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    Papst Benedikt XVI tritt zurück

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    Papst Benedikt XVI tritt zurück

    Beitrag von moriazwo am Mo 11 Feb 2013, 12:45

    Wie eben in den Nachrichten verlautet, wird Papst Benedikt XVI am 28.Februar 2013 um 20 Uhr sein Pontifikalamt niederlegen und somit sein Amt vakant machen.
    Nach seiner Aussage hat er diese Entscheidung getroffen, weil er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters keine Möglichkeit mehr sehe, sein Amt in der erforderlichen Weise auszufüllen. Er legt daher sein Amt nieder und eröffnet damit die Möglichkeit, einen geeigneteren Mann zum Papst zu wählen.
    Das Kirchenrecht gibt dem Papst das Recht, jederzeit von seinem Amt zurückzutreten. Von dieser Möglichkeit wurde jedoch in der Vergangenheit kaum jemals Gebrauch gemacht, so dass Papst Benedikts Rücktritt der Erste nach mehreren Jahrhunderten ist.
    Papst Benedikt zählte sicherlich nicht zu den progressiven Elementen der katholischen Kirche, war er doch vor seinem Amtsantritt jahrelang Vorsitzender der Glaubenskongregation, deren Ziel die Wahrung des Glaubens in der Welt ist. In früheren Jahrhunderten trug die Glaubenskongregation einen ganz anderen Namen, der uns völlig andere Dinge assoziieren lässt: Die Heilige Inquisition. Natürlich sind die Mittel heute andere, doch das ursprüngliche Ziel ist noch immer dasselbe. Es war daher nicht zu erwarten, dass unter Papst Benedikt XVI bahnbrechende Modernisierungen der Kirche stattfinden würden.
    Umso erstaunlicher ist es, dass er - im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte - die Entscheidung trifft, dass seine Kraft nicht mehr ausreicht, weitere Ziele selbst zu erreichen. Er zeigt Besonnenheit und gibt den Stab an seinen Nachfolger weiter. Das ist weit mehr, als man bisher von den Führern der katholischen Kirche gewohnt ist. In aller Regel bekleiden sie ihr Amt auch noch dann, wenn sie selbst überhaupt nicht mehr in der Lage sind, sich der Öffentlichkeit zu zeigen.
    Man darf gespannt sein, wer Papst Benedikts Nachfolge antreten wird und was es für die Kirche und die Welt bedeutet. Bei jedem neuen Papst erhofft man sich einen Wandel hin zu einer modernen Kirche, mit zeitgemäßen Regeln und Gesetzen. Doch man darf nicht zuviel erwarten. Die Kirche ist eine von Hause aus konservative Institution, geführt und regiert von konservativen Menschen.
    Wir dürfen gespannt sein.
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    Re: Papst Benedikt XVI tritt zurück

    Beitrag von Jagar am Mo 11 Feb 2013, 12:52

    Tatsächlich ist Papst Benedikt erst der zweite Papst nach Coelestin V., der freiwillig von seinem Amt zurücktrat. Und dieser tat es am 13.12.1294. Die anderen Rücktritte wurden mehr oder weniger erzwungen.
    Der Papst hat meinen tiefsten Respekt für diese Entscheidung. Es bringt der katholischen Kirche nichts, wenn ein Häuflein Elend auf dem Stuhl Petri sitzt, das von nichts mehr etwas mit bekommt. Dann lieber so.
    Wandel zur modernen Kirche. Das hört sich immer so schön an. Ja, die katholische Kirche ist durchaus vergangenheitsbehaften und konservativ, aber unterscheidet sie das so sehr von anderen Religionsgemeinschaften? Kirche soll nicht hip sein, dass ist meine Meinung. Gut, in manchen Punkten muss die Kirche langsam mal neue Positionen einnehmen, keine Frage. Aber im Großen und Ganzen finde ich es gut, wie sie ist :)
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    Re: Papst Benedikt XVI tritt zurück

    Beitrag von Lexi am Mo 11 Feb 2013, 13:08

    Ich bin ja nun absolut gar kein Freund der katholischen Kirche, aber ich finde es gut, dass er zugibt, nicht mehr in der Lage zu sein, den Posten zu bekleiden, und zurücktritt.
    Ich würde mir einen deutlich jüngeren Nachfolger wünschen, der etwas ... modernere Ansichten vertritt und nicht mehr gegen Kondome wettert oÄ Schoten bringt.
    Ich vermute allerdings, dass das ein Wunsch bleibt Suspect

    Nunja, mal sehen. Ist mir eigentlich immer egal gewesen.
    Ich erinnere mich noch an 2005, als Johannes Paul II. gestorben ist. Mein Bruder und ich haben uns furchtbar darüber aufgeregt, dass im Fernsehen nur Sondersendungen liefen und unsere Serien nicht gezeigt wurden Laughing
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    Re: Papst Benedikt XVI tritt zurück

