Pooly's Kunst und Schreibforum

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Zu unseren Mitgliedern sage ich: willkommen zurück.

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    Sexismus im Alltag

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    Sexismus im Alltag

    Beitrag von Jagar am Mo 28 Jan 2013, 07:42

    Hallo liebe Poolyianer!

    Da hier im Forum ja viele User weiblichen Geschlechts sind, dachte ich, es wäre mal ganz sinnvoll, dieses aktuelle Thema anzuschneiden: Sexismus im Alltag.

    Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, hat der Spitzenkandidat der FDP, Reiner Brüderle, einer Journalistin auf die Brüste geschaut und gesagt: "Sie würden auch ein Dirndl ausfüllen."
    Ich denke, er hat das Ganze nicht böse oder verletzend gemeint, aber der Spruch war schon recht plump. Es ist ja grundsätzlich nicht verboten, einer Frau zu sagen, dass sie eine tolle Figur hat, aber wenn man es schon macht, dann mit etwas mehr Fingerspitzengefühl als Brüderle.

    Wie sind eure Erfahrungen dazu? Wurdet ihr schon mal so oder auf ähnliche Art belästigt oder angemacht? Wo sind bei euch die Grenzen zwischen Flirt und Belästigung? Das würde mich echt interessieren, weil ich ja auch ab und an mal einen etwas anzüglicheren Spruch raushaue.

    Liebe Grüße
    Sascha
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Skadi am Mo 28 Jan 2013, 08:29

    Der eigentliche "Skandal" um die Geschichte ist meiner Meinung nach nicht, was Brüderle gesagt hat, sondern dass er in seiner Position nicht klug genug war, auf seine Wortwahl zu achten. Ich denke auch nich, dass er es böse oder abwertend gemeint hat, aber wenn man im Licht der Öffentlichkeit steht - was Politiker ja nunmal tun - sollte man schon so klug sein und darüber nachdenken, was man von sich gibt. Besonders da man ja meinen könnte, dass ein gewisses Niveau und Verstand vorhanden ist, um die Konsequenzen einschätzen zu können.

    Zumindest für mich ist die Abgrenzung zwischen Flirt und Sexismus ziemlich eindeutig: Ein Flirt dient dazu, dem anderen ein Kompliment im Bezug auf ihn als Person zu machen. Sexismus ist einfach nur die Herabreduzierung auf irgenwelche Körpermerkmale die unsere Triebe stimulieren, ohne dass der Mensch zu dem es gesagt wird, tatsächlich von Bedeutung ist. Und im schlimmsten Fall auch noch total plump und hohlkopfig.


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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Jagar am Mo 28 Jan 2013, 08:40

    Jap, ganz meiner Meinung. Wenn jemand so in der Öffentlichkeit präsent ist, sollte man schon auf seine Wortwahl achten. Hätte er es vielleicht etwas subtiler ausgedrückt, hätte mit Sicherheit kein Hahn danach gekräht. Aber so...brauch er sich wirklich nicht wundern :)

    Ich hab gestern in der Bild am Sonntag (ja, ich lese diese Zeitung! ^^) gelesen, was Frauen als Belästigung empfinden. Und manche legen die Toleranzgrenze sehr, sehr niedrig. Ist auch nicht das Gelbe vom Ei, wenn man gleich was aufs Auge gedrückt bekommt, wenn man ein wenig flirtet.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Sara am Mo 28 Jan 2013, 09:30

    Mh, ich glaube ich definiere den Begriff Sexismus irgendwie anders.

    Jemandem zu sagen oder zu zeigen, dass man ihn sexuell attraktiv findet, das schwingt für mich irgendwo ganz weit hinten mit. Die Sprüche von Brüderle waren ziemlich plump und überflüssig, aber aus seinen Blicken ein Drama zu machen, das find ich dann doch übertrieben. Ich denke ja mal nicht, dass er ihr sabbend überm Ausschnitt hing. Vermutlich hat sie auch schon mal nem gutausehenden Kerl auf den Hintern geschaut, ohne dass es gleich in der Zeitung stand. Solang dieses Verhalten nicht massiv und übergriffig wird, kann man sich sein denken oder es sogar sagen. Dann vergeht dem Gegenüber vielleicht sogar die Lust an dummen Sprüchen.

