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Schattenfeuer

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Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Mo 11 Aug 2008, 21:21

Dies ist meine 3. Geschichte :) die 2 zzuvor konnte ich nicht fertig stellen weil es dafür kaum noch Einfälle in meinem Kopf gab. Hier ist erstmal das 1. Kappitel. Die Hauptperson in der Geschichte nennt sich Kira. Den Rest werdet ihr im Laufe der Handlung rausbekommen. Ich hoffe es gefällt euch.

Schattenfeuer

1. Flucht vor dem Ungewissen

Sie lief und lief. Die Sinne waren benebelt und das Mädchen konnte keinen klaren Gedanken fassen. Hinter ihr schnaubte sie, die Schattenbestie. Es war eine dunkle Nacht in der Kira vor dem Gaun floh. Ihre silbernen Haare flogen wild in dem tösenden Wind. Sie keuchte und bald hatte sie keine Kraft mehr. Blitzschnell versteckte sie sich unter einem Felsvorsprung. Das dunkle Wesen war direkt über ihr. Ihre kristallgrünen Augen starrten panisch in die Finsterniss. Sie sah etwas. Die Erde über ihr bröckelte und die ersten Steine fielen ihr vor die Füße. Wie dunkler Nebel kroch der Gaun herab. Kira hielt den Atem an doch er drehte sich herum. Seine roten Augen starrten sie an und das riesige Maul , das nach verwesendem Fleisch stank, öffnete sich. Kira schrie und die Angst viel über sie wie ein Leichentuch. Der Gaun kam näher und näher. Sperrte sein Maul auf und blieb direkt vor ihr stehen. Diese Wesen lieben die Angst ihrer Opfer. Wie eine Vorspeise saugen sie sie auf. Kira schrie so laut das die Bestie zurück wich. Dann sah das Mädchen wie der Gaun die Augen weitete und das Maul noch einmal weit aufriss. Doch diesmal schrie er vor Schmerz denn von hinten bohrte sich eine silbern glänzende Klinge in seinen dunklen Körper. Man könnte meinen dies würde ihm nichts ausmachen, doch Silber ätzte ihm die neblige Haut weg. Er fiel seitlich zur Erde und hinter ihm stand jemand. Kira erschrak so sehr das sie aufsprang und voller Panik davon stürzte. Eine Hand griff nach ihr und das Mädchen blickte sich um. "Kira?" fragte eine mehr oder weniger sanfte Stimme. Doch sie bekam dies nicht mehr mit. Kira war in Ohnmacht gefallen bevor sie überhaupt reagieren konnte. Verständlich. Wem würde dies nicht passieren bei einem Gaun?! Der Junge der die Bestie erledigt hatte nahm sie und schmiss sie sich grob über die Schulter. Kiras lange Haare streiften auf dem Boden als sie weggeschleift wurde. Dann fiel Schnee. In großen Flocken. Der Junge der sie davon trug hatte ebenfalls weiße Haare. Sie gingen ihm knapp bis über die Schultern. Seine Statue war auch ähnlich wie Kiras. Genauso zart und brüchig. Er ging schneller denn Kira brauchte ein Dach über dem Kopf und außerdem Medizin. Schnell rannte er durch den niedrig weißen Teppich. Aufeinmal schossen ihm wie aus dem Nichts lange weiße Flügel aus dem Rücken und er erhob sich in den verschneiten Nachthimmel. Seine Schwingen trugen ihn sanft durch den Wind und schon bald waren Lichter auf einem Hügel zu sehen. Celtis. Die Stadt in der die beiden wohnten. Als er über der Stadt war landete er direkt vor einem heruntergekommenen Haus. Hastig klopfte er an der Tür und eine Frau mittleren Alters öffnete. Ein graues Tuch bedeckte ihren Kopf und das Gesicht war schon fast so faltig wie das einer alten Frau. Der Junge legte Kira in die Arme der Dame und diese trug sie ohne ein Wort in die Wohnung. Der Junge trat ebenfalls ein. Diesmal ohne Flügel. Kira war schwach und ihr Puls niedrig. Aufeinmal stürmte hastig ein Wesen herbei. Es stürzte durch die Wand, doch nichts ging zu Bruch. Mit großen verschreckten Augen sah es das Mädchen an und trat näher. "Hier Sanshi nimm das arme Ding. Du solltest doch auf sie aufpassen!" sagte die Frau zu dem Wesen das vodernd die Arme ausstreckte. Sanshi war das Schutzwesen von Kira. Sie hatte den Oberkörper einer Frau, die Elfenbein weiße Haut hatte. Auch ihre Haare waren schneeweiß. Fast wie die von Kira. Sanshi hatte große Raubkatzenaugen die sehr gut zu ihrem Unterlaib passten, denn der war der eines Geparden. Die Kräftigen Katzenbeine waren gefleckt und ihr Rücken langgestreckt. Zum Abschluss hatte sie noch einen langen Echsenschwanz. Die grün silbrigen Schuppen glänzten wie Kiras Augen. Vorsichtig, fast wie einen Vogel der sich die Flügel gebrochen hatte nahm sie das zerbrechliche Mädchen entgegen. Sanshis Augen wurden glasig und man sah schon als Außenstehender das sie sich Vorwürfe machte. "Sie wurde von einem Gaun gejagt sagtest du?" fragte die Frau und sah den Jungen an. Sanshi sah so geschockt zu ihm das er weggucken musste. "Ja von einem ziemlich großen. Wenn ich nicht eingegriffen hätte wäre sie jetzt sicherlich tot." antwortete er und sah dabei niemanden an. " Elias...danke das du sie gerettet hast." erhob sich eine zarte Stimme und Sanshi rollten Tränen über die Wangen. Elias war der Junge. Kiras Bruder. "Ihr hättet sie gar nicht erst rauslassen sollen, ihr wisst doch das sich unsere kleine Ausreißerin gerne mal die Welt ansieht." sprach die Frau. Man nannte sie in dem Städtchen einfach nur Magda. Sie war etwas dicklich und wirkte von außen her eher männlich (was sie nicht sehr gerne hörte). Ihre dunkelbraunen Haare versteckte sie meist unter einem schlichten grauen Bauerntuch, das die meisten Frauen über dem Kopf trugen. Kira war immer noch bewusstlos und lag in Sanshis Armen. Die Angst klebte ihr noch im Gesicht wie Honig nach dem essen. Magda lies sich auf einen Stuhl nieder, der eher nach einem Schemel aussah, und seufzte tief. Nächstes Mal gehe ich am besten mit Kira einkaufen damit sie uns nicht wieder davonläuft. Sanshi bring sie bitte in ihre Kammer." sprach sie mit gedrückter Stimme. Bald waren nur noch sie und Elias in dem kleinen Raum. "Nun was hätten wir gemacht wenn sie dabei drauf gegangen wäre?" sprach Magda noch einmal mit einem besorgten Unterton. Elias antwortete gelassen " Dann hätten wir ein Problem gehabt." Es war eine wirklich finstere Nacht und Elias zündete zwei weitere Kerzen an. "Was meinst du...wann bekommt sie endlich ihre Flügel?" fragte Magda. Doch Elias schaute nur zur Decke hinauf. "Das weis ich nicht. Es hängt ganz davon ab wieviel Macht ihre Astralenergie zurzeit hat. Es ist nur eine Frage der Zeit." antwortete er erfahren. Ruhig fuhr er sich durch die weißen Haare. Für sein Alter war der Junge schon ziemlich groß. Er sah nicht aus wie 17 Jahre. Bald kehrte jedoch auch in dieses Haus Ruhe ein. Doch die Panik schlich noch um alles herum. Wie ein hungriges Tier das wartet bis seine Beute Angst bekommt. In Kiras Kammer regte sich nichts. Es war dunkel und man sah nur die Silhouette von Sanshi die voller Sorge vor Kiras Schlafstätte lag, die aus nichts anderem bestand als ein paar Heusäcken. Draußen war es ruhig und nur die letzten Blätter des vorbeiziehenden Herbstes raschelten auf den leeren Straßen. In Sanshis Augen war die Sorge geschrieben wie in ein offenes Buch. Doch Kira regte sich nicht. Sie schlief. Hätte man sie nicht atmen gehört, könnte jeder denken sie sei nicht mehr am Leben. Die ganze Nacht saß Sanshi an ihrer Seite und wartete auf ihr Erwachen. Zugleich spürte jeder das die Ruhe draußen nicht von Dauer sein würde. Irgendetwas bahnte sich seinen Weg zu ihnen. Etwas Dunkles. Wahrscheinlich ein Bote des Teufels höchstpersönlich.

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von Pooly am Mo 11 Aug 2008, 22:15

Liebe Tara

endlich kann ich mal wieder etwas von dir lesen.
Deine Geschichte hat gleich einen spannenden Einstig. Du hast die Situation sehr schön beschrieben, finde ich. Der Leser wird förmlich hineingeworfen, in diese Situation und man weiß gar nicht, was geschrieht und wahrscheinlich genau so verwirrt, wie Kira selbst.
Die Wesen und die Dinge die du beschreibst sind alle als selbstverständlich angesehen, deswegen bekommt deine Welt von Anfang an eine gewisse Tiefe, die Lust auf mehr macht.
Dein Schreibstil ist schön locker und flüssig.

Ein paar Tipp und Groß- und Kleinfehler sind noch drin ...

