Eigentod
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Eigentod
- Spoiler:
- Hallo Zusammen!
Hier gleich nochmal was von mir, dass ich mir einfach nicht länger verkneifen konnte, obwohl ich nicht ganz damit zufrieden bin.
Würde mich über Kritik freuen!
Luke ist tot.
Der Gedanke allein gelassen zu werden schmerzt so sehr, dass er kaum klar denken kann.
Alles erscheint unwirklich, so als wäre es nie passiert und doch weiß er, dass es nicht mehr zu leugnen ist.
"Luke war ein aufgeschlossener, friedlicher Mensch, der uns allen viel bedeutet hat... noch lange wird er um uns sein und unser Herz nie verlassen..."
Wie nett die Rede des Pfarrers geklungen hatte.
Auf alle hatte der Mann Rücksicht genommen. auf seine Mutter- auf Dad, während er dagessen war und die Hände zu Fäusten geballt hatte. Jedes seiner Worte hatte geschmerzt und die Wahrheit herausgeschrien. Eine, die er nicht wahrhaben wollte. Er hatte Luke genau so beschrieben, wie er gewesen war. Dennoch hatte sich für ihn alles wie Lügen angehört.
Weil Luke nicht mehr hier war.
Weil sich alles geändert hatte.
Weil er tot war und ihn im Stich gelassen hatte.
"Luke wird uns fehlen, als Mensch, wie auch als Freund, der seinen eigenen Weg ging...Trotz seiner Entscheidung wird er stets in uns ruhen..."
Verbittert sieht er von seinem Teller auf.
Es ist still im Zimmer, die Familie sitzt da, isst- redet kaum.
Er versucht die Tränen, die in ihm aufsteigen zu verdrängen und spürt dabei nichts als Hass. Er durchflutet ihn unerwartet, trifft ihn wie ein Schlag. Dinge, die er längst vergessen geglaubt hat holen ihn aufeinmal wieder ein. Er versucht sich dagegen zu wehren, dreht den Kopf und sieht zu seiner Mutter. Sie erscheint blaß, in dem was sie trägt, ihre Augen sind geschwollen.
Er fragt sich, ob sie das gleiche denkt wie er, den selben Schmerz und die selbe Verachtung empfindet und findet keine Antwort. Stumm betrachtet er seinen Onkel dabei, wie er sich aufrichtet und sich mehr Suppe schöpft. Auch er trägt schwarz. Steif und beherrscht hebt er seinen Teller und setzt sich wieder. Er lächelt ihn an, doch er lächelt nicht zurück. Wut erstickt alles in ihm, seine Gedanken, seine Gefühle. Er ballt die Hände zu Fäusten und kneifft die Augen zu. Niemand beachtet ihn.
"Nick?"
"Ja?"
"Ich mag dich."
"Ich dich auch, du bist mein Bruder."
"Du darfst nicht... ich..."
"Ja?"
"Du wirst immer, immer mein kleiner Bruder sein."
-
"Hörst du mich Nick?"
-
"Warum sagst du das?"
-
"Luke?"
Er glaubt zu erblinden.
Taub und stumm zugleich zu werden, während der Schmerz ihn zerreisst.
Er kann nicht mehr. Das Gefühl zu zerspringen wird so stark, dass er zu fühlen glaubt, wie er sich aufbäumt. Er versucht zu schreien, doch keinen Ton verlässt seinen Mund. Er war Lukes Lieblingsbruder.
Lieblingsbruder. Immer wieder hallen die Worte in seinem Kopf wieder, kommen auf, dröhnen.
Er hofft er stirbt daran. Genau wie Luke, weil alles aus ist.
"Ich hasse ihn!"
Plötzlich ist sie wieder da, seine Stimme und er schreit heraus, was ihm schon seit Stunden auf der Zunge liegt.
"Ich hasse ihn!"