    Beitrag von Deadwing am Mo 11 Feb 2013, 13:15

    Oh, das hab ich noch gar nicht mitbekommen, nachdem ich heute noch keine Zeit für die Nachrichten hatte. :O
    Tja, ob sein Nachfolger etwas... moderne Ansichten vertreten wird? Schlecht wär's ja nicht, ich selbst stehe der katholischen Kirche jedenfalls jetzt auch nicht allzu positiv gegenüber. ^^
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    Re: Papst Benedikt XVI tritt zurück

    Beitrag von moriazwo am Mo 11 Feb 2013, 13:48

    @Jagar:
    Es war nicht meine Absicht, die katholische Kirche als konservatives Element aus der Gruppe der übrigen Religionsgemeinschaften herausragen zu lassen. Ich bin immerhin selbst Katholik, aber das kann und darf mich auch nicht daran hindern, die eigene Glaubensgemeinschaft auch kritisch zu sehen. Hier ging es um Papst Benedikts Rücktritt und damit quasi ausschließlich um die katholische Kirche.
    Wir brauchen uns sicherlich nicht darüber streiten, dass die Kirche eine konservative Institution ist. Mit Modernisierungen meine ich auch nicht, dass die Kirche mit einem Schlag "hip" wird. Das soll sie nicht und das kann sie auch gar nicht. Sie setzte von jeher auf die Erhaltung von Glaube, Moral und Tugend. Ich streite nicht ab, dass so etwas vielleicht gerade in unserer heutigen Zeit wichtig ist, in einer Welt, die sich immer schneller entwickelt und in der die Anpassung dieser Tugenden mit der allgemeinen Entwicklung nicht schritthalten kann. Ich sehe es durchaus so, dass ein mahnender Finger an der richtigen Stelle wichtig sein kann, um die Menschen zum Nachdenken und Innehalten zu bringen.
    Was ich der Kirche jedoch vorwerfe, ist die Tatsache, dass sie sich nicht, bzw. kaum entwickelt. Man mag konservativ sein müssen, aber das darf nicht gleichbedeutend mit Stillstand sein. Unsere Bibel, die heilige Schrift, ist als Sammlung von Einzeldokumenten in den Jahrhunderten nach der Kreuzigung Christi entstanden und dient noch immer der Kirche als ultimatives Gesetzeswerk. Dabei handelt es sich meist um Interpretationen des Textes, angepasst an die jeweils zu erreichenden Ziele. Die Welt nach Christus war sicherlich eine völlig andere Welt als die, in der wir rund 2000 Jahre später leben. Sowohl die Lebensumstände, als auch die Bildung und Ansichten der Menschen sind nicht mehr mit denen der Frühzeit zu vergleichen. Da darf die Frage erlaubt sein, warum man von Seiten der Kirche diesem Gesichtspunkt nicht wenigstens in Ansätzen Rechnung trägt? Da werden in Zeiten von HIV und AIDS noch immer Kondome verteufelt. Aussätzige hingegen hat man früher durchaus aus den Gemeinden verstoßen, um die Gesunden zu schützen. Das war in Ordnung. Das Problem der Kirche ist vermutlich die Ausübung der Sexualität an sich. Sie ist ja grundsätzlich nur zur Zeugung von Nachwuchs zulässig, wenn es nach der Kirche ginge. Was ist mit Vergewaltigungsopfern? Warum muss den betroffenen Frauen neben dem Leid und der Gewalt, die ihnen angetan worden ist, auch noch zugemutet werden, eine daraus entstandene Schwangerschaft bestehen zu lassen und das Kind großzuziehen? Weil Gott dieses Leben geschenkt hat? Verdammt noch mal, es ist in einem solchen Fall ein Akt fieser Brutalität, der dazu geführt hat! Es fällt schwer, das als ein Geschenk anzusehen, oder? Hier liegt für mich wirklich ein gewaltiges Potenzial für moderne Einstellungen der katholischen Kirche. Solange das Thema Verhütung noch immer zum Sündenpfuhl erklärt wird, Priestern ein Eheleben verweigert wird, sie jedoch meist eine Haushälterin haben, was ich überhaupt nicht verurteilen will - im Gegenteil. Es ist nicht zu erwarten, dass ein Prieser mit seinem Gelübde gleichzeitig seine Gefühle und Triebe abgelegt hat. Aber es ist ein Zeichen von Janusköpfigkeit, das Zusammenleben von Priester und Haushälterin gleichzeitig für gesellschaftlich "unbedenklich" zu erklären. Hier macht sich die Kirche unglaubwürdig, wo sie es überhaupt nicht nötig hätte.
    Die Welt hat sich einfach weitergedreht und die Kirche erkennt dies häufig nicht an. Ich erwarte nicht, dass von heute auf morgen erdrutschartige Änderungen geschehen. Das ist nicht die Art der Kirche und das entspricht auch nicht ihrer konservativen Haltung. Aber etwas mehr Akzeptanz für die Sorgen und Nöte unserer realen Welt würde ich mir schon wünschen.
    Würde sich hier etwas bewegen, würden sich möglicherweise nicht so viele Menschen von der Kirche abwenden, wie es derzeit geschieht.

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    Re: Papst Benedikt XVI tritt zurück

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