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Freundschaftsdienst - XXIII

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Freundschaftsdienst - XXIII

Beitrag von Pooly am Sa 17 Jul 2010, 08:51


Freundschaftsdienst

Drei Reiter reiten durch karges Land,
Ihr Leben, seit Jahren eng verwoben,
Mit Helm auf dem Kopf und Schwert in der Hand,
Hat sich durch manche Schlacht gezogen.

Jeder von ihnen kennt wohl Schmerz und Pein,
Doch jeder spränge für den anderen ein.

Sie reiten schnell, es gilt Unrecht zu Sühnen,
Sie seh'n eine Übermacht vor sich steh'n.
Viele fliehen vor den drei Hünen.
Doch ein Schütze legt Hand an die Sehn'.

Und zögert nicht, den Pfeil zu hetzen,
Der sich auf den Weg macht, um zu verletzen.

Er trifft ins Schwarze, nun sprudelt es rot,
Die Freunde fürchten um ihren Dritten.
Er ist verletzt, doch noch nicht tot,
Er, mit dem sie so lange geritten.

Sein Atem reicht für wenige Worte,
Bevor er sich aufmacht, zur Himmelspforte.

„Ihr gabt ein Versprechen vor langer Zeit,
Zu erlösen mich von dieser Qual.
Ein Feind traf mich tödlich, es ist nun so weit,
Nun eilt euch und schickt mich ins Totental.“

Die Männer, die es nun deutlich graust,
Nehmen jeder einen Dolch in die Faust.

Und stoßen zusammen die scharfen Klingen,
Tief in ihres Freundes Brust.
Eine solche Tat vollbringen
Haben nur wenige gemusst.

Wär ich dein Freund und bäte dich,
Tätest du das auch für mich?


Zuletzt von Pooly am Sa 31 Jul 2010, 20:03 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet

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Re: Freundschaftsdienst - XXIII

Beitrag von Rock am Sa 17 Jul 2010, 13:36

Hallo unbekannter Dichter

Also dein Gedicht spricht mich inhaltlich sehr an, da ich mir selbst auch manchmal solche Fragen stelle. Ich finde du hast das Thema auch in eine sehr passende Geschichte gesteckt und auch die Form sagt mir zu, wenn auch ein paar Reime etwas unsauber sind. Allerdings sind das keine großen Sachen also kein Reime die nur auf Biegen und Brechen angewandt wurden.
Auch die Vorgabe ist gut getroffen finde ich, da hier sogar zwei mal Mut gezeigt wird. Der Schütze der sich gegen die Reiter stellt und die Freunde die den Mut aufbringen ihrem Freund den letzten Dienst zu erweisen.
Ein tolles Gedicht, eines der besten dieses Monatswettbewerbs.

lg Simon

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Re: Freundschaftsdienst - XXIII

Beitrag von Teleri am So 18 Jul 2010, 00:06

Also ich finde dieses Gedicht außerordentlich schön, nur dieses wechselnde Reimschema hat mich irgendwie gestört. Ich bin immer wieder hängen geblieben.

Ansonsten ist es ein anderes Thema vor allem wurde der Mut ganz anders interpretiert.
Das finde ich schön, denn manchmal ist so eine Tat mutiger als alles andere. Ich wüsste nicht, ob ich einen Freund den letzten Stoß geben könnte. Für mich wäre es immer noch Mord.
Trotzdem ist das ein Gedicht, über das man gut diskutieren kann. Guter Inhalt ^^

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Re: Freundschaftsdienst - XXIII

Beitrag von Pooly am Sa 31 Jul 2010, 19:34

Dieses Gedicht ist von Martin (XXIII).

[Einen Kommentar dazu von mir gibts dann später Wink]

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Re: Freundschaftsdienst - XXIII

Beitrag von Pooly am Sa 14 Aug 2010, 18:51

Hallo Martin!

Jetzt komme ich also auch endlich dazu, dein Gedicht zu kommentieren. Ich fand es schon bei den Monatswettebewerben so schön und so passend, aber da hatte ich leider keine Zeit, um Kommentare zu hinterlassen.

Deine Verarbeitung des Themas war durchaus eine Passende, wenn auch außergewöhnliche, im Vergleich zu den anderen. Du erzählst eine Geschichte von Freundschaft, von Leid, von Schmerz und von einer Art von Mut, die wohl nur die wenigsten aufbringen würden. Das regt zum Nachdenken an und man fragt sich - besonders nach den letzten beiden Zeilen - ob man selbst dazu in der Lage wäre. Ich sicherlich nicht - Zumindest kann ich es mir nicht vorstellen, aber gut, in so einer Ausnahmesituation reagiert man immer außergewöhnlich. Ich hoffe aber, dass ich vor so eine Wahl nie gestellt werde.

Formal finde ich dein Werk auch ansprechend, auch wenn der Rhythmus nicht immer ganz sauber ist. Aber im großen und ganzen sind die Reime ordentlich und die Sätze nicht verzerrt oder gestellt, das ist sehr positiv. Die Worte, die du wählst, passen sehr schön zu der von dir geschriebenen "Geschichte" und haben sich rhythmisch zusammengereiht.

Nur zwei Stellen fand ich weniger schön und das waren diese hier:
Er trifft ins Schwarze, nun sprudelt es rot,
Hier ist es schon dieses "nun", das wird in vielen Gedichten, die sich reimen, immer und immer wieder als Füllwort genommen und langsam kann ich es nicht mehr lesen. Und rot sprudeln klingt für mich irgendwie eigenartig. Also zumindest hat es ein vollkommen falsches Bild für den Moment in meinem Kopf erschaffen.

Bevor er sich aufmacht, zur Himmelspforte.
Irgendwie finde ich das mit der Himmelspforte hier unpassend, und dass er sich dazu "aufmachen" soll, das assoziiert sofort Engel und Gott und solches Zeug, das hat nicht besonders gut in die Stimmung gepasst und auch nicht wirklich gut in die Gesamtgeschichte.
Ich habe auch wirklich lange überlegt, was man da sonst schreiben könnte, aber mir fiel nichts Gescheites ein.

Insgesamt aber gut geschrieben und nachdenklich stimmend. :)


Liebe Grüße
Marie

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Re: Freundschaftsdienst - XXIII

Beitrag von XXIII am So 15 Aug 2010, 06:47

Hey ihr, die ihr euch die Zeit genommen habt, mein Werk zu lesen und mir Tips zu geben =)
Das mit dem wechselnden Reimschema haben viele kritisiert, danke dafür, ich werds in Zukunft vermeiden.. War nur was zum Ausprobieren.

Sorry Marie für die Füllwörter, ich werde versuchen, mehr zu variieren :)
Was die manchmal ein wenig merkwürdig anmutende Wortwahl angeht... da ich gern Reime bringe, ist das meist unabdingbar. Mir fällt leider beim durchlesen selten auf, dass einzelne Wörter nicht in die Stimmung passen >_<

Habt alle ganz lieben Dank für eure Kritiken und euer Lob =)

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