    Sexismus im Alltag ist für mich was ganz anderes. Zum Beispiel das Vorurteil, dass Mädchen nicht rechnen können und Jungs kein Ballett machen sollten. Oder die Frau, die sich als Jungmanagerin bewirbt und am Empfang gefragt wird, ob sie sich für den Job der Sekretärin bewirbt. Oder der Mann, der am Empfang im Autohaus arbeiten will und gefragt wird ob er Mechaniker oder Verkäufer werden will. Oder auch das Überraschungsei, dass es jetzt auch in Rosa und für Mädchen gibt.

    Einfach Vorstellungen davon, wie eine Frau und ein Mann zu sein haben. Und wenn jemand nicht diesem Muster entspricht, dann wird er schräg angeschaut. Das kann der Hausmann sein, der sein Kind von vom Kindergarten abholt. Oder die Frau im Aufsichtsrat eines großen Unternehmens.

    Sexismus hat für mich erst untergeordnet mit Sex zu tun, sondern mit der Rolle, die einem Geschlecht zugeschrieben wird.

    In meinem alten Betrieb hätte man z.B. nie einen Kollegen gefragt ob er Kaffee kochen kann. Diese Aufgabe fiel den Frauen zu. Das ist alltäglicher Sexismus.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Pooly am Di 29 Jan 2013, 14:35

    Ah, ein interessantes Thema, Sascha. Danke fürs Anschneiden, das ist ja im Weltgeschehen zurzeit wirklich sehr wichtig und zentral.
    Ich finde es schon interessant, die bisher verschiedenen Meinungen hier zu lesen, denke persönlich für mich aber, dass man beide Verhaltensweisen - sowohl jemanden zu bedrängen und mit unangemessenen Sprüchen zu belegen, als auch einem Geschlecht bestimmte, feste Rollen zuzuweisen - als Sexismus bezeichnen kann.

    Ich weiß nicht, ob es jemand von euch mitbekommen hat, aber auch bei Twitter ging diese Sache in den letzten Tagen um - und tut es auch noch immer. Unter dem Hashtag #aufschrei sammeln Menschen, die sich von Sexismus betroffen fühlen oder gefühlt haben, ihre Erfahrungen zu dem Thema. Und es war wirklich schockierend, was allein schon die wenigen Menschen berichtet haben, denen ich folge. Jungs, denen von ihren Vätern eingebläut wird, man dürfe nicht weinen, weil das nicht 'männlich' ist. Vergewaltigungsopfern, denen von der eigenen Familie gesagt wird 'Na mit deinen kurzen Röcken hast du es ja auch provoziert'.
    Und die dazu entstehenden Diskussionen; es ist wirklich unglaublich, was sich in den menschlichen Abgründen so verbirgt und ich denke, dass die Sache nicht gerade dadurch besser wird, dass alle denken, sich dazu unbedingt eine ganz schnelle Meinung bilden zu müssen. Gerade bei den Aussagen einiger betroffener Frauen klingt es so, als wären Männer nie von Vorurteilen betroffen - oder wären gar das einzig 'böse Geschlecht'. Und wiederum die ganzen Idioten, die versuchen, die Aufregung um das Thema ins Lächerliche zu ziehen, obwohl es da in meinen Augen wirklich nichts zu Lachen gibt.
    Allein an diesem Netzwerk sieht man schon all die Misstände, die auf diesem Themengebiet noch bestehen.


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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Jagar am Di 29 Jan 2013, 14:52

    Sexismus ist klar eine ernste Sache und nicht zum Lachen. Aber ich muss auch sagen, dass es einige (ich will jetzt nicht viel sagen, das wäre zu weit gefasst) Frauen wirklich übertreiben. Was ich so mitbekommen habe, was manche Frauen als sexuelle Belästigung empfinden, da muss man sich echt an den Kopf fassen. Da dürfte man im Grund ja nicht mal mehr ein Kompliment machen. Am besten immer kühl und distanziert bleiben, das wäre das Beste.