Und noch ein Tipp zur Formatierung: ich würde öfter mal Absätze machen. Einfach, wenn ein Gedankenabschnitt zuende ist ... oder wenn eine Person anfängt, zu reden ... einfach einen Abschnitt setzen. Das lockert das Ganze etwas auf und erleichtert das Lesen etwas :)


Würde gern erfahren, wie es weitergeht :)



Lieben Gruß
Marie

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von Dawn am Mi 13 Aug 2008, 08:06

Hey,
schön etwas von dir zu lesen. Ich finde deine Geschichte eigentlich schon gut und spannend. Man weiß irgendwie nie was einem als nächstes erwartet. Ich finde das bringt immer noch mehr Spannung auf.
Wie Marie schon sagte sind noch ein paar kleine Fehler drinne, die aber jedem passieren. Vorallem mir selbst. :)
Und es hätte sich wirklich auch etwas leichter gelesen, wenn ein paar Absätze gemacht worden wären. Das verändert sofort die Wirkung.
Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Lg, Alex

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Mi 13 Aug 2008, 19:27

Soo :) ersteinmal ein herzliches Danke an die Guten Tipps Very Happy
Hier ist das 2. Kapittel von meiner Geschichte. Ich hoffe es klappt beim kopieren mit den Absätzen oô wenn nicht tut es mir leid Sad
Also, viel Spaß beim Lesen Very Happy

Vorahnungen

Der nächste Morgen warf goldene Strahlen durch das kleine Fenster in Kiras Kammer. Sanshis wache Augen waren immer noch auf ihren Körper geheftet.
Und dann regte sie sich endlich. Kira richtete sich verwirrt auf. Ihr weißes Haar fiel ihr ins Gesicht und obwohl sie die ganze Nacht durchgeschlafen hatte, sah sie doch noch müde aus.
Ihre wilden Augen starrten ins Leere doch bald stand das Mädchen auf und ging auf die Tür zu. Sanshi sprang ihr hinterher und stützte sie. Sie gingen die Treppe hinunter und fanden einen leeren Raum auf. Magda war sicherlich einkaufen oder Beeren sammeln. Wo Elias war wusste sie so gut wie nie.
Mühevoll setzte sie sich auf einen der Stühle. Ihr Schutzgeist bot ihr einen Apfel an doch Kira wehrte ihn ab.
Lange Zeit saß sie so da, bis sie aufstand und wieder in ihr Zimmer ging.
Allein. " Sanshi warte bitte unten auf mich." sprach sie. Ihre Stimme war so zart und rein das jeder sie gern hatte.
Sanshi nickte und Kira verschwand auf ihr Zimmer. Stutzig stand sie vor ihrem Spiegel und betrachtete ihre hübsche Gestalt.
Die weißen Haare fielen ihr wellig und glatt über die Schultern und endeten fast bis unter die Kniekehlen. Ihre grünen Augen glänzten wie Smaragde, und ihre glatte Haut war geschmeidig und warm.
Doch trotz ihrer Schönheit war sie unsicher.
Sehr lange konnte sie jedoch nicht nachdenken. Von unten drangen Schreie herauf und Kira rannte die Treppe hinunter. Vor ihr Blut. So viel Blut.
Geschockt presste sie die Hand vor den Mund um nicht zu schreien. Es war verdächtig still bis der nächste Schrei fiel.
Die Tür stand weit offen und draußen ging der Wind. Vorsichtig schritt sie aus der Tür und spähte ins Freie. Dann sah sie etwas, das sie in eine Panikattacke verfallen lies.
Magda lag auf dem Boden. Blutüberströmt. Ihre toten Augen blickten Kira an. Angst spiegelte sich darin wieder, und Kira schrie. Schrie so laut das es in den Gassen wiederhallte.
Magda hielt einen Pergamentzettel in der Hand. Kira war so aufgelöst das sie neben ihr niedersank. Mit tränenverschleiertem Blick sah sie das Stück Pergament. Mit Blut stand etwas darauf. "Luzifer!"
das Mädchen konnte kaum sprechen wenn sie diesen Namen nur dachte. Doch nun stand er mit frischem Blut vor ihr geschrieben. Ihr wurde schlecht und beinahe hätte sie sich übergeben, doch kühle Arme fuhren ihr um den Körper.
"Es wird alles gut. Bleib ruhig!"
sie drehte sich um und sah jemanden. Er sah fast aus wie ihr Bruder, nur jünger und ein Stück größer. Er hatte ebenfalls längere weiße Haare. Knapp bis über die Schulter reichten sie ihm. Er hatte ein warmes Lächeln und Kira dachte auf seinem Rücken weiße Schwingen gesehen zu haben, doch gleich darauf viel sie in Ohnmacht.
Fast den ganzen Tag wachte sie nicht auf, bis sie nach Stunden wieder ihre Augen auftat. Sie war allein in ihrer Kammer, aber unten unterhielten sich zwei Jungen lautstark. Leise schlich sie auf ihren schmerzenden Füßen hinaus und lauschte.
"Ich werde deine Schwester hier weg bringen. Wenn sie hier irgendwo sind werden sie dich und Kira umbringen, dass weist du genauso gut wie ich Elias."
Das war die Stimme des Jungen der sie vorhin aufgefangen hatte. "Was soll ich denn deiner Meinung nach machen Lives? Ich kann mit Kira nicht einfach von hier verschwinden. Sie würden uns folgen und außerdem kennst du meine Schwester nicht. Sie wird den Teufel tun hier weg zu gehen."
Ihr Bruder war so gelassen wie immer, doch heute war in seiner Stimme eine gewisse Spanne.
"Diese Frau die euch aufgenommen hat ist tot nicht war? Was willst du den Dorfbewohnern erzählen?"
Lives klang ungeduldig. Er stand unter Spannung. Er hatte Angst. "Sie werden euch die Verantwortung dafür geben. Die Schuld wird auf euch gelegt werden, denn du weist...sie hatten schon immer eine gewisse Angst vor euch."
Kiras Bruder trat auf die erste Stufe der Treppe. Hastig schlich sie zurück in ihr Zimmer und legte sich schnell wieder hin. Kurz darauf kam Elias hinein. Das hatte er früher niemals gemacht. Sicherlich hätte er noch nicht einmal daran gedacht nach seiner Schwester zu sehen.
Sie drehte sich zur Wand und der Junge kniete sich neben ihr Bett. "Komm ich weis das du wach bist!" Flüsterte er ihr ins Ohr.
Kira seufzte. Obwohl sie und ihr Bruder sich nicht immer gut verstanden wusste er was in ihr vorgeht. Sie aber konnte seine Gefühle noch nie richtig erahnen. Elias war schon immer sehr verschlossen. Kira drehte sich zu ihm.
"Wie geht es dir?" fragte er sie.
"Was geht dich das an?" gab sie schnippisch wieder.
Irgendwas hatte Elias vor. Sonst würde er niemals zu ihr kommen um sie zu fragen wie es ihr geht.
Er lies einen gekünstelten Seufzer von sich.
"Ich bin schließlich dein Bruder, hab ich da nicht das Recht mich nach meiner Schwester zu erkundigen?"
Er lehnte sich an die Wand und starrte sie mit seinen Smaragdaugen an. Kira versuchte zu lachen.
"Was willst du?" Fragte sie ihn und wollte einen gewissen Stolz in der Stimme haben. Doch es gelang ihr nicht wirklich.
Elias lachte leise.
"Ich will nur das du weist das wahrscheinlich einer von Luzifers Abkömmlingen hinter uns her ist." Sprach er mit einer Gelassenheit in der Stimme die Kira immer wieder überwältigte.
Doch bei diesem Namen gefror ihr alles Blut im Körper.
Sie senkte den Kopf.
"Luzifer...!" Ihre Lippen formten den Namen doch aussprechen konnte sie ihn nicht.
Ganz richtig Schwesterchen und falls du nicht vorhast mit den restlichen Dorfbewohnern zu sterben solltest du mit mir uns Lives kommen, dann wird alles gut." Sprach er und diese Abenteurlust in seinen Augen machte Kira wütend.
"Falls du vorhast hier abzuhauen und die armen Kinder und Frauen zurück zu lassen, bitte aber dann ohne mich. Ich werde sie beschützen!"
Das Mädchen erschrak vor ihren eigenen Worten. Wie wollte sie allein, ohne ihren Bruder gegen Luzifers Abkömmlinge ankommen? Elias lachte laut und sah seine kleine Schwester spottend an.
"Du und allein klarkommen. Ich lach mich tot. Du hattest sogar Angst vor einem normalen Gaun."
Kira wurde wütend.
Neben ihr auf dem kleinen Holztisch lag ein mittelgroßer Stein den sie einmal von einem Ausflug in den Wald mitgebracht hatte. Sie wusste gar nicht mehr genau warum. Doch das war ihr egal sie griff ihn und feuerte ihn mit solcher Kraft nach ihrem Bruder das dieser zusammenzuckte wie ein verprügelter Hund um sich vor dem, genau auf sein Gesicht zufliegenden Stein, zu schützen.
Entgeistert sah er seine Schwester an. "Naja wenn du die Sache so angehst wird Luzifer sich in Acht nehmen müssen." Stammelte er völlig perplex von der Handlung des Mädchens.
"Und jetzt raus aus meinem Zimmer oder der Tisch fliegt hinterher!" Schrie sie ihrem flüchtenden Bruder nach.
Als er nicht mehr zu hören war lies sie sich wieder ins Bett sinken.
"Sie wollen wirklich hier weg Sanshi." Sprach sie leise und das Wesen trat aus einer der Wände.
"Ich weis Kira. Ich habe ihr Gespräch zufällig mitbekommen." Sprach Sanshi sanft.