"Nick, setz dich." Seine Mutter sieht in an, hat sich zur Hälfte aufgerichtet, doch er ignoriert sie. Mit einer einzigen Bewegung fegt er Schüsseln und Gläser beiseite. Ein Klirren erfüllt den Raum, er glaubt, dass es sein Herz sein muss, dass zerbricht. Im selben Moment, richtet sein Vater sich auf.
"Nick, bitte setzt dich hin", sagt er und streckt die Hände nach ihm aus. Er versucht nach ihm zu greifen, doch er ist schneller. Reisst sich los, bevor er ihn überhaupt erreichen kann und stürmt davon.
"Luke hat uns allen und das nicht nur seiner Familie, gezeigt was es heißt zu lieben...Möge er in Frieden ruhen..."
Lukes Zimmer befindet sich im Erdgeschoss.
Er stößt die Tür auf und reißt alles was sich auf seinem Pult befindet zur Seite.
"Du Arschloch!", brüllt er, immer wieder verlassen die Selben Worte seinen Mund.
"Ich hasse dich! Ich hasse, hasse, hasse dich!"
Er weiß nicht mehr was er tut, taumelt blind vor Schmerzen.
"Du magst mich, he?", kreischt er, "du magst mich also?!"
Er kann hören wie Schritte auf ihn zukommen, doch es ist ihm egal. Das Nächste, was ihm ins Auge sticht ist der Schrank.
"Du Idiot, du verdammter Idiot!"
Grob reißt er raus, was ihm in die Hände fällt, zerreisst es und stößt es wieder von sich.
Er kann sehen, wie sein Vater den Raum betritt und auf ihn zu kommt. Erneut versucht er ihm auszuweichen, doch dieses Mal gelingt es ihm nicht. Es ist, als hätte ihn aufeinmal all seine Kraft verlassen. Wie ein Ertrinkender fällt er ihm in die Arme, kaum hat er ihn erreicht, presst sein Gesicht an seine Brust, kreischt, schluchzt. Er weiß nicht, ob er noch reden kann. Alles scheint vorbei.
"Es ist gut", flüstert sein Vater leise, "Nick, ich bin da."
"Luke", dringt es aus ihm heraus, "er...er ist..."
"Ja... das ist er."
"Er hat sich selbst..." Er schafft es nicht, es auszusprechen.
Ein Wimmern verlässt seinen Mund, während Speichel ihm auf sein Hemd tropft.
"Luke", haucht er leise, "Luke."
Der Gedanke allein gelassen zu werden schmerzt so sehr, dass er kaum klar denken kann.
Alles erscheint unwirklich, so als wäre es nie passiert und doch weiß er, dass es nicht mehr zu leugnen ist.
"Luke war ein aufgeschlossener, friedlicher Mensch, der uns allen viel bedeutet hat... noch lange wird er um uns sein und unser Herz nie verlassen..."
Wie nett die Rede des Pfarrers geklungen hatte.
Auf alle hatte der Mann Rücksicht genommen. auf seine Mutter- auf Dad, während er dagessen war und die Hände zu Fäusten geballt hatte. Jedes seiner Worte hatte geschmerzt und die Wahrheit herausgeschrien. Eine, die er nicht wahrhaben wollte. Er hatte Luke genau so beschrieben, wie er gewesen war. Dennoch hatte sich für ihn alles wie Lügen angehört.
Weil Luke nicht mehr hier war.
Weil sich alles geändert hatte.
Weil er tot war und ihn im Stich gelassen hatte.
"Luke wird uns fehlen, als Mensch, wie auch als Freund, der seinen eigenen Weg ging...Trotz seiner Entscheidung wird er stets in uns ruhen..."
Verbittert sieht er von seinem Teller auf.
Es ist still im Zimmer, die Familie sitzt da, isst- redet kaum.
Er versucht die Tränen, die in ihm aufsteigen zu verdrängen und spürt dabei nichts als Hass. Er durchflutet ihn unerwartet, trifft ihn wie ein Schlag. Dinge, die er längst vergessen geglaubt hat holen ihn aufeinmal wieder ein. Er versucht sich dagegen zu wehren, dreht den Kopf und sieht zu seiner Mutter. Sie erscheint blaß, in dem was sie trägt, ihre Augen sind geschwollen.