    Der Witz an der Sache ist ja, dass der Herr Brüderle diesen Spruch vor einem (!) Jahr gemacht hat. Und jetzt - im Wahljahr - kommt es wieder an die Öffentlichkeit. Da hat diese Reporterin aber lange gebraucht, um das als empörend zu empfinden.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Klabautermann am Di 29 Jan 2013, 15:48

    Ja Sascha, das siehst Du genau richtig.
    Meine Güte, was hat denn dieser bedauernswerte Brüderle gesagt.
    Das die Dame, die er ansprach, auch ein Dirndl ausfüllen könnte. Und? Ein derbes Kompliment. Mehr nicht.
    Wenn ich an die frustierten Kampfziegen denke, die in meiner letzten Firma schon zum Betriebsrat gespurtet sind, wenn jemand einen unchristlichen Witz erzählt hat!
    Als diese wiederliche Horde dann eine ältere Kollegin in die Depression mobbten, da schaute alle unschuldsvoll aus der Wäsche.
    Erzähle mir niemand etwas von karrieregeilen, sensiblen Unschuldsengeln!
    Die würden jeden Konkurrenten am liebsten zum Kachelmann machen!
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Pooly am Di 29 Jan 2013, 16:10

    Ja. Danke, für diesen wertvollen Beitrag, Volker.

    Natürlich kann es schnell den Eindruck machen, dass Frauen übertreiben, wenn es um das Thema geht, aber Anke hatte schon in ihrem ersten Beitrag sehr recht: Es ist immer eine Sache der Formulierung und des Auftretens (in diesem Falle der Männer). Da ist es natürlich leicht zu sagen "Hey, das war doch nur ein Kompliment". Und das beziehe ich auf Brüderle, sondern auf diese Situationen allgemein. Es ist immer eine Charaktersache; sicherlich gibt es auch einige Frauen, die sich darüber freuen, wenn ihnen im Club ein Kerl an den Hintern fasst, oder wenn sie anmachende Kommentare von Kollegen bekommen; aber sehr vielen ist das einfach unangenehm; und ich glaube, dass das der Großteil der Männer einfach nicht versteht.
    Und dann steht man da, als Frau, bekommt so einen dummen Spruch von einem Fremden zugerufen und weiß überhaupt nicht, wie man reagieren soll. Was soll ich tun? Mir Listen ausarbeiten, was ich auf solche Sachen erwidern soll? Dem dummen Gelächter der Kerle zusehen, die sich über meinen erschrockenen Blick freuen?

    Das ist natürlich nur ein Beispiel, aber ich finde, dass man das Thema nicht einfach mit "Ach, die übertrieben doch allesamt" vom Tisch wischen kann. Es gibt zu jeder Diskussion und zu jedem Thema extreme Auffassungen und Meinungen. Und trotzdem denke ich, dass Sexismus im Alltag ein reales Problem darstellt, das auch eine reale Diskussion verdient hat.


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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Jagar am Di 29 Jan 2013, 16:25

    Du hast natürlich recht, Marie. Nicht alle übertreiben, darum hab ich ja auch von "manchen Frauen". In 90 % der Fällen ist es wohl wirklich eine richtige sexuelle Belästigung, die abgelaufen ist. Die Grenze zwischen Flirt und Belästigung ist recht schwammig, da jeder das anders bewertet. Manche Frau freut sich bestimmt, wenn sie gesagt bekommt, sie hat einen tollen Körper. Eine andere sieht das vielleicht etwas anders. Man muss auf dieser Ebene echt vorsichtig sein.
    Hätte ich jetzt eine hübsche Kollegin in meinem Alter, würde ich ihr mit Sicherheit auch das ein oder andere Kompliment machen und sie vielleicht auch mal fragen, ob sie nicht Lust hätte, mal auszugehen. Wenn dann aber ein Nein kommt, würde ich das auch so akzeptieren und dann nicht auf Biegen und Brechen versuchen, was zum laufen zu bringen. Das würde ich dann als sexuelle Belästigung sehen. Wenn eine Frau Nein sagt und man es trotzdem weiter versucht.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Floh am Di 29 Jan 2013, 16:28

    Ich äußere mich jetzt auch mal dazu.