"Du meinst du hast gelauscht." Gab Kira hinzu und Sanshis Wangenknochen färbten sich Rosa.
"Wie auch immer du musst meinen Bruder davon abhalten hier einfach abzuhauen." Befahl Kira ihrem Schutzgeist und dieser nickte zustimmend.
"Wie du willst..." Ihr Flüstern war schwach zu hören als sie durch die Wand genauso schnell verschwand wie sie gekommen war.
Kira hatte wieder neue Kraft, doch der Tot von Magda saß ihr immer noch schwer in den Knochen.
Nach einer stillen Zeit stand sie auf. Ihre Füße taten immer noch weh. Sie stütze sich an der Wand. Unten war es ruhig geworden. Vorsichtig machte sie die Tür auf. Ihr Bruder hockte daneben und schlief.
Kiras Augen weiteten sich und die Überraschung in ihrem Gesicht war nicht zu übersehen.
Doch dann wurde sie wieder wütend, denn sie sah genau das Elias keineswegs schlief.
Man sah ein böses Glänzen in ihren Augen und Sekunden später schlug sie ihm so sehr die Faust auf den Kopf das er aufschrie, hochschnellte und sich an der Decke stieß.
"KIRA!!!" Brüllte er ihr ins Gesicht.
Doch sie sah ihn nur gelassen an.
"Was ist denn Bruderherz?" Fragte sie, und diesmal gelang ihr den Spott in die Stimme zu treiben.
Elias wurde das erste Mal purpurrot und starrte sie an.
Von unten kam Lives die Treppe herauf, ein Schwert in der Hand.
"Was ist passiert? Wo ist Kira? Ist jemand verletzt??" Rief er mit Panik in der Stimme.
"Lives bring dieses dumme Ding um! Los mach schon!" Schrie Elias erregt.
Kira lachte nur leise.
Lange herrschte Stille doch dann drehte sich Elias um. Die leichte Erhöhung auf seinem Kopf war kaum zu übersehen und hasserfüllte Blicke fielen auf das Mädchen. Doch Kira lächelte Lives nur an. Dieser erwiederte ihr Strahlen und Elias war am Ende.
"Es wird Zeit das wir aufbrechen würde ich sagen." Raunte er Lives zu.
"Meine Schwester wird mir langsam zu aufmüpfig." Flüsterte er weiter.
Doch auch Lives lachte nur leise.
"Ich möchte noch bis morgen hier bleiben. Wir sollten Magda wenigstens begraben, denn nur unseretwegen ist sie gestorben. Wären wir nicht gewesen hätte sie weiterleben können...hätte noch Familie haben können wie sie uns das immer vorgeschwärmt hat. Sie hat uns so umsorgt und wie danken wir es ihr? Indem wir sie von irgendeinem Wesen umbringen lassen ohne etwas zu tun."
Kira senkte ihren Blick und Tränen tropften auf den Boden. Die Stimmung senkte sich und auch in Elias Augen spiegelte sich Reue. Eine Träne vergoss er jedoch nicht. Sein Blick bleib starr.
Manchmal kam es Kira vor als ob alle Gefühle aus ihm gewichen wären.
Sie hob den Kopf wieder.
"Ich will sie heute Abend begraben. So wie sie es verdient hat. " Sprach sie mit erhobenen Haupt.
Lives war überrascht. So viel Stärke, die das Mädchen doch nicht zeigte, die aber aus ihr herausstrahlte. Kira warf sich das Haar zurück.
"Würdet ihr bitte das Grab ausheben?" Fragte sie, den Blick auf Lives gerichtet. Dieser nickte doch Elias fing wieder mit Protest an. "Du willst sie doch begraben warum sollte ich da helfen? Wir könnten sie auch einfach irgendwo im Wald ver..." Er konnte nicht weiterreden, denn Kira schlug ihm sosehr ihre flache Hand ins Gesicht das er nach hinten stolperte.
"Dich hat sie genauso aufgenommen wie mich, und das sie gestorben ist, liegt ebenfalls nicht nur mir zur Last. Wir sind beide daran Schuld also wirst du auch von ihr Abschied nehmen, wie sie es verdient hat!!!" Schrie sie ihrem Bruder ins rote Gesicht.
Er senkte den Kopf.
"Wenn du an jedem Menschen so sehr hängst der uns aufnimmt brauchst du gar nicht erst mit uns kommen. Glaub mir, es werden noch viele Menschen wegen uns sterben. Das ist nun mal nicht zu ändern. Finde dich damit ab. Ich hab es auch gelernt. Also kannst du das auch." Flüsterte er.
Kira warf ihm einen so hasserfüllten Blick zu das er wegsah.
"Wegen mir wird kein einziger Mensch mehr sterben. Keiner hast du mich verstanden?? Ich weis ja noch nicht einmal warum irgendjemand wegen uns sterben sollte. Wo willst du hin wenn wir hier weg sind? Willst du das mehr Leute draufgehen? Was hat das alles für einen Sinn wenn wir kein Ziel haben und das Resultat dieser Reise so viele Tote sind, die gar nichts damit zu tun haben?"
Sie war zwar etwas jünger als ihr Bruder, doch hatte schon so viel Gerechtigkeitssinn in ihr das sie jeden hasste der etwas unrechtes tat. Vor allem wenn jemand dabei zu Schaden kam. Lives stand an der Treppe und scharrte ungeduldig mit dem Fuß auf dem Boden.
Er mochte keinen Streit.
Doch Kiras Entschluss stand fest. Sie würde Magda beerdigen, ob mit oder ohne ihren Bruder.
Gekränkt drehte sie sich um und verschwand in ihrem Zimmer. Verzweifelt schmiss sie sich aufs Bett und weinte. Sie wollte nicht das man es bis draußen hörte, doch Lives und Elias bekamen es genau mit.
Sanshi sprangt aus einer der Wände und legte beruhigend ihre Hand auf Kiras Schulter.
"Es wird alles gut Kira. Bitte wein doch nicht." Sprach Sanshi mit ruhiger Stimme.
Doch die Verzweiflung in dem Mädchen war so groß das sie am liebsten gleich aus dem Fenster gesprungen wäre. Dann wäre alles gut. Keine weiteren Menschen müssten wegen ihr sterben und ihr Bruder hätte seine Ruhe.
Mehr Verwandschaft hatte sie nicht mehr.
Nur noch Sanshi die neben ihr kniete und versuchte sie zu ermutigen. Magda war tot. Doch was war mit Lives? Wer war Lives überhaupt.
Kira hatte ihn noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen und doch schien er sie zu mögen, aus welchem Grund auch immer. Er sah ihrem Bruder und ihr so ähnlich. Die Schwingen die sie auch manchmal auf Elias Rücken sah, die morgentauweißen Haare. Die grünen Meeraugen. Er hatte sogar das gleiche Medallion um den Hals wie ihr Bruder, auf dem mit Gold ein Schwert und ein Flügel dargestellt waren, die sich überkreuzten.
Oft schon hatte Kira ihren Bruder nach diesem wunderschönen Schmuckstück gefragt, doch er machte es niemals ab oder gab es geschweigeden seiner Schwester. Es war wohl sein ein und alles.
Die Tür ging auf und Sanshi drehte sich um. Doch Kira bleib so liegen, den Kopf in das Kissen gepresst und die Finger in ihre Decke gekrallt.
"Er hat es nicht so gemeint Kira. Du weist doch das dein Bruder manchmal etwas sagt ohne nachzudenken."
Aus irgendeinem Grund war das Mädchen enttäuscht die Stimme des anderen Jungen zu hören.
Warum war Elias nicht allein gekommen?
Er hätte sich selber entschuldigen können.
Sie sagte nichts. Dann merkte sie die warme Hand auf ihrem Rücken.
Es war nicht Sanshi. Die Hand strich ihr behutsam über den schmalen Rücken, und dann über das wunderschöne Haar.
"Er hat Angst. Er gibt es nicht zu, aber Elias hat Angst. Wenn du denkst dein Bruder ist völlig kalt und hat keine Gefühle mehr in seinem Körper, dann liegst du falsch." Flüsterte Lives der nun dicht über sie gebeugt war.
Sie stieß in weg.
"Wenn Elias dich geschickt hat, kannst du gleich wieder verschwinden. Er soll sich entschuldigen, oder er kann alleine abhauen." Sprach sie mit ernster Stimme.
Doch die Tränen hörte man aus ihr heraus.
"Wir werden Magda heute Abend die letzte Ehre erweisen, einverstanden?" Fragte der Junge sie.
Kira stand auf.
"Warum du? Mein Bruder und ich müssen das tun, denn wir haben sie in die Fänge des Todes laufen lassen. Du hast damit rein gar nichts zu tun." Sie klang verletzender als sie es geplant hatte, doch das Lächeln auf Lives Gesicht blieb.
"Du hast vollkommen Recht. Glaub mir dein Bruder wird heute Abend dabei sein. Er ist kein schlechter Mensch auch wenn du das vielleicht..."
"Ich kenne Elias!!" Fiel Kira ihm ins Wort.
"Er ist seid 14 Jahren mein Bruder klar? Da werde ich ihn jawohl besser kennen als du." Sie wurde schrill.
Auch wenn sie ihren Bruder zurzeit am liebsten Tod sehen würde liebte sie ihn doch überalles, und wollte sich nicht von einem dahergelaufenen Typ sagen lassen wie sie ihren Bruder zu verstehen hatte.
Doch er lächelte weiter.
Kira stand auf und ging auf ihn zu. Nah vor ihm blieb sie stehen und sah ihn mit ihren klaren Augen an.
"Du musst mir nicht sagen wie ich meinen Bruder zu verstehen habe ich kenne ihn länger als du. Und von einem Fremden lass ich mir erst recht nichts sagen." Sagte sie in einem beherrschten Ton.
Lives nickte und trat aus dem Raum.
Bald wurde es Abend und die Sonne versank hinter den Bergen.