Er fragt sich, ob sie das gleiche denkt wie er, den selben Schmerz und die selbe Verachtung empfindet und findet keine Antwort. Stumm betrachtet er seinen Onkel dabei, wie er sich aufrichtet und sich mehr Suppe schöpft. Auch er trägt schwarz. Steif und beherrscht hebt er seinen Teller und setzt sich wieder. Er lächelt ihn an, doch er lächelt nicht zurück. Wut erstickt alles in ihm, seine Gedanken, seine Gefühle. Er ballt die Hände zu Fäusten und kneifft die Augen zu. Niemand beachtet ihn.
"Nick?"
"Ja?"
"Ich mag dich."
"Ich dich auch, du bist mein Bruder."
"Du darfst nicht... ich..."
"Ja?"
"Du wirst immer, immer mein kleiner Bruder sein."
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"Hörst du mich Nick?"
-
"Warum sagst du das?"
-
"Luke?"
Er glaubt zu erblinden.
Taub und stumm zugleich zu werden, während der Schmerz ihn zerreisst.
Er kann nicht mehr. Das Gefühl zu zerspringen wird so stark, dass er zu fühlen glaubt, wie er sich aufbäumt. Er versucht zu schreien, doch keinen Ton verlässt seinen Mund. Er war Lukes Lieblingsbruder.
Lieblingsbruder. Immer wieder hallen die Worte in seinem Kopf wieder, kommen auf, dröhnen.
Er hofft er stirbt daran. Genau wie Luke, weil alles aus ist.
"Ich hasse ihn!"
Plötzlich ist sie wieder da, seine Stimme und er schreit heraus, was ihm schon seit Stunden auf der Zunge liegt.
"Ich hasse ihn!"
"Nick, setz dich." Seine Mutter sieht in an, hat sich zur Hälfte aufgerichtet, doch er ignoriert sie. Mit einer einzigen Bewegung fegt er Schüsseln und Gläser beiseite. Ein Klirren erfüllt den Raum, er glaubt, dass es sein Herz sein muss, dass zerbricht. Im selben Moment, richtet sein Vater sich auf.
"Nick, bitte setzt dich hin", sagt er und streckt die Hände nach ihm aus. Er versucht nach ihm zu greifen, doch er ist schneller. Reisst sich los, bevor er ihn überhaupt erreichen kann und stürmt davon.
"Luke hat uns allen und das nicht nur seiner Familie, gezeigt was es heißt zu lieben...Möge er in Frieden ruhen..."
Lukes Zimmer befindet sich im Erdgeschoss.
Er stößt die Tür auf und reißt alles was sich auf seinem Pult befindet zur Seite.
"Du Arschloch!", brüllt er, immer wieder verlassen die Selben Worte seinen Mund.
"Ich hasse dich! Ich hasse, hasse, hasse dich!"
Er weiß nicht mehr was er tut, taumelt blind vor Schmerzen.
"Du magst mich, he?", kreischt er, "du magst mich also?!"
Er kann hören wie Schritte auf ihn zukommen, doch es ist ihm egal. Das Nächste, was ihm ins Auge sticht ist der Schrank.
"Du Idiot, du verdammter Idiot!"
Grob reißt er raus, was ihm in die Hände fällt, zerreisst es und stößt es wieder von sich.
Er kann sehen, wie sein Vater den Raum betritt und auf ihn zu kommt. Erneut versucht er ihm auszuweichen, doch dieses Mal gelingt es ihm nicht. Es ist, als hätte ihn aufeinmal all seine Kraft verlassen. Wie ein Ertrinkender fällt er ihm in die Arme, kaum hat er ihn erreicht, presst sein Gesicht an seine Brust, kreischt, schluchzt. Er weiß nicht, ob er noch reden kann. Alles scheint vorbei.
"Es ist gut", flüstert sein Vater leise, "Nick, ich bin da."
"Luke", dringt es aus ihm heraus, "er...er ist..."
