Pooly's Kunst und Schreibforum

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Zu unseren Mitgliedern sage ich: willkommen zurück.

Und unseren Gästen möchte ich empfehlen, sich vielleicht etwas hier umzusehen. Vielleicht lohnt es sich ja für euch.
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Viel Spaß!



Pooly & Co.

    Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

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    Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Nakyo am Mo 04 Feb 2013, 21:21

    Hallo Forengemeinschaft,

    es geht um eine Diskussion, die gar nicht mal so neu ist. Vor allem der erste Link lohnt sich zu lesen:


    http://www.zeit.de/2013/04/Kinderbuch-Sprache-Politisch-Korrekt/komplettansicht

    http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/lesezeichen/kinderbuchklassiker-politisch-korrekt-100.html



    Mich würde ja mal nebenbei interessieren, welcher Autor seinen Text freiwillig hat ändern lassen und wo es nur um den Betrag ging ...

    Ich muss mich ganz offen gegen eine Änderung aussprechen. Wieso? Wir schreiben ja auch Goethe oder Schiller nicht neu. Und anbei ginge damit "historische Sprache" verloren. Interessant finde ich ja, dass da Leute der Meinung sind, dass sie durch eine Änderung in die politisch korrekte Sprache rassistische oder diskriminierende Wirkungen und kolonialistischen Prägungen vorbeugen könnten. Dabei wird hier vollkommend außer Acht gelassen, dass es hier auch um historische Fakten handelt, nämlich der Sprache von damals. Nicht nur, dass mich das an das orwellische Gedächtnisloch erinnert, wie soll so noch ein Märchen authentisch wirken, wenn die Sprache für dieses wichtig ist? Zum Beispiel Pippi Langstrumpf? Ist das nicht so, als läge man Wert auf eine politisch korrekte Ausdrucksweiße, wenn ein Nazi in einem Buch zu Worte kommt? Das würde doch auch total unglaubhaft oder etwa nicht?
    Ist es nicht vielleicht auch so, dass diese alte Sprache Kinder von heute sensibilisiert?
    Zu einem Großteil muss ich mich also dem ersten Artikel anschließen ... So viel zu einem kleinem Anriss meiner Meinung hierzu ...

    LG
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Floh am Mo 04 Feb 2013, 21:26

    Hi Nakyo

    Interessantes Thema, das hab ich noch gar nicht mitbekommen.

    Ich muss mich dir voll und ganz anschließen, damals war die Situation halt anders, und es ist wirklich so, als wolle man Shakespeare neu schreiben *einen Vogel zeigt* Ist ja verrückt.
    Meine Güte, bevor das Kind Jim Knopf liest, sagt man ihm halt, dass der Begriff "Neger" heute negativ aufgefasst wird. Dann weiß es Bescheid und die Sache ist erledigt.

    Liebe Grüße
    Floh
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Nakyo am Mo 04 Feb 2013, 21:38

    Ich denke, hier wären entweder Fußnoten oder jedoch ein Vorwort sinnvoll ... aber eine Änderung des gesamten Buches? In Kim Knopfs Fall so gut wie unmöglich ohne einen wichtigen Teil der Geschichte zu verlieren!
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Lexi am Mo 04 Feb 2013, 21:40

    Ich bin bei diesem Thema auch voll bei euch - es tut mir fast körperlich weh, wenn ich höre, was aus Kinderbüchern gemacht werden soll.
    Wenn ein Kind alt genug ist, der Handlung zu folgen, dann versteht es in der Regel auch, dass man dieses und jenes Wort nicht mehr sagt, wenn man es ihm erklärt.
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Floh am Mo 04 Feb 2013, 21:40

    Ja, Fußnoten sind auch eine gute Idee.

    Und die Kleine Hexe ohne als Türken verkleidete Kinder?? Geht nicht, echt nicht.
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Nakyo am Mo 04 Feb 2013, 21:44

    Es wird hier schlicht weg vergessen, dass damals die Wörter benutzt wurden, weil sie gängig waren und sich hier keinerlei böse oder rassistische Absicht dahinter verbirgt! Und das ist, was mich so aufregt ... man möchte zensieren, wo es nur geht und nimmt dafür sogar in Kauf, dass etwas historisches verloren geht...
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Floh am Mo 04 Feb 2013, 21:45

    Jupp, du hast völlig recht. In einem Wort: das ist IDIOTISCH!
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Pooly am Mo 04 Feb 2013, 21:50