    Also ich weiß ein Beispiel:
    Mein Onkel hat eine Zeitlang am Flughafen als Sicherheitsbeamter gearbeitet, dann haben sie eines Tages eine neue Kollegin bekommen. Bei so einer "Willkommensrunde" oder so ähnlich, hat er irgendwas Lustiges gesagt, das aber auf die Kappe dieser neuen Kollegin ging, aber er hat dabei gelacht und es überhaupt nicht böse gemeint, (das hat auch jeder bestätigt) aber diese Kollegin ist sofort zu seinem Chef gerannt und wegen ihr ist er dann gleich gefeuert worden...
    Sie hat, laut meinem Onkel (ich hab aber auch mit einem Kollegen meines Onkels geredet, der das mitbekommen hat), alles zu ihren Gunsten verdreht und ich glaube, als Sexismus aufgefasst. (das jetzt überhaupt nur zu dem Stichwort "karrieregeil" von Volker)

    Aber das Thema ist schon etwas Schwerwiegendes, das, wie Marie sagte, nicht so einfach vom Tisch zu wischen ist. Natürlich gibt es unterschiedliche Ansichten, manche übertreiben auch.

    Lg
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Pooly am Di 29 Jan 2013, 16:40

    Na wenn er gleich gefeuert wurde, dann interessiert mich schon, was er da gesagt haben soll. Genau solche Sachen meine ich aber auch, Floh. Ein Typ sagt einen dummen, sexistischen Spruch und lacht; alle anderen lachen. Und was tust du? Würdest du wollen, dass schon an deinem ersten Tag auf Arbeit ein Kollege ankommt und irgendwas über deine Brüste oder deinen Hintern oder was weiß ich sagt? Selbst wenn es nur als Witz gemeint ist, solche Sachen sind oft - wenn auch nur lustig gemeint - bloßstellend. Das hat doch nicht immer etwas mit "karrieregeil" zu tun.
    Natürlich sage ich nicht, dass es nicht auch Frauen gibt, die solche Argumente nutzen, um sich Vorteile zu verschaffen. Es hat aber nicht zwangsläufig immer mit "Ach, die Frauen haben sich Sexismus ausgedacht, um bessere Positionen zu bekommen" zu tun. Ich finde solche Verallgemeinerungen ganz schlimm, weil sie dazu beitragen, dass nicht über das Thema gesprochen wird. Es gibt so viele Fälle davon, dass Menschen - sowohl Frauen als auch Männer - in dieser Weise belästigt/auf ihr Geschlecht reduziert/verallgemeinert werden und sich gar nicht trauen, darüber zu sprechen oder sich zu wehren.


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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Floh am Di 29 Jan 2013, 16:51

    Neinnein, da bin ich mir noch ganz sicher; er hat nichts sexischtisches gesagt; und das behaupte ich nicht nur, weil er mein Onkel ist!
    Ich kann ihn das nächste Mal, wenn ich ihn sehe, fragen und das dann hier posten, ich bin mir da nämlich 100%ig sicher
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Skadi am Di 29 Jan 2013, 17:16

    Die Sache ist nur, dass man wegen einer Behauptung eines Mitarbeiters niemanden einfach so kündigen kann. Eine Kündigung muss Arbeitsrechtlich immer begründet sein und in dem Fall wie du ihn beschrieben hast, stünde Aussage gegen Aussage. Die Kündigung hätte vor Gericht überhaupt keinen Halt. Also entweder muss da mehr vorgefallen sein, als dein Onkel zugibt, oder ihm sind seine Mitarbeiter kollektiv in den Rücken gefallen.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Klabautermann am Di 29 Jan 2013, 17:26

    Ja Leute, 35 Berufsjahre haben so ihre Spuren hinterlassen. Aber...ich habe mehr nette Kolleginnen kennengelernt als Garstige.
    Leider fallen mir spontan immer die zweitgenannten ein.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Sara am Di 29 Jan 2013, 18:28

    Ja, Marie, beide Verhaltensweisen fallen unter Sexismus, aber solche Aktionen wie von Brüderle sind plumb und dumm und für mich gar nicht erst ernstzunehmen. Es gibt sicher Frauen (wobei ich nicht denke, dass es sich bei der Journalistin um so eine handelt), die von solchen Sprüchen brüskiert sind, aber ich persönlich würde eben einfach Antwort geben und zwar eine, bei der sich mein Gegenüber das nächste Mal überlegen wird, ob er den Mund aufmacht oder nicht.