"Ja... das ist er."
"Er hat sich selbst..." Er schafft es nicht, es auszusprechen.
Ein Wimmern verlässt seinen Mund, während Speichel ihm auf sein Hemd tropft.
"Luke", haucht er leise, "Luke."
Re: Eigentod
oh, das ist wirklich traurig.
Du hast das Gefühl von Verlust wirklich gut rüber bringen können. *erst mal durchschnau*
Das hat mich doch etwas mitgenommen, denn durch den Wutausbruch zum Schluss wurde es dann noch mal noch dramatischer.
Und zu Anfang die Ausschnitte von der Predigt haben mir auch gut gefallen und dem ganzen irgendetwas Besonderes gegeben.
Aber das Traurige an der Geschichte ist dir wirklich gelungen und wenn man das Gefühl kennt, kann man nur nicken, während man dein Geschriebenes liest.
Mir gefällt die Geschichte gut.
vlg
Du hast das Gefühl von Verlust wirklich gut rüber bringen können. *erst mal durchschnau*
Das hat mich doch etwas mitgenommen, denn durch den Wutausbruch zum Schluss wurde es dann noch mal noch dramatischer.
Und zu Anfang die Ausschnitte von der Predigt haben mir auch gut gefallen und dem ganzen irgendetwas Besonderes gegeben.
Aber das Traurige an der Geschichte ist dir wirklich gelungen und wenn man das Gefühl kennt, kann man nur nicken, während man dein Geschriebenes liest.
Mir gefällt die Geschichte gut.
vlg
Love is forever and we'll die
We'll die together
Well I, I said never
Cause our love, could be forever
Now I've got nothing left to lose
You take your time to choose
I can tell you now without a trace of fear

We'll die together
Well I, I said never
Cause our love, could be forever
Now I've got nothing left to lose
You take your time to choose
I can tell you now without a trace of fear


Verwunschen- User

- Beiträge: 1274
Laune: naja
Ich schreibe: A leap in the Dark (FF) und Berivoi (Original)
Kurzgeschichten und Gedichte, wenn ich dazu komme :), aber jetz habe ich wieder mehr Zeit :)
Texte: Verwunschen
Kunst: Verwunschen
Infos: Verwunschen
Re: Eigentod
Hey Verwunschen,
Vielen Dank für's lesen.
Dass dir die Geschichte gefällt, freut mich, ich hab versucht mein bestes zu geben.
LG Glaselfe
Vielen Dank für's lesen.
Dass dir die Geschichte gefällt, freut mich, ich hab versucht mein bestes zu geben.
LG Glaselfe
Re: Eigentod
Hey Glaselfe,
eine wirklich bedrückende Story.
Durch dieses Gefühl der unbändigen Wut kam ich direkt auf den Gedanken, dass er sich umgebracht haben musste. Wer sonst würde sonst so wütend sein?
Aber seine Reaktion ist sehr realistisch dargestellt und man kann sich gut in ihn hineinversetzen.
Auch die Rückblende mit der Predigt ist äußerst gut gelungen.
Bei Selbstmördern finde ich das schlimmste daran, dass sie, wenn sie eine haben, nicht an ihre Familie denken und das sieht man hier ganz deutlich, dass er dadurch seinen kleinen Bruder zutiefst verletzt hat.
Lg,Alex
eine wirklich bedrückende Story.
Durch dieses Gefühl der unbändigen Wut kam ich direkt auf den Gedanken, dass er sich umgebracht haben musste. Wer sonst würde sonst so wütend sein?
Aber seine Reaktion ist sehr realistisch dargestellt und man kann sich gut in ihn hineinversetzen.
Auch die Rückblende mit der Predigt ist äußerst gut gelungen.
Bei Selbstmördern finde ich das schlimmste daran, dass sie, wenn sie eine haben, nicht an ihre Familie denken und das sieht man hier ganz deutlich, dass er dadurch seinen kleinen Bruder zutiefst verletzt hat.
Lg,Alex

"You're waiting for a train, a train that will take you far away.