    Hey Nadine,

    danke für das interessante Thema, zu dem ich natürlich in letzter Zeit auch schon sehr viel mitbekommen hatte. Auch wenn ich deine Meinung dahingehend überhaupt nicht unterstützen kann. Sicherlich ist das Thema der Änderung in Kinderbüchern recht diskutabel, es steht doch aber fest, dass dies hier kein historisches Buch ist, das von Erwachsenen gelesen wird, die das Thema und die Sprache differenziert betrachten können, sondern von Kindern. Gerade im Bereich von Kinderbüchern, die einen pädagogischen Wert haben und Kindern die Sprache nahe bringen sollen, finde ich leichte Anpassungen gerechtfertigt. Es sind ja tatsächlich nur einige wenige Begriffe, die in unserer heutigen Zeit beispielsweise als negativ und beleidigend gelten, Kindern aber innerhalb der Literatur als richtig vermittelt werden.
    Fest steht natürlich, dass die Begriffe, die teilweise verwendet wurden, im Kontext ihrer Entstehungszeit neutral waren; aber aus heutiger Sicht sind sie es schlichtweg eben nicht mehr. Das betrifft ja nicht nur das Wort "Neger", sondern beispielsweise auch "wichsen", das heutige Kinder einfach nicht mehr im Sinne von "putzen" oder "polieren" kennen. Wenn dann im Text steht, dass Kinder "durchgewichst" werden, erscheint es mir persönlich zumindest schon nachvollziehbar, daraus "verhauen" zu machen. Oder will jemand leugnen, dass Kinder heutzutage das nicht falsch verstehen würden?

    Ich kann die Stellungnahme des Thienemann-Verlages zu diesem Thema nur unterstreichen:
    Wir stehen als Verlag von Kinder- und Jugendliteratur in einer Verantwortung für die von uns veröffentlichten Texte. Auch die Bücher von Otfried Preußler werden häufig schon von Kindern allein gelesen und es ist nicht selbstverständlich davon auszugehen, dass ein Erwachsener dem lesenden Kind Begriffe erklärt oder die Umstände der Entstehung kennt. Nur in den wenigsten Fällen – und sicherlich nicht in der wohligen Vorlesesituation – führen Anmerkungen oder Fußnoten zu schwierigen Begriffen zu einem Diskurs mit Kindern. Deshalb sollte ein Text für Kinder möglichst nicht falsch verstanden werden können. Sprache beeinflusst das Bewusstsein und wo ein diskriminierender Begriff vermieden werden kann, halten wir es für vernünftig ihn wegzulassen.
    Die ganze Stellungnahme könnt ihr hier lesen: [klick]

    Viele liebe Grüße,
    Marie


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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Nakyo am Mo 04 Feb 2013, 22:00

    Hey Marie,


    ich kann deine Meinung vollkommend nachvollziehen und teiweiße muss ich dir auch zustimmen. Nämlich in dem Punkt, dass den Kindern nicht vermittelt werden darf, dass diese Wörter heute noch legetim wären. Deshalb wäre ich hier ja eben für Fußnoten oder ein erklärendes Vorwort.
    Aber ich kann mich hier in meiner Meinung nur wiederholen: Ich finde, es geht zu vieles verloren, wenn hier irgendwas umgeschrieben wird. Stell dir mal Jim Knopf ohne all diese Beschreibungen vor. Oder mit Umschreibungen. Ist es nicht so, dass vieles das Bild dann sogar verfälscht? Drückt "Südseeprinzessin" bei Pippilangstrumpf nicht eigentlich was ganz anderes aus als "Negerprinzessin"? Und wie ich bereits sagte .... würde es auch nicht vollkommend verkehrt wirken, wenn sich ein Nazi in einem Jugendroman politisch korrekt ausdrücken würde? Irgendwie schon oder? Und so empfinde ich es mit den alten Märchen, denn sie spielen nun einmal in einer ganz anderen Zeit ... Aber genau dass müsste man ja auch in Nazi-Jugendbücher dann ändern, wenn man schon einmal damit beginnt...
    Ich finde, dass hier Kinder sogar mit dem Umgang dieser Wörter sensibilisiert werden können, wenn man es ihnen eben richtig vermittelt.