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von Pooly am Fr 15 Aug 2008, 15:03

Liebe Tara

eine schöne Fortsetzung hast du hier geschrieben. Deine Story steigt wirklich gleich spannend ein und schon zu Beginn werden deine Personen auf die Probe gestellt und müssen schwierige Entscheidungen treffen.
Dein Schreibstil gefällt mir. Es sind noch ein paar Rechtschreibfehler drin, einige merkwürdige Formulierungen und ein paar Zeitfehler. Ich hab jetzt nur mal ein paar als Beispiele herausgesucht. Wenn du möchtest, dass ich dir alles korrigier, dann sag es ruhig :)
Würde ich gern für dich machen. Dann würde ich dir alles heraussuchen.


Ihr Schutzgeist bot ihr einen Apfel an doch Kira wehrte ihn ab.

Ich würde eher sagen "lehnte" ihn ab Wink



Es war verdächtig still bis der nächste Schrei fiel.

Statt "fiel" würde ich "erklang" schreiben ...

Ihr Bruder war so gelassen wie immer, doch heute war in seiner Stimme eine gewisse Spanne.

Ich würde sagen "Spannung", anstelle von "Spanne"



"Komm ich weis das du wach bist!" Flüsterte er ihr ins Ohr

Drei Dinge anzumerken: "weiß" wird mit "ß" geschrieben ... dahinter ein Komma und "dass" mit "ss"Wink
Und wenn du Sätze anhängst, wie "Flüsterte er ihr ins Ohr", dann musst du hinter der wörtlichen Rede ein Komma setzen und "flüsterte" klein schreiben. Das würde dann so aussehen:
"Komm ich weiß, dass du wach bist!", flüsterte er ihr ins Ohr.
Letzteres gilt generell. Ich erwähne das jetzt nur einmal, aber die Regel gilt in solchen Fällen immer :)



Ansonsten würde ich mich auf eine Fortsetzung freuen :)
Ach und was ich schon im ersten Beitrag sagen wollte: den Titel finde ich sehr schön. Super!



Was ich mir vielleicht noch gewünscht hätte wäre, dass Kira vor diesem Angriff noch etwas mehr spricht oder mehr persönlich denkt, wenn du verstehst, was ich meine. Ich bin irgendwie am Anfang noch nicht so ganz mit ihr warm geworden. Deswegen wirkte diese ganze Szene auf mich irgendwie entrückt. Vielleicht sollte es so sein, ich weiß es nicht ...