You know where you hope this train will take you, but you can't be sure.
But it doesn't matter - because we'll be together."
-Inception-
Re: Eigentod
Hallo Glaselfe,
die Geschichte ist dir im Grunde recht gut gelungen. Ein paar kleine Fehler sind mir aufgefallen, aber mir fehlt im Moment die Zeit, den Text gründlich danach abzusuchen. Auf Wunsch mache ich das nach meinem Urlaub gern.
Die Einblendungen aus der Predigt des Pfarrers fand ich ganz interessant. Sie geben der Story zum Teil ihre Stimmung. Dass es sich um einen Fall von Selbsttötung handelt, ist bereits durch die Wahl des Titels offenbar. Spätestens beim Lesen der Geschichte sind die letzten Zweifel ausgeräumt. Ich finde es auch nicht schlimm, dass man als Leser nicht vom Ende überrascht wird, denn ich kann mir vorstellen, dass deine Absicht eine ganz andere war. Dir ging es darum, die Seelenqual des Bruders darzustellen, der seinen Bruder liebt, unter seinem Verlust leidet und schließlich eine unbändige Wut auf ihn entwickelt, weil er ihn im Stich gelassen hat. Eine solche Entwicklung ist vollkommen normal. Die Wut ist nachvollziehbar und notwendig, um die Trauer um den Verlust vernünftig zu verarbeiten.
Trotzdem hat mir etwas gefehlt. Ein Selbstmord wirft immer Fragen auf, die über das hinausgehen, was im Falle eines natürlichen Todes geschieht. In deiner Geschichte werden diese Fragen nicht angesprochen, obwohl sie substanziell für die Stimmungslage des Bruders, sowie seiner Familie, gewesen wären. Dieses Fehlen macht die Geschichte nun sicherlich nicht zu einer schlechten Geschichte. Ich würde nur noch darauf eingehen wollen und die Ratlosigkeit über die schreckliche Tat noch deutlicher zum Ausdruck bringen. Ansonsten: Thumbs up!
@Alex
Ich denke, ein Selbstmörder ist nicht mehr in der Lage, sich wirklich Gedanken um seine Familie zu machen. Er hat mit sich und der Welt solche Probleme, deren Ursache er in seiner eigenen Person begründet sieht und aus denen er nur einen Ausweg sieht: Seinem Leben ein Ende zu setzen. Es muss sich dabei um eine solch tief sitzende Verzweiflung handeln, dass der Gedanke an den Tod ihnen wie eine Erlösung für sich selbst und auch die übrigen Menschen ihrer nächsten Umgebung vorkommt. Sie sind in dieser Phase so introvertiert, dass nichts von außen sie mehr berührt. Auch, wenn sie sich selbst das Leben nehmen, sind Selbstmörder auf eine Art auch nichts anderes, als Opfer - Opfer ihres selbst geschaffenen Gefängnisses.
Gruß
Michael
die Geschichte ist dir im Grunde recht gut gelungen. Ein paar kleine Fehler sind mir aufgefallen, aber mir fehlt im Moment die Zeit, den Text gründlich danach abzusuchen. Auf Wunsch mache ich das nach meinem Urlaub gern.
Die Einblendungen aus der Predigt des Pfarrers fand ich ganz interessant. Sie geben der Story zum Teil ihre Stimmung. Dass es sich um einen Fall von Selbsttötung handelt, ist bereits durch die Wahl des Titels offenbar. Spätestens beim Lesen der Geschichte sind die letzten Zweifel ausgeräumt. Ich finde es auch nicht schlimm, dass man als Leser nicht vom Ende überrascht wird, denn ich kann mir vorstellen, dass deine Absicht eine ganz andere war. Dir ging es darum, die Seelenqual des Bruders darzustellen, der seinen Bruder liebt, unter seinem Verlust leidet und schließlich eine unbändige Wut auf ihn entwickelt, weil er ihn im Stich gelassen hat. Eine solche Entwicklung ist vollkommen normal. Die Wut ist nachvollziehbar und notwendig, um die Trauer um den Verlust vernünftig zu verarbeiten.
