Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

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    Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

    Beitrag von Tin am Do 03 Jan 2013, 14:53


    Inhalt:
    Rechtsmediziner Paul Herzfeld, Spezialist für Gewaltverbrechen, findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt - und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert ...

    Wann haben Sie das letzte Mal eine Leiche geöffnet?
    Noch nie?

    (Quelle: Verlagsangaben)

    Meinung:
    Wie sehr hatte ich mich seit seiner Erscheinung auf dieses Buch gefreut. Endlich wieder ein neuer Fitzek - und ich wurde nicht enttäuscht. Gerade mal 8 Stunden habe ich gebraucht, um das Buch zu beenden.
    Paul Herzfeld bekommt vermutlich den Schreck seines Lebens, als er im Kopf einer übel zugerichteten Leiche auf seinem Seziertisch die Nummer seiner Tochter Hannah findet: Der Start einer perversen Schnitzeljagd. Denn zur selben Zeit findet die Comiczeichnerin Linda auf Helgoland eine männliche Leiche die, wie sich herausstellet, einen weiteren Hinweis bedeutet ...

    Von der ersten Seite an, befiel mich irgendwie eine unheimliche Stimmung und eine gewisse Spannung - auch wenn ich wegen meiner fehlenden Lesemotivation ein wenig brauchte, bis ich mich reingelesen hatte - die sich im Laufe der Handlung immer weiter steigerte und verdichtete.
    Neben den für Sebastian Fitzek typischen Andeutungen, die sich wie immer erst gegen Ende zu einem ganzen Bild zusammenfügen und so den Leser an die Seiten fesseln, tritt in diesem Buch noch ein ganz neuer Faktor hinzu: Dadurch, dass an diesem Buch ein Rechtsmediziner, namentlich Michael Tsokos, mitschrieb, werden die ganzen gerichtsmedizinischen Szenen, die man aus vielen Büchern kennt, umso realer. Sicher wird jeder Autor genauestens recherchieren, wenn er eine Obduktion schildern will. Doch ist das immer noch etwas anderes, als wenn eben ein Gerichtsmediziner selbst aktiv am Buch beteiligt ist. Ich hatte mit dem Wissen zu Zeiten das Gefühl, Paul Herzfeld direkt über die Schulter zu schauen - und ich war auch irgendwie "gezwungen" mir vorzustellen, wie ich mich wohl in Lindas Situation fühlen würde ...

    "Es geht um das gesamte System, das Opfer zu Tätern macht", erklärte Schwintowski. "Um die Polizei, die viel zu überlastet ist, um bei jeder Vermisstenanzeige eine Suchaktion zu starten. Es geht um Gerichte, die Steuersünder härter abstrafen als Kinderschänder. Um Psychologen, die Freigang für Vergewaltiger empfehlen, sobald sie ein Trauma in ihrer Kindheit entdecken, während man mich für meine illegalen Casinos am liebsten in eine Einzelzelle sperren würde. Und natürlich geht es um einen rechtsmedizinischen Apparat als Teil eines sogenannten Rechtsstaats, der am Ende nur den Tätern nützt und die Opfer ein zweites Mal bestraft."
    Abgeschnitten S. 295

    Unterschwellig kann man aus dem ganzen Buch eine Art "Gesellschafts-" oder vielmehr "Rechtssystemskritik" herauslesen: Wie kann es sein, dass der Mann, der seine Tochter über Jahre hinweg sexuell misbrauchte eine mildere Strafe bekommt, als der, der als "Börsenbetrüger" bezeichnet wird? Ist Geld tatsächlich so viel wichtiger als ein menschliches Leben?
    Zitate aus deutschen Tageszeitungen, die die Rechtssprechung in verschiedenen Fällen vergleichen, zu Beginn und am Ende des Buches, sind ein weiterer Faktor, der das ganze Geschehen in grausamer Form sehr realistisch wirken lassen.

    Und auch generell weist das Buch wieder einige dieser Kleinigkeiten auf, die Fitzeks Bücher immer so besonders machen. Zum einen sind da die bereits erwähnten Andeutungen, mit denen er es schafft, seinen Leser in immer andere Richtungen zu lenken oder aber auch, Zusammenhänge zu entwickeln, die sich erst am Ende als richtig oder falsch erweisen. Dann der Rahmen aus den Zeitungsausschnitten und nicht zuletzt eine ganz besonders ... witzige Idee am Ende des Buches, die ich aber der Überraschung wegen nicht verraten will. Ich kann nur eines sagen: Auch als die Geschichte zuende war, haben es Sebastian Fitzek und Michael Tsokos noch einmal geschafft, mich ganz in das Buch hineinzuziehen.