Lieben Gruß
marie

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von Bloodangel am Fr 15 Aug 2008, 15:43

Hallo,
auch ich habe es endlich geschafft und bin dazu gekommen etwas von dir zu lesen. Mir gefällt die Geschichte gut und würde mich freuen wenn es bald weitergeht.

LG

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Fr 15 Aug 2008, 16:29

Danke für das Lob und die gute Kritik !! Very Happy
Kira soll am Anfang auch etwas verschlossen und geheimnisvoll wirken, weil ich nachher aus ihrer Sicht weiterschreibe ^^
In den nächsten Kapitteln folgen weitere Informationen xD
Ich werd es mir nochmal durchlesen und dann posten :)

Lg x3

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Fr 15 Aug 2008, 16:51

Soo und hier ist schon der 3. Teil Very Happy
Ich hab ihn eben nochmal überarbeitet :)
Ich hoffe er kommt wieder einigermaßen gut an Rot werd
Viel Spaß ;D

Die letzte Ehre

Der Mond stand schon hoch am Himmel und Kira stand auf.
Sie hatte ein weißes langes Kleid an. Einen Teil ihrer Haare hatte sie am Hinterkopf mit einer Spange zusammengesteckt.
Auf ihrem Kleid zeichneten sich goldene Ranken ab und der schlichte braune Gürtel hing schräg um ihre schmale Taille.
Noch einmal betrachtete sie ihr Spiegelbild, dann schritt sie die Treppe herab.
Zu ihrem Überraschen standen Lives und Elias am Ende der Stufen. Auch sie hatten ein weißes Oberteil an.
Doch Kira lies sich nicht beirren und ging stolz weiter.
Magda lag auf dem großen Tisch im unteren Raum. Dem Mädchen stockte der Atmen.
Die Frau war in ein schwarzes Kleid gehüllt. Oder war es ein Tuch? Sie wusste es nicht doch es sah so proffesionell aus das man es hätte auf dem Markt verkaufen können.
Auch Magdas Wunden waren gewaschen und verheilt. Sie lag da wie schlafend.
Man sah nicht das sie bis vor wenigen Stunden noch mit einem Unbekannten gekämpft hatte. Man sah nur noch weiße Streifen wo vorher tiefe Wunden waren.
Kira drehte sich um und sah die beiden Jungen verdattert an.
Lives lächelte, doch Elias schaute nur weg. Ob Verlegenheit oder gebrochener Stolz in seinem Blick war konnte Kira nicht deuten.
Als sie aus dem Fenster sah, das sich neben dem Tisch befand, sah sie brennende Fackeln um einen runden flachen Stein stehen.
Vor dem Stein war ein Grab ausgehoben.
Blumen schmückten die Fackeln und den Weg von der Tür bis zu dem Grab.
Es waren wunderschöne Blumen mit weißen Blüten.
Die Lieblingsfarbe von Magda.
Kira stießen Tränen in die Augen. Es tat so schrecklich weh sie so zu sehen.
Ohne Leben.
Kurz vor ihrer heimlichen Beerdigung, bei der noch nichteinmal ihre Familie dabei sein konnte. Niemand wusste bis jetzt von ihrem Tot, und das brach Kira das Herz.
Sicherlich wären alle Dorfbewohner zu der Beerdigung gekommen, denn jeder hatte diese Frau geliebt.
Und jetzt waren nur die Kinder anwesend, die sie in den Tod gestürzt hatten.
Lives fasste ihr auf die Schulter und Kira fing sich wieder.
Verstohlen wischte sie sich die Tränen aus den Augen.
Die Beiden Jungen machten die Tür auf und Kira glaubte nicht was sie dort stehen sah.
Einer pechschwarzer Sarg aus Eichenholz gezimmert.
Sie riss die Augen auf und konnte kaum glauben was sie dort sah. "Hätten wir ihn lieber weiß streichen sollen?", fragte Lives als er ihren Blick sah.
Ein schiefes Lächeln wanderte über seine Lippen.
Kira konnte nichts sagen, sie war so überrascht und gerührt von den Umständen und der Schönheit dieser ganzen Sachen das sie nur da stand und die Fäuste ballte.
Schwungvoll drehte sie sich um.
Kira ging auf den Tisch zu und legte die Hände auf Magdas toten Körper.
Die Augen der Frau blieben geschlossen, auch dann als Kira sich hinunter beugte und sie noch einmal umarmte, wie sie es vor kurzem immer dann getan hatte wenn es dem Mädchen schlecht ging.
Doch diesmal kamen keine tröstenden Worte.
Es war die letzte Umarmung.
Zögernd nur löste Kira sich von ihr ab. Eine Träne tropfte herab. Doch dann stand das Mädchen wieder auf und sah die beiden Jungen an die schon an der Tür standen.
Lives erwiderte ihren Blick und er stieß Elias in die Seite, dieser nickte und beide trugen den schwarzen Sarg hinein.
Kurz darauf sahen sie Kira fragend an.
Sie wusste was dieser Blick fragte...
"Kira bist du soweit?".
Genau das sagte er aus.
Auch sie nickte nun und die beiden jungen Männer hieften Magda sanft in den Sarg.
Kira rannte noch einmal auf den Hof, nahm sich einer der weißen Blumen und legte diese der Frau in die bleichen Hände.
Nun war es soweit.
Ein letzter Blick von allen und Elias schloss den Sarg.
Als Lives und ihr Bruder ihn auf die Schultern hoben, fing Kira noch einmal an zu weinen, doch nach wenigen Augenblicken ging sie vor den Jungen aus der Tür.
Sie führte die kleine Trauergemeinde, bis zu dem tiefen Loch.
Alles war so hell, die Fackeln brannten helle Löcher in die Nacht. Doch dieses einfache Grab war so finster.
Lives stieß Kira behutsam aus dem Weg und Elias und er transportierten geschickt den Sarg in die Tiefe ohne ihn zu beschädigen, als wären sie schon lange Profis im Bestatten.
Dann nahmen beide die Schaufeln und fingen an das Grab mit Erde zu bedecken.
Kira realisierte er jetzt allmälig, das sie Magda nun nie wieder sehen würde.
Als Lives und Elias fertig waren, sahen sie das Mädchen fordernd an.
"Sicher würde es Magda gefallen wenn du jetzt noch ein schönes Lied für sie singst. Sieh es als ein Schlaflied in die Ewigkeit.", sprach Lives.
Kira sah ihn ungläubig an.
Elias seufzte abschätzend
"Nun mach schon zeig uns doch deine Engelsstimme."
Sie wurde wütend.
Doch die Wut in Ihr wusste sie zu zügeln, und sie fing an zu singen. Das Lied was sie sang, war kein übliches Trauerlied (wie es zu einer Bestattung eigentlich üblich war), sondern eher ein fröhliches, denn Magda liebte frohe Lieder die Kira mit ihrer hellen Stimme singen konnte.
Die hohen Töne drangen durch die Nacht und sogar Elias war für einen Moment wie weggetreten.
Sie sang noch lange, bis die Nacht ihren dunklen Mantel verlor und die Sonne langsam in einem roten Meer aus Licht am Horizont erschien.
Dann unterbrach sie die Vorstellung.
"Wir müssen so schnell wie möglich aufbrechen.", sagte Lives leise.
Elias nickte nur und verschwand zurück ins Haus.
Die Fackeln waren erloschen, die Bestattung war vorbei.
Kira sprang auf und lief zu Elias.
"Bruder was soll ich auf die Reise mitnehmen?", fragte sie ihn und zerrte dabei wie ein ungeduldiges Kind an seinem Arm.
Er schüttelte ihre Hand nur kühl ab uns sprach leise: "Nicht alzu viel. Du hast doch diesen alten Lederbeutel da kannst du das nötigste hineintun."
Das Mädchen merkte das sie ihrem Bruder vollkommen egal war. Gekränkt drängte sie sich an ihm vorbei und rannte die Treppe hinauf in ihr Zimmer.
Knallend schlug sie die Tür zu und trat wütend gegen ihr Bett.
"Das wird er mir alles büßen!!", schrie sie und drückte sich ihr Kissen ins Gesicht damit sie nicht die halbe Nachbarschaft aufweckte.
Schließlich schmiss sie das Kissen in die Ecke und kramte in einer hölzernen großen Truhe die hinter ihrem Bett stand.
Ein dunkler alter Lederbeutel kam zum Vorschein.
Er war gerade so groß das das Nötigste hineinpassen würde.
Kira schmiss ihn nicht grade liebevoll neben sich auf den Boden. Dann fischte sie noch ein paar Haarspangen, eine Bürste, einen Stift und ein Blatt Papier aus der Kiste.
Als sie dies alles auf dem Boden ausgebreitet hatte, zögerte sie.
Da war noch etwas was sie mitnehmen wollte.
Noch einmal lugte sie in die Truhe und zog behutsam eine Halskette heraus.
Sie bestand aus einem sehr dünnen goldenen Band an dem ein weißgoldener Ring hing.
In diesen Ring waren Buchstaben einer anderen Sprache eingraviert, dünn und kaum lesbar. Wie mit einer Stecknadel geschrieben.
Kira legte die Halskette vor sich auf ein Stofftuch. Dann stand sie auf und streifte das weiße Kleid von ihrem Körper.
Dies konnte sie nicht tragen es würde zu sehr auffallen unter den fremden Menschen.
Das Mädchen nahm die Kette und legte sich diese um den Hals. Danach kramte sie verzweifelt in der kleinen Nische in der Wand die ihren Schrank darstellte.
Nur ungern lies sie die schönen Kleider zurück.
Doch keins konnte sie nicht mitnehmen.
Bald fand sie ein unauffälliges graues Stück.
Es lag ein wenig eng am Körper an, doch für Reisezwecke war es gut.
Sie schlüpfte hinein und hing sich noch einen breiten braunen Gürtel um die Hüften.
Kaum sichtbare Taschen waren in ihn eingearbeitet, und wie es sich für ein einfaches Dorfmädchen gehörte besaß sie unter ihrem Bettlaken ein Messer.
Es passte genau in die größte Tasche.
Sehr praktisch.
Nachdem sie sich noch einmal die langen Haare gebürstet und zu einem schmalen Zopf zusammengebunden hatte, drehte sie sich um und stopfte ihre Sachen in den Beutel.
Es passte gut.
Er war nicht sehr schwer und sie konnte ihn sogar noch so zusammenfalten das er mühelos in eine der Gürteltaschen passte. Noch einmal versicherte Kira sich das sie alles dabei hatte, dann ging sie aus ihrem Zimmer.
Schnell schloss sie die Tür und verriegelte sie noch einmal.
"Vielleicht kommen wir ja irgendwann wieder hier her.", hoffte sie als sie den Schlüssel aus dem Loch zog und ihn auf einen der Balken der niedrigen Decke legte.
Die ersten Sonnenstrahlen drangen durch die kleinen Fenster.
Es wurde Morgen.
Der letzte Morgen in ihrer Heimat.
"Kira nun beeil dich doch!", rief Lives die Treppe herauf.
Mit traurigem Blick schritt sie die Treppenstufen hinunter.
Lives wartet schon an der Tür.
Elias stand draußen und scharrte ungeduldig mit den Füßen am Boden.
"Bist du soweit?", fragte der Junge zaghaft.
Kira nickte stumm.
Dann ging sie ebenfalls vor die Tür.
Lives schloss die Haustür.
Alle waren bereit für die Reise. Und langsam setzten sich die Drei in Bewegung.
Leichtfüßig und schnell sausten sie die Straßen entlang. Auf die Grenzen des Dorfes zu.
Natürlich waren sie sehr schnell und vor allem ausdauernd.
Kira fühlte sich aufeinmal so frei.
Helles Licht war um sie herum, und ehe sie sich versah berührten ihr zarten, nackten Füße nicht mehr den unebenen Boden.
Vor ihr schwebten die Jungen.
Das Licht welches sie umgab war zu hell um viel erkennen zu können.
Das Mädchen wusste nicht was geschah, außer das sie das Dorf hinter sich ließen.
Als sie langsam schwach wurde umfassten sie wieder diese starken Arme, und Lives strahlendes Lächeln streifte ihr Gesicht.
"Wir müssen uns ein wenig beeilen. Ich werde dich tragen.".
Nach diesen Worten schlief das Mädchen tief ein.
Wechselte in eine andere Welt.
Bekam nichts von dem mit was um sie herum geschah.
Nur eins merkte sie.
Zwei feste Arme die sie niemals loslassen würden.