    LG
    Nadine


    Zuletzt von Nakyo am Mo 04 Feb 2013, 22:04 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Floh am Mo 04 Feb 2013, 22:02

    Und wieder muss ich Nadine zustimmen: Es geht nur um die Vermittlung. Wenn einem Kind gesagt wird, dass das Wort "Neger" eine negative Bedeutung hat, und man das dem Kind richtig klar macht, und das Kind vernünftig ist, dann sollte es auch nicht alle mit diesem Wort beschimpfen, jetzt nur mal als Beispiel
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Pooly am Mo 04 Feb 2013, 22:11

    Hallo Nadine,

    danke für deine Antwort.
    Und wie ich bereits sagte .... würde es auch nicht vollkommend verkehrt wirken, wenn sich ein Nazi in einem Jugendroman politisch korrekt ausdrücken würde?
    Genau so kann man es aber in meinen Augen nicht sehen. Wenn innerhalb eines Gespräches der negative Standpunkt eines (beispielsweise) Rechtsradikalen durch den Gebrauch solcher Worte deutlich gemacht werden würde, wäre das ja in einem ganz anderen Fall. In diesem Fall würde das Kind ja bemerken, dass bestimmte Begriffe abwertend genutzt werden.
    So ist es ja aber im Fall der Wörter, die ausgetauscht werden, nicht. In der Stellungnahme des Verlages steht auch, dass jedes Wort, das ersetzt werden sollte, sorgfältig abgewählt und der Ersatz genau ausgesucht wurde und ich finde die Lösungen in den meisten Fällen sehr elegant gewählt.
    Wir müssen hier ja sehen, dass die Verlage, die Änderungen vornehmen, Kinderbuchverlage sind, die davon ausgehen müssen, dass die Eltern den Kindern vorlesen oder die Kinder vielleicht auch allein lesen und keinen Gesprächspartner haben. Wenn dort also eine Fußnote steht, wie soll man das beim Vorlesen regeln? Was sollte man überhaupt in so einer Fußnote schreiben? "Als der Autor das geschrieben hat, durfte man das noch sagen; heute aber nicht mehr"? Oder ""Wichsen" hieß damals etwas anderes als heute"? Ich denke nicht, dass das zu einer Sensibilisierung führen würde; zumal sehr kleine Kinder diese Differenzierung noch gar nicht verstehen könnten, denke ich.

    Sicherlich bin ich kein Pädagoge, aber ich sehe in den sehr vorsichtigen Änderungen wirklich keine Zensur. Es ist wie gesagt ja nicht so, dass große Textpassagen geändert wurden, sondern tatsächlich nur sehr wenige, ausgewählte Begriffe - und das auch nur nach sorgfältiger Prüfung und Überlegung.


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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Nakyo am Di 05 Feb 2013, 14:08

    Hallo Marie,
    @Pooly schrieb:
    Sicherlich bin ich kein Pädagoge, aber ich sehe in den sehr vorsichtigen Änderungen wirklich keine Zensur. Es ist wie gesagt ja nicht so, dass große Textpassagen geändert wurden, sondern tatsächlich nur sehr wenige, ausgewählte Begriffe - und das auch nur nach sorgfältiger Prüfung und Überlegung.
    Und genau hier bin ich so skeptisch. Mag ja sein, dass das der Vorsatz ist, aber die Erfahrung zeigt leider, dass es in der Praxis dann eben doch anders aussieht.
    Na ja, vielleicht sollte man auch zunächst einmal abwarten und sich dann noch einmal darüber mokieren ...


    Mal ein Beispiel mit Tom Sawyer:

    Publishers of the book have made their own attempts at easing the controversy by way of less-coarse publications. A 2011 edition of the book, published by NewSouth Books, replaced the word "nigger" with "slave" (although being incorrectly addressed to a freed man) and did not use the term "Injun." Mark Twain scholar Alan Gribben said he hoped the edition would be more friendly for use in classrooms, rather than have the work banned outright from classroom reading lists due to its language.
    Responses to this include the publishing of The Hipster Huckleberry Finn which is an edition with the word "nigger" is replaced with the word "hipster". The book's description includes this statement "Thanks to editor Richard Grayson, the adventures of Huckleberry Finn are now neither offensive nor uncool."

    Das ist, was Wikipedia dazu sagt ...
    Ebenfalls lesenwert: http://blogs.villagevoice.com/runninscared/2011/01/hipster_huckleb.php
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Amira am Sa 23 Feb 2013, 22:59

    Hallo!