    Für mich ist dieser versteckte Sexismus viel schlimmer und irgendwie auch gefährlicher, weil es keinen wirklichen Punkt zum angreifen gibt. Das sind einfach Strukturen, die sich über Jahrtausende so rauskristallisiert haben und auch wenn es uns jetzt möglich wäre nicht mehr an festen Geschlechterrollen festzuhalten, bleibt es eben so wie es ist. Veränderungen sind eben nicht so das Ding der Menschheit.

    Deswegen finde ich es auch wichtig, dass man den Mund aufmacht. Ganz für sich persönlich. Um nicht in eine Opferrolle gedrängt zu werden und zu sagen "bis hierhin und nicht weiter".

    Bei "lautem"Seximus, wie diesen dummen Sprüchen ist das für mich relativ einfach, aber bei diesem "stillen" Sexismus, da fällt mir das schon eindeutig schwerer, denn wenn man da was sagt, wirkt man selbst so laut. Der ist nämlich oft so still, dass man ihn fast übersehen könnte. Aber eben nur fast.

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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Pooly am Di 29 Jan 2013, 20:20

    Ja, Volker. Aber nur, weil du da schlechte Erfahrungen gemacht hast, heißt es ja nicht, dass alle Frauen, die dieses Thema ansprechen, gleich böse Absichten haben. Mir würde es beispielsweise nie im Traum einfallen, mir durch so etwas meinen Karriereweg zu ebnen. Aber man muss doch auch etwas sagen dürfen, wenn man sich tatsächlich belästigt fühlt, ohne direkt als "karrieregeilses Miststück" angesehen zu werden? Oder meinst du nicht?

    Und ja, da stimme ich dir zu, Sara. Auch wenn solche Sachen eben auch vor allem Charaktersachen sind. Einige Fragen können mit diesen offensichtlichen Sachen gut umgehen und dumme Sprüche an sich abprallen lassen. Aber ich denke, es gibt auch sehr viele Frauen, die sich schon bei so etwas sehr unwohl und bedrängt fühlen. Du hast natürlich aber recht, dass auch diese "stillen" Sachen schlimm sind; weil sie so klein sind, dass man sie manchmal gar nicht bemerkt und einfach so akzeptiert. Darauf aufmerksam zu machen ist natürlich erst einmal schwer, weil solche nicht fassbaren Probleme überhaupt auch schwer zu beschreiben sind. Das stimmt.


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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Klabautermann am Di 29 Jan 2013, 20:59

    Ja Marie, ich habe unschöne Erfahrungen gemacht. Mit einigen wenigen Frauen. Aber Du siehst, wie mir der Kamm schwillt,
    wenn ich nur dran denke. Ich weiß nicht, was dieser Brüderle sich gedacht hat. Ich denke immer noch darüber nach, ob denn sein Verhalten denn so dermaßen schändlich war. Sicherlich mag die kleinste Andeutung Anlass genug sein, Sexismus zu unterstellen.
    Es gibt Frauen, die schiessen angemessen zurück.
    Aber man muss sich erst einmal trauen. Ich habe allerdings auch eine Situation erlebt, in der ein Vorgesetzter in übelster Weise eine Mitarbeiterin belästigt hat. Und nun kommt es: sein Vorgesetzter wollte die Sache unter den Tisch kehren. Hätte auch fast geklappt, wenn eine Betriebsratsangehörige nicht mit der Presse gedroht hätte. Der Grabscher wurde in der Vorruhestand versetzt. Mit 52.
    Ja, das ist die andere Seite der Medaille. Eine Frage stelle ich mir aber auch. Die Angelegenheit mit Brüderle liegt fast ein Jahr zurück. Warum jetzt erst?

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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von theo am Fr 01 Feb 2013, 23:18

    Die Angelegenheit mit Brüderle liegt fast ein Jahr zurück. Warum jetzt erst?
    Bin mir gar nicht mal so sicher, dass die Journalistin das von sich aus aus dem Beutel gekramt hat. Schließlich hätte sie das ja damals schon auf den Tisch bringen können und vermarkten. Aber ich kenn das auch von ein paar Fällen in unserem Betrieb. So ein Spruch ist auch ein ganz gutes Mittel, jemanden, den man nicht mehr in dieser Position haben will, weg zu machen. Traurig. Ich kenne Männer, die holen sich jedesmal mindestens 1 Zeugen/Zeugin ins Zimmer, wenn sie mit einer Frau reden. Ob das tatsächlich die dringend notwendige Gleichbehandlung fördert?