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von Bloodangel am Fr 15 Aug 2008, 20:24

Echt schöne Fortsetzung. Schade das niemand außer den Kindern an der Beerdigung teilnehmen kann. Der Bruder scheint Kira ja eher als lästiges Übel anzusehen. Zum Glück hat sie aber noch Lives.

Würde gerne wissen wie es weiter geht.

LG

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Fr 15 Aug 2008, 23:21

Danke Very Happy
Naja wenn die Dorfbewohner teilnehmen würden, müssten die drei ja irgentwie erklären was passiert ist. Und so würden sie auffliegen.
Morgen gehts weiter Very Happy
Danke für das Interesse an der Story :) hät ich echt nicht gedacht.
Lg x3

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von Pooly am Sa 16 Aug 2008, 15:34

Schöne Fortsetzung, liebe Tara :)
Freut mich, dass du uns deine Geschichte lesen lässt, das ist schön!
Wie traurig, dass niemand außer den Kindern vom Tod Magdas erfahren kann. Das ist schrecklich Sad


Ich hab nur wenige Anmerkungen:

Kira stießen Tränen in die Augen.

Wohl eher "stiegen", oder?



Niemand wusste bis jetzt von ihrem Tot, und das brach Kira das Herz.

"Tod" mit d Wink



Liebsten Gruß
Marie

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Sa 16 Aug 2008, 22:09

*hihi* Danke Marie Embarassed
Mein rechtsschreibprogramm haut wohl nicht ganz so super hin wie ich es mir erhofft hatte Very Happy.
Naja ich werde jetzt mal das 3. Kapittel posten :)
Viel Spaß!!

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Sa 16 Aug 2008, 22:10

Blutrausch in der Morgenfrühe

Lives und Elias flogen weit über den Wolken.
Kira schlief tief und fest.
Die Sonne tauchte die Wolken unter ihnen schon in ein Meer aus Licht.
Es wurde Morgen.
"Wir sind zu langsam Lives!", rief Elias.
Es war schwer mit der Stimme gegen das Tosen der Winde anzukommen.
Lives sah ihn aus den Augenwinkeln an.
"Ich kann schlecht so schnell fliegen mit deiner Schwester im Arm. Oder soll ich sie fallen lassen?", schrie er.
Ihre Schwingen trugen sie leicht über die Wolken.
Elias sah unzufrieden aus. Doch seine Ausdauer war beeindruckend, denn sie flogen schon mehrere Stunden ohne eine Pause gemacht zu haben.
"Ich wusste das sie nicht lange durchhält. Sie blockt unser Tempo und bringt uns in Gefahr.", flüsterte er so leise das der andere Junge es nicht verstehen konnte.
Besser so.
Der Himmel färbte sich rot, und bald war die Sonne aufgegangen. Lives sah Elias auffordernd an und sie drosselten ihr Tempo. Langsam verloren die Jungen an Höhe und bald schon landeten sie auf einer weiten Lichtung.
Nebel hüllte sie ein wie ein Schutzschild.
Langsam und behutsam legte Lives Kira auf den morgentaufeuchten Boden.
Sie schlief immer noch.
"Ich geh frisches Wasser suchen.", sagte Elias kühl und war kurz darauf gleich hinter den Bäumen, im Nebel verschwunden.
Lives beugte sich über Kira um zu sehen ob alles in Ordnung war. Doch genau in diesem Moment wachte sie auf.
Weil der Nebel sehr dich war, lehnte der Junge auch ziemlich nah über ihrem Gesicht, da er sonst Nichts erkannt hätte.
Dies löste bei Kira jedoch ein Missverständnis aus.
Sie kreischte kurz auf und stieß Lives von sich.
"Was soll das denn?", schrie sie schrill.
"Bleib bloß weg von mir!".
Sie war ein geschockt.
Lives lächelte matt. "
Tut mir Leid ich wollte nur sehen ob es dir gut geht, du hast sehr lange geschlafen.", sprach er beruhigend.
Kira sah ihn an.
"Wo sind wir hier und wo ist mein Bruder?", fragte sie.
Eigentlich war es ihr egal. Er könnte auch gerne wegbleiben und nie mehr wieder kommen.
"Weist du, wir müssen uns tagsüber ein wenig abseits der Wege aufhalten. Elias ist los, frisches Wasser suchen. Sicher bringt er auch was zu Essen mit.", erklärte er.
Kira nickte nur gelangweilt.
"Abseits der Wege...", murmelte sie nachdenklich.
Ihr fiel auf das sie sich noch nie wirklich weit aus ihrem ehemaligen Dorf entfernt hatte, wenn dann nur um ein wenig in den Wald zu gehen.
Elias hatte ihr immer gesagt sie solle niemals weit weglaufen und nie fremden Menschen vertrauen.
Jetzt verstand sie warum.
„Wie weit sind wir von zu Hause weg?!", fragte sie schnell.
Doch Lives lächelte nur.
"Sehr weit.", sprach er geheimnisvoll.
Das Mädchen erinnerte sich. Sie waren geflogen.
"Wir....Wir sind heute Nacht ....", sie konnte nicht weiter sprechen. Sie wusste ja noch nichteinmal genau was sie überhaupt sagen sollte.
Lives sah ihren verwirrten Blick.
Er antwortete als wäre es das normalste der Welt: "Ja wir sind geflogen. So sind wir nun mal schneller. Naja ich hab dich den ganzen Weg getragen. Verständlich du kannst ja nicht bei deinem ersten Flug gleich eine ganze Nacht durchhalten."
Verblüfft sah sie ihn an.
Das ihr Bruder und sie anders sind hatte sie schon seid sie klein war gemerkt.
Ihre Haare, ihre Augen...
Kein anderes Kind aus dem Dorf hatte schneeweiße Haare und solche glühend grünen Augen.
"Das ist jetzt sicher alles ein wenig zu viel für dich. Wir erklären dir alles später. Es ist noch viel zu früh und du bist noch zu müde um diese Geschichte im Ganzen zu erfahren.", sagte Lives.
Kira nickte, immernoch sehr verwirrt.
"Ich frage mich wo dein Bruder bleibt er ist schon sehr lange weg.", murmelte Lives.
Wie vorhergesehen ertönte aus einer gewissen Entfernung ein Schrei.
Kurze Stille.
Und wieder ein Schrei.
Kira wurde panisch.
"Wer war das ??", kreischte sie.
Auch der Junge wurde hellhörig.
Dann stürmte er los.
Kira so schnell wie sie konnte hinterher.
Wie blind schlug sie sich durch den Nebel und durch das Unterholz. "Lives warte! Wo bist du?", rief sie als sie den Jungen aus den Augen verloren hatte.
Nun folgte sie einfach ihren Instinkten, schlug Haken und rannte durch den vernebelten Wald.
Dann stemmte sie ihr ganzes Körpergewicht nach vorne, um schneller zu sein.
Nach einigen Metern fiel sie plötzlich vorne über, aus dem Dickicht heraus auf eine weitere Lichtung.
Dort stand ihr Bruder.
Ihr Blick schweifte auf das Wesen neben ihm.
War es ein Mensch oder ein Monster?
Es hatte den Körper eines großgewachsenen Mannes mit langen schwarzen Haaren und glutroten schmalen Augen.
Er grinste zufrieden. Er war ganz in blutrot gekleidet.
Ein Roter Mantel über einem darunter schwarzen Hemd.
Kiras Augen weiteten sich.
An seinem Mund klebte helles Blut.
Sie wagte es nicht ein Wort zu sprechen, als der Blick des Wesens auf sie fiel.
Wieder lächelte er und wendete sich ihrem Bruder zu.
"War das etwa alles?", fragte er.
Seine Stimme war tief und der Ton darin gelangweilt.
„Jetzt zeig doch deiner kleinen Familie was du kannst.", spottete er weiter.
Man sah die Wut in Elias Gesicht aufsprudeln.
"Mach keinen Fehler Elias!", rief Lives. "
So hilf ihm doch!", schrie Kira panisch.
Wieder lenkte sie die Aufmerksamkeit des Wesens auf sich.
"Deine kleine Schwester ist sehr mutig. Wirklich, das gefällt mir."
Ein Lächeln umspielte seine schmalen Lippen.
Elias kochte vor Wut.
"Lass sie aus dem Spiel!", sagte er und seine Stimme überschlug sich leicht.
Kira wurde nervös.
Was ging hier vor?
Sie wusste nur das ihr Bruder in Gefahr schwebte.
Der nächste Augenblick war wie eine Kurzschlussreaktion.
Der in rot gekleidete Mann stürmte auf Elias zu. Blitzschnell.
Und ohne das sie es richtig realisierte machte Kira einen weiten Satz.
Ein kurzes Stück flog sie und landete genau zwischen den Kämpfenden.
Elias war so geschockt das er einen Moment verharrte. Dann wollte er sie wegstoßen, doch sie schlug seine Hände zur Seite.
Ihr Feind lächelte abschätzend.
"So jung und doch schon so kühn.", säuselte er ihr ins Ohr, als er so dicht neben ihr stand das sie seinen kühlen Atem auf ihrer Haut spühren konnte.
"Lass sie in Frieden!!", schrie Elias aus voller Kehle und setzte zum Angriff an.
Aus seinem Rücken stießen die weißen Flügel.
Doch diesmal waren sie nicht so transparent wie beim Fliegen.
Blut spritzte aus einen Schultern und klebte an den weißen Federn. Geschickte packte der Fremde Kiras Körper und warf sie sich über die Schultern.
Im gleichen Moment, ohne das irgendjemand etwas tun konnte, waren sie verschwunden.
Elias stieß die Verzweiflung ins Gesicht.
Er fiel auf die Knie und lies einen Schmerzensschrei von sich der durch den ganzen Wald drang.
Vögel flogen aus den Bäumen empor und Lives schreckte zusammen.
"Aluka das wirst du mir büßen!! Gib mir meine kleine Schwester zurück oder du bist tot!", schrie er laut.
Lives sah bedrückt auf den Laubboden.
Zur gleichen Zeit lag Kira wie gelähmt über der Schulter von Aluka. "Was...was willst du von mir du Bastard?", fragte sie leise.
Ihr Kopf dröhnte und schmerzte als wenn jemand ihr mit einem Knüppel dagegen geschlagen hätte.
Doch er antwortete nicht.
Kira versuchte sich umzusehen, doch bei jeder kleinsten Bewegung trommelte es schmerzhaft in ihrem Kopf.
Dann schlief sie wieder ein.
Als sie ein paar Stunden später wieder aufwachte, fand sie sich auf einem Haufen Stroh wieder.
Sie konnte den Kopf wieder ein paar Zentimeter heben. Doch um ihren Hals war ein Halsband.
Ein schweres, breites Halsband aus Stahl welches an einer eisernen Kette befestigt war.
Diese war an einen Holzpflog gebunden der tief in den Boden gerammt war.
Um sie herum war es dunkel, soviel hatte sie schoneinmal mitbekommen. Und die Luft war sehr feucht und ein wenig moderig. Sie streckte vorsichtig die Hände aus und erreichte bald eine Wand aus nassem Stein.
Wie es aussah befand sie sich in einer Höhle. Doch weit und breit war kein Ausgang oder Licht zu sehen. Nur sehr weit hinter ihr vernahm sie eine kleine lodernde Flamme.
Nicht mehr als eine Fackel oder Kerze.
Was sich dort befand konnte sie jedoch nicht deuten.
Es war zu dunkel und ihre Augen sahen alles noch sehr verschwommen.
Verzweifelt sank sie zurück in das ebenfalls feuchte Stroh. "Hoffentlich ist das nicht vergammelt", hoffte sie im Gedanken.