    Dankeschön für das Eröffnen des Themas! Ich bin selbst in letzter Zeit immer wieder vermehrt auf Artikel gestoßen, in denen diese Thematik diskutiert wurde.

    Im Grunde spiegelt der erste im Anfangspost gepostete Artikel meine Meinung weitgehend wieder.

    Sicherlich bin ich kein Pädagoge, aber ich sehe in den sehr vorsichtigen Änderungen wirklich keine Zensur. Es ist wie gesagt ja nicht so, dass große Textpassagen geändert wurden, sondern tatsächlich nur sehr wenige, ausgewählte Begriffe - und das auch nur nach sorgfältiger Prüfung und Überlegung.
    Wenn das nicht Zensur ist, was dann? Wie Nadine bin ich der Meinung, dass der edle Grundgedanke der Kinderbuch-Verlage, wie der des Thienemann-Verlages, in der Praxis dann doch gänzlich anders umgesetzt werden. Denn: Wo zieht man die Grenze? Wie weit sollen die Änderungen gehen? Heuzutage sind es Begrifflichkeiten, wie "Neger" und dergleich, die Anlass zu Änderungen geben, doch wie sieht es in ein paar Jahren aus? Mir gefällt der Gedanke nicht, in einigen Jahren die Bücher meiner Kindheit zur Hand zu nehmen, durchsetzt von Änderungen - ob nun gehäuft oder "nur" einzeln.

    Und dabei geht es ja nicht nur um Ausdrücke wie "Neger", sondern auch um solche Szenenbeschreibungen:
    Wer da mit Korrekturen anfängt, darf gar nicht mehr aufhören. Das gilt erst recht für Pippi Langstrumpf . Der Antisemitismus- und Rassismusforscher Wolfgang Benz hat vor einiger Zeit entdeckt, Astrid Lindgrens Buch sei »mit Ressentiments befrachtet« und von »Kolonialrassismus« gezeichnet. Beweis dessen: Pippi behaupte, alle Menschen im Kongo lögen.

    Ja, sie sagt das, und es kommt so: Pippi geht eines Tages auf der Straße rückwärts. Von den Nachbarskindern Thomas und Annika darauf angesprochen, antwortet sie: »Leben wir etwa nicht in einem freien Land? Darf man nicht gehen, wie man möchte?« In Ägypten zum Beispiel, wo sie schon einmal gewesen sei, gingen alle Menschen so, und in Hinterindien liefen sie auf den Händen. »›Jetzt lügst du‹, sagte Thomas. Pippi überlegte einen Augenblick. ›Ja, du hast recht, ich lüge‹, sagte sie traurig. ›Lügen ist hässlich‹, sagte Annika. ›Ja, Lügen ist sehr hässlich‹, sagte Pippi noch trauriger. ›Aber ich vergesse es hin und wieder, weißt du. Und übrigens‹, fuhr sie fort, und sie strahlte über ihr ganzes sommersprossiges Gesicht, ›will ich euch sagen, dass es im Kongo keinen einzigen Menschen gibt, der die Wahrheit sagt. Sie lügen den ganzen Tag. Sie fangen früh um sieben an und hören nicht eher auf, als bis die Sonne untergegangen ist.‹«
    Darin sehe ich persönlich die Gefahr.

    Ich denke sehr wohl, dass man Kindern diese Bücher in ihrer ursprünglichen Form zumuten kann und darf. Zumindest bin ich froh, davon verschohnt geblieben zu sein - ja, tatsächlich, ich habe Astrid Lindgrens Bücher in Originalfassung gelesen! -, ebenso der Elternbewegung - ebenfalls gestützt von edlen Grundgedanken -, die Bücher, wie "Der Fänger im Roggen", für Jugendliche unzugänglich machen wollte.
    Und wieso das Ganze? Ist man im Glauben, das Problem der Diskriminerung und des Rassismus aufgrund einer simplen Begrifflichkeitenänderung anzukämpfen? Sollte in dieser Hinsicht nicht an einem völlig anderen Punkt angesetzt werden, bevor wir uns den Kinderbüchern zuwenden? Sollte diese Energie und Kraft nicht an einem völlig anderen Ort zum Einsatz kommen? Es ist doch beinahe kurios, wie sich plötzlich alle auf die Kinderbücher stürzen und dabei völlig außer Acht lassen, dass das unser Problem der nach wie vor massiv vorherrschenden Diskriminierung keinesfalls auch nur ansatzweise lösen wird. Oder um den Gedanken etwas provokanter in Form eines Artikelausschnittes zu formulieren:
    Glaubt im Ernst jemand, man erziehe Astrid-Lindgren-Leser zu Rassisten, wenn man den Text nicht reinige? Sollte man die pädagogische Energie nicht besser auf das Heer jener Illiteraten richten, die von Pippi Langstrumpf noch nie etwas gehört haben und trotzdem genau wissen, wer der Neger ist?