Trotzdem hat mir etwas gefehlt. Ein Selbstmord wirft immer Fragen auf, die über das hinausgehen, was im Falle eines natürlichen Todes geschieht. In deiner Geschichte werden diese Fragen nicht angesprochen, obwohl sie substanziell für die Stimmungslage des Bruders, sowie seiner Familie, gewesen wären. Dieses Fehlen macht die Geschichte nun sicherlich nicht zu einer schlechten Geschichte. Ich würde nur noch darauf eingehen wollen und die Ratlosigkeit über die schreckliche Tat noch deutlicher zum Ausdruck bringen. Ansonsten: Thumbs up!
@Alex
Ich denke, ein Selbstmörder ist nicht mehr in der Lage, sich wirklich Gedanken um seine Familie zu machen. Er hat mit sich und der Welt solche Probleme, deren Ursache er in seiner eigenen Person begründet sieht und aus denen er nur einen Ausweg sieht: Seinem Leben ein Ende zu setzen. Es muss sich dabei um eine solch tief sitzende Verzweiflung handeln, dass der Gedanke an den Tod ihnen wie eine Erlösung für sich selbst und auch die übrigen Menschen ihrer nächsten Umgebung vorkommt. Sie sind in dieser Phase so introvertiert, dass nichts von außen sie mehr berührt. Auch, wenn sie sich selbst das Leben nehmen, sind Selbstmörder auf eine Art auch nichts anderes, als Opfer - Opfer ihres selbst geschaffenen Gefängnisses.
Gruß
Michael
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moriazwo- Moderator & Techniker

- Beiträge: 1985
Laune: Meist positiv und ausgeglichen ... verdammt noch 'mal ... :-)
Ich schreibe: ... am liebsten SciFi (mit seltenen Ausflügen in die Fantasy)
zurzeit in Arbeit: Der Centauri-Krieg
Texte: moriazwo
Kunst: moriazwo
Infos: moriazwo
Sonstiges: "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Dies hat eine Menge Leute sehr wütend gemacht und wird weitgehend als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
(Douglas Adams) -

Re: Eigentod
Hey
Auch euch beiden vielen Dank für's lesen!
@Alex:
Es freut mich, dass ich diese bedrückende Stimmung rüber bringen konnte. Als ich die Geschichte schrieb, stand bei mir die Wut des Bruders sehr im Vordergrund. Ich hab mich gefragt, was ich an seiner Stelle tun würde und bin zum Entschluss gekommen, dass ich vor der Trauer oder vielleicht sogar eben mit der Trauer, vorallem Wut empfinden würde.
@moriazwo:
Natürlich hatte Luke Gründe für sein Handeln und seinen Selbstmord. Nur hab ich an die Fragen und die wirkliche "Tat" eigentlich gar nicht recht gedacht. Wie oben schon erwähnt, hab ich mich hauptsächlich auf die Gefühle von Nick konzentriert. Vielleicht hätt ich wirklich noch ein wenig mehr Informationen hinein nehmen können.
LG Glaselfe
Auch euch beiden vielen Dank für's lesen!
@Alex:
Es freut mich, dass ich diese bedrückende Stimmung rüber bringen konnte. Als ich die Geschichte schrieb, stand bei mir die Wut des Bruders sehr im Vordergrund. Ich hab mich gefragt, was ich an seiner Stelle tun würde und bin zum Entschluss gekommen, dass ich vor der Trauer oder vielleicht sogar eben mit der Trauer, vorallem Wut empfinden würde.
@moriazwo:
Natürlich hatte Luke Gründe für sein Handeln und seinen Selbstmord. Nur hab ich an die Fragen und die wirkliche "Tat" eigentlich gar nicht recht gedacht. Wie oben schon erwähnt, hab ich mich hauptsächlich auf die Gefühle von Nick konzentriert. Vielleicht hätt ich wirklich noch ein wenig mehr Informationen hinein nehmen können.
LG Glaselfe
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