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Sa 16 Aug 2008, 22:11

Nach einigen Minuten der Stille hörte sie Schritte.
Schnell schloss sie die Augen und tat als schliefe sie.
Die Schritte näherten sich und kamen bald unmittelbar neben ihr zum Stehen.
Sie spührte wie sich jemand zu ihr herunterbeugte.
"Immer noch nicht wach kleiner Engel?", fragte die selbe tiefe Stimme wie vorhin.
Der Spott darin war wieder nicht zu überhören, doch Kira stellte sich schlafend.
"Nun gut dann werde ich dich noch ein wenig schlummern lassen..", sprach er weiter.
Die Schritte entfernten sich wieder einige Meter. Bald hallten sie laut an den Wänden der Höhle wieder.
Und in diesem Moment verlor Kira ihren Mut und bekam Todesangst. "Bloß keine Panik...Ganz ruhig....", sagte sich sich immer wieder im Gedanken.
"Er wird dir schon nichts antun. Du hast nichts verbrochen also hat er keinen Grund dir ein Leid zu tun.", machte sich selber Mut.
Doch die Hoffnungslosigkeit war stärker und legte sich wie ein unsichtbares Tuch über das Mädchen.
Angestrengt versuchte sie nachzudenken, doch sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie wollte hier heraus. Sie wollte zu Elias. Elias...Was er wohl grade tat? Ob er sie suchen würde? Oder war er mit Lives allein weitergezogen? Sie wusste nicht was sie denken sollte.
"Was soll ich nur tun?".
Diesmal hatte sie gesprochen, was sie eigentlich vermeiden wollte. Doch wenn sie nicht weiter wusste sprach sie meistens laut ohne es zu wollen.
"Wie ich sehe bist du doch wach mein Engel."
Panik kroch Kiras Rücken herauf.
Er war direkt neben ihr.
Er hatte sie gehört.
Was nun?
Stocksteif blieb sie auf der Seite liegen und kehrte ihm den Rücken zu.
"Nun komm schon. Ich weis doch das du wach bist."
Ein gespieltes Betteln war in seiner Stimme.
Kira fasste schnell ein paar Gedanken aus ihrem verwirrten Kopf auf. Doch sich umzudrehen, daran dachte sie noch nicht einmal im Traum.
Eine Idee zuckte durch ihren Kopf.
Das Messer. In ihrer Gürteltasche war doch noch das Messer.
Es war ein kleiner Hoffnungsschimmer. Doch sie war zu nervös um jetzt eine Waffe zu führen.
"Du willst mich also nicht ansehen? ", fragte die demonische Stimme weiter.
"Nun gut dann werde ich dich halt dazu zwingen.".
Kurz nach diesem Satz packten sie seine Hände an der schmalen Taille und sie wurde mit Gewalt umgedreht.
Erschrocken riss sie die Augen auf und sah ihm genau ins Gesicht. Die glutroten Augen funkelten verschwörerisch.
Er lächelte.
"Nun musst du mir wohl oder übel doch in die Augen sehen kleines Fräulein. Ich kann es nicht ausstehen mit Jemanden zu reden der mich nicht ansieht geschweigedenn mir zuhört.".
Die schwarzen langen Haare fielen über seine Schultern.
Aluka hockte direkt neben ihr.
"Das Messer..."
Der Gedanke in Kiras Kopf wollte nicht entfliehen, so viel Angst sie auch hatte.
Wenn sie überleben wollte musste sie es versuchen. Sie würde nicht kampflos ihr Leben lassen. Und das schon gar nicht einem solchen Dämon.
Jetzt lächelte er so scharf das sie seine Zähne sehen konnte.
Ihr stockte das Blut in den Adern.
Die Schneidezähne dieses Monsters waren doppelt so lang wie die ihren.
Wieder war sie so eingeschüchtert das der Gedanke mit dem Messer auf ihn loszugehen an Wirkung verlor.
"Nun sieh mich doch nicht so an Kleine.", spottete er.
"Steh auf und folge mir!", befahl er weiter.
Kira wollte ihn nicht unnötig reizen und tat was er sagte.
Mühevoll stand sie auf und wurde von der wuchtigen Kette wieder zu Boden gerissen.
Er drehte sich um und lächelte erneut.
"Ach dieses dumme Ding hatte ich ja vollkommen vergessen. Aber wir wollen ja nicht das du einfach davonläufst nicht wahr?", sprach er immer noch lachend.
Aluka bückte sich erneut herunter, doch diesmal zu dem Holzpflog um die Kette zu lösen.
Danach zog er sie auf die Beine und zerrte sie wie einen Hund hinter sich her.
Kira fühlte sich so gedemütigt, dass ihr Tränen in die Augen schossen. Doch sie gingen auf die kleine Flamme zu das war wenigstens ein Trost.
Bald waren sie in einem kleinen Raum an dessen Wand eine Fackel hing.
Inmitten der steinigen Wände stand ein prächtiger aus Holz gearbeiteter Stuhl. Die Sitzfläche war mit einem roten Seidekissen bestückt.
An den Ecken des Raumes mündeten kleine weitere Gänge.
Aus dem ganz rechten drang Tageslicht.
"Das ist meine Chance.", dachte Kira rasch.
Blitzschnell ergriff sie diese und zog das Messer aus dem Gürtel. Ohne zu zögern schnitt sie Aluka so tief in die Hand das er loslies und die Kette schwer auf den Boden prallte.
Lachend drehte er sich zu ihr um und wollte nach ihren Haaren greifen.
Doch diesmal schlug Kira noch heftiger mit dem Messer zu.
Blut spritzte und die Hand löste sich vom Arm.
Vollkommen geschockte stürmte Kira in den kleinen Gang aus dem das Tageslicht strömte.
Aluka lachte laut hinter ihr und als sie sich kurz umdrehte ging er langsam hinter ihr her. So langsam das es ihr noch mehr Panik bereitete.
Ihre geschundenen Füße huschten schnell über den unebenen Boden.
Ein paar mal wäre sie fast ausgerutscht, doch die Angst holte sie immer wieder sehr schnell auf die Beine.
Alukas Lachen war leise im Hintergrund zu hören.
Blitzschnell rannte sie den Gang entlang bis sie endlich den Ausgang erreichte.
Sonnenstrahlen stießen ihr in die feuchten Augen und die Hoffnung in ihr wuchs wieder ein wenig.
Vor ihr lag ein kleiner mit Gras bewachsener Platz. Doch sonst war sie vollkommen von Bäumen umgeben.
Schnell drehte sie sich um. Die Silhouette des Mannes war schon nah am Ausgang der Höhle zu sehen.
Kira holte kurz Luft und stürmte auf die Bäume zu.
Bald war sie im Grünen Dickicht verschwunden.
Noch wollte sie nicht um Hilfe schreien aus Angst von Aluka gehört zu werden. Sie hoffte, dass er nicht gesehen hatte in welche Richtung sie gelaufen war.
Ihre Lunge schmerzte schon und ihre Beine waren müde.
Ganz zu schweigen von ihren Füßen, in welche sich sicher schon unzählige Dornen und Steine gezogen hatten.
So viele Gedanken schossen dem armen Mädchen durch den Kopf. "Was will er von mir?
Ist er wirklich ein Vampir?
Was wenn meine Füße bluten und er so meiner Spuhr folgt?!“
Doch anhalten wollte sie einfach nicht.
Ihr Verstand verbot ihr eine Pause zu machen. Die Angst verbot es ihr...
"Lauf!! Lauf um dein Leben Kira!!", das sagte ihr ihr Verstand.
Und das tat sie auch.
Nach mindestens einer halben Stunde beschloss sie das erste Mal um Hilfe zu rufen.
"ELIAS!? LIVES!? helft mir!! Wo seid ihr?? Ich bin hier!!", schrie sie so laut es ihr ihre erschöpfte Lunge erlaubte.
Es kam keine Antwort.
Der Wald wurde immer dichter. Laub wurde zu Nadeln und ihre Füße taten so sehr weh als würde sie über heiße Stecknadeln laufen anstatt über weichen Waldboden.
"Ich kann einfach nicht mehr...".
Mit diesem Gedanken hielt sie das erste Mal an.
"Was tu ich hier? Wenn er irgendwo hinter mir ist kann er mich jeden Moment schnappen!", sagte sie laut zu sich selber.
Also rannte sie schnell wieder los.
Außer dem Rauschen des Waldes waren bald auch andere Geräusche zu hören.
Meeresrauschen.
Das Geräusch von schäumenden Wellen wenn sie sich aufbäumten und dann ineinander zusammenbrachen.
Nicht mehr lange musste sie laufen dann war sie an einer steinigen Klippe angelangt.
Schnell lief sie an ihr entlang. Bereit sich in die Tiefe zu stürzen. Lives hatte gesagt, sie könne fliegen, also würde ihr das wahrscheinlich das Leben retten können.
Blitzschnell raste sie an dem Steilriff lang.
Hinter ihr hörte sie schnelle Schritte. Sie traute sich nicht sich umzudrehen.
Kira rannte einfach weiter.
Immerweiter.
Doch als die Schritte nah hinter ihr waren drehte sie flüchtig den Kopf um.
Was sie sah lies sie ihren Schritt drosseln.
Erleichterung machte sich in ihr breit.
Neben ihr erschien aufeinmal Sanshi.
Ihr Schutzheist war bei ihr.
"Kira schnell spring auf!", rief sie.
Das Mädchen setzte mit letzten Kräften zum Sprung an und landete genau auf Sanshis Rücken.
Sie hielt sich erleichtert an Ihr fest.
"Sanshi....", stammelte sie.
Ihre Lunge tat immernoch so sehr weh als würde sie jeden Moment zerspringen.
Der Schutzgeist war um einiges schneller als sie und sauste an der Klippe entlang.
Auch Sanshi stand unter enormer Spannung.
Zwar war Kira erschöpft, doch einmal drehte sie noch den Kopf.
Ihre Augen weiteten sich als sie den schwarzen Geparden hinter sich sah, der beinahe genau so schnell war wie ihre Retterin.
Er lächelte.
Wie in Trance drehte sich das Mädchen wieder um.
"Er kommt!!!", schrie sie aufeinmal so laut das Sanshi zusammenzuckte.
"Hab keine Angst ich werde dich beschützen!", rief sie der verschreckten Kira zu.
"Wo ist Elias?? Wo ist mein großer Bruder??"
Sie hatte solche Angst.
Plötzlich tauchte Aluka neben ihnen auf.
Seine Gestalt als schwarzer Gepard war erschreckend. Überall waren rote Augen.
Sanshi fauchte und langte mit ihren Krallen nach ihm.
Doch Stellen die sie traf heilten nach wenigen Augenblicken wieder. Aluka lächelte nur und biss nach ihnen.
Die beiden wurden nah an den Abgrund gedrängt.
Konnte ihr Schutzgeist fliegen?
Kira wusste es nicht.
Doch dann tat sie es.
Um das Leben von Kira zu retten sprang sie. Seitwärts stürzten sie in die Tiefe.
Aluka war verschwunden.
Kira wollte sich festhalten doch sie wurde von einer Windböe davongerissen.
Sanshi fiel.
Fiel immer tiefer und tiefer.
Kira schrie um Hilfe und nach wenigen Sekunden merkte sie, dass sie schwebte.
Aber Sanshi war weg.
Panisch sah sich das Mädchen um.
"Sanshi? Sanshi!!", sie rief nach ihr doch bekam keine Antwort.
Sie achtete nicht darauf das sie mit den Flügeln schlagen musste und wäre fast wieder in die Tiefe gestürzt.
Tränen stießen ihr in die Augen.
Was wenn sie nicht mehr lebte? Wenn sie auf die spitzen Steine geprallt war, und jetzt tot im Meer lag.
Kira sah hinab doch nichts außer dem wilde Blau der Wellen bekam sie zu sehen.
Noch eine Weile hing sie in der Luft und wartete auf ein Zeichen ihres Schutzgeistes.
Doch nichts kam.
Schweren Herzen flog sie wieder rauf an die Steilküste.
Zu ihrem Glück war Aluka fort.
Hoffentlich für längere Zeit.
Kira lies sich auf den sandigen Boden fallen und weinte.
Lies die ganze Angst, die Trauer und die Sorge in Tränen aus ihrem Körper fließen.
Einmal schrie sie so laut das, wie bei ihrem Bruder die Vögel aus den Bäumen empor flogen.
Doch niemand kam um ihre Tränen zu trocknen.
Niemand war bei ihr.
Nur das Rauschen des Meeres begleitete sie als sie sich langsam aufrappelte.
Mit gesenktem Kopf schritt sie entlang der Küste.
Sie ging sehr langsam, nicht darauf bedacht wieder so lange wegzulaufen.
Sollte Aluka doch kommen und sie umbringen, es hatte eh keinen Sinn mehr.
Ihr Bruder und Lives waren nirgends aufzufinden.
Wer weis wohin diese scheußliche Bestie sie verschleppt hatte. Sanshi war ebenso verschwunden.
Sie war allein.
Erst jetzt merkte Kira wie hilflos sie war.
Wieder flossen Tränen aus ihren Augen die nun nur noch matt im warmen Licht der Sonne leuchteten.
Kira wurde schlecht und sie setzte sich noch einmal auf den Boden. Ihr Kleid war zerfetzt und ging ihr nur noch bis knapp unter die Knie, der Rest war bei ihrer Flucht abgerissen als sie sich so oft in den Sträuchern verhackt hatte und es einfach abgerissen hatte in ihrer Panik.
Auch Kiras Haare waren nicht mehr zusammengebunden.
Sie waren offen und fielen ihr ins Gesicht.
Ihre helle Haut war schmutzig und an einigen Stellen braun von Erde.
Sie hockte auf den aufgerissenen Knien und starrte ins Leere.
Zu dieser Zeit flogen Elias und Lives über den hellblauen Himmel und suchten den Wald ab.
Abwechselnd riefen sie immer wieder den Namen der kleinen Schwester, doch sie bekamen keine Antwort.
Verständlich, denn sie waren einige Kilometer von der Küste entfernt und Kira konnte sie auf dieser Distanz kaum hören.
Elias war so verzweifelt das es ihm ins Gesicht geschrieben stand. Auf sein sonst so verschlossenes Gesicht.
Lives machte sich genausoviel Sorgen und schrie dauernd Kiras Namen.
"Irgendwo muss dieses Schwein sie doch hingebracht haben!", rief Elias schon völlig am Ende.
Lives schüttelte bedenklich den Kopf. Und sie flogen weiter.
Immer weiter durch die Luft, und suchten nach dem verlorengegangenen Engel.

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am Sa 16 Aug 2008, 22:12

Das ist etwas länger darum musste ich es aufteilen ^^
Viel Spaß :DDD Huhu!

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von Bloodangel am Sa 16 Aug 2008, 23:37

Sie war ein geschockt.
irgendetwas fehlt oder ist hier zu viel

Ich bin überrascht nach dem was ich gestern gelesen habe. Ich wäre nie auf die Idee gekommen das Elias sich solche Sorgen um seine kleine Schwester macht. Aber warum behandelt ersie so schlecht?
Es ist eine schöne Fortsetzung. Freu mich auf mehr.

LG

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am So 17 Aug 2008, 00:28

Hallo Bloodangel Very Happy
Stimmt oô da habe ich etwas zu viel geschrieben Embarassed
Das "ein" kommt weg ^^
Danke für den hinweis ich werde es gleich berichtigen :)

Elias ist eher ein in sich zurückgezogener Mensch, dessen Mitmenschen nicht sehr viel beachtung schenkt.
Wenn es jedoch hart auf hart kommt, ist er für seine kleine Schwester da und hilft ihr in allen möglichen Gefahren Very Happy
Das befinde ich an diesem Charakter als toll :)
Er ist oft kaltherzig, und auch verschlossen.
Aber das hat alles noch eine verzwickte Hintergrundgeschichte Very Happy
Morgen poste ich das nächste Kapittel ^^ Vielleicht erfährst du dann mehr Very Happy
Glg
Tara.

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am So 17 Aug 2008, 00:29

PS: Danke fürs fleißige lesen Rot werd Jaah

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am So 17 Aug 2008, 20:48

So ^^ Hier ist das nächste Teil meiner Geschichte Very Happy Ich hoffe mal es ist mir gelungen nicht so viele Fehler rein zu schreiben Embarassed
Viel spaß!

