung hat ... *schauder* Manchmal geht mir auch durch den Kopf, dass es vielleicht wirklich irgendwo Morde in seiner Nähe gibt die man gar nicht mitbekommt und dann ist so ein Buch irgendwie ... noch schrecklicher, möchte ich sagen. Geht dir so etwas manchmal vielleicht auch durch den Kopf?

    Irgendwie finde ich, dass eine Liebesgeschichte nichts in einem Thriller/Krimi zu suchen hat. Anfangs hatte es mich gestört, weil ich ein Fan von Romanzen bin, doch wenn man eben ein Buch aus dieser Genre in die Hand nimmt, will man das ja eben nicht. Oh man, ich kann verstehen, dass dir das auch nicht so zugesagt hat :')

    Es ist zwar schade, dass das Buch so schnell zu durchschauen war, aber wenigstens hast du jetzt ein Buch weniger auf deinem SuB! Und das zählt ja auch schließlich :)

    Liebe Grüße,
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    Re: Rainer Löffler - Blutsommer

    Beitrag von Tin am Do 28 März 2013, 22:45

    Hey Vee,

    schön, dass du hier vorbeigeschaut hast! :)
    Manchmal geht mir auch durch den Kopf, dass es vielleicht wirklich irgendwo Morde in seiner Nähe gibt die man gar nicht mitbekommt und dann ist so ein Buch irgendwie ... noch schrecklicher, möchte ich sagen. Geht dir so etwas manchmal vielleicht auch durch den Kopf?
    Oh ja, das geht mir nur zu oft durch den Kopf. Man denkt sich irgendwie immer: Sowas passiert bei uns nicht. Und dann sieht man am nächsten Tag in den Nachrichten, dass ganz in der Nähe ein Vater seine Familie, irgendein Mann eine Angestellte umgebracht hat oder ähnliches. Oft frage ich mich allerdings dann auch, ob es so diese ... "krassen" Fälle von Serienmord bei uns tatsächlich nicht gibt. Ob das nur an mir vorbeigeht. Ob es in den Nachrichten nicht gezeigt oder einfach nur nicht erkannt wird ... hm.

    Irgendwie finde ich, dass eine Liebesgeschichte nichts in einem Thriller/Krimi zu suchen hat.
    Ich finde ganz so pauschal kann man das auch nicht sagen. Es kommt einfach darauf an, wie so etwas in die Geschichte eingebunden wird. Und hier war es einfach stümperhaft, finde ich.

    Hast du das Buch auch gelesen??

    Liebe Grüße
    Tin
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    Re: Rainer Löffler - Blutsommer

    Beitrag von Vampirmaedchen am Do 28 März 2013, 22:56

    Hey Tin!

    Nein, ich habe das Buch nicht gelesen (:

    Ja, das frage ich mich manchmal auch, ob die Serienmorde überhaupt gezeigt werden oder ob die in der eigenen Nähe überhaupt gar nicht passieren? Ich hatte letztens ein flaues Gefühl gehabt, als ein Mörder in Hamburg gesehen wurde und weiter durch Deutschland flüchtet. Natürlich ist Hamburg eine ganze Ecke von mir entfernt, aber mulmig war mir trotzdem zumute.

    Es kommt einfach darauf an, wie so etwas in die Geschichte eingebunden wird.
    Klar, du hast recht, aber ich finde sie sollte nicht an erster Stelle stehen (: Und wenn, denn nicht die ganze Handlung irgendwie einnehmen bzw. die Gedanken der Charaktere. Denn in erster Linie möchte ich etwas über den Fall lesen. Das wollte ich nur damit sagen. Vielleicht habe ich es nur etwas unglücklich formuliert bzw. nicht gesagt, haha.

    Liebe Grüße,
    Vee
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    Re: Rainer Löffler - Blutsommer

    Beitrag von Tin am Do 28 März 2013, 22:59

    Ah okay, hatte sich kurz so angehört. (:
    Natürlich ist Hamburg eine ganze Ecke von mir entfernt, aber mulmig war mir trotzdem zumute.
    Aber so geht es mir auch immer. Und ich denke, dass diese Reaktion nur natürlich ist.
    Das wollte ich nur damit sagen. Vielleicht habe ich es nur etwas unglücklich formuliert bzw. nicht gesagt, haha.
    Doch, das habe ich schon so verstanden. Wink Ich wollte eben nur nochmal darüber hinaus sagen, wie ich es eben sehe. :) Und hier war es ja nun auch wirklich bescheuert gelöst ...

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    Re: Rainer Löffler - Blutsommer

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