    Er reichte ihm die Hand. "Und machen Sie sich keine Sorgen. Ich habe ja keine Steuern hinterzogen, nur einen Menschen umgebracht. Was soll mir da schon groß passieren?"
    Abgeschnitten S. 392

    Es gibt jedoch eine Sache, die mir ein wenig "negativ" aufgefallen ist: Immer wieder musste ich beim Lesen an einen von Simon Becketts "David Hunter"-Thrillern denken, in dem eine Insel durch einen Sturm vom Festland abgeschnitten ist. Und auch eine Wendung am Ende des Buches hat mich sehr an eine bei David Hunter erinnert. Ich will Sebastian Fitzek damit in keinster Weise unterstellen, dass er irgendetwas "abgeschrieben" hat, die Geschichten an sich sind zudem völlig ohne Zusammenhang. Leider habe ich trotzdem unbewusst immer wieder Vergleiche gezogen, was das Leseerlebnis ein wenig getrübt hat.

    Fazit:

    Alles in allem ist "Abgeschnitten" ein unglaublich guter Thriller, der es schafft, seinen Leser so sehr in seinen Bann zu ziehen, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.
    Jedem Fitzek-, aber auch jedem Thriller-Freund kann ich es nur wärmstens empfehlen und ich vergebe insgesamt 4.5 von 5 Sternen.
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    Re: Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

    Beitrag von DeStiiNy am So 06 Jan 2013, 16:28

    Hallo Tin ^^

    Danke für die Vorstellung, das Buch klingt wirklich interessant.
    Obwohl ich kein großer Fan von Thrillern bin (in meiner Meinung ziehen diese sich immer etwas), zieht mich deine
    Beschreibung doch an. Liegt es an der Handlung, die ich so in der Form nicht kannte? Oder doch an der Gesellschaftskritik?

    Sicher wird jeder Autor genauestens recherchieren, wenn er eine Obduktion schildern will. Doch ist das immer noch etwas anderes, als wenn eben ein Gerichtsmediziner selbst aktiv am Buch beteiligt ist.

    Da stimme ich dir zu. So wie du es beschreibst, ist es ein sehr fesselndes Buch, dass einen praktisch in die Welt von Herzfeld reinzieht *fasziniert*

    Es gibt jedoch eine Sache, die mir ein wenig "negativ" aufgefallen ist: Immer wieder musste ich beim Lesen an einen von Simon Becketts "David Hunter"-Thrillern denken, in dem eine Insel durch einen Sturm vom Festland abgeschnitten ist.

    Ich verstehe deinen Kritikpunkt. Das ist mir öfters mit v.a. Jugendbüchern passiert. Da ich aber Simon Beckett nicht kenne, werde ich wohl kaum etwas vergleichen können^^"

    Danke für die Vorstellung, mal sehen, ob ich das Geld für das Buch aufkratzen kann Very Happy

    Lg,
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    Re: Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

    Beitrag von Tin am So 20 Jan 2013, 10:42

    Huhu Pamela,

    finde ich ja interessant, dass du sagst, dass sich Thriller immer ziehen. Das hatte ich bisher nur ganz selten ...

    Ja, wie gesagt: Ich fand es wirklich fesselnd und konnte es nur schwer mal aus der Hand legen. Herzchen
    Der Kritikpunkt ... Mir sind diese Parallelen auch wirklich nur kurz im Kopf geblieben. Während ich weiterlas, habe ich sie eigentlich schon wieder vergessen. Very Happy Aber wie gesagt, wenn du Hunter nicht kennst, dann wird es dir auch nicht auffallen. Wink

    Ich würde mich freuen von deiner Meinung zu hören, wenn du das Buch mal liest!

    Liebe Grüße
    Tin
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    Re: Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

    Beitrag von Vampirmaedchen am Di 05 Feb 2013, 17:38

    Hallo Tin!

    Ahw, wie schön, dass du das Buch vorgestellt hast! Kaum hatte ich von Herrn Fitzek - auf Facebook, glaube ich - gelesen, dass er ein neues Buch rausbringt, hatte ich es mir sofort in den Warenkorb gepackt als Vorbestellung, doch sie nie abgeschickt, haha.
    Ich habe gehört, dass das Buch sehr langatmig sein soll und auch sehr "langweilig", wobei ich das bei deiner Rezension nicht verstehen kann. Ich kenne jetzt auch nur die zwei Meinungen, hm. Ich werde wohl einfach warten bis das Buch als Taschenbuch erhältlich ist oder einfach gebraucht billig bekomme. Ich finde, dass es sehr interessant klingt und auch spannend!