    Liebe Grüße,
    Naomi

    PS.: Beide Zitate stammen aus dem Artikel der Zeit online.
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Floh am So 24 Feb 2013, 08:28

    Hallo alle zusammen nochmal :)

    Wir haben mittlerweile im Deutschunterricht auch darüber gesprochen und am PC ein bisschen recherchiert. Dabei bin ich auf einen Artikel mit einem interview mit Christine Nöstlinger in der "Presse" gestoßen. Darin hat sie ihre Ansicht auch klargemacht und gesagt (nicht wörtlich): "In Erwachsenenliteratur würde man nie so reinpfuschen!" womit sie, finde ich, auch recht hat.
    Und in einem anderen Artikel der "Presse" stand, dass die Erwachsenen wohl keine Angst vor den Büchern hätten, sondern davor, dass die Kinder, die sowieso aus einem instabilen Umfeld kommen, noch mehr... verkommen. Und sie wollen zumindest etwas im Leben des Kindes kontrollieren; in diesem Fall die Literatur.

    Wollte ich nur mal noch dazugefügt haben Very Happy

    Liebste Grüße
    Floh

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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von theo am So 24 Feb 2013, 19:04

    Ich finde die Diskussion darüber sehr gut.
    Wir haben keine anderen, lebenswichtigere Probleme als über Worte in Kinderbüchern auf breitem Rahmen zu diskutieren. Das ist doch schon 100% besser, als wenn wir uns darüber Gedanken machen müssten, was wir morgen essen sollten, weil nicht mal mehr vertrocknete Rüben im Schrank sind oder, wo wir den nächsten Schluck Wasser hernehmen sollen.

    Zu den Kinderbüchern:
    Schon immer wird versucht, die Literatur von Kindern und Jugendlichen an die jeweiligen Zeiten anzupassen. War ein Grund, warum ich früher als Kind nicht gelesen habe. Merkte einfach, dass das nicht so richtig sein konnte. War zu brav...
    Dennoch: Man meint halt immer, man müsste die lieben Kleinen vor etwas verschonen, vor dem man selber Angst hat.
    Wer von uns ist ohne die Negerprinzessin aufgewachsen? Verwendeten wir Neger je negativ? (btw: Neger ist für mich nach wie vor unbelastet. Schließlich und endlich gab es bei uns nie den "Nigger" wie in den USA, dazu waren und sind dunkelhäutige Menschen viel zu exotisch. Um einen Vergleich zum Nigger zu haben: Kann sich jemand an das Wort Kanacke in einem Kinderbuch erinnern?)
    Ich glaube nicht, dass die lieben Kleinen, die da vor den bösen bösen Wörtern geschützt werden sollen wirklich vor der Bosheit der Welt schützen können. Stichwort: Internet. Was man dort, unzensiert, sehen, lesen oder hören muss/kann?
    Wenn den Kindern politische Korektness vorgelebt wird, wissen sie auch umzugehen mit diesen Dingen. Und wenn den Eltern (weil sie kaum Zeit haben für ihre Kinder) das nicht gelingt, den KITAS, die wohl als staatliche Erziehungsanstalten die größte Möglchkeit der politischen Gleichschaltung haben oder der Schule - denn diese Erziehung wird im Hauptteil von den Peers übernommen - wie sollen da Kinderbücher was dran ändern?

    Andererseits ändert sich Sprache tatsächlich.
    Viele der Bücher von früher sind "neu übersetzt" oder editiert. In Großbritannien lesen sie Shakespeare in der Schule im Original, in einer Sprache, die kaum einer mehr so richtig versteht. (Lies doch mal das Nibelungenlied im Orignal... Das ist was für Sprachwissenschaftler) Umberto Eco z.B. hat von seinem Bestseller "Der Name der Rose" selbst eine überarbeitete, modernisierte Version herausgebracht. Weil er viele Dinge heute eben nicht mehr so schreiben würde, wie damals. Und, der leider vor kurzem verstorbene, Ottfried Preussler hat der Änderung ja auch zugestimmt.
    Dass man die Sprache also anpasst, ist nicht unbedingt verkehrt, aber die Motivation die dahintersteckt?