    Wichtig ist meiner Meinung nach vielmehr, jeden so zu behandeln, wie man selber gerne behandelt werden will. Da man aber dabei sehr schnell eine Grenze verletzen kann, die man selber nicht so hoch ansetzt, muss es auch erlaubt sein, jemanden diese Grenzen mitzuteilen, oder wenn man sie mitgeteilt bekommt, zu akzeptieren. Manche, nicht so sensible Gestalten, brauchen klareren, einfacheren Text als andere.
    Grade weil es so schwierig ist, für Mann und Frau, diese Grenzen, die ja jeder für sich selber steckt, sicher zu erkennen, sollte es selbstverständlich sein, denjenigen anzureden: Hier bist du zu weit gegangen.
    Vor allem in einer Welt, in der die Grenzen die Menschen gesetzt werden immer weniger werden, immer mehr verwischen.



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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Skadi am Di 05 Feb 2013, 00:34

    Wo ich theos und Saras Beiträge lese, wirft sich für mich eine Frage auf...

    Inzwischen haben wir ja bereits geklärt, dass Sexismus auch Erwartungen über das Verhalten eines Menschen abdeckt (Stichwort: Jungen weinen nicht etc). Aber was ist mit diesen sogenannten Erwartungen, die unter die Kategorie "Benimmregeln" fallen? Ich meine solche Dinge wie, dass der Mann der Frau beispielsweise die schwere Tasche trägt oder ihr die Tür aufhällt. Wäre das nicht auch eine Form von Sexismus, aber einer, der sozusagen durch die Gesellschaft verlangt wird? Vielleicht denke ich gerade auf einem völlig falschen Weg, aber mir wird die Abgrenzug gerade nicht klar.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Jagar am Di 05 Feb 2013, 07:41

    Interessanter Gedankengang, Anke.
    Ich selbst sehe es nicht als Sexismus an, wenn ich einer Frau die Tür aufhalte, ihr die Tasche trage oder das Essen bezahle, wenn ich mit ihr ausgehe. Das hat für mich nichts mit Herabsetzung der Frau oder Sexismus zu tun, im Gegenteil. Man drückt damit doch eine gewisse Unterwürfigkeit aus, wie ich finde. Man(n) nimmt der Fau alltägliche Dinge ab, um zu zeigen, dass man sie mag bzw. sogar an ihr interessiert ist.
    Vielleicht sehen andere das anders, kann ich mir gut vorstellen.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Sara am Di 05 Feb 2013, 07:59

    Für mich ist das vom Grundprinzip her Sexismus. Es wird ein Unterschied auf Grund des Geschlechts gemacht.

    Ob man das nun so sehen will, dass der Frau insgeheim unterstellt wird, sie dürfe oder könne nicht allein durch die Tür gehen oder ob der Mann zum Diener der Frau degradiert wird oder ob es einfach in Ordnung ist, das ist wohl wirklich Ansichtssache.

    Ich z.B. finde es gut wenn Unterschiede in der körperlichen Leistungsfähigkeit gemacht werden. Natürlich würd ich mir auch von ner starken Frau helfen lassen, wenn ich was schweres schleppen muss, aber wenn nur Männer da sind, die es gewohnt sind körperlich schwer zu arbeiten und ich bin letzten Endes doch diejenige die schleppt, dann find ich das schon ziemlich daneben. Von einem gebrechlichen Mann würde ich dann allerdings keine Hilfe erwarten.

    Die Grenzen wann sexistisches Verhalten als negativ empfunden wird, sind meiner Meinung nach nicht klar definierbar. Da gibt es eine große Grauzone und vermutlich auch die ein oder andere extreme Meinung.