Die verlorenen Seelen

Kira hockte noch lange Zeit so da. Den Blick ins Nichts gerichtet. Bald sah man Menschen auf der Straße die genau auf sie zu kamen. Nach wenigen Augenblicken waren sie bei Kira.
Eine ältere Frau die auf einem Wagen gesessen hatte stieg ab und beugte sich zu ihr hinunter.
" Wer bist du denn? Was machst du hier alleine?", fragte sie freundlich und rüttelte dabei an der Schulter des Mädchens. Verschreckt sah sie die Frau an, die darauf nur besorgt lächelte. "Möchtest du uns ein Stück begleiten? Ich kann dich in meinem Wagen aufnehmen dort ist auch meine Enkeltochter.", bot sie an. Kira wollte niemandem zur Last fallen also stotterte sie nur einige Wörter wie: "Aber...Ich kann doch nicht einfach....", sie war noch so verwirrt das sie weinen musste.
Die Alte rief nach Jemandem und ein großgewachsener Mann trat hinter dem Wagen hervor.
"Nimm sie und trag sie hinten herein. Sag Helena sie soll ein wenig auf dieses Mädchen achten, wie es aussieht wurde sie überfallen oder so etwas in der Art. Die Arme ist vollkommen verwirrt und sieh dir nur ihre Sachen an.".
Bedächtig schüttelte sie mit dem Kopf.
Der Mann nickte und trug Kira sanft auf den Wagen zu, der vollkommen aus Holz bestand.
Vorn war ein schlichtes braunes Pferd angespannt und die alte Frau setzte sich wieder auf den Bock.
Der Wagen war hinten und vorne offen.
Es hingen lediglich gelbe Vorhänge davor um das Innere vor Kälte, Wind und Wetter zu schützen.
Der Mann zog die Vorhänge zur Seite und setzte Kira behutsam hinein.
Dann zog er die Vorhänge wieder zu.
"Wer bist du?", fragte eine zarte Stimme im Hintergrund.
Kira erschrak in wenig und drehte sich um.
Hinter ihr war eine kleine Öllampe angezündet hinter der ein junges Mädchen saß.
Beide waren einen Moment lang geschockt.
Das kleine Mädchen hatte ebenfalls weiße, wellige Haare.
Nur die ihren gingen nur bis über die Schultern.
Die Kleine hatte auch grüne Augen die im fahlen Licht leicht aufglühten.
Kira musterte sie.
Sie sah ihr so ähnlich.
Das kleine Mädchen sah sie schief an.
"Darf ich nach deinem Namen fragen?"
Sie klang so höflich.
"Ich....ich heiße Kira und du?"
Die Stimme des älteren Mädchen klang geschwächt und rau. "Helena."
Sie strahlte.
"Ich heiße Helena."
Warum hatte sie aufeinmal so gute Laune?
"Was machst du hier so alleine?", fragte Helena forsch.
Ihre Augen funkelten genauso schnell auf wie Kiras, und es war soviel Abenteuerlust darin.
Erstaunlich für so ein junges Mädchen.
Doch sie sah nur bedrückt zu Boden und antwortete nicht.
Reue spiegelte sich aufeinmal in Helenas Augen.
"Es tut mir Leid vielleicht hätte ich das nicht fragen dürfen."
Ihr Blick wurde traurig. Kira hatte ein schlechtes Gewissen und versuchte ein gekünsteltes Lächeln zu zeigen.
"Ach, es ist doch nicht deine Schuld. Ich habe nur einen ziemlich anstrengenden Tag hinter mir weist du?", sprach sie.
Das kleine Mädchen lächelte nun wieder und nickte.
"Willst du... naja, willst du eventuell mit uns kommen? Wir reisen quer durchs Land und wollen meine Eltern besuchen fahren.", fragte sie verlegen.
Kira dachte nach.
"Weist du, eigentlich suche ich meinen großen Bruder und einen Freund. Sagen wir es so, ich bin auf unerklärliche Art verloren gegangen und kann sie nicht finden."
Helenas Augen weiteten sich wieder.
"Du hast Geschwister? Oh wie gerne ich auch welche hätte. Die ganze Zeit mit den alten Leuten umherzureisen ist auch nicht das was ich unter Leben verstehe.", sprach sie und sah Kira mit neidischen Blicken an.
Kira musste lächeln.
Wenn die Kleine nur wüsste was sie sich dort wünschte.
"Glaub mir, große Brüder sind manchmal nicht so berauschend, vorallem wenn du das Gefühl hast das sie dich hassen."
Helena sah sie verdattert an.
"Ich glaube nicht das er dich hasst, ich meine er hat doch sicher keinen Grund dafür."
Bedenklich legte sie den Kopf schief.
Die Kleine war wirklich niedlich mit ihrem nachdenklichen Gesichtsausdruck.
"Aber... ich meine manchmal sind Brüder auch etwas Gutes!", sagte Kira noch schnell um ihr nicht ihr Sehnsucht zu vergraulen.
"Sie können dich vor Gefahren schützen, und sind in schweren Situationen mehr oder weniger für dich da.", sprach sie aus Erfahrung.
Nun lächelte Helena wieder und ihre grünen Augen flammten förmlich auf.
Aufeinmal hielt der Wagen an. So aprubt das Kira nach vorne fiel. Schreie drangen von draußen an ihr Ohr. Kira wurde hellhörig und erinnerte sich aufeinmal an die Worte ihres Bruders...
"Sie werden jeden töten der mit uns in Verbindung kommt oder uns hilft...."
Mit angstgeweiteten Augen starrte sie das Mädchen vor sich an. Draußen war es plötzlich still. Zu still.
Mit ihrem Zeigefinger berührte sie sanft Helenas Lippen. Dieser standen schon Tränen in den Augen.
"Keine Angst.", formte das ältere Mädchen die Worte mit dem Mund, sprach sie aber nicht aus. Dann schob sie langsam den Vorhang ein Stück zur Seite.
Draußen fegte ein unangenehmer Wind.
Schnell sprang Kira hinaus und lief zum Kutschbock.
Das erste was sie sah, war das tote Pferd. Es lag in einer weiten Blutlache vor den Rädern.
Auf dem Kutschbock lag die alte Frau.
Bessergesagt das was von ihr übrig geblieben war.
Den kräftigen Mann konnte und wollte sie nicht entdecken.
Von einem Feind war vorerst nirgends etwas zu sehen.
Blitzschnell lief Kira zurück zu Helena. Diese saß mit zusammengekniffenen Lippen da und hielt die Tränen zurück, die in ihren glasigen Augen standen.
Kira suchte den Wagen ab und fand eine Wolldecke. Diese nahm sie und warf sie über das kleine Mädchen.
Ohne ein Wort packte sie Helena und stellte sie draußen auf die Beine.
"Was soll das?", fragte sie verblüfft und ängstlich.
Kira hörte die Verzweiflung in ihrer zierlichen Stimme.
"Bitte vertrau mir und hab keine Angst.", bat sie ebenfalls mit angstgefülltem Ton.
Dann nahm sie die Kleine an die Hand und tat vorsichtig einen Schritt vor den anderen.
Helena konzentrierte sich darauf nicht zu fallen.
So schritten die beiden Mädchen über den Platz des Geschehens und versuchten so wenig wie möglich wahrzunehmen.
Kira starrte permanent auf den angedeuteten Weg und strich behutsam über die Hand der Kleinen an ihrer Seite.
"Alles wird gut.", murmelte sie immer wieder.
"Alles wird gut..."
Eine ganze Weile gingen sie stumm nebeneinander her und als Kira sie für sicher befand nahm sie Helena die Wolldecke ab. Verwirrt sah sie sich um.
"Wo sind wir hier? Und wo sind Oma und Fortis? Wo sind sie?!" Helenas Augen füllten sich mit Tränen und sie begann zu schreien "Oma!! Fortis!!! Wo seid ihr???"
Ihr klägliches Rufen drang durch den Wald.
Sie fiel auf die Knie und vergrub das Gesicht in den Händen. "Wo seid ihr..."
Ihre Stimme wurde von den Tränen und der Verzweiflung erstickt. Kira stand hilflos neben der Kleinen und wusste nicht was sie tun sollte. Sie fühlte sich so schuldig. Nur wegen ihr hatte Helena einen Teil ihrer Familie verloren. Nur weil sie die Hilfe dieser netten Menschen angenommen hatte. Es war wie bei Magda.
Die Hilfbereitschaft wurde mit dem Tod gedankt.
Doch dieses Mal fühlte sie einen tieferen Schmerz und das Gefühl des Verlustes bohrte sich in ihr Herz.
Aber warum?
Kira kannte diese Leute erst seid wenigen Stunden.
Helena weinte immer noch. Sie blickte nicht einmal auf.
Kira ballte die Fäuste. Sie war so wütend darüber das sie schuld an allem war.
Sie wollte nicht noch mehr anstellen.
Kurz zögerte sie, doch dann lief sie davon. Die Bäume flogen förmlich an ihr vorbei. Alles verschwamm vor Kiras Augen.
Sie lies sich einzig und allein von ihren Sinnen leiten.
Bilder stießen ihr in den Kopf.
Von der weinenden Helena die sie im Stich gelassen hatte, von Elias und Lives die wahrscheinlich immer noch nach ihr suchten, von Aluka der ebenfalls irgendwo auf sie lauern würde, von den Toten die vor kurzer Zeit ihr Leben wegen ihr lassen mussten und von Sanshi. Wo war sie nur hin? War sie auch tot?
Als Kira sich aus ihren Gedanken riss merkte sie den Schwindel der sie überkam und das Rauschen in ihren Ohren welches ihr unerträglich laut vorkam.
Sie hielt an und taumelte.
Kurze Zeit später riss es sie zu Boden. Es war alles war zu viel für sie.
Die Welt verschwamm und wurde schwarz. Das Schwarz war beruhigend und schien ihren Körper völlig zu durchströmen.
Der Aufprall war hart, doch sie spührte ihn kaum.
Auch spührte sie nicht das sie mit dem Kopf auf einen spitzen Metallischen Gegenstand prallte der ihr das Blut übers Gesicht rinnen lies und bald den oberen Teil des Kleides durchnässte.
Der Schmerz hatte etwas befreiendes an sich.
Dieses Brennen auf der Kopfhaut und in den Glieder, das nicht nachgeben wollte und ihren tauben Körper durchflutete.
Wieder kam es Kira vor als zöge sie etwas hinab.
Als würde sie ertrinken.
Sie versuchte die Augen zu öffnen doch das einzige was sie wahrnahm war ein schwacher Impuls der sie in ein Meer aus schwarzem Wasser zog.
Sie bekam keine Luft. Drohte zu ersticken.
Kira wollte an die Oberfläche, doch sie war zu schwach.
Schließlich wehrte sie sich nicht mehr gegen den Impuls und gab sich den Srömungen des Todes hin.
Weit weg rief jemand ihren Namen, doch das Rauschen übertönte die Stimmen bald.
Dann hörte sie nichts mehr außer die Strömung die sie langsam davon trug.

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Re: Schattenfeuer

Beitrag von MiepMiepCore ♥ am So 17 Aug 2008, 23:45

Sorry wenn die Kapittel immer etwas länger werden O__o
ist mir gerade aufgefallen xD

LG
Tara.

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