    Wie sagt man so schön? Wehret den Anfängen!
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von Pooly am Sa 02 März 2013, 03:05

    Hallo Naomi und theo,

    wirklich interessante Gedanken und Ansätze, die ihr hier kundtut und vertretet. Ich kann mich euren Meinungen teilweise wirklich anschließen, weil ich bei dieser Diskussion durchaus auch beide Seiten vollkommen verstehe. Ich glaube trotzdem, dass viele das Thema irgendwie zu eng und verbissen sehen.

    In meinen Augen sind diese Änderungen keine Zensur, weil die Begriffe den Kindern ja nicht direkt verboten werden. Es ist doch nun einmal Tatsache, dass die Kinderbücher vor allem da sind, um zu unterhalten und Spaß zu machen. Besonders bei Kindern, die in sehr jungem Alter lesen oder auch vorgelesen bekommen. Ich bin mir sicher, dass viele Kinder in diesem Alter trotzdem schon wissen, dass "Neger" nicht unbedingt ein Wort ist, das sie gebrauchen sollten. Zumindest, wenn die Eltern halbwegs bestrebt sind, ihren Sprösslingen einen ordentlichen Umgang mit der Sprache und gewissen Begriffen beizubringen. Aber selbst bei diesen Kindern, die bereits wissen, dass "Neger" ein abwertendes Wort ist, sollte genau aus diesem Grund das Lesen eines solchen Wortes in einem 'gewöhnlichen' Zusammenhang irritieren. Wenn sie gelernt haben, dass man solche Begriffe nicht unbedingt gebrauchen sollte, warum steht es denn dort, als wäre es nichts Schlimmes? Sind vor allem kleine Kinder in der Lage, schon so weit zu denken, dass sie sagen "Früher durfte man das sagen, deswegen steht es dort noch?" Sicherlich nicht. Sollen die Eltern vielleicht beim Vorlesen stocken, um noch einmal darauf hinzuweisen, dass man diese Worte nicht sagt? Sollen die Kinder bei jedem Auftauchen eines 'komischen' Wortes zu ihren Eltern laufen müssen, um sich darüber zu informieren?
    Ich denke nicht, dass das der Sinn sein sollte, der am Ende dahinter steht. Die Literatur soll vor allem doch Spaß machen und nicht - zumindest nicht in diesem Fall - dazu führen, dass das Kind entweder in Zweifel verfällt oder aufgeklärt werden muss. Hier geht es ja immerhin nicht um inhaltliche Dinge, sondern um simple sprachliche Äußerungen, die nicht verändert werden, weil sie böse oder schlecht sind, sondern einfach aus dem simplen Grund heraus, dass sie veraltet sind. Denn es betrifft ja wie schon an früherer Stelle gesagt nicht nur dieses eine Wort "Neger", sondern auch Begrifft wie "wichsen", die man heute nun ja wirklich unter komplett anderer Bedeutung kennt.

    Ich sehe es deswegen als eher weniger schlimm an, weil Sprache ein flüssiger Prozess ist. Unsere Sprache verändert sich ständig, selbst im Laufe unseres Lebens. Nur dass wir es selbst eben weniger deutlich wahrnehmen, als es und eben durch gedruckte und geschriebene Werke bewusst wird. Erwachsene sind noch eher in der Lage, auch ältere Texte zu verstehen und auch kontroverse und missverständliche Begriffe als das einzuordnen, was sie sind: Produkte einer vergangenen Zeit. Deswegen kann man heutzutage auch Thomas Mann, Oscar Wilde und Co. lesen, ohne das Änderungen vorgenommen werden müssten. Aber Kinderbücher sind eben Bücher für Kinder. Und bei den daran vorgenommenen Änderungen geht es am Ende - allgemein betrachtet - weniger um politische Korrektheit oder darum, die Kinder vor etwas zu "schützen", als am Ende eher darum, unnötige, durch die Sprache entstehende Missverständnisse zu beseitigen.

    (Die Änderung der von dir zitierten Szene stand meines Wissens nach übrigens nie zur Debatte. Dieser Artikel aus der Zeit ist auf eine ekelhafte Art und Weise überspitzt und sarkastisch.)