    Jemandem die Tür aufzuhalten, das ist für mich höfliches, freundliches Verhalten, wobei ich das generell so empfinde und nicht denke, dass der Mann das so und so machen muss.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Jagar am Di 05 Feb 2013, 08:04

    Ich denke, das empfindete jede Frau anders. Ich habe es auch schon erlebt, dass ich ein Mädchen gefragt habe, ob ich beim Tragen helfen kann und sie dann nein gesagt hat. Dafür ist für mich die Sache dann auch gegessen. Mehr als anbieten kann ich es nicht und es zielt auch wirklich darauf hinaus, die Frau als schwaches Geschlecht darzustellen. Wie du schon sagtest, Sara, ist das einfach eine Sache der Hilfsbereitschaft und Höflichkeit. Würde ich bei einem Mann auch machen, wenn ich sehe, dass er sich abmüht.
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von moriazwo am Di 05 Feb 2013, 13:06

    Sexismus ist sicherlich eine ernste Sache. Allerdings darf man auch nicht übersehen, dass wir Menschen halt auch in hohem Maße sexuell gesteuerte Wesen sind. Nicht umsonst heißt es in der Werbung "Sex sells" und welchen anderen Grund sollte es geben, warum man einen Sportwagen bewirbt, indem man kurzerhand ein bis zwei Models in möglichst knapper Bekleidung auf ihre Motorhaube legt, wenn nicht, um dem potenziellen Käufer zu suggerieren, wie ungeheuer "potent" er in einem solchen Auto wirken würde.
    Sex wird durchaus aggressiv eingesetzt, um uns zu einem von bestimmten Gruppen gewünschten Verhalten zu animieren, und wir haben gelernt, das zu akzeptieren. Damit habe ich nicht gesagt, dass das richtig ist.
    Es ist jedoch Fakt.
    Wenn ich nun zurückkehre, zu dem Fehlverhalten von Brüderle, kann ich das auch unter einem völlig anderen Licht sehen. Männer sind definitiv Augentiere. Es fällt uns schwer, weibliche Reize zu ignorieren, wenn sie sehr offensichtlich sind. Letztlich sehe ich darin auch kein Problem, wenn ich mich unter Kontrolle habe und Rücksicht auf die Gefühle meines Gegenübers nehme. Fest steht jedoch auch, dass Männer eben nicht alle gleich sind, und unterschiedlich stark auf weibliche Reize ansprechen.
    Neben der Tatsache, dass manche Männer durchaus äußerst plump und herabwürdigend auf Frauen zugehen, nutzt man diesen Umstand allerdings auch kühl berechnend aus, um erwünschte Ziele zu erreichen.
    Völlig unabhängig davon, ob ich nun richtig liege oder nicht, möchte ich einmal ein kurzes Szenario heraufbeschwören:
    Eine große Illustrierte braucht für seine Artikel vertrauliche Statements von verschiedenen Politikern. Diese Menschen stehen im Rampenlicht und es ist ihnen durchaus bewusst, dass nicht jede Information für die Öffentlichkeit gedacht ist. Das wissen die Redaktionen der Medien ebenso und müssen sich etwas einfallen lassen, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Wurde in der Vergangenheit bereits beobachtet, dass ein bestimmter Politiker durchaus empfänglich für weibliche Reize ist, wäre es doch nur geschickt, eine Journalistin für das Interview auszuwählen, die dem Politiker in dieser Hinsicht "etwas zu bieten hat". Es würde seine Zunge womögliche etwas lockern und der Redaktion das bringen, was sie braucht. Zudem hat man unter Umständen eine Waffe in der Hand, die man bei Bedarf zünden kann, um eine Diskussion gegen diesen Menschen in Gang zu bringen.
    Ich will hier überhaupt nichts schönreden. Weder die eine, noch die andere Seite bekleckert sich hier mit Ruhm. Aber es ist denkbar, dass Männer - und auch Frauen - auf eine solche Weise in eine Falle gelockt werden, in die sie normalerweise nicht tappen würden.
    Es ist auch nicht alles gleich Sexismus, nur weil in irgendeiner Weise auf dem Unterschied zwischen den Geschlechtern herumgeritten wird. Die Menschheit besteht nun mal aus diesen beiden Geschlechtern und in der Regel - wenn man sich in seinem Körper wohl fühlt - ist jedes der beiden Geschlechter auf eine irrationale Weise stolz darauf, das zu sein, was man ist. Problematisch wird es immer nur dann, wenn Herabwürdigung und Erniedrigung ins Spiel kommen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Mann es irgendwo genießt, als Mann erkannt zu werden, wie auch eine Frau es genießt, als Frau wahrgenommen zu werden. Die Anerkennung des anderen Geschlechts allein kann es also nicht sein, die uns hier beschäftigt. Es ist die Reduzierung einer ganzen Person auf ihre äußeren Geschlechtsmerkmale, die uns so verärgert. Ich fürchte nur, dass sich daran nichts ändern wird, solange Sex ganz bewusst als Steigbügelhilfe allgegenwärtig, und von allen akzeptiert, eingesetzt werden darf.