    Wenn ich es mir gekauft und gelesen habe, werde ich natürlich meine Meinung hier schreiben (:

    Liebe Grüße,
    Vee
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    Re: Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

    Beitrag von Storypassion am Mo 18 Feb 2013, 15:55

    Hallo Tin Smile

    Ich habe "Abgeschnitten" auch gelesen und fand es großartig.
    Mein erster Fitzek war "Splitter" und davon war ich schon begeistert, diese verwirrende Handlung und dann die geniale Auflösung. Ich mag Fitzek und seine verdrehten Geschichten einfach sehr.
    In "Abgeschnitten" hatte ich zeitweise das Gefühl, dass der Anteil von Tsokos seinen Schreibstil sehr beeinflusst hat. Aber mir hat das Buch trotzdem unheimlich gut gefallen und ich hab mich stellenweise richtig gegruselt.
    Ein geniales Buch, da kann ich dir nur zustimmen - für Fitzekfans allemal.

    Danke für die tolle Vorstellung.
    Liebe Grüße,
    Jacky sunny
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    Re: Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

    Beitrag von Tin am So 03 März 2013, 11:55

    Hey ihr zwei,

    danke für eure Kommentare. :)

    ²Vee: Echt, langatmig? Interessant, das Gefühl hatte ich irgendwie gar nicht. Very Happy Aber gut, ich glaube, man muss sich einfach ganz auf die Geschichte einlassen und darauf, dass sie eben vielleicht ein bisschen "anders" ist. Das ist eben das Besondere an Fitzek, finde ich.
    Ich freue mich sehr auf deine Meinung - auch wenn es ja bis zum Taschenbuch noch eine ganze Weile dauern wird. Very Happy

    ²Jacky: Ich fand ja "Splitter" interessanterweise nicht so gut. Es war tatsächlich das Buch von ihm, das mir nicht soo gefallen hat.
    Aber ja, ich verstehe was du meinst. An manchen Stellen hat man tatsächlich gemerkt, dass sein Schreibstil ein wenig anders ist, als in den Büchern, die er allein geschrieben hat. Aber ich finde das stört überhaupt nicht. :)

    Liebe Grüße
    Tin
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    Re: Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

    Beitrag von Teleri am Mo 31 Aug 2015, 08:56

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe derzeit wirklich eine Fitzek-Sucht entwickelt, wenn man so will in einer Woche habe ich drei Romane von ihm gelesen, unter anderem Abgeschnitten mit Herrn Tsokos noch mit dazu. Es ist so großartig ^^
    Wirklich großartig. Ich habs geliebt und konnte es auch nicht aus der Hand legen. Ich habe wirklich wirklich viel von dem Buch erwartet, weil ich ja auch von Michael Tsokos "Der Totenleser" kenne und es großartig fand.
    Der einzige Kritikpunkt den ich an Abgeschnitten hatte, dass das in der Pathologie dann ein wenig viel war. Aber das ist gar nicht schlimm und ich würde es trotzdem empfehlen.
    Ich mochte ja Ingolf xD - auch wenn ich dann und wann an ihm und auch dem Hausmeister gezweifelt hatte.

    Insgesamt cool fand ich aber die moralische Debatte, die in dem Buch drinnen steckt. Die leise Kritik am Rechtssystem (und Fitzek muss es wissen, eigentlich ist der Patentanwalt xD (hat damit den klassischen Juraweg genommen))

    Was ich aber besonders an Fitzek mag, er macht so einen Thriller mitten hier in Deutschland genauso spannend, als wäre das ein amerikanischer Thriller und meistens hatte ich bisher ja immer Schwierigkeiten damit, Thriller zu lesen, die in Deutschland spielen, aber bei Fitzek merkt man das irgendwie nicht so doll.
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    Re: Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

    Beitrag von Vampirmaedchen am Mo 12 Jun 2017, 16:06

    Vampirmaedchen schrieb:Ich habe gehört, dass das Buch sehr langatmig sein soll und auch sehr "langweilig", wobei ich das bei deiner Rezension nicht verstehen kann. Ich kenne jetzt auch nur die zwei Meinungen, hm. Ich werde wohl einfach warten bis das Buch als Taschenbuch erhältlich ist oder einfach gebraucht billig bekomme. Ich finde, dass es sehr interessant klingt und auch spannend!

    Wenn ich es mir gekauft und gelesen habe, werde ich natürlich meine Meinung hier schreiben (:

    Und vier Jahre später ist es soweit: Ich habe es mir gekauft und gelesen. Diese negative Meinung von der ich damals gesprochen habe, an die kann ich mich nicht mehr erinnern, doch bestätigen kann ich sie nicht. Das Buch hat gut begonnen und wurde von Seite zur Seite immer spannender, sodass ich es irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es war eine schöne Abwechslung zu anderen Büchern, die ich sonst so gelesen hatte vorher in dem Genre.
    Jetzt habe ich vor irgendwann einmal ein eigenes Buch von Tsokos zu lesen, aber bis das wohl passiert ... vergehen vielleicht auch wieder vier Jahre, oder? pig

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    Re: Fitzek|Tsokos - Abgeschnitten

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