    Viele liebe Grüße,
    Marie


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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von ExituS am Di 05 März 2013, 18:46

    Hallo! Very Happy

    Eine wirklich spannende Diskussion, die ich auch schon oft am Rande mitbekommen habe, obwohl ich mich jetzt nie wirklich eingehend damit beschäftigt habe.
    Ich persönlich finde eigentlich auch nicht, dass Begriffe wie "Neger", die damals eben normal waren und jetzt beleidigend sind, ersetzt werden müssen. Ich denke, sowas ist vielleicht gerade ein guter Grund, seinem Kind das mal zu erklären, und sie nicht zu "überbeschützen". Kinder fragen bei sowas halt, oder bekommen es eben einfach so erklärt, und verstehen das dann auch. Ich gehöre ja in der Hinsicht schon zur "neueren" Generation, in der das Wort "Neger" nicht mehr geläufig war und habe das damals schließlich auch verstanden. Früher waren eben manche Dinge anders, unter anderem der Sprachgebrauch, wichtig ist, solche Wörter jetzt nicht mehr zu benutzen.
    Ich finde allerdings auch nicht, dass es jetzt ein absolutes Verbrechen ist, solche Änderungen vorzunehmen, da ist es bei mir genauso, wie wenn ältere Kinderbücher einfach in modernere Sprache umformuliert werden - irgendwas in mir schreit zwar "Nein! Das dürft ihr nicht! Ihr verschandelt das ganze Buch!", aber im Endeffekt wird das Buch dadurch ja nicht komplett ruiniert, sondern nur zeitgemäß gemacht. (Und es ist auch eigentlich nicht wichtig, dass das Buch mir so mehr oder weniger gefällt, sondern dass es dem Kind Freude bereitet, und ich weiß noch genau, wie ich mich damals durch uralte, nicht mehr ganz so leicht verständliche Kinderbücher gequält habe, weil wir bei meinem Papa einfach keine modernen Kinderbücher hatten, und wie frustrierend das war.)
    Also... ja. Solche Änderungen würden mich jetzt nicht umbringen, sie müssen aber auch nicht unbedingt sein, finde ich.

    Liebe Grüße,
    Sarah
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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

    Beitrag von June am Fr 24 Mai 2013, 17:22

    Hayho Very Happy

    Ich habe bisher auch immer gedacht, dass das echt blödsinnig ist, diese alten Bücher zu ändern. Im Grunde genommen ist es das auch.
    Ich habe eure Kommentare so gut wie alle gelesen und auch vor allem Maries Argumente verstanden. Und ich sehe sie auch als passend an, vielleicht würden sie mich auch überzeugen, aber ... ganz ehrlich?
    Die Kinder von heute haben schon in der Grundschule Schimpfwörter drauf, an die ich noch nicht mal heute denken würde. Für die Kinder und ihre Entwicklung ist es sicher nicht schlimm, etwas von einem "Neger" zu lesen. Die würden vermutlich über das noch eher nette Wort lachen, wo sie doch selber ganz andere benutzen.
    Es gehören heute Wörter zum allgemeinen Umgangston an ganz normalen Schulen, die für mich früher richtig böse Schimpfwörter waren. Das ist weder überspitzt gesagt, noch ein Angriff, noch sonst irgendetwas - nur eine Tatsache. Kann man also durch die Veränderung von Kinderbüchern etwas dagegen tun? Ich denke nicht.

    Dennoch möchte ich den Leuten, die diese Änderungen unterstützen nicht auf den Füßen herumtreten (auch wenn ich das mit meinem ersten Satz wohl getan habe). Es gibt schließlich die Möglichkeit, die ganzen Geschichten umzuschreiben. Dann ist es eben nicht mehr Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren, sondern nach eben dieser. So könnte man in einem Aufwasch auch die Sprache mehr an die heutigen Zeit anpassen, weil es sicher auch harmlose Formulierungen gibt, die man heute nicht mehr verstehen würde.
    Vielleicht geht dabei auch der Zauber der Geschichten verloren, aber nur für uns, die wir die Originale kennen. Für ein neunjähriges Kind könnte eine ganz neue Magie entstehen, ganz ohne dass der Text zu kompliziert oder mit politisch unkorrekten Wörtern gespickt wäre.

    Ganz liebe Grüße,
    Juny

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    Re: Politisch korrekte Korrekturen in Kinderbüchern

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