    LG Michael
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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von June am Mi 22 Mai 2013, 19:43

    Hey, Leute :)

    Hier geht es um Sexismus im Alltag, aber ist es für einen von uns alltäglich, einen dummen Spruch zu bekommen, nur weil wir weiblich sind? Passiert das jeden Tag? Ich hoffe doch, nicht Wink

    Sexismus im Alltag ist schon eher das, was Sara meinte, wobei ich Sexismus an sich nach ihrer Sichtweise aber nicht schlecht reden wollen würde. Natürlich verhalten wir uns anders, aber das liegt auch einfach daran, dass wir anders gebaut und auf andere Funktionen im Leben ausgerichtet sind.
    Wir sind die Nestbauer, diejenigen, die sich aussuchen, wo und wie sie leben wollen - und vor allem mit wem. Die Männer dagegen sind die Nestbeschützer. Sie versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen, um eine Frau rumzukriegen. Und wenn sie gar von sich überzeugt sind, machen sie das auch mal mit einem dummen Spruch deutlich.
    Ich finde es natürlich, auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern Rücksicht zu nehmen. Dann bekommt sie es mangels räumlichen Vorstellungsvermögens nicht hin, den Kofferraum am Ende des Urlaubs einzuräumen, na und? Dafür kann sie ja dann die undankbare Aufgabe übernehmen und nach dem Weg fragen Wink
    Wir Menschen sind so gemacht, dass sich die Geschlechter gegenseitig ergänzen. Das ist gut so, finde ich. Und daran ist auch nichts Verkehrtes.

    Was ich nicht in Ordnung finde, sind eben diese Ausnahmesituationen. Wenn man sich etwas von einem anderen gefallen lassen muss. Das ist dreist, unverschämt und beleidigend - aber wir Frauen können das genauso gut wie die Männer.
    Für mich fallen diese dummen Sprüche unter Mobbing, im Prinzip ist es dasselbe. Man sucht sich ein Merkmal einer Person, das sie von der eigenen Gruppe unterscheidet, und stürzt sich drauf. Das muss nicht immer böse gemeint sein, aber wenn es plump rüberkommt, ist die Geschichte gelaufen.
    Ich würde mich nie mit einem Kerl anfreunden, der mir einen dummen Spruch über meinen Körper oder meine Vorlieben oder sonst was macht. Niemals.
    Ja, wir müssen über dieses Thema reden, aber wir müssen nicht alles verteufeln Wink

    Ganz liebe Grüße,
    Juny

    P.S.: Ich finde, dass Michael auch irgendwie Recht hat. Diese Geschichte mit der Reporterin ist irgendwie seltsam gewesen ...

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    Re: Sexismus im Alltag

    Beitrag von Mordred am Mi 10 Jul 2013, 23:10

    Sexismus ist, wenn ...

    ... die Kollegin etwas sagt, das man zweideutig auffassen kann, die Männer dazu schweigen und die Kollegin dann sagt: "Jaaaaa, nun sag's schon!"

    Fragen die Männer dann, was sie schon sagen sollen,spricht die Kollegin natürlich von der nicht so harmlosen Auslegung ihrer Worte und wenn die Männer dann beteuern, sie hätten diesen Gedanken nicht mal im Ansatz gedacht, sagt die Kollegin nur: "Ja, ja!"

    Es stellen sich also 2 Fragen:

    1. Wer hat hier eigentlich die versauten Gedanken?
    2. Ist das nicht Sexismus pur von der Kollegin?

    Aber wir Männer schwärzen die Kollegin natürlich nicht an. Würde uns sowieso keiner glauben, dass die Kollegin uns gegenüber sexistisch war. Eine Frau kann ja einem Mann nicht sexistisch sein!

    Ja, und genau DAS ist Sexismus.

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